Getty Familie

Der US-Amerikaner George Getty (1855-1930) stieg zu Beginn des 20. Jahrhunderts ins Ölgeschäft ein. Sein Sohn Jean Paul Getty (1892-1976) gründete 1942 den Öl- und Treibstoffkonzern Getty Oil und stieg dadurch zu den reichsten Männern der Welt auf. In den 1950er Jahren galt er als der reichste Amerikaner (Quelle). In den 1980er Jahren verkaufte die Familie ihr Unternehmen an den US-Ölkonzern Texaco. Dieser gehört seit 2001 zur Chevron Corporation, die zurzeit der zweitgrösste Ölkonzern der USA ist. Zu den Vorläufern der Chevron Corporation gehören auch Ölkonzerne der Familien Rockefeller und Mellon.

In den 1930er Jahren hatte Jean Paul Getty geschäftliche und persönliche Kontakte nach Nazideutschland. Nachdem 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach, verkaufte Getty eine Million Barrel Öl an Nazideutschland. Da eine britische Blockade bestand, wurde das Öl über das von Stalin geführte Russland nach Deutschland geliefert. Die Lieferungen von Öl und Treibstoff wurden fortgesetzt, bis Deutschland im Juni 1941 Russland angriff. (Quelle)

2015 wurde das Vermögen der Getty Familie auf 5,4 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle). 1953 gründete Jean Paul Getty den „J. Paul Getty Trust“, der bis heute zu den reichsten Stiftungen der Welt gehört und 2017 ein Vermögen von 10 Milliarden US-Dollar verwaltete (Quelle).

Freunde, Familie und Verwandtschaft der Familie Getty

Jean Paul Getty wurde nach seinem Aufstieg in Grossbritannien sesshaft. Von seinen Nachkommen lebt ein Teil in Grossbritannien und der andere Teil in den USA. Einige leben inzwischen auch in Italien. In den 1990er Jahren hatten die Gettys geschäftlichen Kontakt zu den britischen Bankiersfamilien Rothschild und Hambro. (Quelle)

Der US-Politiker Gavin Newsom, der derzeitige Gouverneur von Kalifornien, ist eng mit den amerikanischen Gettys befreundet und ist der Pate von Nats Getty (Quelle).

Jean Paul Getty kannte den kanadischen Zeitungsunternehmer Roy Thomson persönlich (Quelle). Roy Thomson lebte wie Getty in Grossbritannien. Die Thomson Familie wurde in den britischen Adel aufgenommen und kontrolliert seit 2008 Reuters, die weltweit grösste Nachrichtenagentur. Zudem gehört sie zu den reichsten Familien der Welt.

Jean Paul Getty kannte auch Max Aitken (Lord Beaverbrook), der zu den mächtigsten britischen Zeitungsverlegern gehörte und zum Baron geadelt wurde. (Quelle)

Jean Paul Getty kannte die Gräfin Marianne von Alvensleben aus Deutschland und hatte vermutlich ein romantisches Verhältnis mit ihr. Er lebte zeitweise polygam und zu seinen Frauen gehörte auch Mary Teissier, die Enkelin einer Cousine eines russischen Zaren. Eine weitere Geliebte war Lady Ursula d’Abo. Sie war die Tochter eines britischen Markgrafen und war eine Hofdame der britischen Königsfamilie. (Quelle)

Mark Getty (*1960) gründete 1995 Getty Images, eine der grössten Bildagenturen der Welt. Er arbeitete für die britische Hambros Bank. Er war in Grossbritannien aufgewachsen und lebt teilweise in Italien. Er heiratete Domitilla Harding, die mütterlicherseits aus der italienischen Adelsfamilie Della Rovere kommt. Die Della Rovere Familie brachte im 15. und 16. Jahrhundert zwei Päpste und mehrere Kardinäle hervor. Noch heute gehört sie zu den führenden Adelsfamilien des Vatikans. Ludovico della Rovere war von 1931 bis 1951 Grossmeister des Malteserordens, ein alter Vatikanorden.

Aileen Getty (*1957) heiratete den Sohn des italienischen Prinzen Alessandro Ruspoli. Die Ruspoli Familie gehört zum päpstlichen Adel. Der Überlieferung nach stammen sie vom schottischen Soldaten Mario Scotus ab, der im 8. Jahrhundert lebte und in Italien sesshaft wurde. Er soll den entführten Papst Leo III. gerettet haben. Sein Vater war der Schotte Sholto Douglas, der vermutlich der Stammvater des schottischen Douglas Clan war.

Joseph Getty heiratete 2015 Sabine Ghanem. Sie kennt das Model Nicky Hilton (Quelle), die in die Rothschild Familie heiratete und die Schwester von Paris Hilton ist. Die Schwestern kommen aus der US-amerikanischen Milliardärsfamilie Hilton, welche die gleichnamige Hotelkette gründete. Zu den Gästen der Hochzeit von Joseph Getty und Sabine gehörten:

  • Elisabeth von Thurn und Taxis: Die Journalistin kommt aus der deutschen Adelsfamilie Thurn und Taxis. Sie engagiert sich für den Vatikan und gehört wie weitere Familienmitglieder zum Malteserorden, ein alter Vatikanorden. Sie lernte den Popstar Michael Jackson schon als kleines Kind kennen und war auf seiner Neverland-Ranch. Übrigens wurde 2016 von der Polizei bestätigt, dass Michael Jackson Pädophil war (Quelle). Er musste sich schon zu Lebzeiten vor Gericht wegen Kindesmissbrauch verantworten, wurde aber freigesprochen.
  • Bettina Santo Domingo: Sie kommt aus der kolumbianischen Milliardärsfamilie Santo Domingo, die in die monegassische Königsfamilie heiratete.
  • Bianca Brandolini d’Adda: Sie kommt aus der italienischen Adelsfamilie Brandolini d’Adda, die im 20. Jahrhundert in die Agnelli Familie heiratete, welche die wohl mächtigste Familie der italienischen Wirtschaftselite ist.

(Quelle: auf den Fotos)

Die Hochzeit fand im Schloss Castello Orsini-Odescalchi in Italien statt, das früher der italienischen Adelsfamilie Orsini gehörte, die drei Päpste und viele Kardinäle hervorbrachte. Die Getty Familie ist übrigens katholisch.

Christopher Getty (*1965) heiratete Pia Miller., eine Tochter des britischen Milliardärs Robert Warren Miller. Dieser war Mitgründer der DFS Group, die mit Luxusprodukten handelt. DFS befindet sich inzwischen mehrheitlich im Besitz der französischen Multimilliardärs-Familie Arnault. Pias Schwester Marie-Chantal heiratete in die griechische Königsfamilie. Pias Schwester Alexandra heiratete Alexander von Fürstenberg, der in den USA lebt. Er kommt aus der deutschen Uradelsfamilie Fürstenberg und seine Grossmutter väterlicherseits kam aus der Agnelli Familie, der wohl mächtigsten Familie der italienischen Wirtschaftselite. Christopher Gettys Tochter, Isabel Getty (*1993), hat ein gutes Verhältnis zu ihren Adligen Cousinen (Quelle).

Ariadne Getty (*1962) gehörte zu den Mitgründern des „Better World Fund“, einer gemeinnützigen Organisation der Vereinten Nationen. Zu den Mitgründern gehörten auch die jordanische Königin Rania, Ted Turner (Gründer des US-Senders CNN), Kofi Annan (Generalsekretär der Vereinten Nationen) und Muhammad Yunus (gründete die bangladeschische Mikrofinanzbank Grameen und erhielt 2006 den Friedensnobelpreis). (Quelle)

Jean Paul Getty hatte Kontakt zu britischen Adligen und wurde zum Ritter geschlagen. Nach Aussagen einer Geliebten, war er fasziniert vom englischen Adel. (Quelle) Die Getty Familie hat selbst adlige Wurzeln. Jean Paul Gettys Grossmutter mütterlicherseits war die US-Amerikanerin Sarah McPherson (1814-1856) (Quelle). Ihr Vorfahre William McPherson (1698-1783) war von Schottland nach Nordamerika emigriert. Er stammte höchstwahrscheinlich aus dem schottischen MacPherson Clan. Seine Grossmutter väterlicherseits stammte definitiv aus dem schottischen Farquharson Clan (Quelle). Dadurch haben die Gettys unter anderem Blut der Clans Ogilvy, Murray, Erskine, Douglas, Drummond und Keith in sich.

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Murray Clan

Der schottische Clan ist über 800 Jahre alt und gehörte seit Anbeginn zur politischen Elite Schottlands. Der Stammvater des Clans war Lord Freskin, der im 12. Jahrhundert lebte. Er war ein flämischer (niederländischer) Adliger der nach Schottland emigrierte. Freskin ist zugleich der Stammvater des Sutherland Clans. Seit der Gründung des britischen Königsreiches 1707 gehört der Murray Clan zu den wichtigsten britischen Adelsfamilien. Der Clan brachte viele britische Politiker, Diplomaten, Juristen, Militärs und Bischöfe hervor. Dieser Beitrag konzentriert sich aber auf Verbindungen zur Freimaurerei, zur britischen Kolonialherrschaft und zur Wirtschaftselite.

Freimaurerei

Die Herzöge

Seit dem Jahr 1703 stellt ein Zweig des Clans Herzöge und steht somit in der britischen Adelshierarchie direkt unter der Königsfamilie. Der Herzog ist zugleich der Clan-Chef des Murray Clans.

James Murray (1690-1764), der 2. Herzog von Atholl, war Mitglied des Privy Council, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Er war Freimaurer und Grossmeister der schottischen Freimaurerloge „Lodge of Dunkeld St John No. 14“ (Quelle).

John Murray (1729-1774), der 3. Herzog von Atholl, war ebenfalls Mitglied des Privy Council. Er war Grossmeister der Freimaurergrossloge von Schottland (Quelle). Die schottische Grossloge besteht seit 1736 und wurde seit Anbeginn von schottischen Clans geführt. Die Freimaurerei entstand vermutlich in Schottland. John war auch Grossmeister der „Antient Grand Lodge of England“ (Quelle). Diese war eine englische Grossloge, die von 1751 bis 1813 bestand. 1813 vereinigte sie sich mit der „Premier Grand Lodge of England“, die seit 1717 bestand und als die älteste Grossloge der Welt gilt. Durch die Vereinigung der beiden Logen entstand die „United Grand Lodge of England“, die bis heute die führende Grossloge Englands ist und vom britischen Hochadel geführt wird (Quelle). John Murray war Grossmeister der schottischen Freimaurerloge „Lodge of Dunkeld St John No. 14“ (Quelle).

Sein gleichnamiger Sohn John Murray (1755-1830) wurde der 4. Herzog von Atholl. Er war wie sein Vater Grossmeister der schottischen Grossloge (Quelle) und Grossmeister der „Antient Grand Lodge of England“ (Quelle) sowie Mitglied des Privy Council. Er und sein Vater waren auch Grossmeister der indischen Freimaurer (Quelle: auf Seite 26). Die Freimaurerei wurde von britischen Kolonialisten nach Indien gebracht. Da er und sein Vater die Antient Grand Lodge führten, wurden deren Tochterlogen als „Atholl-Logen“ bekannt. Deren Mitglieder wurden auch Atholl-Maurer oder Antienten genannt. Die Vereinigung der Atholl-Maurer ist bis heute freimaurerisch aktiv und besteht aus 122 Logen, von denen sich der Grossteil in Grossbritannien befindet (Quelle). John Murray war wie sein Vater Grossmeister der schottischen Freimaurerloge „Lodge of Dunkeld St John No. 14“ (Quelle). Eine seiner Töchter heiratete den Clan-Chef des Forbes Clans, eine andere heiratete in den Drummond Clan.

George Augustus Murray (1814-1864), der 6. Herzog von Atholl, war über 20 Jahre lang Grossmeister der schottischen Grossloge und hatte somit das Amt aussergewöhnlich lange inne (Quelle). Er war ebenfalls Grossmeister der schottischen Freimaurerloge „Lodge of Dunkeld St John No. 14“ (Quelle). Von 1850 bis 1864 war er Grosskommandant (Vorsitzender) des Obersten Rates der schottischen Freimaurer (Quelle). Nur Freimaurer die den 33. Grad erreichen (der höchste Grad) können dem Obersten Rat beitreten.

George Augustus Murray war von 1845 bis 1863 auch Grossmeister des Templerordens (Quelle). Hiermit ist natürlich der „echte Templerorden“ gemeint, denn es gibt noch mehrere Möchtegern-Orden, die sich selbst als Templer bezeichnen, aber ziemlich sicher nur Wichtigtuer sind. Über den heutigen Templerorden ist sehr wenig bekannt und es ist unklar, ob eine Verbindung zum Templerorden aus dem 12. Jahrhundert besteht. Der Templerorden von damals gilt als möglicher Vorläufer der Freimaurerei. Der heutige Templerorden nimmt nur christliche Master Masons und Royal Arch Masons auf (Quelle). Das bedeutet, dass man den 4. Grad im York-Ritus und den 3. Grad im schottischen Ritus erreicht haben muss. Wer diese Grade erreicht, darf dem Templerorden beitreten und hat auch Anspruch auf eine Mitgliedschaft im „Order of Royal and Select Masters“ (Orden der königlichen und auserwählten Meister), auch bekannt als kryptische Freimaurer. Die Mitgliedschaft bei den britischen Tempelritter, ermöglicht einem Beitritte in noch weitere Orden (Quelle). Hier sollte noch erwähnt werden, dass der Grossteil der Freimaurer keine Hochgrad-Maurer sind. Genaue Zahlen gibt es z. B. in der Schweiz. Von den schweizerischen Freimaurern, die den schottischen Ritus praktizieren, befinden sich derzeit 3500 Mitglieder auf dem 1. bis 3. Grad, während derzeit nur 900 Mitglieder den 4. Grad erreichten (Quelle). In der Schweiz darf der Kreis aus Freimaurern, die den 33. Grad (der höchste Grad) erreichen, aus maximal 99 Personen bestehen. Der Oberste Rat der schweizerischen Freimaurer darf aus maximal 33 Personen bestehen (Quelle).

George Augustus Murray leitete von 1847 bis 1850 das „Supreme Grand Royal Arch Chapter of Scotland“ (Quelle). Die ist sowas, wie die Grossloge der schottischen Royal Arch-Freimaurer. Dieser Zweig der Freimaurerei bildete sich vermutlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Irland. Die irischen Royal Arch-Freimaurer hatte anfangs ein schlechtes Verhältnis zu den englischen Freimaurern, dafür aber ein gutes zu den Antienten-Freimaurern. Die Antienten wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von den Murray-Herzögen geführt (siehe oben).

George Augustus Murray heiratete in die Familie Home-Drummond, die aus den Clans Home und Drummond hervorging.

John Stewart-Murray (1871-1942), der 8. Herzog von Atholl, war Grossmeister der schottischen Grossloge (Quelle). Er war Grossmeister der schottischen Freimaurerloge „Lodge of Dunkeld St John No. 14“ (Quelle). Er war Mitglied des Privy Council und Militärführer im Zweiten Burenkrieg. Er heiratete in den Ramsay Clan.

Die Grafen

Seit 1686 stellt der Murray Clan die Grafen von Dunmore. Von den zwölf Grafen der Adelslinie waren zehn Freimaurer (Quelle: auf Seite 12).

Graf Alexander Murray (1804-1845) war Grossmeister der schottischen Grossloge (Quelle). Eine seiner Töchter heiratete den Clan-Chef des Elphinstone Clans, eine andere heiratete einen Grafen aus dem Carnegie Clan.

Malcolm Murray (*1946), der 12. und derzeitige Graf von Dunmore, lebt auf der Insel Tasmanien (ist grösser als die Schweiz, gehört zu Australien und war früher eine britische Kolonie). Er nahm 2002 an der Feier zum Goldenen Jubiläum der britischen Queen Elisabeth II. teil und sass direkt hinter ihr. Er war Grossmeister der Lodge Amalthea in Melbourne (Australien) und Grossmeister der Devonport Masonic Lodge in Tasmanien. Ein Verwandter, Keith Thomas Murray, war stellvertretender Grossmeister der Grossloge des australischen Bundesstaates Victoria. (Quelle: auf Seite 12) Seit 2018 ist Keith Grossmeister der Freimaurer in Victoria (Quelle). Keith gehört zu einer Loge, die nach den Grafen von Dunmore benannt wurde (Quelle).

Augusta Murray (1761-1830), die Tochter eines Grafen, heiratete den britischen Prinzen Augustus Frederick aus dem Haus Hannover. Dieser war von 1813 bis 1843 Grossmeister der englischen Grossloge (Quelle).

Frühe Freimaurer

Die Freimaurerei entstand vermutlich in Schottland.

Graf John Murray (starb 1640) heiratete Elizabeth Schaw, eine Nichte von William Schaw. William war Architekt des schottischen Königs und ein Diener der schottischen Königin Anne, die aus dem dänischen Königshaus kam (Haus Oldenburg). William Schaw gilt als wichtige Persönlichkeit bei der Entwicklung der Freimaurerei in Schottland (Quelle).

Robert Moray (1609-1673) gehörte ebenfalls zu den frühen Freimaurern. Die schottische Moray Familie ging aus der Familie von Lord Freskin hervor, genau wie die Clans Murray und Sutherland. Robert Morays Grossmutter väterlicherseits kam zudem aus dem Murray Clan. Zur Verwandtschaft gehörten noch weitere Clans.

Robert Moray gilt als der erste belegte Freimaurer, der auf englischem Boden in die Freimaurerei aufgenommen wurde (die vorherigen belegten Freimaurern wurden alle in Schottland initiiert). Er war Mauermeister der Mary’s Chapel Loge in Schottland, die seit spätestens 1599 existiert und somit als die zweitälteste Freimaurerloge der Welt gilt. Er war zudem Rosenkreuzer. (Quelle)

Robert Moray war Soldat, Staatsmann, Richter, Diplomat und Universalgelehrter. Er gehörte 1660 zu den Gründungsmitgliedern der Royal Society. Die Gelehrtengesellschaft gilt bis heute als eine der angesehensten wissenschaftlichen Gesellschaften. Der Historiker Gilbert Burnett (aus dem Burnett Clan), der ebenfalls im 17. Jahrhundert lebte, bezeichnete Moray als den „klügsten und wertvollsten Menschen seiner Zeit“. (Quelle)

Robert Moray hatte Kontakt zur schottischen Königsfamilie Stuart, die damals auch über England und Irland herrschte und aus dem Stewart Clan stammte. Robert Moray heiratete in den Lindsay Clan.

William Murray (lebte im 17. Jh.) war 1670 freimaurerisch aktiv und gehört damit ebenfalls zu den frühen Freimaurern. Er war zusammen mit anderen schottisch-adligen Clans mit den Freimaurerlogen Mary’s Chapel und Mother Kilwinning verbunden, die als die beiden ältesten noch existenten Logen der Welt gelten. (Quelle) Seine Mutter war die Tochter eines Grafen aus dem Carnegie Clan. Sein Vater war Andrew Murray (1597-1644), Lord von Balvaird, der Minister der Church of Scotland war. Diese ist eine schottisch-presbyterianische Kirche, in deren Führung bis heute schottische Clans vertreten sind. Williams Bruder David Murray, der 4. Vizegraf von Stormont, heiratete ebenfalls in die Grafenfamilie aus dem Carnegie Clan.

John Murray (1715-1777), der 7. Baron von Stanhope, war Mitglied einer Freimaurerloge in Rom (Quelle: Seite 314). Die erste dokumentierte Loge Italiens wurde 1731 von britischen Adligen gegründet (Quelle). Somit gehörte John Murray zu den frühen italienischen Freimaurern. Bereits sieben Jahre nach der ersten Logengründung in Italien begann ein lang andauernden Konflikt zwischen der Freimaurerei und dem Vatikan.

Der Murray Clan war im 18. Jahrhundert in der schottischen Freimaurerloge „Canongate Kilwinning Lodge, No 2.“ vertreten (Quelle). In dieser Loge waren sehr viele schottische Clans vertreten, unter anderem Hamilton, Forbes, Douglas, Hope, Fraser, Sutherland und Drummond. Die Loge wurde 1677 gegründet und gehört damit zu den ältesten Freimaurerlogen der Welt (Quelle).

Weitere bemerkenswerte Adlige aus dem Murray Clan

Graf David Murray (1727-1796) war Präsident des Privy Council (Geheimrat der Royals).

Lady Evelyn Murray (1867-1963) war die Tochter eines Murray-Grafen. Ihre Tochter Pamela heiratete in die Hambro Familie, die zu den wichtigsten britischen Bankiersfamilien gehört (Quelle).

Der Adlige Hugh Dalrymple (circa 1667-1723) aus dem Dalrymple Clan übernahm den Namen seines Schweigervaters aus dem Murray Clan. Hughs Tochter Agnes heiratete einen Baron aus dem Elliot Clan. So entstand die Adelslinie Elliot-Murray-Kynynmound, die zu einer der wichtigsten britischen Adelsfamilien wurde. Der erste Sohn aus dieser Linie war Gilbert Elliot-Murray-Kynynmound (1751-1814). Der Politiker und Diplomat war von 1807 bis 1813 Generalgouverneur der britischen Kolonie Indien und war somit der oberste Kolonialbeamte in Indien. Er war auch Vizekönig des Anglo-Korsischen Königreichs, eine kurzlebige britische Kolonie auf Korsika. Er war Mitglied des Privy Council und wurde zum Grafen geadelt.

Sein gleichnamiger Urenkel Graf Gilbert Elliot-Murray-Kynynmound (1845-1914) war von 1905 bis 1910 Vizekönig von Indien. Von 1898 bis 1904 war er zudem Generalgouverneur der britischen Kolonie Kanada (oberster Kolonialbeamter Kanadas). Er war Mitglied des Privy Council. Gilberts Tochter Ruby heiratete einen Grafen aus der Baring Familie, die zu den wichtigsten britischen Bankiersfamilien gehört (Quelle). Gilberts Tochter Violet heiratete erst einen britischen Markgrafen. In zweiter Ehe heiratete sie einen Baron aus der Astor Familie (Quelle). Die Astors gehörten im 19. Jahrhundert zu den reichsten Familien der USA und wurden im 20. Jahrhundert in den britischen Adel aufgenommen. Gilberts Tochter Aileen heiratete den Sohn eines Herzoges aus der Familie Montagu-Douglas-Scott.

Lady Willa Elliot-Murray-Kynynmounds (1924-2010) war eine Enkelin von Gilbert. Ihre Tochter Emma heiratete in die Keswick Familie (Quelle). Die schottische Milliardärsfamilie Keswick heiratete in viele Clans. Die Keswick Familie kontrolliert derzeit den Hongkonger Grosskonzern Jardine Matheson, der früher zu den grössten Opiumhändlern der Welt gehörte. Jardine Matheson wurde von den Clans Matheson und Jardine gegründet.

Charles Wilson Murray (1820-1873) arbeitete für Jardine Matheson. Er war der Urenkel eines Barons aus dem Murray Clan. Er war Mitglied des Hongkonger Legislativrats. Dieser wurde 1843 von den Briten als Rat von Kolonial-Gesetzgebern gegründet (Hongkong war noch bis 1997 eine britische Kolonie). 

Der britische Politiker Baron Alexander Murray (1870-1920) war Mitglied des Privy Council. Er war Partner des Verlags „S. Pearson & Son“, der heute zu den weltweit grössten Buchverlage gehört. Der Verlag versorgt Schulen und Universitäten im angloamerikanischen Raum mit Lehrbüchern und hat somit Einfluss auf die dortige Bildung. Alexander Murray war eine der Hauptfiguren im Marconi Skandal (Quelle).

Peter Drummond-Murray von Mastrick (1929-2014) war als Bankier und Börsenmakler tätig. Von 1977 bis 1989 war er Kanzler des Malteserordens (Vatikanorden) im Vereinigten Königreich. Er heiratete in den schottischen Hope Clan.

James Murray (1721-1794), Sohn eines schottischen Lords, war Gouverneur der britischen Kolonie Quebec in Kanada und Gouverneur der Mittelmeerinsel Menorca, die von 1708 bis 1802 eine britische Kolonie war. Es waren noch weitere Murrays als Kolonialbeamte tätig.

Baron Joseph Murray (1718-1802) war ein hochrangiger Militär im Dienste der österreichischen Königsfamilie, von der er schliesslich zum Grafen geadelt wurde. Seine Tochter Cristina heiratete einen Grafen aus dem Ogilvy Clan.

Murray Clan in den USA

Graf John Murray (1730-1809) war Gouverneur der britischen Kolonien New York, Virginia und Bahamas. Er war Präsident der „Saint Andrew’s Society of the State of New York“. Diese wurde 1756 gegründet und besteht bis heute. Sie ist somit die älteste Wohltätigkeitsorganisation von New York. Die Gesellschaft wird seit ihrer Gründung von schottischen Clans geführt. St. Andrew’s Societies gibt es in vielen ehemaligen britischen Kolonien (USA, Kanada, Australien und weitere) und werden von schottischen Clans geführt. Sie dienen unter anderem dazu, Kontakte zwischen den schottischen Kolonialfamilien zu fördern.

Der Schotte James Murray (1728-1781) emigrierte 1735 in die britische Kolonie North Carolina in den heutigen USA. Er war ein naher Verwandter der adligen Familienzweige des Clans und hatte zudem Blut vieler Clans ins sich. In der Kolonie war er als Kaufmann, Pflanzer und Regierungsbeamter tätig.

1775 begann der amerikanische Unabhängigkeitskrieg. James Murray war Loyalist, blieb also der britischen Krone treu. Dennoch gehörte seine Verwandtschaft zur Elite der darauf gegründeten USA:

  • Seine Tochter Dorothy Murray heiratete den Schotten John Forbes aus dem Forbes Clan. Ihre gemeinsamen Nachkommen stiegen zu den mächtigsten Männern der USA auf. Sie beteiligten sich am Aufbau der Eisenbahn in den USA, brachten das Telefon auf den Markt und gehörten zu den grössten Opiumhändlern der Welt. Auch der bekannte US-Politiker John Kerry gehört mütterlicherseits zu ihren Nachkommen. Mehr dazu in meinem Beitrag zum Forbes Clan.
  • Seine Tochter Elizabeth Murray heiratete Edward Robbins, welcher der sechste Vizegouverneur des US-Bundesstaates Massachusetts war.
  • Seine Schwester Barbara Murray heiratete den Kaufmann Thomas Clark Sr.. Ihr gleichnamiger Sohn Thomas Clark war Offizier im Unabhängigkeitskrieg auf der Seite der Revolutionären. Seine Schwester Ann heiratete William Hooper. Dieser gehörte zu den Unterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und ist somit einer der Gründerväter der USA. Er gehörte zum Kontinentalkongress, der aus der Elite der 13 britischen Kolonien an der Ostküste bestand, die sich ab dem Jahr 1774 von Grossbritannien unabhängig machen wollten, worauf der amerikanischen Unabhängigkeitskrieg begann. Die vom Kontinentalkongress gesteuerte Armee gewann mit der Hilfe von Frankreich den Krieg. Mitglieder des Kontinentalkongress gründeten daraufhin die USA.

Es gibt noch eine weitere Murray Familie aus den USA, die nach eigenen Angaben ebenfalls vom Murray Clan abstammt (Quelle). Das Familienmitglied James Boyles Murray (1789-1866) gehörte zur New Yorker Elite. Er heiratete eine Tochter des Bankiers Isaac Bronson, der zu den reichsten Männern New Yorks gehörte. Bronson war Mitglied der Society of the Cincinnati. James Enkelin Olivia Peyton Murray (1855-1949) heiratete den erfolgreichen Geschäftsmann William Bayard Cutting. Dieser kam mütterlicherseits aus der französisch-hugenottischen Kolonialfamilie Bayard. Zu seinen Vorfahren gehörten auch die führenden niederländischen Kolonialfamilien Van Rensselaer, Schuyler und Van Cortlandt sowie die schottische Kolonialfamilie Livingston, die aus dem schottischen Livingstone Clan stammt. Olivia Peyton Murray und William Bayard Cutting gehörten zu den „Four Hundred„, der New Yorker Elite während des Goldenen Zeitalters (1870-1900). Zu den 400 gehörten auch die Familien Astor, Vanderbilt, Van Rensselaer, Livingston, Barclay, Winthrop und Schuyler. William Bayard Cutting war Mitglied des nicht mehr existenten Jekyll Island Club, der aus Millionären wie Rockefeller, Morgan und Vanderbilt bestand. Olivias und Williams Sohn war der US-Diplomat William Bayard Cutting Jr.. Dieser heiratete in London die Tochter des britischen Grafen Hamilton Cuffe, der zum Geheimrat der britischen Königsfamilie gehörte. Die Mutter des Grafen kam aus dem schottischen Campbell Clan.

Eine weitere Murray Familie aus den USA wurde vom schottischen Einwanderer James Murray (1665-1704) begründet, der höchstwahrscheinlich der Sohn eines Murray-Markgrafen war (Quelle). Auch Teile seiner Nachkommen gehörten später zur US-Elite. William Henry Murray (1869-1956) war von 1931 bis 1935 Gouverneur des US-Bundesstaates Oklahoma. Sein Sohn Johnston Murray war von 1951 bis 1955 ebenfalls Gouverneur von Oklahoma.

Der Murray Clan hat viele Verwandte in den USA und pflegt immer noch Kontakte zu diesen (Quelle). Es gab und gibt mehrere US-Politiker mit Familiennamen Murray, bei denen aber unklar ist, ob sie aus dem Clan stammen (z. B. Ed Murray).

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Rotenberg Familie

Die russisch-jüdische Rotenberg Familie gilt derzeit mit einem Vermögen von 5,45 Milliarden US-Dollar als die reichste Familie Russlands (Quelle).

Die Familie gründete 2008 das russische Unternehmen „Stroygazmontazh“ (SGM Group), das sie bis heute besitzen. Die SGM Group ist der führende Gas- und Ölpipelinekonzern Russlands. Der Transport von Gas und Öl über Pipelines ist billiger als der Transport mit Lastwagen oder Zügen. Russland ist neben der USA das Land mit dem weltweit grössten Pipelinesystem. Russland ist das Land mit den grössten bekannten Erdgasreserven und den sechstgrössten Erdölreserven der Welt. Die Familie besitzt auch den Baukonzern Mostotrest, der sich auf den Bau von Strassen, Schienen, Brücken und Autobahnen konzentriert. 2001 gründeten sie die SMP-Bank und sind bis heute Miteigentümer.

Arkady Rotenberg (*1951) ist ein Jugendfreund des russischen Präsidenten Wladimir Putin (Quelle). Sie machten zusammen Judo und spielten miteinander Eishockey (Quelle). Arkady Rotenberg ist Mitglied eines Judoklubs, dessen Ehrenpräsident Putin ist. Der Klub wurde vom russischen Milliardären Gennady Timchenko mitgegründet. (Quelle) Timchenko lebt in der Schweiz und sein Hauptgeschäftsfeld ist die russische Gas- und Ölindustrie. Er war schon mit Putin befreundet bevor dieser Präsident wurde (Quelle).

Die Rotenberg Familie und Gennady Timchenko sind in den Panama-Papers aufgeführt (Quelle).

Arkadys Bruder Boris Rotenberg kennt Putin und macht ebenfalls Judo. Die Brüder sind über ihren Pipelinekonzern eng mit dem russischen Gaskonzern Gazprom verbunden, der zurzeit der grösste Gasproduzent der Welt ist. Gazprom befindet sich zur Hälfte im Besitz der russischen Regierung. Gazprom hatte für die Dienstleistungen des Pipelinekonzern der Rotenbergs stark überhöhte Preise gezahlt (Quelle). Die Rotenberg Familie war in der Führung von Gazprom-Tochterfirmen vertreten. Zudem entstand ihr Pipelinekonzern aus Gazprom-Tochterfirmen, die sie dem Konzern abgekauft hatten.

Arkady Rotenbergs zweite Exfrau und ihre beiden gemeinsamen Kinder leben in Grossbritannien (Quelle). Zwei weitere Kinder aus einer früheren Ehe sowie ein Neffe sind ebenfalls in Russland geschäftlich aktiv.

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Russische Milliardäre und ihre Auslandskontakte

Russland hat erst seit 30 Jahren eine Privatwirtschaft, davor herrschte 70 Jahre Kommunismus. Somit kamen die heutigen russischen Milliardäre erst nach 1990 zu Reichtum und wirtschaftlichem Einfluss. Die allermeisten sind erst seit der Jahrtausendwende Milliardäre. Bei den russischen Oligarchen handelt es sich also um ein noch sehr junges Elitennetzwerk.

Russland ist das Land mit den grössten bekannten Reserven an Bodenschätzen. Viele der russischen Milliardäre haben ihnen ihren Reichtum zu verdanken.

Russland ist das Land:

  • mit den grössten Gasreserven
  • mit den grössten Kohlereserven
  • mit den sechstgrössten Ölreserven
  • mit den drittgrössten Eisenerzreserven (zur Herstellung von Stahl benötigt man Eisenerz, das somit systemrelevant ist)
  • mit den zweitgrössten Goldreserven (damit sind die Goldreserven aus der Natur gemeint und nicht die Goldreserven der Zentralbank)
  • mit den grössten Diamantreserven (geschätzt 52% der weltweiten Reserven)
  • mit den grössten Kalisalzreserven (wird zur Massenherstellung von Dünger verwendet. Russland gehört zu den grössten Düngerproduzenten der Welt)
  • mit den zweitgrössten Platinreserven (wird sehr vielfältig verwendet)
  • mit den drittgrössten Nickelreserven (wird zum grössten Teil zur Stahlveredelung verwendet)
  • mit den drittgrössten Bleireserven (wird heute vor allem in der Herstellung von Akkus, Batterien und Munition verwendet)
  • mit den viertgrössten Kupferreserven (kommt in fast allen Stromkabeln und Elektrogeräten vor)
  • mit den viertgrössten Silberreserven (die Nachfrage wird durch den Einsatz in Zukunftstechnologien steigen)
  • mit den viertgrössten Reserven an seltenen Erden (werden immer wichtiger)
  • mit den fünfgrössten Kobalt Reserven (wichtigstes Anwendungsfeld ist die Batterien- und Akkuherstellung)
  • Russland ist drittgrösster Produzent von Aluminium (wird aus Bauxit hergestellt, von dem Russland die zehntgrössten Reserven besitzt)
  • Russland ist der grösste Palladiumproduzent (das seltene Edelmetall wird meist aus Nickel- und Kupfererzen gewonnen, wovon Russland grosse Reserven besitzt)

(Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum 2018 bis 2020 und nur auf die bisher bekannten Reserven)

Mehrere russische Milliardäre sind mit der westlichen Elite verbunden, vor allem mit der britischen Elite. Manche leben ganz oder zeitweise in Grossbritannien und fühlen sich vor allem in London wohl. Zudem haben mehrere Kontakte nach Israel, da 2014 fast ein Viertel der 200 reichsten Russen jüdischer Abstammung waren (Quelle). Präsident Putin ist, was das angeht, tolerant und hat kein Problem damit (Quelle). In diesem Beitrag wird erwähnt, wenn eine Person jüdisch ist. Ich selbst glaube nicht, dass „die Juden“ die Welt beherrschen oder eine Alleinherrschaft anstreben, sondern dass sie eine von mehreren Machtcliquen sind, die auch eng mit anderen Cliquen zusammenarbeiten (z. B. mit dem britischen Adel und dem Rockefeller-Bekanntenkreis).

Dieser Beitrag konzentriert sich eher auf die Auslandskontakte als auf die wirtschaftlichen Aktivitäten der russischen Milliardäre. Im englischen und russischen Wikipedia findet man genügend Infos zu ihren Beteiligungen und Unternehmen. Hier hab ich die wichtigsten russischen Milliardäre (und ehemalige Milliardäre) im Bezug auf ihre Auslandskontakte aufgelistet. Zudem kennen sich viele der hier aufgelisteten gegenseitig.

Oleg Deripaska

Derzeitiges Vermögen: 2,9 Milliarden USD

Ehemaliges Vermögen: 28 Milliarden USD im Jahr 2008

Hauptgeschäftsfeld: Aluminium- und Wasserkraftindustrie

Oleg Deripaska gründete Rusal, einer der weltweit grössten Aluminiumproduzenten und eines der grössten russischen Unternehmen. Deripaska ist mit dem Briten Nathaniel Rothschild befreundet (Quelle). Die Rothschild Bank erbringt Dienstleistungen für Deripaska (Quelle). Deripaska kommt aus einer jüdischen Familie und hatte Kontakte nach Israel (Quelle).

Weitere Kontakte zur westlichen Elite:

  • Der US-amerikanische Lobbyist und Politikberater Paul Manafort gehört zu den Verbündeten in den USA (Quelle). Er war Wahlkampfmanager von Donald Trump.
  • Der britische Politiker Baron Greg Barker gehört zu den britischen Verbündeten (Quelle).
  • Die britischen Politiker George Osborne (jüdische Grossmutter und jüdische Schwäger) und Peter Mandelson (jüdisch) besuchten eine Privatparty auf Deripaskas Yacht, die von Nathaniel Rothschild mit organisiert wurde (Quelle). Peter Mandelson war von 2009 bis 2010 Präsident des Privy Councils, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist und wurde von ihr zum Baron geadelt. Peter Mandelson, Nathaniel Rothschild und Oleg Deripaska waren zusammen in einer sibirischen Sauna. Auf ihrer Reise wurden sie auch vom kanadisch-jüdischen Geschäftsmann Peter Munk begleitet. (Quelle) Dieser gründete den kanadischen Bergbaukonzern Barrick Gold, der zu den grössten Goldproduzenten der Welt gehört. Nathaniel Rothschild war im Vorstand von Barrick Gold (Quelle). Zu Peter Munks Freunden gehörten übrigens auch der britische Prinz Charles, der kanadische Premierminister Brian Mulroney, der arabische Waffenhändler Adnan Khashoggi sowie der französische Milliardär Bernard Arnault (Quelle).

Deripaska war mit der Tochter von Valentin Umashev verheiratet, dem ehemaligen Stabschef und derzeitigen Schwiegersohn des ehemaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin (Putins Vorgänger). (Quelle: runterscrollen zu „wusstest du schon“)

Deripaskas Verhältnis zu Putin wird in Medienberichten von schlecht, neutral bis gut eingeschätzt (es scheint also niemand genau zu wissen). Im Zeitraum 2006 soll er zu den drei Oligarchen gehört haben, an die sich Putin regelmässig wendete (Quelle). Über Google findet man mehrere Fotos auf denen sie gemeinsam abgebildet sind.

Roman Abramovich

Derzeitiges Vermögen: 12,9 Milliarden USD

Ehemaliges Vermögen: 23,5 Milliarden USD im Jahr 2008

Hauptgeschäftsfeld: Stahl-, Eisenerz-, Nickel- und Palladiumindustrie

Ehemaliges Geschäftsfeld: Öl- und Aluminiumindustrie

Roman Abramovich/Abramowitsch hat zusammen mit Oleg Deripaska den russischen Aluminiumkonzern Rusal aufgebaut. Genau wie Deripaska liess er sich von dem Briten Nathaniel Rothschild in Finanzangelegenheiten beraten (Quelle)

Er war von 2000 bis 2008 Gouverneur der russischen Region Tschukotka. Er hat ein gutes Verhältnis zu Putin (Quelle).

Er kommt aus einer litauisch-jüdischen Familie und wuchs in Russland auf (Quelle). Seit der Jahrtausendwende lebte er zeitweise in London. Er ist seit 2003 am britischen Fussballclub Chelsea beteiligt. Inzwischen lebt er auch noch zeitweise in Israel. Er besitzt neben der russischen auch die israelische und zyprische Staatsbürgerschaft.

Er ist derzeit Hauptaktionär von Evraz, der 2019 der drittgrösste Stahlproduzent Europas war und über viel eigenes Eisenerz verfügt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in London.

Im Jahr 2000 kaufte er das Aluminiumgeschäft der Trans-World Group, die von den indisch-britisch-jüdischen Reuben Brüdern gegründet wurde. Die Reuben Brüder sind Milliardäre und womöglich mit der Sassoon Familie verwandt (Bekannte der Rothschilds).

Lev Leviev

Derzeitiges Vermögen: Unbekannt

Ehemaliges Vermögen: 4,5 Milliarden USD im Jahr 2008

Hauptgeschäftsfeld: Diamantindustrie

Lev Leviev wurde in eine usbekisch-jüdische Familie geboren und wanderte in den 1970er Jahren nach Israel aus. Nach der Öffnung des russischen Marktes in den 1990er Jahren lebte er Teilweise in Russland und machte dort ein Vermögen in der Diamantindustrie. Geschätzt 52% der weltweiten Diamantenreserven liegen in Russland. Seit 2007 lebt er auch noch in London.

Leviev ist mit Putin befreundet und ist mit Jared Kushner verbunden, dem Schwiegersohn von Trump (Quelle). Leviev kennt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (Quelle).

Leviev traf Nathaniel Rothschild mindestens einmal persönlich (Quelle). Somit kennt Nathaniel Rothschild mindestens drei russische Milliardäre, die Putin nahe stehen.

Leviev ist auch in der Diamantindustrie Angolas aktiv und liess in der Vergangenheit angolanische Diamantminen von ehemaligen israelischen Geheimdienstagenten bewachen (Quelle). Er traf sich mit dem langjährigen angolanischen Präsidenten José Eduardo dos Santos (Quelle). Die dos Santos Familie sind Milliardäre und gehört somit zu den reichsten afrikanischen Familien. Man wirft ihnen vor, dass ihr Reichtum auf Korruption beruht.

Mikhail Khodorkovsky

Ehemaliges Vermögen: 5 Milliarden USD im Jahr 2004

Ehemaliges Geschäftsfeld: Ölindustrie

Mikhail Khodorkovsky kontrollierte den nicht mehr existenten Ölkonzern Yukos, der zu den grössten Ölproduzenten Russland gehörte. Nach der Jahrtausendwende galt Khodorkovsky als der reichste Russe. Er geriet mit der russischen Justiz in Konflikt und war seit 2003 im russischen Gefängnis. 2013 wurde er von Putin begnadigt, aber die beiden sind nach offiziellen Angaben verfeindet (Quelle). Nach seiner Freilassung lebte er in der Schweiz. Seit 2016 lebt er in London. Seit 2015 ermittelt die russische Justiz erneut gegen ihn, nun wegen Mordes am ehemaligen Bürgermeisters Vladimir Petukhov.

Nachdem Khodorkovsky 2003 ins Gefängnis kam, übernahm der britische Baron Jacob Rothschild höchstpersönlich seine Stimmrechte am Ölkonzern Yukos und fungierte als sein Treuhänder (Quelle). Jacob ist der Vater des oben erwähnten Nathaniel Rothschild. Khodorkovsky ist Jude (Quelle).

Alexei Mordashov

Derzeitiges Vermögen: 20,8 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Eisenerz- und Stahlindustrie

Alexei Mordashov besuchte 2011 das Bilderbergtreffen, ein Forum der westlichen Elite (Quelle). Soviel ich weiss, war er bisher der einzige russische Milliardär, der das Treffen besuchte.

Er studierte an der britischen Northumbria University (Quelle: runterscrollen zu Bildung). Mordashov war auch in der US-amerikanischen Stahlindustrie aktiv und erhielt 2011 ein Darlehen vom US-amerikanischen Energieministerium in Höhe von 730 Millionen USD (Quelle). Eines seiner Unternehmen unterhält ein Joint Venture mit Siemens, der zu den mächtigsten deutschen Grosskonzernen gehört. Er war und ist an mehreren Unternehmen aus der westlichen Welt beteiligt. Sein Verhältnis zu Putin wird als neutral bis gut eingeschätzt.

Alexander Lebedev

Ehemaliges Vermögen: 3,7 Milliarden USD im Jahr 2007

Hauptgeschäftsfeld: Britische Medien

Ehemaliges Geschäftsfeld: Russische Finanzindustrie

Der ehemalige KGB-Agent Alexander Lebedev kontrollierte früher eine der führenden Banken Russlands. 2012 zog er nach London, wo er seither lebt. Er hatte schon zuvor ein gutes Verhältnis zur britischen Elite aufgebaut. 2009 und 2010 erwarb er zwei der grössten britischen Zeitungen (Evening Standard und The Independent), die er und sein Sohn bis heute besitzen. Sein Verhältnis zu Putin gilt als angespannt. Dafür hat er ein gutes Verhältnis zu Michail Gorbatschow, welcher der letzte Präsident der Sowjetunion war. Lebedev war oder ist noch immer Boris Jelzin verbunden. Jelzin war von 1991 bis 1999 der erste Präsident Russlands. Im meinem Beitrag zur Lebedev Familie wird das ganze ausführlicher erläutert.

Mikhail Fridman

Derzeitiges Vermögen: 15 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Öl-, Gas und Finanzindustrie

Mikhail Fridman kommt aus einer ukrainisch-jüdischen Familie und besitzt die israelische Staatsbürgerschaft. Er lebt hauptsächlich in London. Er war einer von sieben Bankern, die bekanntermassen Jelzins (Putins Vorgänger) Wiederwahl 1996 sicherstellten. Sein Verhältnis zu Putin wird als neutral bis gut eingeschätzt. (Quelle)

Fridman arbeitete jahrelang mit dem Briten John Browne (mütterlicherseits jüdisch) zusammen. Browne führte den britischen Ölkonzern BP und wurde zum Baron geadelt. Fridman und Browne gründeten TNK-BP, der zum grössten Ölproduzenten Russlands wurde. TNK-BP wurde 2013 von Rosneft übernommen, der heute der grösste Ölkonzern Russlands ist. Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder ist heute Aufsichtsratsvorsitzender von Rosneft. Schröder war 10 Jahre lang Berater der Rothschild Bank (Quelle). Zudem hat Schröder schon seit 20 Jahren persönlichen Kontakt zu Putin (Quelle). Eines von Fridmans Unternehmen ist an Wintershall Dea beteiligt, dem grössten deutschen Öl- und Gaskonzern. Deutschland ist übrigens der weltweit grösste Käufer von russischem Erdgas und deutsche Unternehmen setzen zahlreiche Projekte gemeinsam mit der russischen Gazprom-Gruppe (grösster Gaskonzern der Welt) um (Quelle). 2008 hielt auch das deutsche Energieunternehmen E.ON knapp 6,5 Prozent der Gazprom-Aktien (Quelle).

Fridman führt das Investmentunternehmen LetterOne mit Sitz in der Steueroase Luxemburg. Die Rothschild Bank beriet das Unternehmen und soll, laut einer Quelle von Reuters, auch Lobbyarbeit für diese betrieben haben. (Quelle)

Über den derzeitigen Vorstand von LetterOne kennt Fridman den britischen Bankier Baron Mervyn Davies und den US-Diplomaten Richard Burt sowie den deutschen Manager Wulf von Schimmelmann aus der deutsch-dänischen Adelsfamilie Schimmelmann (Quelle). Das LetterOne-Team besteht zum Grossteil aus Nichtrussen und kommt aus Europa, USA und Brasilien (Quelle).

2018 besuchte Fridman zusammen mit seinem russischen Geschäftskollegen Petr/Pyotr Aven ein Treffen des US-Think Tanks Atlantic Council in Washington (Quelle).

Petr/Pyotr Aven

Derzeitiges Vermögen: 5 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Finanzindustrie

Pyotr Aven gehört wie Mikhail Fridman zur Führung von LetterOne. Daher kennt er die selben Manager wie Mikhail Fridman (siehe oben). Er gehört zum „President’s Council on International Activities“ der Yale Universität, eine der wichtigsten Eliteuniversitäten der USA. Petr ist Treuhänder des Centre for Economic Policy Research, ein britisches Forschungsinstitut, das sich auf Wirtschafts- und Politikberatung konzentriert (Quelle).

Er ist Jude und gründete mit Mikhail Fridman die „Genesis Philanthropy Group“, eine russisch-jüdische philanthropische Organisation (Quelle).

German Khan

Derzeitiges Vermögen: 9,7 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Öl- und Finanzindustrie

German Khan gehört wie Mikhail Fridman zur Führung von LetterOne. Daher kennt er die selben Manager wie Mikhail Fridman (siehe oben). Er lebt zeitweise in London. Er kommt aus einer jüdischen Familie (Quelle).

Alexey Kuzmichev

Derzeitiges Vermögen: 7,5 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Öl- und Finanzindustrie

Alexey Kuzmichev gehört wie Mikhail Fridman zur Führung von LetterOne. Daher kennt er die selben Manager wie Mikhail Fridman (siehe oben). Er lebt hauptsächlich in London (Quelle: siehe Residence).

Suleyman Kerimov

Derzeitiges Vermögen: 20,3 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Gold- und Finanzindustrie

Ab dem Jahr 2006 gehörte Suleyman Kerimov zu den reichsten Russen. Im selben Jahr begann er Kontakte zur US-Elite zu knüpfen. Dabei half ihm sein Mitarbeiter Allen Vine, der zuvor Leiter der russischen Niederlassung der US-Investmentbank Merrill Lynch war. Vine brachte Kerimov nach New York, wo er ihn gleich mit hohen Tieren bekannt machte, wie mit Bill Gates und John Mack. (Quelle) Letzterer war damals CEO der US-Investmentbank Morgan Stanley und arbeitete auch bei der schweizerischen Grossbank Credit Suisse sowie bei der US-Beteiligungsgesellschaft KKR. Auch John Mack hat womöglich von dem neuen russischen Kollegen profitiert. 2013 wechselte Mack zum grössten russischen Ölkonzern Rosneft.

2008 verkaufte Kerimov fast seine gesamten russischen Vermögenswerte. Er nutzte das erhaltene Geld, um Anteile an ausländischen Unternehmen wie BP, Boeing und der Deutschen Bank zu kaufen. Er wurde der grösste Anteilseigner der US-Bank Morgan Stanley, die zu den weltweit grössten Investmentbanken gehört (deren CEO hatte er wie gesagt bereits 2 Jahre zuvor kennengelernt). (Quelle) Er investierte auch stark in die führende US-Investmentbank Goldman Sachs (Quelle). Inzwischen konzentriert er sich wieder auf den russischen Markt. Zusammen mit seinem Sohn kontrolliert er den russischen Goldbergbaukonzern Polyus, der zurzeit zu den weltweit grössten Goldproduzenten gehört.

Kerimov stammt aus der russischen Republik Dagestan. Als Politiker vertritt er die russische Provinz Dagestan im Russischen Föderationsrat. Putin verlieh im ein Verdienstorden (Quelle).

Len (Leonard) Blavatnik

Derzeitiges Vermögen: 26,8 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Westliche Unterhaltungs- und Chemieindustrie

Ehemaliges Geschäftsfeld: Russische Öl- und Aluminiumindustrie

Len Blavatnik kommt aus einer ukrainisch-jüdischen Familie und wuchs in Russland auf (Quelle). Als junger Mann zog er mit seiner Familie in die USA, wo er weiter studierte und seither lebt. Er besitzt neben der US-amerikanischen auch die britische Staatsbürgerschaft und lebt inzwischen hauptsächlich in London (Quelle).

Len Blavatnik ist mit dem israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befreundet (Quelle). Er unterhält Kontakte in die US-Politik (Quelle). Er spendete an den „Council on Foreign Relations“, einer der mächtigsten Think Tanks der USA (Quelle). 2017 wurde er von Queen Elisabeth II. zum Ritter geschlagen (Quelle).

Len Blavatnik ist inzwischen an mehreren Unternehmen aus der westlichen Welt beteiligt. Früher war er stark in Russland aktiv. Er hielt Anteile an TNK-BP und Rusal, die von den Oligarchen Mikhail Fridman und Oleg Deripaska (siehe oben) aufgebaut wurden. Er war oder ist noch immer mit Viktor Vekselberg befreundet, der Putin nahe steht.

Viktor Vekselberg

Derzeitiges Vermögen: 11,9 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Schweizerische Technologieindustrie

Ehemalige Geschäftsfelder: Russische Öl- und Aluminiumindustrie

Viktor Vekselberg war geschäftlich mit Mikhail Fridman, Len Blavatnik und Oleg Deripaska verbunden (Quelle) und kommt wie sie aus einer jüdischen Familie (Quelle). Heute lebt er in der Schweiz und ist an mehreren schweizerischen Unternehmen beteiligt. Er gilt als ein Vertrauter von Putin (Quelle). Interessanterweise hatte er der Clinton Foundation zwischen 50.000 und 100.000 US-Dollar gespendet (Quelle). Die Clintons gelten eigentlich als radikale Putingegner.

Er wird den österreichischen Manager Peter Löscher kennen, da dieser zum Verwaltungsrat von Vekselbergs Holding gehört. Löscher war von 2007 bis 2013 Vorsitzender von Siemens, einer der mächtigsten deutschen Grosskonzerne. Peter Löscher besuchte das Bilderberg-Treffen (Quelle). Löscher arbeitete auch für die Pharmaunternehmen Merck & Co. (USA) und Höchst (Deutschland) sowie für den Mischkonzern General Electric (USA). Löscher besuchte den 70. Geburtstag von Hubert Burda, der zu den mächtigsten Medienunternehmern Deutschlands gehört.

Gennady Timchenko

Derzeitiges Vermögen: 20,1 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Gas- und Ölindustrie

Gennady Timchenko gründete 1997 zusammen mit dem Schweden Torbjörn Törnqvist den multinationalen Rohstoffhandelskonzern Gunvor, der inzwischen zu den grössten Rohstoffhändlern der Welt gehört. Timchenko war noch bis 2014 an Gunvor beteiligt. Gunvor wird noch immer vom Schweden Törnqvist geleitet und hat seinen Sitz in der Schweiz. Törnqvist kennt Jacob Wallenberg aus der schwedischen Bankiersfamilie Wallenberg, die zum inneren Kreis der westlichen Wirtschaftselite gehört. Die Wallenbergs kennen die schwedische Königsfamilie. Übrigens: Als sich Ende des 19. Jahrhunderts die internationale Erdölindustrie bildete, wurde das russische Öl noch bis zur Oktoberrevolution 1918 von einer schwedischen Familie kontrolliert, nämlich der Nobel Familie (Gründer und Stifter des Nobelpreises).

Timchenko lebt in der Schweiz und sein Hauptgeschäftsfeld ist nach wie vor die russische Gas- und Ölindustrie. Er war schon mit Putin befreundet bevor dieser Präsident wurde (Quelle). Timchenko war Mitgründer und Spender eines Judoklubs, dessen Ehrenpräsident Putin ist (Putin macht Judo). Mitglied des Clubs ist auch Arkadi Rotenberg, ein Jugendfreund Putins (Quelle). Die russisch-jüdische Rotenberg Familie gilt derzeit als die reichste Familie Russlands. Gennady Timchenko und die Rotenberg Familie sind in den Panama-Papers aufgeführt (Quelle).

Vagit Alekperov

Derzeitiges Vermögen: 18,7 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Öl- und Gasindustrie

Vagit Alekperov war stellvertretender Minister für die Ölindustrie in der Sowjetunion. Seine Mutter war russisch-orthodox und sein Vater aserbaidschanischer Muslim. Alekperov engagiert sich bei der Förderung der Beziehungen zwischen der aserbaidschanischen Elite (Muslime) und der russischen Elite (Christen und Juden). Dafür erhielt er mehrere Verdienstorden der aserbaidschanischen Regierung.

2008 erwarb Alekperov 156 belgische Tankstellen. 2011 traf er sich mit dem damaligen Kronprinzen Philippe, der seit 2013 König von Belgien ist. Der Kronprinzen beehrte Alekperov mit dem Kronenorden der belgischen Königsfamilie. (Quelle)

Alekperovs Ölkonzern war 2009 der grösste russische Investor in Italien und arbeitete mit dem italienischen Energiekonzern ERG zusammen. Dafür erhielt Alekperov den Verdienstorden der Italienischen Republik. (Quelle) Er traf Putin, der ihm ein Orden verlieh (Quelle).

Alisher Usmanov

Derzeitiges Vermögen: 16 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Eisenerz- und Stahlindustrie

Alisher Usmanov lebt teilweise in London und war Anteilseigner des englischen Fussballclubs Arsenal. Er war oder ist noch immer mit der russischen Mafia verbunden (Quelle). Er war oder ist noch immer mit ehemaligen Mitarbeitern des KGB verbunden (sowjetischer Geheimdienst) (Quelle). Es gibt Verschwörungstheorien, die besagen, dass die KGB-Elite während des Zusammenbruchs der Sowjetunion, die russische Mafia mit aufgebaut hat. Diese soll in den letzten 30 Jahren eine Schattenregierung gebildet haben und fleissig daran arbeiten Politiker, Juristen, Polizisten und Geschäftsleute erpressbar zu machen.

Usmanov hat ein gutes Verhältnis zu Putin und bekennt sich offen zu ihm (Quelle: runterscrollen zum Zitat). 2013 nahm er an einem Treffen teil, bei dem Putin und Scheich Mohammed bin Zayed al-Nahyan anwesend waren (Quelle). Der Scheich ist der derzeitige Kronprinz der Königsfamilie Abu Dhabis.

Usmanov kommt aus einer usbekisch-muslimischen Familie und heiratete eine Jüdin (Quelle). Er war geschäftlich mit Yuri Milner verbunden.

Yuri Milner

Derzeitiges Vermögen: 4,6 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Digitale Medien

Yuri Milner kommt aus einer russisch-jüdischen Familie, besitzt die israelische Staatsbürgerschaft und lebt teilweise in den USA, wo er auch studierte. Er gilt als Russlands einflussreichster Technologieinvestor und gehörte zu den frühen Investoren von Facebook und Twitter (Quelle). Er kennt Facebook-Gründer Mark Zuckerburg (Quelle) sowie Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner (Quelle), die beide ebenfalls aus jüdischen Familien kommen.

Aras Agalarov

Derzeitiges Vermögen: 1,7 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Immobilien

Aras Agalarov lebt in Russland und kommt aus einer aserbaidschanisch-muslimischen Familie. Sein Sohn Emin studierte in den USA und war mit der Tochter des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev verheiratet. Aras Agalarov traf 2013 Donald Trump. Laut Donald Trump Jr. habe Agalarov das Treffen 2016 im Trump Tower zwischen Vertretern der Trump-Kampagne und russischen Lobbyisten arrangiert. (Quelle runterscrollen zu „wusstest du schon“)

Nach Angaben des Geheimdienstausschusses des US-Senats habe Agalarov erhebliche Verbindungen zur russischen Mafia und sei eng mit Personen verbunden, die an Mord, Prostitution, Waffenhandel, Entführung, Erpressung, Drogenhandel und Geldwäsche beteiligt sind.(Quelle)

Vladimir Potanin

Derzeitiges Vermögen: 24 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Nickel-, Gold- und Palladiumindustrie

Vladimir Potanin gilt zurzeit als der reichste Russe. Er hat ein gutes Verhältnis zu Putin. Er war mit ihm Skigefahren, was auf eine persönliche Freundschaft hindeutet (Quelle).

Potanin diente unter Boris Jelzin (Vorgänger Putins) als stellvertretender Premierminister (Quelle: runterscrollen zu wusstest du schon).

Potanin erhielt 2017 die Ehrenlegion, die höchste französische Auszeichnung (Quelle).

Er ist derzeit Treuhänder der „Solomon R. Guggenheim Foundation“ (Quelle). Seine eigenen Stiftung ist ebenfalls mit der „Solomon R. Guggenheim Foundation“ verbunden (Quelle). Die New Yorker Stiftung wurde 1937 von der amerikanisch-jüdischen Guggenheim Familie gegründet, die wie Potanin ein Vermögen in der Bergbauindustrie machte.

Elena Baturina

Derzeitiges Vermögen: 1,3 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Immobilien

Elena Baturina gilt derzeit als die reichste russische Frau. Sie ist mit Yury Luzkhkov verheiratet, der jahrelang Bürgermeister von Moskau war. Seit 2010 ist das Verhältnis der Familie zur russischen Regierung angespannt. Baturina und ihre Töchter zogen daraufhin nach London, wo sie bis heute leben. Sie verkaufte ihre Immobilien in Russland. Ihre heutigen Immobilien liegen in der westlichen Welt.

2014 zahlte Baturina 3,5 Millionen USD an eine Investmentfirma von Hunter Biden (Sohn von Joe Biden). Hunter Biden hatte übrigens Kontakte zum ukrainischen Oligarchen und Politiker Mykola Zlochevsky. Hunter Biden und seine Mitarbeiter waren über Transaktionen mit ukrainischen, russischen, kasachischen und chinesischen Staatsangehörigen verbunden. In Aufzeichnungen des US-Finanzministerium gibt es Hinweise auf kriminelle Aktivitäten. Einige dieser Transaktionen waren mit einem osteuropäischen Prostitutionsring oder gar einem Menschenhändlerring verbunden. (Quelle)

Einer von Baturinas Geschäftspartnern war Shalva Chigirinsky.

Shalva Chigirinsky

Ehemaliges Vermögen: 2,3 Milliarden USD im Jahr 2008

Ehemaliges Geschäftsfeld: Ölindustrie und Immobilien

Er geriet 2008 mit der russischen Justiz in Konflikt, worauf er das Land verliess. Er lebte zuerst in London und später in Israel. Er ist Jude. (Quelle)

Viatcheslav Kantor

Derzeitiges Vermögen: 4,3 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Düngerherstellungsindustrie

Viatcheslav Kantor besitzt die russische, britische und israelische Staatsbürgerschaft. Er lebt Hauptsächlich in London. (Quelle: siehe Residence)

Kantor ist Vorsitzender des Europäischen Jüdischen Kongresses, welcher der europäische Zweig des Jüdischen Weltkongresses ist. Er gehört bereits seit 2007 zur Führung und kannte somit wahrscheinlich die Deutsche Charlotte Knobloch, die bis 2010 Vizepräsidentin war. Knobloch war Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und ist seit vielen Jahren mit Angela Merkel befreundet (Quelle).

Kantor traf sich mehrfach mit Putin (Fotos auf Google) und gilt als eng mit dem Kreml verbunden (Quelle). Putin verlieh ihm ein Orden (Quelle). Der Präsident des belgischen Senats, Armand de Decker, verlieh Kantor im Namen des belgischen Königs Albert II. einen Orden. (Quelle) 2012 verlieh im der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy die Ehrenlegion, die höchste französische Auszeichnung. (Quelle)

Dmitry Rybolovlev

Derzeitiges Vermögen: 6,6 Milliarden USD

Ehemaliges Vermögen: 12,8 Milliarden USD im Jahr 2008

Hauptgeschäftsfeld: Kalisalzindustrie

2010 wurde er Hauptaktionär der Bank of Cyprus, welche die grösste Bank der Mittelmeerinsel Zypern ist. Die Bank ist auch in Griechenland aktiv und hat eine wachsende Präsenz in Russland. (Quelle) Er besitzt die zyprische Staatsbürgerschaft.

Er kommt aus einer christlich-orthodoxen Familie. Er spendete für den Bau eines Klosters in Russland und für eine Kirche in Zypern. Die christlich-orthodoxe Kirche ist das führende Gotteshaus in Russland und Zypern. 2010 verlieh ihm Patriarch Kyrill I. (Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche) einen Orden der orthodoxen Kirche (Quelle).

2008 kaufte er Donald Trump eine Villa in Florida ab (Quelle: runterscrollen zu „wusstest du schon“).

Er besitzt zwei Drittel des Fussballclubs AS Monaco. Der andere Drittel gehört der Königsfamilie Monacos. Seine Tochter Ekaterina heiratete den uruguayischen Geschäftsmann und Politiker Juan Sartori.

God Nisanov

Derzeitiges Vermögen: 2,7 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Immobilien

God Nisanov kommt aus einer aserbaidschanisch-jüdischen Familie. Er war Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses (Quelle). Er erhielt eine Auszeichnung von Ronald Lauder, dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses (Quelle). Ronald kommt aus der amerikanisch-jüdischen Lauder Familie, die den Kosmetikkonzern Estée Lauder besitzt und zu den reichsten Familien der USA gehört.

Alexander Mamut

Derzeitiges Vermögen: 2,5 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Gold-, Silber- und Kupferindustrie sowie Digitale Medien

Alexander Mamut stand in den 1990er Jahren dem russischen Präsidenten Boris Jelzin nahe und war als „Bankier der Familie Jelzin“ bekannt. Er besitzt die britische Buchhandelskette Waterstones, die vom Briten Tim Waterstone gegründet wurde, mit dem er befreundet ist. Waterstone wurde von der Queen zum Ritter geschlagen. (Quelle: runterscrollen zu „wusstest du schon“). Mamut besass oder besitzt noch immer ein Haus in London (Quelle).

Pavel Durov

Derzeitiges Vermögen: 3,4 Milliarden

Hauptgeschäftsfeld: Digitale Medien

Pavel Durov gründete Vkontakte, Russlands grösstes soziales Netzwerk sowie den Messenger Telegram. Er lebt in Dubai. Offiziell ist sein Verhältnis zu Putin angespannt.

Sergei Pugachev

Ehemaliges Vermögen: 2 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Immobilien

Ehemaliges Geschäftsfeld: Schiffbau und Finanzwesen

Er war bereits zu Beginn der 1990er Jahren mit der politischen Elite Russlands verbunden und gehörte zum Kreis um Boris Jelzin, der von 1991 bis 1999 russischer Präsident war. Er war von 1991 bis 1994 in den USA und dann in Frankreich ansässig. Er unterstützte auch Putins Machtübernahme 1999. Im Jahr 2011 hatte er sich mit Putin zerstritten und musste seine Geschäfte in Russland aufgeben. Seither lebt er in London und Frankreich.

2015 behauptete er in einem Interview, dass er Putin persönlich an die Macht gebracht hatte. Er sei der erste gewesen, der sich dafür ausgesprochen habe, Putin als möglichen Nachfolger Jelzins zu installieren und soll Jelzin zu seinem frühen Ausscheiden aus der Präsidentschaft inspiriert haben. (Quelle)

Boris Mints

Ehemaliges Vermögen: 1,3 Milliarden im Jahr 2017

Hauptgeschäftsfeld: Finanzindustrie

Er ist derzeit Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC). Er ist Vorsitzender des Gönnerrates der Europäischen Rabbinerkonferenz. Er ist Honorarprofessor der Tel Aviv University, eine der grössten Universitäten Israels. (Quelle)

Gutseriyev Familie

Derzeitiges Vermögen: 3,2 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Öl- und Kohleindustrie sowie Einzelhandel

Said Gutseriev studierte in London. Dort arbeitete er auch als Analyst für den Rohstoffkonzern Glencore, der zurzeit nach Umsatz der zweitgrösste Rohstoffhändler der Welt ist. (Quelle) Glencore wird von der westlichen Elite geführt. Der derzeitige CEO von Glencore, Ivan Glasenberg (jüdisch), ist mit Nathaniel Rothschild befreundet (Quelle). Zur Führung von Glencore gehört auch der US-Amerikaner John Mack, der den russischen Milliardär Suleyman Kerimov kennt (siehe oben).

Andrei Guriev

Derzeitiges Vermögen: 4,9 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Düngerherstellungsindustrie

Andrei Guriev machte seinen Bachelor an der University of Greenwich in London (Quelle). Guriev besitzt das Witanhurst-Anwesen, das nach dem Buckingham Palace das zweitgrösste in London ist. Sein ehemaliger Chef war Mikhail Khodorkovsky (siehe oben) (Quelle). Dessen Treuhänder war der britische Baron Jacob Rothschild (Quelle).

Andrey Guryevs und seine Familie besitzen derzeit 43,7% des Düngerkonzerns PhosAgro. Weitere 21% gehören Vladimir Litvinenko. Dieser war Putins politischer Kampagnenmanager.

Mikhail Prokhorov

Derzeitiges Vermögen: 11,3 Milliarden USD

Ehemaliges Vermögen: 19,5 Milliarden USD im Jahr 2008

Hauptgeschäftsfeld: Nickel-, Palladium- und Goldindustrie

Mikhail Prokhorov besass früher das US-amerikanische Basketballteam Brooklyn Nets. Sein Verhältnis zu Putin ist schwer durchschaubar, aber sie haben sich schon getroffen (Quelle). Prokhorov war ein langjähriger Geschäftspartner von Vladimir Potanin (siehe oben), der ein sehr gutes Verhältnis zu Putin hat. Prokhorov kommt aus einer jüdischen Familie (Quelle). Prokhorov erhielt 2011 die Ehrenlegion, die höchste französische Auszeichnung (Quelle).

Vladimir Lisin

Derzeitiges Vermögen: 24,2 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Eisenerz- und Stahlindustrie

Vladimir Lisin leitete Fabriken der Trans-World Group, die von den indisch-britisch-jüdischen Reuben Brüdern gegründet wurde. Die Reuben Brüder sind Milliardäre und womöglich mit der Sassoon Familie verwandt (Bekannte der Rothschilds). Er kennt Putin von Treffen, aber genaueres zu ihrer Beziehung ist nicht bekannt.

Leonid Mikhelson

Derzeitiges Vermögen: 23 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Gas- und Chemieindustrie

Leonid Mikhelson ist geschäftlich mit Gennady Timchenko (siehe oben) verbunden, der ein langjähriger Freund von Putin ist, aber gleichzeitig Kontakte zur westlichen Elite hat. Mikhelson Tochter studierte Kunstgeschichte in New York und London (Quelle). Mikhelson kommt aus einer jüdischen Familie (Quelle).

Igor Altushkin

Derzeitiges Vermögen: 4,1 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Kupferindustrie

2017 verlieh ihm Putin einen Orden (Quelle). Altushkin besitzt eines von Madonnas ehemaligen Häusern in London. (Quelle: runterscrollen zu „wusstest du schon“)

Aleksandr Frolov

Derzeitiges Vermögen: 2,9 Milliarden USD

Hauptgeschäftsfeld: Eisenerz- und Stahlindustrie

Aleksandr Frolov ist derzeit CEO von Evraz, der 2019 der drittgrösste Stahlproduzent Europas war und über viel eigenes Eisenerz verfügt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in London. Sein Sohn Alexander studierte und arbeitete in London (Quelle).

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Lebedev Familie

Der Geschäftsmann Alexander Lebedev (*1959) stieg nach der Jahrtausendwende zu den reichsten Russen auf. 2007 wurde sein Vermögen auf 3,7 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle). 2012 wurde das Vermögen noch auf 1,1 Milliarden geschätzt (Quelle). Seither war er nicht mehr auf der Forbes-Liste der Milliardäre.

2012 verliess er Russland und zog nach Grossbritannien, wo er seither lebt. Seinen Aussagen nach würde er vom russischen Geheimdienst bedroht und erpresst werden. Er gilt als ein Gegner Putins. Heute ist er zusammen mit seinem Sohn Evgeny (*1980) als britischer Medienunternehmer tätig. Sie besitzen zum Grossteil die Zeitungen Evening Standard und The Independent, die beide zu den wichtigsten britischen Zeitungen gehören. Alexander hatten die beiden Zeitungen bereits 2009 und 2010 erworben, als er noch in Russland lebte und den Ruf eines Oligarchen hatte. Das deutet daraufhin, dass er schon damals ein gutes Verhältnis zur britischen Elite hatte, da diese sonst wohl kaum zugelassen hätte, dass er wichtige britische Zeitungen übernahm. Bevor er sie kaufte hatte er sich mit dem britischen Medienbesitzer Baron Rothermere abgesprochen (Quelle). Der Baron kommt aus der Harmsworth Familie, die schon seit über 100 Jahren die mächtigsten Zeitungsbesitzer Grossbritanniens sind.

Nach seinem Studium begann Alexander in den 1980er Jahren für den KGB zu arbeiten, den sowjetischen In- und Auslandgeheimdienst. Er war in London als Agent tätig. Er blieb bis 1992 für den KGB und einem seiner Nachfolger tätig (Quelle).

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde er wirtschaftlich aktiv. Während der Sowjetzeit wurde die russische Wirtschaft komplett vom Staat kontrolliert. Nach dem Zusammenbruch konnten private Unternehmen die Wirtschaft übernehmen. 1995 kaufte Alexander die National Reserve Bank/National Reserve Corporation, die ab da schnell zu einer der grössten Banken Russlands wurde. Sie war eine von nur zwei Grossbanken, welche die Finanzkrise von 1998 in Russland überlebten (Quelle).

2009 war Alexander mit 29% an Aeroflot beteiligt, die bis heute die grösste russische Fluggesellschaft ist (Quelle). Alexander trat dem Vorstand von Aeroflot bei. Er war auch Hauptaktionär der nicht mehr existenten deutschen Fluggesellschaft Blue Wings.

Alexander gehörte zu den grössten Einzelaktionären von Gazprom, welcher der grösste Erdgaskonzern der Welt und das grösste Unternehmen Russlands ist. Alexander war auch einer der grössten Einzelaktionären der Sberbank, welche die grösste russische Bank ist. (Quelle)

Alexander ist mit Michail Gorbatschow/Gorbachev verbunden, der das letzte Staatsoberhaupt der Sowjetunion war. Die beiden versuchten 2007/2008 auch eine eigene russische Partei zu gründen (Quelle). Der Plan wurde letztendlich nicht umgesetzt. Lebedev und Gorbatschow finanzierten die Novaya Gazeta, Russlands führende Oppositionszeitung. Michail Gorbatschow „beendete“ den Kalten Krieg und erhielt dafür den Friedensnobelpreis. In seiner Amtszeit brach die Sowjetunion zusammen.

Alexander war oder ist noch immer eng mit Boris Jelzin/Yeltsin verbunden (Quelle). Jelzin war von 1991 bis 1999 der erste Präsident der heutigen Föderation Russland.

2011 schlug Alexander dem Geschäftsmann Sergei Polonsky in einer russischen Talkshow ins Gesicht (hier die Aufnahme).

Alexanders Sohn Evgeny Lebedev (*1980) ist mit dem derzeitigen britischen Premierminister Boris Johnson befreundet (Quelle). Boris Johnson ist übrigens auch mit Alexander Temerko befreundet, ein wohlhabender britischer Geschäftsmann der in der sowjetischen Ukraine geboren war (Quelle). Temerko gilt als Putingegner und gehört zum Kreis um Boris Jelzin, der vor Putin Präsident war. In Jelzins Amtszeit arbeitete Temerko im russischen Verteidigungsministerium und gehörte zur Führung des nicht mehr existenten russischen Ölkonzerns Yukos, der zu den grössten der Welt gehörte. Dadurch kannte er höchstwahrscheinlich den Yukos-Chef Mikhail Khodorkovsky, der heute ebenfalls in London lebt und ein Bekannter von Baron Jacob Rothschild ist (Quelle).

Übrigens leben noch weitere russische Milliardäre in London. Manche davon haben ein gutes Verhältnis zu Präsident Putin. Mehr dazu im meinem Beitrag zu den russischen Milliardären und ihren Auslandskontakten.

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Louis-Dreyfus Familie

Mit einem Vermögen von 5,6 Milliarden US-Dollar gehört die Familie zu den reichsten französischen Familien (Quelle). 2014 besass Margarita Louis-Dreyfus noch 8,1 Milliarden und Monique Louis-Dreyfus 1,5 Milliarden (Quelle).

Der französisch-jüdische Geschäftsmann Léopold Louis-Dreyfus (1833-1915) gründete 1851 ein Unternehmen, das mit Getreide handelte. Daraus entwickelte sich der heutige Agrarkonzern „Louis Dreyfus Company“ (LDC). Dieser gehört zu den fünf führenden Agrarkonzernen der Welt, die inzwischen den grössten Teil der weltweiten Agrarindustrie kontrollieren (Quelle). LDC gehört zu den weltweit grössten Händlern von Baumwolle, Zucker und Reis. Das Unternehmen gehörte bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu den führenden Agrarkonzernen.

LDC wird noch immer von der Louis-Dreyfus Familie kontrolliert, die noch bis vor kurzem 90% der Anteile besass. Vor kurzem verkauften sie 45% ihrer Aktien an die Holding ADQ aus Abu Dhabi. Der derzeitige Vorsitzende von ADQ kommt aus der Königsfamilie Abu Dhabis.

Die LDC hat ihren Sitz in den Niederlanden. Die Niederlande besetzten 2020 Platz 8 auf dem Schattenfinanzindex und entwickelte sich in den letzten 10 Jahren immer mehr zu einer Steueroase (Quelle).

LDC ist auch in der Frachtschifffahrt aktiv.

Über die Tochtergesellschaft LDC Metals mit Sitz in der Schweiz stiegen sie 2006 in den Metallhandel ein. 2016 gehörte LDC Metals zu den fünf grössten Metallhändlern der Welt (Quelle). 2018 wurde die Tochterfirma verkauft und in IXM umbenannt. IXM handelt mit Kupfer, Zink, Aluminium, Blei und Nickel.

Über die 1997 gegründete Tochterfirma „Castleton Commodities International“ war die Familie auch in der Öl- und Gasindustrie aktiv. Nach der Jahrtausendwende gehörte sie zu den 10 grössten Erdgasvermarkter in den USA (Quelle). 2012 wurde die Tochterfirma an eine Gruppe Investoren verkauft, angeführt von den beiden US-amerikanischen Hedgefonds-Managern Glenn Dubin und Paul Tudor Jones. Der Milliardär Glenn Dubin soll aktives Mitglied des mit Jeffrey Epstein verbundenen Kinderprostitutionsrings gewesen sein (Quelle). Seine Frau Eva hatte vor ihrer Ehe eine romantische Beziehung mit Jeffrey Epstein. Eva war oder ist noch immer mit Ghislaine Maxwell befreundet, die als Epsteins beste Freundin galt und für ihn Mädchen beschaffte. Maxwell ist übrigens die Tochter des verstorbenen britischen Politikers und Medienunternehmers Robert Maxwell (war höchstwahrscheinlich Agent des Mossad). Nachdem Epstein 2010 aus dem Gefängnis entlassen wurde hatte Eva Dubin weiterhin Kontakt zu ihm. In einer E-Mail an Epsteins Bewährungshelfer schrieb Eva: „Ich fühle mich mit Jeffrey Epstein um meine Kinder zu 100% wohl“. (Quelle)

Bemerkenswerte Familienmitglieder

Robert Louis-Dreyfus (1946-2009) war jahrelang Chef von Adidas. Er war Hauptaktionär des französischen Fussballclubs Olympique Marseille. Adidas ist fest mit dem Fussball verbunden. Nach einer Recherche des Spiegels war Robert die zentrale Figur beim mutmasslichen Kauf der WM 2006 (Quelle). Auch wenn es bis heute nicht eindeutig bewiesen ist, kann man davon ausgehen, dass Bestechungsgelder Einfluss darauf hatten, als sich die FIFA dafür entschied die WM 2006 in Deutschland abzuhalten.

Robert wurde vom britischen Bankier Siegmund Warburg ausgebildet (Quelle), der aus der deutsch-jüdischen Bankiersfamilie Warburg kam. Robert kannte Arnaud Lagardere (Quelle). Die Lagardère Familie führt einen der grössten Medienkonzerne Frankreichs.

Robert arbeitete für Saatchi & Saatchi, eine international tätige Werbeagentur aus den USA, zu deren Kundschaft viele Grosskonzerne gehören. Sie wurde von den irakisch-jüdischen Saatchi Brüder gegründet, die mit der britischen Elite verbunden sind.

Robert lebte in der Schweiz. Er war in den Panama Papers aufgeführt (Quelle).

Robert heiratete Margarita (*1962). Sie ist die derzeitige Vorsitzende der Louis Dreyfus Company. Sie lebt in der Schweiz und ist seit 2013 in einer Beziehung mit dem Schweizer Philipp Hildebrand. Dieser ist stellvertretender Vorsitzender von Black Rock, der zurzeit zu den mächtigsten Finanzkonzernen der Welt gehört. Hildebrand war Vorsitzender der Schweizer Zentralbank SNB und Direktor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die BIZ hat ihren Sitz in der Schweiz und gilt als Zentralbank aller Zentralbanken. Hildebrand war auch Schweizer Gouverneur des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Mitglied des Financial Stability Board, beides einflussreiche Finanzorganisationen. Er ist Mitglied der Group of Thirty, der wohl mächtigsten Finanzlobbyorganisation der Welt (wurde von den Rockefellers gestiftet). (Quelle)

Als Chef der Schweizer Zentralbank war er die Hauptfigur in der Affäre Hildebrand. In den drei Jahren bevor er der Schweizer Zentralbank beitrat, gehörte er zur Führung der schweizerischen Privatbank Union Bancaire Privée (Quelle). Diese gehört zu den führenden Privatbanken der Welt und konzentriert sich auf wohlhabende Kunden. Die Schweiz gilt als die gefragteste Steueroase der Welt. Die Union Bancaire Privée wurde 1969 von der Picciotto Familie gegründet, welche die Bank bis heute führt. Die Picciotto Familie lebt in der Schweiz, kommt ursprünglich aus dem Libanon und Syrien und hat sephardisch-jüdische Wurzeln. Die Picciotto Familie ist schon seit 400 Jahren (10 Familiengenerationen) im Finanzwesen tätig (Quelle). Sie sind Milliardäre (Quelle).

Philipp Hildebrand begann seine Karriere beim Weltwirtschaftsforum (WEF) und arbeitete für Klaus Schwab (Gründer und Vorsitzender des WEF). Schwab beauftragte Hildebrandt den berühmtem Finanzinvestor George Soros für das Forum zu gewinnen, was er auch schaffte. Er lernte zudem Rob Johnson kennen, der Manager bei Soros Hedgefonds Quantum war. Philipp Hildebrand und Rob Johnson arbeiteten später gemeinsam beim Hedgefonds „Moore Capital Management“. Dessen Gründer und Chef, der US-Milliardär Louis Bacon, schätzte Hildebrandt sehr. Philipp Hildebrand war CIO der schweizerischen Bank Vontobel, die sich auf Vermögungsverwaltung konzentriert. (Quelle)

Louis Louis-Dreyfus (1867-1940) war in der französischen Politik und besass die nicht mehr existente Zeitung L’Intransigeant. Seine Frau kam mütterlicherseits aus der deutsch-jüdischen Worms Familie (Quelle). Diese wurde in den österreichischen und britischen Adel aufgenommen. Der erste Baron aus der Worms Familie war Solomon Benedict Worms (1801-1882), der mütterlicherseits aus der Rothschild Familie kam (Quelle).

Philippe Louis-Dreyfus (*1945) heiratete die Tochter des französischen Politikers Jean Boinvilliers, der zum „Office de Radiodiffusion Télévision Française“ gehörte, der ehemaligen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Frankreichs.

Danièle Louis-Dreyfus heiratete Jean Sudreau, der Sohn des französischen Politikers Pierre Sudreau.

Die Familie Louis-Dreyfus waren entfernte Verwandte des Franzosen Alfred Dreyfus (Dreyfus-Affäre). (Quelle)

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Koç Familie

Die Koç Familie gilt mit einem Vermögen von mehr als 8 Milliarden US-Dollar als die reichste Familie der Türkei (Quelle). Sie kontrollieren die von ihnen gegründete Koç Holding. Diese ist nach Umsatz das mit Abstand grösste Unternehmen der Türkei. Die Hälfte des Umsatzes erzielt Koç im Energiesektor (Quelle). Die Familie hat viele Kontakte zur westlichen Elite.

Koç Holding

Die Familie besitzt 72,1% der Koç Holding (Quelle), die von der Familie gegründet wurde. Über die Holding halten sie Anteile an wichtigen Unternehmen der Türkei:

  • Tofaş (37,58%) : Der Automobilhersteller gehört zu den grössten türkischen Unternehmen. Der italienische Automobilkonzern Fiat (Agnelli Familie) besitzt ebenfalls 37% der Anteile. Tofaş wurde 1968 von Koç und Fiat gegründet. Die Koç Familie führt gemeinsam mit Italienern den Vorstand.
  • Yapı Kredi (49,97%) : Eine der grössten Banken der Türkei. Auch die italienische Grossbank Unicredit ist mit 20% beteiligt. Ali Koç ist derzeit Vorsitzender.
  • Ford Otosan (41%) : Der Automobilhersteller gehört zu den grössten türkischen Unternehmen. Der US-amerikanischen Automobilkonzern Ford besitzt ebenfalls 41% der Anteile. Koç und Ford gründeten 1959 das Unternehmen gemeinsam. Die Koç Familie führt den Vorstand, in dem auch US-Amerikaner vertreten sind.
  • Tüpraş (51%) : Der Ölkonzern gehört zu den grössten Unternehmen der Türkei. Die Koç Familie führt den Vorstand.
  • Arçelik (57,2%) : Der Hersteller von Haushaltsgeräten ist inzwischen weltweit aktiv. Arçelik ist in den letzten paar Jahren zu einem der umsatzstärksten Unternehmen der Türkei herangewachsen. Es ist nach Angaben der Koç-Website der grösste Hersteller von Klimaanlagen im Nahen Osten und in Europa. Arçelik wurde 1961 von der Koç Familie gegründet. Sie führt bis heute den Vorstand.
  • Otokar (45%) : Produziert Busse sowie Fahrzeuge fürs Militär, darunter auch Kampfpanzer. Die Koç Familie führt den Vorstand.
  • Aygaz (40,68%) : Der führende Flüssiggaskonzern der Türkei. Aygaz wurde 1961 von der Koç Familie gegründet. Sie führt bis heute den Vorstand.

Sie sind noch an vielen weiteren kleineren Unternehmen beteiligt. Deren Geschäftsfelder umfassen Benzin- und Flugzeugtreibstoff, Wasserkraftwerke, Traktorenproduktion, Handel und Vermietung von Autos sowie Informations- und Kommunikationstechnik (IKT).

Verbindungen zur westlichen Elite

Die Familie ist seit Beginn ihres wirtschaftlichen Aufstieges mit der westlichen Elite verbunden. Vehbi Koç (1901-1996) war der Begründer der Unternehmerfamilie. Er wurde zu einem der reichsten Männer der Türkei. In seiner Anfangszeit als Unternehmer arbeitete er als lokaler Vertreter für den US-amerikanischen Automobilkonzern Ford. Er war auch als Vertreter des US-Ölkonzerns Standard Oil (Rockefeller Familie) für den türkischen Raum tätig. (Quelle)

Ömer Koç (*1962) besuchte das Bilderbergtreffen 2017, 2018 und 2019 (Quelle). Er studierte in den USA. Heute lebt er grösstenteils in London (Quelle).

Levent Çakıroğlu, der CEO der Koç Holding, besuchte das Bilderbergreffen 2017 (Quelle). Am Treffen 2019 waren auch zwei türkische Professoren der Koç University (Quelle). Die private türkische Universität wurde 1993 von der Stiftung der Koç Familie gegründet.

Mustafa Koç (1960-2016) gehörte zum Lenkungsausschuss der Bilderbergtreffen (Quelle). Er arbeitete für die US-Grossbank JPMorgan und für den britischen Automobilhersteller Rolls-Royce. Er studierte in den USA. Er war auf der Internatsschule Lyceum Alpinum Zuoz in der Schweiz, wo Schüler aus 30 verschiedenen Ländern zusammenkommen. Auf dem Internat waren auch Mitglieder der deutschen Familien Piëch, Krupp und Faber-Castell sowie Hans-Adam II. aus der Königsfamilie Lichtensteins. Über Mustafa Koçs Mitschüler fand ich keine Infos, aber der deutsch-schweizerische Manager Ulrich Körner war zur selben Zeit dort. Mustafa Koç nahm eine Führungsrolle im TÜSİAD ein, einer der wichtigsten Grossunternehmerverbände der Türkei. (Quelle)

Rahmi Koç (*1930) war Mitglied des TÜSİAD und Präsident des Türkisch-Griechischen Wirtschaftsrats sowie Gründungspräsident des Global Relations Forums, ein Verband der türkischen Elite für internationale Beziehungen. Er arbeitete für die US-Grossbank JPMorgan und für die Allianz, einer der grössten Versicherungskonzerne der Welt. Für seine Beiträge zur Förderung der britisch-türkischen Beziehungen erhielt er einen Orden vom britischen Hochadel. Er erhielt zudem eine Auszeichnung, die von der französischen Grossbank BNP Paribas gestiftet wird. Er studierte an der Johns Hopkins University in den USA. (Quelle)

Rahmi Koç kennt Muhtar Kent, der Vorsitzender und CEO von Coca Cola war (Quelle). Muhtar besuchte 2009 das Bilderbergtreffen (Quelle). Er lebt in den USA und kommt aus einer türkischen Familie. Sein Vater, Necdet Kent, war als türkischer Diplomat in den USA und weiteren Ländern tätig.

Zum Vorstand der Koç Holding gehörte auch der amerikanisch-jüdische Bankier Sanford Weill. Dieser war Vorsitzender und CEO der US-Bank Citigroup, die zu den weltweit grössten Banken gehört. Er war Direktor der New Yorker Abteilung der US-Zentralbank FED. Er war im Vorstand der US-Unternehmen AT&T (weltweit grösster Telekommunikationskonzern), United Technologies (Industrie- und Rüstungskonzern) und Du Pont (einer der weltweit grössten Chemiekonzerne). (Quelle)

Ali Koç (*1967) studierte in London und den USA. Er arbeitete für die US-amerikanischen Grossbanken Morgan Stanley und American Express. (Quelle)

Semahat Koç (*1928) heiratete Nusret Arsel. Dieser arbeitete bei Unternehmen der Koç-Gruppe und für den deutschen Elektrokonzern Siemens.

Die Koç Familie erhielt die „Carnegie Medal of Philanthropy“, eine Auszeichnung für wohltätige Spender. Sie wird vom Carnegie-Netzwerk gestiftet. David Rockefeller höchstpersönlich übergab Rahmi Koç die Auszeichnung (Quelle). Weitere Empfänger der Medaille waren die Familien Rockefeller, Mellon, Tata, Gates, Lauder, Wolfson, Cadbury sowie George Soros, Michael Bloomberg, Brooke Astor, Aga Khan, Bilderberger-Chefin Marie-Josée Kravis und Moza bint Nasser aus der katarischen Königsfamilie (Quelle).

Die Koç Familie gehört zur American Turkish Society, eine Gesellschaft die amerikanisch-türkische Beziehungen fördert. Sie verlieh der Koç Stiftung eine Auszeichnung für ihr Engagement in türkisch-amerikanischen Beziehungen. Der Preis wurde von Peggy Rockefeller an Semahat Koç Arsel überreicht. (Quelle)

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Thyssen Familie

Die Thyssen Familie gehörte zu den reichsten und mächtigsten deutschen Industriellen des 20. Jahrhunderts. Über Heiraten gehören heute Teile der Familie zum Adel und sind unter anderem mit dem österreichisch-ungarischen Adel verbunden. Durch die Heiraten waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Hauptaktionäre des Thyssenkonzerns zugleich ungarische Adlige.

Friedrich Thyssen (1804-1877) ist der Stammvater der Unternehmerdynastie. Er gründete mit Bekannten eine Drahtfabrik. Später gehörte er zu den Mitgründern des Bergbau- und Metallunternehmens Stolberger Zink AG. Zu dessen Gründern gehörte auch die Bank der Oppenheim Familie sowie die Familien Suermondt und Cockerill. Die beiden letzteren waren erfolgreiche Unternehmerfamilien, die auch familiär miteinander verbunden waren. Beide heirateten in die Unternehmerfamilie Haniel, die schon seit über 100 Jahren zu den reichsten Deutschen gehört.

Friedrich Thyssens Söhne wurden zu einflussreiche Industriellen. Sie machten ein Vermögen in der deutschen Stahl- und Kohleindustrie. Die Familie gehörte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den reichsten Familien Deutschlands (Quelle). Früher war Stahl wertvoller als heute und die führenden Stahlunternehmer gehörten zu den reichsten der Welt. Stahl ist aber nach wie vor systemrelevant, allein schon wegen der Rüstungsindustrie.

Thyssen und die NS-Diktatur

Fritz Thyssen

Fritz Thyssen (1873-1951) war ein Förderer der NSDAP:

  • Er war bereits 1923 mit Hitler und der NSDAP verbunden und förderte diese finanziell, also bereits 10 Jahre vor der Machtübernahme Hitlers.
  • 1931 nahm er am am Treffen der Harzburger Front teil, ein profaschistisches Bündnis.

(Quelle)

  • Zu den Teilnehmern der Harzburger Front gehörte auch Carl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha. Er war ein Enkel der britischen Queen Victoria. Sein Vater, Prinz Leopold, war Freimaurer und Provinzial-Grossmeister von Oxfordshire sowie Senior Grand Warden der englischen Grossloge (Quelle). Wenige Wochen nach dem Treffen gründete Carl Eduard die „Gesellschaft zum Studium des Faschismus“. Diese Organisation hatte sich das Ziel gesetzt, die Erfahrungen des italienischen Faschismus auf Deutschland zu übertragen und eine Einheit der politischen Rechten zu organisieren. Fritz Thyssen wurde Mitglied der Gesellschaft sowie auch der Industrielle Günther Quandt und der Bankier Hjalmar Schacht (Freimaurer und Freund des britischen Zentralbankenchefs Montagu Norman).

(Quelle)

  • Fritz Thyssen ermöglicht es Hitler, 1932 im Industrieklub Düsseldorf eine Rede zu halten vor den führenden Repräsentanten der Wirtschaft, um für sein politisches Programm zu werben.
  • Er war einer der Unterzeichner der Industrielleneingabe, ein an den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg gerichteter Brief, der von 20 führenden Vertretern der deutschen Industrie und Finanzwirtschaft unterzeichnet war. Darin forderten sie den Reichspräsidenten auf, Adolf Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. Zu den Unterzeichnern gehörten auch Hjalmar Schacht, Kurt von Schröder und Erwin Merck.
  • Er war Mitglied des Generalrats der Wirtschaft, ein kurzlebiges Gremium das nur einmal tagte (am 20. September 1933). Es bestand aus hochrangigen deutschen Bankiers und Industriellen, welche die NSDAP Führung und Hitler bei ihren Zukunftsplänen beriet. Zu den Teilnehmern gehörten auch Schröder, SiemensBosch, Krupp und Finck.

(Quelle)

Bereits nach der Machtübernahme verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Fritz Thyssen und Hitler. 1939 wandte sich Fritz Thyssen endgültig von Hitler ab. 1940 wurde er verhaftet und war bis Kriegsende interniert. Anschliessend wurde er noch bis 1948 von den Alliierten gefangen gehalten und wurde dann bei der Entnazifizierung als Minderbelasteter eingestuft.

Vereinigte Stahlwerke

Die Thyssen Familie gehörte 1926 zu den Gründern der Vereinigte Stahlwerke AG und besass 26% des Konzerns. Ab den 1930er Jahren gehörten die Vereinigte Stahlwerke zu den grössten deutschen Unternehmen und wuchsen zum weltweit zweitgrössten Stahlkonzern heran. Sie gehörten zugleich zu den grössten Kohleproduzenten Deutschlands. Als Stahl- und Kohlekonzern profitierten die Vereinigten Stahlwerke von der Aufrüstungspolitik der Nazis (die Nazis stellten Treibstoff aus Kohle her, da sie kaum Öl hatten).

Fritz Thyssen war von 1926 bis 1939 Aufsichtsratsvorsitzender des Konzerns. Sein Bruder Heinrich war ebenfalls im Aufsichtsrat. Der Vorstand wurde in der NS-Zeit von Albert Vögler und Ernst Poensgen geführt. Ernst kam aus der Poensgen Familie, die bereits seit dem 15. Jahrhundert als Eisenhersteller tätig war. Albert Vögler war ein Naziunterstützer:

  • 1919 wurde er Mitglied der „Wirtschaftsvereinigung zur Förderung der geistigen Wiederaufbaukräfte“. Die nationalkonservative Wirtschaftsvereinigung bestand aus Stahl- und Bergbauunternehmern. Sie finanzierten massgeblich den Medienkonzern von Alfred Hugenberg, der ebenfalls Mitglied war. Sein Medienkonzern kontrollierte die Hälfte der deutschen Presse. Mit seiner nationalistischen und antisemitischen Propaganda gilt Hugenberg als einer der wichtigsten Förderer der Nazis zur Zeit der Weimarer Republik.
  • Albert Vögler war im Vorstand des 1922 gegründeten Vereins Gäa. Dieser bestand zum Grossteil aus deutschen Adligen. Auch Alfred Hugenberg war Mitglied. Der Verein finanzierte rechte Propaganda. Er wurde nach Hitlers Machtübernahme aufgelöst.
  • Ab 1931 spendete Albert Vögler persönlich an die NSDAP.
  • Er gehörte zum Keppler-Kreis, eine Gruppe von deutschen Industriellen und Bänkern mit dem Ziel, Einfluss auf die Wirtschaftspolitik des dritten Reiches zu nehmen. Auch der Bankier Kurt von Schröder war Mitglied, der ebenfalls ein wichtiger Förderer Hitlers war.
  • Er nahm am Geheimtreffen vom 20. Februar 1933 teil. Bei dem Treffen spendeten deutsche Industrielle 3 Millionen Reichsmark an die NSDAP, welche die finanziellen Probleme der Partei löste. Zu den Teilnehmern gehörten die wichtigsten (nicht jüdischen) Akteure der damaligen deutschen Wirtschaftselite, darunter auch Krupp, Quandt, von Finck, Flick, von Opel, von Schnitzler sowie Hjalmar Schacht (bekennender Freimaurer der unter Hitler die deutsche Zentralbank leitete und mit Montagu Norman befreundet war, dem damaligen Gouverneur der britischen Zentralbank). Auch Ludwig von Winterfeld gehörte zu den Teilnehmern (er war im Vorstand von Siemens und hatte in die Siemens Familie geheiratet).
  • Von 1941 bis 1945 war er Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. In dieser Zeit betrieb die Gesellschaft Rüstungsforschung und war in die Menschenversuche in den Konzentrationslagern involviert (Quelle).

Albert Vögler beging 1945 zu Kriegsende Suizid.

Die Vereinigte Stahlwerke AG wurde wie gesagt von Fritz Thyssen, Albert Vögler und Ernst Poensgen geführt. Die drei gehörten zur Ruhrlade, einer Vereinigung der zwölf einflussreichsten Ruhrindustriellen. Sie existierte von 1928 bis 1939.

Die Vereinigte Stahlwerke AG sowie Thyssens eigenes Unternehmen beschäftigten Zwangsarbeiter. Die Anzahl ist scheinbar unbekannt (ich hab zumindest keine zahlen gefunden). Bei den anderen Grosskonzernen ist die ungefähre Anzahl Zwangsarbeiter bekannt. Die Vereinigte Stahlwerke AG war damals eines der grössten deutschen Unternehmen, daher erscheint es seltsam das es keine genaue Zahlen gibt. Auf den Werksgeländen von Thyssen in Duisburg gab es 22 „Ausländerlager“ (Quelle).

RWE

August Thyssen (1842-1926) arbeitete viel mit Hugo Stinnes zusammen, der als einer der mächtigsten Industriellen der Weimarer Republik gilt. Gemeinsam gründeten sie 1898 ein Elektrizitätswerk, aus dem sich der heutige Energieversorgungskonzern RWE entwickelte. Hugo Stinnes war ein enger Vertrauter des oben erwähnten Albert Vöglers, der auch zum Aufsichtsrat des RWE-Konzerns gehörte.

RWE beschäftigte Zwangsarbeiter und profitierte von der Aufrüstungspolitik der Nazis.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört RWE zu den grössten deutschen Unternehmen.

Bremer Vulkan

Von 1919 bis in die 1970er Jahren war die Thyssen Familie Aktionär des deutschen Schiffbaukonzerns „Bremer Vulkan“. Das Unternehmen bestand bis 1997 und stellte auch Schiffe fürs Militär her. In den 1930er Jahren besass Heinrich Thyssen-Bornemisza 80 Prozent der Vulkan-Aktien. Bremer Vulkan stellte Kriegsschiffe und U-Boote für die Nazis her. 1943 erklären die Nazis das Unternehmen zum „nationalsozialistischen Musterbetrieb“, das zu der Zeit auch Zwangsarbeiter beschäftigte. (Quelle)

Verbindungen in die USA

Fritz Thyssen gehörte 1926 zu Hauptgründern eines Wirtschaftskartells der Stahlindustrie, das als Internationales Stahlkartell bekannt wurde und bis zum Kriegsausbruch 1939 bestand. Zum Kartell gehörten auch die führenden Stahlkonzerne der USA.

Die Thyssen Familie hatte in den 1930er Jahren engen geschäftlichen Kontakt zur Union Banking Corporation (UBC), eine US-amerikanische Bank. Zur dessen Führung gehörte in dieser Zeit Prescott Bush. Sein Sohn und Enkel waren die beiden US-Präsidenten aus der Bush Familie. Prescott Busch kannte die US-amerikanische Harriman Familie und gehörte zur Führung ihrer Privatbank „Brown Brothers Harriman & Co.“ (BBH), die mit der UBC verbunden war. Ausschnitte aus einem 2004 erschienen Artikel im Guardian:

Der Guardian hat Beweise dafür gesehen, dass Bush der Direktor der in New York ansässigen Union Banking Corporation (UBC) war, die Thyssens US-Interessen vertrat, und er arbeitete nach dem Kriegseintritt Amerikas weiter für die Bank. Bush war auch im Vorstand von mindestens einem der Unternehmen, die Teil eines multinationalen Netzwerks von Frontunternehmen waren, damit Thyssen Vermögenswerte auf der ganzen Welt bewegen konnte. Thyssen besaß das größte Stahl- und Kohleunternehmen in Deutschland und wurde reich an Hitlers Bemühungen, sich zwischen den beiden Weltkriegen wieder zu bewaffnen. Eine der Säulen im internationalen Unternehmensnetz von Thyssen, UBC, arbeitete ausschließlich für eine von Thyssen kontrollierte Bank in den Niederlanden und war im Besitz dieser. Verlockender sind Bushs Verbindungen zur Consolidated Silesian Steel Company (CSSC) mit Sitz im mineralreichen Schlesien an der deutsch-polnischen Grenze. Während des Krieges nutzte das Unternehmen die Sklavenarbeit der Nazis aus den Konzentrationslagern, einschließlich Auschwitz. Das Eigentum an CSSC wechselte in den 1930er Jahren mehrmals den Besitzer, aber Dokumente aus dem im letzten Jahr freigegebenen US-Nationalarchiv verbinden Bush mit CSSC, obwohl nicht klar ist, ob er und UBC noch in das Unternehmen involviert waren, als Thyssens amerikanische Vermögenswerte 1942 beschlagnahmt wurden.

Margit von Batthyány

Gräfin Margit von Batthyány (1911-1989) kam väterlicherseits aus der Thyssen Familie. Wie ihr Vater heiratete sie in eine ungarische Adelsfamilie. In ihrem Schloss in Österreich beherbergte Gräfin Margit im Zweiten Weltkrieg Mitglieder der Waffen-SS zur Erholung. Sie hatte Affären mit ranghohen Nazis. Vom 24. auf den 25. März 1945 veranstaltete sie eine Party. Mehrere Partygäste beteiligten sich noch in der selben Nacht persönlich am Massaker von Rechnitz. Sie ermordeten etwa 200 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in der Nähe des Schlosses (Quelle).

Thyssen in den letzten 70 Jahren

Auch in der Nachkriegszeit gehörte die Familie zu den führenden Stahlunternehmern Deutschlands. Seit 1997 war ihr Stahlkonzern (Thyssen AG) unabhängig von der Familie. 1999 fusionierte die Thyssen AG mit der Friedrich Krupp AG. Diese wurde von der Krupp Familie kontrolliert, die im 20. Jahrhundert neben der Thyssen Familie die mächtigsten deutschen Stahlunternehmer waren. Durch die Fusion entstand Thyssenkrupp, der heute der grösste Stahlhersteller Deutschlands ist. Er ist nach Produktion der fünfgrösste europäische Stahlkonzern. Derzeit besitzt die Stiftung der Krupp Familie 21% der Anteile und ist somit Hauptaktionär des Konzerns.

Heinrich Thyssen (1875-1947) heiratete in die ungarische Adelsfamilie Bornemisza de Kászon. Er liess sich von seinem Schwiegervater adoptieren, nahm dessen Familiennamen an und war ab da Baron. So entstand der Familienzweig Thyssen-Bornemisza.

Die letzten beiden Familienmitglieder, die an der Thyssen AG beteiligt waren (Frederico und Claudio), kamen väterlicherseits ebenfalls aus dem ungarischen Adel. Somit wurde die Thyssen AG in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von ungarischen Adligen kontrolliert.

1987 wurde Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemiszas (1921-2002) Vermögen auf 1 bis 2 Milliarden US-Dollar geschätzt und er gehörte damit zu den reichsten Deutschen. Damals besass offiziell noch niemand mehr als 20 Milliarden US-Dollar (Quelle). Er lebte seit 1950 in der Schweiz.

Von 1987 bis 2002 war die Familie Thyssen-Bornemisza als Milliardäre auf der Reichenliste des Forbes Magazin.

1959 gründete die Familie die „Fritz Thyssen Stiftung“. Diese gehört heute zu den reichsten deutschen Stiftungen und besitzt ein Vermögen von 537 Millionen Euro (Quelle).

Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza (1921-2002) war Mitglied der Stiftung „The 1001: A Nature Trust“, welche den WWF kontrolliert. Zum 1001 Club gehörten oder gehören noch immer Mitglieder der Familien Rockefeller, Rothschild, Loudon, Oppenheimer, Agnelli, Astor, Ford, Siemens, Hoffmann, Bin Ladin und weitere superreiche sowie einige Königsfamilien. (Quelle)

Die August-Thyssen-Bank, die bis 1961 existierte, war 1956 Mitgründer der DWS Group, die heute zu den grössten Vermögensverwaltern Deutschlands gehört. Zu den Mitgründern gehörten auch die Deutsche Bank, Oppenheim, Metzler, Donner, Delbrück und Schröder.

Baron Georg Thyssen-Bornemisza (*1950) ist Vorsitzender der schweizerischen Holding „Thyssen-Bornemisza Group“ (TBG), die Wetter- und Datenanalyseunternehmen besitzt.

Baron Lorne Thyssen-Bornemisza (*1963) führt ein eigenes kleines Ölunternehmen (Thyssen Petroleum) mit Sitz in Texas (Quelle). Er lebt in Grossbritannien.

Heiraten und Verbindungen zum Adel

Die Familie heiratete in mehrere Adelsfamilien. Sie sind vor allem mit dem österreichisch-ungarischen Adel verbunden.

Heinrich Thyssen (1875-1947) heiratete, wie bereits erwähnt, in die ungarische Adelsfamilie Bornemisza de Kászon.

Francesca Thyssen-Bornemisza (*1958) war mit Karl Habsburg-Lothringen verheiratet, dem derzeitigen Oberhaupt der österreichischen Königsfamilie.

Bodo Thyssens (1918-2004) Stieftochter Gabriele (*1963) heiratete erst Prinz Karl Emich von Leiningen-Romanov. Väterlicherseits stammt er aus der Uradelsfamilie Leiningen und mütterlicherseits aus der Uradelsfamilie Oldenburg. Leiningen und Oldenburg gehören zum Hochadel. Er ist ein Nachkomme der russischen Zarenfamilie. Karl Emich und der russische Politiker Anton Bakow haben sich das Ziel gesetzt in Russland die Monarchie wiedereinzuführen mit Karl Emich als König (Quelle). Gabriele heiratete in zweiter Ehe Karim Aga Khan IV., der derzeit das geistliche Oberhaupt der Nizariten ist (die weltweit zweitgrösste schiitische Glaubensgemeinschaft). Gabriele besuchte zusammen mit ihrer Mutter Renate Thyssen-Henne den 70. Geburtstag des deutschen Medienunternehmers Hubert Burda. Auf der Geburtstagsparty waren auch Kanzlerin Angela Merkel sowie die Milliardäre Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëch und Friede Springer. (Quelle: Auf den Fotos)

Gabriella Thyssen-Bornemisza (*1915) heiratete in die niederländische Uradelsfamilie Bentinck. Ihre Tochter Henrietta (1949-2010) heiratete erst den britischen Markgrafen Spencer Compton. Dieser war Freimaurer und Pro-Grossmeister der Freimaurergrossloge von England, die als die älteste Grossloge der Welt gilt. Ein Pro-Grossmeister wird ernannt wenn der Grossmeister aus der Königsfamilie kommt. Der Pro-Grossmeister übernimmt die Rolle des Grossmeisters, wenn dieser aufgrund seiner königlichen Pflichten nicht zur Verfügung steht. Spencer Compton war somit der Stellvertreter von Prinz Edward von Kent, der noch heute der Grossmeister der englischen Freimaurer ist (Quelle). Henrietta heiratete auch in die niederländische Boissevain Familie, die von Hugenotten abstammt und mehrere Bankiers hervorbrachte. Henriettas Bruder Carel (*1957) heiratete in die Picciotto Familie. Diese lebt in der Schweiz, kommt ursprünglich aus dem Libanon und Syrien und hat sephardisch-jüdische Wurzeln. Die Picciotto Familie ist schon seit 400 Jahren (10 Familiengenerationen) im Finanzwesen tätig (Quelle). Sie sind Milliardäre und führen die schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (Quelle).

Hedwig Thyssen (1878-1960) heiratete in die niedersächsische Adelsfamilie Berg. Ihre Tochter Mignon (1917-1958) heiratete in die österreichische Uradelsfamilie Wurmbrand-Stuppach. Die Tochter Maximiliane (1908-2004) war viermal verheiratet. Sie heiratete in die österreichische Adelsfamilie Sessler. Sie heiratete zudem Ernst Cassinone. Dessen Mutter Marie heiratete in zweiter Ehe in die Siemens Familie, die zu den wichtigsten deutschen Industriellenfamilien gehört. Maximiliane heiratete in vierter Ehe Adalbert Orgovanyi-Hanstein. Ihre Enkelin Diana heiratete den Sohn des tschechischen Politikers Karel (Karl VII.) Schwarzenberg. Karel war Aussenminister der Tschechischen Republik. Von 2009 bis 2015 war er Vorsitzender der 2009 gegründeten Partei TOP 09, die 2010 die drittstärkste Partei Tschechiens war. Karel kommt aus dem böhmisches Uradelsgeschlecht Schwarzenberg (Quelle). Das ist daher interessant, da das Königreich Böhmen das heutige Tschechien ausmacht. Der böhmische Adel ist traditionell mit dem österreichischen Hochadel verbunden, der früher über Böhmen herrschte.

Margit Thyssen-Bornemisza (1911-1989) heiratete einen Grafen aus der ungarischen Uradelsfamilie Batthyány. Ihr Grossneffe ist der Schweizer Journalist und Autor Sacha Batthyany. Er war Redaktor bei der NZZ, eine der wichtigsten Zeitungen der Schweiz. Er arbeitete auch für den Tages-Anzeiger und für die Süddeutsche Zeitung.

Anita Thyssen (1909-1990) heiratete einen Grafen aus der ungarischen Adelsfamilie Zichy. Anita war Hauptaktionärin der Thyssen AG. Ihre Söhne (somit ebenfalls Adlige) waren die letzten Familienmitglieder, die an der Thyssen AG beteiligt waren.

Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza (1921-2002) heiratete in erster Ehe in die Uradelsfamilie Lippe. In zweiter Ehe heiratete er das britische Model Nina Dyer. Nina heiratete in zweiter Ehe in die persische Milliardärsfamilie Aga Khan. Diese sind die geistlichen Oberhäupter der Nizariten (die weltweit zweitgrösste schiitische Glaubensgemeinschaft) und sind traditionell mit der britischen Elite verbunden. Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza heiratete in dritter Ehe das Model Fiona Frances Elaine Campbell-Walter. Ihr Grossvater mütterlicherseits war ein Baron aus dem schottischen Campbell Clan. Hans heiratete in vierter Ehe die Tochter eines brasilianischen Bankiers. In fünfter Ehe heiratete er Carmen Cervera, die heute noch zu den reichsten Frauen Spaniens gehört (Quelle).

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Haus Hannover (Welfen)

Die Hochadelsdynastie der Welfen lässt sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Aus den Welfen bildete sich im 13. Jahrhundert das Haus Braunschweig. Dieses gehörte zu den führenden deutschen Adelsfamilien. Sie stellten Fürsten, Kurfürsten und Herzöge. Aus dem Haus Braunschweig bildete sich im 17. Jahrhundert das Haus Hannover.

Das Haus Hannover besetzte von 1714 bis 1901 den britischen Thron und war in dieser Zeit die mächtigste Herrscherfamilie der Welt. Heute ist der grösste Teil der Familie in Deutschland sesshaft. Die Familien Hannover und Braunschweig brachten auch mehrere hochrangige Freimaurer hervor, was weiter unten erläutert wird.

Die Welfen

Die Kinder des Grafen Welf I. heirateten im 9. Jahrhundert in wichtige Hochadelsfamilien der damaligen Zeit:

  • Die Tochter Judith heiratete 819 Ludwig den Frommen, der König des Fränkischen Reiches war (aus dem später Frankreich wurde). Ludwig war der Sohn des Königs Karl der Grosse (circa 747-814), der einer einer der wichtigsten Herrscher der damaligen Zeit war. Sie waren Karolinger, die von den Pippiniden aus dem 7. Jahrhundert abstammen. Die Karolinger herrschten von 751 bis 987 über das Fränkische Reich.
  • Die Tochter Hemma heiratete 827 Ludwig den Deutschen. Er war der Sohn des Königs Ludwig der Fromme, also ebenfalls ein Karolinger. Er herrschte über Baiern (heutiges Bayern) und Ostfrankenreich (heutiges Deutschland).
  • Der Sohn Konrad I. heiratete Adelheid von Tours. Sie kam aus dem Haus der Etichonen, eine Adelsdynastie die vom 7. bis 13. Jahrhundert bestand. Papst Leo IX. (1002-1054) stammte ebenfalls von den Etichonen ab. Auch das Haus Habsburg stammt womöglich von den Etichonen ab (Quelle). Nach dem Tod Konrads heiratete seine Frau den Grafen Robert der Tapfere. Dieser kam aus dem Haus der Robertiner, aus dem wiederum die Kapetinger hervorgingen. Alle französischen Könige der letzen 1000 Jahre, mit Ausnahme der beiden Napoleons, waren Kapetinger oder stammen von diesen ab. Somit stellten die Kapetinger 39 französische Könige (Quelle). Die heutigen Nachkommen der Kapetinger sind die Bourbonen, die heute noch zu den wichtigsten Hochadelsfamilien gehören.

Im 10. und 11. Jahrhundert stellten die Welfen Könige von Italien und Burgund (Südfrankreich). Sie heirateten weiterhin in Hochadelsfamilien, darunter auch Kapetinger.

Ab dem 13. Jahrhundert benutzten die Welfen den Namen Braunschweig.

Haus Hannover

1692 wurde das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg gegründet. Der erste Kurfürst war Ernst August von Braunschweig-Calenberg. Dieser gründete die Hochadelslinie Hannover. Seine Frau Sophie kam väterlicherseits aus dem Haus Wittelsbach, das bis heute zu den bedeutendsten Hochadelsgeschlechter gehört. Mütterlicherseits kam sie aus dem Haus Stuart, das von 1603 bis 1714 den britischen Thron besetzte.

Der älteste Sohn von Ernst August bestieg 1714 als Georg I. den britischen Thron. Ab da war das Haus Hannover bis 1901 ununterbrochen die Königsfamilie Grossbritanniens. In dieser Zeit war das britische Königreich die führende Weltmacht.

Nach dem Wiener Kongress wurde das Kurfürstentum 1814 zum Königreich Hannover, das bis 1866 auch vom britischen Königshaus regiert wurde. Der britische Zweig hatte weiterhin Kontakt zu seinen deutschen Verwandten, darunter auch zum Haus Braunschweig, das wie gesagt ebenfalls zur Welfendynastie gehört. Zudem heirateten sie in mehrere deutsche Hochadelsfamilien, darunter mehrfach in das Haus Braunschweig.

Die Welfen und die Freimaurerei

Prinz Frederick/Friedrich Ludwig von Hannover (1707-1751) war das erste Mitglied des britischen Königshauses, das in die Freimaurerei aufgenommen wurde (Quelle). Sein Sohn Henry/Heinrich von Hannover (1745-1790) wurde der erste Grossmeister der englischen Freimaurer, der aus dem britischen Königshaus kam. Er hatte das Amt von 1782 bis 1790 inne. Danach war George Hannover (1762-1830) von 1792 bis 1812 Grossmeister (Quelle). Von 1820 bis 1830 regierte er als König Georg IV. über Grossbritannien. Er war ein Freund von Louis-Philippe II. von Orléans. Dieser war von 1771 bis 1792 Grossmeister der französischen Freimaurer (Quelle).

Von 1813 bis 1843 war dann Augustus Frederick von Hannover (1773-1843) Grossmeister der englischen Freimaurer (Quelle). Er heiratete in erster Ehe die Tochter eines Grafen aus dem schottischen Murray Clan. Die adligen Zweige des Clans waren vom 17. bis 19. Jahrhundert eine der führenden britischen Freimaurerfamilien.

Augustus Frederick war der Sohn von König Georg III.. Sein Bruder Edward Augustus war der Vater von Queen Victoria. Diese heiratete Albert aus dem deutschen Hochadelsgeschlecht Sachsen-Coburg und Gotha. Nach Victoria wurde ihr Sohn Eduard VII. König, der von 1874 bis 1901 Grossmeister der englischen Freimaurer war (Quelle). Seither besetzt das Haus Sachsen-Coburg und Gotha den britischen Thron bis heute. Somit sind auch die heutigen Royals mit dem Haus Hannover verwandt.

Es waren noch mehr als 15 weitere Mitglieder des britischen Königshauses Freimaurer (Quelle). Etwa die Hälfte davon kam aus dem Haus Hannover, die andere aus dem Haus Sachsen-Coburg-Gotha. Heute sind nach offiziellen Angaben nur noch zwei Royals Freimaurer. Einer davon ist Herzog von Kent, der derzeit auch Grossmeister der englischen Freimaurer ist. Der andere ist sein Bruder Michael of Kent (Quelle). Prinz Philip, der Ehemann der Queen aus dem Haus Glücksburg, ist ebenfalls Freimaurer (Quelle: 1 und 2).

Der britische Prinz Ernst August I. war ab 1837 König der deutschen Provinz Hannover. 1828 hatte er die Freimaurergrossloge von Hannover gegründet und war ihr erster Grossmeister geworden. Sein Sohn Georg V. war der letzte König von Hannover und ebenfalls Grossmeister der Hannover Freimaurer. (Quelle) 1866 ging die Hannover Grossloge in der „Grossen Loge Royal York zur Freundschaft“ auf. Diese wurde 1760 im Umfeld von Hochadligen gegründet.

Auch nachdem das Haus Hannover in Grossbritannien sesshaft geworden war, hatte es Kontakt zu seinen Verwandten aus dem Haus Braunschweig, das wie gesagt ebenfalls zu der Dynastie der Welfen gehört. Die britischen Könige Georg I. und Georg IV. heirateten in das Haus Braunschweig.

Friedrich August von Braunschweig-Lüneburg-Oels (1740-1805) war von 1772 bis 1799 National-Grossmeister der Grossloge „Zu den drei Weltkugeln“, die bis heute zu den wichtigsten deutschen Grosslogen gehört. Er hatte Kontakte zu den Rosenkreuzern. (Quelle) In seiner Familie gab es weitere Freimaurer:

  • Seine Brüder Wilhelm Adolf und Maximilian waren Freimaurer. Sein Vater Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel war, soviel bekannt ist, kein Freimaurer, aber er hatte ein gutes Verhältnis zu diesen. Er war Protektor der Freimaurer der deutschen Stadt Braunschweig. Somit standen die Braunschweiger Freimaurer unter seinem Schutz. (Quelle)
  • Seine Schwester Elisabeth Christine heiratete den späteren König Preussens Friedrich Wilhelm II. aus dem Haus Hohenzollern. Dieser war Freimaurer und Rosenkreuzer (Quelle).
  • Seine Schwester Anna Amalie heiratete Ernst August II. von Sachsen-Weimar-Eisenach, der aus der Uradelsdynastie der Wettiner kam. Sie hatten zwei Söhne. Der Sohn Carl August (1757-1828) war Freimaurer (Quelle). Er war zudem Mitglied des Illuminatenordens (Quelle). Der andere Sohn Friedrich Ferdinand Constantin (1758-1793) war ebenfalls Illuminat (Quelle).
  • Seine Schwester Sophie heiratete den Markgrafen Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth, der Freimaurer war (Quelle). Väterlicherseits kam er aus der Uradelsdynastie Hohenzollern und mütterlicherseits aus der Uradelsdynastie Oldenburg.
  • Sein Onkel Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel (1721-1792) war Grossmeister der dänischen Freimaurer. Er war zudem Illuminat und Mitglied der Asiatischen Brüder (Quelle). Die „Asiatischen Brüder“, die aber keine Asiaten waren, sondern aus dem deutschsprachigen Raum kamen, waren eine Splittergruppe der Rosenkreuzer, die sich scheinbar mit der Rosenkreuzer-Führung verkracht haben und 1782 einen eigenen Orden bildeten. Juden war der Beitritt gestattet, was zu dieser Zeit bei den deutschen Freimaurern und Rosenkreuzern kaum vorkam. Der Orden war im Gegensatz zu den Freimaurern nicht christlich orientiert, sondern wandte sich der „Echten Religion“ zu, die sie Mago Cabala nannten. Auf den beiden höchsten Ordensstufen hatte man sich mit Geisterbeschwörung befasst. Gotteslästerern war der Eintritt aber angeblich untersagt. Genauso nahm man keine Personen mit Anti-Adliger Einstellung auf. „Wer die heiligen Rechte der Könige und Fürsten, die das Bild des Ewigen auf Erden sind, nur im geringsten verletzt“ galt als nicht aufnahmefähig (Quelle). Den „Asiatischen Brüder“ waren also die „heiligen Rechte“ des Hochadels sehr wichtig.
  • Sein Onkel Albrecht von Braunschweig-Wolfenbüttel (1725-1745) war Freimaurer (Quelle).

Welf VI. (1115-1191) unternahm eine Pilgerfahrt in das von den Kreuzfahrern besetzte Jerusalem. Dort kam er mit dem Templerorden in Kontakt (Quelle). Der Orden wurde von Kreuzfahrern in Jerusalem gegründet. Er bestand von 1118 bis 1312. Er gilt als möglicher Vorläufer der Freimaurerei. Zu dieser Zeit wurde in Jerusalem mehrere Orden gegründet, die bis heute bestehen, darunter auch der Deutsche Orden. Der Welfe Luther von Braunschweig (1275-1335) war Hochmeister des Deutschen Ordens. Der Orden ist traditionell mit der österreichischen Königsfamilie verbunden.

Die heutigen Welfen

Das Haus Braunschweig ist inzwischen ausgestorben, aber Nachfahren findet man in mehreren Königsfamilien. Das Haus Hannover benutzt bis heute zusätzlich den Familiennamen Braunschweig. Die Familie heiratete auch in den letzten 100 Jahren immer noch in Königsgeschlechter:

Friederike von Hannover (1917-1981) heiratete den griechischen König Paul I. aus dem Haus Glücksburg. Ihre Tochter Sophia heiratete den spanischen König Juan Carlos I. aus dem Haus Bourbon. Sophia und Juan besuchten das Bilderbergtreffen. Sophia war von 1975 bis 2014 Königin von Spanien. Friederikes Sohn Konstantin war König von Griechenland. Georg Wilhelm von Hannover (1915-2006) heiratete ebenfalls ins griechische Königshaus.

Ernst August von Hannover (*1954) heiratete die Tochter von Rainier III. (Haus Grimaldi), der von 1949 bis 2005 regierender Fürst von Monaco war.

Ernst August von Hannover (1914-1987) heiratete in den deutschen Zweig des Hauses Glücksburg.

Sie heirateten in den letzten 100 Jahren auch in die Uradelsfamilien Leiningen, Hochberg, Thurn und Valsassina, Isenburg und Westernhagen.

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Bischoffsheim & Bamberger Familie

Die deutsch-jüdische Bischoffsheim Familie gehörte im 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Bankiers in Frankreich, wo sie schliesslich auch sesshaft wurde.

Der Deutsche Raphaël Nathan Bischoffsheim (1773-1814) war Hofbankier und Heereslieferant der mainzischen Kurfürsten. Seine Tochter Amelie Bischoffsheim (1802-1877) heiratete den deutsch-jüdischen Bankier August Bamberger. Zwei ihrer Söhne wurden ebenfalls einflussreiche Bankiers. Die beiden Familien arbeiteten eng zusammen und gründeten mehrere Banken mit. Darunter auch die Société Générale und die BNP Paribas in Frankreich sowie die Deutsche Bank in Deutschland. Die drei gehören heute zu den grössten Banken der Welt.

Bankengründungen

Der Sohn Louis-Raphaël Bischoffsheim (1800-1873) machte eine Lehre bei der deutsch-jüdischen Bankiersfamilie Goldschmidt, in die er dann auch heiratete. Er war in Westeuropa unterwegs und gründete je eine Bank in den Niederlanden, Belgien und England für die Familiengeschäfte. Sein Bruder Jonathan und dessen Tochter Regine heirateten ebenfalls in die Goldschmidt Familie.

Société Générale

Louis-Raphaël Bischoffsheim gehörte 1864 zu den Mitgründern der Société Générale (Quelle), die bis heute zu den drei grössten französischen Banken gehört und inzwischen eine der grössten der Welt ist. Auch die bekannte Rothschild Familie war einer der Mitgründer (Quelle: 1 und 2).

BNP Paribas

Im Jahr 1850 gründeten die Familien Bischoffsheim und Goldschmidt in Paris die Bank „Bischoffsheim, Goldschmidt et Cie“. Diese gründete 1863 auf Initiative von Louis-Raphaël Bischoffsheim die „Nederlandsche Credit en Deposito Bank“ (NCDB), eine niederländische Bank. Zu deren Führung gehörte auch Henri Bamberger (1826-1908), der ein Neffe von Louis-Raphaël Bischoffsheim war. Dadurch kannten die beiden höchstwahrscheinlich auch den niederländischen Bankier, Politiker und Freimaurer Abraham Carel Wertheim, der ebenfalls zur Führung der Bank gehörte. (Quelle)

Hernri Bamberger gehörte auch zur Führung der „Banque de Paris“, die von den Bankiersfamilien Stern, Fould und Goüin kontrolliert wurde.

1872 fusionierte die NCDB mit der „Banque de Paris“. Durch die Fusion entstand die Paribas Bank, die sich zu einer der führenden Banken Frankreichs entwickelte. Louis-Raphaël Bischoffsheim spielte eine Schlüsselrolle bei der Gründung der Paribas Bank (Quelle). Der Neffe Henri Bamberger gehörte zu den ersten Direktoren der Bank. Unter den ersten Direktoren waren auch die Bankiersfamilien Stern, Fould und Goüin vertreten (Quelle).

Im Jahr 2000 fusionierte die Paribas mit der französischen Bank BNP zur heutigen BNP Paribas, die heute eine der weltweit grössten Banken ist.

Raphaël Bischoffsheim (1823-1906) war 1870 der Hauptgründer der „Banque franco-égyptienne“, die französisch-ägyptische Geldgeschäfte förderte. Das Projekt wurde von Ismail Pascha unterstützt, dem damaligen Vizekönig der osmanischen Provinz Ägypten. Die Gründung wurde von der Günzburg Familie mitfinanziert. Die jüdische Bankiersfamilie spielte eine wichtige Rolle beim Aufbau der russischen Finanzindustrie. Die „Banque franco-égyptienne“ fusionierte 1901 mit der „Banque française d’Afrique du Sud“, eine französische Bank die sich auf die Goldförderung in Südafrika konzentrierte und von der Günzburg Familie gegründet wurde. Durch die Fusion entstand die „Banque française pour le commerce et l’industrie“. Diese fusionierte 1922 mit der BNC, die 1932 zur BNCI umgewandelt wurde. Die BNCI fusionierte 1966 mit der CNEP zur „Banque Nationale de Paris“ (BNP), die zu den grössten französischen Banken gehörte. 1980 belegte sie Platz 4 der grössten Banken weltweit (Quelle). Im Jahr 2000 fusionierte die BNP mit der Paribas Bank zur heutigen BNP Paribas.

Somit wurden vier der Vorläufer der heutigen Grossbank BNP Paribas von verwandten und verschwägerten Bankiers gegründet. Ich könnte mir vorstellen, dass die BNP Paribas immer noch von einem familiären Kreis kontrolliert wird, bestehend aus den Familien Bischoffsheim, Stern, Goldschmidt, Fould, Günzburg, Rothschild, Lazard und Weill. Diese Familien gehören seit 150 bis 200 Jahren zur gesellschaftlichen Elite der Stadt Paris und sind über Heiraten miteinander verbunden.

Raphaël Bischoffsheim gründete 1889 die Investmentbank „Banque internationale de Paris“. Später wurde sie Teil der BNP, deren Vorläufer wie gesagt von der Bischoffsheim Familie gegründet wurde.

Der französische Politiker und Ökonom Raphael-Georges Lévy (1853-1933) kam mütterlicherseits aus der Bischoffsheim Familie. Er arbeitete für die Paribas Bank und war Vizepräsident der Crédit mobilier. Die Bank wurde von der Pereire Familie gegründet. Zur Führung gehörten auch Mitglieder mächtiger französischen Familien wie André, Günzburg, Fould, Goüin und Seillière. Die Crédit mobilier wurde durch Fusionen Teil der Société Générale, die wie bereits erwähnt von der Bischoffsheim Familie mitgegründet wurde.

Deutsche Bank

Ludwig Bamberger (1823-1899), der mütterlicherseits aus der Bischoffsheim Familie kam, gehörte 1970 zu den Mitgründern der Deutschen Bank, die heute mit Abstand die grösste Bank Deutschlands ist. Zu den Mitgründern gehörten auch die Bankiersfamilien Delbrück und Magnus sowie Georg von Siemens. Ludwig Bamberger war als Finanzpolitiker einer der Gründer der 1871 eingeführten Goldmark sowie Mitgründer der Reichsbank, die bis 1945 die deutsche Zentralbank war.

Bemerkenswerte Heiraten

Die Familie heiratete, wie bereits erwähnt, mehrfach in die Familie Goldschmidt.

Régine Bischoffsheim (1825-1893) heiratete Julius Alfred Beer. Dessen Schwester Elise heiratete in die deutsch-jüdische Bankiersfamilie Oppenheim. Die Schwester Julie Angelika heiratete einen Sohn des geadelten deutsch-jüdischen Hofbankiers Salomon von Haber. (Quelle)

Régine Bischoffsheims Tochter Amélie (1850-1924) heiratete in die Ephrussi Familie (Quelle). Die russisch-jüdische Bankiersfamilie war ebenfalls in Frankreich sesshaft geworden und förderten über Banken russisch-französische Geschäftsbeziehungen. Amélies Tochter Marie (1880-1964) heiratete in die französische Adelsfamilie Faucigny-Lucinge. Maries Kinder heirateten ebenfalls in den französischen Adel (Quelle).

Régine Bischoffsheims Sohn Guillaume heiratete in die Goldschmidt Familie. Sein Bruder Edmond hatte zwei Töchter (Marie und Gabrielle), die in die Rothschild Familie heirateten. (Quelle)

Henri Louis Bischoffsheim (1829-1908) heiratete eine Enkelin von Michael Lazar Biedermann (Quelle). Der jüdische Bankier war Hofjuwelier der österreichischen Königsfamilie. Er war einer der Mitgründer und ersten Aktionäre der österreichischen Zentralbank (Quelle). Die beiden Töchter von Henri heirateten in den britischen Adel.

Ludwig Bamberger (1823-1899), der mütterlicherseits aus der Bischoffsheim Familie kam, heiratete in die deutsch-jüdische Belmont Familie. Seine Frau Anna war eine Nichte von Simon Belmont (Quelle). Simons Sohn, August Belmont, emigrierte in die USA und war dort der Interessenvertreter der Rothschild Familie. August und seine Nachkommen wurden Teil der US-Elite.

Henri Bamberger (1826-1908), der mütterlicherseits aus der Bischoffsheim Familie kam, heiratete eine Schwester des französischen Bankiers Maurice/Moritz de Hirsch. Maurice/Moritz heiratete Clara Bischoffsheim (1833-1899). (Quelle) Die Bankiersfamilie Hirsch war die erste jüdische Familie, die in den bayerischen Adel aufgenommen wurde.

Clara Bamberger (1833-1907), die mütterlicherseits aus der Bischoffsheim Familie kam, hatte einen Sohn, Ernst Landsberg, der in die deutsch-jüdische Silverberg Familie heiratete (Quelle). Der Schwager von Ernst, Paul Silverberg, war deutscher Grossindustrieller und einflussreicher Kohleunternehmer.

Hortense Bischoffsheim (1843-1901) heiratete in die Montefiore Familie (Quelle). Diese ist über Heiraten traditionell mit den sephardisch-jüdischen Familien der britischen Elite verbunden (Mocatta, Goldsmid und Henriques).

Clara Bischoffsheim (1810-1876) heiratete in jüdische Bankiersfamilie Cahen d’Anvers (Quelle). Der Begründer der Familie, Joseph Lambert Cahen (1763-1809), war ein Angestellter der Bischoffsheim Familie. Claras Sohn, Louis Cahen (1837-1922), war Bankier und war zusammen mit der Rothschild Familie in der Bergbauindustrie aktiv. Louis Tochter Irène (1872-1963) heiratete in die jüdische Bankiersfamilie Camondo. Louis Enkelin Yvonne (1899-1977) heiratete in die Rothschild Familie. (Quelle)

Marie-Laure Bischoffsheim (1902-1970) heiratete einen französischen Vizegrafen.

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