Quandt Familie

Die deutsche Quandt Familie kontrolliert den deutschen Automobilkonzern „Bayerische Motoren Werke“ (BMW). Dieser gehörte in den letzten Jahren stets zu den 5 grössten deutschen Unternehmen. 2018 belegte BMW Platz 7 der weltweit grössten Familienunternehmen. 2018 hielt die Quandt Familie 72.7% der Anteile an BMW (Quelle). 2017 wurde das Vermögen der Familie auf 31,5 Milliarden geschätzt und sie ist damit eine der reichsten Familien Deutschlands.

Die Familie war früher auch mit dem Automobilkonzern Daimler verbunden , der in den letzten Jahren das zweitgrösste Unternehmen Deutschlands war.

Quandt in der NS-Diktatur

Emil Quandt (1849-1925) war Unternehmer in der Textilindustrie. Sein Sohn Günther Quandt (1881-1954) stieg zu einem der wichtigsten deutschen Industriellen auf. Während des 1. Weltkrieges versorgte sein Textilunternehmen die deutsche Armee mit Uniformen.

Ab 1922 stieg Günther Quandt in die Kaliindustrie ein. Von 1924 bis nach dem 2. Weltkrieg kontrollierte Günther zusammen mit August Rosterg das Kalibergbau-Unternehmen Wintershall und waren dessen Hauptaktionären. Ab den 1930er Jahren stieg Wintershall ins Ölgeschäft ein. 1969 wurde Wintershall vom deutschen Grosskonzern BASF übernommen und wurde zum grössten deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten.

Von den 1920er Jahren bis Ende des 2. Weltkrieges kontrollierte Günther Quandt den Batteriekonzern AFA (heutige Varta AG). Die AFA bzw. Quandt profitierte von der NS-Rüstungspolitik und produzierte Batterien für U-Boote, Torpedos und Raketen.

1928 erlangte Quandt die Kontrolle über die Metallpatronen AG, die Munition und Waffen für das deutsche Militär herstellte.

Er bekleidete zahlreiche Vorstands- und Aufsichtsratsposten, unter anderem bei AEG (damals einer der weltweit grössten Elektrokonzerne), Daimler-Benz (eines der grössten deutschen Unternehmen) und der Deutschen Bank (grösste deutsche Bank). (Quelle)

Günther Quandt war mit der NSDAP verbunden und unterstütze sie bereits vor der Machtübernahme:

  • Er nahm zusammen mit dem bereits erwähnten Geschäftspartner August Rosterg am Geheimtreffen vom 20. Februar 1933 teil. Bei dem Treffen spendeten deutsche Industrielle 3 Millionen Reichsmark an die NSDAP, welche die finanziellen Probleme der Partei löste. Zu den Teilnehmern gehörten die wichtigsten (nicht jüdischen) Akteure der damaligen deutschen Wirtschaftselite, darunter auch Krupp, Flick, von Finck, von Opel, von Schnitzler sowie Hjalmar Schacht (bekennender Freimaurer der unter Hitler die deutsche Zentralbank leitete und mit Montagu Norman befreundet war, dem damaligen Gouverneur der britischen Zentralbank) und Ludwig von Winterfeld (gehörte zum Vorstand von Siemens und hatte in die Siemens Familie geheiratet).
  • Günther Quandt wurde bereits 1931 Mitglied der „Gesellschaft zum Studium des Faschismus„. Die Gesellschaft wurde 1931 gegründet und hatte sich das Ziel gesetzt eine faschistische Diktatur in Deutschland zu errichten. Zu den Mitgliedern gehörten auch Hjalmar Schacht und der Industrielle Fritz Thyssen. Die Gesellschaft wurde von Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha gegründet, der ein Enkel der damaligen britischen Queen Victoria war.
  • Günther Quandt trat 1933 der NSDAP bei.
  • Er wurde 1937 zum Wehrwirtschaftsführer ernannt, eine Auszeichnung der NSDAP, die an die Leiter rüstungswichtiger Betriebe vergeben wurde. Unter anderem an Porsche, Siemens, Merck, Krupp, Flick, Bosch, Röchling und Henkel.

Günther Quandt beschäftigte in seinen Firmen rund 50.000 Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene. Er profitierte auch von der Arisierung und konnte jüdische Firmen weit unter dem Preis Kaufen. (Quelle) Er wird von den Historikern nicht als Nationalsozialist oder Antisemit eingeschätzt, sondern als Opportunist der sich dem Naziregime anpasste und in deren System seinen Vorteil suchte.

Einige Zwangsarbeiter mussten ohne ausreichend Schutz in bleivergifteter Umgebung oder mit ätzenden Säuren arbeiten. Diese Arbeitsbedingungen forderten durchschnittlich 80 Tote pro Monat, die im Voraus miteingeplant und bewusst als zu erwartende Fluktuation kalkuliert wurden. Hunderte nicht mehr arbeitsfähige Zwangsarbeiter wurden am 13. April 1945 erschossen. (Quelle)

Übrigens war im April 1945 schon offensichtlich, dass Deutschland den Krieg verlieren wird und es folglich zu einer Besatzungszeit kommen wird, in der auch Verfahren gegen Kriegsverbrecher eröffnet werden. Ich denke auch Quandt wird sich dem Bewusst gewesen sein. So könnte es doch sein, dass die AFA-Führung die Erschiessung angeordnet hatte, damit schwer geschädigte Zwangsarbeiter nicht vor Gericht gegen die AFA aussagen konnten.

Günther Quandt wurde erst Juli 1946 wegen seiner Rolle in der Kriegswirtschaft verhaftet. Nach seiner Freilassung im Januar 1948 wurde er im Juli 1948 in einem Gerichtsverfahren als Mitläufer eingestuft.

Sein Sohn Herbert Quandt (1910-1982) trat 1940 der NSDAP bei. Er gehörte ebenfalls zur Führungsclique der AFA. Nach Einschätzung von Benjamin Ferencz, der bei den Nürnberger Prozessen für die Anklagebehörde arbeitete, wären Herbert Quandt und sein Vater Günther ebenso wie Alfred Krupp, Friedrich Flick und die Verantwortlichen der I.G. Farben als Hauptkriegsverbrecher angeklagt worden, wenn die heute zugänglichen Dokumente den Anklägern damals vorgelegen hätten. Die entscheidenden Dokumente zu ihrem Wirken in der NS-Diktatur lagen den Behörden in der britischen Besatzungszone vor. Die Briten hielten das Material aber zurück. (Quelle bei 56:20 bis 57:15) Man geht davon aus, dass die Briten den systemrelevanten deutschen Grossunternehmen nicht schaden wollte, da diese für den Wiederaufbau Europas nötig waren. Ich selbst glaube es steckt noch mehr dahinter. Zum Umfeld von Quandt, Krupp und Flick gehörten auch die Familien Siemens, Thyssen, Merck und Schröder sowie der Freimaurer Hjalmar Schacht. Diese waren allesamt Unterstützer des NS-Regimes, aber dennoch mit der britischen Elite verbunden (manche auch freundschaftlich) und teilweise auch mit der US-Elite (Schröder und Merck waren bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts mit der britischen Elite verbunden, also schon lange vor dem 2. Weltkrieg). Die Briten wollten so nützlichen und fähigen Partnern nicht schaden. Diese Partner wollten aber auch, dass ihren deutschen Freunden wie Quandt, Krupp und Flick nicht geschadet wird.

Günther Quandt hielt in der Nachkriegszeit Geschäftsbeziehungen zu den Briten und verkaufte Batterien an die britischen Besatzter (Quelle).

Günther Quandts zweite Ehefrau war Magda Ritschel, die spätere Ehefrau von Joseph Goebbels. Ihr Vater Oskar Ritschel war Bauunternehmer und Freimaurer. Er war Mitglied der Freimaurerloge Eos in Krefeld, die 1853 gegründet wurde (Quelle). Magda hatte während ihrer Schulzeit eine Beziehung mit dem jüdischen Haim Arlosoroff, der später ein bedeutender Führer der linken Zionisten wurde. Er wurde 1933 bei einem Attentat in Tel Aviv ermordet, das nie aufgeklärt werden konnten. Günther und Magdas Sohn war Harald Quandt (1921-1967).

Goebbels war der Schwiegervater von Harald Quandt und sie standen sich sehr nahe. Goebbels schrieb in seinem Abschiedsbrief an Harald: Du kannst stolz darauf sein, eine Mutter wie die Deine zu besitzen. Der Führer hat ihr gestern abend das Goldene Parteiabzeichen, das er jahrelang an seinem Rock trug, gegeben, und sie hat es auch verdient. Laß Dich nicht vom Lärm der Welt, der nun einsetzen wird, verwirren. Die Lügen werden eines Tages in sich zusammenbrechen und über ihnen wieder die Wahrheit triumphieren. Es wird die Stunde sein, da wir über allem stehen, rein und makellos, so wie unser Glaube und Streben immer gewesen ist. Leb wohl, mein lieber Harald! Ob wir uns jemals wiedersehen werden, das steht bei Gott. Dein Papa

(Quelle)

Harald hatte übrigens schon als kleines Kind Hitler kennengelernt (Quelle).

Quandt in der Nachriegszeit

Wie gesagt wurde Günther Quandts wirtschaftlicher Einfluss von den Alliierten nicht eingedämmt. Bereits 1949 übernahm er die Kuka AG. Er starb 1954. Seine Söhne führten das Wirtschaftsimperium weiter.

Harald Quandt war Aufsichtsratvorsitzender der AFA (später umbenannt in Varta) und gehörte zum Aufsichtsrat von Daimler. Er war in der Rüstungsindustrie tätig über seine Vorstandsposten bei Mauser und der Kuka AG.

Er war am Bau von Prototypen für Panzer und Landminen für die gerade gegründete Bundeswehr beteiligt. Er starb bei einem Absturz seines firmeneigenen Jets. Der Grund für den Absturz konnte nicht geklärt werden. (Quelle)

Herbert Quandt besetzte leitende Postionen bei mehreren deutschen Unternehmen, darunter auch bei Daimler, AFA, Gerling und der Frankfurter Bank. Ab den 1960er Jahren erlangte er die Kontrolle über die Bayerische Motoren Werke (BMW).

Die heutigen Quandts

Susanne Klatten (*1962) ist die Tochter von Herbert Quandt. 2017 besuchte sie das Bilderberg-Treffen (Quelle). Sie gilt als die reichste Frau Deutschlands. Ihre Mutter Johanna Quandt (1926-2015) war ebenfalls eine der reichsten deutschen Frauen und war zudem ab 1982 Mitglied im Aufsichtsrat und von 1986 bis 1997 stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von BMW. Susanne besitzt über ihre Beteiligungsgesellschaft SKion zu 100% den deutschen Chemiekonzern Altana. Dieser wurde 1977 gegründet und Herbert Quandt war der erste Vorstandsvorsitzende. Susanne hält über SKion kleinere Beteiligungen an Nordex (Windkraft) und Gemalto (Digitalisierung- und Softwareunternehmen, einer der weltweit grössten Hersteller von SIM-Karten, gehört seit 2019 zum französischen Rüstungskonzern Thales). Grössere Anteile hält sie an Avista Oil (Öl-Upcycling-Unternehmen) und SGL Carbon (Spezialchemieunternehmen das ursprünglich 1878 von der Siemens Familie gegründet wurde). (Quelle)

Heute gehören die Quandts zu den grössten Parteispendern Deutschlands. Ausschnitt aus einem SZ-Artikel:

Die BMW-Großaktionäre haben der CDU 690.000 Euro gespendet, kurz nach der Wahl, beinahe gleichzeitig zu einer politischen Entscheidung über strengere Abgasnormen für Autos in Europa.

Doch weder ist das die erste Spende der Quandts, noch dürfte es die letzte sein. Die Familie spendet regelmäßig an zwei Parteien, die CDU und die FDP. Zwischen 2002 und 2013 hat Johanna Quandt 830.000 Euro an die CDU und 70.000 Euro an die FDP gespendet. Susanne Klatten und Stefan Quandt kommen auf je 820.000 Euro (CDU) und 80.000 Euro (FDP).

Auch Quandt-Firmen spenden. Der Chemiekonzern Altana ist zu 100 Prozent im Besitz von Susanne Klatten und spendete im Zeitraum von 2002 bis 2013 insgesamt 920.000 Euro an die CDU. Im selben Zeitraum verteilte auch BMW Spenden an Parteien: mehr als zwei Millionen Euro an CDU/CSU, ungefähr eine Million Euro an die SPD und etwa eine halbe Million Euro an die FDP

Die Quandt Familie hatte seit den Achtzigerjahren Gesellschaften in der karibischen Steueroase Bahamas gemeldet (Quelle).

Stefan Quandt (*1966) besitzt über seine Holding Delton den Logistikdienstleister Logwin AG mit Sitz in Luxemburg (Steueroase). Stefan ist im Aufsichtsrat von BMW.

Homöopathie-Industrie

Stefan Quandt besitzt über seine Holding Delton auch das Unternehmen „Biologische Heilmittel Heel“, einer der weltweit grössten Hersteller von homöopathischen Arzneimitteln. Die globale Homöopathie-Industrie wird nicht von esoterischen Hippies geführt, auch wenn man das zuerst denken könnte. Die europäische Homöopathie-Industrie wird von wenigen wohlhabenden Familien kontrolliert wie Boiron (besitzt mehr als 465 Millionen Euro) und Batteur (Millionäre) aus Frankreich sowie Schwalbe (400 Millionen Euro), Reckeweg (vermutlich Millionäre), Hevert (vermutlich Millionäre) und Quandt aus Deutschland. Der Perrigo-Konzern ist der weltweit grösste Hersteller von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten, darunter auch vieler homöopathischer Arzneimittel. Die Führungskräfte von Perrigo arbeiteten aber auch für herkömmliche Pharmakonzerne. Der herkömmliche Pharmakonzern Mylan besitzt auch Homöopathie-Unternehmen. Das britische Homöopathie-Unternehmen Nelsons wird vom britischen Prinzen Charles höchstpersönlich gefördert, der über seine Stiftung auch das Biolebensmittel-Unternehmen Waitrose Duchy Organic besitzt, das auch homöopathische Arzneimittel verkauft. Nelsons wird von der britischen Wilson Familie kontrolliert (besassen 2008 45 Millionen Pfund). Einige Homöopathie-Unternehmen haben ihren Sitz in Steueroasen. Zu den Führungskräften gehören oft Personen, die zuvor ihr Leben lang für Banken gearbeitet haben.

Die grossen Homöopathie-Unternehmen werden nicht von der Pharmalobby bekämpft, da alle grossen Homöopathie-Unternehmen selbst in der Pharmalobby vertreten sind und auch an diese Spenden.

Lobbyverbände der Pharmaindustrie fördern Werbung für Homöopathie (Quelle). In Deutschland der BAH (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller), der mitgliederstärkste Branchenverband der Arzneimittelindustrie in Deutschland. Die Mitglieder stellen fast 80 Prozent der in Apotheken verkauften rezeptfreien (darunter auch homöopathische Produkte) und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel sowie einen Grossteil der stofflichen Medizinprodukte für Patienten in Deutschland bereit (Quelle). Zum BAH gehören Boehringer Ingelheim, Bayer, GlaxoSmithKline, AstraZeneca, Johnson & Johnson, Pfizer, AbbVie, Sanofi und Novartis (Quelle), die zu den grössten Pharmakonzerne der Welt gehören.

Auch der BPI (Bundesverband der pharmazeutischen Industrie) macht aktiv Werbung für Homöopathie. Zum BPI gehören auch die Pharmakonzerne Novartis, Johnson & Johnson, AstraZeneca und Sanofi (Quelle).

In Österreich macht der Pharmaverband Pharmig Werbung für Homöopathie. Auch bei Pharmig sind grosse Pharmakonzerne wie Bayer, Merck, AbbVie usw. vertreten (Quelle).

Der BAH und der BPI nimmt die Homöopathie-Industrie vor Kritik aus der Politik in Schutz (Quelle 1, Quelle 2).

Somit ist es doch ziemlich offensichtlich das die Pharma-Mafia mit der Homöopathie-Industrie unter einer Decke steckt, da sie gegenseitig voneinander profitieren. Dazu muss man folgendes Beachten: Die internationale Pharma-Elite besteht aus mehreren Personen und Familien. Darunter werden auch ein paar richtig schlaue Köpfe sein. Diese wissen ganz genau, dass immer ein gewisser Teil der Menschen der Pharmaindustrie und ihren syntetischen Arzneistoffen misstrauen wird. Diese Leute werden dann pflanzliche oder tierische Arzneimittel als Alternative suchen. Es gibt unzählige Stoffe aus der Pflanzen- und Tierwelt, die medizinischen Nutzen haben und teilweise wirksamer sind als die von der Pharmaindustrie bereitgestellten Medikamenten (Beispielsweise das Pflanzengift Scopolamin als Antidepressiva oder das Skorpiongift Chlorotoxin als Krebsbehandlung). Zudem lassen sich natürliche Stoffe nicht patentieren. Somit sind diese Stoffe eine Bedrohung für das Geschäft der Pharmaindustrie. Und deshalb versucht man uns zu homöopathischen Arzneimitteln zu verführen, da in diesen nun mal keine Pflanzen- oder Tierstoffe drin sind, auch wenn die Aufschrift einem zu der Annahme führen könnte. Das perfide an der ganzen Geschichte ist: Pflanzen- und Tierstoffen sind oft nicht als Medikamente zugelassen und dürfen daher gar nicht von Ärzten verschrieben oder eingesetzt werden. Wären in homöopathischen Arzneimitteln wirklich Pflanzenstoffe enthalten, dürften diese also oft gar nicht verkauft werden.

Das bringt folgende Vorteile für die Pharmamafia:

  • Leute die eine Alternative zu Pharma-Medikamenten suchen werden automatisch auf Homöopathie aufmerksam und vernachlässigen somit oft die echten Naturheilmittel.
  • Homöopathische Mittel sind keine Bedrohung für die Pharmamafia, da der Nutzen sich nicht beweisen lässt. Bei Pflanzen- und Tierstoffen lässt sich der Nutzen ganz klar beweisen. Zudem kann man in Studien natürliche Stoffe mit syntetischen Medikamenten vergleichen und schauen was besser wirkt. Das wäre sehr schädlich für die Pharmamafia (deshalb gibt es solche Studien nur selten).
  • Die Homöopathen meinen es ja nur gut, aber leider diskreditieren sie unabsichtlich die Naturmedizin. Viele Leute vertrauen mehr in die Schulmedizin als in Naturmedizin, weil sie bei Naturmedizin an Homöopathie, anthroposophische Medizin und ähnliches denken. Dann denken viele, Naturmedizin sei nicht wissenschaftlich orientiert und Quacksalberei oder nur was für Esoteriker.

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Porsche und Piëch Familie

Die österreichisch-deutsche Familie Porsche/Piëch kontrolliert den deutschen Automobilkonzern Volkswagen AG (VW). Dieser ist mit Abstand das grösste Unternehmen Deutschlands. 2018 belegte VW zudem Platz 9 der weltweit grössten Unternehmen.

2018 war VW das zweit grösste Familienunternehmen der Welt. Die beiden Familien hielten 2018 52.2% der Anteile und sind somit Hauptaktionär (Quelle). 2019 wurde das Vermögen der Porsche/Piëch Familie auf 37 Milliarden Dollar geschätzt und sie gehört somit zu den reichsten Familien im deutschsprachigem Raum (Quelle).

Die beiden Familien besetzten auch leitende Positionen bei VW. Ferdinand Piëch (1937-2019) war von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender und danach bis 2015 Aufsichtsratsvorsitzender von VW. Ferdinand Piëch kannte Angela Merkel (Quelle).

Wolfgang Porsche (*1943) gehört zum Aufsichtsrat von VW und Audi. Er ist zudem Vorsitzender des Aufsichtsrat der „Porsche Automobil Holding“. Er kennt Liz Mohn, die vermutlich mächtigste Frau Deutschland (Quelle). Er ist/war eng mit Peter Hartz verbunden, der zur VW Führungsclique gehörte (Quelle). Peter Hartz arbeitete zusammen mit der Bertelsmann Stiftung der Mohn Familie das Hartz4-Konzept aus. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder galt als Wolfgangs Freund (Quelle). Schröders Regierung führte das Hartz4-Konzept ein. (Schröder arbeitete übrigens für die Familien Rothschild, Schaeffler und Ringier)

Zum Volkswagenkonzern gehören neben den Automobilhersteller VW und Porsche inzwischen auch SEAT (Spanien), Škoda (Tschechien), Audi (Deutschland), Bentley (Grossbritannien), Bugatti (Frankreich) und Lamborghini (Italien). Zurzeit ist die Königsfamilie von Qatar über ihre „Qatar Holding LLC“ der zweitgrösste Aktionär von VW (2019 hielten sie 14.6% der Anteile).

Porsche und Piëch in der NS-Diktatur

Ferdinand Porsche (1875-1951) gründete 1931 das Konstruktionsbüro Porsche, das sich nach 1945 zu einem Automobilhersteller entwickelte. Zu den Mitgründern gehörte auch Anton Piëch (1894-1952), der die Tochter von Ferdinand Porsche heiratete. Seitdem sind die beiden Familien miteinander verbunden.

Auf Adolf Hitlers Initiative wurde 1937 die Volkswagen AG gegründet. Der Automobilkonstrukteur Ferdinand Porsche erhielt die Aufgabe Prototypen zu entwerfen. Neben Zivilfahrzeugen produzierte VW auch Militärfahrzeuge und weitere Rüstungsgüter für die deutsche Wehrmacht, darunter auch Landminen, Marschflugkörper und Panzerfäuste.

Während der NS-Diktatur beschäftigte VW rund 20 000 Zwangsarbeiter, davon etwa 5000 KZ-Häftlinge. Im Jahr 1944 arbeiteten zwei Drittel der Arbeiter gegen ihren Willen. (Quelle) Anton Piëch gehörte in dieser Zeit zur VW-Führung.

Im Mai 1933 wurde Anton Piëch Mitglied der damals illegalen NSDAP Österreichs. Anton war auch Rechtsanwalt und verteidigte österreichische Nazis vor Gericht. Später trat er der SS bei (Quelle).

Ferdinand Porsche trat 1937 der NSDAP bei. Die Nazis mochten ihn:

  • 1938 erhielt er den „Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft“, eine Auszeichnung die von Hitler persönlich gestiftet wurde.
  • 1939 wurde er zum Wehrwirtschaftsführer ernannt, eine Auszeichnung der NSDAP, die an Leiter rüstungswichtiger Betriebe vergeben wurde. So gut wie alle der wichtigsten Industriellen der damaligen deutschen Wirtschaftselite erhielten diese Auszeichnung, unter anderem Siemens, Quandt, Merck, Krupp, Flick, Bosch, Röchling und Henkel.
  • Im Mai 1942 wurde er als „Pionier der Arbeit“ geehrt, die höchste wirtschaftliche Auszeichnung im dritten Reich. Das Ehrenzeichen wurde an 19 Personen verliehen, darunter auch an Krupp, Bosch und Röchling.
  • Er war Oberführer und Offizier der SS. 1944 erhielt er den SS-Totenkopfring, eine der höchsten Auszeichnungen der SS.

Quelle

Ferdinand Porsche arbeitete von 1906 bis 1923 auch für das österreichische Tochterunternehmen des deutschen Daimler-Konzerns. Der Automobilkonzern Daimler ist heute das grösste deutsche Unternehmen neben VW. Daimler gehörte zu den grössten Profiteuren der Aufrüstung der Wehrmacht. Von 100.000 Daimler-Beschäftigten waren 1944 die Hälfte Zwangsarbeiter (Quelle).

Anton Piëch und Ferdinand Porsche wurden nach Ende des 2. Weltkrieges in Haft genommen. Vor Gericht wurden sie allerdings freigesprochen und 1947 aus der Haft entlassen.

Bemerkenswerte Heiraten:

Ernst Piëch (*1929) heiratete die Tochter von Heinrich Nordhof (1899-1968). Heinrich gehörte zu den wichtigsten Akteuren der Führungsclique von VW in der Nachkriegszeit. Während der Krieges gehörte er zur Führung des deutschen Automobilunternehmens Opel und wurde zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. In der Nachkriegszeit pflegte er Kontakte zum Vatikan. 1956 empfing ihn Papst Pius XII. zu einer Privataudienz. Heinrich wurde vom „Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem“ geehrt, ein alter Vatikan-Ritterorden. Er erhielt vom Papst den Gregoriusorden, den vierthöchsten Verdienstorden der vom Vatikan verleiht werden kann.

Ferdinand Piëch (1937-2019) heiratete in erster Ehe in die schweizerische Adelsfamilie von Planta. Das Adelsgeschlecht besteht seit dem 12. Jahrhundert und gehört damit zum Uradel der Schweiz. Louis von Planta (1917-2003) war 1996 massgeblich an der Gründung des schweizerischen Pharmakonzern Novartis beteiligt, der in den letzten Jahren stets zu den fünf grössten Pharmakonzerne der Welt gehörte. Louis war schon zuvor mit den Novartis-Vorläufer Geigy und Ciba verbunden. Er gehört auch zum Bankrat der SNB (schweizerische Zentralbank).

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Roosevelt Familie

Die Familie ist vor allem für die beiden US-Präsidenten Theodore Roosevelt und Franklin Roosevelt bekannt, die beide Freimaurer waren. Fast ein drittel aller US-Präsidenten waren Freimaurer (Quelle). Die Roosevelts gehörten aber schon vor der Gründung der USA zur Elite der 13 Kolonien (Elite der damaligen Ostküste).

Der Stammvater der Familie ist der Niederländer Claes van Rosenvelt (1623-1660). Er emigrierte in die niederländische Kolonie New Netherland (das heutige New York). Die Niederlanden waren im 17. Jahrhundert die führende Kolonialmacht und das Finanzzentrum der Welt (Goldenes Zeitalter). 1664 wurde die niederländische Kolonie von den Engländern übernommen, die New Amsterdam in New York umbenannten. Die niederländischen Kolonialherren wurden aber nicht entmachtet, sondern führten ab da gemeinsam mit den englischen Kolonialfamilien die Kolonie.

Claes Sohn Nicholas (1658-1742) änderte seinen Familiennamen zu Roosevelt. Er wurde politisch aktiv und fand Anschluss an die politische Elite der Kolonie. Seither brachte die Familie viele Politiker und Geschäftsleute hervor oder besetzten leitende Postionen beim Militär und Geheimdienst. Eine Liste aller wichtigen Roosevelts findet man im englischen Wiki. Die Familie heiratete zudem in mehrere alte Kolonialfamilien.

Freimaurerei

Mindestens fünf Mitglieder der Familie waren Freimaurer:

Theodore Roosevelt

Theodore Roosevelt (1858-1919) war von 1901 bis 1909 US-Präsident. Er wurde im Jahr 1900 in die New Yorker Freimaurerloge Matinecocke Lodge aufgenommen, also ein Jahr bevor er Präsident wurde (Quelle). Er wurde 1912 zum Ehrenmitglied der „Lodge of King Solomon’s Temple No. 3464“ in England gewählt (Quelle). Weitere bemerkenswerte Mitglieder der britischen Loge waren:

  • William Howard Taft, der nach Theodore Roosevelt US-Präsident wurde.
  • Herzog Arthur aus dem Haus Sachsen-Coburg-Gotha, Sohn der britischen Queen Victoria, war von 1901 bis 1939 Grossmeister der englischen Freimaurer.
  • Der dänische König Friedrich VIII. aus dem Haus Glücksburg, war Grossmeister der dänischen Freimaurer.
  • Der schwedische König Gustav V. aus dem Haus Bernadotte.

(Quelle)

  • Der dänische König Christian X. aus dem Haus Glücksburg, war ebenfalls Grossmeister der dänischen Freimaurer.

(Quelle)

  • Der preussische Prinz Friedrich Leopold aus dem Haus Hohenzollern.

(Quelle)

Theodore Roosevelt war auch Ehrenmitglied der Freimaurerloge „Rienzi“ in Rom. (Quelle) Über die Loge war Theodore höchstwahrscheinlich mit den italienischen Freimaurer verbunden.

Die Rienzi Loge wurde 1881 vom Italiener Giuseppe Petroni (1812-1888) gegründet, der auch der erste Grossmeister der Loge wurde. Petroni war Hochgrad-Freimaurer und erreichte den 33. Grad (den höchste Grad). (Quelle) Von 1880 bis 1885 war er Grossmeister der Grossloge von Italien (Quelle).

Petroni hatte auch Kontakte zu Giuseppe Mazzini und Giuseppe Garibaldi, beides hochrangige italienische Freimaurer. Die drei Giuseppes gehörten zu einem revolutionären Kreis, welcher die Einigung der italienischen Provinzen zu einem Staat plante, was 1861 auch umgesetzt wurde. Giuseppe Garibaldi war einer der wichtigsten Akteure der italienischen Einigungsbewegung. James Roosevelt I. (1828-1900) schloss sich persönlich Garibaldis Truppen an (Quelle).

Auf Giuseppe Garibaldis Initiative schloss sich 1872 der Misraïm-Ritus mit dem Memphis-Ritus zusammen. Beides sind freimaurerische Riten, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts bildeten. Der Misraïm-Ritus wurde in Italien und der Memphis-Ritus in Frankreich gegründet. Beide Riten hatten ägyptische sowie templerische Elemente. Der Misraïm-Ritus war in 90 Initiation-Grade aufgeteilt, also viel mehr als bei der herkömmlichen Freimaurerei. Der Memphis-Ritus war in 95 Grade aufgeteilt und wurde von einem Obersten Rat aus neun Personen geführt. (Quelle) Durch den Zusammenschluss der beiden Riten 1872 entstand der Memphis-Misraim-Ritus. Zu dessen Führung und Gründern gehörte auch der englische Hochgrad-Freimaurer John Yarker, der ein Freund von Giuseppe Garibaldi und Giuseppe Mazzini war (Quelle). Yarker war Ehrenmitglied der „Societas Rosicruciana in Anglia“ (SRIA), dem englischen Zweig der Rosenkreuzer (Quelle). 1888 gründeten drei SRIA Mitglieder, die auch Freimaurer waren, den okkulten Geheimbund „Hermetic Order of the Golden Dawn“, der zur wohl wichtigsten Okkultisten-Bewegung im angloamerikanischen Raum wurde. 1902 wurde die deutsche Grossloge des Memphis-Misraïm Ritus gegründet. Mitglieder dieser Loge (darunter auch Freimaurer und Rosenkreuzer) gründeten kurze Zeit darauf den „Ordo Templi Orientis“ (Orientalischer Templerorden, kurz OTO), der ebenfalls zu einer der wichtigsten Okkultisten-Bewegungen wurde (Quelle). John Yarker war zudem Mitglied des Obersten Rates des Martinistenordens in Frankreich, ein okkulter Rosenkreuzer-Orden.

Franklin Delano Roosevelt

Franklin Delano Roosevelt (1882-1945) war von 1933 bis zu seinem Tod 1945 US-Präsident. Er wurde 1911 in die Holland Lodge No. 8 aufgenommen (Quelle). Die Loge besteht seit 1787 und gilt als eine der führenden Freimaurerlogen der USA (Quelle). Die Loge wurde von niederländischen Kolonialfamilien gegründet. Die Roosevelts sind wie gesagt selbst eine niederländische Kolonialfamilie. Zu den Grossmeistern der Loge gehörte auch John Jacob Astor, der als einer der reichsten Männer aller Zeiten gilt.

Franklins Freimaurer-Karriere:

  • Er erreichte 1929 den 32. Grad, den zweit höchsten Grad der herkömmlichen Freimaurerei.
  • Er war Ehrenmitglied in mehreren Freimaurerlogen, darunter in der „Architect’s Lodge Nr. 519“ in New York, in der auch seine drei Söhne Mitglied wurden.
  • Er wurde 1934 zum Ehren-Grossmeister des DeMolay Orden (DeMolay International) ernannt. US-Präsident Bill Clinton wurde bereits mit 15 oder 16 Jahren Mitglied in diesem Freimaurerorden (Quelle). Der Orden ist nach dem legendären Tempelorden-Grossmeister Jacques de Molay benannt.
  • 1931 wurde er zum Propheten des „Mystic Order of Veiled Prophets of the Enchanted Realm“ ernannt, ein Freimaurerorden.
  • Er war Mitglied des „Ancient Arabic Order of the Nobles of the Mystic Shrine“ und des „Tall Cedars of Lebanon in Warwick“, ebenfalls Freimaurerorden.

(Quelle)

Die Brüder Elliott Roosevelt, Franklin Delano Roosevelt Jr. und James Roosevelt

Die drei Roosevelt Brüder waren die Söhne von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt und waren Freimaurer.

Franklin Delano Roosevelt Jr. (1914-1988) war Anwalt, Politiker und Geschäftsmann. Er war auch für den italienischen Automobilkonzern Fiat (Agnelli Familie) in der USA tätig. Er heiratete in die Du Pont Familie, die schon seit über 100 Jahren zu den reichsten Familien der USA gehört. Er war mit US-Präsident Kennedy befreundet und kannte Winston Churchill persönlich, der übrigens ebenfalls Freimaurer war. Franklin Delano Roosevelt Jr. war Mitglied der New Yorker Loge „Architect’s Lodge Nr. 519“. (Quelle)

Sein Bruder war James Roosevelt II. (1907-1991), der ebenfalls Geschäftsmann und Politiker war. Die beiden Brüder wurden 1935 von ihrem Vater Franklin Delano Roosevelt in die Freimaurerei aufgenommen (Quelle).

Der dritte Bruder Elliott Roosevelt (1910-1990) war Kriegsoffizier der US-Luftstreitkräfte. Als Luftfahrt-Beamter war er in zwei Korruptionsskandale verwickelt. Beim zweiten Skandal war er die Hauptfigur, die sich hat bestechen lassen. Er arbeitete für den Medienkonzern der Hearst Familie. Er war wie seine beiden Brüder Mitglied der Architect’s Lodge Nr. 519. (Quelle)

Elitäre Gesellschaften

Mindestens 6 Mitglieder der Roosevelt Familie waren in der „Sons of the American Revolution“ vertreten, die seit 1876 besteht und zu den elitärsten Gesellschaften der USA gehört. 17 US-Präsidenten waren Mitglied sowie mehrere elitäre Familien, darunter auch Rockefeller, Hearst und die Kolonialfamilie Lee. Mehrere Mitglieder waren Freimaurer.

Die US-Präsidenten Theodore und Franklin Roosevelt waren auch Mitglied der „Society of the Cincinnati„, die seit dem Jahr 1783 besteht und eng mit der „Sons of the American Revolution“ verbunden ist. In der „Society of the Cincinnati“ sind neben den Mitgliedern der US-Elite auch noch der europäische Hochadel vertreten. Mehrere Mitglieder waren Freimaurer.

Franklin Roosevelts Ehefrau war Eleanor Roosevelt (1884-1962), die väterlicherseits ebenfalls aus der Roosevelt Familie kam und mütterlicherseits aus der schottischen Kolonialfamilie Livingston. Sie gilt neben Hillary Clinton als eine der einflussreichsten Frauen in der US-amerikanischen Politik des 20. Jahrhunderts. Eleanor war Mitglied der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk, das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Die britische Königsfamilie ist seit über 150 Jahren traditionell eine Freimaurerfamilie und fünf Mitglieder der Familie waren Grossmeister der englischen Freimaurer (Quelle). Eleanors Sohn John Aspinwall Roosevelt (1916-1981) war ebenfalls Mitglied der Pilgrims Society.

Weitere bemerkenswerte Roosevelts des 20 und 21. Jahrhunderts

Der CIA-Offizier Kermit Roosevelt Jr. (1916-2000) beteiligte sich am Sturz der Regierung des iranischen Premierminister Mohammad Mosaddegh (Quelle).

Archibald Bulloch Roosevelt Jr. (1918-1990) war ein führender CIA-Offizier im Nahen Osten. Er war zudem Direktor für internationale Beziehungen der Chase Manhattan Bank (Rockefeller Familie) (Quelle).

Theodore Roosevelt III. (1914-2001) arbeitete fünf Jahre für den Chemiekonzern DuPont (Du Pont Familie).

Sein Sohn Theodore Roosevelt IV. (*1942) besetzt aktuell leitende Postionen bei Barclays, eine der ältesten und grössten Banken der Welt. Früher war er für Lehman Brothers tätig, die zu den grössten Investmentbanken der Welt gehörte und inzwischen Teil von Barclays ist. Er ist Mitglied des „Council on Foreign Relations„, einer der mächtigsten Think Tanks der Welt. Er ist auch Mitglied des „Economic Club of New York. (Quelle) Der Club lädt erlesene Gäste zum Essen ein, um über Wirtschaft und Politik zu diskutieren. Bemerkenswerte Mitglieder waren unter anderem Rockefeller, Harriman, Agnelli, Hearst, Bush und Carnegie.

Sein Sohn Theodore Roosevelt V. (circa 1976 geboren) ist als Fondsmanager tätig.

Cornelius Van Schaack Roosevelt III. (1915-1991) arbeitete für die CIA und für das Bergbauunternehmen Asarco, zu dessen Gründern auch William Rockefeller Jr. gehörte.

Finanzwesen

Die Roosevelt Familie war auch am Aufbau der US-amerikanischen Finanzindustrie beteiligt. James Jacobus Roosevelt (1759-1840) gründete 1797 die Bank Roosevelt & Son, eine der frühen Wall Street Banken, die bis 1934 in Betrieb war. Die Familie war auch mit der Chemical Bank verbunden, die heute Teil von JPMorgan Chase ist, der grössten US-Bank.

Chemical Bank

1823 gründeten ein paar Geschäftsleute das Chemieunternehmen „New York Chemical Manufacturing Company“. Zu den Gründungsaktionären gehörte auch der Kaufmann Joseph Sampson (1794-1872), der in die Kolonialfamilie Livingston heiratete. Joseph kam selbst aus einer Kolonialfamilie und zu seinen Vorfahren gehörten auch die führenden Pilgerväter Myles Standish und John Alden.

1844 wurde das Chemieunternehmen in eine Bank umgewandelt und bekam den Namen „Chemical Bank of New York“. Cornelius Roosevelt (1794-1871) gehörte zu den Hauptgründern und zu den ersten Direktoren der Bank. (Quelle 1 und Quelle 2). Er war zudem einer der reichsten New Yorker.

Sein Sohn James Alfred Roosevelt (1825-1898) war Vizepräsident der Chemical Bank und besetzte leitende Postionen bei diversen Unternehmen. Er arbeitete auch für die Familienbank Roosevelt & Son, die von seinem Grossvater gegründet wurde. James war in mehreren elitären New Yorker Clubs vertreten:

(Quelle)

Sein Sohn Emlen Roosevelt (1857-1930) war Präsident von Roosevelt & Son. Er war Direktor der Chemical Bank und der Astor National Bank sowie Treuhänder und Direktor weiterer Unternehmen. Er war Mitglied des Metropolitan Clubs, zu dessen Gründern wie gesagt sein Vater gehörte. Er war auch Mitglied der „Sons of the American Revolution„, eine der elitärsten Gesellschaften der USA, die seit 1889 besteht. (Quelle)

Sein Sohn George Emlen Roosevelt (1887-1963) arbeitete ebenfalls für die Familienbank Roosevelt & Son und war ein bedeutender Finanzier der Eisenbahnindustrie der USA. Er gehörte zum Verwaltungsrat der Chemical Bank, der Guarantee Trust Company (Morgan Familie) und der Sparkasse in New York (Kolonialfamilien wie Bayard und Livingston).

Somit war die Roosevelt Familie noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Chemical Bank verbunden. Die Chemical Bank wurde im 20. Jahrhundert zu einer der grössten Banken der USA. 1970 belegte sie Platz 10 der weltweit grössten Banken (Quelle). 1996 übernahm sie die Chase Manhattan Bank (Rockefeller Familie) und nahm ihren Namen an. Der CIA-Offizier Archibald Bulloch Roosevelt Jr. (1918-1990) war zudem Direktor für internationale Beziehungen der Chase Manhattan Bank (Quelle).

Im Jahr 2000 fusionierte sie mit J.P. Morgan & Co. (Morgan Familie) und es entstand JPMorgan Chase, welche heute die grösste US-Bank ist.

The Bank of New York

Der Geschäftsmann Isaac Roosevelt (1726-1794) besass Zuckerraffinerien in New York. Er unterstützte die amerikanische Unabhängigkeitsbewegung und gehörte zum New Yorker Provinzkongress, eine provisorische Regierung von New York, die 1775 von den Revolutionsführern gegründet wurde. Im Kongress waren die niederländischen Kolonialfamilien Van Rensselaer, Van Cortland und Beekman vertreten, die im 17. Jahrhundert zu den führenden Familien der niederländischen Kolonie New Netherland (das heutige New York) gehörte. Zum Kongress gehörten auch Angehörige der schottischen Clans Livingston, Scott und Montgomery.

Isaac Roosevelt 1784 gründete zusammen mit Alexander Hamilton die Bank of New York, die älteste noch existente Bank der USA. Der Freimaurer Alexander Hamilton gehörte zu den Gründervätern, gründete die erste US-Zentralbank und gilt allgemein als Gründer des Finanzsystems der USA. Er stammte aus dem schottischen Hamilton Clan und war mit den Kolonialfamilien Livingston und Van Rensselaer verbunden.

Isaac Roosevelt gehörte zu den ersten Direktoren der Bank of New York (Quelle). Unter diesen war auch ein John Vanderbilt, zu dem ich aber keine Infos fand. Vielleicht stammte er aus der Vanderbilt Familie, die später im 19. Jahrhundert zu den reichsten Amerikaner aufstieg und zudem mit der Roosevelt Familie verkehrte. Die Vanderbilts sind ebenfalls eine niederländische Kolonialfamilie aus dem 17. Jahrhundert.

2007 fusionierte die Bank of New York mit der Bank der Mellon Familie zu „The Bank of New York Mellon“. Diese war 2018 der 6. grösste Vermögensverwalter der Welt und verwaltete Kundengelder in Höhe von geschätzten 1,7 Billionen Dollar (Quelle). Sie gehört somit immer noch zu den wichtigsten US-Banken.

Erwähnenswerte Heiraten

Ausschnitte des Stammbaums sind im englischen Wiki-Beitrag zur Roosevelt Familie. Der komplette Stammbaum ist auf Geni.com

Heiraten mit Kolonialfamilien

Da das heutige New York ursprünglich eine niederländische Kolonie war, stammten viele der dort politisch aktiven Personen aus wohlhabenden niederländischen Kolonialfamilien. Die wichtigsten wären wohl Van Rensselaer, Schuyler, Van Cortland, Stuyvesant und eben die Roosevelt Familie.

Johannes Roosevelts (1751-1820) Frau stammte väterlicherseits aus der Schuyler Familie und mütterlicherseits aus der Van Rensselaer Familie. Die Van Rensselaer Familie war massgeblich an der Gründung der Kolonie New Netherland beteiligt.

James Jacobus Roosevelt (1759-1840) heiratete in die niederländische Kolonialfamilie Van Schaack, die mit der Schuyler Familie verwandt war und mit den Kolonialfamilien Jay und Morris verbunden war, die auch zu den Gründervätern der USA gehörte. James Ehefrau hatte auch Blut der Van Kouwenhoven, die zu den Hauptgründern der Kolonie New Netherland gehörte. Zu ihren Nachfahren gehörte auch die Harriman Familie, die Industrielle und Bankiers hervorbrachte und auch im 20. Jahrhundert mit der Roosevelt Familie verbunden waren.

Elliott Bulloch Roosevelts (1860-1894) Ehefrau stammte mütterlicherseits aus der schottischen Kolonialfamilie Livingston, die auch zu den wichtigsten Gründervätern der USA gehörte.

Emlen Roosevelt (1857-1930) heiratete in die Kean Familie, die mehrere bedeutende US-Politiker hervorbrachte. Die Keans sind familiär mit der Kolonialfamilie Livingston verbunden.

Margreta Roosevelt (1709-1776) und Mary Roosevelt (1789-1837) sowie weitere Verwandte der Familie heirateten in die De Peyster Familie. Die hugenottische De Peyster Familie gehörte zu den führenden Familien der Kolonie. Sie waren erst in die Niederlanden geflüchtet (die Hugenotten wurden damals in Frankreich verfolgt) und sind dann Ende des 17. Jahrhunderts nach Nordamerika emigriert.

Elbert Roosevelts (1767-1857) Frau stammte mütterlicherseits aus der Kolonialfamilie Goelet, die ebenfalls Hugenotten waren die in die Niederlande flüchteten und dann Ende des 17. Jahrhunderts nach Nordamerika emigrierten. Die Goelet Familie heiratete in die Familien Livingston und Gerry, die zu den Gründerväter gehörte.

Julian Roosevelts (1924-1986) erste Ehefrau war eine Nachfahrin William Bradford, der zu den Pilgerväter gehörte und der Gründer der englischen Plymouth-Kolonie war.

Weitere erwähnenswerte Heiraten:

  • Franklin Delano Roosevelt Jr. (1914-1988) heiratete in die Du Pont Familie, die schon seit über 100 Jahren zu den reichsten Familien der USA gehört.
  • James Roosevelt Roosevelt (1854-1927) heiratete in die Astor Familie, die im 19. Jahrhundert zu den reichsten Familien der USA gehörte.
  • James Roosevelt I. (1828-1900) heiratete die Tochter des Kaufmanns Warren Delano Jr., der im chinesischen Opiumhandel tätig war. In der Delano Familie waren zu der Zeit mehrere wohlhabende Unternehmer vertreten.
  • Eine Tochter von Granville Roland Fortescue Roosevelt (1875-1952) heiratete in die Reynolds Familie, die damals zu den reichsten Familien der USA gehörte. Die Familie gründete „RJ Reynolds Tobacco Company“, der zu einem der grössten Tabakkonzerne der USA wurde und heute Teil von British American Tobacco ist, dem aktuell grössten Tabakkonzern der Welt. Die Reynolds gründeten auch die „Reynolds Metals Company“, die zu einem der weltweit grössten Aluminiumkonzerne wurde und seit 2000 zum Aluminiumkonzern Alcoa (Mellon Familie) gehört.
  • James Roosevelt II. (1907-1991) heiratete Betsey Cushing, die später in die Withney Familie heiratete, welche damals zu den reichsten und best vernetzten Familien der US-Elite gehörte. Quentin Roosevelts (1897-1918) Verlobte kam väterlicherseits aus der Withney Familie und mütterlicherseits aus der Vanderbilt Familie.
  • Elfrida Roosevelt (1883-1963) heiratete einen britischen Baron.

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Harriman Familie

Edward Henry Harriman (1848-1909) gehörte zu den wichtigsten Eisenbahnunternehmer der USA. In der Zeit der Industrialisierung der USA (1850-1890) waren die führenden Eisenbahnunternehmer die reichsten Männer des Landes. Auch Edward Henry Harriman gehörte zu den reichsten US-Amerikaner (Quelle). Er kontrollierte auch das Schiffbau-Unternehmen „Merchant Shipbuilding Corporation“ sowie die US-Grossbank Wells Fargo (Quelle). Heute ist Wells Fargo einer der grössten Banken der Welt.

Seine Frau Mary Averell Harriman gehörte zu den wichtigsten Spendern des Eugenics Record Office, das von Andrew Carnegie gestiftet wurde (Quelle). Das Forschungsinstitut sammelte biologische, medizinische und soziale Daten der US-Bevölkerung um diese für die Eugenik- und Vererbungsforschung auszuwerten. Damals interessierten sich Teile der US-Elite für Eugenik-Forschung und sahen diese als fortschrittlich an. Mehr dazu auf Wiki. Seit dem 2. Weltkrieg und Hitler distanziert sich die US-Elite von der Eugenik (zumindest nach offiziellen Angaben).

Ihr gemeinsamer Sohn William Averell Harriman (1891-1986) war Handelsminister unter Präsident Truman, der übrigens Hochgrad-Freimaurer war und den 33. Grad (den höchsten Grad) erreichte (Quelle). William Averell Harriman war Diplomat und gehörte zu den wichtigsten Akteuren der US-Aussenpolitik (mehr dazu auf Wiki). Er war Gouverneur von New York. Er war 63 Jahre lang Mitglied des „Council on Foreign Relations“ (Quelle), einer der mächtigsten Think Tanks der Welt. Er war auch 5 Jahre lang Direktor des Think Tanks (Quelle). Er war wie sein Vater Mitglied der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk, das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Sein Cousin Joseph Wright Harriman (1867-1949) und sein Grossonkel (2. Grades) Oliver Harriman Jr. (1862-1940) waren ebenfalls Mitglied (Quelle).

William Averell Harriman war Polospieler und gehörte zu einem Polo-Club, zu dem auch Vincent Astor, Cornelius Vanderbilt, Robert Lehman, William Randolph Hearst, Walter Chrysler, Harry Guggenheim, John Mortimer Schiff, John Hay Withney und weitere Akteure der damaligen US-Elite gehörten (Quelle).

William Averell Harriman und sein Bruder Edward Roland Harriman (1895-1978) waren Mitglied bei Skull and Bones, einer elitären und diskreten Studentenverbindung an der Yale Universität, die Studenten für die US-Elite rekrutiert. Skull and Bones ist Gegenstand diverser Verschwörungstheorien. Es waren auch mehrere Bekannte der Harriman Familie Mitglied. (Quelle)

Die beiden Brüder gründeten 1927 die Bank „Harriman Brothers & Co.“. Sie fusionierte 1931 mit der US-Bank „Brown Bros. & Co.“. Diese wurde 1818 von der britischen Bankiersfamilie Brown gegründet, die schon zuvor im Jahr 1800 die erste Investmentbank der USA gegründet hatte. Durch die Fusion der Banken der Harriman und Brown Familie entstand die „Brown Brothers Harriman & Co.“ (BBH), die bis heute eine der grössten Privatbanken der USA ist. Nach der Fusion waren mehrere Partner der BBH Mitglied bei Skull and Bones, unter anderem die Harriman Brüder sowie der Bankier Prescott Bush. Dessen Sohn und Enkel waren die beiden US-Präsidenten aus der Bush Familie, die beide ebenfalls Skull and Bones Mitglieder waren (Quelle).

Die BBH hatte in den 1930er Jahren engen geschäftlichen Kontakt zur deutschen Industriellenfamilie Thyssen, die zu den wichtigsten Förderer Hitlers gehörten. Ausschnitte aus einem 2004 erschienen Artikel im Guardian:

Der Guardian hat Beweise dafür gesehen, dass Bush der Direktor der in New York ansässigen Union Banking Corporation (UBC) war, die Thyssens US-Interessen vertrat, und er arbeitete nach dem Kriegseintritt Amerikas weiter für die Bank. Bush war auch im Vorstand von mindestens einem der Unternehmen, die Teil eines multinationalen Netzwerks von Frontunternehmen waren, damit Thyssen Vermögenswerte auf der ganzen Welt bewegen konnte. Thyssen besaß das größte Stahl- und Kohleunternehmen in Deutschland und wurde reich an Hitlers Bemühungen, sich zwischen den beiden Weltkriegen wieder zu bewaffnen. Eine der Säulen im internationalen Unternehmensnetz von Thyssen, UBC, arbeitete ausschließlich für eine von Thyssen kontrollierte Bank in den Niederlanden und war im Besitz dieser. Verlockender sind Bushs Verbindungen zur Consolidated Silesian Steel Company (CSSC) mit Sitz im mineralreichen Schlesien an der deutsch-polnischen Grenze. Während des Krieges nutzte das Unternehmen die Sklavenarbeit der Nazis aus den Konzentrationslagern, einschließlich Auschwitz. Das Eigentum an CSSC wechselte in den 1930er Jahren mehrmals den Besitzer, aber Dokumente aus dem im letzten Jahr freigegebenen US-Nationalarchiv verbinden Bush mit CSSC, obwohl nicht klar ist, ob er und UBC noch in das Unternehmen involviert waren, als Thyssens amerikanische Vermögenswerte 1942 beschlagnahmt wurden.

Weitere bemerkenswerte Mitarbeiter der BBH Bank waren:

  • Mehrere Mitglieder der Bankiersfamilie Brown (Quelle), die wie gesagt zu den Gründern gehörte.
  • Montagu Norman (1871-1950) aus der britischen Bankiersfamilie Norman. Er war einer der mächtigsten Akteure der britischen Elite und spielte eine wichtige Rolle in der Zeit vor und während des 2. Weltkrieges.
  • Alan Greenspan (*1926). Er war von 1987 bis 2006 Vorsitzender der US-Zentralbank FED. Er besetzte leitende Postionen bei Grossunternehmen, darunter beim Ölkonzern Mobil (Rockefeller Familie), beim Aluminiumkonzern Alcoa (Mellon Familie), bei der Grossbank JPMorgan (Morgan Familie), beim Rundfunkkonzern ABC und noch weiteren Unternehmen (Quelle).
  • Robert A. Lovett (1895-1986). Er war US-Verteidigungsminister und war im Kabinett von Präsident Truman und leitete in dieser Funktion den Nordkorea Krieg. Er war eng mit William Averell Harriman verbunden (Quelle). Er heiratete zudem in die Bankiersfamilie Brown, die wie gesagt zusammen mit den Harriman Brüdern die BBH gründete.
  • Robert Roosa (1918-1993). Er arbeitete ebenfalls für die FED und war unter Kennedy für Währungsangelegenheiten zuständig. Er war 11 Jahre lang Vorsitzender der Brookings Institution (Quelle), die als einer der weltweit einflussreichsten Think Tanks gilt. Er war 15 Jahre lang Direktor des „Council on Foreign Relations“ (Quelle), ebenfalls einer der mächtigsten Think Tanks. Er war zudem Treuhänder der Rockefeller Foundation (Quelle).
  • Richard W. Fisher (*1949). Er war 10 Jahre lang Präsident und CEO der Abteilung der FED in Dallas sowie 4 Jahre lang stellvertretender Handelsbeauftragter der Vereinigten Staaten. Er gehörte zum Verwaltungsrat von PepsiCo (war 2019 der weltweit grösste Getränkekonzern) und war Senior Advisor bei Barclays (eine der ältesten und grössten Banken der Welt).

Die Harriman Brüder gründeten 1933 die Investmentbank Harriman, Ripley und Company. 1965 fusionierte sie mit der Bank der Drexel Familie, die im 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Bankiersfamilien der USA gehörte und enge Geschäftspartner der Morgan Familie waren. Nach einer weiteren Fusion 1976 mit einer Bank der belgischen Bankiersfamilie Lambert (Bekannte der Rothschilds) entstand „Drexel Burnham Lambert“. Diese wurde zu einer der grössten Investmentbanken der Welt, ging aber 1990 aufgrund illegaler Aktivitäten Konkurs.

Ein Cousins der Harriman Brüder war Joseph Wright Harriman (1867-1949). Er war ebenfalls Bankier und gründete eine eigene Bank. 1934 wurde er wegen Bankbetrug zu mehr als vier Jahren verurteilt. Nach zwei Jahren kam er auf Bewährung frei. Er war wie bereits erwähnt Mitglied der Pilgrims Society.

Ein Grossonkel der Harriman Brüder war Oliver Harriman (1829-1904). Oliver war ebenfalls im Finanzwesen tätig und auch seine Nachkommen waren Teil der US-Elite.

Sein Sohn Oliver Harriman Jr. (1862-1940) war in vielen elitären Clubs vertreten (Quelle):

Auch sein Bruder Herbert M. Harriman (1873-1933) verkehrte in elitären Clubs, in denen zu dieser Zeit auch die Familien Astor, Vanderbilt und Lorillard präsent waren.

Die Harriman Familie gründete 1968 zusammen mit den Familien RockefellerMellon und Warburg das Private Equity-Unternehmen AEA Investors (Quelle).

Verbindungen zu alten US-Kolonialfamilien:

Die Harriman Familie war mit mehreren alten Kolonialfamilien der US-Elite verbunden, also mit jenen Familien, die schon vor der Gründung der USA zur Elite der 13 Kolonien gehörten. Darunter waren auch die niederländischen Kolonialfamilien Van Rensselaer, Vanderbilt, Roosevelt, Schuyler und Stuyvesant, die auch untereinander heirateten. Diese Familien emigrierten im 17. Jahrhundert von den Niederlanden nach Nordamerika und gründeten dort die Kolonie New Netherland (das heutige New York). Die Niederlanden waren im 17. Jahrhundert die führende Kolonialmacht und das Finanzzentrum der Welt (Goldenes Zeitalter).

Die Harrimans haben selbst niederländische Wurzeln. Ein früher Vorfahre war der Niederländer Wolfert Gerritse van Kouwenhoven (1579-1662), einer der Hauptgründer der Kolonie New Netherland. Er hatte einen Knecht Namens Jan Aertszoon (1620-1705). Dieser war der Stammvater der Vanderbilt Familie, die später ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu den reichsten Eisenbahnunternehmer der USA aufstiegen. Die Harrimans stiegen in dieser Zeit ebenfalls zu reichen Eisenbahnunternehmer auf. Anne Harriman (1861-1940) heiratete in dritter Ehe in die Vanderbilt Familie.

Anne Harriman (1861-1940) heiratete in zweiter Ehe Lewis Morris Rutherfurd Jr. (1859-1901), dessen Mutter aus der niederländischen Kolonialfamilie Stuyvesant kam. Sie sind Nachfahren von Peter Stuyvesant (1592-1672), der zu den führenden Köpfen der niederländischen Kolonie New Netherland gehörte. Lewis hatte mütterlicherseits auch Blut von John Winthrop (1587-1649) in sich, welcher der Stammvater der englischen Kolonialfamilie Winthrop war. Er gründete die englische Kolonie „Massachusetts Bay Colony“.

Ein Bruder von Lewis, Winthrop Rutherfurd (1862-1944), hatte eine Affäre mit Consuelo Vanderbilt. Später heiratete er Lucy Mercer, die eine langjährige Geliebte von US-Präsident Franklin Roosevelt war. Die Roosevelt Familie ist ebenfalls eine niederländische Kolonialfamilie, die schon seit Ende des 17. Jahrhunderts zur New Yorker Elite gehört.

Anne Harrimans Ehemann Lewis stammte väterlicherseits aus einem Zweig des schottischen Rutherfurd/Rutherford Clans. Der Zweig wurde vom schottischem Kaufmann Walter Rutherfurd (1723-1804) gegründet, der nach Nordamerika emigrierte. Dort gründete er 1756 in New York zusammmen mit anderen schottischen Clans die „Saint Andrew’s Society of the State of New York„, die bis heute besteht. Sie ist die älteste Wohltätigkeitsorganisation von New York. Fast alle Präsidenten der Gesellschaft waren Angehörige schottischer Clans, unter anderem der Clans Barclay, Livingston, Drummond, Duncan und Lenox. Auch Walter Rutherfurd war Präsident der Gesellschaft. Sein Sohn John Rutherfurd (1760-1840) heiratete 6 Jahre nach der Gründung der USA die Tochter des US-Gründervaters Lewis Morris und wurde später noch US-Senator. Der Gründervater Lewis Morris stammte selbst aus einer Kolonialfamilie. Sein Grossvater war Lewis Morris (1671-1746), der Gouverneur der britischen Kolonie New Jersey war. Zum familiären Umfeld von Lewis Morris und John Rutherfurd gehörten mehrere niederländische Kolonialfamilien, darunter auch die Stuyvesant Familie.

Eine Tochter von Anne Harriman und Lewis war Margaret Stuyvesant Rutherfurd (1891-1976). Sie heiratete in zweiter Ehe in das französische Hochadelsgeschlecht Bonaparte (die Familie von Napoleon). Ihr erster Ehemann war Ogden Livingston Mills (1884-1937). Dieser stammte aus der Kolonialfamilie Livingston, die zu den Gründervätern der USA gehörten und vom schottischen Livingstone Clan abstammen. Der Gründervater Philip Livingston (1716-1778) war der erste Präsident der oben erwähnten Saint Andrew’s Society of the State of New York.

Von Ogden Livingston Mills Schwestern heiratete eine einen Grafen aus dem schottischen Forbes Clan und die andere in die Industriellenfamilie Phipps, die enge Freunde von Andrew Carnegie waren, der ebenfalls Präsident der Saint Andrew’s Society of the State of New York war.

Cornelia Averell Harriman (1884-1966) heiratete Robert Livingston Gerry, Sr., der ebenfalls aus der schottischen Kolonialfamilie Livingston stammte. Sein Ur-Grossvater Elbridge Gerry (1744-1814) gehörte zudem zu den Gründervätern. Sein Sohn arbeitete für die Bank der Harriman Familie.

Annie Ingland Harriman (1846-1920) heiratete in die niederländische Kolonialfamilie Van Rensselaer, die vom 17. bis zum 19. Jahrhundert zu den reichsten und mächtigsten Familien des Landes gehörte.

Ein Mann namens Charles Harriman (1822-1878), bei dem aber unklar ist, ob er mit diesen Harrimans verwandt ist, heiratete in die Schuyler Familie, die früher ebenfalls zu den wichtigsten niederländischen Kolonialfamilien gehörte.

Die hier erwähnten Kolonialfamilien Van Rensselaer, Vanderbilt, Winthrop, Schuyler und Morris sowie die US-amerikanischen Zweige der schottischen Clans Livingston, Barclay und Forbes verkehrten im 19. Jahrhundert gemeinsam und waren quasi ein Freundeskreis (Quelle). Oft waren die Astors die Gastgeber.

Zu den frühen Vorfahren der Harrimans gehört wie gesagt die niederländische van Kouwenhoven Familie. Interessanterweise waren die Harrimans im 20 Jahrhundert mit zwei Personen verbunden, die den Familiennamen Kouwenhoven hatten:

  • John Atlee Kouwenhoven (1909-1990) arbeitete bei der Bank „Brown Brothers Harriman and Co.“ (Quelle).
  • Hendrik Jozef Kouwenhoven leitete eine niederländische Bank, die zusammen mit der Union Banking Corporation von Bush und Harriman zu einem Netzwerk gehörte, das finanzielle Dienstleistungen für die Nazi-Unterstützer aus der Thyssen Familie erbrachte (wurde oben schon erläutert) (Quelle 1, Quelle 2). Hendrik Jozef Kouwenhoven regelte persönlich finanzielle Angelegenheiten der Thyssen Familie zur Nazizeit (Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3).

Weitere erwähnenswerte Heiraten:

Der Investmentbanker Jefferson Borden Harriman (1864-1914) heiratete Florence Jaffray Hurst. Zu ihrer Hochzeit kamen auch US-Präsident Grover Cleveland, JP Morgan, John Jacob Astor IV. und Cornelius Vanderbilt. Seine Frau gründete 1903 den Colony Club, ein elitärer New Yorker Club für Frauen. Zu den Mitgliedern gehörten unter anderem Madeleine Astor, Abby Aldrich Rockefeller, Anne Harriman Vanderbilt, Anne Morgan und Helen Hay Whitney. (Quelle)

William Averell Harrimans erste Frau war eine Urenkelin des US-amerikanischen Bankiers James Lanier. Dessen Sohn Charles Lanier war ein enger Freund von JP Morgan. William Averell Harriman heiratete in zweiter Ehe Marie Norton, die zuvor mit Cornelius Vanderbilt Whitney verheiratet war. In dritter Ehe heiratete er Pamela Digby. Ihr Vater war ein Baron aus der britischen Adelsfamilie Digby. Ihre Mutter war die Tochter eines Barons aus dem schottischen Bruce Clan. Pamela Digby war zuvor mit Randolph Frederick Churchill verheiratet, dem Sohn des britischen Premierminister Winston Churchill. Pamela führte auch romantische Beziehungen mit Baron Élie de Rothschild, dem pakistanischen Prinzen Ali Khan und Gianni Agnelli (Quelle). Diese drei stammen aus sehr einflussreichen Familien.

Emmeline Harriman (1860-1938) heiratete in die Dodge Familie, die das Bergbauunternehmen Phelps Dodge Corporation gründete und führte. Es wurde zu einem der grössten Kupferproduzenten der Welt. Seit 2007 gehört das Unternehmen zu Freeport-McMoRan, das 2018 der grösste Kupferproduzent gewesen ist.

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Ford Familie

Die US-amerikanische Familie Ford gründete, führt und besitzt den US-Automobilkonzern Ford, der schon seit über 100 Jahren zu den grössten Automobilkonzernen der Welt gehört. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Ford Familie vermutlich die reichste Familie der USA, neben Rockefeller, Mellon und Du Pont (Quelle).

Der Ford Konzern unterhielt in den 1930er Jahren geschäftliche Beziehungen zum deutschen Naziregime und unterstützte die Rüstungsproduktion der Nazis (Quelle 1 und Quelle 2). Die deutsche Tochterfirma des Ford-Konzerns beschäftigte während des 2. Weltkrieges etwa 1350 Zwangsarbeiter (Quelle).

Das heutige Vermögen der Ford Familie wurde 2015 auf 2 Milliarden Dollar geschätzt (Quelle). Das erscheint schon etwas gar wenig, da der Ford-Konzern seit 100 Jahren zu den grössten Familienunternehmen der Welt gehört. 2018 belegte Ford Platz 5 der weltweit grössten Familienunternehmen. Die Beteiligung der Familie lag 2018 bei 40% und sie sind somit immer noch Hauptaktionär (Quelle). Ford war 2019 auf Platz 13 der grössten US-amerikanischen Unternehmen (Banken inbegriffen). Das Vermögen der Familie sollte somit höher sein als offiziell angegeben. Vermutlich wird die Familie den grossen Teil des Geldes direkt an Stiftungen „spenden“. Darunter vermutlich auch an die Ford Foundation, die 1936 von der Familie gründet wurde. Die Ford Foundation gehörte lange Zeit zu den reichsten Stiftungen der US-Elite. Wie alle Elite-Stiftungen spenden sie in erster Linie Geld für wohltätige Zwecke. Aber eben nicht nur für wohltätige Zwecke:

  • Die Ford Foundation gründet und stiftete 1948 zusammen mit dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Douglas Aircraft die RAND Corporation (Quelle). Die Rand Corporation gilt als einer der einflussreichsten Think Tanks der Welt. Die Denkfabrik berät unter anderem das US-Militär und konzentriert sich traditionell auf den strategisch-militärischen Bereich. Mehrere führende Mitglieder arbeiteten für die Rüstungsindustrie. Der Gründer-Konzern Douglas Aircraft ist heute Teil des Boeing-Konzerns, der neben Zivilflugzeugen auch Rüstungsgüter herstellt. 2018 war Boeing der zweitgrösste Rüstungskonzern der Welt. Die Ford Foundation spendete auch in den letzen Jahren kleinere Beträge an die RAND Corporation (Quelle).
  • Die Ford Foundation unterstützt zurzeit den britischen Think Tank „Chatham House“ bei dessen Rohstoff-Programm zusammen mit den Stiftungen von Rothschild, Rockefeller, Merck und Bill Gates. Natürlich sind auch Grossbanken und Ölkonzerne unter den Spendern. Das Chatham House ist der vermutlich mächtigste Think Tank ausserhalb der USA. (Quelle: Screenshot vom 6. Juni 2020).
  • Die Ford Foundation spendete in den letzen 11 Jahren mehr als 10 Millionen an das „Center for American Progress“ (Quelle). Der Think Tank existiert erst seit 2003, zählt aber jetzt schon zu den wichtigsten Denkfabriken, die sich auf die US-amerikanische Innenpolitik konzentrieren. Zu den Gönnern des Think Tanks gehören unter anderem Carnegie, Soros, Bill Gates, Rockefeller und Walton (Quelle 1 und Quelle 2).
  • Die Ford Foundation spendete in den letzten 8 Jahren mehr als 3 Millionen an die „Carnegie Endowment for International Peace“ (Quelle), ein international einflussreicher US-Think Tank. Zu den Spendern in den letzten Jahren gehörten auch die Stiftungen der Familien Rockefeller, Tata und Koch sowie die Stiftung von Georg Soros (Quelle).
  • Die Ford Foundation spendete in den letzten 14 Jahren mehrere Millionen an die Brookings Institution (Quelle). Der US-Think Tank gilt als einer der mächtigsten der Welt.
  • Sie spenden auch an das „Center for Strategic and International Studies (Quelle), das einer der mächtigsten Denkfabriken ist, im Bezug auf US-Aussenpolitik.

Die Liste lässt sich natürlich fortsetzten. Die Ford Foundation spendet zudem traditionell an Organisationen, die sich für Familienplanung und Bevölkerungskontrolle einsetzten. In den letzten 14 Jahren spendete sie mehr als 17 Millionen Dollar an die „Planned Parenthood Federation of America“ (Quelle) und mehrere Millionen an den „Population Council“ (Quelle), der übrigens von der Rockefeller Familie gegründet wurde.

In den letzten 14 Jahren spendete die Ford Foundation über 80 Millionen Dollar an Rockefeller-Stiftungen (Quelle). Die Familien Rockefeller und Ford kennen sich schon spätestens seit Beginn des 20 Jahrhunderts.

Erwähnenswerte Familienmitglieder

Henry Ford (1863-1947) gründete 1903 die Ford Motor Company. Er gilt als der Hauptentwickler der Fliessband-Produktion. in den 20er Jahren galt er als der reichste US-Amerikaner und er gilt heute noch als einer der reichsten Amerikaner aller Zeiten (Quelle). Herny Ford war Freimaurer (Quelle). Die wichtigsten Automobilkonzerne der USA sind schon seit hundert Jahren die Konzerne General Motors, Ford und Chrysler. Letzterer wurde von Walter Chrysler gegründet, der ebenfalls Freimaurer war (Quelle).

Edsel Ford (1893-1943) leitete Ford. Er war mit John D. Rockefeller Jr. befreundet (Quelle), der aus der Rockefeller Familie kam, die mit dem Ölkonzern Exxon verbunden ist.

Henry Ford II. (1917-1987) leitete Ford und die Ford Foundation. Er war ein enger Freund von John Hugo Loudon, der auch mit David Rockefeller befreundet war (Quelle). John stammte aus der niederländischen Adelsfamilie Loudon, die mit dem Ölkonzern Shell verbunden ist. Henry Ford II. gehörte zur Stiftung „The 1001: A Nature Trust„, die den WWF kontrolliert. Loudon und Rockefeller gehörten ebenfalls zur Stiftung.

William Clay Ford Jr. (*1957) ist zurzeit im binationalen Aufsichtsrat der US-Mexico Handelskammer, eine Lobbyorganisation die sich für Handelsbeziehungen zwischen der USA und Mexico einsetzt. Er war Präsident des Ivy Clubs an der Princeton Universität (Quelle). Princeton ist eine der reichsten und elitärsten Privatuniversitäten der Welt. Zum Ivy Club gehörten auch Angehörige der Familien Rockefeller, Mellon, Harriman und Lee (die US-Kolonialfamilie Lee).

Die Ford Familie stammte ursprünglich aus Irland und emigrierte 1846 in die USA. Mitglieder der Ford Familie hatte Ehepartner, mit den Familiennamen McDonnell, Kennedy und MacNaughton. Dies sind Familiennamen schottischer Clans. Allerdings ist von diesen Ehepartner kein weit zurückreichender Stammbaum vorhanden. Somit lässt sich nicht sicher sagen, ob diese von schottischen Clans abstammen.

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Keswick Familie

Die schottische Keswick Familie ist der Teil der britischen Kolonialelite. Sie sind seit über 150 Jahren mit der ostasiatischen Wirtschaft verbunden und gehören zur Hongkonger Wirtschaftselite. Hongkong war von 1841 bis 1997 eine britische Kolonie. Mit einer Grösse von 1106,7 km² ist Hongkong 40 mal kleiner als die Schweiz. Trotzdem gehört Hongkong zu den 10 grössten Exportnation der Welt und belegt meistens Platz 8 oder 9 (Quelle 1, Quelle 2). Hongkong ist schon seit über 150 Jahren der führende Finanzplatz Asiens. Das Hongkonger Finanzwesen wurde allerdings nicht von Asiaten aufgebaut, sondern von britischen Bankiers, darunter auch die Keswick Familie.

Die Keswick Familie ist kein schottischer Clan (schottische Aristokratenfamilien). Sie sind aber familiär mit vielen schottischen Clans verbunden, darunter auch mit mehreren adligen Clan-Chefs, welche die Oberhäupter der schottischen Aristokraten sind. Die schottischen Clans nahmen eine führende Rolle in der Kolonie Hongkong ein und kontrollierten mit ihren Handelshäusern grosse Teile des Opiumhandels. Hongkong gehört heute übrigens zu den fünf grössten Steueroasen der Welt (Quelle 1, Quelle 2). 2020 belegte Hongkong Platz 4 auf dem Schattenfinanzindex.

Die Keswick Familie führen zurzeit den Grosskonzern „Jardine Matheson“, der schon seit über 150 Jahren zu den grössten Unternehmen Hongkongs gehört. Im 19. Jahrhundert wurde es als britisches Handelshaus gegründet, das sich auf den ostasiatischen Handel konzentrierte. Es war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das grösste ausländische Handelsunternehmen in Ostasien und war einer der grössten Opiumhändler der Welt. 2013 war Jardine Matheson immer noch das fünftgrösste Unternehmen Hongkongs (Quelle). Inzwischen konzentriert sich das Unternehmen auf Immobilien, Bauwesen, Einzelhandel, Hotelindustrie, Versicherungen, Luftfahrt und Automobilindustrie. 2018 war es das grösste Familienunternehmen Hongkongs und belegte Platz 15 der grössten asiatischen Familienunternehmen. Die Keswick Familie hielt 2018 50% der Anteile von „Jardine Matheson“ (Quelle). Die Keswick Familie ist traditionell mit der britischen Grossbank HSBC und deren Führungskräfte verbunden.

Die Familien Keswick und Rothschild sind seit vielen Jahren befreundet. Im Jahr 2005 erwarb die Keswick Familie eine Beteiligung von 20% an der Rothschild Bank (Quelle). Aktuell liegt ihr Anteil bei 5.43% (Quelle).

2013 trat Baron James Sassoon dem Vorstand von „Jardine Matheson“ bei und kannte somit die Keswick Familie (Quelle). Die Sassoon Familie ist wie die Keswick Familie seit dem 19. Jahrhundert im ostasiatischen Handel aktiv und war ebenfalls ein bedeutender Opiumhändler. Sie hatten schon damals Kontakt zu der Keswick Familie, was unten genauer erläutert wird.

2019 betrug das Familienvermögen der Keswicks nach offiziellen Angaben 6,356 Milliarden Pfund, also etwa 7,8 Milliarden Dollar (Quelle).

1. Generation

William Keswick (1834-1912) gilt als der Gründer der Familiendynastie. Mütterlicherseits stammte er aus den schottischen Clans Johnstone und Jardine. Väterlicherseits hatte er ebenfalls Blut des Jardine Clans in sich.

Seine Grossmutter, Jean Jardine Johnstone (1774-1856), war eine ältere Schwester von William Jardine. Dieser gründete 1832 zusammen mit James Matheson das Handelshaus „Jardine Matheson & Co.“. Es nahm eine führende Rolle im Opiumhandel ein und war auch ein bedeutender Händler von Baumwolle, Seide und Tee. Auch Schifffahrt, Baumwollspinnereien und Eisenbahnbau gehörte zu seinem Geschäftsfeld. Matheson ist ebenfalls ein schottischer Clan.

Damals wurde der grösste Teil des ostasiatischen Handels, darunter auch der Opiumhandel, von ausländischen Unternehmen kontrolliert, welche als Hongs bekannt waren und von elitären Familien geführt wurden. Die wichtigsten zu dieser Zeit waren:

  • Angehörige schottischer Clans wie Matheson, Jardine, Russell, Forbes, Sutherland, Paterson, Livingston, Mackinnon und MacKenzi.
  • Die britisch-deutsche Bankiersfamilie Baring, die in den britischen Adel aufgenommen wurde.
  • Die beiden jüdischen Familien Sassoon und Kadoorie, die aus Bagdad stammen. Sassoon wurde in den britischen Adel aufgenommen und Kadoorie heiratete in den schottischen McAulay Clan. Kadoorie und McAulay sind heute noch geschäftlich aktiv und gehören zu den reichsten Familien Hong Kongs.
  • Die britische Swire Familie, welche heute noch geschäftlich aktiv ist und Milliardäre sind. Sie haben immer noch Kontakt zur Keswick Familie.
  • Die dänische Jebsen Familie, welche heute noch geschäftlich aktiv ist und Milliardäre sind.

William Keswick war in Schottland aufgewachsen. 1855 reiste er nach Hongkong und arbeitete für das Handelshaus „Jardine Matheson & Co.“. Er wurde schliesslich Partner des Unternehmens und gehörte zu dessen Führung. 1886 reiste er von Hongkong zurück nach Grossbritannien. Dort gehörte er zur Führung des Londoner Handelshauses „Matheson & Company“ und war somit weiterhin mit den Familien Matheson und Jardine verbunden. Zudem ging er in die britische Politik.

William Keswick war auch Vorsitzender der britischen Handelsvereinigung „China Association“ (Quelle). Die Handelsvereinigung vertrat Interessen britischer Unternehmen, die im ostasiatischen Raum Handel trieben. Darunter die Handelshäuser „Jardine Matheson & Co.“, „Dent & Co.“ (Familien Baring und Dent) und „Swire & Sons“ (Swire Familie) sowie das Ölunternehmen „Shell Transport and Trading Company“ (Samuel Familie).

Die Mitgliederbeiträge und Spenden wurden von der britischen Bank HSBC verwaltet. Diese wurde 1865 in Hongkong von Thomas Sutherland und weiteren schottischen Bankiers gegründet. Die Bank finanzierte den britisch-ostasiatischen Handel und wurde zum wichtigsten Finanzier des Opiumhandels. Die HSBC ist bis heute die grösste Bank Hongkongs. Aktuell ist sie die grösste Bank Europas und gehört schon seit Jahrzehnten zu den 10 grössten Banken der Welt. William Keswick war zudem von 1880 bis 1881 Vorsitzender der HSBC.

Der Nachfolger der „China Association“ war die „Hong Kong Association“, die bis heute besteht. Zu den aktuellen Mitgliedern des Verbandsausschusses der „Hong Kong Association“ gehören:

  • Sir Henry und Adam Keswick.
  • Baron James Sassoon aus der bereits erwähnten Sassoon Familie.
  • Barnaby und Sam Swire aus der bereits erwähnten Swire Familie.
  • Mehrere Führungskräfte der HSBC sowie Führungskräfte der britischen Bank Standard Chartered, die sich wie die HSBC ursprünglich auf den asiatischen Raum konzentrierte und inzwischen weltweit aktiv ist.

Quelle: Screenshot vom 6. Juni 2020

Die Handelsvereinigung wird somit immer noch vom selben Kreis geleitet wie vor 150 Jahren.

William Keswicks jüngerer Bruder war James Johnstone Keswick (1845-1914). Er gehörte ebenfalls zur Führungsclique von „Jardine Matheson & Co.“ und lebte in Hongkong, China und Japan. Er war von 1901 bis 1902 Vorsitzender der HSBC.

James Johnstone Keswick war auch inoffizielles Mitglied des Exekutivrates von Hongkong, der seit über 170 Jahren besteht und die Interessen der britischen Königsfamilie in Hongkong vertritt. Ursprünglich wurde der Rat von der britischen Kolonialelite geführt. Auch noch heute ist der Exekutivrat eine der wichtigen politischen Instanzen Hongkongs. Heute wird der Rat von Asiaten geführt, die aber engen diplomatischen zur britischen Kolonialelite haben. Der Exekutivrat ist im Grunde das selbe wie eine Commonwealth-Behörde, auch wenn Hongkong kein Commonwealth-Staat ist. James Johnstone Keswick war wie gesagt inoffizielles Mitglied. Als inoffizielle Mitglieder bezeichnet man Ratsmitglieder, die aber nicht Teil der Regierung Hongkongs sind. Diese inoffiziellen Mitglieder vertreten meistens wirtschaftliche Interessen. Von den inoffiziellen Mitgliedern von 1896 bis 1941 waren mehrere Mitarbeiter von „Jardine Matheson“ und der HSBC. Zudem stammten mehrere aus schottischen Clans wie Mackie, Bell und Pollock. Die inoffiziellen Mitglieder des Exekutivrates von 1946 bis 1997 waren meistens Asiaten, von denen auch einige für die HSBC und „Jardine Matheson“ arbeiteten. Es waren aber auch die schottischen Clans MacEwen, Gordon, McGregor und Ross vertreten.

Die Brüder William Keswick und James Johnstone Keswick waren auch inoffizielle Miglieder des Hongkonger Legislativrats. Dieser wurde 1843 von den Briten als Rat von Kolonial-Gesetzgebern gegründet. Er wurde ebenfalls bis 1941 fast nur von Briten geführt, darunter auch von schottische Clans wie Sutherland, Jardine, Johnstone, Bell, Mackie, Ross, Pollock, McEwen und Murray. Auch Frederick David Sassoon war mit weiteren Interessenvertreter der Sassoon Familie im Rat Mitglied. Von 1946 bis 1985 wurde der Rat dann von Asiaten geführt, von denen manche für die HSBC und „Jardine Matheson“ arbeiteten. Aber auch schottische Clans waren vertreten wie MacEwen, Ross und Gordon. Auch Baron Lawrence Kadoorie war Mitglied. Die jüdische Kadoorie Familie sind Bekannte der Sassoon Familie und heirateten in den schottischen McAulay Clan.

William Keswick war auch der erste Vorsitzende der „Imperial Bank of Persia“. Sie war die erste wichtige Bank die im Iran tätig wurde, wo bis dahin aufgrund der Religion Kredithandel mit Zinsen verboten war und es somit noch keine Finanzindustrie gab. Die „Imperial Bank of Persia“ kontrollierte seit ihrer Gründung 1889 bis 1930 die iranische Finanzindustrie, welche von der Bank aufgebaut wurde. 1952 gab die Bank den iranischen Markt auf und wurde 1959 Teil der HSBC. Die Bank wurde (zumindest anfangs) von den Familien Keswick, Sassoon und Reuter kontrolliert (Quelle 1Quelle 2).

Ein weitere Bruder war John Johnstone Jardine Keswick (1842-1904). Dieser arbeitete für Rio Tinto und kannte dessen Gründer Hugh Matheson persönlich (Quelle). Seit seiner Gründung 1873 gehört Rio Tinto zu den grössten Bergbauunternehmen der Welt.

Die Schwester der Brüder Christina Keswick (circa 1813-1863) hatte einen Sohn der die Tochter von Harry Smith Parkes heiratete. Harry war ein britischer Diplomat in Ostasien und war mitverantwortlich für den Ausbruch des zweiten Opiumkriegs (Quelle).

2. Generation

Henry Keswick (1870-1928) war ebenfalls inoffizielles Mitglied des Exekutiv- und Legislativrats. Er war von 1908 bis 1909 Vorsitzender der HSBC. Er leitete zudem mehrere Hongkonger Unternehmen. Als er nach Grossbritannien zurückkehrte war er dort für die Londoner HSBC tätig. Seine Frau trug den Familiennamen Johnstone und sie stammte demnach vielleicht aus dem schottischen Johnstone Clan.

3. Generation

Tony Keswick (1903-1990) leitete „Jardine Matheson“. Er war zudem Direktor von:

  • Bank of England, die britische Zentralbank
  • British Petroleum (BP), schon seit über 100 Jahren einer der grössten Ölkonzerne der Welt
  • Hudson’s Bay Company, das kanadische Handelsunternehmen besteht seit 1670 und spielte eine wichtige Rolle zur Zeiten der Kolonialisierung Nordamerikas

(Quelle)

1972 wurde Tony Keswick zum Ritter geschlagen. Er war Mitglied der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Über die Gesellschaft kannte er auch elitäre Familien aus den USA wie Rockefeller und Morgan. Während des 2. Weltkrieges war er für die britischen Geheimdienste tätig. Er gehörte auch zur „Royal Company of Archers“, welche die traditionelle Leibwache der schottischen Monarchen ist. Tony hatte demnach Kontakt zu Adligen Vertreter der schottischen Clans, welche die Leibwache führen, unter anderem die Clans Hamilton, Hope, Douglas, Ogilvy und Scott (Quelle).

Zudem heiratete Tony Mary Etheldreda Lindley (1911-2009) deren Grossvater mütterlicherseits Baron Simon Fraser war, der damalige Clan-Chef des schottischen Fraser Clans. Tonys Schwägerin heiratete einen Baron aus dem schottischen McEwen Clan. Somit war Tony Keswick definitiv mit den schottischen Clans verbunden.

John Keswick (1906-1982) arbeitete während des 2. Weltkrieges ebenfalls für britische Geheimdienste. 1950 erhielt er ein Orden vom britischen Hochadel. Er war Präsident der bereits erwähnten „China Association“. Er war mit dem chinesischen Premierminister Zhou Enlai befreundet. Er heiratete die Tochter eines Grafen aus der englischen Adelsfamilie Feilding.

4. Generation

Sir Henry Keswick (*1938) ist der aktuelle Vorsitzende von „Jardine Matheson“ und Milliardär. Er war oder ist noch immer Mitglied der Pilgrims Society. Er heiratete wie sein Vater Tony in den schottische Fraser Clan. Sein Schwiegervater war Baron Simon Christopher Joseph Fraser, der damalige Clan-Chef des Fraser Clans. Zur engen Verwandschaft gehörten auch die schottischen Clans MacKay, Scott, Montgomery und Tennant. Henrys Frau war zuvor mit Baron Hugh Mackay verheiratet, dem damaligen Clan-Chef des MacKay Clans.

Chips Keswick (*1940) war Vorsitzender der Hambros Bank und kannte dadurch die Bankiersfamilie Hambro, die damals immer noch die Bank führte. Er war ebenfalls Mitglied der Pilgrims Society, in der auch die Hambro Familie vertreten ist. Chips heiratete die Tochter des Grafen Simon Ramsay, welcher der damalige Clan-Chef des schottischen Ramsay Clans war.

Simon Keswick (*1942) war Direktor von „Jardine Matheson“. Seine Schwiegermutter stammte aus den schottischen Clans Murray und Elliot.

5. Generation

Percy Weatherall (*1957) ist der Sohn von Sophy Keswick (1929-2017). Er gehörte zum Vorstand von „Jardine Matheson“ und heiratete eine Frau mit Namen Johnston, die demnach aus dem schottischen Johnstone Clan stammen könnte. Über seine Schwester Isobel Charlotte Weatherall (*1962) war er definitiv mit den schottischen Clans verbunden, da die Schwester den Grafen Michael Fergus Bowes-Lyon heiratete, der damalige Clan-Chef des Lyon Clans. Der Graf war mit dem britischen Königshaus verwandt.

Adam Keswick (*1973) trat 2018 dem Vorstand der Rothschild Bank bei (Quelle). Er besetzt leitende Postionen bei „Jardine Matheson“.

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Agnelli Familie

Die Agnelli Familie gilt als die wichtigste Familiendynastie der italienischen Wirtschaftselite. Italien gehört zu den 10 grössten Exportländern der Welt und hat eine international vernetzte Wirtschafts/Finanzelite. Die Agnelli Familie hat in viele italienische Adelsfamilien geheiratet und ist dadurch inzwischen inoffiziell Teil des italienischen Adels. 2014 wurde das Familienvermögen der Agnellis auf 13,5 Milliarden Dollar geschätzt und sie gehört somit zu den reichsten Familien Italiens (Quelle).

Ihre Holdinggesellschaft Exor hat ihren Sitz in den Niederlanden. Die Niederlande besetzten übrigens 2020 Platz 8 auf dem Schattenfinanzindex und entwickelte sich in den letzten 10 Jahren immer mehr zu einer Steueroase (Quelle).

2018 war Exor das viert grösste Familienunternehmen der Welt. 2017 war Exor das sechst grösste Unternehmen Europas.

Giovanni Agnelli (1921-2003) und Umberto Agnelli (1934-2004) gehörten zum Lenkungsausschuss der Bilderberg-Treffen (Quelle). Giovanni Agnelli hatte zudem persönlichen Kontakt zu David Rockefeller, John F. Kennedy und André Meyer von der Lazard Bank (Quelle).

John Elkann (*1976), ein Enkel und Erbe von Giovanni Agnelli, ist der derzeitige Vorstandsvorsitzende und CEO von Exor. Er ist zurzeit auch Mitglied des Lenkungsausschusses der Bilderberg-Treffen. (Quelle: Screenshot vom 6.6.2020 der offiziellen Bilderberg-Website)

Über Exor hielt die Familie 2019 Anteile an folgenden Unternehmen:

  • Fiat Chrysler Automobile (28,67% Anteil und 42,44% Stimmrechte). Der Automobilkonzern gehört zu den grössten Autohersteller der Welt. Er entstand 2014 durch die Fusion von Fiat und Chrysler. Der italienische Automobilkonzern Fiat wurde 1899 von Giovanni Agnelli (1866-1945) gegründet und wird seither von der Agnelli Familie kontrolliert. Der US-Automobilkonzern Chrysler wurde 1925 von Walter Chrysler gegründet und gehört seither zu den grössten Fahrzeughersteller der USA. Walter Chrysler war Freimaurer (Quelle). Auch die italienischen Automobilkonzerne Lancia und Alfa Romeo sind inzwischen Teil von Fiat Chrysler Automobile.
  • Ferrari (22,91% Anteil und 35,80% Stimmrechte). Der italienische Automobilkonzern wurde 1939 von Enzo Ferrari gegründet. Sein Sohn Piero Ferrari ist immer noch am Konzern beteiligt und Milliardär.
  • GEDI (60,9% Anteil und 63,21% Stimmrechte). GEDI ist eines der wichtigsten Medienunternehmen Italiens. Die Agnelli Familie besitzt dadurch mehrere italienische Zeitungen, Magazine und Radiosender.
  • Economist Group (43,40% Anteil und 20% Stimmrechte). Das Medienunternehmen besitzt die Wochenzeitung „The Economist“ an der auch die Rothschild Familie beteiligt ist (Quelle).
  • PartnerRe (100% Anteil und 99,72% Stimmrechte). PartnerRe ist eines der grössten Rückversicherungsunternehmen der Welt und hat seinen Sitz auf den Bermuda Inseln (Steueroase).
  • CNH Industrial (26,89% Anteil und 42,22% Stimmrechte). Produziert Nutzfahrzeuge wie Landwirtschaftsfahrzeuge und Baumaschinen. Gehört zu den 10 grössten mit der Agrarindustrie verbundenen Unternehmen der Welt (Quelle).
  • Das italienische Fussball-Unternehmen Juventus F.C. (63,77% Anteil und 63,77% Stimmrechte).

Rüstungsindustrie

Der italienische Automobilkonzern Fiat wurde 1899 von Giovanni Agnelli (1866-1945) gegründet. Seither besetzen Familienmitglieder leitende Positionen bei Fiat und halten Anteile. Giovanni Agnelli war Anhänger des italienischen Diktators Benito Mussolini. 1923 wurde er vom faschistischen Diktator in den Senat berufen. Agnelli war vor und während dieser Zeit ein Hauptmobilisierer der italienischen Kriegsindustrie. Im April 1945 entfernte ihn das italienische Komitee für nationale Befreiung jedoch von der Kontrolle über Fiat. Die Kontrolle kehrte erst 1966 zur Familie Agnelli zurück (Quelle).

Der Fiat-Konzern bzw. die Agnelli Familie spielte eine wichtige Rolle beim Aufbau der italienischen Rüstungsindustrie. 1912 gründeten sie das Luftfahrtunternehmen Avio, das infolge des 1. Weltkrieges auch Militärflugzeuge und Motoren für Marineschiffe produzierte. Das Unternehmen ist heute in der Raumfahrtindustrie tätig (Quelle). Hauptaktionär von Avio ist der italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Leonardo, der auch ein bedeutender Rüstungskonzern ist. Mehr als die Hälfte der Einnahmen des Unternehmens stammen aus dem Rüstungssektor. Leonardo belegte 2018 Platz 10 der grössten Verteidigungsunternehmen (Quelle) und Platz 9 der grössten Waffenhändler der Welt (Quelle). Der wichtigste Vorläufer von Leonardo ist auf Fiat bzw. die Agnelli Familie zurückzuführen: Giovanni Agnelli gründete 1908 den Flugzeughersteller Fiat Aviazione, der sich hauptsächlich auf Militärflugzeuge konzentrierte. Durch eine Fusion mit einem kleineren Unternehmen wurde Fiat Aviazione 1969 zu Aeritalia (Quelle). Die Agnelli Familie übergab das Unternehmen der Holdinggesellschaft Finmeccanica, welche der heutige Leonardo-Konzern ist. Damals gehörte auch der Autokonzern Alfa Romeo zu Finmeccanica/Leonardo, der 1986 an Fiat verkauft wurde bzw. an die Agnelli Familie (Quelle). Ab da erwarb Finmeccanica weitere Unternehmen, die mit Aeritalia zusammengelegt wurden, die den heutigen Leonard-Konzern ausmachen.

Der Aufstieg der Familie und ihre Kontakte zum italienischen Adel

Giuseppe Francesco Agnelli (1789-1865) war italienischer Unternehmer und Bankier in Turin. Er war im Gewürz- und Zuckerhandel sowie in der Landwirtschaft tätig. So fand er Anschluss an die gesellschaftliche Elite Turins, welche damals noch vom piemontischen Adel (der Adel vom heutigen Nordwesten Italiens) dominiert wurde.

Seine Sohn Edoardo Agnelli (1831-1871) heiratete Aniceta Frisetti aus einer befreundeten, wohlhabenden Familie. Aniceta verkehrte mit dem piemontischen Adel, unter anderem mit der Gräfin Sofia Cacherano von Bricherasio (Quelle). Diese stammte aus der piemontischen Adelsfamilie Cacherano, die später zusammen mit der Agnelli Familie Fiat gründete. Die Adelsfamilie Cacherano gehörte spätestens seit dem 12. Jahrhundert zur piemontischen Elite. Bis Mitte des 13. Jahrhunderts führten sie einige Bankhäuser, die zu den sogenannten Casane Astigiane gehörten. Diese von Adligen geführten Bankhäuser waren im 12. und 13. Jahrhundert im Kredithandel tätig. Sie hatten ihren Sitz in der piemontischen Stadt Asti. Gegen Ende des 13. Jahrhundert wurden sie europaweit aktiv. Danach entwickelte sich die Stadt Turin zum wichtigsten Finanzplatz Piemonts, der von der Hochadelsfamilie Savoyen geführt wurde. Das Haus Savoyen ist vermutlich die wichtigste italienische Adelsfamilie. Sie gründeten 1861 das Königreich Italien und besetzten dessen Thron bis 1946. Ende des 15. Jahrhunderts zog die Cacherano Familie nach Turin, wo sie am Hof des Hauses Savoyen verkehrten. Seither gehören sie zusammen mit der Savoyen Familie zur Turiner Elite, zu der später auch die Agnelli Familie gehören sollte.

Edoardo Sohn Giovanni Agnelli (1866-1945) gründete 1899 zusammen mit Graf Emanuele Cacherano das Automobilunternehmen Fiat, durch das die Agnelli Familie zu ihrem Reichtum und Einfluss kam. Graf Emanuele Cacherano hatte weniger Glück. Er starb unter seltsamen Umständen. Ein frei übersetzter Auszug von der Website der italienischen Stiftung „Fondazione Emanuele Cacherano di Bricherasio“ (welche von der bereits erwähnten Sofia Cacherano gegründet wurde):

„Unter den Augen von Emanuele Cacherano wuchsen schmutzige Geschäfte bei Fiat. (…) Nachdem er angekündigt hatte, er wolle „alle Karten sehen“ und begangene Straftaten melden, wurde er zum Haus von Herzog Tommaso von Savoyen-Genua (Cousin des Königs) gerufen, wo er sich laut offizieller Version mit einer
Pistole umbringt und sich selbst in den Kopf und den Hals (!) schiesst.

Es gab keine Autopsie, keine Untersuchung und keine öffentliche Erklärung.

Federigo Caprilli, der einzige, der seinen Körper vor der Beerdigung sah, berichtete, dass das Gesicht und die Schläfen des Grafen intakt waren.

Die Schwester des Grafen Emanuele Sofia (wurde oben bereits erwähnt), die mehrmals von mysteriösen „hohen Beamten“ besucht wurde, hatte Angst und Sorge und fürchtete vielleicht um ihre eigene Sicherheit. Sie vertraute Caprilli die Papiere ihres toten Bruders an, um sie zu schützen.

Drei Jahre später wird der berühmte Ritter auch ohne Zeugen sterben. Sein Schädel wird nachts durch einen unwahrscheinlichen Sturz vom Pferd in einer Straße im Zentrum von Turin gebrochen.

Auch für Caprilli wird es keine Autopsien, Untersuchungen und Erklärungen geben: nur eine hastige Beerdigung.

Inzwischen war die Handhabung in Fiat zu offensichtlich geworden. In dem Bericht der Behörde für öffentliche Sicherheit von 1908 wurden betrügerische Börsenmanöver gemeldet, die den gesamten Wertpapiermarkt gestört und den Aktionären erheblichen Schaden zugefügt hatten.“

(Quelle)

Eine weitere Quelle die das Thema behandelt.

Da könnte man schon auf den Gedanken kommen, dass Graf Emanuele Cacherano ermordet wurde, auf Geheiss von Giovanni Agnelli und Angehörigen des Haus Savoyen. Das Haus Savoyen war auch in den letzten 50 Jahren mehr als verhaltensauffällig. Viktor Emanuel von Savoyen war Mitglied der illegalen Freimaurerloge P2 und hatte dadurch Kontakte zu Kreisen (unter anderem zur Mafia), die ihm Verdacht stehen Auftragsmorde angeordnet zu haben. Viktor Emanuel von Savoyen hat gar selbst mal jemanden erschossen (Quelle). Er wurde allerdings freigesprochen, weil es „ein Versehen“ war. Mehr dazu im Beitrag zum Haus Savoyen. Giovanni Agnelli erhielt übrigens fünf Orden vom Haus Savoyen verleiht.

Edoardo Agnelli (1954-2000) beging angeblich Selbstmord. Auch bei ihm gab es keine Obduktion (Quelle). Nach Angaben des Journalisten und Schriftstellers Antonio Parisi starb auch Giorgio Agnelli (1929-1965) unter mysteriösen Umständen (Quelle). Edoardo Agnelli (1892-1935) starb bei einem Flugzeugabsturz. Seine Frau starb 10 Jahre später als sie in Italien bei einem Autounfall mit einem Lastwagen des US-Militärs (es war 1945 zur US-Besatzungszeit) zusammenprallte.

Familiäre Verbindungen zum Adel

Edoardo Agnelli (1892-1935) heiratete Virginia Bourbon del Monte. Väterlicherseits stammte sie aus der Adelsfamilie Bourbon del Monte Santa Maria. Diese gehört seit 1000 Jahren zu den wichtigsten Adelsfamilien der Toskana (Teil von Italien). Die Toskana war mit ihrer Stadt Florenz lange Zeit der führende Finanzplatz Europas. Im 14. und 15. Jahrhundert dominierten florentinische Bankiersfamilien den europäischen Kredithandel. Die wichtigste war die Medici Familie, die zudem 3 Päpste hervorbrachte. Sie galt als die reichste Familie ihrer Zeit und wurden in den Adel aufgenommen. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der spanischen Kolonialisierung in Lateinamerika. Francesco Maria Bourbon Del Monte stand im Dienste der Medici Familie. Gemeinsam finanzierten und unterstützten sie den berühmten Galileo Galilei, der Hofmathematiker der Medicis war. Die Medicis waren auch die wichtigsten Förderer Leonardo Da Vincis. Das Haus Savoyen heiratete übrigens in die Medici Familie. Florenz blieb führend im Kredithandel, bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden die ersten Aktiengesellschaften und die erste Zentralbank gegründet wurde. Darauf wurden die Niederlanden zur führenden Weltmacht und zum Finanzzentrum der Welt (Goldenes Zeitalter).

Edoardo Agnellis Frau stammte zudem mütterlicherseits aus dem schottischen Clan Campbell und zu den Vorfahren sowie deren Ehepartnern gehörten die schottischen Clans Matheson, Sutherland, MacKay, Munro, MacLeod und weitere. Zum familiären Umfeld im 17. Jahrhundert gehörten auch mehrere Clan-Chefs. (Ihr Stammbaum ist auf Geni). Der schottische Adel ist meiner Meinung nach der wirtschaftlich einflussreichste Kreis von Aristokraten, da er über ein familiäres Netzwerk verfügt, das mit zahlreichen Grossbanken und auch einigen Grosskonzernen verbunden ist (unter anderem mit den Grossbanken HSBC, Barclays, Lloyds, Royal Bank of Scotland, Standard Chartered, Royal Bank of Canada, Bank of Montreal, Commonwealth Bank, Australia and New Zealand Banking Group sowie mit den Grosskonzernen BP, BHP, Rio Tinto, Cargill, Aviva und Jardine Matheson).

Clara Agnelli (1920-2016) heiratete Tassilo Fürstenberg, der ebenfalls aus einer Adelsfamilie mit 1000 Jahren Geschichte stammte. Seine Grossmutter mütterlicherseits stammte aus dem schottischen Hamilton Clan. Später heiratete er die US-Amerikanerin Cecil Amelia Blaffer. Deren Vater Robert Lee Blaffer gehörte zu den Gründern des US-Ölunternehmen Humble Oil, das später von der Rockefeller Familie übernommen wurde. Ihre Grossvater mütterlicherseits war ein Mitgründer des Ölkonzerns Texaco, der zu einem der grössten der Welt wurde. Die Grosseltern trugen die Familiennamen Campbell und Turnbull. Dies sind die Namen schottischer Clans, aber ob sie mit diesen verwandt waren ist unklar.

Angehörige der Agnelli Familie heirateten auch in die italienischen Adelsfamilien Brandolini d’Adda, Caracciolo, Nasi und di Campello. Sie heirateten auch in die italienische Adelsfamilie Borromeo, die im 14. und 15. Jahrhundert eine bedeutende Bankiersfamilie war. Die bedeutendste Adelsfamilie in die sich einheirateten war die Caetani/Gaetani Familie. Sie gehört auch zum päpstlichen Adel und stellte zwei Päpste sowie mehr als 10 Kardinäle. Die Familie lässt sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen.

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Haus Habsburg-Lothringen

Das Hochadelsgeschlecht ist schon über 900 Jahre alt und gehört damit zum Uradel. Ende des 13. Jahrhunderts stellte die Familie zwei römisch-deutsche Könige, die damals über das Heilige Römische Reich (Mitteleuropa) herrschten. Nach Hundert Jahren Pause besetzte die Familie ab dem Jahr 1438 wieder den römisch-deutschen Thron. Ab da kamen 18 der 19 römisch-deutschen Könige/Kaiser aus dem Haus Habsburg. Franz II. (1768-1835) aus dem Haus Habsburg war der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Das Reich wurde 1806 in Folge der napoleonischen Kriege aufgelöst. Von da an waren sie „nur“ noch die Kaiser von Österreich bis 1918 die Monarchie in Österreich aufgelöst wurde. Bis 1918 war Österreich noch um einiges grösser als heute. Die Familie stellte im letzten Jahrtausend noch weitere Könige:

  • Vom Jahr 1504 bis 1700 waren sie die Königsfamilie von Spanien und Portugal. Sie herrschten in der Zeit auch über die spanisch-portugiesischen Kolonien sowie über Neapel, Sizilien und Sardinien, welche das heutige Italien ausmachen und damals noch der spanischen Krone unterstanden (der Vatikanstaat war aber damals schon unabhängig von der Krone)
  • Maximilian I. war von 1864 bis 1867 König von Mexico
  • Bereits im 14. und 15. Jahrhundert stellten sie Könige des Königreiches Böhmen (das heutige Tschechien). Von 1526 bis zur Auflösung des böhmischen Königreiches 1918, kamen 17 der 19 Könige aus dem Haus Habsburg.
  • Von 1445 bis 1457 war Ladislaus V. Postumus aus dem Haus Habsburg König von Ungarn. Von 1526 bis zur Auflösung des Königreiches Ungarn 1918 kamen alle Könige Ungarns aus dem Haus Habsburg.
  • Von 1482 bis 1794 waren sie Könige der österreichischen/spanischen Niederlande, welche das heutige Belgien und Luxemburg ausmacht.
  • Im 14. und 15. Jahrhundert stellten sie einzelne Könige von Kroatien. Von 1527 bis 1918 waren sie durchgehend die Königsfamilie von Kroatien.

Im 15. und 16. Jahrhundert waren sie somit die vermutlich mächtigste Familie Europas.

Das Haus Habsburg und die Freimaurer, Illuminaten und Rosenkreuzer von 1700 bis 1820

Der Adlige Franz Stephan von Lothringen (1708-1765) heiratete 1736 die Erzherzogin Maria Theresia aus dem Haus Habsburg. Dadurch entstand der Zweig Habsburg-Lothringen, der bis heute der Hauptzweig des Hauses ist und seither die Herscher stellte. Franz bestieg 1745 als Franz I. den römisch-deutschen Thron. Ein grossteil der politischen Arbeit wurde von seiner Frau übernommen, während er die Verwaltung der Finanzen und des Wirtschaftsimperiums des Hauses Habsburg übernahm. Franz war der einzige römisch-deutsche Kaiser von dem bekannt ist, dass er Freimaurer war. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Etablierung der Freimaurerei im österreichischen Adel (Quelle).

Franz stammte aus dem Haus Vaudémont (auch Haus Lothringen genannt), das von 1473 bis 1736 die Herzöge von Lothringen (heute Teil von Frankreich) stellte. Seine Mutter stammte aus dem Haus Orléans, das zu den wichtigsten französischen Hochadelsgeschlechter gehört. Er hatte auch habsburgische Vorfahren. Mit 15 zog er von Frankreich an den österreichischen Königshof, wo er fortan von Kaiser Karl VI. aus dem Haus Habsburg erzogen wurde, der 1736 sein Schwiegervater werden sollte.

Im März 1731 wurde der Zweite Wiener Vertrag ausgehandelt, der zu einer Allianz zwischen der habsburgischen und der britischen Monarchie führte. Eine wichtige Rolle spielte dabei der britische Graf Philip Stanhope (1694-1773), der Freimaurer war. Weniger als drei Monaten später wurde Franz auf einer Auslandsreise in Den Haag von den britischen Freimaurern in die Bruderschaft aufgenommen. Die Aufnahme wurde von Graf Philip Stanhope angeregt, der wie gesagt kurz zuvor federführend am Zweiten Wiener Vertag beteiligt war. Zur Aufnahme reiste sogar extra John Theophilus Desaguliers aus England an, der damalige Grossmeister der englischen Freimaurer. Franz besuchte daraufhin Grossbritannien, wo er weitere Freimaurer kennen lernte (Quelle).

1737 wurde Franz Grossherzog der Toskana (liegt im heutigen Italien). Er und seine Nachkommen lösten die Medici Familie ab, die zuvor 200 Jahre lang die Herzöge der Toskana stellten. Die Medicis galten im 15. Jahrhundert als die mächtigste und reichste Bankiersfamilie und brachten zudem 3 Päpste hervor.

Franz war zwar Freimaurer, aber seine Frau Maria war diesen gegenüber misstrauisch und sorgte dafür, dass die Freimaurer nicht innerhalb von Österreich aktiv werden konnte (sie hatte allerdings mehrere Berater und Vertraute am Hof die Freimaurer waren). Als 1765 ihr gemeinsamer Sohn Joseph II. (1741-1790) den Thron bestieg, erlebte die Freimaurerei bedeutenden Aufschwung. Unter ihm durften viele Logen in Österreich gegründet werden (Quelle). 1785 regulierte er jedoch die Logen so, das ihre Anzahl eingeschränkt wurde. Dies geschah als Reaktion auf die Umtriebe der Illuminaten in Bayern (Quelle). Er hatte aber selbst Kontakt zu den führenden Illuminaten:

  • Ignaz Edler von Born war der Führer der Illuminaten in Wien (Quelle). Er handelte 1785 die Regulierung der österreichischen Freimaurerei mit Joseph II. aus. Dies begrenzte die Anzahl der Sammelogen (vermutlich sowas wie Provinzial-Grosslogen) auf zwei Stück. Eine davon wurde schliesslich von Ignaz als Grossmeister geführt. Ignaz war in seinen jungen Jahren für 16 Monate Mitglied des Jesuitenordens (Quelle). Der Jesuitenorden ist ein Vatikanorden, der ähnlich wie die Freimaurer und Illuminaten schon seit über 200 Jahren Teil von Verschwörungstheorien ist.
  • Joseph von Sonnenfels war der führende Wiener Illuminat neben Ignaz, mit dem er auch persönlich befreundet war. Er gehörte auch zu den führenden Freimaurer Wiens. Er wurde ein bedeutender Berater am Königshof unter Joseph II. und seiner Frau Maria (Quelle). 1746 wurde er zum Freiherrn geadelt. Das ist zudem bemerkenswert, da er jüdischer Abstammung war und zu der Zeit die Juden noch von den deutschsprachigen Freimaurern und Adligen ausgegrenzt wurden.
  • Herzog Ferdinand Braunschweig-Wolfenbüttel, der Joseph II. vergeblich bat den Freimaurern beizutreten (Quelle). Ferdinand war familiär mit dem dänischen Königshaus verbunden und war der erste Grossmeister der dänischen Freimaurer-Grossloge sowie Mitglied bei den Illuminaten und den Asiatischen Brüdern (Quelle).
  • Fürst Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg, der ebenfalls Joseph II. bat beizutreten (Quelle). Ernst war Grossmeister der Berliner Freimaurer und Illuminat. Er gewährte dem verfolgten Adam Weishaupt Asyl, welcher der Gründer des Illuminatenordens war (Quelle).

Weitere Freimaurer die Kaiser Joseph II. nahe standen waren:

  • Wenzel Fürst von Kaunitz war Hof- und Staatskanzler unter Maria Theresa und bekam die Vollmacht über die Aussenpolitik (Quelle). Das zeigt, dass die weit verbreitete Behauptung Maria Theresia habe die Freimaurer strikt abgelehnt nicht zutrifft.
  • Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen heiratete eine Tochter von Joseph II. und Maria. Er war der Sohn des polnischen Königs August III. (Quelle).
  • Johann Fürst von Dietrichstein war ein Freund von Kaiser Joseph II.. Er war der erste Grossmeister der 1784 gegründeten Grossloge Österreichs. Er war auch Mitglied bei den Rosenkreuzern und den Asiatischen Brüdern (Quelle).
  • Gerard van Swieten war der Leibarzt von Maria Theresia (Quelle). Sein Sohn Gottfried van Swieten war Illuminat (Quelle).
  • Samuel von Brukenthal war ein Vertrauter von Joseph II. und seiner Frau Maria. Seine Vater wurde vom Haus Habsburg geadelt (Quelle).
  • Wenzel Tobias Epstein wurde 1788 von Joseph II. geadelt (Quelle). Er kannte den Illuminat Joseph von Sonnenfels und war wie er jüdischer Abstammung.
  • Franz Anton von Zauner wurde vom Haus Habsburg geadelt. Er war Bildhauer und fertigte mehrere Bauwerke für die Habsburger (Quelle).

Auch Josephs Bruder und Thronfolger Kaiser Leopold II. (1747-1792) war freimaurerfreundlich und erlaubte ihnen Logen in Ungarn zu gründen. Auch die Rosenkreuzer, der Illuminatenorden und die Asiatischen Brüder wurden im österreichisch-ungarischen Raum aktiv (Quelle).

Das Freimaurer-Verbot

Der Nachfolger war sein Sohn Franz Joseph Karl (1768-1835). 1792 bestieg er als Franz II. den römisch-deutschen Thron. 1794 liess er die Freimaurerei verbieten, weil er glaubte, dass die französische Revolution von Freimaurern angezettelt wurde und er das selbe in Österreich befürchtete. Trotzdem verbündete er sich mit den führenden Freimaurern aus Europa im Kampf gegen Napoleon:

  • Im ersten Koalitionskrieg (1792-1797) verbündete er sich mit dem preussischen König Friedrich Wilhelm II. im Kampf gegen die Franzosen. Dieser war Freimaurer, Rosenkreuzer und Okkultist (Quelle).
  • Bis zum Ende der napoleonischen Kriege 1815 war er mit Grossbritannien verbündet, dessen Hochadel und politische Elite Freimaurer waren.
  • Zeitweise war er mit dem schwedischen König König Karl XIII. verbündet, der die schwedische Freimaurerei führte (Quelle). Karls Nachfolger Jean-Baptiste Bernadotte spielte eine wichtige Rolle im Kampf gegen Napoleon. Er war zuvor ein Marschall von Napoleon und Mitglied der französischen Freimaurer. Mehr dazu im Beitrag zum Haus Bernadotte. Napoleon war aber eventuell selbst Freimaurer (Quelle) und kam aus einer Familie von Freimaurern (Quelle). Nach dem Sturz Napoleons bestieg der Freimaurer Ludwig XVIII. den französischen Thron. Er kam aus dem Haus Bourbon, welches eines der wichtigsten Hochadelsgeschlechter ist und mehrere Freimaurer hervorbrachte (Quelle). Sie waren schon vor Napoleon die Könige Frankreichs.

Durch den Krieg wurde das Heilige Römische Reich aufgelöst. Franz gründete 1804 das Kaisertum Österreich und er wurde als Franz I. zum Kaiser. Unter ihm galt weiterhin ein Freimaurer-Verbot innerhalb Österreichs, trotz persönlicher Kontakte zu Freimaurern.

Der Wiener Kongress

Nach der napoleonischen Kriege fand in Österreich der Wiener Kongress statt, bei dem der europäische Adel und der Vatikan zusammenkamen um Europa neu zu ordnen und aufzuteilen. Der Kongress wurde vom österreichischen Fürsten Klemens Wenzel Lothar von Metternich geleitet, welcher dem österreichischen Kaiser Franz nahe stand, der beim Kongress nur im Hintergrund wirkte. Klemens Vater war Freimaurer und Mitglied des Illuminatenordens (Quelle). Klemens Stellvertreter am Wiener Kongress war der Adlige Johann von Wessenberg, dessen Bruder Ignaz Freimaurer war (Quelle).

Viele bedeutende Teilnehmer des Wiener Kongresses waren Freimaurer:

  • Die Delegation aus Frankreich wurde angeführt von den adligen Freimaurern Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (Quelle) und Emmerich Joseph von Dalberg (Quelle). Sie setzten sich für die Interessen der Bourbonen ein (Restauration), die wie gesagt zu dem Zeitpunkt Freimaurer waren.
  • Die britische Delegation wurde angeführt von Herzog Arthur Wellesley. Er war der Sieger der bekannten Schlacht von Waterloo gegen Napoleon. Später war er zweimal britischer Premierminister. In den 1890er Jahren war er Mitglied der Freimaurer. Später soll er nach eigen Angaben nicht mehr freimaurerisch aktiv gewesen sein (Quelle).
  • Die portugiesische Delegation wurde von den adligen Pedro de Sousa Holstein und António de Saldanha da Gama angeführt. António war Freimaurer (Quelle). Pedro war soviel bekannt ist kein Freimaurer. Doch sein Familiengrab (das grösste Familiengrab Europas) ist ziemlich offensichtlich freimaurerisches Handwerk (Quelle), inspiriert vom Tempel Salomons und ägyptischen Pyramiden. Das Familiengrab ist Teil eines Friedhofes auf dem viele portugiesische Freimaurer begraben liegen (Quelle).
  • Die preussische Delegation vertrat die Interessen des preussischen Königs Friedrich Wilhelm III., der auch in Wien war und im Hintergrund wirkte. Dieser war eventuell Freimaurer, zumindest hatten die preussischen Grosslogen sein Wohlwollen (Quelle). Sein Vater König Friedrich Wilhelm II. war wie bereits erwähnt Freimaurer, Rosenkreuzer und Okkultist (Quelle). Die Delegation wurde von Karl August von Hardenberg angeführt, der Freimaurer (Quelle) und Illuminat war (Quelle). Weitere bedeutende preussische Delegierte die Freimaurer waren, sind Heinrich Friedrich Karl Stein (Quelle) und Karl August Varnhagen von Ense (Quelle).
  • Die schwedische Delegation wurde von Carl Axel Löwenhielm angeführt. Dieser war Freimaurer und Mitglied des Orden Karls XIII., welcher der hauseigene Freimaurer-Orden der schwedischen Königsfamilie ist, dem nur Hochgrad-Freimaurer beitreten können.

Es galt weiterhin ein Freimaurer-Verbot in Österreich, das bis Ende des 1. Weltkrieges 1918 anhielt. Zur gleichen Zeit wurde die österreichische Monarchie aufgelöst und das Haus Habsburg-Lothringen galt als entmachtet (nach der offiziellen Geschichtsschreibung). Trotzdem waren einzelne Familienangehörige der letzten 100 Jahren weiterhin mit einflussreichen Personen und Familien verbunden, darunter auch mit mehreren Freimaurern.

Die Paneuropa-Union

Otto von Habsburg (1912-2011) war seit den 1930er Jahren aktives Mitglied der Paneuropa-Union. Sie wurde 1923 gegründet und ist die älteste europäische Einigungsbewegung. Sie plante die Gründung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. 1957 wurde Otto von Habsburg Vizepräsident der Paneuropa-Union. Von 1973 bis 2004 war er schliesslich Präsident. Sein Sohn Karl (*1961), das derzeitige Oberhaupt des Hauses Habsburg-Lothringen, ist ebenfalls führendes Mitglied und leitet die österreichische Abteilung. Das Zentralbüro der Paneuropa-Union hat seinen Sitz in der Wiener Hofburg, der ehemaligen Residenz der Habsburger.

Die Paneuropa-Union wurde 1923 vom österreichischen Grafen Richard von Coudenhove-Kalergi gegründet, der bis zu seinem Tod 1972 der Präsident der Bewegung war. Richard war ein Vertrauter von Otto von Habsburg (Quelle). Er stammte aus der böhmischen Adelsfamilie Coudenhove, die Teil des österreichischen Adels ist. Richard war Freimaurer (Quelle).

Der erste Unterstützer und Spender der Paneuropa-Union war der deutsche Bankier und Politiker Max M. Warburg, der aus der deutsch-jüdischen Bankiersfamilie Warburg kam. Zu den ersten Förderer gehörte auch Robert Bosch, der zu den wichtigsten deutschen Industriellen gehörte und der Sohn eines Freimaurers war. (Quelle)

Ein späterer Förderer war Winston Churchill, der britische Premierminister zur Zeiten des 2. Weltkrieges. Er war Freimaurer (Quelle). Er kannte Otto von Habsburg persönlich. Während des 2. Weltkrieges hatte Otto intensiven Kontakt zu Winston Churchill und zum damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt (Quelle), der ebenfalls Freimaurer war (Quelle). Zusammen engagierten sie sich im Krieg gegen Deutschland. Zusammen nahmen sie an der Zweiten Québec-Konferenz teil, wo der Morgenthau-Plan ausgehandelt wurde. Der Plan wurde von Henry Morgenthau erstellt, der ein Vertrauter von Franklin D. Roosevelt war. Henry war zur Zeit des 2. Weltkrieges Finanzminister der USA. Henry Morgenthau und Winston Chruchill waren Mitglied der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Franklin D. Roosevelts Frau und sein Sohn John waren ebenfalls Mitglied der Pilgrims Society (Quelle). Interessanterweise war das Haus Habsburg nach der offiziellen Geschichtsschreibung im 1. Weltkrieg mit der angloamerikanischen Elite verfeindet. Das Haus Habsburg stellte sich im Krieg auf die Seite von Deutschland im Kampf gegen die Alliierten. Jedoch hatte der österreichische Kaiser Karl I. während des Krieges hinter dem Rücken von Deutschland heimlich Verhandlungen mit den Franzosen geführt. Die Verhandlungen wurden in seinem Auftrag von seinen beiden Schwägern geführt. Diese stammten aus dem Haus Bourbon-Parma, ein bedeutendes Hochadelsgeschlecht. Mehr dazu auf Wiki. Das britische Königshaus hatte zudem Personenschutz für die Angehörigen des Hauses Habsburg angeordnet, nachdem 1918 es in Österreich zu anti-monarchistischen Unruhen kam (Quelle). Das britische Königshaus ist schon seit über 200 Jahren ein traditionelle Freimaurer-Familie (Quelle).

Ein weiterer bedeutender Förderer der Paneuropa-Union war Franz Josef Strauss (Quelle), der einer der dubiosesten Gestalten in der deutschen Politik der damaligen Zeit war und fest mit den internationalen Geheimdiensten verbunden war. Strauss und Otto von Habsburg kannten sich gut (Quelle). Strauss war der damalige Führer der bayrischen Partei CSU. Nachdem Otto die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, trat er der CSU bei und war für sie von 1979 bis 1999 im Europäischen Parlament.

Ein weiteres wichtiges Netzwerk bei der Gründung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion war die Mont Pèlerin Society. Sie wurde 1947 gegründet und ist seither ein zentraler Knotenpunkt neoliberaler Netzwerke. Die Gesellschaft wurde von Ökonomen gegründet. Der erste nicht-Ökonom der beitrat war Otto von Habsburg (Quelle). Der Aufbau des Netzwerkes wurde unter anderem von der Rockefeller Foundation Finanziert (Quelle bei 3:00).

Otto von Habsburg war eng mit dem spanischen Diktator Franco verbunden. Sogar die spanische Krone soll ihm der Diktator einmal angeboten haben. Auf geheiss von Otto wurde Franco die Goldmedaille des Stiftes Mariazell, des Gnadenorts der Alma Mater Austriae verliehen (was aber im geheimem Geschah). Otto war Mitgründer des Europäisches Dokumentations- und Informationszentrum (CEDI). Die Organisation leistete viel diplomatischen Kontakt zum sonst isolierten Spanien unter Diktator Franco. Otto hatte den Elitezirkel 1952 mit finanzieller Unterstützung der Franco-Regierung in Madrid gegründet und führte den Vorsitz (Quelle). Die spanische Königsfamilie war ebenfalls mit Franco befreundet. Mehr dazu im Beitrag zum Haus Bourbon.

Otto und die Paneuropa-Union planten und führten das Paneuropäische Picknick, eine Friedensdemonstration ungarischer Oppositioneller. Das Paneuropäische Picknick gilt als wesentlicher Meilenstein der Vorgänge, die zum Ende der DDR, zur deutschen Wiedervereinigung und zum Zerbrechen des Ostblocks führte. Beim diesem „Picknick“ konnten etwa 600 bis 700 DDR-Bürger die Grenze zum Westen überqueren, was die grösste Fluchtbewegung aus Ostdeutschland seit dem Bau der Berliner Mauer. Die ungarischen Grenzwächter liessen auf Anweisung ihres Grenzoffiziers Árpád Bella die Flüchtlinge passieren. Der ungarische Geheimdienst und die Stasi waren im voraus über die Pläne Ottos informiert. Sie hatten allerdings nicht dagegen unternommen. Zu den Organisatoren des Picknicks gehörte auch der ungarische Politiker Imre Pozsgay, der später eine wichtige Rolle bei der „Demokratisierung“ Ungarns spielte.

Ottos Sohn Georg Habsburg-Lothringen (*1964) war in der deutschen und ungarischen Medienlandschaft tätig. Er war seit 1996 Sonderbotschafter Ungarns für EU-Verhandlungen und unterstützte den EU-Beitritt Ungarns 2004. Ungarn gehörte früher zu Österreich.

Kontakte zum Vatikan

Das Haus Habsburg ist traditionell katholisch. Otto von Habsburg war seit 1932 Mitglied des Malteserordens, der heute der wohl wichtigste Vatikan-Orden ist. Genau wie die Freimaurer ist er oberflächlich eine philantropische Organisation, die aber Gegenstand von Verschwörungstheorien ist. Der Orden ist zumindest von den Mitgliedern her die einflussreichste Organisation des Vatikans. Otto war ein sehr angesehenes Mitlied. An seiner Beerdigung nahmen über 200 Ritter und Damen des Malteserordens teil. (Quelle) Auch das derzeitige Familienoberhaupt Karl Habsburg-Lothringen und seine Schwester Walburga sind Mitglieder des Malteserordens.

Der Malteserorden hat wie die anderen Vatikan-Orden seine Wurzel in den Kreuzzügen des 11. Jahrhunderts und wurde im eroberten Jerusalem von der Kreuzfahrer-Elite gegründet. Im Jahr 1113 wurde der Orden vom Papst anerkannt. Der Orden wird bis heute von italienischen Adligen geführt, die dem Vatikan nahe stehen oder dort selbst wichtige Positionen besetzen. Das Haus Habsburg stellte fünf Grossprioren (Grossmeister) des Malteserordens: Wenzel (1561-1578), Albrecht VII. (1559-1621), Juan José (1629-1679), Kardinal-Infante Ferdinand (1610-1641) sowie Karl III. Joseph von Lothringen (1680-1715), der mütterlicherseits aus dem Haus Habsburg stammte (Quelle).

Einer der traditionell wichtigsten Vatikan-Orden ist der „Deutsche Orden“. Er wurde ebenfalls im von den Kreuzfahrern besetztem Jerusalem gegründet. Dieser wurde und wird noch immer von deutsch-katholischen Adligen geführt. Vom Jahr 1590 bis 1923 kamen mehrere Grossmeister des Ordens aus dem Haus Habsburg (Quelle). Die anderen Grossmeister in diesem Zeitraum waren alle Teil der Elite des Heiligen Römischen Reiches, das wie gesagt von den Habsburgern geführt wurde.

Der Orden vom Goldenen Vlies gilt als einer der bedeutendsten Ritterorden. Er untersteht nicht dem Vatikan, aber er wird traditionell vom katholischen Adel geführt. Der Orden untersteht dem spanischen Königshaus und den Habsburgern.

Erwähnenswerte Familienmitglieder und Heiraten in den letzten 100 Jahren

Das Haus Habsburg hat in den letzten 900 Jahren in viele Hochadelsgeschlechter geheiratet und ist inzwischen mit allen europäischen Königsfamilien verwandt. Hier hab ich nur die wichtigsten Heiraten der letzten 100 Jahre aufgelistet. Der komplette Stammbaum ist auf Wiki.

Das aktuelle Oberhaupt Karl heiratete die Tochter von Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza de Kászon aus der Industriellen-Familie Thyssen. Sein Onkel Fritz Thyssen war ein bedeutender Förderer von Adolf Hitler, der sich aber nach der Machtübernahme mit den Nazis zerstritt.

Lorenz Habsburg-Lothringen (*1955) heiratete in die belgische Königsfamilie (Haus Sachsen-Coburg und Gotha). Lorenz ist Bankier und Teilhaber der Schweizer Privatbank „E. Gutzwiller & Cie. Banquiers“. Er betreibt somit Vermögensverwaltung in der gefragtesten Steueroase der Welt. Er war Berater bei SWIFT, der wichtigsten Finanztransaktion-Organisation der Welt, die ein besonders sicheres Telekommunikationsnetzwerk betreibt, welches insbesondere von mehr als 11.000 Banken weltweit genutzt wird. Er war auch Berater des Vorstands der französischen Bank BNP Paribas, die zu den grössten Banken der Welt gehört. Er war im Vorstand von Zweigunternehmen des Suez-Konzerns, welcher der heutige Energie-Konzern Engie ist, eines der grössten französischen Unternehmen.

Ottos Tochter Walburga (*1958) war Co-Organisatorin des Paneuropäischen Picknicks. Sie besetzt seit 40 Jahren führende Positionen in der Paneuropa-Union. Von 2006 bis 2014 war sie Mitglied des schwedischen Reichstags. Sie heiratete den schwedischen Grafen Archibald Douglas. Dieser stammte aus dem schottischen Douglas Clan, der mehrere bedeutende schottische Freimaurer-Grossmeister hervorbrachte (Quelle). Der schwedische Zweig des Clans kontrolliert die Holdinggesellschaft Investment AB Latour und sind Milliardäre.

Robert Habsburg-Lothringen (1915-1996) heiratete in die ehemalige Königsfamilie Italiens (Haus Savoyen).

Carl Christian Habsburg-Lothringen (*1954) heiratete in die Königsfamilie Luxemburgs (Haus Nassau).

Elisabeth Charlotte (1922–1993) und Elisabeth Amalie Habsburg-Lothringen (1878-1960) heirateten in die Königsfamilie Lichtensteins (Haus Lichtenstein).

Anton Habsburg-Lothringen (1901-1987) heiratete in die ehemalige Königsfamilie Rumäniens (Haus Hohenzollern).

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Newhouse Familie

Die Newhouse Familie gehört zu den mächtigsten Medienunternehmer der USA. Sie besitzen „Advance Publications“, der zu den 10 grössten Medienkonzerne der USA gehört. Dazu gehören unter anderem die Magazine Vogue, The New Yorker und Vanity Fair sowie Zeitungen in über 25 US-Städten. Sie sind auch Grossaktionäre von Discovery Channel. Bis 2015 besassen sie das US-Telekommunikationsunternehmen „Bright House Networks“. Früher besassen sie zudem noch mehrere US-Fernsehsender. Sie sind auch Hauptaktionär der beliebten Internetseite Reddit (wo übrigens viele Fake-Verschwörungstheorien/Desinformationen verbreitet werden).

2016 wurde das Vermögen der Newhouse Familie auf 18.5 Milliarden geschätzt. Sie gehört damit zu den reichsten Familien der USA (offizielle Liste).

Samuel Irving Newhouse Sr. (1895-1979) war als Kind russisch-jüdischer Einwanderer geboren, die ursprünglich den Namen Neuhaus trugen. 1922 gründete er „Advance Publications“. Er baute das Unternehmen zu einem grossen Medienkonzern auf.

Zurzeit wird der Medienkonzern von seinem Sohn Donald Newhouse (*1929) und seinem Enkel Steven Newhouse (*1957) geleitet.

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Berlusconi Familie

Die Berlusconi Familie gehört mit einem Vermögen von 5.8 Milliarden Dollar (stand 2020) zu den reichsten Familien Italiens. 2005 besassen sie noch 12 Milliarden und galten als die reichsten Italiener. Über ihre Holdinggesellschaft Fininvest besitzen sie „Arnoldo Mondadori Editore“, den grössten Verlag Italiens. Dadurch besitzen sie viele italienische Buchverlage und Zeitschriften (aber keine Zeitungen). Über Fininvest sind sie der grösste Anteilseigner von Mediaset und besitzen dadurch mehrere italienische Fernsehsender. Mediaset ist das grösste Medienunternehmen Italiens und gehört zu den 10 grössten Medienunternehmen Europas. Fininvest ist zurzeit mit 30% an der Finanzgruppe „Banca Mediolanum“ beteiligt. Sie besitzen auch das Biotechnologie-Unternehmen MolMed, das mit mehreren grossen Pharmakonzernen verbunden ist.

Silvio Berlusconi (*1936) war viermal Ministerpräsident von Italien (1994-1995, 2001-2005, 2005-2006 und 2008-2011). Er war auch Aussen-, Wirtschafts- und Gesundheitsminister. Seit 2019 ist er Mitglied des europäischen Parlaments.

1978 gründete er Fininvest. 1993 gründete er Mediaset. Zurzeit werden die beiden Unternehmen von seinen Kindern geführt.

P2 Loge und die italienische Mafia

Silvio Berlusconi wurde schon oft und zurecht mit der italienischen Mafia in Verbindung gebracht (Quelle). Es ist bis heute nicht möglich, die Herkunft der umfangreichen Finanzmittel zu klären, über die Berlusconi bereits als junger Unternehmer verfügte. Auch hier gab es ziemlich sicher Verbindung zur Mafia (Quelle).

Er war nachweislich Mitglied der kriminellen Freimaurerloge P2 (Quelle). Die P2 wurde 1887 gegründet und wurde 1982 aufgelöst und verboten. Sie ist somit die einzige Freimaurerloge, die in der heutigen Zeit als illegal, kriminell und Staatsgefährdend gilt. Ich empfehle die Spiegel-Doku zur P2, da diese der einzig öffentliche, kritische, deutsche Beitrag zur P2 ist (der Spiegel waren früher einmal das investigativste Medium Deutschlands).

Als 1981 Strafverfolgungsbehörden Ermittlungen gegen die P2 führte, kam heraus das diese aus den Schlüsselpersonen des Italienischen Staates bestand. Minister, Abgeordnete, Industrielle, Bänker, Zeitungsverleger, 24 Generäle, 100 Offiziere, die gesamte Spitze der italienischen Geheimdienste, 11 Polizeipräsidenten und 18 Richter von denen einige auch zum obersten Gerichtshof Italiens gehörten (Quelle bei 9:10). Mehrere Mitglieder kannten Paul Marcinkus, einer der dubiosesten Erzbischöfe seiner Zeit, welcher Präsident der Privatbank des Papstes war. Mehrere Mitglieder hatten Kontakt zur italienischen Mafia, welche die mächtigste Mafia der Welt ist und den Kokainhandel kontrolliert. Mehrere Mitglieder hatten Verbindungen zum Aufbau des Faschismus und der Drogenkartelle in Lateinamerika.

Es bestand ein ernster Verdacht, dass der Geheimbund Pläne für einen Staatsstreich entwickelt hatte und mit den Terroranschlägen in den 1970er Jahren in Italien in Zusammenhang stand, was später in gerichtlichen Untersuchungen bestätigt wurde. Dies führte zum Verbot der Loge.

Die Nachfolger Loge P3 wurde überwacht und 2010 von den Behörden aufgelöst. Der italienische Wirtschaftssekretär Nicola Cosentino trat im selben Jahr zurück, weil er im Verdacht stand der P3 anzugehören. Er und seine Brüder waren mit der italienischen Mafia verbunden und wurden deswegen auch verhaftet und angeklagt.

Der Geschäftsmann Flavio Carboni der schon zur P2 gehörte wurde 2010 ebenfalls verhaftet und angeklagt, unter anderem wegen Kontakt zur P3. Er kannte den Mafioso Giuseppe Calò. Die beiden stehen im Verdacht die Ermordung des italienischen Bänkers Roberto Calvi veranlasst zu haben, der P2-Mitglied war und engen Kontakt zur Mafia und der Vatikan-Bank hatte.

Weitere erwähnenswerte Mitglieder der P2 waren:

  • Viktor Emanuel von Savoyen, zur Zeit das Oberhaupt der italienischen Königsfamilie
  • Die Mafia Bänker Roberto Calvi und Michele Sindona (wurden beide ermordet).
  • Umberto Ortolani, Bänker und Medienunternehmer, mit dem Vatikan verbunden, tätigte geschäftliche Aktivitäten in Lateinamerika.
  • Emilio Eduardo Massera, ein argentinischer Marineoffizier, der massgeblich am argentinischen Staatsstreich 1976 und der Errichtung der darauf folgenden Militärdiktatur beteiligt war.
  • José López Rega, argentinischer Politiker der die „Alianza Anticomunista Argentina“ gründete, die zahlreiche Morde und Anschläge in Argentinien beging.
  • Artemio Franchi, war Präsident der UEFA und Vizepräsident der FIFA.
  • Antonio Labruna und Gianadelio Maletti, Geheimdienstler die verurteilt wurden, weil sie Terroristen im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf der Piazza Fontana deckten.
  • Pietro Musumeci, Geheimdienstler der verurteilt wurde, weil er Terroristen im Zusammenhang mit dem Anschlag von Bologna deckte.
  • Giorgio Mazzanti, besetzte von 1973 bis 1979 leitende Positionen beim italienischen Öl- und Gasunternehmen Eni, das zu den grössten Ölkonzernen der Welt der gehört.
  • Loris Scricciolo, war Politker und Vizepräsident der „Banca Monte dei Paschi di Siena“, welche 1472 gegründet wurde und damit die älteste noch existente Bank der Welt ist.
  • Gustavo Selva, besetzte mehrere Schlüsselpositionen in der italienischen Medienlandschaft

Hier eine Liste der damaligen Mitglieder

Weitere Mitglieder der Berlusconi Familie

Silvios Vater war Luigi Berlusconi (1908-1989). Er arbeitete für die Banca Rasini, eine nicht mehr existente kleine Bank in Mailand. Man geht davon, dass die Bank Berlusconis Unternehmen mit Geld aus nicht auffindbaren Quellen (Mafia) unterstützte. Zu den Hauptkunden der Bank gehörten führende Köpfe der italienischen Mafia. (Quelle)

Paolo Berlusconi (*1949) ist der Bruder von Silvio. Er besitzt die“Il Giornale“, die zu den wichtigsten italienischen Zeitungen gehört. Auch Paolo stand schon mit der Justiz in Konflikt wegen Korruption. Er wurde zwar für schuldig befunden, aber daraufhin scheinbar unbegründet begnadigt (Quelle).

Pier Silvio Berlusconi (*1969) ist einer der Söhne von Silvio. Er besetzt leitende Postionen bei den Fernsehsendern der Familie. Auch er stand schon mit der Justiz in Konflikt (Quelle). Die beiden Töchter von Silvio sind ebenfalls als Unternehmer über Fininvest tätig.

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