Haus Bourbon (Kapetinger)

Das französische Hochadelsgeschlecht Bourbon existiert seit über 700 Jahren und stammt vom Adelsgeschlecht der Kapetinger ab, das im 10. Jahrhundert entstand. Die Kapetinger stammen wiederum von den Robertiner ab, deren adlige Blutlinie sich bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Alle französischen Könige der letzen 1000 Jahre, mit Ausnahme der beiden Napoleons, waren Kapetinger oder stammen von diesen ab. Somit stellten die Kapetinger 39 französische Könige (Quelle). Das Haus Bourbon selbst stellte sieben französische Könige und dreizehn spanische Könige sowie weitere Monarchen in Europa. Durch zahlreiche politische Hochzeiten sind sie inzwischen mit allen europäischen Königsfamilien verwandt. Inzwischen sind alle noch existierenden europäischen Königsfamilien (auch die nicht amtierenden) miteinander Verwandt. Heute besetzt die Familie immer noch den spanischen Thron. Das Haus Orléans, das vom Haus Bourbon abstammt und einen französischen König stellte, wird in diesem Beitrag nicht behandelt.

Die Linie Bourbon-Anjou

Der französische Herzog Philipp (1683-1746) war der Gründer der Linie Bourbon-Anjou. Er kam aus der französischen Königsfamilie aus dem Hause Bourbon. Im Jahr 1700 bestieg er als König Philipp V. den spanischen Thron. Seither besetzten seine Nachkommen mit einigen Unterbrechungen den spanischen Thron bis heute.

Das heutige spanische Königshaus

1969 setzte der faschistische Diktator Franco gesetzlich fest, dass nach seinem Tod Juan Carlos (*1938) aus dem Haus Bourbon als König das Amt des Staatsoberhaupts einnehmen sollte. Der Verfassung nach sollte dies eine Königsdiktatur werden. Zwei Tage nach Francos Tod 1975 bestieg Juan Carlos den Thron und wurde zum Staatsoberhaupt (Quelle). Francos Enkelin heiratete 1972 Alfons Jaime Bourbon, der zur spanischen Königsfamilie gehört (Quelle).

Juan Carlos besuchte das Bilderberg-Treffen (Quelle). Sein Frau Königin Sofia besuchte das Treffen mehrere Male (Quelle). Juan war Mitglied der Gesellschaft „Sons of the American Revolution„, die seit 1876 besteht und zu den elitärsten Gesellschaften der USA gehört. 17 US-Präsidenten waren Mitglied sowie mehrere Mitglieder elitärer Familien wie Rockefeller, Roosevelt und Bush. Juan gehört zudem zur Stiftung „The 1001: A Nature Trust„. Dieser Club aus Superreichen kontrolliert den WWF. Er hat persönlichen Kontakt zu zahlreichen europäischen Königsfamilien, aber auch zu den Königsfamilien von Saudi Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emirate. Er kannte den Bankier Emilio Botín Sr., der mit seiner Familie die Banco Santander kontrolliert, die zu den grössten Banken der Welt gehört. Die Bank wurde 1857 auf königlichen Erlass gegründet und stand demnach zumindest in ihrer Anfangszeit unter Einfluss des Hauses Bourbon. Seit dem Jahr 1909 ging die Kontrolle über die Bank an die Botín Familie über. Zusammen mit Botín und anderen spanischen Geschäftsleuten pflegte Juan Carlos geschäftlichen Kontakt zur argentinischen Diktatur (Quelle). Argentinien war früher eine spanische Kolonie und wurde damals von Mitgliedern des Hauses Bourbon kontrolliert.

Juan Carlos Vermögen wurde 2013 auf 2 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle).

Herzog Francisco de Paula de Bourbon und Escasany (*1943) ist ein Cousin von Juan Carlos, der als Bänker und Unternehmer tätig war. Er war unter anderem Direktor der Bank „Hill Samuel“ und kannte daher vermutlich die britische Samuel Familie, die neben der Bank auch den führenden Ölkonzern Shell gründete. Er war der 48. Grossmeister des Orden des Heiligen Lazarus, ein Vatikan-Orden der traditionell mit der spanischen Königsfamilie verbunden ist.

Der aktuelle König von Spanien Felipe VI (*1968) ist mit fast allen Königsfamilien rund um den Globus vernetzt. Er vertrat Spanien bei mehreren Amtseinführungen lateinamerikanischer Präsidenten (spanische Kolonien).

Das spanische Königshaus ist traditionell mit dem Malteserorden und dem Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem verbunden, zwei alte Vatikanorden die seit 1000 Jahren bestehen. Die spanische und die österreichischen Königsfamilie sind die Oberhäupter der Ordens vom Goldenen Vlies. Dieser gilt als einer der bedeutendsten Ritterorden. Er untersteht nicht dem Vatikan, aber er wird traditionell vom katholischen Adel geführt.

Erwähnenswerte Heiraten der Hauses Bourbon-Anjou

Sie heirateten mehrfach in die Königsgeschlechter Habsburg, Braganza, Wittelsbach und von Sachsen sowie in weitere Familienzweige der Bourbonen. Sie heirateten je einmal in die Königsgeschlechter Savoyen, Glücksburg und Orléans.

Wie bereits anfangs erwähnt heiratete die Enkelin des Diktators Franco 1972 in das spanische Königshaus.

Elena (*1963) war mit dem Adligen Jaime de Marichalar verheiratet, der drei Jahre nach der Hochzeit eine leitende Position bei der Schweizer Bank Credit Suisse in Madrid einnahm.

Gabriel Antonio (1752-1788) heiratete in die portugiesische Königsfamilie aus dem Haus Braganza. Dadurch entstand die Linie Bourbon-Braganza. Zur Zeiten der Kolonialisierung kontrollierten die beiden Königsfamilien so gut wie ganz Südamerika. María Cristina Bourbon-Braganza (1913-2002) heiratete Antenor Patiño. Patino war ein bolivianischer Unternehmer, der mit seinem Vater den Handel mit Zinn und seiner Förderung in Bolivien kontrollierte. Sein Vater gehörte zu den reichsten Männer seiner Zeit. Bolivien war früher eine spanische Kolonie und wurde damals von Mitgliedern des Hauses Bourbon kontrolliert. Marías und Patinos Tochter heiratete den britischen Investor James Goldsmith.

Bourbon-Anjou und die spanische Freimaurerei

Alle Angaben zur Freimaurerei in diesem Beitrag stammen von Freimaurern geführten Internetseiten. Der grösste Teil der Informationen stammen aus den Freimaurer-Wiki Einträgen zur spanischen Freimaurerei, französischen Freimaurerei und den Bourbonen. Wer sich für die Freimaurerei interessiert sollte Verschwörungstheorien-Internetseiten meiden und sich nur auf offiziellen Freimaurer-Seiten informieren. Überraschenderweise gibt es auch dort genügend Informationen, die auch für Verschwörungstheoretiker interessant sein können.

Der spanische König Karl III. (1716-1788) aus dem Haus Bourbon war Freimaurer und förderte die vorher blutig unterdrückte Freimaurerei in Spanien (Quelle). Während seiner Amtszeit wurde die erste Grossloge in Spanien gegründet. Deren erster Grossmeister war Graf von Aranda, der zugleich einer der Minister von König Karl III. war. Die beiden waren massgeblich an der Ausweisung des Jesuitenordens aus Spanien und seinen Kolonien beteiligt sowie an dessen Enteignung . Der Jesuitenorden, ein Vatikan-Orden, war zu der Zeit quasi der Erzfeind der Freimaurer (Die Jesuiten waren übrigens auch mit den Illuminaten verfeindet). Die Freimaurer förderten die Aufklärung und wollten den Einfluss des Klerus einschränken, während die Jesuiten bemüht waren, das Religionsmonopol des Vatikans zu erhalten und die Ideen der Aufklärung ablehnten. Unter König Karl III. wurde der Einfluss des Klerus stark eingeschränkt. Zu der Zeit breiteten sich die Freimaurer in den spanischen Kolonien in Lateinamerika aus. Dort gelangten sie spätestens ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts zu politischem Einfluss. Karl III. war zudem der Gründer der spanischen Zentralbank (viele europäische Zentralbanken wurden von Königsfamilien gegründet).

Der spanische Prinz Francisco de Paula de Bourbon (1794-1865) war Grossmeister der spanischen Freimaurer (Quelle). Er wurde von ihnen zum „Sovereign Großkomtur“ gewählt, welcher der Vorsitz des obersten Rates der spanischen Hochgrad-Freimaurer ist. Nur Freimaurer die den 33. Grad des schottischen Ritus erreicht haben, werden in den obersten Rat Spaniens aufgenommen (Quelle). Paradoxerweise lies Franciscos Bruder Fernando VII. (1784-1833), als er König wurde, die Freimaurer verfolgen. Vielleicht wusste Fernando nicht, dass sein Bruder führender Freimaurer war. Falls er es aber wusste, gäbe es für mich nur vier logische Erklärungen für die Verfolgung.

  1. Es wurden nur die französischen Freimaurerlogen verfolgt, die von Napoleon während der Besatzungszeit von 1808 bis 1813 installiert wurden. Nachdem 1813 Fernando wieder König war, wollte er diese ausmerzen, während die ursprünglichen spanischen Freimaurer verschont wurden. Diese Theorie widerspricht allerdings der (offiziellen) Geschichtsschreibung, die besagt, dass alle Freimaurer verfolgt wurden.
  2. Die Verfolgung war nur inszeniert. Angenommen der spanische Hochadel hätte sich öffentlich zur Freimaurerei bekannt, wäre der Vatikan sowie der spanische Klerus unerfreut gewesen, da diese die Freimaurerei strikt ablehnten. König Fernando wollte, dass sich das inzwischen wieder verbesserte Verhältnis zum Vatikan nicht gefährden und vermittelte diesem den Eindruck, dass er die Freimaurer ablehne und bekämpfe. Ausserdem gab es ja schon damals Verschwörungstheoretiker im Volk, die glaubten, dass die Freimaurerei teil einer (böswilligen) Verschwörung ist. Somit wäre es aus der Sicht des spanischen Hochadels besser gewesen, sich öffentlich von den Freimaurern zu distanzieren und nur im geheimen zu diesen Kontakt zu haben.
  3. Der Kampf gegen die Freimaurerei war nur ein Vorwand des Königs, um politische Feinde zu verhaften und hinzurichten, auch wenn diese eigentlich gar keine Freimaurer waren, sonder lediglich beschuldigt wurden welche zu sein.
  4. Die Freimaurer wurden wirklich verfolgt. Allerdings wurde dies von Hochgrad-Maurern wie Francisco angeordnet. Ziel war es, alle entbehrlichen Mitwisser auszuschalten, die in die freimaurerischen oder königlichen Geheimnisse eingeweiht waren.

1833 bestieg Fernandos Tochter Isabella II. (1830-1904) den spanischen Thron. Auch unter ihr war die Freimaurerei verboten, obwohl ihr Mann Francisco de Asissi angeblich Freimaurer war. Er war der Sohn des oben erwähnten Freimaurer Francisco de Paula de Bourbon. Auch sein Bruder Enrique de Bourbon (1823-1870) war Freimaurer und Mitglied einer Pariser Loge. Er erreichte wie sein Vater den 33. Grad des schottischen Ritus. Er wurde wegen seiner Gesinnung des Landes verwiesen. (Quelle)

Das Verbot der Freimaurerei hielt bis 1870 an. Da bestieg Amadeus I. (aus dem Haus Savoyen) den spanischen Thron. Er war selbst Freimaurer und hob das Freimaurer-Verbot auf, worauf Enrique de Bourbon nach Spanien zurückkehren konnte. Drei Jahre später dankte Amadeus I. freiwillig ab und die Monarchie wurde (offiziell) abgeschafft. Die erste spanische Republik wurde gegründet und wurde fortan von Politikern regiert, die zum Grösstenteil Freimaurer waren. Die Republik konnte sich fast zwei Jahre halten, wurde dann aber durch eine Monarchie ersetzt und Mitglieder des Hauses Bourbon erlangten wieder die Macht in Spanien.

Nach der Machtübernahme des faschistischen Diktators Franco 1936 wurden die Freimaurer wieder verfolgt. Wie anfangs bereits erwähnt, hatte Franco gesetzlich festgelegt, dass nach seinem Ableben in Spanien wieder eine Monarchie eingeführt wird mit dem Haus Bourbon als Königsfamilie. Daher kann mann davon ausgehen, dass Franco ein gutes Verhältnis zur spanischen Königsfamilie hatte. Da Franco die Freimaurer (angeblich) hasste und verfolgen liess, wird die Königsfamilie zu der Zeit nicht freimaurerisch aktiv gewesen sein und falls doch dann nur im Geheimen. Aber es könnte vielleicht ja auch eine der oben bereits erwähnten Thesen zur letzten Verfolgung zutreffen. Besonders These Nummer 3 würde hier passen. Zu der Zeit gab es etwa 5000 bis 6000 Freimaurer in Spanien. Es sind allerdings 80 000 Anzeigen gegen angebliche Freimaurer dokumentiert und es wurden 18 000 Prozesse gegen solche eröffnet (Quelle). Wer rechnen kann weiss was das bedeutet: Der grösste Teil der Opfer der Freimaurerverfolgung unter Franco waren gar keine Freimaurer. Nach Francos Tod und der Machtübernahme des Hauses Bourbon wurde das Freimaurer-Verbot aufgehoben.

Die Linie Bourbon-Vendôme

Die Linie wurde vom französischen Grafen Louis I. de Bourbon (1376-1446) begründet. Seit dem Jahr 1589 besetzte die Familie den französischen Thron bis 1792. Im Zeitraum 1815 bis 1830 herrschten sie ebenfalls über Frankreich. Sie sind traditionell mit diversen Vatikanorden verbunden. Eine Zeit lang waren sie auch im Freimaurerorden vertreten.

Bourbon-Vendôme und die französische Freimaurerei

Louis de Bourbon, Graf von Clermont (1709-1771), war von 1743 bis zu seinem Tod einer der ersten Grossmeister der französischen Freimaurer (Quelle). Es ist vielleicht nur Zufall, aber die französischen und die spanischen Bourbonen traten zur selben Zeit den Freimaurern bei und ab da konnte sich die Freimaurerei in den beiden Ländern etablieren.

Ein Jahr nachdem der französische König Ludwig XVI. (1754-1793) den Thron bestieg, wurde er 1775 mit seinen beiden Brüdern in die Freimaurerei aufgenommen. Die beiden Brüder waren die späteren französischen Könige Karl X. (1757-1836) und Ludwig XVIII. (1755-1824). Für die drei Brüder aus dem Haus Bourbon wurde eine eigene Loge gegründet (Quelle). Der Sohn von Karl X., Charles Ferdinand d’Artois , war Grossmeister des französischen Grossorients (Grossloge) (Quelle).

Ludwig XVI. war einer der wichtigsten Unterstützer der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Nach Ausbruch des Unabhängigkeitskriege 1775 war Frankreichs Unterstützung für die Aufständischen anfangs auf geheimen Waffenschmuggel beschränkt. Nachdem sich Frankreich 1778 ganz offiziell mit den Aufständischen verbündet hatte, schickte Ludwig Tausende von Soldaten über den Atlantik. Dies entschied letztlich den Ausgang des Krieges mit der Kapitulation der Briten im Jahr 1781. Viele Schlüsselpersonen der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und der darauf folgenden Regierung unter George Washington waren Freimaurer. Diese gründeten 1783 die „Society of the Cincinnati„, welche ihr Erbe fortragen soll. Ludwig XVI. war Mitglied, da er zu den wichtigsten Akteuren des Unabhängigkeitsbewegung gehörte. Die Gesellschaft ist eng mit der bereits anfangs erwähnten „Sons of the American Revolution“ verbunden, in der auch der spanische König Juan Carlos Mitglied ist. Herzog Louis Alphonse de Bourbon (*1974) ist ein Nachkomme von Ludwig XVI. und gehört zu den erblichen Mitgliedern der „Society of the Cincinnati“.

Die Mississippi-Kompanie und die französische Zentralbank

Die französische Mississippi-Kompanie bestand von 1684 bis 1790 und war eine der grössten Handelskompanien ihrer Zeit. Ihr heutiger Wert wird auf 6,5 Billionen Dollar geschätzt und sie gilt damit als das zweit wertvollste Unternehmen aller Zeiten (Quelle). Zum Vergleich: das heutige wertvollste Unternehmen ist Saudi Aramco mit einem Wert von 1,88 Billionen Dollar. Die Mississippi-Kompanie stand durchgehend unter der Kontrolle oder zumindest unter starkem Einfluss der französischen Königsfamilie aus dem Hause Bourbon.

Die Kompanie wurde 1684 in der französischen Kolonie Louisiana in Nordamerika gegründet. Die Kompanie sowie Louisiana wurde anfangs vom Jesuiten-Orden und anderen Vatikan-Orden kontrolliert. Zu der Zeit war gerade Ludwig XIV. (1638-1715) aus dem Hause Bourbon König von Frankreich (bekannt unter dem Beinamen Sonnenkönig). Ludwig XIV. war katholisch und unter seiner Herrschaft wurden die Hugenotten (Protestanten) verfolgt. Er hatte stets ein gutes Verhältnis zum Vatikan, ausser mit Papst Innozenz XI.. Die Jesuiten und andere Vatikan-Orden hatten durch das gute Verhältnis zu Ludwig XIV. freien Zugang zu den französischen Kolonien. Sie nahmen dort eine wichtige Rolle beim Aufbau der Kolonien und dem damit verbundenen Handel ein. So stand auch die Mississippi-Kompanie anfangs unter der Kontrolle der Jesuiten.

Dies änderte sich als 1715 Ludwig XV. (1710-1774) als fünfjähriger den französischen Thron bestieg. Da er noch ein Kind war, übernahm Herzog Philippe II. de Bourbon (1674-1723) die Führung des Landes. Dieser übertrug die Leitung des Handels und der Finanzen dem schottischen Ökonomen John Law. Zusammen gründeten sie 1718 die erste Zentralbank Frankreichs. 1717 kaufte John Law die Mississippi-Kompanie und weitere französische Handelskompanien und fusionierte sie zu einem Unternehmen, welches fortan zu den grössten der Welt gehörte.

Philippe II. war Atheist. Laws Glaube kennt man nicht, aber er war vermutlich Protestant und kein Katholik. Somit wurde vermutlich der Einfluss des Jesuitenordens in Frankreich verringert. Als später Ludwig XV. regierte, löste dieser 1764 den Jesuitenorden in Frankreich auf und die Aufklärung begann sich zu entfalten. Wie bereits oben erwähnt hatte der spanische König und Freimaurer Karl III. den Jesuitenorden verboten. 1773 löste der Papst den Orden ganz auf, nachdem der Hochadel von Frankreich, Spanien und Portugal Druck auf ihn ausübte. Der Jesuitenorden wurde erst 1814 durch den Vatikan wieder ins Leben gerufen.

Der Ökonom John Law stammte aus einer schottischen Familie von Bankiers und Goldschmieden. Seine Mutter kam aus dem schottischen Clan Campbell und in seiner Familie waren in den letzen drei Generationen die Clans Carmichael, Boyd, Kinninmont, Boswell und Galbraith. Somit war seine Familie fester Bestandteil der Gemeinschaft der schottischen Clans und er stand demnach vielleicht auch in seiner Zeit in Frankreich mit diesen in Kontakt. Die schottischen Clans stehen traditionell der presbyterianischen Kirche (Protestanten) nahe sowie der Freimaurerei und sie unterstützten die Aufklärung und Religionsfreiheit.

Erwähnenswerte Heiraten des Hauses Bourbon-Vendôme

Sie heirateten mehrfach in die Königsgeschlechter Savoyen und Habsburg sowie in weitere Familienzweige der Bourbonen. Sie heirateten je einmal in die Königsgeschlechter Wittelsbach und Stuart.

Herzog Louis Alphonse de Bourbon (*1974) ist der momentane legitime Thronanwärter von Frankreich. Er ist ein Nachkomme des französischen Königs Ludwig XVI. und gehört zu den erblichen Mitglieder der „Gesellschaft der Cincinnati“. Louis Alphonse heiratete Marie Marguerite, die Tochter des venezolanischen Bankiers Victor Vargas. Louis arbeitete später in Venezuela für die Bank von Victor Vargas. Venezuela war früher eine spanische Kolonie und wurde damals von Mitgliedern des Hauses Bourbon kontrolliert.

Der französische König Heinrich IV. (1553-1610) und seine Enkelin Marguerite Louise heirateten in die italienische Adelsfamilie Medici, die drei Päpste hervorbrachte. Zudem galt sie im 15. Jahrhundert als die reichste und mächtigste Bankiersfamilie.

Die Linie Bourbon-Sicilia

Die italienische Nebenlinie der spanischen Bourbonen waren von 1816 bis 1860 die Königsfamilie von Sizilien. Danach war Sizilien Teil des 1861 gegründeten Königreich Italien und stand fortan unter der Herrschaft der italienischen Königsfamilie (Haus Savoyen) und dem Vatikan. Das Haus Bourbon-Sicilia ist traditionell mit den katholischen Königsfamilien und dem Vatikan verbunden. Mitglieder des Hauses sind traditionell in mehreren Vatikan-Orden vertreten. Sie führen zudem den Konstantinorden. Der Vatikan-Orden besteht mindestens seit dem Jahr 1190. Der Legende nach wurde der Orden im Jahr 313 vom römischen Kaiser Konstantin I. gegründet.

Pedro de Borbón-Dos Sicilias (*1968) ist seit 2014 Präsident des königlichen Rates der spanischen Militärorden. Er ist Gossmeister des Kostantinordens. Er ist zudem Mitglied des Malteserordens (global agierender Vatikan-Orden in dem auch wichtige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Finanzwesen vertreten sind) und des Ritterorden vom Heiligen Grabes von Jerusalem (ein Vatikan-Orden der sich auf den Nahen Osten konzentriert und von Adligen gelenkt wird).

Carlos Bourbon-Sicilia (1938-2015) war seit 1964 Oberhaupt des Hauses. Er war als Aktionär an Repsol (spanischer Ölkonzern der zu den grössten der Welt gehört) und Telefonica (spanisches Telekommunikationsunternehmen) beteiligt. Beide Unternehmen sind in Europa und den spanischen Kolonien in Lateinamerika aktiv. Er war Grossmeister des Konstantinordens und Mitglied des Ritterorden des Heiligen Grabes von Jerusalem. Er war zudem Präsident der „Königliche Vereinigung der Hidalgos von Spanien“ (Real Asociación de Hidalgos de España), welche 1954 gegründet wurde und die vermutlich einflussreichste spanische Adels-Lobby ist. Vor ihm war Herzog Christoph Kolumbus, eine Nachfahre des berühmten Seefahrers Christoph Kolumbus, Präsident der Vereinigung (die Kolumbus Familie wurde in den spanisch-portugiesischen Adel aufgenommen).

Erwähnenswerte Heiraten des Hauses Bourbon-Sicilia

Das Haus Bourbon-Sicilia heiratete mehrfach in die Königsgeschlechter Savoyen, Habsburg, Orléans, Braganza und Wittelsbach sowie in weitere Familienzweige der Bourbonen. Sie heirateten je einmal in die Königsgeschlechter Hohenzollern, Bonaparte, von Sachsen, und Württemberg.

Die Linie Bourbon-Parma

Die ursprünglich italienische Nebenlinie der spanischen Bourbonen hat inzwischen in viele Königsfamilien eingeheiratet und gehört somit auch zum Hochadel. Sie stehen traditionell dem Vatikan nahe.

Sixtus Bourbon-Parma (1886-1934) und sein Bruder Franz Xaver de Bourbon-Parma (1889-1977) waren in die Sixtus-Affäre während des ersten Weltkriegs verwickelt. Im Auftrag des österreichischen Königs Karl I. (Haus Habsburg) führten sie Verhandlungen mit Frankreich hinter dem Rücken des verbündeten Deutschen Reiches.

Carlos Hugo Bourbon-Parma (1930-2010) war der Sohn von Franz Xaver und studierte in Oxford, wie viele Mitglieder der global vernetzten Königshäuser. Danach arbeitete er für die Deutsche Bank während der Aufbauzeit nach dem zweiten Weltkrieg. Er und sein Vater hatten Kontakt zu mindestens zwei Päpsten und der adligen Vatikan Führungsebene. Carlos heiratete die niederländische Prinzessin Irene.

Deren gemeinsamer Sohn ist Jaime Bernardo Bourbon-Parma (*1972). Dieser war Mitglied des Malteserordens und niederländischer Botschafter am Heiligen Stuhl (Vatikan Führungsebene). Er arbeitete für das niederländische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und war Botschafter im Irak und Afghanistan. Er arbeitete für die niederländische EU-Kommissarin Neelie Kroes, welche mehrfach am Bilderberg-Treffen teilnahm und mit der niederländischen Königsfamilie verbunden ist. Später war Jaime für das niederländische Aussenministerium tätig. Derzeit ist er leitender Angestellter der UNHCR, der Flüchtlingsagentur der Vereinten Nationen. Zudem absolvierte er während seines Studiums ein Praktikum beim WWF und dem Roten Kreuz. Beide Organisationen standen von Anfang an unter dem Einfluss der europäischen Königsfamilien.

Michel Bourbon-Parma (1926-2018) war viele Jahre für das französische Unternehmen „Zodiac Marine & Pool“ tätig. Er spielte häufig eine Vermittlerrolle zwischen der Regierung des Schahs des Irans und französischen Unternehmen. Einer seiner Söhne, Charles-Emmanuel, gehört zur Führungsebene des Konstantinordens (Vatikan-Orden).

Erwähnenswerte Heiraten des Hauses Bourbon-Parma

Das Haus Bourbon-Parma heiratete mehrfach in die Königsgeschlechter Sachsen-Coburg und Gotha, Habsburg, Nassau, Savoyen, Hohenzollern und von Sachsen sowie in weitere Familienzweige der Bourbonen. Sie heirateten einmal in das Haus Glücksburg.

Maria Carolina Bourbon-Parma (*1974) gehört zur niederländischen Königsfamilie. Sie heiratete den deutsch-niederländischen Unternehmer Albert Brenninkmeijer. Die Brenninkmeijers sind eine niederländische Unternehmerfamilie, die das Bekleidungsunternehmen C&A gründeten und bis heute besitzen. Mit einem Vermögen von 23,4 Milliarden gehören sie zu den reichsten Familien Europas. Mitglieder der Familie sind im Malteserorden und im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem vertreten (zwei Vatikan-Orden).

Die Luxemburger Königsfamilie hat auch Blut der Bourbon-Parma in sich, da der Grossvater von Henri (der aktuelle König/Grossherzog von Luxemburg) Felix Bourbon-Parma war.

Erwähnenswerte Heiraten der Luxemburger Königsfamilie, die Blut des Hauses Bourbon-Parma in sich tragen, sind:

Marie Adélaïde (1924-2007) heiratete Carl Josef Henckel von Donnersmarck. Die deutsch-österreichische Adelsfamilie Henckel von Donnersmarck war durch Handel und Bergbau zu Reichtum gekommen und gehörte anfangs des 20. Jahrhunderts zu den reichsten deutschen Familien.

Marie Adélaïdes Bruder Charles (1927-1977) heiratete die Tochter des US-Politikers C. Douglas Dillon. Dillon war wie sein Vater Mitglied in der Pilgrims Society (angloamerikanisches Elitenetzwerk) und mit der Rockefeller Familie befreundet. Er war Vorsitzender der Brookings Institution und stellvertretender Vorsitzender des Council on Foreign Relations. Beide gehören zu den mächtigsten Think Tanks der Welt. Dillon war Mitglied in der „Society of the Cincinnati“ und der „Society of Colonial Wars„.

Prinz Felix (*1984) heiratete die Tochter des deutschen Unternehmers Hartmut Lademacher. Lademacher war Manager bei IBM, eines der global führenden IT- und Beratungsunternehmen. Zusammen mit anderen IBM-Manager gründete er 1990 LHS Telekommunikation, welches heute im Besitz von Ericsson ist. Lademachers Vermögen wird auf 600 Millionen Euro geschätzt.

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

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