Haus Bourbon (Kapetinger)

Das französische Hochadelsgeschlecht Bourbon existiert seit über 700 Jahren und stammt vom Adelsgeschlecht der Kapetinger ab, das im 10. Jahrhundert entstand. Die Kapetinger stammen wiederum von den Robertiner ab, deren adlige Blutlinie sich bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Alle französischen Könige der letzten 1000 Jahre, mit Ausnahme der beiden Napoleons, waren Kapetinger oder stammen von diesen ab. Somit stellten die Kapetinger 39 französische Könige (Quelle). Das Haus Bourbon selbst stellte sieben französische Könige und dreizehn spanische Könige sowie weitere Monarchen in Europa. Durch zahlreiche politische Hochzeiten sind sie inzwischen mit allen noch amtierenden Königsfamilien Europas verwandt (Quelle). Heute besetzt die Familie noch immer den spanischen Thron. Das Haus Orléans, das vom Haus Bourbon abstammt und einen französischen König stellte, wird in diesem Beitrag nicht behandelt.

Die Linie Bourbon-Anjou

Der französische Herzog Philipp (1683-1746) war der Gründer der Linie Bourbon-Anjou. Er kam aus der französischen Königsfamilie aus dem Hause Bourbon. Im Jahr 1700 bestieg er als König Philipp V. den spanischen Thron. Seither besetzten seine Nachkommen mit einigen Unterbrechungen den spanischen Thron bis heute.

Das heutige spanische Königshaus

1969 setzte der spanische Diktator Franco gesetzlich fest, dass nach seinem Tod Juan Carlos (*1938) aus dem Haus Bourbon als König das Amt des Staatsoberhaupts einnehmen sollte. Der Verfassung nach sollte dies eine Königsdiktatur werden (Quelle). Zwei Tage nach Francos Tod 1975 bestieg Juan Carlos den Thron und wurde zum Staatsoberhaupt (Quelle). Francos Enkelin heiratete 1972 Alfons Jaime Bourbon, der zur spanischen Königsfamilie gehört (Quelle).

König Juan Carlos besuchte das Bilderberg-Treffen (Quelle). Sein Frau Königin Sofia besuchte das Treffen mehrere Male (Quelle).

Juan ist Mitglied der Gesellschaft Sons of the American Revolution, die seit 1889 besteht und zu den elitärsten Gesellschaften der USA gehört. 17 US-Präsidenten und weitere hochrangige US-Politiker waren Mitglied. Auch die bekannte Rockefeller Familie gehörte oder gehört noch immer zur Gesellschaft. 2010 gründete Juan den spanischen Zweig der Gesellschaft, der von der spanischen Königsfamilie geführt wird (Quelle).

Juan gehört zur Stiftung The 1001: A Nature Trust. Diese aus Adligen und Milliardären bestehende Stiftung kontrolliert den WWF. Juan war zudem 44 Jahre lang Ehrenpräsident des spanischen WFF (Quelle).

Juan hat persönlichen Kontakt zu zahlreichen europäischen Königsfamilien, aber auch zu den Königsfamilien von Saudi Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emirate. Er kennt den Bankier Emilio Botín (Quelle), der mit seiner Familie die Banco Santander kontrolliert, eine der weltweit grössten Banken. Die spanische Bank wurde 1857 auf königlichen Erlass gegründet und stand demnach zumindest in ihrer Anfangszeit unter dem Einfluss der spanischen Königsfamilie. Seit dem Jahr 1909 ging die Kontrolle über die Bank an die Botín Familie über. Zusammen mit Botín und anderen spanischen Geschäftsleuten pflegte Juan Carlos engen geschäftlichen Kontakt zur argentinischen Diktatur (Quelle). Argentinien war früher eine spanische Kolonie und wurde damals von Mitgliedern des Hauses Bourbon kontrolliert.

Juan Carlos war mit dem verstorbenen Emilio Azcárraga Milmo (El Tigre) befreundet (Quelle). Die mexikanische Azcárraga Familie kontrolliert den grössten Medienkonzern Südamerikas und einen grossen Teil des mexikanischen Fernsehens. Mexiko war früher eine spanische Kolonie und wurde vom Haus Bourbon kontrolliert.

Juan Carlos Vermögen wurde 2013 auf 2 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle).

Herzog Francisco de Paula de Bourbon und Escasany (*1943) ist ein Cousin von Juan Carlos, der als Bänker und Unternehmer tätig war. Er war unter anderem Direktor der Bank „Hill Samuel“ und kannte daher vermutlich die britische Samuel Familie, die neben der Bank auch den führenden Ölkonzern Shell gründete. Er und sein Sohn waren Grossmeister des Ordens des Heiligen Lazarus, ein Vatikanorden der traditionell mit der spanischen Königsfamilie verbunden ist.

Der aktuelle König von Spanien Felipe VI (*1968) ist mit fast allen Königsfamilien rund um den Globus vernetzt. Er vertrat Spanien bei mehreren Amtseinführungen lateinamerikanischer Präsidenten (spanische Kolonien).

Das spanische Königshaus ist traditionell mit dem Malteserorden und dem Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem verbunden (zwei Vatikanorden). Die spanische und die österreichische Königsfamilie sind die Oberhäupter des Ordens vom Goldenen Vlies. Dieser gilt als einer der bedeutendsten Ritterorden. Er untersteht nicht dem Vatikan, aber er wird traditionell vom katholischen Hochadel geführt.

Erwähnenswerte Heiraten des Hauses Bourbon-Anjou

Sie heirateten mehrfach in die Königsgeschlechter Habsburg, Braganza, Wittelsbach und von Sachsen sowie in weitere Familienzweige der Bourbonen. Sie heirateten je einmal in die Königsgeschlechter Savoyen, Glücksburg und Orléans. (Quelle)

Wie bereits anfangs erwähnt, heiratete die Enkelin des Diktators Franco 1972 in das spanische Königshaus.

Gabriel Antonio (1752-1788) heiratete in die portugiesische Königsfamilie aus dem Haus Braganza. Dadurch entstand die Linie Bourbon-Braganza. Zur Zeiten der Kolonialisierung kontrollierten die beiden Königsfamilien fast das gesamte Südamerika. María Cristina Bourbon-Braganza (1913-2002) heiratete Antenor Patiño. Dieser war ein bolivianischer Unternehmer, der mit seinem Vater den Handel mit Zinn und seiner Förderung in Bolivien kontrollierte. Sein Vater gehörte zu den reichsten Männern seiner Zeit. Bolivien war früher eine spanische Kolonie und wurde damals von Mitgliedern des Hauses Bourbon kontrolliert. Marías und Patinos Tochter heiratete den britischen Investor James Goldsmith.

Herzog Louis Alphonse (*1974) ist der momentane legitime Thronanwärter von Frankreich. Louis Alphonses Frau Marie war die Tochter des venezolanischen Bankiers Victor Vargas. Louis arbeitete später in Venezuela für die Bank von Vargas. Venezuela war früher eine spanische Kolonie und wurde damals von Mitgliedern des Hauses Bourbon kontrolliert. Louis arbeitete auch für die französische BNP Paribas, die zu den weltweit grössten Banken gehört.

Elena (*1963) war mit dem Adligen Jaime de Marichalar verheiratet, der drei Jahre nach der Hochzeit eine leitende Position bei der Schweizer Bank Credit Suisse in Madrid einnahm.

Beatrix (1874-1961) heiratete Fürst Fabrizio Massimo aus der italienischen Uradelsfamilie Massimo, die seit über 1000 Jahren besteht und zur Vatikanelite gehört. Der Legende nach gehörten die Päpste Anastasius I. (lebte im 4. Jahrhundert) und Paschalis I. (lebte im 9. Jahrhundert) zu ihren Vorfahren. Die Massimos stammen der Legende nach von der römischen Aristokratenfamilie Fabia ab. Die Fabier gehörten in den 500 Jahren vor Christus zu den führenden Familien Roms und brachten viele Konsuln und Senatoren hervor. Quintus Fabius Maximus Verrucosus (lebte im 3. Jahrhundert vor Christus) war Diktator von Rom. Auch der Papst Fabianus (lebte im 3. Jahrhundert) kam womöglich aus dieser Familie. Einer Legende nach stammten die Fabier vom griechischen Helden Herkules/Herakles ab.

Bourbon-Anjou und die spanische Freimaurerei

Alle Angaben zur Freimaurerei in diesem Beitrag stammen von Freimaurern geführten Internetseiten. Der grösste Teil der Informationen stammen aus den Freimaurer-Wiki Einträgen zur spanischen Freimaurerei, französischen Freimaurerei und den Bourbonen. Wer sich für die Freimaurerei interessiert sollte Verschwörungstheorien-Internetseiten meiden und sich nur auf offiziellen Freimaurer-Seiten informieren. Überraschenderweise gibt es dort genügend Informationen, die auch für Verschwörungstheoretiker interessant sein können.

Der spanische König Karl III. (1716-1788) aus dem Haus Bourbon war Freimaurer und förderte die vorher blutig unterdrückte Freimaurerei in Spanien (Quelle). Während seiner Amtszeit wurde die erste Grossloge in Spanien gegründet. Deren erster Grossmeister war Graf von Aranda, der zugleich einer der Minister von König Karl III. war. Die beiden waren massgeblich an der Ausweisung des Jesuitenordens aus Spanien und seinen Kolonien beteiligt sowie an dessen Enteignung. Der Jesuitenorden, ein Vatikanorden, war zu der Zeit quasi der Erzfeind der Freimaurer. Die Freimaurer förderten die Aufklärung und wollten den Einfluss des Klerus einschränken, während die Jesuiten bemüht waren das Religionsmonopol des Vatikans zu erhalten und die Ideen der Aufklärung ablehnten. Unter König Karl III. wurde der Einfluss des Klerus stark eingeschränkt. Zu der Zeit breiteten sich die Freimaurer in den spanischen Kolonien in Lateinamerika aus. Dort gelangten sie spätestens ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts zu politischem Einfluss. Karl III. war zudem der Gründer der spanischen Zentralbank (viele europäische Zentralbanken wurden von Königsfamilien gegründet).

Der spanische Prinz Francisco de Paula de Bourbon (1794-1865) war Grossmeister der spanischen Freimaurer. Er war auch Grosskommandant des Obersten Rates der spanischen Freimaurer. (Quelle) Nur Freimaurer, die den 33. Grad des schottischen Ritus erreicht haben (den höchsten Grad), dürfen dem Obersten Rat Spaniens beitreten (Quelle). Paradoxerweise lies Franciscos Bruder Fernando VII. (1784-1833), als er König wurde, die Freimaurer verfolgen. Vielleicht wusste Fernando nicht, dass sein Bruder führender Freimaurer war. Falls er es aber wusste, gäbe es für mich nur vier logische Erklärungen für die Verfolgung.

  1. Es wurden nur die französischen Freimaurerlogen verfolgt, die von Napoleon während der Besatzungszeit von 1808 bis 1813 installiert wurden. Nachdem 1813 Fernando wieder König war, wollte er diese ausmerzen, während die ursprünglichen spanischen Freimaurer verschont wurden. Diese Theorie widerspricht allerdings der (offiziellen) Geschichtsschreibung, die besagt, dass alle Freimaurer verfolgt wurden.
  2. Die Verfolgung war nur inszeniert. Angenommen der spanische Hochadel hätte sich öffentlich zur Freimaurerei bekannt, wäre der Vatikan sowie der spanische Klerus unerfreut gewesen, da diese die Freimaurerei strikt ablehnten. König Fernando wollte, dass sich das inzwischen wieder verbesserte Verhältnis zum Vatikan nicht gefährden und vermittelte diesem den Eindruck, dass er die Freimaurer ablehne und bekämpfe. Ausserdem gab es ja schon damals Verschwörungstheoretiker im Volk, die glaubten, dass die Freimaurerei teil einer (böswilligen) Verschwörung ist. Somit wäre es aus der Sicht des spanischen Hochadels besser gewesen, sich öffentlich von den Freimaurern zu distanzieren und nur im geheimen zu diesen Kontakt zu haben.
  3. Der Kampf gegen die Freimaurerei war nur ein Vorwand des Königs, um politische Feinde zu verhaften und hinzurichten, auch wenn diese eigentlich gar keine Freimaurer waren, sonder lediglich beschuldigt wurden welche zu sein.
  4. Die Freimaurer wurden wirklich verfolgt. Allerdings wurde dies von Hochgrad-Maurern wie Francisco angeordnet. Ziel war es alle entbehrlichen Mitwisser auszuschalten, die in die freimaurerischen oder königlichen Geheimnisse eingeweiht waren.

1833 bestieg Fernandos Tochter Isabella II. (1830-1904) den spanischen Thron. Auch unter ihr war die Freimaurerei verboten, obwohl ihr Mann Francisco de Asissi angeblich Freimaurer war. Er war der Sohn des oben erwähnten Freimaurers Francisco de Paula de Bourbon. Auch sein Bruder Enrique de Bourbon (1823-1870) war Freimaurer und Mitglied einer Pariser Loge. Er erreichte wie sein Vater den 33. Grad des schottischen Ritus. Er wurde wegen seiner Gesinnung des Landes verwiesen. (Quelle)

Das Verbot der Freimaurerei hielt bis 1870 an. Da bestieg Amadeus I. (aus dem Haus Savoyen) den spanischen Thron. Er war selbst Freimaurer und hob das Freimaurer-Verbot auf, worauf Enrique de Bourbon nach Spanien zurückkehren konnte. Drei Jahre später dankte Amadeus I. freiwillig ab und die Monarchie wurde abgeschafft. Die erste spanische Republik wurde gegründet und wurde fortan von Politikern regiert, von denen viele Freimaurer waren. Die Republik konnte sich fast zwei Jahre halten, wurde dann aber durch eine Monarchie ersetzt und Mitglieder des Hauses Bourbon erlangten wieder die Macht in Spanien.

Nach der Machtübernahme des faschistischen Diktators Franco 1936 wurden die spanischen Freimaurer wieder verfolgt. Wie anfangs bereits erwähnt, hatte Franco gesetzlich festgelegt, dass nach seinem Ableben in Spanien wieder eine Monarchie eingeführt wird mit dem Haus Bourbon als Königsfamilie. Daher kann man davon ausgehen, dass Franco ein gutes Verhältnis zur spanischen Königsfamilie hatte. Da Franco die Freimaurer (angeblich) hasste und verfolgen liess, wird die Königsfamilie zu der Zeit nicht freimaurerisch aktiv gewesen sein und falls doch dann nur im Geheimen. Aber es könnte vielleicht ja auch eine der oben bereits erwähnten Thesen zur letzten Verfolgung zutreffen. Besonders These Nummer 3 würde hier passen. Zu der Zeit gab es etwa 5000 bis 6000 Freimaurer in Spanien. Es sind allerdings 80 000 Anzeigen gegen angebliche Freimaurer dokumentiert und es wurden 18 000 Prozesse gegen solche eröffnet (Quelle). Wer rechnen kann weiss was das bedeutet: Der grösste Teil der Opfer der Freimaurerverfolgung unter Franco waren gar keine Freimaurer. Nach Francos Tod und der Machtübernahme des Hauses Bourbon wurde das Freimaurer-Verbot aufgehoben.

Die Linie Bourbon-Vendôme

Die Linie wurde vom französischen Grafen Louis I. de Bourbon (1376-1446) begründet. Seit dem Jahr 1589 besetzte die Familie den französischen Thron bis 1792. Im Zeitraum 1815 bis 1830 herrschten sie ebenfalls über Frankreich. Sie waren traditionell mit mehreren Vatikanorden verbunden. Eine Zeit lang waren sie auch im Freimaurerorden vertreten. Die Linie Bourbon-Vendôme ist inzwischen ausgestorben, aber aus ihr ging die spanische Königsfamilie und das Haus Orléans hervor, die somit zu ihren Nachfahren gehören.

Bourbon-Vendôme und die französische Freimaurerei

Louis de Bourbon (1709-1771), Graf von Clermont, war von 1743 bis zu seinem Tod einer der ersten Grossmeister der französischen Freimaurer (Quelle). Es ist vielleicht nur Zufall, aber die französischen und die spanischen Bourbonen traten zur selben Zeit den Freimaurern bei und ab da konnte sich die Freimaurerei in den beiden Ländern etablieren.

Ein Jahr nachdem der französische König Ludwig XVI. (1754-1793) den Thron bestieg, wurde er 1775 mit seinen beiden Brüdern in die Freimaurerei aufgenommen. Die beiden Brüder waren die späteren französischen Könige Karl X. (1757-1836) und Ludwig XVIII. (1755-1824). Für die drei Brüder aus dem Haus Bourbon wurde eine eigene Loge gegründet (Quelle). Der Sohn von Karl X., Charles Ferdinand d’Artois , war Grossmeister des französischen Grossorients (Grossloge) (Quelle).

Ludwig XVI. war einer der wichtigsten Unterstützer der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Nach Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges 1775 war Frankreichs Unterstützung für die Aufständischen anfangs auf geheimen Waffenschmuggel beschränkt. Nachdem sich Frankreich 1778 ganz offiziell mit den Aufständischen verbündet hatte, schickte Ludwig Tausende von Soldaten über den Atlantik. Dies entschied letztlich den Ausgang des Krieges mit der Kapitulation der Briten im Jahr 1781. Viele Schlüsselpersonen der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und der darauf folgenden Regierung unter George Washington waren Freimaurer. Diese gründeten 1783 die Society of the Cincinnati, die ihr Erbe fortragen soll. Ludwig XVI. war Mitglied, da er zu den wichtigsten Akteuren des Unabhängigkeitsbewegung gehörte. Die Gesellschaft ist eng mit den bereits anfangs erwähnten Sons of the American Revolution verbunden, bei denen auch der spanische König Juan Carlos Mitglied ist. Herzog Louis Alphonse de Bourbon (*1974) ist Mitglied der Society of the Cincinnati und vertritt dort die nicht amtierende Königsfamilie Frankreichs.

Erwähnenswerte Heiraten des Hauses Bourbon-Vendôme

Sie heirateten mehrfach in die Königsgeschlechter Savoyen und Habsburg sowie in weitere Familienzweige der Bourbonen. Sie heirateten je einmal in die Königsgeschlechter Wittelsbach und Stuart. (Quelle)

Der französische König Heinrich IV. (1553-1610) und seine Enkelin Marguerite Louise heirateten in die italienische Adelsfamilie Medici, die drei Päpste hervorbrachte (Quelle). Die Medici Familie galt im 15. Jahrhundert als die reichste und mächtigste Bankiersfamilie.

Die Linie Bourbon-Sicilia

Die italienische Nebenlinie der spanischen Bourbonen war von 1816 bis 1860 die Königsfamilie von Sizilien. Danach war Sizilien Teil des 1861 gegründeten Königreichs Italien und stand fortan unter der Herrschaft der italienischen Königsfamilie (Haus Savoyen). Das Haus Bourbon-Sicilia ist traditionell mit den katholischen Königsfamilien und dem Vatikan verbunden. Sie führen den Konstantinorden. Der Vatikanorden besteht mindestens seit dem Jahr 1190. Der Legende nach wurde der Orden im Jahr 313 vom römischen Kaiser Konstantin I. gegründet.

Pedro de Borbón-Dos Sicilias (*1968) ist seit 2014 Präsident des königlichen Rates der spanischen Militärorden. Er ist Grossmeister des Kostantinordens (Quelle). Er ist zudem Mitglied des Malteserordens und des Ritterordens vom Heiligen Grabes von Jerusalem (zwei Vatikanorden).

Carlos Bourbon-Sicilia (1938-2015) war seit 1964 das Oberhaupt des Hauses Bourbon-Sicilia. Er war in der Führung von mehreren grossen spanischen Unternehmen vertreten, darunter auch bei Repsol und Cepsa (gehören zu den grössten europäischen Ölkonzernen) sowie bei Telefónica, Abertis und Abengoa. Wie viele spanische Grossunternehmen sind auch diese in Lateinamerika vertreten. Carlos arbeitete in New York sowie in Peru und Mexiko (ehemalige spanische Kolonien) für die US-amerikanische Chase Manhattan Bank der Rockefeller Familie, die damals zu den weltweit grössten Banken gehörte. (Quelle) Carlos war Grossmeister des Konstantinordens. Er war zudem Präsident der „Königlichen Vereinigung der Hidalgos von Spanien“ (Real Asociación de Hidalgos de España), eine Verein bestehend aus spanischen Adligen. Vor ihm war Herzog Christoph Kolumbus, eine Nachfahre des berühmten Seefahrers Christoph Kolumbus, Präsident der Vereinigung (die Kolumbus Familie wurde in den spanisch-portugiesischen Adel aufgenommen). (Quelle)

Erwähnenswerte Heiraten des Hauses Bourbon-Sicilia

Das Haus Bourbon-Sicilia heiratete mehrfach in die Königsgeschlechter Savoyen, Habsburg, Orléans, Braganza und Wittelsbach sowie in weitere Familienzweige der Bourbonen. Sie heirateten je einmal in die Königsgeschlechter Hohenzollern, Bonaparte, von Sachsen, und Württemberg. (Quelle)

Die Linie Bourbon-Parma

Die ursprünglich italienische Nebenlinie der spanischen Bourbonen hat inzwischen in viele Königsfamilien geheiratet und gehört somit auch zum Hochadel. Sie stehen traditionell dem Vatikan nahe.

Sixtus Bourbon-Parma (1886-1934) und sein Bruder Franz Xaver de Bourbon-Parma (1889-1977) waren in die Sixtus-Affäre während des Ersten Weltkriegs verwickelt. Im Auftrag des österreichischen Königs Karl I. (Haus Habsburg) führten sie Verhandlungen mit Frankreich hinter dem Rücken des verbündeten Deutschlands.

Carlos Hugo Bourbon-Parma (1930-2010) war der Sohn von Franz Xaver. Er arbeitete für die Deutsche Bank, die grösste Bank Deutschlands. Er und sein Vater hatten Kontakt zu mindestens zwei Päpsten und der adligen Vatikan Führungsebene. Carlos heiratete die niederländische Prinzessin Irene aus der Hochadelsfamilie Nassau.

Ihr gemeinsamer Sohn ist Jaime Bernardo Bourbon-Parma (*1972). Er war Mitglied des Malteserordens und niederländischer Botschafter am Heiligen Stuhl (Vatikan Führungsebene). Er war für das niederländische Aussenministerium tätig und Botschafter im Irak und Afghanistan. Er arbeitete für die niederländische EU-Kommissarin Neelie Kroes, die mehrfach das Bilderberg-Treffen besuchte. Derzeit ist er leitender Angestellter der UNHCR, der Flüchtlingsagentur der Vereinten Nationen. Zudem absolvierte er während seines Studiums ein Praktikum beim WWF und Roten Kreuz. Beide Organisationen standen von Anfang an unter dem Einfluss der europäischen Königsfamilien.

Michel Bourbon-Parma (1926-2018) war viele Jahre für das französische Unternehmen „Zodiac Marine & Pool“ tätig. Er spielte häufig eine Vermittlerrolle zwischen der Regierung des Schahs des Irans und französischen Unternehmen. Einer seiner Söhne, Charles-Emmanuel, gehört zur Führung des Konstantinordens.

Erwähnenswerte Heiraten des Hauses Bourbon-Parma

Das Haus Bourbon-Parma heiratete mehrfach in die Königsgeschlechter Sachsen-Coburg und Gotha, Habsburg, Nassau, Savoyen, Hohenzollern und von Sachsen sowie in weitere Familienzweige der Bourbonen. Sie heirateten einmal in das Haus Glücksburg. (Quelle)

Maria Carolina Bourbon-Parma (*1974) gehört zur niederländischen Königsfamilie. Sie heiratete den deutsch-niederländischen Unternehmer Albert Brenninkmeijer. Die Unternehmerfamilie Brenninkmeijer gründete und kontrolliert das Bekleidungsunternehmen C&A. Mit einem Vermögen von über 20 Milliarden US-Dollar gehört sie zu den reichsten Familien Europas. Mitglieder der Familie sind im Malteserorden und im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem vertreten.

Die Luxemburger Königsfamilie hat auch Blut der Bourbon-Parmas in sich. Felix Bourbon-Parma war der Grossvater des aktuellen Königs Henri.

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: