Organisierte Pädokriminalität im Vereinigten Königreich

Das Vereinigte Königreich wurde in den letzten 50 Jahren von zahlreichen Missbrauchsskandalen erschüttert. In mehreren Fällen führt die Spur zu gut organisierten Gruppen von Pädophilen. Seit den 80er-Jahren kam vermehrt der Verdacht auf, dass Pädophilen-Netzwerke Politiker, Polizisten und Juristen in ihren Reihen haben und sich dadurch vor der Strafverfolgung schützen können. Dies wurde drei Jahrzehnte lang mehrheitlich als Verschwörungstheorie und Übertreibung angesehen. Durch Enthüllungen und Untersuchungen in den letzten 13 Jahren kam man inzwischen aber davon ausgehen, dass es in den letzten Jahrzehnten einflussreiche Pädophilenringe in Grossbritannien gab (oder immer noch gibt). In diesem Beitrag werden Fälle von organisierter Pädokriminalität aus England, Wales und Nordirland erläutert. Fälle von organisierten Pädophilenringen in Irland und Schottland werden nicht behandelt, weil meine Recherche zu diesen noch nicht abgeschlossen ist und dieser Beitrag zu lang geworden wäre.

In den letzten zehn Jahren sagten mehrere britische Politiker, sie glauben oder halten es für möglich, dass Fälle von pädophilen Politikern aus politischen Gründen vertuscht wurden. (Quelle) Sogar Personen aus der oberen Riege der britischen Elite glauben an eine Vertuschung. Der Politiker Zac Goldsmith (heiratete in die Rothschild Familie und kommt aus der Goldschmidt Familie) ist absolut überzeugt davon, dass es eine Reihe von Cover-up gegeben hat, durch die mächtige und einfluss­reiche Leute geschützt wurden. Umfragen zufolge glauben inzwischen drei Viertel aller Briten, dass es Pädophilenringe gab, an denen hohe Politiker beteiligt waren. (Quelle)

Ein Politiker sagte: „Wir stehen kurz davor, genau herauszufinden, was in den 70er und 80er Jahren vor sich ging, und ich muss leider sagen, dass sich zeigen wird, dass hochrangige Politiker in den Missbrauch verwickelt waren und es eine Vertuschung gab. Ich denke, das ist jetzt unvermeidlich.“ (Quelle)

Der Politiker Tim Fortes­cue sagte 1995 in einem Dokumentarfilm, dass Mitglieder seiner Fraktion ihn um Hilfe baten, weil sie wegen ihrer pädophilen Aktivitäten Probleme hatten. Fortescue gab sogar zu, dass man seinen Kollegen geholfen hatte. (Quelle: 1 und 2)

Das Westminster-Pädophilendossier

Der britische Politiker Geoffrey Dickens behauptete in den 1980er-Jahren, es gebe in Grossbritannien ein Netzwerk von Pädophilen, zu dem Politiker gehören. Dickens erstellte dazu ein Dossier, das er 1984 dem damaligen Innenminister Leon Brittan übergab. Brittan versicherte ihm, dass Polizei und Justiz etwas unternehmen werden, was aber nicht geschah. Als Geoffrey Dickens 1995 starb, geriet sein Dossier in Vergessenheit. 2013 wollten mehrere Politiker der Sache nachgehen und erkundigten sich beim Innenministerium über das Pädophilendossier. Das Innenministerium stellte darauf fest, dass das Dossier verschwunden ist. Daher kam der Verdacht auf, dass die Sache vertuscht wurde und man das belastende Dossier verschwinden liess. (Quelle: 1, 2, 3)

2014 wurde bekannt, dass beim Innenministerium weitere 114 Dokumente, die für Vorwürfe des Kindesmissbrauchs relevant waren, verschwunden sind, was man im Ministerium bereits ein Jahr zuvor gewusst hatte. Bei einer Überprüfung stellte sich heraus, dass dort generell viele Akten verschwinden. Die 114 Dokumente sollen zu 36 000 Aufzeichnungen gehören, die verloren gingen oder zerstört wurden. Weitere 278 000 Dokumente wurden im Rahmen der „Aufbewahrungs- und Vernichtungspolitik“ des Innenministeriums vernichtet. Ein Politiker sagte, die Anzahl der verlorenen Dateien habe ein „industrielles Ausmass“ erreicht. (Quelle)

2014 wurde eine Datenbank, die Einzelheiten zu mehr als 746 000 Akten enthält, überprüft. Dabei fand man Informationen, die vier Mitarbeiter des Innenministeriums mit Kindesmissbrauch in Verbindung brachten. (Quelle)

Geoffrey Dickens hatte seiner Familie gesagt, dass sein Dossier belastende Informationen zu acht mächtigen und berühmten Persönlichkeiten enthielt, die Teil eines Pädophilenrings seien. (Quelle) Dickens sagte gegenüber einer Zeitung: „Ich habe acht Namen von grossen Leuten, wirklich wichtige Namen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.“ Auch ein Angestellter des Buckingham Palace soll in seinem Dossier belastet worden sein. (Quelle) Im Dossier soll ein Abgeordneter erwähnt werden, bei dem die Polizei während einer Grenzkontrolle Kinderpornos gefunden hatte. Der Abgeordnete wurde aber nicht verhaftet oder angeklagt. Seine Videos und die Unterlagen zur Polizeikontrolle sind verschwunden (Quelle: 1 und 2). Dickens sagte im Parlament, der Pädophilenring würde im Handel mit Kinderpornografie aktiv sein und dieser Handel werde von „Gangstern“ kontrolliert. (Quelle)

Geoffrey Dickens behauptete, dass in seiner Wohnung und seinem Wahlkreishaus eingebrochen wurde, nachdem er sein Dossier an Leon Brittan übergeben hatte. (Quelle) Dickens sagte, er habe Drohanrufe erhalten und um sein Leben gefürchtet (Quelle). Zu dieser Zeit wurde Dickens Namen und seine Adresse in einem Notizbuch gefunden, das dem Mörder und Vergewaltiger Arthur Hutchinson gehörte. Daher glaubte Dickens, dass Hutchinson mit dem Pädophilenring verbunden war und den Auftrag erhalten hatte, ihn auszuschalten. Darauf wurde Dickens unter Polizeischutz gestellt. (Quelle: 1 und 2)

Da sich das Innenministerium weigerte, Ermittlungen einzuleiten, drohte Dickens damit, die Namen der mutmasslichen Pädophilen öffentlich zu nennen, was er aber letztendlich nie getan hat. Er hatte allerdings 1981 im Parlament gesagt, dass der Diplomat und Geheimdienstler Peter Hayman zum Pädophilenring gehört. Bereits zuvor war gegen Hayman ermittelt worden, aber wie 2015 bekannt wurde, hatte die damalige Premierministerin Margaret Thatcher höchstpersönlich verhindert, dass Hayman als Pädophiler enttarnt wird. Hayman wurde zum Ritter geschlagen und war britischer Botschafter in Kanada sowie Delegierter bei der NATO. Er starb 1992. Eine geheime Akte zu Hayman wurde 2015 öffentlich gemacht. Diese belegt, dass er pädophil war, aber es ist unklar, ob er auch Straftaten begangen hatte. In Geheimpapieren hiess es, Hayman sei wegen seiner „sexuellen Perversion“ anfällig für Erpressung durch ausländische Mächte und deren Geheimdienste. Hayman war Mitglied der Paedophile Information Exchange (PIE), eine Gruppe von Pädophilen in Grossbritannien, die sich für die Legalisierung von Sex mit Kindern einsetzte. (Quelle: 1, 2, 3, 4) Geoffrey Dickens sprach sich für ein Verbot der PIE aus und warnte vor der Gruppe. Mitglieder der PIE hatten Verbindungen zur organisierten Pädokriminalität, was weiter unten in diesem Beitrag erläutert wird.

Wie gesagt hatte Geoffrey Dickens sein Dossier an den damaligen Innenminister Leon Brittan übergeben. Als Brittan 2013 auf das verschwundene Dossier angesprochen wurde, behauptete er zuerst, er könne sich nicht daran erinnern, das Pädophilendossier erhalten zu haben. Dies erschien unglaubwürdig, da man so ein brisantes Dossier wohl kaum vergessen würde. Mitte 2014 veröffentlichte Brittan eine Erklärung, in der er sagte, er könne sich jetzt doch an ein Treffen mit Dickens erinnern. (Quelle) Zufälligerweise wurde zur selben Zeit öffentlich bekannt, dass Brittan beschuldigt wurde, in den 60er-Jahren bei einem Blind Date eine 19-Jährige vergewaltigt zu haben. (Quelle: 1 und 2) Ich halte es für möglich, dass jemand Druck auf Brittan ausüben wollte, damit er den Inhalt des Pädophilendossiers nicht öffentlich verratet. Brittan starb im Januar 2015 und konnte daher nicht mehr zur Aufklärung des Falls um das Pädophilendossier beitragen. Er war zehn Jahre lang EU-Kommissar und paar Monate Vizepräsident der EU-Kommission sowie eine führende Persönlichkeit beim Aufbau der Welthandelsorganisation. (Quelle: 1 und 2) Ein paar Monate nach Brittans Tod tauchten Dokumente auf, die belegen, dass er sich in den 80er-Jahren geweigert hatte, einen Gesetzentwurf zu unterstützen, der darauf abzielte, die oben erwähnte Pädophilenorganisation PIE zu verbieten. (Quelle)

2014 führte das Innenministerium eine Untersuchung durch, die den Fall um das Westminster-Pädophilendossier aufklären sollte. Diese soll von lediglich zwei Beamten durchgeführt worden sein und hat nur vier Wochen gedauert. Daher kam der Vorwurf auf, die Regierung habe gar nicht das Interesse an einer gründlichen Aufarbeitung. (Quelle)

Die Aussagen von Don Hale

Der Zeitungsredakteur Don Hale behauptete 2014, man hatte in den 80er-Jahren verhindert, dass er in den Medien über den Pädophilenring berichtet. Don Hale ist ein angesehener Journalist, der in Grossbritannien dreimal zum Journalisten des Jahres ernannt wurde und einen britischen Ritterorden erhielt. Er sagte, dass die Politikerin Barbara Castle ihm in den 80er-Jahren Dokumente übergeben hatte, die Einzelheiten über eine Untersuchung des Innenministeriums zu den Vorwürfen von Geoffrey Dickens enthielt. Barbara sei auf ihn zugekommen und meinte zu ihm: „Ich habe an etwas gearbeitet. Ich nehme nicht an, dass Sie mir helfen können.“ Barbara sei besorgt und wütend gewesen über die Geschwindigkeit, mit der die Pädophilen den öffentlichen Dienst und das Parlament infiltriert hätten sowie über die Anzahl der prominenten Namen, die sie offenbar unterstützten. In den Dokumenten, die Hale von Barbara erhielt, sollen die Namen von 16 Abgeordneten und weiteren 40 Personen genannt werden, die angeblich eine pädophile Agenda verfolgten und mit der oben erwähnten Pädophilenorganisation PIE sympathisierten. Nachdem Don Hale die Dokumente erhalten hatte, erkundigte er sich beim Innenministerium über den Stand der Ermittlungen, aber er wurde abgewimmelt. Hale erzählte 2014: „Kurz darauf drängte sich Cyril Smith in mein Büro. Ich dachte, er würde mich schlagen. Er schwitzte und war aggressiv und wollte mir die Akten wegnehmen.“ Hale weigerte sich aber, die Akten herzugeben. Smith sagte ihm, die Vorwürfe von Geoffrey Dickens und Barbara Castle seien ein Haufen Unsinn. (Quelle: 1 und 2) Cyril Smith, ein bekannter Politiker, wollte also eindeutig verhindern, dass Hale in dieser Sache recherchiert. Smith starb 2010. Nach seinem Tod wurde bekannt, dass er ein pädophiler Straftäter war (Quelle). Er kannte weitere einflussreiche Kinderschänder, was weiter unten erläutert wird.

Ein Tag nachdem sich Don Hale geweigert hatte, Cyril Smith die Akten zu übergeben, kamen zwei nicht uniformierte Beamte, etwa 15 uniformierte Beamte und eine weitere nicht uniformierte Person in sein Büro. Die Personen wollten sich nicht vorstellen. Sie sagten zu Hale, dass er die nationale Sicherheit gefährden würde, wenn er über den Pädophilenring berichtet. Sie drohten ihm mit einer Verhaftung und mit zehn Jahren Gefängnis. Dabei beschlagnahmten sie 30 Seiten seiner Dokumente. Hale hat die Personen als ein „rauer Haufen“ bezeichnet. Sie zeigten ihm eine D-Notice. (Quelle: 1, 2, 3) Mit einer D-Notice können die britischen Geheimdienste britische Journalisten dazu auffordern, nicht über eine Sache zu berichten, wenn dies die nationale Sicherheit gefährdet. Die Journalisten sind aber nicht gesetzlich verpflichtet, der Zensur Folge zu leisten. Die Geheimdienst-Lobby schlägt aber immer wieder vor, dass man mit der D-Notice Journalisten gesetzlich dazu zwingen darf, über ein Thema nicht zu berichten. Nach den Enthüllungen von Edward Snowden setzte sich die britische Geheimdienst-Lobby dafür ein, dass man mit einer D-Notice Journalisten zensieren darf. (Quelle)

Don Hale behauptete wie gesagt, dass ihm eine D-Notice gezeigt wurde. Im D-Notice-Archiv fand man aber keine Akten dazu. Entweder hat man die Akten verschwinden lassen oder die D-Notice, die Don Hale gezeigt wurde, war eine Fälschung. (Quelle)

Jimmy Savile und weitere VIP-Pädos

Wie oben erwähnt wurde, versuchte der bekannte Politiker Cyril Smith zu verhindern, dass Don Hale über den Pädophilenring berichtet. Nachdem Smith 2010 starb, wurde öffentlich bekannt, dass er ein pädophiler Straftäter war. Er soll bereits in den 70er-Jahren Minderjährige missbraucht haben und Ermittler gehen heute davon aus, dass er ein Serientäter war. Der Politiker Simon Danczuk behauptet in seinem Buch, es hätten bereits zu Smiths Lebzeiten 144 Beschwerden von Opfern gegen ihn gegeben, aber dennoch wurde nicht gegen ihn ermittelt. (Quelle: 1 und 2) Der britische Geheimdienst MI5 war schon in den 70er-Jahren über Vorwürfe gegen Smith informiert worden. (Quelle: 1 und 2) Drei Akten über mutmasslichen Kindesmissbrauch begangen durch Smith waren an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden, jedoch ohne Ergebnis. (Quelle)

Die VIP-Pädos in England kannten sich

Cyril Smith war 40 Jahre lang mit Jimmy Savile befreundet, ebenfalls ein einflussreicher notorischer pädophiler Straftäter. (Quelle: 1 und 2) Jimmy Savile war ein bekannter Fernsehmoderator und DJ. Er verkehrte in der britischen High Society und hatte ein gutes Verhältnis zum heutigen König Charles. Nachdem Savile 2011 starb, haben hunderte Personen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen ihn erhoben. Er missbrauchte 50 Jahre lang Jugendliche und Kinder und soll sich auch an Babys, Patienten, Behinderten und Leichen vergangen haben. (Quelle: 1, 2, 3) Natürlich müssen nicht alle Vorwürfe und Zeugenaussagen der Wahrheit entsprechen, aber es ist unbestreitbar, dass Savile ein Serientäter war.

Da Cyril Smith und sein Freund Jimmy Savile zu Lebzeiten nie Probleme mit der Justiz hatten, obwohl die ersten Vorwürfe bereits Jahrzehnte vor ihrem Tod auftauchten, wurde spekuliert, ob die beiden geschützt wurden. Hinzu kommt die Vermutung, dass die beiden Mitglied desselben Pädophilenrings waren.

Cyril Smith teilte sich ein Büro mit dem Politiker Clement Freud, ein weiterer pädophiler Straftäter, der ebenfalls bis zu seinem Tod 2009 nie Probleme mit der Justiz hatte, obwohl sich seine Opfer bei der Polizei gemeldet hatten. (Quelle: 1 und 2) Clement Freud war ein Enkel des berühmten Sigmund Freud. Nach Clements Tod hat die Polizei zudem untersucht, ob er etwas mit dem bekannten Vermisstenfall von Madeleine McCann zu tun hatte. Freud hatte ein Ferienhaus im portugiesischen Urlaubsort Praia da Luz, wo Madeleine 2007 verschwand. Etwa 38 bekannte Pädophile sollen damals in der Gegend um Praia da Luz aktiv gewesen sein. Nachdem Madeleine verschwunden war, suchte Freud Kontakt zu ihren Eltern, die ihn bis dahin nicht kannten, und lud sie zu sich ein. Er traf sich in den Wochen und Monaten nach dem Verschwinden mit den Eltern von Madeleine und blieb mit ihnen per Telefon und E-Mail in Kontakt. Wie die Eltern später erzählt haben, gelang es Freud schnell ihr Vertrauen zu gewinnen und tröstete sie in dieser schwierigen Zeit. (Quelle: 1, 2, 3, 4) Dies muss nicht bedeuten, dass Freud der Entführer von Madeleine war, aber wenn Madeleine von einem Pädophilenring entführt wurde, dann hat Freud womöglich den Auftrag erhalten, sich mit den Eltern anzufreunden und ihr Vertrauen zu gewinnen. So konnte er sich bei den Eltern über den Stand der Ermittlungen erkundigen und diese Informationen an den Pädophilenring weiterleiten.

Clement Freud war mit dem Entertainer Rolf Harris befreundet und hatte seine Karriere erheblich gefördert (Quelle: 1 und 2). Rolf Harris wurde 2014 verurteilt, weil er minderjährige Mädchen missbraucht hatte. Er war wiederum ein Freund von Jimmy Savile. (Quelle) Harris arbeitete wie Savile als Moderator beim Fernsehsender BBC und malte ein Porträt der britischen Königin, das von der BBC in Auftrag gegeben wurde. (Quelle)

Cyril Smith, Clement Freud, Rolf Harris und Jimmy Savile erhielten alle Ritterorden vom britischen Königshaus, die inzwischen aberkannt wurden. Savile erhielt zudem ein Orden vom Papst. Übrigens heiratete Clements Sohn Matthew Freud in die Milliardärsfamilie Murdoch, die zu den mächtigsten Medienunternehmern der Welt gehört und mehrere grosse britische Zeitungen besitzt.

Jimmy Savile kannte den Rocksänger Gary Glitter, ein verurteilter Pädophiler. Glitter war auch im Vietnam als Kinderschänder aktiv. (Quelle: 1 und 2)

Weitere Sexualstraftäter bei der BBC

Jimmy Savile war ein bekannter Moderator der BBC. Die BBC ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Vereinigten Königreich und einer der wichtigsten Fernsehsender der Welt. Im Oktober 2012, ein Jahr nach Saviles Tod, startete die Polizei die Operation Yewtree, bei der gegen weitere Mitarbeiter der BBC und gegen Personen aus Saviles Umfeld ermittelt wurde. Dies führte zur Verurteilung des BBC-Moderators Dave Lee Travis wegen seiner sexuellen Übergriffe auf junge Frauen. Die Operation Yewtree führte auch zur Verurteilung der oben erwähnten Kinderschänder Gary Glitter (Rocksänger) und Rolf Harris (BBC-Moderator) sowie zur Verurteilung von Chris Denning, der schon seit den 70er Jahren wegen pädophilen Aktivitäten mehrfach Probleme mit der Justiz hatte. Chris Denning war bis 1974 Radio-DJ bei der BBC gewesen. (Quelle) Denning war ein Freund und Arbeitskollege des Plattenproduzenten Jonathan King. 2001 wurde Jonathan King verurteilt, weil er in den 80er-Jahren minderjährige Jungs missbraucht hatte. (Quelle) Ein Freund von Jonathan King aus der Popindustrie sagte 2001 zu einem Journalisten: „Armer Jonathan. Wir haben damals alle solche Dinge gemacht.“ (Quelle) Es wurde vermutet, dass King und Denning Mitglied des selben Pädophilenrings waren (Quelle). Jonathan King kannte Jimmy Savile (Foto). King nahm Savile in Schutz, als nach dessen Tod Vorwürfe des Missbrauches erhoben wurden. King behauptete, Savile sei unschuldig. (Quelle) 2017 musste sich King erneut wegen Missbrauch von Minderjährigen vor Gericht verantworten, aber er wurde freigesprochen.

Noch weitere BBC-Moderatoren wurden, unabhängig von der Operation Yewtree, wegen Pädokriminalität verurteilt:

  • Stuart Hall war langjähriger Fernseh- und Radiomoderator bei der BBC. Er wurde 2013 verurteilt, weil er von den 60er- bis in die 80er-Jahre Frauen, Jugendliche und Kinder vergewaltigt hatte. Er ist ein mutmasslicher Serientäter. Bereits seit Ende 2015 ist er wieder auf freiem Fuss.
  • Der langjährige BBC-Radiomoderator Peter Rowell wurde 2012 verurteilt, ebenfalls wegen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen.
  • Der BBC-Radiomoderator Mark Page wurde 2022 verurteilt, weil er versucht hatte, Sex mit Kindern im Alter von 12 Jahren auf den Philippinen zu arrangieren.
  • Das Ehepaar Tony und Julie Wadsworth arbeitete zwei Jahrzehnte lang als Radiomoderatoren für die BBC und war dort sehr beliebt. 2017 wurden die beiden verurteilt, weil Julie Wadsworth Sex mit minderjährigen Jungs hatte, während ihr Mann Tony dabei zugesehen hatte.
  • Der BBC-Fernsehmoderator und Kirchenpastor Ben Thomas wurde 2020 verurteilt, weil er über drei Jahrzehnte Jugendliche und Kinder missbraucht hatte.

(Quelle: 1, 2, 3, 4)

Manche Verschwörungstheoretiker glauben daher, die BBC sei von Pädophilen unterwandert, die dort versuchen zu verhindern, dass bei der BBC über organisierte Pädokriminalität berichtet wird.

Haut de la Garenne

Jimmy Savile besuchte in den 60er-Jahren und später vermutlich weitere Male das Kinderheim „Haut de la Garenne“ auf der britischen Kanalinsel Jersey. Dort hatte er Kontakt zu Kindern. Durch eine Untersuchung wurde 2007 bekannt, dass es im Heim über Jahrzehnte zu sexuellem Missbrauch gekommen war. Mehrere ehemalige Heimkinder sagen, sie seien damals von Savile missbraucht worden. 2008 versuchte Savile erfolglos mit Anwälten zu verhindern, dass die Zeitung The Sun ein Foto veröffentlicht, auf dem Savile mit Heimkindern aus Jersey abgebildet ist. (Quelle: 1 und 2) Der politischen Elite in Jersey wird vorgeworfen, kein Interesse an einer Aufklärung zu haben und die Ermittlungen gestört zu haben. Wichtige Politiker aus Jersey zeigten bei Interviews keine Empathie für die Opfer und machten sich nur Sorgen um den Ruf von Jersey. Der ursprüngliche Chef der Ermittlungen, der Polizist Lenny Harper, vermutete einen Pädophilenring hinter dem Missbrauch auf Jersey, aber die dortige Elite und eine Medienkampagne sorgten dafür, dass er seinen Posten als Ermittler niederlegen musste. (Quelle) Harper hat Jersey verlassen. 2016 sagte er, dass er bei einer Rückkehr nach Jersey vermutlich verhaftet wird, weil man ihm vorwirft, er habe unerlaubt Dokumente zum Missbrauchsfall weitergegeben (Quelle). Stuart Syvret, ein Politiker aus Jersey, engagierte sich sehr stark im Fall und glaubt ebenfalls, dass ein Pädophilenring auf der Insel aktiv war. Auch Syvret bekam aber Probleme mit der Justiz auf Jersey, weil er auf seinem Blog die Namen von Personen nannte, die angeblich am Missbrauch teilgenommen hatten. Syvret wurde darauf wegen Verstoss gegen das Datenschutzgesetz verhaftet und verurteilt und es gab eine Razzia bei ihm. (Quelle: 1 und 2) Auch wenn das Establishment in Jersey Stuart Syvret und Lenny Harper verachtet, gibt es viele Leute auf der Insel, die Syvret und Harper als Helden ansehen, weil sie sich so sehr um eine Aufklärung des Missbrauchsskandals bemüht hatten.

Untersuchungen

Eine unabhängige Untersuchung kam 2020 zum Schluss, dass mehrere pädophile Parlamentsmitglieder in den 70er- und 80er-Jahren, darunter Cyril Smith und Peter Morrison, „von der Polizei, der Staatsanwaltschaft und den politischen Parteien auf verschiedene Weise vor Strafverfolgung geschützt wurden“. (Quelle) 2019 wurde Akten des britischen Geheimdienstes MI5 veröffentlicht, die aufzeigen, dass die britische Premierministerin Margaret Thatcher wusste, dass ihrem Kollegen Peter Morrison vorgeworfen wurde, er habe Minderjährige missbraucht. (Quelle) Die britischen Geheimdienste hatten Angst, dass ausländische Mächte Morrison wegen seiner Vorliebe für minderjährige Jungen erpressen könnten. Daher wurde Morrsion davon abgehalten, Russland zu besuchen. Bei einem Besuch in China wurde vereinbart, dass er von Beamten begleitet werden sollte, um „Probleme“ zu vermeiden. (Quelle) Margaret Thatcher soll auch vor ihrem Bodyguard gewarnt worden sein, der sagte, Morrison würde Sexpartys mit minderjährigen Jungs veranstalten. Morrison bekleidete mehrere hochrangige Positionen in der Regierung und war stellvertretender Vorsitzender der Konservativen Partei, eine der wichtigsten Parteien im Vereinigten Königreich. Er wurde zum Ritter geschlagen und sein Vater war ein Baron. Er starb 1995. (Quelle: 1 und 2) Sein Bruder Charles Morrison war Politiker und dessen erste Frau kam mütterlicherseits aus der schottischen Aristokratie. Ihre Kinder haben die britische Prinzessin Alexandra von Kent als Taufpatin (heiratete in den schottischen Clan Ogilvy).

Nachdem in den letzten 15 Jahren immer mehr Missbrauchsskandale und Fälle von einflussreichen Kinderschändern in Grossbritannien bekannt wurden, hat man eine grosse unabhängige Untersuchung gestartet, die IICSA. Erst wurde die Baronin Elizabeth Butler-Sloss zur Vorsitzenden der Untersuchung ernannt. Dies führte zu Kritik, da sie als Mitglied des Establishments nicht geeignet sei, mögliche Verbrechen und Vertuschungen des Establishments aufzuklären. Darauf wurde sie durch die Londoner Oberbürgermeisterin Fiona Woolf ersetzt. Woolf betonte, sie sei kein Mitglied des Establishments, was man ihr aber nicht abgenommen hat. Schliesslich musste auch Woolf vom Vorsitz zurücktreten, denn wie sich herausstellte, hatte sie in derselben Strasse wie Leon Brittan gewohnt und ihn und seine Frau im Privaten getroffen. Leon Brittan hatte wie gesagt das Pädophilendossier von Geoffrey Dickens erhalten. (Quelle: 1 und 2)

2015 wurde durch eine Untersuchung bekannt, dass bei der Londoner Polizei zwischen 1970 und 2005 einzelne Polizisten, darunter hochrangige, mehrere Ermittlungen gegen pädophile Gruppen verhindert hatten. Die Ermittlungen wurden gestoppt, weil Abgeordnete, Polizisten und Richter zu den Verdächtigten gehörten. Es gibt den Verdacht, dass Polizisten einen Jungen überwachten, den sie selbst missbraucht hatten. (Quelle: 1 und 2)

Pädophilenringe kontrollierten ganze Kinderheime

Ein Detective Chief Inspector von Scotland Yard behauptete 2014, er sei von seinem Posten entfernt worden, weil er 1998 gegen Politiker ermitteln wollte, die er verdächtigte, Teil eines Pädophilenrings zu sein. Laut dem Polizisten soll der Pädophilenring in den 80er-Jahren in Kinderheimen im Londoner Stadtteil Lambeth aktiv gewesen sein. (Quelle) Der Polizist hat scheinbar die Wahrheit gesagt: 2021 wurde durch eine vierjährige Untersuchung bekannt, dass Hunderte schutzbedürftige Kinder, die in der Obhut der Stadtverwaltung von Lambeth lebten, über mehrere Jahrzehnte hinweg sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren. Es gibt über 700 Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegen Hunderte von Mitarbeitern und Einzelpersonen, die mit drei Kinderheimen in Verbindung standen. Laut einem Bericht sei das wahre Ausmass des Missbrauchs wahrscheinlich weitaus höher. Die Untersuchung kam zum Schluss, die Stadtverwaltung von Lambeth habe zugelassen, dass Gewalt und sexuelle Übergriffe in ihren Kinderheimen stattfanden, und habe es versäumt, gegen bekannte Missbrauchstäter vorzugehen. Die Stadtverwaltung wusste, dass pädophile Straftäter in ihren Heimen arbeiten. Auch Pflegeeltern und deren Familien gehörten zum Pädophilenring sowie Personen, die als Freiwillige in den Heimen arbeiteten. 1977 fand man ein Kind tot im Badezimmer in einem der Heime. Das Kind behauptete zuvor, es sei von einem Angestellten des Heimes missbraucht worden. In den letzten 40 Jahren wurde nur ein leitender Angestellter der Heime verurteilt. Sechs weitere Täter, von denen einige in der Stadtverwaltung arbeiteten, wurden zwischen 1994 und 2019 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt (Stand: 2021). Mehr als die Hälfte der Heimkinder war schwarz und litt im Heim auch unter Rassismus. Ein ehemaliges Heimkind hat erzählt, wie es mehrfach aus dem Heim weglief und zur Polizei ging, die ihn aber wieder zurück ins Heim brachte. Er habe den Polizisten erklären wollen, dass er missbraucht wurde, aber die Polizisten sagten ihm, er würde lügen. (Quelle: 1 und 2)

Die Heime in Lambeth waren nicht die ersten Kinderheime in Grossbritannien, die von Pädophilen kontrolliert wurden. Vor paar Jahrzehnten wurden das Kincora-Heim in Nordirland und mehrere Kinderheime in Nordwales von Pädophilen geführt und die Heimkinder waren den pädophilen Angestellten ausgeliefert. In beiden Fällen wurde vermutet, dass organisierte Pädophilen-Netzwerke die Heime unterwandert oder sogar selbst gegründet haben. In beiden Fällen haben ehemalige Heimkinder behauptet, sie seien von Politikern missbraucht worden, was bisher aber nicht bewiesen ist.

2012 sagte der ehemalige Abgeordnete Rod Richards, er habe Beweise gesehen, die den hochrangigen Politiker Peter Morrison mit dem Missbrauchsnetzwerk in den Kinderheimen in Nordwales Verbindung bringen. (Quelle) Peter Morrison, der weiter oben bereits erwähnt wurde, war erwiesenermassen von seiner Partei geschützt worden.

Viele der Akten zum Skandal um das Kincora-Heim wird der Staat aus Gründen der nationalen Sicherheit frühestens 2085 veröffentlichen. Die britischen Geheimdienste wussten seit 1967 über den Missbrauch im Kincora-Heim Bescheid, aber der Missbrauch wurde erst 1980 öffentlich bekannt und gestoppt. Im Kincora-Fall wurde der Hochadlige Graf Louis Mountbatten (starb 1979), ein Verwandter und enger Freund der britischen Königsfamilie, als Täter genannt. (Quelle) Darüber habe ich 2021 bereits einen Beitrag geschrieben. Im Oktober 2022 ist durch die Klage eines Opfers ein Verfahren in Gang gekommen, bei der sich die Justiz zum ersten Mal mit den Vorwürfen gegen Mountbatten befassen muss. In den letzten 40 Jahren hat man versucht, die Sache zu vertuschen, vermutlich weil der Skandal für die britische Königsfamilie sehr unangenehm ist. In den letzten Jahren wurde bekannt, dass Prinz Andrew engen Kontakt zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte und war laut der Aussage eines Opfers Kunde von Epsteins Jugendprostitutionsring.

Weitere Skandale

Ein weiterer berüchtigter Fall von institutionellem Missbrauch in England war die Medomsley Haftanstalt. Das Gefängnis für junge Männer und Jugendliche bestand bis Ende der 80er-Jahre. Mehr als 1800 lebende ehemalige Insassen haben sexuellen und körperlichen Missbrauch durch das Personal gemeldet. Die Polizei glaubte, dass viele der Mitarbeiter der Anstalt einem Pädophilenring angehörten.

Durch den Rotherham-Skandal ist bekannt geworden, dass von Ende der 80er- bis in die 2010er-Jahre in der Stadt Rotherdam in England ein Pädophilenring sein Unwesen trieb. Mindestens 1400 Kinder und Jugendliche wurden zwischen 1997 und 2013 in der Stadt von pädophilen Banden vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen und an andere Pädophile weitergereicht. Die Stadt hatte damals etwa 100 000 Einwohner. Die Polizei und der Stadtrat waren über den massenhaften Missbrauch informiert, aber seltsamerweise hatten sie zehn Jahre lang nichts dagegen unternommen. Erst als der Missbrauch durch Medienberichte und ein Gerichtsverfahren in der Öffentlichkeit bekannt wurde, ist die Stadt dagegen vorgegangen.

Im Januar 2023 wurde bekannt, dass in England in den 18 Monaten zuvor mehr als 200 Jugendliche und mehrere Kinder, die ohne Begleitung Erwachsener nach England kamen und dort Asyl suchten, spurlos verschwunden sind. Es wird befürchtet, dass sie von Menschenhändlern entführt wurden. Die Politikerin Seebad Brighton sprach von einem „atemberaubenden“ Desinteresse der Regierung an dem Verschwinden der ausländischen Jugendlichen und Kinder. Englands Kommissarin für Kinderschutz wies darauf hin, dass viele von ihnen „kein Englisch sprechen, keine Unterstützung hierzulande haben und ihre Rechte nicht kennen“, während „eine Gruppe von Personen, die eng zusammenwirkt, fest entschlossen ist, sie auszubeuten“. Die Minderjährigen waren in Hotels untergebracht, weil es an Plätzen in Unterbringungen fehlte. Die dauerhafte Unterbringung der Minderjährigen in Hotelzimmern statt bei Familien oder in der Obhut von Gemeinden ist eigentlich illegal in England. Es wird vermutet, dass die Entführer vor den Hotels den Minderjährigen auflauerten. Von den verschwundenen Jugendlichen sind 88 Prozent albanische Staatsangehörige. (Quelle: 1, 2, 3) Daher könnte es Verbindungen zur albanischen Mafia geben, die im Menschenhandel stark präsent ist. Mehr als 18 000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen zwischen 2018 und 2020 in Europa aus staatlicher Obhut verschwunden sein. Sie verschwanden aus Aufnahmelagern, Heimen und anderen Einrichtungen. (Quelle: 1 und 2)

Das Pädophilennetzwerk PIE

Die Paedophile Information Exchange (PIE) war eine 1974 gegründete Gruppe, die sich in Grossbritannien für die Legalisierung von Sex mit Kindern einsetzte. 1984 wurde die PIE offiziell aufgelöst. Wie in diesem Beitrag bereits erwähnt wurde, war der Diplomat Peter Hayman Mitglied der PIE und laut der Politikerin Barbara Castle sollen 14 Abgeordnete mit der PIE sympathisiert haben. Hayman wurde wie bereits erwähnt 1981 im Parlament vom Politiker Geoffrey Dickens als Pädophiler enttarnt. Geoffrey Dickens setzte sich für das Verbot der PIE ein und warnte vor der Gruppe.

Ein Mitgründer der PIE war der Sozialarbeiter Peter Righton, ein pädophiler Straftäter, der 2007 verstarb. Er war ein hoch angesehener Kinderschutzexperte und Bildungsdirektor am renommierten National Institute of Social Work in London. Der Journalist Nick Davies nannte Righton „einen notorischen Pädophilen, der versuchte, seine Besessenheit (seine Pädophilie) in einer Reihe von akademischen Studien zu legitimieren“. Laut Davies war Peter Righton mit Kinderschändern verbunden, die landesweit Schulen und Kinderheime infiltriert hatten. Righton arbeitete im selben Kinderheim in Maidstone wie Peter Howarth, der später ein Täter in den berüchtigten Kinderheimen in Nordwales wurde. (Quelle) Zudem war Righton ein wichtiger Berater der Premierministerin Margaret Thatcher für Kinderheime. Righton knüpfte enge Kontakte zum mehrfach verurteilten Pädophilen Morris Fraser, der Oberarzt einer Jugend- und Kinderpsychiatrie war. In dieser Funktion verging sich Fraser an minderjährigen Patienten. Nach seiner ersten Verurteilung durfte er dennoch weiterhin mit Kindern arbeiten. Er vermittelte Kinder, die keine Familien hatten, aus seiner Psychiatrie an Kinderheime, darunter an das Kincora-Heim, das wie bereits erwähnt von Pädophilen geführt wurde. Die Behörden weigern sich aus Gründen der nationalen Sicherheit die Akten zum Psychiater Morris Fraser freizugeben. (Quelle: 1 und 2)

Der PIE-Mitgründer Peter Righton arbeitete eng mit Charles Napier zusammen, der Schatzmeister der PIE war. Napier gestand 2014, dass er 21 Kinder missbraucht hatte, und wurde verurteilt. Bei einer früheren polizeilichen Untersuchung fand man einen Brief von Napier, in dem er damit prahlte, dass er obszöne Bilder in Diplomatentaschen nach Grossbritannien schicken kann und dass er leichten Zugang zu Jungen hatte, während er in Kairo arbeitete. Napier ist ein Halbbruder des Politikers John Whittingdale. (Quelle) Whittingdale arbeitete für die Rothschild Bank (Quelle). Charles Napier stammt väterlicherseits sowie auch mütterlicherseits aus dem schottischen Clan Napier, eine alte schottische Aristokratenfamilie. (Quelle)

Geoffrey Prime, der für die britischen Geheimdienste arbeitete, war Mitglied der PIE und wurde verurteilt, weil er mehrere Mädchen vergewaltigt hatte. Er gab im Geheimen Informationen an den sowjetischen Geheimdienst KGB weiter und wurde deshalb auch wegen Spionage verurteilt. Seine Frau sagte, Geoffrey Prime habe ein Dreifachleben geführt: als gewöhnlicher Mann, als russischer Spion und als Sexualstraftäter. Als Pädophiler setzte er Fähigkeiten ein, die er von seinen KGB-Führern gelernt hatte, den er besass 2287 Karteikarten über Schulmädchen in seiner Nähe. Auf jedem Zettel stand verschlüsselt die Adresse des Kindes und die Zeit, zu der ihre Eltern voraussichtlich ausser Haus sein würden. (Quelle: 1, 2, 3)

Ein PIE-Mitgründer war Tom O’Carroll. Er wurde wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt. In seinen Büchern romantisiert und verharmlost er Sex mit Kindern. Er war bei weiteren Pro-Pädophilengruppen vertreten. Nach Angaben der Polizei betrachtete er die Gruppen als Basis für einen „internationalen Geheimbund“ von „akademischen“ Kinderschändern, um seine Ziele zu erreichen. (Quelle)

Mehrere Mitglieder der PIE waren auch in Bewegungen für Homosexuellenrechte aktiv und warben dort für Pädophilenrechte. Der PIE-Mitgründer Ian Dunn hatte zuvor die erste Organisation für LGBT-Rechte in Schottland gegründet. Laut dem PIE-Führer Tom O’Carroll warb die PIE ursprünglich ihre Mitglieder in der Schwulenszene an. (Quelle) Die PIE wurde von einigen Wohltätigkeitsorganisationen als Sprachrohr einer unterdrückten sexuellen Minderheit akzeptiert und nahm 1983 am Londoner Gay-Pride-Marsch teil. (Quelle) Die PIE erhielt Einladungen von Studentenvereinigungen, gewann wohlwollende Berichterstattung in einzelnen Medien und fand Akademiker, die bereit waren, ihre Botschaft zu verbreiten. (Quelle) James Rennie, der einen Pädophilenring leitete, war CEO von „LGBT Youth Scotland“. LGBT Youth Scotland ist Schottlands nationale Wohltätigkeitsorganisation für die Rechte und Gleichstellung von LGBT-Jugendlichen. Der ehemalige CEO der Organisation, James Rennie, wurde 2009 verurteilt, weil er einen grossen Pädophilenring leitete, der Kinder und Babys missbraucht hatte. (Quelle: 1 und 2) James Rennie hatte über seine Arbeit mit LGBT-Jugendlichen zu tun. Dennoch hatte LGBT Youth Scotland scheinbar keine gründliche Untersuchung eingeleitet, um herauszufinden, ob James Rennie auch während seiner Arbeit mit Jugendlichen übergriffig wurde. Im Januar 2023, also vor kurzem, wurde bekannt, dass weitere Angestellte von LGBT Youth Scotland sich bei ihrer Arbeit an LGBT-Jugendliche heranmachen wollten. Laut einer Aussage eines Mannes, der als schwuler Jugendlicher zu LGBT Youth Scotland kam, sei die Organisation „eher wie ein soziales Netzwerk gewesen sei, um ältere Männer mit Teenagern zu verbinden“. (Quelle) Ein Mann sagt, dass er als 16-Jähriger zu LGBT Youth Scotland kam, wo er einen Jugendarbeiter kennenlernte, der ihm eine gefälschte ID gab, damit sie gemeinsam in einen Schwulen-Nachtclub gehen konnten. Dort soll es der Jugendarbeiter zugelassen haben, dass der Jugendliche von anderen Männern unter Drogen gesetzt und vergewaltigt wurde. (Quelle)

Auch in anderen Ländern war die LGBT-Bewegung von Anfang an von Pädophilen infiltriert. Es gibt in der LGBT-Community Leute, die von einer Unterwanderung der Bewegung durch Pädophile warnen, aber diese warnenden Stimmen werden in der LGBT-Community oft als Nestbeschmutzer angesehen. Es gibt die Verschwörungstheorie, dass die Hebephilen- und Pädophilenlobby die Schwulenlobby instrumentalisiert hat, um das Schutzalter für einvernehmlichen Sex mit jungen Männern zu senken. In vielen Ländern lag ursprünglich das Schutzalter bei homosexuellen Handlungen ein paar Jahre über dem Schutzalter für heterosexuelle Handlungen. Einige Organisationen für Schwulenrechte kritisierten dies als Diskriminierung von Schwulen. Daher wurde in vielen Ländern das Schutzalter von Jungs auf 16 oder teilweise gar 14 Jahren gesenkt.

Laut einer weiteren Verschwörungstheorie, die vor allem bei konservativen Christen beliebt ist, soll die Pädophilenlobby die Schwulenlobby instrumentalisieren, um es schwulen Paaren zu ermöglichen, Kinder zu adoptieren. Inzwischen haben Pädophile das Adoptionsrecht für Schwule ausgenutzt und ihre Adoptivkinder missbraucht. Anfang 2023 wurde bekannt, dass in den USA ein schwules Pärchen zwei kleine Jungen von einer Adoptionsagentur für behinderte Kinder adoptiert hatte und die Kinder anschliessend missbrauchte und zur Herstellung von Kinderpornografie benutzte. Das Paar wollte die Kinder für Geld an andere Pädophile weiterreichen. Das Pärchen war sehr wohlhabend, aber ihre Freunde und Verwandte wissen nicht, wie sie so viel Geld verdient haben. (Quelle: 1 und 2) Ein weiterer Fall, der durch die Medien ging, handelt von einem schwulen Pärchen in Australien, das ein Kind adoptierte, nachdem sie 2005 einer russischen Frau 8000 Dollar als Leihmutter gezahlt hatten. Der Missbrauch begann nur wenige Tage nach Geburt des Jungen. Sechs Jahre lang reiste das Paar um die Welt, reichte ihr Sohn an mindestens acht Pädophile weiter und produzierte Kinderpornografie mit ihm. Sie sollen den Jungen auch so trainiert haben, dass er den Missbrauch für normal hält und ihn leugnen soll, wenn er jemals von Behörden befragt wird. 2013 wurde das Pärchen verurteilt. Anfangs behaupteten die beiden Männer, die Polizei würde nur gegen sie ermitteln, weil die Polizisten schwulenfeindlich seien. Besonders dreist ist, dass das Pärchen 2010 einem ABC-Reporter ein Interview gab, über ihren Kampf als schwules Paar ein Kind zu bekommen. Die beiden Männer waren Teil eines internationalen Pädophilenrings. In diesem Fall sprach die Polizei von „einem ziemlich ausgedehnten Netzwerk von Kinderschändern“. (Quelle: 1 und 2) Dies betrifft natürlich nicht nur schwule Pädophile, denn rein theoretisch könnten sich auch heterosexuelle Pädophile als schwule Pärchen ausgeben und dann Kinder adoptieren. Wenn hingegen zwei Lesben Kinder adoptieren wollen, ist das aus meiner Sicht unproblematisch und die Wahrscheinlichkeit von sexuellem Missbrauch ist vermutlich geringer als bei einem Hetero-Elternpaar. Für gewöhnlich erhalten alleinstehende Männer, egal ob hetero oder schwul, keine Adoptivkinder, da sonst letztendlich jeder Pädophile ein Kind adoptieren würde.

Der mutmassliche Pädophilenring im Elm Guest House und die Rolle des Lügners Carl Beech

Das Elm Guest House war ein Hotel in London. Im Jahr 1990 wurde das erste Mal öffentlich behauptet, dass sich ein einflussreicher Pädophilenring im Hotel an Minderjährigen vergangen hatte. Ab 2012 ging die Polizei der Sache nach. Ab 2014 erschien Carl Beech auf der Bildfläche. Er behauptete, er sei als Kind im Elm Guest House von einflussreichen Personen missbraucht worden. Darauf wurde eine grosse Ermittlung gestartet. Schliesslich konnte man belegen, dass Carl Beech ein Lügner war. Carl Beech hat Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen Personen erhoben, die scheinbar wirklich unschuldig waren und sehr unter den Vorwürfen leiden mussten, weil ihre Namen in den Medien erschienen. Die Lügen von Carl Beech haben der Glaubwürdigkeit der echten Opfer geschadet und britische Journalisten werden in Zukunft Hemmungen haben, die Namen mutmasslicher Täter zu nennen, weil sie Angst haben müssen, dass sie dadurch das Leben von Unschuldigen zerstören. Schon bevor man Beechs Aussagen widerlegen konnte, hatte das Magazin Village darauf hingewiesen, dass er Desinformationen verbreitet. Das Magazin hatte recht mit seiner Vorhersage, dass Carl Beech medienwirksam in der Öffentlichkeit als Lügner entlarvt wird. Carl Beech war übrigens pädophiler Straftäter und Gouverneur von zwei Schulen und arbeitete als Kinderkrankenpfleger sowie für die Kinderschutzorganisation NSPCC, die unter anderem versucht, Kindesmissbrauch zu bekämpfen (Quelle). Seit 1895 stellt die britische Königsfamilie den Patron der NSPCC.

Carl Beech hatte den Politiker Baron Greville Janner des Kindesmissbrauchs beschuldigt. Janner, der 2015 starb, war vermutlich tatsächlich ein pädophiler Straftäter, den noch weitere Männer haben behauptet, sie seien als Kind von Janner missbraucht worden. Seit den 90er-Jahren gab es mehrfach Ermittlungen gegen Janner, wegen Verdacht auf Kindesmissbrauchs, aber er wurde nie verhaftet oder angeklagt. (Quelle: 1 und 2) Janner war eine führende Persönlichkeit in der britisch-jüdischen Community und Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses.

Auch wenn Carl Beech ein Lügner war, hatte die Polizei bereits vor dessen Aussagen den Verdacht, es hätte im Elm Guest House einen Pädophilenring gegeben. Mindestens drei Männer, die mutmassliche Besucher des Elm Guest House waren, wurden in anderen Fällen wegen mehrerer Sexualdelikte an Kindern verurteilt. Das Gästehaus wurde in den 70er-Jahren als Zufluchtsort für Homosexuelle eingerichtet, entwickelte sich aber bald zu einem Ort, an dem Männer Sex mit jungen Prostituierten und später angeblich auch mit Jungen und Mädchen aus einem nahe gelegenen Kinderheim hatten. (Quelle) John Stingemore, ein mutmasslicher Kinderschänder, der das Kinderheim leitete, soll seine Heimkinder an Pädophile im Elm Guest House weitergereicht haben. Eine ehemalige Kinderbetreuerin sagt, dass im Elm Guest House Pornografie mit Minderjährigen produziert wurde. (Quelle) Kinderbetreuer sagten 2013 der Polizei, dass eine Ermittlung zu dieser Sache im Jahr 1982 und eine weitere im Jahr 2003 unterbunden worden war. 1979 und 1981 waren zwei Kinder in der nahen Umgebung des Hotels verschwunden. (Quelle) 1982 machte die Polizei eine Razzia im Elm Guest House und musste dabei feststellen, dass sich zwei Polizisten im Hotel befanden. Dies war für die Polizei sehr peinlich und womöglich hat man die Razzia deswegen vertuscht. Pflegekräfte haben Versuche unternommen, dem Treiben im Elm Guest House ein Ende zu setzten, aber ohne Erfolg. Damals behaupteten mindestens 12 Jungen, dass sie im Elm Guest House missbraucht wurden. (Quelle)

Der Journalist Hilton Tims sagte 2014, er habe in den 80er-Jahren erfahren, dass sich einflussreiche Pädophile im Elm Guest House an Jungs vergehen. Hilton Tims sagt, er habe nicht über den Pädophilenring berichten dürfen, mit der Begründung, er würde damit die nationale Sicherheit gefährden. (Quelle)

Die Ermittlungen um das Elm Guest House wurden ab 2014 massiv von Carl Beech beeinflusst, der letztendlich mit seinen Lügen die ganzen Ermittlungen untergraben und diskreditiert hat. Aufgrund von Carl Beech gibt es nun keine polizeilichen Untersuchungen mehr zum Elm Guest House.

Mutmassliche Gäste

Die Polizei besitzt Unterlagen eines ehemaligen Kinderbetreuers. Darin werden folgende zwei Personen als Besucher des Elm Guest House genannt:

  • Sir Cyril Smith: Der Politiker wurde bereits mehrfach in diesem Beitrag erwähnt. Er war ein pädophiler Straftäter, genau wie sein Freund Jimmy Savile.
  • Sir Anthony Blunt: Der führende Kunsthistoriker arbeitete für den britischen Geheimdienst und für die Königsfamilie. Er war ein russischer Spion und gab Informationen an den sowjetischen Geheimdienst KGB weiter. Beim KGB wurde man jedoch misstrauisch und vermutete, Anthony Blunt sei ein Dreifachagent. Die britische Regierung hatte jahrelang verheimlicht, dass Blunt für den KGB spioniert hatte. Blunt war mit dem britischen Geheimdienstchef Dick White befreundet und verbrachte Weihnachten mit ihm bei Victor Rotschild zu Hause. (Quelle)

(Quelle: 1 und 2)

Ein Zeuge (nicht Carl Beech) behauptet, er sei als Junge vom hochrangigen Politiker Sir Peter Morrison im Elm Guest House vergewaltigt worden. Er behauptet auch, dass die Polizei die Sache vertuscht hatte. (Quelle) Peter Morrison, der weiter oben bereits erwähnt wurde, war erwiesenermassen von seiner Partei (die Konservative Partei) geschützt worden.

Ein weiterer mutmasslicher Besucher des Elm Guest House war Sir Nicholas Fairbairn, ein schottischer Politiker, der 1995 verstarb. Er war eng mit der Premierministerin Margaret Thatcher verbunden. 2014 sagte eine Frau, die auf ihre Anonymität verzichtete, sie sei als kleines Kind von Nicholas Fairbairn missbraucht worden, was ihr Vater geduldet hatte. Ihr Vater war der schottische Politiker Sir Robert Henderson und soll sie von klein auf missbraucht haben. (Quelle) Nicholas Fairbairn heiratete in erster Ehe eine Tochter des 13. Lord von Reay. (Quelle) Der Lord war der Clan-Chef des schottischen Clan Mackay, eine schottische Aristokratenfamilie. Die Tochter von Robert Henderson sagt, ihr Vater habe sie als Kind bei „Partys“ an befreundete pädophile Juristen weitergereicht. Nicholas Fairbairn und Robert Henderson waren Teil eines Pädophilenrings, der nicht verfolgt wurde, weil er möglicherweise schwule Juristen in Schottland erpresst hatte. Homosexuelle Handlungen waren damals zwar bereits legal in Schottland, aber waren immer noch verpönt und konnten der Karriere schaden. Hendersons Tochter sagt, ihr Vater habe sie an den schottischen Richter John Watt zugeführt, der sie missbraucht haben soll. (Quelle) 2022 wurde John Watt verurteilt, weil er Kinder vergewaltigt hatte. (Quelle)

Anfang 2013, also noch bevor Carl Beech die Ermittlungen mit seinen Lügen beeinflusste, nannte die Polizei folgende Personen, von denen sie glaubte, sie hätten das Elm Guest House besucht:

  • Sir Peter Hayman: Der Diplomat und Geheimdienstler wurde am Anfang dieses Beitrages erwähnt. Er war Mitglied der bereits erwähnten Pädophilengruppe PIE.
  • Colin Peters: Er arbeitete als Anwalt für das Aussenministerium. 1989 kam er ins Gefängnis, weil er zu einem Pädophilenring gehörte, der hunderte von Jungs missbraucht hatte und der, so viel bekannt ist, unabhängig vom Elm Guest House war. In den damaligen Berichten hiess es, dass der Pädophilenring „von hochrangigen Beamten und bekannten öffentlichen Bediensteten benutzt wurde“.
  • Warwick Spinks: Er soll als Jugendlicher das Elm Guest House besucht haben, war also womöglich ein Strichjunge. Später wurde er selbst ein berüchtigter Täter und kam 1995 wegen einer Reihe von Sexualdelikten an Jungen ins Gefängnis.

(Quelle)

Warwick Spinks hatte einen 14-Jährigen entführt und an ein Schwulenbordell in der niederländischen Stadt Amsterdam verkauft. Spinks leitete selbst eine Zeit lang ein Schwulenbordell in Amsterdam, wo er junge Männer an Touristen verkaufte. In Amsterdam vermittelte Spinks auch minderjährige Jungen an Sextouristen. Bei einer Ermittlung gab sich ein Polizist als Pädophiler aus und kam dabei mit Spinks ins Gespräch. Der Polizist hatte das Gespräch mit Spinks heimlich aufgenommen. Spinks sagte dem Undercover-Cop, er könne billig minderjährige Jungen besorgen. Spinks sagte: „Ich war auf der ganzen Welt. Ich bin eine internationale Slut.“ Er erzählte davon, wie er Minderjährige aus Polen, Tschechien und Deutschland beschafft und abgeholt hatte. Spinks prahlte vor dem Undercover-Cop mit seinen Kontakten zu Pädophilen-Netzwerken und sagte zum ihm, er könne ein Video besorgen, in dem ein 10-jähriger Junge getötet wird. Weiter sagte er, er kenne Personen, die Snuff-Filme herstellen, in streng limitierten Auflagen, etwa je 10 Exemplare, die angeblich an reiche Kunden in Amerika für jeweils 5000 Dollar verkauft wurden.

Ein Zeuge sagte später aus, Warwick Spinks hätte ihn dazu überreden wollen, dass er „spezielle Filme“ verkaufen soll und zeigte ihm eine Probe, in der ein Junge geschlagen, kastriert und aufgeschnitten wurde. Ein weiterer Zeuge, der Spinks nahe stand, behauptete, er habe fünf Videos gesehen, die von Spinks und seinen Freunden produziert wurden und in denen Jungen missbraucht und ermordet wurden. Der Zeuge nannte die Namen von zwei Niederländern, welche die Snuff-Videos angeblich verkauft hatten. Laut Polizei gehört einer der beiden Männer der niederländischen Mafia an und der andere ist ein Pädophiler, der eigene Bordelle in Amsterdam betrieb. Spinks hatte beim aufgenommenen Gespräch mit dem Undercover-Cop geprahlt: „Ich komme mit Mord davon.“

(Quelle: 1 und 2)

Ob Warwick Spinks Teil eines Snuff-Pornorings war, konnte nie geklärt werden.

Spinks wurde 1995 verurteilt wegen diverser Sexualdelikte an Minderjährigen. 1997 gelang es ihm bei einem Freigang ins Ausland zu fliehen und lebte dort unter falschen Identitäten. In Tschechien knüpfte er Kontakte zum ehemaligen Radio-DJ Chris Denning, ebenfalls ein Brite und notorischer pädophiler Straftäter. Chris Denning wurde in diesem Beitrag bereits erwähnt. 2012 wurde Warwick Spinks von der tschechischen Polizei festgenommen und an Grossbritannien ausgeliefert. (Quelle: 1 und 2) Man kann davon ausgehen, dass Spinks in den 15 Jahren auf der Flucht weiterhin Minderjährige missbraucht hat.

Die Verbindung zu Sidney Cooke

Sidney Cooke führte eine pädophile Bande an, die in den 80er-Jahren kleine Jungs entführte und bei Orgien vergewaltigte und ermordete. Der Bande wurden drei Morde an Kindern nachgewiesen, aber womöglich hatten sie mehr als zwanzig Kinder ermordet. Sidney Cooke, der 1999 verurteilt wurde, soll im Gefängnis damit geprahlt haben, dass seine Bande weit mehr als drei Kinder ermordet hatte. (Quelle)

Im Jahr 2014, als die Geschichte um das Elm Guest House durch die Medien ging, enthüllte ein pensionierter Polizist, der Ermittlungen gegen den Pädophilenring von Sidney Cooke geleitet hatte, dass es Verbindungen zum Elm Guest House gab. Die Ermittler glaubten damals, dass Lennie Smith, einer der führenden Köpfe von Sidneys Bande, das Elm Guest House besucht hatte. Die Ermittler gingen der Sache nicht weiter nach, weil damals noch nicht bekannt war, dass ein Pädophilenring im Elm Guest House verkehrte, aber die Ermittler hatten schon damals von Gerüchten gehört, dass dort etwas vor sich ging. Viele Akten zu den Ermittlungen gegen Sidneys Bande sind verschwunden. Ein Polizist sagte in den 90er-Jahren, dass fast ein Drittel der Akten über Sexualstraftäter in einem der acht Londoner Polizeibezirke unauffindbar seien. Der Polizist warf der Londoner Polizei vor, die Strafverfolgung von Kindesmissbrauch stark zu vernachlässigen. (Quelle: 1 und 2)

Sydney Cooke wurde mit dem Mörder und Vergewaltiger Arthur Hutchinson in Verbindung gebracht. Die Polizei fand in einem Notizbuch von Hutchinson den Namen und die Adresse von Geoffrey Dickens, der das bereits erwähnte Pädophilendossier erstellt hatte. Dickens glaubte, dass Hutchinson mit einem Pädophilenring verbunden war und den Auftrag erhalten hatte, ihn zu ermorden. (Quelle)

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

Ich blogge nun seit mehr als drei Jahren. Mein Ziel ist es, irgendwann von meinem Blog leben zu können (ich bin noch jünger als 30). Werbung auf meinem Blog möchte ich nicht, daher wäre ich auf Spenden angewiesen. Klicke hier, wenn du mich unterstützen möchtest.

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