Haus Savoyen

Das Adelsgeschlecht ist über 1000 Jahre alt und gehört somit zum Uradel. Das Haus Savoyen stellt seit 1861 die Königsfamilie von Italien, welches im selben Jahr gegründet wurde. Davor waren sie bereits die Könige von Sardinien und Sizilien. Die Monarchie wurde 1946 in Italien offiziell abgeschafft. Die Familie ist traditionell mit dem Vatikan und seinen Orden verbunden.

Haus Savoyen und Banken

Im 14. und 15. Jahrhundert wurde das Finanzwesen von Bänkern in Florenz gesteuert, die meist ein gutes Verhältnis zum Vatikan hatten. Die wichtigsten Florentiner Bankiersfamilien waren Bardi, Gondi, Peruzzi und allen voran die Medici Familie, die zudem 3 Päpste hervorbrachte. Diese Familien waren die reichsten ihrer Zeit und wurden in den Adel aufgenommen. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der spanischen Kolonialisierung in Lateinamerika. Die Herzöge von Savoyen hatten Kontakt zu den Medicis. Zudem heiratete Philiberte Savoyen (1498–1524) in die Medici Familie. Die Medicis waren auch mit der „Banca Monte dei Paschi di Siena“ verbunden, welche heute die älteste noch existierende Bank der Welt ist. Sie ist zurzeit die 3. grösste Bank Italiens.

Der Herzog Emanuele Filiberto von Savoyen (1528-1580) war durch seine Verwandtschaft mit dem Hochadel auch Titularkönig vom Kreuzfahrerstaat Jerusalem und Zypern. Der Herzog gründete die Bank „Istituto Bancario San Paolo di Torino“, welche früher zu den wichtigsten italienischen Banken gehörte. Die Bank fusionierte 1998 und ist heute Teil der „Sanpaolo IMI“, eine der grössten italienischen Banken und Versicherungsgruppen. Parallel zur Bank gründete der Herzog die „Compagnia di San Paolo“, welche eine der ältesten Stiftungen der Welt ist. Heute zählt sie zu den grössten privaten Stiftungen Europas. Sie hält auch kleine Beteiligungen an mehreren italienischen Banken. Ihr aktueller Präsident (stand 2020) ist Francesco Profumo. Dieser war im Vorstand von Unicredit (eine der grössten Banken Italiens) und Telecom Italia (eines der grössten Unternehmen Italiens). Seit 2018 gehört er zur „Giovanni Agnelli-Stiftung“ der Agnelli Familie, welche Fiat gründete und mit einem Vermögen von mindestens 10 Milliarden zu den reichsten Familien Italiens gehört.

1849 wurde Viktor Emanuel II. (1820-1878) aus dem Haus Savoyen König von Sardinien. Im selben Jahr wurde die sardinische Zentralbank von Carlo Bombrini gegründet und geleitet. Bombrini finanzierte den Unabhängigkeitskrieg Sardiniens, was auch im Interesse der Savoyens war. Er erhielt von Viktor Emanuel II. einen Orden und wurde nach der Gründung Italiens zum Senator ernannt. 1861 wurde das Königreich Italien gegründet und Viktor Emanuel II. wurde dessen König. Im selben Jahr wurde die sardinische Zentralbank zur Nationalbank des Königreichs Italiens. 1867 fusionierte sie mit der „Banca delle Quattro Legazioni“, welche davor Teil der päpstlichen Zentralbank gewesen war und demnach unter Einfluss des klerikalen Adels stand. 1893 fusionierten die päpstliche Zentralbank und die Nationalbank des Königreichs Italiens mit zwei weiteren Banken zur Banca d’Italia, die bis heute die italienische Zentralbank ist.

Auf Erlass des Königs Viktor Emanuel III. (1869-1947) gründete Luigi Luzzatti 1913 die „Banca Nazionale del Lavoro“, welche heute eine der grössten italienischen Bankengruppen ist. Die Savoyens verliehen Luzzatti drei Orden. Der aktuelle Präsident (stand 2020) der Bank ist Luigi Abete, dem die Savoyens einen Orden verleiht haben. Er ist zudem Mitglied des Aspen Institutes, ein Think Tank der von Rockefeller, Carnegie, Ford und Gates finanziert wird.

Haus Savoyen und der Vatikan

Die Savoyens stellten Bischöfe und Kardinäle. Felix V. (1383-1451) aus dem Haus Savoyen war der letzte Gegenpapst der katholischen Kirche. Er gründete 1434 den Orden des Heiligen Mauritius, der über Networking in Europa die Reformation bekämpfen und eindämmen sollte. 1572 wurde der Orden vom Vatikan offiziell anerkannt und schloss sich mit dem Lazarus-Orden zusammen, welcher im 12. Jahrhundert im Kreuzfahrerstaat Jerusalem gegründet wurde und zu den wichtigsten Vatikan-Orden gehörte. Durch die Vereinigung der beiden Orden entstand der Orden der Heiligen Mauritius und Lazarus. Seither ist er der eigene Ritterorden des Hauses Savoyen. Es existiert keine öffentlich einsehbare Mitgliederliste.

Haus Savoyen und die Freimaurerei

Paradoxerweise waren mindestens zwei Savoyens Freimaurer. Die Freimaurer und der Vatikan/Klerus waren von Anfang an verfeindet und bekämpften sich gegenseitig mit Propaganda, Hetze und Intrigen. Der Vatikan förderte in der Vergangenheit mehrfach die Verfolgung der Freimaurerei (Quelle), während die Freimaurer die Aufklärung sowie die Trennung von Staat und Kirche förderten. Nach dem 2. Weltkrieg scheinen die beiden Gruppen eine Art Waffenstillstand ausgehandelt zu haben. Ab da konnte sich die katholische Kirche im Volk der USA und Grossbritannien etablieren und ist heute das grösste Gotteshaus der beiden Länder. Zuvor wurden dort die Katholiken diskriminiert. Bis anfangs des 19. Jahrhunderts waren die Katholiken eine kleine Minderheit in den USA. Es sind bis heute kaum Katholiken in der Elite der beiden Länder vertreten. Nur ein US-Präsident war Katholik, nämlich der erschossene Kennedy. Alle anderen US-Präsidenten waren Protestanten und fast ein drittel davon waren Freimaurer (Quelle). Schon die Pilgerväter waren Puritaner (Protestanten) und werden dementsprechend den Vatikan nicht gemocht haben.

Amadeus I. (1845-1890) war der erste bekannte Freimaurer aus dem Haus Savoyen. Er war von 1871 bis 1873 König von Spanien. Er hob das bis dahin geltende Freimaurer Verbot in Spanien auf. Schliesslich dankte Amadeus freiwillig ab und die erste spanische Republik wurde gegründet, welche fortan von Politikern regiert wurde, die zum Grösstenteil Freimaurer waren. Die Republik konnte sich fast zwei Jahre halten, wurde dann aber durch eine Monarchie ersetzt und Mitglieder des Hauses Bourbon erlangten wieder die Macht in Spanien. Amadeus heiratete in zweiter Ehe Maria Letizia Bonaparte. Marias Vater Napoléon Joseph Charles Bonaparte und ihr Grossvater Jérôme Bonaparte waren wie weitere Bonapartes Freimaurer. Napoléon Joseph Charles Bonaparte heiratete ebenfalls in das Haus Savoyen.

Viktor Emanuel von Savoyen (*1937) ist seit 2006 das Oberhaupt des Hauses Savoyen. Er war Mitglied in der Freimaurerloge Propaganda Due (P2). Die P2 wurde 1887 gegründet und wurde 1982 aufgelöst und verboten. Sie ist somit die einzige Freimaurerloge, die in der heutigen Zeit als illegal, kriminell und Staatsgefährdend gilt. Ich empfehle die Spiegel-Doku zur P2, da diese der einzig öffentliche, kritische, deutsche Beitrag zur P2 ist (der Spiegel waren früher einmal das investigativste Medium Deutschlands).

Als 1981 Strafverfolgungsbehörden Ermittlungen gegen die P2 führte, kam heraus das diese aus den Schlüsselpersonen des Italienischen Staates bestand. Minister, Abgeordnete, Industrielle, Bänker, Zeitungsverleger, 24 Generäle, 100 Offiziere, die gesamte Spitze der italienischen Geheimdienste, der Chef der italienischen Sozialdemokraten, 11 Polizeipräsidenten und 18 Richter von denen einige auch zum obersten Gerichtshof Italiens gehörten (Quelle bei 9:10). Mehrere Mitglieder kannten Paul Marcinkus, einer der dubiosesten Erzbischöfe seiner Zeit, welcher Präsident der Privatbank des Papstes war. Mehrere Mitglieder hatten Kontakt zur italienischen Mafia, welche die mächtigste Mafia der Welt ist und den Kokainhandel kontrolliert. Mehrere Mitglieder hatten Verbindungen zum Aufbau des Faschismus und der Drogenkartelle in Lateinamerika.

Es gibt Verschwörungstheorien, dass die spanischen, portugiesischen und italienischen Adligen und Kolonialherren, in Zusammenarbeit mit der Mafia, dem Vatikan und der CIA, in ihren ehemaligen Kolonien Drogenkartelle errichten wollten. Diese sollten die Staaten destabilisieren, infiltrieren und okkupieren, was in dem Fall auch gelungen wäre. Damit die Kartelle ihre Schattenregierung finanzieren konnten, wurde das Kokain illegalisiert, worauf diese den Kokainhandel schnell monopolisieren konnten und seither über eine unerschöpfliche Geldquelle verfügen.

Weitere erwähnenswerte Mitglieder der P2 waren:

  • Silvio Berlusconi, ehemaliger Ministerpräsident von Italien, mächtigster Medienunternehmer Italiens, ist zurzeit Mitglied des europäischen Parlaments.
  • Die Mafia Bänker Roberto Calvi und Michele Sindona (wurden beide ermordet).
  • Umberto Ortolani, Bänker und Medienunternehmer, mit dem Vatikan verbunden, tätigte geschäftliche Aktivitäten in Lateinamerika.
  • Emilio Eduardo Massera, ein argentinischer Marineoffizier, der massgeblich am argentinischen Staatsstreich 1976 und der Errichtung der darauf folgenden Militärdiktatur beteiligt war.
  • José López Rega, argentinischer Politiker der die „Alianza Anticomunista Argentina“ gründete, die zahlreiche Morde und Anschläge in Argentinien beging.
  • Artemio Franchi, war Präsident der UEFA und Vizepräsident der FIFA.
  • Antonio Labruna und Gianadelio Maletti, Geheimdienstler die verurteilt wurden, weil sie Terroristen im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf der Piazza Fontana deckten.
  • Pietro Musumeci, Geheimdienstler der verurteilt wurde, weil er Terroristen im Zusammenhang mit dem Anschlag von Bologna deckte.
  • Giorgio Mazzanti, besetzte von 1973 bis 1979 leitende Positionen beim italienischen Öl- und Gasunternehmen Eni, das zu den grössten Ölkonzernen der Welt der gehört.
  • Loris Scricciolo, war Politker und Vizepräsident der bereits erwähnten „Banca Monte dei Paschi di Siena“, welche die älteste noch existente Bank der Welt ist.
  • Gustavo Selva, besetzte mehrere Schlüsselpositionen in der italienischen Medienlandschaft

Hier eine Liste der damaligen Mitglieder

Es bestand ein ernster Verdacht, dass der Geheimbund Pläne für einen Staatsstreich entwickelt hatte und mit den Terroranschlägen in den 1970er Jahren in Italien in Zusammenhang stand, was später in gerichtlichen Untersuchungen bestätigt wurde. Dies führte zum Verbot der Loge.

Die Nachfolger Loge P3 wurde überwacht und 2010 von den Behörden aufgelöst. Der italienische Wirtschaftssekretär Nicola Cosentino trat im selben Jahr zurück, weil er im Verdacht stand der P3 anzugehören. Er und seine Brüder waren mit der italienischen Mafia verbunden und wurden deswegen auch verhaftet und angeklagt.

Flavio Carboni der schon zur P2 gehörte wurde 2010 ebenfalls verhaftet und angeklagt unter anderem wegen Kontakt zur P3. Er kannte den Mafioso Giuseppe Calò. Die beiden stehen im Verdacht die Ermordung des italienischen Bänkers Roberto Calvi veranlasst zu haben, welcher P2 Mitglied war und engen Kontakt zur Mafia und der Vatikan-Bank hatte.

Das Haus Savoyen in den letzten 100 Jahren

Viktor Emanuel III. (1869-1947) duldete die Machtübernahme Mussolinis und den Aufbau der faschistischen Diktatur. Durch Mussolinis Expansionspolitik war Viktor von 1939 bis 1943 König von Albanien und 1936 bis 1941 auch Kaiser von Äthiopien.

Viktor verlieh Mussolini den höchsten Orden des Hauses Savoyen. 1943 nach Beginn der Invasion der Alliierten, wandte er sich von Mussolini ab und wirkte aktiv an dessen Sturz mit.

Aimone von Savoyen (*1967) begann seinen beruflichen Werdegang bei JPMorgan Chase, der grössten US-Bank. Danach war er für mehrere italienische Unternehmen auf dem russischen Markt tätig. Für sein Engagement für die italienisch-russische Beziehungen, erhielt er 2018 von Wladimir Putin einen Orden. 2019 wurde er Botschafter des Malteserordens (Vatikan-Orden) in Russland.

Viktor Emanuel von Savoyen (*1937), der Mitglied der P2 war und zudem Mitglied des Malteserordens ist, musste schon öfters vor Gericht:

  • Das erste mal war der Vorwurf, er hätte illegalen Schmuggel von italienischen Waffen in den Nahen Osten organisiert. Er wurde freigesprochen. Er hatte gute Kontakte zur italienischen Rüstungsindustrie und war schon an legalen Waffenverkäufen in den Nahen Osten beteiligt gewesen.
  • Es wurde ein Verfahren wegen des Mordes an Dirk Hamer gegen ihn eröffnet. Er wurde freigesprochen.
  • Es folgten Korruption und Ausbeutung von Prostituierten. Er wurde freigesprochen.
  • Ein weiteres Verfahren gab es, weil der Verdacht bestand, dass er eine Holding-Gesellschaft gefördert und organisiert hatte, die sich auf verschiedene Arten von Korruption, insbesondere im Glücksspielsektor, spezialisiert hatte. Viktor hat mehrere Kontakte zur italienischen Glücksspielindustrie. Er wurde freigesprochen.
  • Beim letzen Verfahren ging es um Bestechung von Beamten. Er wurde freigesprochen.

Quelle

Da er über die P2 Kontakte zur italienischen Mafia hatte, wird er vielleicht auch nach der Auflösung der P2 den Kontakt aufrecht erhalten haben. Den Anklagepunkten nach, könnte man den Eindruck bekommen, dass Viktor gar selbst Teil der italienischen Mafia ist. Auch sein Sohn Emanuele Filiberto von Savoyen (*1972) hat ziemlich offensichtlichen Kontakt zur Mafia und war wie sein Vater Mitglied des Malteserordens. Er bewarb sich bei den italienischen Wahlen sowie der Europa Wahl, scheiterte aber kläglich. Er gründete eine eigene Politische Bewegung „Werte und Zukunft“. Zu den Mitarbeitern des politischen Projekts gehörten auch:

  • Lucio Barresi, war in den Vallettopoli-Skandal involviert, bei dem es um Erpressung, Bestechung, Unterschlagung, Drogenhandel und Ausbeutung von Prostituierten ging.
  • Mariano Turrisi, der Vizepräsident der Bewegung wurde verhaftet, aufgrund des Verdachts, dass er in organisierte Kriminalität involviert ist.
  • Enrico Giuliano, gegen ihn wurde Verfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet, wegen seinem Bankkonto in Lichtenstein. Er wurde freigesprochen.

Gegen Emanuele Filiberto von Savoyen wurde zudem ein Verfahren wegen Computerpiraterie geführt. Er wurde freigesprochen.

Gian Nicolino Narducci, ein Bekannter von Viktor Emanuel von Savoyen war ebenfalls in den Vallettopoli-Skandal involviert und gründete eine kriminelle Vereinigung, der Vorgeworfen wird illegale Glücksspiele, Vergabe von öffentlichen Aufträgen und einen Prostitutionsring betrieben zu haben.

In all diesen Fällen wurden fast alle Verdächtigen freigesprochen und zudem wurden viele Ermittlungen abgeschlossen, obwohl diese kaum Ergebnisse lieferten.

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

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