Haus Sachsen-Coburg und Gotha

Das Haus Sachsen-Coburg-Gotha bildete sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts und war eine Familie von Herzögen. Sie stammten aus dem Haus Wettin, das mit über 1000 Jahren Familiengeschichte zum Uradel gehört. Durch Hochzeiten oder Wahlen wurden mehrere Familienangehörige zu Königen. Die Familie besetzt heute noch den Thron von Grossbritannien und Belgien. Sie waren früher auch die Königsfamilie von Portugal und Bulgarien. Sie haben auch sonst in viele Königshäuser geheiratet. Alle noch existierenden europäischen Königsfamilien (auch die nicht mehr Amtierenden) sind inzwischen miteinander Verwandt (Quelle). In dem Artikel wird die Verwandschaft zu den nicht amtierenden Königsfamilien nicht erwähnt, aber ich hab mir die Stammbäume genau durchgesehen und auch sie sind verwandt. Fast alle (oder vielleicht sogar alle) haben Blut alter Adelsdynastien wie den Wettiner und Kapetinger in sich, deren Blutlinien seit über 1000 Jahren bestehen.

Albert von Sachsen-Coburg-Gotha (1819-1861) wurde in einem deutschen Herzogtum geboren, das von seinem Vater beherrscht wurde. Eine Tante von Albert hatte in die russische Zaren Familie geheiratet. Sein Onkel Leopold, zu dem er ein enges Verhältnis hatte, wurde später der erste König von Belgien. Leopold heiratete erst in das britische Königshaus und später in das französische Königshaus. Albert heiratete 1840 Queen Victoria (aus dem Haus Hannover), die damalige Königin von Grossbritannien. So entstand der britische Zweig der Familie Sachsen-Coburg-Gotha, welcher seither den britischen Thron besetzt. Queen Victorias Mutter stammte aus dem Haus Sachsen-Coburg-Saalfeld, aus dem das Adelsgeschlecht Sachsen-Coburg-Gotha hervorging. Dies hat vermutlich dazu beigetragen, dass das Haus Sachsen-Coburg-Gotha den britischen Thron besteigen konnte. Von Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des 2. Weltkrieges war Grossbritannien die herrschende Weltmacht und wurde dann durch die (eng verbündete) USA abgelöst.

Der britische Zweig

Der gemeinsame Sohn von Albert und Queen Victoria war Eduard VII. (1841-1910), der nach dem Tod seiner Mutter 1901 zum König von Grossbritannien sowie Kaiser von Indien wurde und bis zu seinem Tod 1910 regierte. Eduard war mit fasten allen europäischen Königsfamilien verwandt und galt als „Onkel Europas“. 1868 wurde Eduard durch den schwedischen König Karl XV. (Haus Bernadotte) in die Freimaurerei aufgenommen (Quelle). Von 1874 bis 1901 war Eduard Grossmeister der Freimaurer-Grossloge von England. Diese gilt als die älteste Grossloge der Welt und ist die regierende Freimaurerloge für die Mehrheit der Freimaurer in England. Sie ist zudem eine Art Dachverband der internationalen Freimaurerei und kann mitbestimmen welche Logen offiziell als Freimaurerloge anerkannt werden. Fünf der zehn Grossmeister der Loge gehörten zur britischen Königsfamilie (Quelle), die anderen fünf waren britische Adlige. Nachdem Eduard König wurde legte er das Amt als Grossmeister nieder und sein Bruder Prinz Arthur (1850-1942) war dann bis 1939 Grossmeister. Prinz Arthur heiratete in die preussische Königsfamilie.

Aufgrund der antideutschen Stimmung in Grossbritannien während des 1. Weltkrieges, benannte König Georg V. (1865-1936) den Familienname in Haus Windsor um, den die Familie bis heute trägt. Sein Bruder Prinz George (1902-1942) war von 1939 bis 1942 Grossmeister der Grossloge von England. Der heutige (stand 2019) Grossmeister der Loge ist Prinz Edward, Duke of Kent (*1935). Er ist ein Cousin ersten Grades von Queen Elizabeth II. (*1926) und sollte nicht mit dem jüngeren Prinz Edward verwechselt werden. Es waren noch mehr als 10 weitere Mitglieder des Königshauses Freimaurer (Quelle).

Mindestens 11 Mitglieder der Königsfamilie gehörten zur Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk. Durch die Gesellschaft kennen sie die wichtigsten Familien der US/UK-Elite, unter anderem Rockefeller, Morgan und Rothschild. Prinz Arthur war Präsident der Gesellschaft und Queen Elisabeth II. ist die Patronin der Pilgrims Society.

„Die Pilger Großbritanniens und seine Schwestergesellschaft, die Pilger der Vereinigten Staaten, sind die beiden ältesten und angesehensten angloamerikanischen Organisationen auf beiden Seiten des Atlantiks. Über mehr als ein Jahrhundert haben die Pilger eine sehr wichtige Rolle bei der Festigung der guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern gespielt und waren einer der Hauptverwalter der sogenannten besonderen Beziehung.“ Steht so auf der Website der Pilger.

Prinz Philip (*1921) und sein Sohn Prinz Charles (*1948) nahmen am Bilderberg-Treffen teil (Quelle).

Die britischen Royals gehören als Mitgründer (Quelle) zur Stiftung „The 1001: A Nature Trust„. Dieser Club aus Superreichen kontrolliert den WWF.

Der deutsche Zweig

Carl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha (1884-1954) war von 1905 bis 1918 der letzte regierende Herzog vom deutschen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. Aus meiner Sicht gehörte er zu den wichtigsten Akteuren im 2. Weltkrieg und spielte eine wichtige Rolle beim Aufstieg des deutschen Faschismus. Er war ein Enkel von Queen Victoria und somit selbst britischer Prinz. Nach offiziellen Angaben hatte er 1917 den Kontakt zur britischen Königsfamilie abgebrochen, da er sich im 1. Weltkrieg auf die Seite von Deutschland stellte. Sein britischer Adelstitel wurde daraufhin aberkannt. Ab 1919 suchte der ehemalige Herzog Anschluss an national-konservative und völkische Kreise. Er war von 1917 bis 1922 Mitglied des Preussenbundes, eine rechts-konservative politische Organisation, die sich nach dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreichs für die Wiederherstellung der Monarchie einsetzte. Der Preussenbund stand der DNVP nahe, eine rechts-konservative, promonarchistische, teilweise auch völkisch und antisemitische Partei. Vor dem Aufstieg der NSDAP war die DNVP die Partei, welche die recht-konservative Wählerschicht hinter sich hatte. Da die DNVP aber von Adligen geführt wurde, galt sie vor allem in der Unterschicht als zu elitär, wogegen die NSDAP mit ihrem Wahlkampf/Propaganda auch die Unterschicht ansprach. Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 wurde die DNVP aufgelöst und deren Reichstagsabgeordnete schlossen sich der NSDAP an.

Zu den Mitgliedern des Preussenbundes zählten auch Guido Henckel von Donnersmarck (ein adliger Industrieller und einer der reichsten Männer seiner Zeit) und Elard von Oldenburg-Januschau (ein adliger Großagrarier, Lobbyist und Reichstagsabgeordneter). Elard gilt als einer der einflussreichsten Mitglieder der so genannten Kamarilla um den adligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, also jenes Kreises, der die Politik des deutschen Reiches in der Spätphase der Weimarer Republik massgeblich bestimmte. Hindenburg ernannte 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler (Quelle). Die darauffolgende Verordnung zur Auflösung des Reichstages ist unterschrieben von Hindenburg, Adolf Hitler und Wilhelm Frick. Hindenburg unterstützte so die Abschaffung der Grundrechte und die Errichtung einer Diktatur. Wer sich mehr für die sogenannte „Machtübernahme“ der Nazis interessiert empfehle ich folgende zwei Wikipediaartikel zu lesen: „Treffen Papens mit Hitler im Haus des Bankiers Schröder“ und „Geheimtreffen vom 20. Februar 1933“. Es ist längst ein offenes Geheimnis das Industrielle, Bankiers und Teile des deutschen Adels die Machtergreifung Hitlers unterstützte. Worüber sich die Historiker nicht einig sind, ist die Frage ob Hitler auch ohne deren Unterstützung an die Macht gekommen wäre und ob sich seine Diktatur auch ohne Unterstützung bis 1945 hätte halten können.

Kommen wir zurück zu Carl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha und seinem Beitrag zur Etablierung des Faschismus. 1919 lernte er Hermann Ehrhardt kennen, den er sowohl ideell als auch materiell unterstützte. Ehrhardt war einer der wichtigsten Putschisten und Freikorpsführer (ein Anführer paramilitärischer Einheiten) in der Weimarer Republik. Er war Führer der nach ihm benannten Marine-Brigade Ehrhardt. Die paramilitärische Marinebrigade war an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik und am Kapp-Putsch beteiligt. Nach dem misslungenen Kapp-Putsch 1920 durfte sich der mit Haftbefehl gesuchte Ehrhardt bei Carl Eduard auf Schloss Callenberg verstecken. Ehrhardt gründete danach die Geheimorganisation „Organisation Consul„. Diese verübte viele politische Morde mit dem Ziel, das demokratische System der jungen Republik zu destabilisieren und eine Militärdiktatur zu errichten. 1920 wurde Carl Eduard Bezirksführer der Marine-Brigade Ehrhardt und der Organisation Consul. Die gleichen Stellungen übernahm er 1923 bei der paramilitärischen Nachfolgeorganisation „Bund Wiking„. 1926 folgte die Mitgliedschaft im Stahlhelmbund, den er auch finanziell unterstützte.

1931 nahm Carl Eduard am Treffen der Harzburger Front teil, ein profaschistisches Bündnis. Wenige Wochen nach dem Treffen gründeten Carl Eduard und Waldemar Pabst die „Gesellschaft zum Studium des Faschismus„. Diese Organisation hatte sich das Ziel gesetzt, die Erfahrungen des italienischen Faschismus auf Deutschland zu übertragen und eine Einheit der politischen Rechten zu organisieren. Zu den Mitgliedern gehörten viele wichtige Akteure der damaligen deutschen Elite (wie z. B. Fritz Thyssen und Günther Quandt), die später zu den Profiteuren der Arisierung, der Zwangsarbeit und des folgenden Krieges gehörten. Der Mitgründer Waldemar Pabst war ein deutscher Offizier, der 1919 die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht veranlasste. Er hatte viele Kontakte zur Rüstungsindustrie und stieg später selbst ins Rüstungsgeschäft ein. Luxemburg und Liebknecht waren als Marxisten und Antimilitaristen natürlich besonders unbeliebt bei der deutschen Rüstungsindustrie. Waldemar Pabst zog 1943 in die Schweiz (angeblichen weil er Angst vor Gestapo hatte). Dort wickelte er Geschäfte im Auftrag von Rheinmetall (grösster deutscher Rüstungskonzern) ab. Er trieb in der Schweiz Wirtschaftsspionage für den deutschen Geheimdienst, stand aber gleichzeitig mit dem amerikanischen Geheimdienst OSS in Kontakt.

Carl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha lernte Adolf Hitler 1922 kennen. In den folgenden Jahrzehnten traf er ihn persönlich mindestens noch 21 Mal. Nach den ersten Wahlerfolgen der NSDAP in Coburg im Jahr 1929 unterstützte er die Partei offen. 1932 wurde Carl Eduard Präsident des „Berliner Nationalklub von 1919„, der ebenfalls die faschistische Machtübernahme unterstützte. Nach der Machtübernahme trat er in die NSDAP ein und begann die SS finanziell zu unterstützen. Zwischen 1933 und 1945 war er unter anderem Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und Obergruppenführer der SA sowie des NSFK (Paramilitär das Hermann Göring unterstand). 1933 wurde er Senator der „Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften„. Nach 1933 begann die wissenschaftliche Gesellschaft zu korrumpieren, orientierte sich immer mehr auf Rüstungsforschung und war letztendlich auch an den Menschenversuchen in den Konzentrationslager beteiligt.

Carl Eduard war Ehrenvorsitzender und Präsident der Deutsch-Englischen Gesellschaft. Die deutsche Organisation zur deutsch-britischen Verständigung in der Zeit des Nationalsozialismus existierte von 1935 bis 1939. Sie wurde vom adligen NSDAP-Mitglied Joachim von Ribbentrop gegründet und bestand vor allem aus Industriellen und Bankiers, die zu den Profiteuren des Nazi-Regimes gehörten. Sie war die deutsche Schwesterorganisation der britischen Anglo-German Fellowship. Die Anglo-German Fellowship bestand hauptsächlich aus britischen Industriellen und Bankiers, von denen einige die britische Königsfamilie kannten. Auch der deutsche Otto Fürst von Bismarck (Enkel des Reichskanzlers Otto von Bismarck) war Mitglied. Die britische Organisation sorgte für prodeutsche Propaganda in Grossbritannien. Zu den Gästen der abgehaltenen Treffen der Gesellschaft gehörten unter anderem deutsche adlige NSDAP-Mitglieder, darunter auch Carl Eduard.

Carl Eduard war in der Wirtschaft in diversen Aufsichtsräten tätig u. a. bei Rheinmetall (Rüstungskonzern), Deutscher Ring (Versicherungskonzern) und Deutsche Bank. Die drei Unternehmen kann man ganz klar als Profiteure des Nazi-Regimes bezeichnen.

Carl Eduard vertrat auch das Deutsche Reich gegenüber dem Ausland und nahm so auch diplomatische Aufgaben wahr, auch wenn er offiziell kein Diplomat war. Dazu unternahm er von 1933 bis 1944 39 Auslandsreisen und zwei Weltreisen. Seine erste Weltreise 1934 dauerte vier Monate und führte über England, Kanada, USA, Japan, China, Singapur, Indien, Ägypten und Italien. Im faschistischen Japan wurde er auch vom Kaiserpaar empfangen (der Japanische Faschismus war zum grössten Teil Pro-Monarchie). Eine ordentliche Aufarbeitung der japanischen Kriegsverbrechen und der Rolle die dabei Kaiser Hirohito spielte fand niemals statt.

Im Januar 1936 vertrat Carl Eduard offiziell das Deutsche Reich bei der Trauerfeier des verstorbenen britischen Königs George V.. Im Leichenzug schritt Carl Eduard in der sechsten Reihe hinter dem Sarg und trug eine Generalsuniform der Wehrmacht sowie einen M35 Stahlhelm (der Standardhelm der Wehrmacht). Wie ich bereits erwähnt habe, hatte Carl Eduard 1917 einen Bruch mit der britischen Königsfamilie (zumindest nach der offiziellen Geschichtsschreibung). Vom kurzzeitigen König Edward VIII. ist bekannt, dass er mit den Nazis sympathisierte. Es gibt zudem ein echtes Video in dem er mit seinen zwei Nichten (darunter die heutige Queen Elisabeth II.) und deren Mutter Elisabeth I. den Hitlergruss macht (Quelle).

1940 unternahm Carl Eduard eine weitere Weltreise, die über die Sowjetunion und Japan in die USA zurück führte. Diese drei Länder sollten später den Ausgang des 2. Weltkrieges massgeblich mitbestimmen. Auf der Reise traf er wieder den japanischen Kaiser Hirohito sowie auch US-Präsident Franklin D. Roosevelt und Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow (einer der engsten Vertrauten Josef Stalins).

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde Carl Eduard von der US-Armee eineinhalb Jahre inhaftiert. Anfangs wurde er noch wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. 1950 wurde er jedoch vom Gericht nur als Mitläufer und Minderbelasteter eingestuft und wurde zu einer Busse von 5000 DM verurteilt.

Eine der Töchter von Carl Eduard heiratete 1932 den schwedischen Prinzen Gustav Adolf. Ihr gemeinsamer Sohn Carl XVI. Gustaf ist seit 1973 König von Schweden.

Das heutige Oberhaupt des Hauses Sachsen-Coburg-Gotha ist der deutsche Andreas Prinz von Sachsen-Coburg-Gotha (*1943). Er ist der Taufpate der schwedischen Prinzessin Madeleine, der Tochter seines Cousins König Carl XVI.. Andreas war in den USA aufgewachsen. Die schwedische Königsfamilie ist übrigens traditionell eine Freimaurerfamilie.

Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha (1818-1893) war Grossmeister der deutschen Freimaurerloge „Ernst zum Compass“. Er war der Schwager von Queen Victoria.

Das Haus Sachsen-Gotha-Altenburg und das Haus Sachsen-Weimar-Eisenach stammen wie das Haus Sachsen-Coburg-Gotha vom Uradelsgeschlecht Wettin ab. Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1745-1804) war Mitglied mehrerer deutschen Freimaurerlogen und wurde 1783 in den Illuminatenorden aufgenommen. Er gewährte dem verfolgten Adam Weishaupt Asyl, welcher der Gründer des Illuminatenordens war (Quelle). Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757–1828), der auch Freimaurer war, trat 1783 ebenfalls den Illuminaten bei (Quelle). Der Geheimorden entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Bayern und begann dort eine Schattenregierung zu bilden. Daraufhin Verbot der bayrische Hochadel den Orden. Vermutlich existiert der Orden heute nicht mehr, sondern war mit der Zeit in anderen Freimaurerlogen aufgegangen. Trotzdem ist die Theorie einer Weltverschwörung von Illuminaten sehr verbreitet in der Community der Verschwörungstheoretiker. Ich selbst halte gar nichts von der Theorie, da es keinen einzigen Fakt gibt, der auf eine heutige Existenz von Illuminaten hindeutet (auch nicht die Eule auf der Dollarnote, die übrigens auch in Form einer Statue im Bohemian Grove steht, wo sich die US-Elite privat trifft). Bei den Freimaurern hingegen kann mann mit Sicherheit sagen, dass sie zumindest in der Vergangenheit durch ihr Wirken das politische Weltgeschehen mitbestimmt haben. Ab den 1780er Jahren stand der Illuminatenorden unter Einfluss des dänischen Hochadels. Mehr dazu im Beitrag zum Haus Glücksburg.

Prinz August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1747-1806) war ebenfalls Freimaurer (Quelle).

Der belgische Zweig

1830 machte sich Belgien von den Niederlanden unabhängig und 1831 wurde Leopold von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1790-1865) zum König von Belgien gewählt. Seither besetzt die Familie bis heute ununterbrochen den belgischen Thron. Leopold war aktiver und bekennender Freimaurer. 1813 war er in die Loge „Hoffnung“ in Bern aufgenommen worden. Zwei Jahre nach der Thronbesteigung war er massgeblich an der Schaffung der belgischen Grossloge beteiligt und legte die Basis für das spätere Logenwesen in Belgien. Er war zwar nicht selbst Grossmeister der Grossloge, aber er nahm darin eine Führungsrolle ein. (Quelle)

König Albert I. (1875-1934) war Mitglied in der „Society of the Cincinnati„, welche seit dem Jahr 1783 besteht und zu den elitärsten Gesellschaften der USA gehört. Neben 16 US-Präsidenten gehörten zu den Mitgliedern auch Angehörige der Familien Du Pont, Vanderbilt und Van Rensselaer.

Der aktuelle König Philippe (*1960) besuchte mindestens zweimal das Bilderberg-Treffen (Quelle 1 und Quelle 2).

Portugal und Bulgarien

Von 1837 bis 1910 besetzte das Haus Sachsen-Coburg-Gotha den portugiesischen Thron und konnte so seinen Einfluss auch nach Südamerika ausweiten, das von Portugal kolonialisiert/kontrolliert wurde. 1910 wurde die Monarchie durch eine Revolution abgeschafft und eine Republik gegründet. Der europäische Hochadel und der Vatikan waren natürlich nicht erfreut über die neue antimonarchistische und antiklerikale Regierung. 1926 wurde die Republik durch einen Militärputsch beendet und eine Militärdiktatur errichtet. 1933 trat die neue Verfassung des Estado Novo in Kraft und António de Oliveira Salazar nahm darin die Rolle eines Diktators ein. Der grösste Teil des portugiesischen Adels und der Kolonialherren sowie der Vatikan begrüssten Salazars Machtübernahme.

Von 1887 bis 1946 besetze das Haus Sachsen-Coburg-Gotha den Thron von Bulgarien und konnte so seinen Einfluss auf Osteuropa ausweiten. Der letzte Zar des Landes war der damals Minderjährige Simeon von Sachsen-Coburg und Gotha (*1937). Nach dem das Land von den Sowjets eingenommen wurde und eine Volksabstimmung die Abschaffung der Monarchie forderte, ging die Familie nach Ägypten ins Exil. Dort lebte bereits Simeons Grossvater mütterlicherseits im Exil, Viktor Emanuel III. aus dem Haus Savoyen (stehen dem Vatikan nahe). Viktor war von 1900 bis 1946 König von Italien. Er unterstützte zuerst den faschistischen Diktator Mussolini. Nach beginn der Invasion der Alliierten in Italien wandte er sich jedoch von Mussolini ab und wirkte aktiv an dessen Sturz mit. Die US-Besatzungsbehörden lösten 1946 die italienische Monarchie auf und die Familie zog nach Ägypten. Die bulgarische und die italienische Königsfamilie gehören zum Malteserorden, ein Vatikan Orden, der im 11 .Jahrhundert in Jerusalem von der damaligen Kreuzfahrer-Elite gegründet wurde.

Simoen und seine Mutter gingen 1951 auf Einladung des faschistischen Diktator Franco nach Spanien, wo ihnen ein Haus mit spanischen Dienstboten zur Verfügung gestellt und der Diplomatenstatus sowie volle königliche Privilegien gewährt wurden. Franco wurde vom spanischen Hochadel geduldet. 1969 setzte Franco gesetzlich fest, dass nach seinem Tod Juan Carlos (Haus Bourbon) als König das Amt des Staatsoberhaupts einnehmen sollte. Der Verfassung nach sollte dies eine Königsdiktatur werden (Quelle). Francos Enkelin heiratete 1972 Alfons Jaime Bourbon, der zur spanischen Königsfamilie gehörte.

1996 kehrte Simeon von Sachsen-Coburg-Gotha, nun unter dem bürgerlichen Namen Sakskoburggotski, erstmals nach fast 50-jährigem Exil, in das seit 1990 demokratische Bulgarien zurück. 2001 gründete er eine Partei die zur Parlamentswahl antrat. Seine gerade knapp zehn Wochen existierende Partei gewann die Wahl und Simoen wurde zum Premierminister gewählt. Er ist bisher der einzige abgesetzte europäische Monarch der Geschichte, der in einer demokratischen Wahl die politische Macht wiedererlangte.

Simoens Sohn Kiril von Sachsen-Coburg-Gotha (*1964) wurde ebenfalls bulgarischer Politiker. Er arbeitete für die US-Bank Lehman Brothers.

Ein weiterer Sohn von Simoen ist Konstantin-Assen (*1967). Er arbeitete bei der spanischen Abteilung der Barclays Bank und der Rothschild Bank (Quelle 1 und Quelle 2). Er ist Mitglied des Malteserordens.

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

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