Thyssen Familie

Die Thyssen Familie war eine der reichsten und mächtigsten deutschen Industriellenfamilien des 20. Jahrhunderts. Über Heiraten gehören heute Teile der Familie zum Adel und sind unter anderem mit dem österreichisch-ungarischen Adel verbunden. Durch die Heiraten waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Hauptaktionäre des Thyssenkonzerns zugleich ungarische Adlige.

Friedrich Thyssen (1804-1877) ist der Stammvater der Unternehmerdynastie. Er gründete mit Bekannten eine Drahtfabrik. Später gehörte er zu den Mitgründern des Bergbau- und Metallunternehmens Stolberger Zink AG. Zu dessen Gründern gehörte auch die Bank der Oppenheim Familie sowie die Familien Suermondt und Cockerill. Die beiden letzteren waren erfolgreiche Unternehmerfamilien, die auch familiär miteinander verbunden waren. Beide heirateten in die Unternehmerfamilie Haniel, die schon seit über 100 Jahren zu den reichsten Deutschen gehört.

Friedrich Thyssens Söhne wurden einflussreiche Industrielle. Sie machten ein Vermögen in der deutschen Stahl- und Kohleindustrie. Die Familie gehörte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den reichsten Familien Deutschlands (Quelle). Früher war Stahl wertvoller als heute und die führenden Stahlunternehmer gehörten zu den reichsten der Welt. Stahl ist aber nach wie vor systemrelevant, allein schon wegen der Rüstungsindustrie.

Thyssen in der NS-Diktatur

Fritz Thyssen

Fritz Thyssen (1873-1951) war ein Förderer der NSDAP:

  • Er war bereits 1923 mit Adolf Hitler und der NSDAP verbunden und förderte diese finanziell, also bereits zehn Jahre vor der Machtübernahme Hitlers.
  • 1931 trat er der NSDAP bei und nahm am Treffen der Harzburger Front teil, ein profaschistisches Bündnis.

(Quelle)

  • Zu den Teilnehmern der Harzburger Front gehörte auch Carl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha. Er war ein Enkel der britischen Queen Victoria. Sein Vater, der britische Prinz Leopold, war Freimaurer und Provinzial-Grossmeister von Oxfordshire sowie Senior Grand Warden der englischen Freimaurergrossloge (Quelle). Wenige Wochen nach dem Treffen gründete Carl Eduard die „Gesellschaft zum Studium des Faschismus“. Diese Organisation hatte sich das Ziel gesetzt, die Erfahrungen des italienischen Faschismus auf Deutschland zu übertragen und eine Einheit der politischen Rechten zu organisieren. Fritz Thyssen wurde Mitglied der Gesellschaft sowie auch der Industrielle Günther Quandt und der Bankier Hjalmar Schacht (Freimaurer und Freund des britischen Zentralbankchefs Montagu Norman).

(Quelle)

  • Fritz Thyssen ermöglicht es Hitler, 1932 im Industrieklub Düsseldorf eine Rede zu halten vor den führenden Repräsentanten der deutschen Wirtschaft, um für sein politisches Programm zu werben.
  • Fritz Thyssen war einer der Unterzeichner der Industrielleneingabe, ein an den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg gerichteter Brief, der von zwanzig führenden Vertretern der deutschen Industrie und Finanzwirtschaft unterzeichnet war. Darin forderten sie den Reichspräsidenten auf, Adolf Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. Zu den Unterzeichnern gehörten auch Hjalmar Schacht, Kurt von Schröder und Erwin Merck.
  • Fritz Thyssen war Mitglied des Generalrats der Wirtschaft, ein kurzlebiges Gremium, das nur einmal tagte (am 20. September 1933). Es bestand aus hochrangigen deutschen Industriellen und Bankiers, welche die NSDAP-Führung und Hitler bei ihren Zukunftsplänen berieten. Zu den Teilnehmern gehörten auch Schröder, SiemensBosch, Krupp und Finck.

(Quelle)

Bereits nach der Machtübernahme der Nazis 1933 verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Fritz Thyssen und Hitler. 1939 wandte sich Thyssen endgültig von Hitler ab. 1940 wurde er verhaftet und war bis Kriegsende interniert. Anschliessend wurde er noch bis 1948 von den Alliierten gefangen gehalten und wurde dann bei der Entnazifizierung als Minderbelasteter eingestuft.

Vereinigte Stahlwerke

Die Thyssen Familie war 1926 Mitgründer der „Vereinigte Stahlwerke AG“ und besass 26% des Konzerns. Ab den 1930er Jahren gehörten die Vereinigten Stahlwerke zu den grössten deutschen Unternehmen und wuchsen zum weltweit zweitgrössten Stahlkonzern heran. Das Unternehmen wurde der grösste Kohleproduzent Deutschlands. Als Stahl- und Kohlekonzern profitierten die Vereinigten Stahlwerke von der Aufrüstungspolitik der Nazis (die Nazis stellten Treibstoff aus Kohle her, da sie kaum Öl hatten).

Fritz Thyssen war von 1926 bis 1939 Aufsichtsratsvorsitzender des Konzerns. Sein Bruder Heinrich war ebenfalls im Aufsichtsrat. Der Vorstand wurde in der NS-Zeit von Albert Vögler und Ernst Poensgen geführt. Ernst kam aus der Poensgen Familie, die bereits seit dem 15. Jahrhundert als Eisenhersteller tätig war. Albert Vögler war ein Naziunterstützer:

  • Er beteiligte sich 1919 zusammen mit anderen deutschen Industriellen an der Gründung des Antibolschewistenfonds. Somit finanzierte er bereits 14 Jahre vor Hitlers Machtübernahme rechtsradikale und antikommunistische Netzwerke.
  • Er wurde 1919 Mitglied der „Wirtschaftsvereinigung zur Förderung der geistigen Wiederaufbaukräfte“. Die nationalkonservative Wirtschaftsvereinigung bestand aus Stahl- und Bergbauunternehmern. Sie finanzierte massgeblich den Medienkonzern von Alfred Hugenberg, der ebenfalls Mitglied war. Sein Medienkonzern kontrollierte die Hälfte der deutschen Presse. Mit seiner nationalistischen und antidemokratischen Propaganda gilt Hugenberg als einer der wichtigsten Förderer der Nazis zur Zeit der Weimarer Republik.
  • Albert Vögler war im Vorstand des 1922 gegründeten Vereins Gäa. Dieser bestand zum Grossteil aus deutschen Adligen. Auch Alfred Hugenberg war Mitglied. Der Verein finanzierte rechte Propaganda. Er wurde nach Hitlers Machtübernahme aufgelöst.
  • Ab 1931 spendete Albert Vögler persönlich an die NSDAP.
  • Er gehörte zum Keppler-Kreis, eine Gruppe von deutschen Industriellen und Bankern mit dem Ziel, Einfluss auf die Wirtschaftspolitik von Hitlers Regierung zu nehmen. Auch der Bankier Kurt von Schröder war Mitglied, der ebenfalls ein wichtiger Förderer Hitlers war.
  • Albert Vögler nahm am Geheimtreffen vom 20. Februar 1933 teil. Bei dem Treffen spendeten deutsche Industrielle drei Millionen Reichsmark an die NSDAP. Zu den Teilnehmern gehörten einflussreiche Akteure der damaligen deutschen Wirtschaftselite, darunter auch KruppQuandt, Finck, Flick, Opel, Schnitzler sowie Hjalmar Schacht. Letzterer war ein bekennender Freimaurer, der unter Hitler die deutsche Zentralbank leitete und mit dem britischen Zentralbankchef Montagu Norman befreundet war. Ludwig von Winterfeld, der in die Siemens Familie geheiratet hatte, war ebenfalls beim Treffen anwesend.
  • Albert Vögler war von 1941 bis 1945 Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. In dieser Zeit betrieb die Gesellschaft Rüstungsforschung und war in die Menschenversuche in den Konzentrationslagern involviert (Quelle).

Albert Vögler beging 1945 zu Kriegsende Suizid, wie viele Mitglieder der Nazielite.

Die „Vereinigte Stahlwerke AG“ wurde wie gesagt von Fritz Thyssen, Albert Vögler und Ernst Poensgen geführt. Die drei gehörten zur Ruhrlade, einer Vereinigung der zwölf einflussreichsten Ruhrindustriellen. Sie existierte von 1928 bis 1939.

Die „Vereinigte Stahlwerke AG“ sowie Thyssens eigenes Unternehmen beschäftigten Zwangsarbeiter. Die Anzahl ist scheinbar unbekannt (ich hab zumindest keine Zahlen gefunden). Bei den anderen Grosskonzernen ist die ungefähre Anzahl der Zwangsarbeiter bekannt. Die Vereinigten Stahlwerke waren damals eines der grössten deutschen Unternehmen, daher erscheint es seltsam, dass es keine genaue Zahlen gibt. Auf den Werksgeländen von Thyssen in Duisburg gab es 22 „Ausländerlager“ (Quelle).

RWE

August Thyssen (1842-1926) arbeitete viel mit Hugo Stinnes zusammen, der als einer der mächtigsten Industriellen der Weimarer Republik galt. Gemeinsam gründeten sie 1898 ein Elektrizitätswerk, aus dem sich der heutige Energieversorgungskonzern RWE entwickelte. Hugo Stinnes war eng mit dem oben erwähnten Albert Vögler verbunden, der auch zum Aufsichtsrat von RWE gehörte.

RWE beschäftigte Zwangsarbeiter und profitierte von der Aufrüstungspolitik der Nazis. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört RWE zu den grössten deutschen Unternehmen.

Bremer Vulkan

Von 1919 bis in die 1970er Jahren war die Thyssen Familie Aktionär des deutschen Schiffbaukonzerns „Bremer Vulkan“. Das Unternehmen bestand bis 1997 und stellte auch Schiffe fürs Militär her. In den 1930er Jahren besass Heinrich Thyssen-Bornemisza 80 Prozent der Vulkan-Aktien. Bremer Vulkan stellte Kriegsschiffe und U-Boote für die Nazis her. 1943 erklärten die Nazis das Unternehmen zum „nationalsozialistischen Musterbetrieb“, das zu der Zeit auch Zwangsarbeiter beschäftigte. (Quelle)

Verbindungen in die USA

Fritz Thyssen war 1926 einer der Hauptgründer eines Wirtschaftskartells der Stahlindustrie, das als Internationales Stahlkartell bekannt wurde und bis zum Kriegsausbruch 1939 bestand. Zum Kartell gehörten auch die führenden Stahlkonzerne der USA.

Die Thyssen Familie hatte in den 1930er Jahren engen geschäftlichen Kontakt zur Union Banking Corporation (UBC), eine US-amerikanische Bank. Zur dessen Führung gehörte in dieser Zeit Prescott Bush. Sein Sohn und Enkel waren die beiden US-Präsidenten aus der Bush Familie. Prescott Bush kannte die US-amerikanische Harriman Familie und gehörte zur Führung ihrer Privatbank „Brown Brothers Harriman & Co.“ (BBH), die mit der UBC verbunden war. Ausschnitte aus einem 2004 erschienen Artikel im Guardian:

Der Guardian hat Beweise dafür gesehen, dass Bush der Direktor der in New York ansässigen Union Banking Corporation (UBC) war, die Thyssens US-Interessen vertrat, und er arbeitete nach dem Kriegseintritt Amerikas weiter für die Bank. Bush war auch im Vorstand von mindestens einem der Unternehmen, die Teil eines multinationalen Netzwerks von Frontunternehmen waren, damit Thyssen Vermögenswerte auf der ganzen Welt bewegen konnte. Thyssen besaß das größte Stahl- und Kohleunternehmen in Deutschland und wurde reich an Hitlers Bemühungen, sich zwischen den beiden Weltkriegen wieder zu bewaffnen. Eine der Säulen im internationalen Unternehmensnetz von Thyssen, UBC, arbeitete ausschließlich für eine von Thyssen kontrollierte Bank in den Niederlanden und war im Besitz dieser. Verlockender sind Bushs Verbindungen zur Consolidated Silesian Steel Company (CSSC) mit Sitz im mineralreichen Schlesien an der deutsch-polnischen Grenze. Während des Krieges nutzte das Unternehmen die Sklavenarbeit der Nazis aus den Konzentrationslagern, einschließlich Auschwitz. Das Eigentum an CSSC wechselte in den 1930er Jahren mehrmals den Besitzer, aber Dokumente aus dem im letzten Jahr freigegebenen US-Nationalarchiv verbinden Bush mit CSSC, obwohl nicht klar ist, ob er und UBC noch in das Unternehmen involviert waren, als Thyssens amerikanische Vermögenswerte 1942 beschlagnahmt wurden.

Margit von Batthyány

Gräfin Margit von Batthyány (1911-1989) kam väterlicherseits aus der Thyssen Familie. Sie heiratete wie ihr Vater in eine ungarische Adelsfamilie. In ihrem Schloss in Österreich beherbergte Gräfin Margit im Zweiten Weltkrieg Mitglieder der Waffen-SS zur Erholung. Sie hatte Affären mit ranghohen Nazis. Vom 24. auf den 25. März 1945 veranstaltete sie eine Party. Mehrere Partygäste beteiligten sich noch in der selben Nacht persönlich am Massaker von Rechnitz. Sie ermordeten etwa 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in der Nähe des Schlosses. (Quelle)

Thyssen in den letzten 70 Jahren

Auch in der Nachkriegszeit war der Thyssen-Konzern eines der grössten deutschen Unternehmen (Quelle). Seit 1997 war der Stahlkonzern unabhängig von der Familie. 1999 fusionierte der Konzern mit der Friedrich Krupp AG. Diese wurde früher von der Krupp Familie kontrolliert, die im 20. Jahrhundert neben der Thyssen Familie die mächtigsten deutschen Stahlunternehmer waren. Durch die Fusion entstand Thyssenkrupp, der heute der grösste deutsche Stahlhersteller ist. Thyssenkrupp ist zudem eines der grössten deutschen Rüstungsunternehmen. Derzeit besitzt die Krupp-Stiftung 21 Prozent des Konzerns und ist somit Hauptaktionär.

Heinrich Thyssen (1875-1947) heiratete in die ungarische Adelsfamilie Bornemisza de Kászon. Er liess sich von seinem Schwiegervater adoptieren, nahm dessen Familiennamen an und war ab da Baron. So entstand der Familienzweig Thyssen-Bornemisza.

Die letzten beiden Familienmitglieder, die an der Thyssen AG beteiligt waren (Frederico und Claudio), kamen väterlicherseits aus der ungarischen Adelsfamilie Zichy. Somit wurde die Thyssen AG in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von ungarischen Adligen kontrolliert.

1987 wurde Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemiszas (1921-2002) Vermögen auf 1 bis 2 Milliarden US-Dollar geschätzt und er gehörte damit zu den reichsten Deutschen. Damals besass offiziell noch niemand mehr als 20 Milliarden US-Dollar. (Quelle) Er lebte seit 1950 in der Schweiz.

2020 wurde das Vermögen der Familie Thyssen-Bornemisza auf 3,25 Milliarden Schweizer Franken geschätzt, also etwa 3,6 Milliarden US-Dollar. (Quelle)

1959 gründete die Familie die „Fritz Thyssen Stiftung“. Diese gehört heute zu den reichsten deutschen Stiftungen und besitzt ein Vermögen von 550 Millionen Euro (Quelle). Derzeit ist Georg Thyssen im Kuratorium der Stiftung zusammen mit der deutschen Gräfin Carola von Schmettow. (Stand 4.10.2021). Die Gräfin war im Aufsichtsrat von Thyssenkrupp und leitete die deutsche Abteilung der britischen Grossbank HSBC.

Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza (1921-2002) war Mitglied der Stiftung „The 1001: A Nature Trust“, die den WWF kontrolliert. Zum 1001 Club gehörten oder gehören noch immer Mitglieder der Familien Rockefeller, Rothschild, Loudon, Oppenheimer, Agnelli, Astor, Ford, Siemens, Hoffmann, Bin Laden und weitere superreiche sowie einige Königsfamilien. (Quelle)

Die August-Thyssen-Bank, die bis 1961 existierte, war 1956 Mitgründer der DWS Group, die derzeit der zweitgrösste deutsche Vermögensverwalter ist. Zu den Mitgründern gehörten auch die Deutsche Bank, Oppenheim, Metzler, Donner, Delbrück und Schröder. Die DWS Group verwaltet 859 Milliarden Euro, also etwa eine Billion US-Dollar (Stand 30.6.2021).

Baron Georg Thyssen-Bornemisza (*1950) ist Vorsitzender der schweizerischen Holding „Thyssen-Bornemisza Group“ (TBG), die Wetter- und Datenanalyseunternehmen besitzt. Franz Markus Haniel arbeitete für die Holding (Quelle). Er kommt aus der Haniel Familie, die schon seit über 100 Jahren zu den reichsten Deutschen gehört.

Baron Lorne Thyssen-Bornemisza (*1963) führt ein eigenes kleines Ölunternehmen (Thyssen Petroleum) mit Sitz in Texas. Er lebt in Grossbritannien. (Quelle: 1 und 2)

Heiraten und Verbindungen zum Adel

Die Familie heiratete in mehrere Adelsfamilien. Sie sind vor allem mit dem österreichisch-ungarischen Adel verbunden.

Heinrich Thyssen (1875-1947) heiratete, wie bereits erwähnt, in die ungarische Adelsfamilie Bornemisza de Kászon.

Francesca Thyssen-Bornemisza (*1958) war mit Karl Habsburg-Lothringen verheiratet, dem derzeitigen Oberhaupt der österreichischen Königsfamilie.

Bodo Thyssens (1918-2004) Stieftochter Gabriele (*1963) heiratete erst Prinz Karl Emich von Leiningen-Romanov. Väterlicherseits kommt er aus der Uradelsfamilie Leiningen und mütterlicherseits aus der Uradelsfamilie Oldenburg. Leiningen und Oldenburg gehören zum deutschen Hochadel. Karl Emich ist ein Nachkomme der russischen Zarenfamilie. Karl Emich und der russische Politiker Anton Bakow haben sich das Ziel gesetzt in Russland die Monarchie wiedereinzuführen mit Karl Emich als König (Quelle).

Gabriele heiratete in zweiter Ehe Karim Aga Khan IV., das derzeitige geistliche Oberhaupt der Nizariten (die weltweit zweitgrösste schiitische Glaubensgemeinschaft). Gabriele kennt die jordanische Königin Rania. Die jordanische Königsfamilie und die Aga Khan Familie sollen vom Propheten Mohammed abstammen, der im 6. und 7. Jahrhundert lebte und den Islam gründete. Gabriele und Königin Rania kannten auch die Französin Liliane Bettencourt, die zu Lebzeiten als die reichste Frau der Welt galt (Foto).

Gabriele und ihre Mutter Renate Thyssen-Henne kennen viele Personen aus der deutschen Elite:

  • Die beiden kennen die Milliardärin Liz Mohn (Foto). Die Mohn Familie kontrolliert den grössten deutschen Medienkonzern.
  • Über die Google-Suche findet man mehrere Fotos, auf denen Renate Thyssen-Henne mit der Milliardärin Friede Springer abgebildet ist. Den Fotos nach haben die beiden ein gutes Verhältnis zueinander. Friede Springer kontrolliert einen der grössten deutschen Medienkonzerne.
  • Gabriele und ihre Mutter Renate Thyssen-Henne besuchten den 70. Geburtstag des deutschen Milliardärs Hubert Burda. Burda kontrolliert eines der grössten Medienunternehmen Deutschlands. Auf der Geburtstagsparty waren auch Kanzlerin Angela Merkel sowie die deutschen Milliardäre Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëch und Friede Springer. (Quelle: Auf den Fotos)
  • Gabriele und ihre Mutter kennen Wolfgang Porsche (Foto). Die Milliardärsfamilie Porsche kontrolliert den Automobilkonzern VW, das grösste deutsche Unternehmen.
  • Gabriele und ihre Mutter kennen den Verleger Florian Langenscheidt (Foto). Florian heiratete in die Milliardärsfamilie Quandt, die den Automobilkonzern BMW kontrolliert. Florian war Präsidiumsmitglied des WWF und war im Kuratorium der Atlantik-Brücke, eine der mächtigsten Denkfabriken Deutschlands.
  • Gabriele und ihre Mutter kennen Klaus Wowereit (Foto). Er war Bürgermeister von Berlin und gehörte zur Parteispitze der SPD.
  • Gabriele kennt den indischen Milliardär Lakshmi Mittal (das sechste Foto).

Gabriella Thyssen-Bornemisza (*1915) heiratete einen Diplomaten aus der niederländischen Uradelsfamilie Bentinck. Ein Familienzweig der Bentincks gehört seit 1689 auch zum britischen Adel. Gabriellas Tochter Henrietta (1949-2010) heiratete erst den britischen Markgrafen Spencer Compton. Der Markgraf ist Freimaurer. Er war von 2001 bis 2009 Pro-Grossmeister der Freimaurergrossloge von England. Ein Pro-Grossmeister wird ernannt, wenn der Grossmeister aus der Königsfamilie kommt. Der Pro-Grossmeister übernimmt die Rolle des Grossmeisters, wenn dieser aufgrund seiner königlichen Pflichten nicht zur Verfügung steht. Spencer Compton war somit der Stellvertreter von Prinz Edward von Kent, der immer noch der Grossmeister der englischen Freimaurer ist (Quelle). Henrietta heiratete auch in die Boissevain Familie, die zur niederländischen Elite gehört und von Hugenotten abstammt. Henriettas Bruder Carel (*1957) heiratete Nora Picciotto, die zuvor mit dem Oberhaupt der polnisch-litauischen Uradelsfamilie Czartoryski verheiratet war. Nora kommt aus der syrisch-libanesisch-jüdischen Picciotto Familie. Ein Familienzweig der Picciottos lebt in der Schweiz, besitzt ein Milliardenvermögen und kontrolliert die Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée.

Joseph Thyssen (1844-1915) heiratete in die Bagel Familie, eine hugenottische Einwandererfamilie. Die Bagel Familie besitzt bis heute die Druckerei- und Verlagsgruppe Bagel. Die Bagel Familie heiratete in die Milliardärsfamilie Henkel und Simone Bagel-Trah leitet derzeit den Aufsichtsrat des Henkel-Konzerns. Die Bagel Familie war über eine Heirat auch mit der Haniel Familie verbunden, die heute ebenfalls Milliardäre sind.

Hedwig Thyssen (1878-1960) heiratete zweimal in den deutschen Adel. Ihre Tochter Mignon (1917-1958) heiratete in die österreichische Uradelsfamilie Wurmbrand-Stuppach. Die Tochter Maximiliane (1908-2004) war viermal verheiratet. Sie heiratete in die österreichische Adelsfamilie Sessler und in die deutsche Uradelsfamilie Hanstein. Ihre Enkelin Diana heiratete den Sohn des tschechischen Politikers Karel (Karl VII.) Schwarzenberg. Karel war Aussenminister der Tschechischen Republik. Von 2009 bis 2015 war er Vorsitzender der 2009 gegründeten Partei TOP 09, die 2010 die drittstärkste Partei Tschechiens war. Karel ist das derzeitige Oberhaupt der böhmischen Uradelsfamilie Schwarzenberg. Das ist daher interessant, da das Königreich Böhmen das heutige Tschechien ausmacht. Der böhmische Adel ist traditionell mit dem österreichischen Hochadel verbunden, der früher über Böhmen herrschte. Karel ist Multimillionär und sein Vermögen wird auf über 300 Millionen US-Dollar geschätzt (Quelle).

Margit Thyssen-Bornemisza (1911-1989) heiratete einen Grafen aus der ungarischen Uradelsfamilie Batthyány. Ihr Grossneffe ist der Schweizer Journalist und Autor Sacha Batthyany. Er war Redaktor bei der NZZ, eine der wichtigsten Zeitungen der Schweiz. Er arbeitete auch für den Tages-Anzeiger und für die Süddeutsche Zeitung.

Anita Thyssen (1909-1990) heiratete einen Grafen aus der ungarischen Uradelsfamilie Zichy. Anita war Hauptaktionärin der Thyssen AG. Ihre Söhne (somit ebenfalls Adlige) waren die letzten Familienmitglieder, die an der Thyssen AG beteiligt waren.

Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza (1921-2002) war fünfmal verheiratet. Er heiratete in erster Ehe in die deutsche Uradelsfamilie Lippe. Er und seine Frau kannten Eduard Prinz von Anhalt (Foto), das derzeitige Oberhaupt der deutschen Uradelsdynastie der Askanier. Hans heiratete in zweiter Ehe das britische Model Nina Dyer. Nina heiratete in zweiter Ehe in die persische Milliardärsfamilie Aga Khan. Diese sind die geistlichen Oberhäupter der Nizariten (die weltweit zweitgrösste schiitische Glaubensgemeinschaft). Hans heiratete in dritter Ehe das Model Fiona Campbell-Walter. Ihr Grossvater mütterlicherseits war ein Baron aus dem schottischen Campbell Clan. Fiona hatte ein romantisches Verhältnis mit Alexander Onassis, dessen Verwandtschaft zur griechischen Elite gehört und gute Kontakte zur britischen und US-amerikanischen Elite hat. Hans heiratete in vierter Ehe die Tochter eines brasilianischen Bankiers. In fünfter Ehe heiratete er Carmen Cervera, die mit einem Vermögen von 900 Millionen Euro (Stand 2015) eine der reichsten Frauen Spaniens ist.

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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