Pictet Familie

Die Pictet Familie gilt als die reichste Schweizer Bankiersfamilie. 2016 wurde ihr Vermögen auf 6 Milliarden Schweizer Franken (etwa 6,5 Milliarden US-Dollar) geschätzt. (Quelle) Die Familie kontrolliert die Pictet-Bank, einer der führenden Vermögensverwalter der Schweiz. Die Bank konzentriert sich auf die Vermögensverwaltung von wohlhabenden Kunden. Mehr als die Hälfte aller Kunden besitzt ein Vermögen von mehr als 100 Millionen Franken. Die Handelszeitung nennt sie die erfolgreichste Privatbank der Welt. (Quelle) Die Bank verwaltete Mitte 2021 ein Vermögen im Wert von 690 Milliarden Schweizer Franken (etwa 750 Milliarden US-Dollar).

Die Schweiz gilt als eine der gefragtesten Steueroasen der Welt und belegte 2020 Platz 3 auf dem Schattenfinanzindex. Die Schweizer Banken verwalteten 2019 mehr als 27 Prozent der weltweiten grenzüberschreitenden Vermögenswerte und sind damit weltführend (Quelle). Die Schweizer Banken verwalten inzwischen über 8 Billionen US-Dollar (Quelle).

Die Pictet-Bank hat ihren Sitz in der Stadt Genf in der Schweiz. Der Vorläufer der Bank bestand bereits seit 1805. Edouard Pictet trat 1841 der Bank bei. Seitdem ist die Pictet Familie mit der Bank verbunden. Die Stadt Genf ist im Finanzwesen bekannt für ihre Privatbankiersfamilien. Dazu gehören schon seit über 150 Jahren die Familien Pictet, Lombard, Odier, Hentsch, Mirabaud und Bordier. Seit den 1960er Jahren hat sich auch die Rothschild Familie dazugesellt.

Der Ehemann von Hélène Gabrielle Pictet (1888-1973) kam mütterlicherseits aus der Genfer Bankiersfamilie Hentsch (Quelle). Aymon Pictet (1886-1928) heiratete in die Genfer Bankiersfamilie Mirabaud (Quelle).

Die Pictet Familie lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie gehörte zum Bürgertum der Stadt Genf. Sie brachte Politiker, Beamte, Offiziere und Gelehrte hervor. (Quelle)

Guillaume Pictet (1860-1926) war im Bankrat der Schweizerischen Nationalbank (Führung der Schweizer Zentralbank). (Quelle: Seite 5)

Die Pictet-Bank wird von einem kleinen Kreis von Teilhabern kontrolliert. Die Familie Pictet ist in der achten Generation unter den Teilhabern vertreten. Sie kennen Renaud de Planta, den derzeitigen Senior Partner der Bank. Auf Wikipedia steht, dass er aus der schweizerischen Adelsfamilie Planta kommt, wofür ich aber keine Quellen fand. Er arbeitete für die Schweizer Grossbank UBS, die Anfang 2021 über vier Billionen US-Dollar verwaltete und damit die weltweit grösste Bank nach Vermögensverwaltung ist. Renaud de Planta arbeitete in London für die Bank Warburg Dillon Read, die zur UBS gehörte und aus Banken der Familien Warburg und Dillon entstand. Renaud de Plantas Grossmutter väterlicherseits kam aus den Genfer Bankiersfamilien Lombard und Odier (Quelle). Die beiden Familien sind mit der Schweizer Privatbank Lombard Odier & Co verbunden.

Zu den derzeitigen Teilhabern der Pictet-Bank gehört Boris Collardi. Er war neun Jahre CEO der Schweizer Bank Julius Bär, ebenfalls ein grosser Vermögensverwalter. Die Bank wurde lange Zeit von der Schweizer Bankiersfamilie Bär kontrolliert.

Pictet und die hier erwähnten Familien Lombard und Bär sowie Renaud de Planta waren oder sind noch immer Mitglied des 1001 Trusts. Diese aus Adligen und Milliardären bestehende Stiftung kontrolliert den WWF. (Quelle: 2010 List)

Guillaume Pictet (*1950) ist seit 2010 Direktor des Schweizer Luxusgüterkonzerns Richemont, der von der südafrikanischen Milliardärsfamilie Rupert kontrolliert wird.

Marc Pictet (*1973) ist derzeit im Stiftungsrat der Avenir Suisse, eine wirtschaftsliberale Schweizer Denkfabrik.

Anna Lullin (1793-1868) kam mütterlicherseits aus der Pictet Familie. Sie heiratete Jean-Gabriel Eynard. (Quelle) Dieser war Finanzberater von Marie-Louise von Bourbon, die aus der spanischen Königsfamilie kam und Königin von Etrurien war. Er war auch Finanzberater der italienischen Grossherzogin Elisa Baciocchi, die aus der Bonaparte Familie kam (die Familie von Kaiser Napoleon). Jean-Gabriel Eynard war 1841 Mitgründer der griechischen Nationalbank (die Zentralbank von Griechenland). Er war mit dem griechischen Grafen Ioannes Antonios Kapodistrias befreundet. Graf Kapodistrias und sein Bruder waren die ersten beiden Staatsoberhäupter von Griechenland nach dessen Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich im Jahr 1830. Jean-Gabriel Eynard wurde ein Finanzberater des neuen griechischen Staates. (Quelle)

Anmerkung: Graf Kapodistrias war Freimaurer, wie viele der führenden Köpfe der griechischen Unabhängigkeitsbewegung. Ioannis Kapodistrias war bereits 1811 an der Gründung einer Freimaurerloge in Russland beteiligt. 1813 war er in Paris, wo er zusammen mit Freimaurern die “Befreiung Griechenlands“ plante. 1821 begann schliesslich der Unabhängigkeitskrieg der Griechen gegen die fast 400-jährige Fremdherrschaft des Osmanischen Reiches. Die Freimaurer unterstützten die Revolution über ihr Netzwerk und mehrere Freimaurerlogen unterstützten die Revolutionäre finanziell. Die erste griechische Loge sowie die erste griechische Grossloge wurden von den italienischen Freimaurern gegründet. (Quelle)

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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