Fraser Clan

Der schottische Fraser Clan besteht seit über 850 Jahren. Alexander Fraser (1604-1693) gehörte zur politischen Elite Schottlands und war familiär mit vielen schottischen Clans verbunden. Väterlicherseits gehörte er zum schottischen Landadel (Lairds). Über seine Mutter erbte er einen schottischen Adelstitel und wurde zum 11. Lord von Saltoun. Seither stellen seine Nachkommen die Lords von Saltoun, die gleichzeitig auch die Clan-Chefs des Fraser Clans sind.

Ein weiterer Familienzweig aus dem schottischen Landadel gründete im 15. Jahrhundert einen eigenen Clan, den Fraser von Lovat Clan. Die Clan-Chefs sind die schottischen Lords von Lovat, die seit 1837 auch zum britischen Adel gehören und den Titel eines Barons tragen.

Der britische Politiker Hugh Fraser (1918-1984) war der Sohn des Clan-Chefs des Fraser von Lovat Clans. Hugh war ein Freund der US-amerikanischen Kennedy Familie und kannte auch US-Präsident Kennedy, der 1963 erschossen wurde. Sein Bruder Robert Kennedy wurde 1968 ebenfalls erschossen, fünf Monate vor der US-Wahl, bei der er kandidierte. Es starben noch weitere Familienmitglieder, Ehepartner und Verwandte der Kennedy Familie eines unnatürlichen Todes, mehr als zehn davon bei Flugzeugabstürzen (Quelle). Am 23. Oktober 1975 war die 17-jährige Caroline Kennedy zu Besuch bei Hugh Fraser. Wie immer wollte Hugh Fraser sein Haus morgens zwischen 8:15 und 8:30 Uhr verlassen und sein Auto nehmen, diesmal in Begleitung von Caroline Kennedy. Um 8:53 explodierte eine Bombe, die an Hugh Frasers Auto angebracht war. Er und Caroline Kennedy waren aber noch nicht im Auto, weil er im Haus noch ein Telefonat mit dem britischen Politiker Jonathan Aitken führte (ein Grossneffe des britischen Medienmoguls Baron Max Aitken). (Quelle) Nach offiziellen Angaben wurde der Bombenanschlag von der IRA ausgeführt. Ziel des Anschlags soll Hugh Fraser gewesen sein und nicht Caroline Kennedy. Hughs Tochter Flora Fraser war mit Peter Soros verheiratet, ein Neffe des berühmten Hedgefonds-Managers George Soros.

Freimaurerei

Alexander Fraser (1851-1933) war je nach Definition der 18. oder 19. Lord von Saltoun. Er war von 1897 bis 1900 Grossmeister der Freimaurergrossloge von Schottland (Quelle). Die schottische Grossloge besteht seit 1736 und wurde seit Anbeginn von schottischen Clans geführt. Die Freimaurerei entstand vermutlich in Schottland. Alexander Fraser war von 1930 bis 1933 Grosskommandant (Vorsitzender) des Obersten Rates der schottischen Freimaurer (Quelle). Nur Freimaurer die den 33. Grad erreichen (der höchste Grad), können dem Obersten Rat beitreten. Alexander gehörte zu den Mitgründern des Obersten Rates. Inzwischen besitzen neben Schottland noch viele weitere Länder einen Obersten Rat. Bei manchen ist bekannt, dass nur Freimaurer, die den 33. Grad erreichen, beitreten können (z. B. in England, Spanien und Schweiz).

Von 1928 bis 1930 war Alexander Grossmeister des schottischen Templerordens (Quelle). Von 1906 bis 1928 war er Grossmeister des Templerordens (Quelle). Hiermit ist natürlich der „echte Templerorden“ gemeint, denn es gibt noch mehrere Möchtegern-Orden, die sich selbst als Templer bezeichnen, aber ziemlich sicher nur Wichtigtuer sind. Über den heutigen Templerorden ist sehr wenig bekannt und es ist unklar, ob eine Verbindung zum Templerorden aus dem 12. Jahrhundert besteht. Der Templerorden von damals gilt als möglicher Vorläufer der Freimaurerei. Der heutige Templerorden nimmt nur christliche Master Masons und Royal Arch Masons auf (Quelle). Das bedeutet, dass man den 4. Grad im York-Ritus und den 3. Grad im schottischen Ritus erreicht haben muss. Wer diese Grade erreicht, darf dem Templerorden beitreten und hat auch Anspruch auf eine Mitgliedschaft im „Order of Royal and Select Masters“ (Orden der königlichen und auserwählten Meister), auch bekannt als kryptische Freimaurer. Die Mitgliedschaft bei den britischen Tempelrittern, ermöglicht einem Beitritte in noch weitere Orden (Quelle). Hier sollte noch erwähnt werden, dass der Grossteil der Freimaurer keine Hochgrad-Maurer sind. Genaue Zahlen gibt es z. B. in der Schweiz. Von den schweizerischen Freimaurern, die den schottischen Ritus praktizieren, befinden sich derzeit 3500 Mitglieder auf dem 1. bis 3. Grad, während derzeit nur 900 Mitglieder den 4. Grad erreichten (Quelle). In der Schweiz darf der Kreis aus Freimaurern, die den 33. Grad (der höchste Grad) erreichen, aus maximal 99 Personen bestehen. Der Oberste Rat der schweizerischen Freimaurer darf aus maximal 33 Personen bestehen (Quelle).

Alexanders gleichnamiger Sohn (1886-1979) wurde ebenfalls Grossmeister der schottischen Freimaurer. (Quelle)

Simon Fraser (1726-1782), der 19. Clan-Chef des Fraser von Lovat Clans, war ebenfalls Freimaurer und Provinzgrossmeister der kanadischen Provinz Québec (Quelle).

Der Fraser Clan war bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Freimaurerloge „Canongate Kilwinning Lodge, No 2.“ vertreten (Quelle). In dieser Loge waren sehr viele schottische Clans vertreten, unter anderem Hamilton, Forbes, Douglas, Hope, Sutherland und Drummond. Die Loge wurde 1677 gegründet und gehört damit zu den ältesten Freimaurerlogen der Welt (Quelle). Die Frasers waren noch in weiteren schottischen Freimaurerlogen präsent.

Grossbritannien

Viele Frasers waren in der schottischen Politik und beim britischen Militär, darunter auch die Clan-Chefs. Wie viele Clans sind sie traditionell mit dem britischen Königshaus verbunden.

Der britische Richter Walter Ian Fraser (1911-1989) wurde zum Baron geadelt und zudem in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Seine Mutter kam aus dem MacFarlane Clan und er heiratete in den MacDonnell Clan. Sein Sohn Andrew Fraser (*1946) ist in der britischen Politik und war Schatzmeister der konservativen Partei. Er arbeitete für die Barings Bank und für mehrere asiatische Finanzunternehmen. 2016 wurde er zum Baron geadelt. Er heiratete in den Mackenzie Clan.

Der schottische Geschäftsmann William Fraser (1888-1970) war in der britischen Ölindustrie aktiv. Bereits sein Vater gründete ein eigenes Ölunternehmen und war Bergbauunternehmer. 1918 erhielt William Fraser einen Orden vom britischen Hochadel, weil er über das Familienunternehmen während des 1. Weltkrieges die britische Ölversorgung steigerte (zum Krieg führen braucht es viel Öl). Ab 1923 war er im Vorstand der Anglo-Persian Oil Company. Der britische Ölkonzern trägt heute den Namen BP und gehört schon seit über 100 Jahren zu den grössten Ölkonzernen der Welt. BP ist zudem eines der grössten Unternehmen der Welt. Ab 1928 war William stellvertretender Vorsitzender des BP-Konzerns. Von 1941 bis 1956 war William Vorsitzender und führte somit eines der mächtigsten Unternehmen der Welt. Er war auch langjähriger Berater der britischen Regierung in Ölangelegenheiten, insbesondere als Erdölberater des Kriegsministeriums.

William Fraser wurde 1939 vom britischen Hochadel zum Ritter geschlagen und 1955 zum Baron geadelt. William Frasers Schwager war William McLintock, der ebenfalls zum Baron geadelt wurde. Die schottische McLintock Familie gründete 1877 die „Thomson McLintock & Co“, die ein Vorläufer der heutigen KPMG war, einer der vier grössten Wirtschaftsprüfer der Welt. Der Sohn von William McLintock heiratete eine Nichte des Barons Max Aitken, der damals zu den mächtigsten britischen Zeitungsverlegern gehörte.

William Frasers gleichnamiger Sohn (1916-1976) erbte den Adelstitel. Er war Direktor des Ölkonzerns BP und Geschäftsführer der Kuwait Oil Company, die Teil der Kuwait Petroleum Corporation (KPC) ist. 2019 war KPC der weltweit drittgrösste Ölkonzern nach Ölproduktion. KPC wird von der kuwaitischen Königsfamilie kontrolliert. Zu den Mitgründern von KPC gehörten auch die Ölkonzerne BP und Gulf Oil. Letzterer wurde von der Mellon Familie kontrolliert, die schon seit 100 Jahren zu den reichsten Familien der USA gehört.

Der britische Politiker William Ian Fraser (1897-1974) war mehrere Jahre in der Führung der BBC, einer der grössten Fernsehsender der Welt. 1934 wurde er zum Ritter geschlagen und 1958 zum Baron geadelt. Seine Cousine Isabel Gwendoline Fraser (1874-1965) heiratete in den schottischen Douglas Clan, der mehrere führende Freimaurer hervorbrachte.

Andrew Henderson Leith Fraser (1848-1919) war von 1903 bis 1908 Vizegouverneur von Bengalen in Asien, das bis 1947 eine britische Kolonie war. Mehrere der Vizegouverneure, Generalgouverneure und Präsidenten der britischen Kolonie Bengalen kamen aus schottischen Clans.

Tessa Fraser (*1942), eine Tochter des 15. Lords von Lovat (der Clan-Chef), heiratete Henry Keswick aus der schottischen Milliardärsfamilie Keswick. Mary Etheldreda Lindley (1911-2009), eine Enkelin des 13. Lords von Lovat, heiratete ebenfalls in die Keswick Familie. Die Keswicks kontrollieren den Hongkonger Grosskonzern Jardine Matheson, der im 19. Jahrhundert zu den grössten Opiumhändlern gehörte. Die Keswicks sind seit vielen Jahren mit der Rothschild Familie befreundet und haben Kontakte zur Führung der HSBC, eine der weltweit grössten Banken.

Da der Fraser Clan seit Jahrhunderten in andere Clans heiratet, ist er inzwischen mit zahlreichen Clans verwandt.

Australien

Simon Fraser (1832-1919) emigrierte 1853 infolge des Goldrausches nach Australien, das damals noch eine britische Kolonie war. Dort war er als Geschäftsmann und Kolonialpolitiker tätig. 1901 machte sich Australien unabhängig von Grossbritannien. Von da an war er bis 1913 Senator. 1918 wurde er vom britischen Hochadel zum Ritter geschlagen.

Simons Enkel war Malcolm Fraser (1930-2015), der von 1975 bis 1983 australischer Premierminister war. Er war Mitglied des Privy Councils, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist.

Der in Schottland geborene James McIntosh Fraser (1889-1961) war von 1938 bis 1959 Senator von Westaustralien und besetzte mehrere Ministerposten. Es waren noch weitere Frasers in der australischen Politik und einige auch in der neuseeländischen. Die ehemaligen Kolonien Australien und Neuseeland gehören heute zu den Commonwealth-Staaten, die politisch und wirtschaftlich eng mit Grossbritannien verbunden sind. Die britische Königsfamilie stellt heute noch das Staatsoberhaupt von Australien und Neuseeland.

Auch der neuseeländische Premierminister Peter Fraser (1884-1950) stammte höchstwahrscheinlich aus dem Fraser Clan. Er war in Schottland geboren. Seine Mutter hatte den Familiennamen McLeod und seine Frau den Familiennamen Munro. Beides sind Namen schottischer Clans.

Der Fraser Clan unterhält immer noch Kontakte zu seinen Verwandten in Australien (Quelle).

Kanada

Ein kanadischer Zweig wurde durch den aus Schottland eingewanderten Duncan Cameron Fraser (1845-1910) begründet (Duncan und Cameron sind übrigens schottische Clans). Mütterlicherseits kam er aus dem Chisholm Clan. Der Politiker war von 1906 bis 1910 Vizegouverneur der kanadischen Provinz Nova Scotia in Kanada. Sein Sohn war von 1952 bis 1958 ebenfalls Vizegouverneur. Die Provinzen von Kanada besitzen bis heute je einen Vizegouverneur, welche die Vertreter der britischen Königsfamilie in Kanada sind. Kanada entstand aus dem Zusammenschluss britischer Kolonien. Kanada ist seit 1931 unabhängig von Grossbritannien, gehört aber seither zu den Commonwealth-Staaten, die politisch und wirtschaftlich eng mit Grossbritannien verbunden sind. Die britische Königsfamilie stellt heute noch das Staatsoberhaupt Kanadas. Es waren noch weitere Frasers in der kanadischen Politik. Vor und nach 1931.

Ein J. Alisdair Fraser war von 1960 bis 1962 Präsident der St. Andrew’s Society von Montreal in Kanada. St. Andrew’s Societies gibt es in vielen ehemaligen britischen Kolonien (USA, Kanada, Australien und weitere) und werden von schottischen Clans geführt. Sie dienen unter anderem dazu, Kontakte zwischen den schottischen Kolonialfamilien zu fördern.

Eine Liste bemerkenswerter Personen mit Familiennamen Fraser, bei denen unklar ist, ob sie aus dem Fraser Clan stammen, aber die mit dem britischen Adel verbunden waren:

  • Bruce Fraser (1888-1981) war hochrangiger Offizier der britischen Armee. Er war an der Gründung der NATO beteiligt. Er erhielt zwei Orden vom britischen Hochadel und wurde 1946 zum Baron geadelt.
  • Der US-Amerikaner Leon Fraser (1889-1945) gehörte zum Exekutivkomitee der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitennetzwerk das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Leon Fraser war in den 1930er Jahren Vorsitzender des Verwaltungsrats und Präsident der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die BIZ versorgte in dieser Zeit Nazi-Deutschland mit Krediten. Sie war zudem am Goldraub der Nazis beteiligt. Die BIZ gilt als Zentralbank aller Zentralbanken und ist dementsprechend auch sehr mächtig. Leon Fraser war in leitenden Positionen bei der US-Zentralbank FED und der US-Grossbank Citigroup (wurde damals von der Stillman Familie kontrolliert) sowie bei den beiden US-Grosskonzernen General Electric und US Steel (wurden von der Morgan Familie gegründet).
  • Der schottische Geschäftsmann Charles Fraser (*1928) war in der Leitung von mehreren britischen Unternehmen, unter anderem bei der Investmentbank Morgan Grenfell, die von den Familien Morgan und Grenfell kontrolliert wurde. Er erhielt mehrere Orden vom britischen Königshaus.
  • Simon James Fraser (*1958) ist zurzeit stellvertretender Vorsitzender des Chatham Houses. Der britische Think Tank gilt als einer der mächtigsten der Welt. Simon war Diplomat und arbeitete im britischen Aussenministerium. 2013 wurde er zum Ritter geschlagen.
  • Malcolm Fraser (1878-1949) war Herausgeber und Redakteur von mehreren britischen Zeitungen. 1919 wurde er zum Ritter geschlagen und 1921 zum Baron geadelt.

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