Chiang Familie

Der Chinese Kai-shek Chiang (1887-1975) gehörte zu den Revolutionären, die 1911 die chinesische Kaiserfamilie stürzten und die Republik China gründeten, die von 1912 bis 1949 bestand. In dieser Zeit war Kai-shek Chiang einer der mächtigsten Politiker und Militärs in China. Er gilt als ein brutaler nationalistischer Militärführer und soll für den Tod von mehreren Millionen chinesischer Zivilisten verantwortlich sein. Er kam aus einer Familie von wohlhabenden Salzhändlern.

Kai-shek Chiang

Kai-shek Chiang heiratete 1927 Mei-ling Soong. Ihre Schwester Ching-ling Soong heiratete Yat-sen Sun. Dieser war der führende Kopf der chinesischen Revolutionäre. Nach dem Sturz der Kaiserfamilie wurde er der erste provisorische Präsident der Republik China. Er gilt als der Gründervater der chinesischen Republik. Die dritte Schwester der Soong Familie heiratete H.H. Kung, der sich ebenfalls am Sturz der Kaiserfamilie beteiligte und zu einem der einflussreichsten Politiker der darauffolgenden Republik wurde. Die Soong Geschwister trafen führende Politiker der westlichen Welt, darunter die US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt und Harry Truman sowie den britischen Premierminister Winston Churchill (Quelle). Die drei Staatsmänner waren übrigens Freimaurer. Die Geschwister hatten alle in den USA studiert. (Mehr dazu im Beitrag zur Soong Familie).

Chiang, Kung und die Soong Geschwister waren zur Zeit der Republik (1912 bis 1949) die führende Familie der chinesischen Elite. Dies änderte sich erst mit der Machtübernahme der Kommunisten.

Kai-shek Chiang und viele weitere Revolutionäre erhielten ihre militärische Ausbildung in Japan. Teile der japanischen Elite unterstützen den Sturz der chinesischen Kaiserfamilie. Der Revolutionsführer Yat-sen Sun hatte persönlichen Kontakt zu Mitgliedern der japanischen Elite. Im 2. Weltkrieg verbündete sich Chiang mit den Alliierten und führte Krieg gegen die Japaner, aber schon damals kursierten in ganz China Gerüchte, dass er sich heimlich mit den Japanern austauschte und geheime Abkommen mit ihnen schloss. 1942 erhielt er einen Orden vom britischen Hochadel. 1943 traf er US-Präsident Franklin Roosevelt und den britischen Premierminister Winston Churchill. (Quelle)

1949 übernahmen die Kommunisten die Macht in China, die mit Kai-shek Chiang verfeindet waren. Die Kommunisten gründeten die bis heute bestehende Volksrepublik China. Daraufhin zogen sich Chiang und seine Verbündeten auf den Inselstaat Taiwan zurück, über den sie fortan herrschten. Davor war Taiwan seit 1895 eine japanische Kolonie gewesen. Taiwan trägt bis heute den Namen Republik China, die ursprünglich auf dem chinesischen Festland von Chiang und seinen Verbündeten gegründet wurde. Taiwan gehört nach BIP zu den zehn grössten Wirtschaften Asiens.

Kai-shek Chiang war führendes Mitglied der Partei Kuomintang, die bis zur kommunistischen Machtübernahme 1949 die führende Partei Chinas war. Sie ist noch immer eine der führenden Parteien Taiwans. Aus der Kuomintang ging auch das Komitee der Kuomintang hervor, eine der wenigen Parteien in China, die von der herrschenden Kommunistischen Partei geduldet werden.

Kai-shek Chiang herrschte, teilweise diktatorisch, bis zu seinem Tod 1975 über Taiwan. Er und seine Regierung waren weiterhin mit den Kommunisten vom chinesischen Festland verfeindet. Die Schwester seiner Ehefrau, mit der er noch immer zusammen war, war Ching-ling Soong. Sie war auch in der kommunistischen Diktatur von Zedong Mao eine hochrangige Politikerin und war zweimal Staatsoberhaupt. (Quelle)

Die kommunistische Diktatur von Zedong Mao war für den Tod von Millionen chinesischer Zivilisten verantwortlich, genau wie die vorherige nationalistische Diktatur von Chiang. Im 2. Weltkrieg ermordete das japanische Militär ebenfalls Millionen von chinesischen Zivilisten.

Vor der Ehe mit Soong war Chiang mit Fumei Mao (1882-1939) verheiratet. Ihr Bruder Maoqing Mao (1876-1969) gehörte auch nach der Machtübernahme der Kommunisten zur politischen Elite Chinas (Quelle). Soviel bekannt ist, sind sie nicht mit dem Diktator Zedong Mao verwandt. Dieser Familienkreis, der 1912 die Macht in China übernommen hatte, war nach 1949 also auf beiden Seiten vertreten. Da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder dieser Familienkreis hatte sich zerstritten und teilte sich in zwei Lager (das ist die offizielle Version). Die andere Möglichkeit wäre, dass sie beide Seiten kontrollierten und so sicher gehen wollten, dass auch ein Umsturz nicht zu ihrer Entmachtung führt und ihnen so egal sein konnte, wer als Gewinner aus dem chinesischen Bürgerkrieg von 1927 bis 1949 hervorging.

Kai-shek Chiang herrschte noch bis zu seinem Tod 1975 über Taiwan. Nelson Rockefeller besuchte seine Beerdigung (Quelle). Seine Hochzeit mit Mei-ling Soong fand in Shanghai im Majestic Hotel der Kadoorie Familie statt (Quelle). Die britische Kadoorie Familie sind Milliardäre. Sie sind mit den britischen Familien Sassoon, Keswick und Swire verbunden. Diese Familien sind seit über 150 Jahren in der ostasiatischen Wirtschaft aktiv. Sassoon und Kadoorie waren ursprünglich irakische Juden, die nach Indien emigrierten und dort mit der britischen Kolonialelite in Kontakt kamen. Sassoon, Keswick und Swire kennen sich bis heute. Die Sassoons heirateten in die Rothschild Familie und die Keswicks sind seit vielen Jahren mit den Rothschilds befreundet. (Quelle) John Keswick war auch mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai befreundet (Quelle). Enlai war ein enger Vertrauter des kommunistischen Diktators Mao Zedong und kannte Ching-Ling Soong.

Nach Chiangs Tod lebte seine Frau Mei-ling Soong zeitweise in den USA und hatte Kontakt zu dortigen politischen Elite. Sie war Christin und sprach fliessend Englisch. (Mehr dazu im Beitrag zur Soong Familie).

Kai-sheks Nachkommen

Nach Kai-sheks Tod wurde sein Sohn Ching-kuo Chiang (1910-1988) zum führenden Politiker Taiwans. Seine biologische Mutter war Chiangs erste Ehefrau Fumei Mao und Mei-ling Soong war seine Adoptivmutter. Er und Taiwans Regierung waren weiterhin mit den chinesischen Kommunisten verfeindet, aber sein biologischer Onkel Maoqing Mao und die Schwester seiner Stiefmutter waren wie gesagt Teil der kommunistischen Elite.

Sein Adoptivbruder war Wei-kuo Chiang/ Weiguo Jiang (1916-1997), der ebenfalls zur taiwanesischen Elite gehörte. Er hatte seine Militärausbildung in den 1930er Jahren in Nazideutschland gemacht. In der Nachkriegszeit pflegte er Kontakte zum deutschen Militär und zum deutschen Geheimdienst BND. Er war Freimaurer. (Quelle) Er war Präsident der taiwanesischen Freimaurer (Quelle: Videobeschreibung übersetzen). Sein Sohn Hsiao-kang Chiang/Xiaogang Jiang (*1963) ist in New York als Anwalt tätig.

Hsiao-chang Chiang/Xiaozhang Jiang (*1937) heiratete den Sohn von Dawei Yu. Dawei Yu war ein hochrangiger Politiker in Taiwan und studierte an der Harvard Universität in den USA. Er kommt aus der Yu Familie. Ein Familienzweig der Yu Familie gehört zur taiwanesischen Elite und der andere gehört bis heute zur Elite der kommunistischen Volksrepublik China. Zhengsheng Yu ist einer der hochrangigsten Politiker der Volksrepublik China. (Quelle)

Hsiao-wu Chiang/Xiaowu Jiang (1945-1991) leitete den stattlichen Rundfunk in Taiwan. Er heiratete in zweiter Ehe in die Cai Familie, die zur taiwanesischen Elite gehört. Sein Sohn Yo-sung Chiang/Yousong Jiang (*1973) arbeitet für Private Equity Unternehmen in Taiwan. Yo-sung studierte in den USA, wie weitere Familienmitglieder. (Quelle)

Yo-mei Chiang/Youmei Jiang (*1961) lebt in Grossbritannien. Sie heiratete den Briten Ian MacLellan. Dem Namen nach könnte er aus dem schottischen MacLellan Clan stammen. Er war Meister der Worshipful Company of Fletchers (Gilde der Pfeilmacher). (Quelle) Diese besteht spätestens seit dem 14. Jahrhundert. Sie gehört zu den Londoner Gilden (Livery Companies), die traditionell mit dem britischen Adel und dem Londoner Bankenviertel verbunden sind. Ian MacLellan war Senior Vizepräsident von Marsh & McLennan Companies (Quelle). Das Finanz- und Beratungsunternehmen gehört nach Umsatz zu den 25 grössten New Yorker Unternehmen. Es wurde 1905 vom US-Amerikaner Donald Roderick McLennan gegründet. Dem Namen nach könnte er aus dem schottischen MacLennan Clan stammen.

Mafiakontakte

Als Kai-shek Chiang und Yat-sen Sun 1911 die chinesische Kaiserfamilie stürzten, wurden sie dabei von der Green Gang unterstützt, eine kriminelle Vereinigung aus Shanghai (Quelle). Chiang arbeitete noch spätestens bis in die 1940er Jahren mit der Green Gang zusammen (Quelle). Die Green Gang brachte tausende Kommunisten im Auftrag von Chiang um. Als Gegenleistung duften sie ungestraft Opiumhandel und Bordelle in China betreiben (Quelle).

Die Chiang Familie ist wie gesagt mit der Partei Kuomintang verbunden. Mitglieder der Kuomintang gründeten in den 1940er Jahren die 14K-Triade, die heute als eine der mächtigsten Triaden (chinesische Mafia) gilt und weltweit aktiv ist (Quelle). Zu dieser Zeit wurde die Kuomintang von Kai-shek Chiang geführt. Die 14K-Triade soll heute gute Beziehungen zum chinesischen Geheimdienst pflegen. Die Triaden gelten als führend im Opium- und Heroinhandel. Sie sind berüchtigt für ihre brutalen Bestrafungsmethoden (sie haben Menschen lebendig gehäutet). Sie haben eigene Rituale, darunter auch Tieropfer und Blut trinken (Quelle).

Der Chiang Familie und der heutigen Kuomintang auf Taiwan wurden mehrfach Kontakte zur Bambus Union nachgesagt, eine führende Triade aus Taiwan (Quelle).

Einzelne Mitglieder der Kuomintang flohen nach der kommunistischen Machtübernahme nach Burma, wo sie mit Unterstützung der CIA im Opiumhandel aktiv wurden. Sie kontrollierten die Opiumproduktion im Goldenen Dreieck, eine Region im Grenzgebiet der Staaten Laos, Thailand und Myanmar (Burma), in der bis heute viel Opium sowie Heroin produziert und geschmuggelt wird. Neben der CIA bekamen die Opiumhändler der Kuomintang in Burma auch Unterstützung von Phao Siyanon, ein hochrangiger Polizist aus Thailand, der Teil der organisierten Kriminalität war und selbst am Opiumhandel mitverdiente. (Quelle) Phao Siyanon bildete einen eigenen Kreis von Polizisten, der mehrere Oppositionelle in Thailand ermordete und vermutlich ebenfalls mit der Mafia verbunden war. Phao Siyanon wurde von der thailändische Königsfamilie geduldet (Quelle). Zu dieser Zeit wurde die Kuomintang von Kai-shek Chiang geführt.

Kai-shek Chiang und Yat-sen Sun wurden bei ihrer Revolution auch vom chinesischen Geheimbund Tiandihui unterstützt (auch Hongmen genannt). Sun soll Mitglied gewesen sein. Die Tiandihui hatten sich schon mehr als 200 Jahre zuvor das Ziel gesetzt die chinesische Kaiserfamilie zu stürzen. Es gibt die Verschwörungstheorie, dass aus diesem Netzwerk die heutigen Strukturen der Triaden hervorgingen, die noch immer von einer Geheimgesellschaft gesteuert werden. Dass die Triaden aus politisch aktiven Geheimbünden entstanden, ist zwar bekannt (Quelle), aber es ist unklar, wie wichtig die Tiandihui dabei waren. Die Tiandihui sind offiziell nicht kriminell. In Hongkong sind sie aber dennoch verboten. Sie sollen gute Beziehungen zur politischen und wirtschaftlichen Elite Taiwans unterhalten, zu der wie gesagt die Chiang Familie gehört. Sie werden oft als chinesische Freimaurer bezeichnet, aber nach Angaben von Freimaurern soll es keine Verbindung zwischen den beiden Geheimbünden geben. Die Tiandihui besitzen Logen in Taiwan, Philippinen, USA und vor allem Kanada (Quelle). Die Tiandihui sind von Asien aus mit ihren Mitgliedern aus den Chinatowns in Kanada und USA vernetzt (in den beiden Ländern leben viele Asiaten). Auch die Triaden in der westlichen Welt sind überall dort, wo über lange Zeit grosse Chinatowns gewachsen sind (Quelle). Der Gründer der China Zhi Gong Partei war Mitglied der Tiandihui (Quelle: 1 und 2). Sie ist eine der wenigen Parteien in China, die von der herrschenden Kommunistischen Partei geduldet werden.

Kai-shek Chiang und Yat-sen Sun trafen in ihrer Zeit in Japan die Gründer der Black Dragon Society und Black Ocean Society, zwei japanische Geheimbünde (Quelle: 1, 2, 3). Sie waren in erster Linie politisch aktive Organisationen, waren aber auch mit der organisierten Kriminalität verbunden, vor allem die Black Ocean Society. Beide unterstützen den Sturz der chinesischen Kaiserfamilie und kooperierten dabei mit Triaden und Yakuza. Die Black Dragon Society unterstützte den Aufbau der nationalistischen Diktatur in Japan in den 1930er Jahren. (Mehr dazu in meinem Beitrag zur Mitsui Familie). Es gibt die Verschwörungstheorie, dass aus diesem Netzwerk die heutigen Strukturen der Yakuza hervorgingen, die noch immer von einer Geheimgesellschaft gesteuert werden.

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