Sassoon Familie

Die Sassoons gehörten im 19. Jahrhundert zu den reichsten Familien der Welt. David Sassoon (1792-1864) war der Gründer eines Handelsimperiums, das sich über den asiatischen Kontinent erstreckte und viele seiner Nachkommen wurden Bänker. Er stammte aus einer irakisch-jüdischen Familie, die in Bagdad lebte. Sein Vater, Saleh Sassoon (1750-1830), ein reicher Geschäftsmann, war von 1781 bis 1817 oberster Schatzmeister von Bagdad. Von 1817 bis 1829 war dann David Sassoon Schatzmeister. Nach der zunehmenden Verfolgung von Bagdads Juden, zog die Familie nach Bombay in Indien. Dort gründete David Sassoon das Handelsunternehmen „David Sassoon & Co.“, das im 19. und frühen 20. Jahrhundert hauptsächlich in Indien, China und Japan tätig war. Hierbei kam es ziemlich sicher zu Kontakt mit britischen Händlern und Kolonialisten. David Sassoon wurde 1853 britischer Staatsbürger. Wenige Jahre später begann „David Sassoon & Co.“ den Opiumhandel zwischen Indien und China zu dominieren. Zudem ging einer seiner Söhne, Sassoon David Sassoon (1832-1867), nach London wo er eine Bank gründete.

Ein weiterer Sohn, Abdullah David Sassoon (1818-1896), der später die Leitung von „David Sassoon & Co.“ übernahm, sollte den Kontakt der Familie zur britischen Elite weiter vertiefen. Er benannte sich in Albert um und übernahm verstärkt britische Sitten und Gebräuche. Die britische Königsfamilie verlieh im zwei Orden. Ungefähr zur gleichen Zeit erhielt er vom Schah von Persien den „Orden des Löwen und der Sonne“ für seine Dienste im persischen Handel. Wenig später zog er endgültig nach England, wo er 1890 zum Baron geadelt wurde. Sein Sohn erbte den Adelstitel, ging in die britische Politik und heiratete zudem in die Rothschild Familie ein.

Arthur Sassoon (1840-1912) war im Aufsichtsrat der HSBC (eine der grössten Banken der Welt). Die HSBC war wie die Sassoons im Opiumhandel tätig. Arthur war ein persönlicher Freund und Vertrauter von König Edward VII.. Er war zudem der Schwager von Leopold de Rothschild.

Frederick David Sassoon (1853-1917) und Solomon David Sassoon (1841-1894) waren Vorsitzende der HSBC (Quelle 1, Quelle 2).

Die Sassoon Familie gehörte zusammen mit den Familien Schröder, Keswick und Reuter zu einer Clique, welche die „Imperial Bank of Persia“ kontrollierten (Quelle 1, Quelle 2). Sie war die erste wichtige Bank die im Iran tätig wurde, wo bis dahin aufgrund der Religion Kredithandel mit Zinsen verboten war und es somit noch keine Finanzindustrie gab. Die „Imperial Bank of Persia“ kontrollierte seit ihrer Gründung 1889 bis 1930 die iranische Finanzindustrie, die von der Bank aufgebaut wurde. 1952 gab die Bank den iranischen Markt auf und wurde 1959 Teil der HSBC.

Der jüdische Bankier Sassoon Jacob Hai David (1849-1926) heiratete in die Sassoon Familie. Er wurde ebenfalls zum Baron geadelt. Er war ein Textilfabrikant und -händler, der auch Vorsitzender und Mitgründer der „Bank of India“ war. Die Bank gehört heute noch zu den grössten Banken Indiens.

Baron James Sassoon (*1955) arbeitete für die Warburg Bank und für KPMG. Er war Direktor mehrerer Unternehmen, die im asiatischen Raum Handel treiben, darunter auch für Jardine Matheson, das im 19. Jahrhundert das grösste ausländische Handelsunternehmen in Ostasien war und eine führende Rolle im Opiumhandel einnahm. Das Unternehmen wird von der Keswick Familie geführt, die wie die Sassoons früher im Opiumhandel tätig war. Zurzeit sind die Familien Sassoon und Keswick in der „HK Association“ vertreten zusammen mit der Familie Swire, die früher auch im Opiumhandel tätig war (Quelle: Screenshot vom 6. Juni 2020).

Baron James Sassoon ist zudem Vorsitzender des „China-Britain Business Council“, die führende britische Organisation zur Förderung von Handel und Investitionen zwischen Grossbritannien und China. Er arbeitete auch im britischen Finanzministerium. Er war Präsident der FATF, einer internationalen Organisation, die sich der Bekämpfung von Geldwäsche verschrieben hat, darunter auch der Bekämpfung von Geldwäsche im Drogen/Opiumhandel. Hier ein Artikel für jene, die sich für die Rolle der Grossbanken im internationalen Drogenhandel interessieren.

Rachel Sassoon (1858-1927) heiratete Frederick Arthur Beer. Dessen Vater Julius Beer, ein jüdischer Bankier, war im Besitz der britischen Zeitung „The Observer“. Rachel wurde Chefredakteurin von „The Observer“ und „The Sunday Times“.

Judith Louise Sassoon (1873-1964) heiratete Cavendish Boyle, der Kolonialgouverneur von Neufundland, Mauritius und Britisch-Guyana war. Er stammte aus dem schottischen Boyle Clan. Zu seinen Vorfahren gehörten auch der schottische Clan Hamilton sowie die englischen Adelsfamilien Cecil und Montagu.

Baron Philip Sassoon (1888-1939) war Mitglied der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Über die Gesellschaft kannte er auch elitäre Familien wie Morgan, Rockefeller und Astor.

Joseph Sassoon (1855-1918) heiratete in die jüdische Günzburg Familie, eine bedeutende Bankiersfamilie des 19. Jahrhunderts, die eine wichtige Rolle bei der Gründung der russischen Finanzindustrie spielte. Seine Frau war zudem eine Schwiegertante von Jean David-Weill, dessen Familie mit der US-Bank Lazard verbunden ist, die heute zu den grössten Investmentbanken der Welt gehört.

Die Brüder David (*1941) und Simon Reuben *1944) gehören mit einem Vermögen von 18,664 Milliarden Pfund zu den reichsten Briten. Sie sind Bekannte der Sassoon Familie und ihr Vater hatte den Mittelnamen Sassoon, was auch auf eine Verwandschaft hindeuten kann (aber nicht muss). Die Sassoons hatten schon vor 200 Jahren die Zweitnamen Reuben und Ruben verwendet. Sassoon David Sassoon (1832-1867) heiratete zudem eine Frau mit dem Nachnamen Reuben. Die Familie der Reuben Brüder stammt aus Britisch-Indien und hat irakisch-jüdische Wurzeln genau wie die Sassoons. Die Reuben Brüder machten ihr Vermögen mit Immobilien, Investitionen und Bergbau. Sie waren die Gründer der nicht mehr existenten Trans-World Group, die während der Privatisierung Russlands, grosse Teile des russischen Aluminiums unter ihre Kontrolle bringen konnte und dadurch zum drittgrössten Aluminiumproduzent der Welt wurde. 2000 verkauften das Unternehmen sein Aluminium an den russisch-jüdischen Oligarchen Roman Abramovich, der es mit dem Unternehmen des russisch-jüdischen Oligarchen Oleg Deripaska zu Rusal fusionierte, welcher aktuell der zweitgrösste Aluminiumproduzent der Welt ist. Deripaska kennt Nathaniel Philip Rothschild persönlich (Quelle). Die Rothschild Bank erbringt Dienstleistungen für Deripaska (Quelle).

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

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