Polanco Familie

Die Polanco Familie gehört zu den mächtigsten Medienunternehmern Spaniens.

Jesús de Polanco (1929-2007) gründete 1972 den Medienkonzern Prisa und stieg zum wohl mächtigsten spanischen Medienunternehmer auf. 2007 wurde sein Vermögen auf 3 Milliarden US-Dollar geschätzt und er gehörte damit zu den reichsten des Landes. Zwei seiner Söhne sind derzeit in der Führung des Unternehmens, einer davon als Ehrenvorsitzender.

Der Medienkonzern Prisa besitzt El País, die grösste Tageszeitung Spaniens. Die Zeitung wurde 1976 von Jesús de Polanco mitgegründet. Der Konzern besitzt mehrere Radiosender, darunter auch Cadena SER, der meistgehörte Sender Spaniens. Prisa ist auch in Portugal und Südamerika aktiv.

Lange Zeit befand sich das Unternehmen in Familienbesitz. In den letzten 10 Jahren reduzierte die Familie ihre Anteile, da das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geriet und auf Geld von neuen Investoren angewiesen war. Im Januar 2021 hielt die Familie nur noch 7,6% der Anteile am Unternehmen (Quelle). Deren Wert entspricht etwa 55 Millionen US-Dollar. Hauptaktionär von Prisa ist inzwischen der Investmentfond Amber Capital, der vom französischen Geschäftsmann Joseph Oughourlian kontrolliert wird. Dessen Vater Jean-Michel Oughourlian ist Botschafter des Malteserordens (ein alter Vatikanorden) in Armenien. Auch der mexikanische Multimilliardär Carlo Slim ist derzeit mit 4% an Prisa beteiligt. Der französische Medienkonzern Vivendi (Bolloré Familie) hält knapp 10% der Anteile an Prisa.

Heutige Mitglieder der Polanco Familie kennen Javier Monzón, der bis 2020 Vorsitzender des Prisa-Konzerns war. Er besuchte 2019 das Bilderbergtreffen (Quelle). Die Polancos werden Scheich Khalid Al Thani kennen, da dieser ebenfalls zum Aufsichtsrat von Prisa gehört. Der Scheich kommt aus der katarischen Königsfamilie. Er ist derzeit mit etwa 5% am Prisa-Konzern beteiligt.

Jesús de Polanco (1929-2007) war gut vernetzt. Wie viele Mitglieder der spanischen Elite unterhielt auch er Kontakte zur mexikanischen Elite (Mexiko war früher eine spanische Kolonie):

  • Er kannte den spanischen König Juan Carlos und seine Frau Sofia (Foto). Das Königspaar besuchte das Bilderbergtreffen (Quelle).
  • Er kannte Juan Luis Cebrián und gründete mit ihm 1976 die Zeitung El País. Cebrián gehörte zum Lenkungsausschuss der Bilderbergtreffen (Quelle).
  • Er kannte Emilio Botín (Quelle). Die Botín Familie führt die Banco Santander, die grösste spanische Bank. Die Bank besitzt derzeit etwa 4% des Prisa-Konzerns. Ana Botín gehört derzeit zum Lenkungsausschuss der Bilderbergtreffen (Quelle).
  • Er kannte den mexikanischen Aussenminister Jorge Castañeda und den spanischen Medienunternehmer José Gutiérrez Vivó (Foto).

Jesús de Polanco besuchte 2005 ein Treffen, bei dem auch folgende Personen anwesend waren:

  • Die beiden US-amerikanischen Milliardäre David Rockefeller und George Soros.
  • Die spanische Adlige Inmaculada de Habsburgo. Sie kommt aus dem Haus Habsburg (ehemalige Königsfamilie Österreichs) und ist zudem eine nahe Verwandte der spanischen Königsfamilie.
  • Die beiden mexikanischen Milliardäre Emilio Azcárraga Jean und Roberto Hernandez Ramirez.
  • Der ehemalige mexikanische Präsident Ernesto Zedillo.
  • Der venezolanische Milliardär Gustavo Cisneros.

(Quelle)

Die Polanco Familie ist schon lange mit Felipe Gonzalez verbunden, der bis noch vor kurzem zur Führung des Prisa-Konzerns gehörte. Felipe Gonzalez war von 1982 bis 1996 Präsident von Spanien. Er führte die spanische Partei PSOE. Der Prisa-Medienkonzern gilt schon lange als ein Unterstützer der Partei. Felipe Gonzalez gründete mit weiteren Politikern die „Grupos Antiterroristas de Liberación“ (GAL). Diese verdeckt agierenden paramilitärischen Gruppen waren in den 80er Jahren in Spanien und Frankreich aktiv. Sie waren eine Antiterroreinheit, die die baskische Untergrundterrororganisation ETA bekämpfen sollte, dabei aber selbst terroristische Mittel einsetzte und Morde beging. Die GAL war mit hochrangigen Polizisten verbunden. Eine der grössten spanischen Zeitungen schrieb, dass die Truppe mit dem spanischen Geheimdienst Cesid verbunden war (Vorgänger des heutigen spanischen Geheimdienstes CNI). Sie waren für die Morde an 28 ETA-Mitgliedern oder Sympathisanten verantwortlich, von denen jedoch nachweislich etwa ein Drittel keinerlei Beziehung zur ETA hatte. (Quelle) Das könnte bedeuten, dass die spanischen Geheimdienste, unter dem Vorwand den Terrorismus zu bekämpfen, eine Truppe von Auftragskillern bildeten, damit sie im geheimen auch unliebsame Personen ausschalten konnten, die eigentlich keine Verbindungen zu Terroristen hatten. Es gibt Verschwörungstheorien, die besagen, dass solche geheime paramilitärische Untergrundorganisationen bis heute in Spanien und weiteren Ländern bestehen. Übrigens wurde 2016 ein ehemaliges GAL-Mitglied verhaftet, das einen Terroranschlag plante. Er hatte Kontakte zur dschihadistischen Szene und bereiste Afghanistan, Syrien und Palästina (Quelle). Mich würde es nicht überraschen, wenn er mit Geheimdiensten in Verbindung stand.

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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