Forbes Clan

Der schottische Clan Forbes ist über 700 Jahre alt. Die Clan-Chefs sind die Lords von Forbes. Teile des Clans gehören zum britischen Adel. Mehrere Familienzweige emigrierten in die USA und vollbrachten dort politische und wirtschaftliche Leistungen.

Der Forbes Clan in den USA

John Forbes (1608-1661) kannte die Pilgerväter der USA und reiste nach ihnen ebenfalls in die Plymouth Colony. Mehr dazu auf der Website des Clans.

Der Familienzweig von Bertie Forbes

Bertie Charles Forbes (1880-1954) war der Gründer des berühmten Wirtschaftsmagazins Forbes. Er und seine Familie stammen definitiv aus dem Forbes Clan (Quelle), auch wenn es nicht auf Wikipedia steht. Er emigrierte von Schottland in die USA. Dort arbeitete er zunächst für das Zeitungsunternehmen der Hearst Familie, die bis heute zu den reichsten Medienunternehmer der USA gehört. 1917 gründete Bertie das Forbes-Magazin und war noch bis zu seinem Tod Chefredakteur. Seither führen seine Nachkommen das Magazin und besitzen es bis heute.

Sein Sohn Macolm (1919-1990) sowie dessen Söhne Christopher (*1951) und Steve (*1947) waren Mitglieder der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Christopher gehörte zum Exekutivkomitee der Gesellschaft. Es waren noch ein paar Briten mit Familiennamen Forbes Mitglied, bei denen aber unklar ist, ob sie aus dem Clan stammen (Quelle).

Steve Forbes (*1947) kandidierte auch bei den US-Präsidentschaftswahlen. Sein Vermögen wurde 2017 auf 430 Millionen US-Dollar geschätzt. Er heiratete eine Frau mit Familiennamen Beekman. Sie könnte also aus der niederländischen Kolonialfamilie Beekman stammen, die seit dem 17. Jahrhundert zur US-Elite gehört. Der Mann seiner Schwester trägt den Familiennamen Hamilton und könnte daher aus dem schottischen Hamilton Clan stammen.

Der Familienzweig von John Forbes

Der Schotte John Forbes (1740-1783) emigrierte in die USA und war der Begründer einer einflussreichen Familiendynastie. Zu seinen Vorfahren gehörten auch die Clans Fraser, Douglas, Gordon, Ogilvy, Hay und Stewart. In den USA heiratete er in einen Familienzweig des Murray Clans, der dort sesshaft geworden war. Seine Enkel und deren Nachkommen gehörten zu den mächtigsten Männern des Landes. Auch der bekannte US-Politiker John Kerry kommt mütterlicherseits aus dieser Familie.

Forbes und die Eisenbahn

Der Enkel John Murray Forbes (1813-1898) gehörte zu den wichtigsten Eisenbahnunternehmern der USA. In der Zeit der Industrialisierung der USA (1850-1890) waren die führenden Eisenbahnunternehmer die reichsten Männer des Landes. Die wichtigsten waren Vanderbilt, Harriman, Gould und eben Forbes.

John Murray Forbes war auch in der Politik und war eng mit US-Präsident Abraham Lincoln verbunden.

Forbes und das Telefon

Johns Sohn William Hathaway Forbes (1840-1897) investierte in die Bell Telephone Company, welche die erste Telefongesellschaft der Welt war und 1877 gegründet wurde. Von 1879 bis 1887 war er Präsident des Unternehmens. Er kannte Gardiner Greene Hubbard, der die Bell Telephone Company gründete. Hubbard kam aus einer wohlhabenden Familie aus Boston, die von Lion Gardiner (1599-1663) abstammt. Lion emigrierte von England nach Nordamerika und gründete dort die erste britische Siedlung in New York. Von seinen Nachkommen waren viele Teil der US-Elite.

Hubbard war zudem der Schwiegervater von Alexander Graham Bell, der berühmt dafür wurde, dass er das Telefon auf den Markt brachte. Unterstützt wurde er dabei von der Bell Telephone Company, die wie gesagt von seinem Schwiegervater und William Hathaway Forbes kontrolliert wurde.

Der Telefon-Pionier Alexander Graham Bell war ebenfalls aus Schottland eingewandert. Der Familiennamen Bell ist der Namen eines schottischen Clans. Sein Zweitname Graham und der Zweitname seines Vaters (Melville) sind ebenfalls Namen schottischer Clans. Zum familiären Umfeld der letzten paar Generationen seiner Familie aus Schottland gehörten Personen mit Familiennamen Duncan, Colville, Mcalpine, McEwen und Hay. Dies sind auch Namen schottischer Clans. Alexander Bells Familie war somit höchstwahrscheinlich mit den Clans verbunden.

Aus der Bell Telephone Company entwickelte sich die heutige AT&T, die immer noch der grösste Telekommunikationskonzern der Welt ist. AT&T gehört zudem zu den weltweit grössten Unternehmen.

Forbes und das Opium

Robert Forbes (1804-1889) reiste nach China und stieg dort in den Opiumhandel ein. Er arbeitete für das Handelshaus Russell & Co., das damals zu den grössten Unternehmen Asiens gehörte und zudem einer der grössten Opiumhändler war. Er besuchte China mehrmals und wurde amerikanischer Vizekonsul in Kanton (Guangzhou) in China. Francis Forbes (1839-1908) kam ebenfalls nach China und arbeitete ebenfalls für Russell & Co.. Er war Botaniker in der chinesischen Saatgut-Produktion.

William Forbes (1837-1896) zog nach Hongkong und gehörte dort zur Führung von Russell & Co. Er war zudem dreimal Vorsitzender der britischen Bank HSBC, die damals den Opiumhandel finanzierte. Heute ist die HSBC eine der grössten Banken der Welt. William Forbes heiratete die Tochter von Warren Delano Jr., der auch zur Führung von Russell & Co. gehörte. Williams Schwägerin aus der Delano Familie war die Mutter von US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der ein Patenkind von William Forbes war. Williams Schwiegeronkel aus der Delano Familie heiratete in die Astor Familie.

Henry De Courcy Forbes (1849-1920) arbeitete ebenfalls für Russell & Co. Er gehörte zu den „The Four Hundred„, der New Yorker Elite während des Goldenen Zeitalters (1870-1900). Die Astor Familie waren oft die Gastgeber. Zu den Gästen gehörten auch Vanderbilt, Livingston, Van Rensselaer und Barclay.

Skull & Bones

Das Handelshaus Russell & Co. wurde von Samuel Russell gegründet, der die Forbes Familie über das Unternehmen kannte. Samuels Cousin William Huntington Russell (stammte väterlicherseits aus dem Russell Clan und mütterlicherseits aus dem Huntington Clan) war Mitgründer von Skull & Bones. Diese elitäre Studentenverbindung an der Yale Universität rekrutiert Studenten für die US-Elite. Skull and Bones ist Gegenstand verschiedener Verschwörungstheorien.

Der bekannte US-Politiker John Kerry (*1943) kommt mütterlicherseits aus der Forbes Familie. 2004 wurde sein Vermögen auf 525 Millionen US-Dollar geschätzt. Er war Mitglied bei Skull & Bones. 2004 war er Hauptkandidat der Demokraten bei der US-Wahl, bei der er gegen George W. Bush antrat, der die Wahl gewann. Bush war ebenfalls Mitglied bei Skull & Bones. Unter den Mitgliedern waren auch bekannte Namen wie Rockefeller, Harriman und Vanderbilt. (Quelle)

Forbes in den letzten 100 Jahren

Der Kunsthistoriker Edward Forbes (1873-1969) leitete ein Museum zusammen mit dem Bankier Paul Sachs. Dessen Vater Samuel Sachs war Mitgründer der US-Bank Goldman Sachs, die schon seit über 100 Jahren zu den grössten Investmentbanken der Welt gehört.

Von 1898 bis 1942 standen die Philippinen unter der Kontrolle der USA und waren de facto eine amerikanische Kolonie. William Forbes (1870-1959) war von 1909 bis 1913 Generalgouverneur der Philippinen (das höchste Amt). Von 1930 bis 1932 war er Botschafter der Vereinigten Staaten in Japan.

Michael Paine (1928-2018) stammte über seine Grossmutter ebenfalls aus der Forbes Familie. Er war ein Bekannter von Lee Harvey Oswald, welcher den US-Präsidenten John Kennedy erschoss (so lautet zumindest die offizielle Version). Oswald war mit der Lee Familie verwandt (er war mit Robert Edward Lee verwandt Quelle). Die Kolonialfamilie Lee gehört seit mehr als 350 Jahren zur US-Elite. Drei Mitglieder der Lee Familie gehörten zu den Gründerväter der USA. Richard Henry Lee war der (inoffiziell) führende Kopf der Unabhängigkeitsbewegung (Lee-Resolution).

Der Franzose Brice Lalonde (*1946) kommt mütterlicherseits aus der Forbes Familie. Er gehörte zur Führung der Grünen in Frankreich und war Umweltminister.

Der Forbes Clan in Grossbritannien

Freimaurerei

James Forbes (1724-1804), der 16. Lord von Forbes und Clan-Chef, war Grossmeister der Freimaurer-Grossloge von Schottland. (Quelle)

Die schottische Grossloge besteht seit 1736 und wurde seit Anbeginn von schottischen Clans geführt. Die Freimaurerei entstand vermutlich in Schottland. Die ersten namentlich dokumentierten Freimaurer, die keine Steinmetze waren, kamen allesamt aus schottischen Clans. Seither nehmen die Clans traditionell eine führende Rolle in der Freimaurerei in Grossbritannien und seinen ehemaligen Kolonien ein (auch in den USA). Sie sind aber nicht die „Chefs“ der internationalen Freimaurerei, da diese keine Einheit ist, sonder sich mit der Zeit in verschiedene Zweige aufgeteilt hatte, die von verschieden (meist aristokratischen) Kreisen geführt werden.

Baron William Forbes (1739-1806) war ebenfalls Grossmeister der schottischen Freimaurer (Quelle). Er war zudem einer der wichtigsten Bankiers im Schottland des 18. Jahrhunderts. Er begann seine Karriere bei der schottischen Coutts Bank, die seit 1692 besteht und damit zu den ältesten Banken der Welt gehört. Später führte er eine eigene Bank, die 1843 mit weiteren schottischen Banken zur Union Bank Of Scotland fusionierte. Diese gehörte zu den führenden Banken Schottlands, bis sie 1955 mit der Bank of Scotland fusionierte, die seit 1695 besteht und damit zu den ältesten Banken der Welt gehört. Seit 2009 gehört sie zur Lloyds Bank, eine der ältesten Grossbanken der Welt.

Williams Familie war mit zahlreichen Clans verwandt. Er war zudem Mitglied der schottischen Freimaurerloge „Canongate Kilwinning Lodge, No 2.“ (Quelle). In dieser Loge waren sehr viele schottische Clans vertreten, unter anderem Hamilton, Hope, Fraser, Sutherland, Drummond, BarclayLivingstone und Russell. Die Loge wurde 1677 gegründet und gehört damit zu den ältesten Freimaurerlogen der Welt (Quelle). Der Forbes Clan war noch in weiteren schottischen Freimaurerlogen präsent. Auch heute noch sind Angehörige des Forbes Clans in der schottischen Freimaurer-Community vertreten zusammen mit anderen schottischen Clans (Quelle).

Britischer Adel

Die Grafen

Seit 1684 stellt ein Familienzweig irische Grafen, von denen mehrere in der irischen Politik waren.

Graf George Arthur Hastings Forbes (1833-1889) erhielt vom Papst den Gregoriusorden, den vierthöchsten Orden den der Papst verleihen kann. Graf George war von 1875 bis zu seinem Tod Präsident der britischen Vereinigung des Malteser-Ordens, ein Vatikan-Orden der seit dem 11. Jahrhundert besteht. Der Orden ist inzwischen ähnlich wie die Freimaurer als Wohltäter aktiv. Nach der Meinung von Verschwörungsteoretikern ist die Philanthropie nur eine Tarnung der Ordensführung und ein Mittel zum wohlhabende Personen anzuwerben (nur Wohlhabende können grössere Beträge für wohltätiges spenden).

Georges Sohn, Graf Bernard Forbes (1874-1948), wurde in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Über seine Frau Beatrice war er mit hohen Tieren der US-Elite verbunden. Beatrices Vater und Grossvater waren die erfolgreichen Investoren Ogden und Darius Mills. Ihr Bruder Ogden L. Mills wurde Finanzminister der USA. Ihre Schwester heiratete den Sohn von Henry Phipps Jr., der zusammen mit Andrew Carnegie den grössten Stahlkonzern der USA kontrollierte. Beatrices Mutter kam aus der Livingston Familie, die zu den Gründerväter der USA gehörten. Sie stammen aus dem schottischen Livingstone Clan.

Der Sohn von Graf Bernard und Beatrice war Graf Arthur Forbes (1915-1992). Er war von 1972 bis 1990 Direktor von Texaco, der einer der grössten Ölkonzerne der USA war und seit 2001 zur Chevron Corporation gehört.

Bemerkenswerte Barone aus dem Forbes Clan

Baron William Forbes-Sempill (1893-1965) war ein Pilot des britischen Militärs. Er erhielt 1921 den Auftrag nach Japan zu gehen und dort die neusten britischen Flugzeuge vorzustellen. In den folgenden Jahren unterstütze er die japanische Marine beim Aufbau ihrer Luftwaffe. Mit der Zeit begann er militärische Geheimnisse an die Japaner zu verraten. Der britische Geheimdienst wusste davon, griff aber nicht ein. Später wurde William Berater bei Mitsubishi Heavy Industries, dem führenden Rüstungskonzern Japans, der von der Iwasaki Familie kontrolliert wurde. In den 1930er Jahren vertrat er japanische Unternehmen in Europa. 1941 nach dem Angriff auf Pearl Habor wurde seine Büro durchsucht. Man fand Beweise, dass er kurz vor dem Angriff geheimes Material nach Tokio weitergab. Auch hier wurde er nicht wegen Hochverrat angeklagt, aber er musste aus dem Militär austreten. (Quelle)

Der Schotte Alexander Forbes-Leith (1847-1925) war in der US-amerikanischen Stahlindustrie tätig. Das von ihm geführte Stahlunternehmen wurde 1901 Teil von US-Steel, der damals einer der grössten Stahlkonzerne der Welt war und der heute noch der zweitgrösste Stahlproduzent der USA ist. Zu den Gründern von US-Steel gehörte auch JP Morgan. Alexander Forbes-Leith wurde schliesslich Direktor von US-Steel. 1905 wurde er in Grossbritannien zum Baron geadelt.

Der britische Armeeoffizier Baron Hamish Forbes (1916-2007) arbeitete für „Shell-Mex and BP“, ein Unternehmenskooperation von BP und Shell, die beide zu den grössten Ölkonzernen der Welt gehören.

Weitere bemerkenswerte Personen

William Forbes von Callendar (1756-1823) aus dem schottischen Landadel war ein reicher Kupferbergbau-Unternehmer.

Der Neuseeländer George Forbes (1869-1947) war Premierminister von Neuseeland. Es ist unklar ob er aus dem Forbes Clan stammt, aber sein Schwiegersohn hatte den Familiennamen MacKenzie, den Namen eines schottischen Clans. George Forbes wurde zudem in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Im Privy Council sind traditionell schottische Clans vertreten.

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

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