The Order of the Fleur de Lys

Der “Order of the Fleur de Lys“ ist einer der interessantesten Orden. In diesem Orden mit mehr als 200 Mitgliedern kommen alte hochrangige Freimaurerfamilien zusammen. Der Fleur de Lys-Orden wird seit seiner Gründung 1439 von schottischen Aristokraten und Hochadligen geführt. Er soll ein Nachfolger des mittelalterlichen Templerordens sein, der vom 12. bis 14. Jahrhundert aktiv war.

Die Templerverbindung

Der Templerorden war ein mächtiger und reicher Orden, der in der heiligen Stadt Jerusalem von den Kreuzfahrern gegründet wurde. Er fasziniert bis heute viele Verschwörungstheoretiker, aber auch viele Adlige, von denen manche glauben, dass sie von Templern abstammen. Der Templerorden wurde von französischen Adligen geführt und es waren auch weitere Nationalitäten darin vertreten. Der französische König Philipp IV. liess die Templer verfolgen und viele wurden darauf auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die überlebenden Templer flüchteten ins Exil oder gingen in den Untergrund. Der Orden war ab da nicht mehr aktiv.

Manche Templer flüchteten nach Schottland. Die schottischen Clans (schottische Aristokraten) gewährten den verfolgten Templern Schutz und Zuflucht. Viele schottische Familien sollen mit Templern verwandt gewesen sein. Hundert Jahre nach der Templerverfolgung gründeten Clanmitglieder zusammen mit Franzosen und Italienern 1439 den Fleur de Lys-Orden, der sich als Nachfolger des Templerordens sah. Spätestens ab dem 16. Jahrhundert bildete sich in Schottland die Freimaurerei. Daher wird vermutet, dass der Templerorden ein Vorläufer der schottischen Freimaurerei war. Fast alle oder sogar alle Grossmeister der schottischen Freimaurer kamen aus schottischen Clans und viele waren Clan-Chefs. Erst nahmen sie englische und irische Adlige in den Bund auf und dann Adlige vom europäischen Festland und schliesslich gründeten britische Adlige in den Kolonien viele Logen, die auch Nichtaristokraten aufnahmen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gründeten die britisch-adligen Freimaurer einen neuen Templerorden, in dem hochrangige Freimaurer aus Grossbritannien zusammenkommen. Zu den frühen Grossmeistern der Freimaurer in Schottland gehörten zwei Grosskommandanten (Grossmeister) des Fleur de Lys-Ordens. Die Grosskommandanten kannten die frühen Freimaurer in Grossbritannien und Frankreich, was weiter unten erläutert wird. Der Fleur de Lys-Orden ist seit seiner Gründung mit dem schottischen Montgomery Clan verbunden, der auch hochrangige Freimaurer hervorbrachte.

Der heutige Fleur de Lys-Orden

Die heutigen Mitglieder des Fleur de Lys-Ordens befassen sich mit templerischen Geschichten und Legenden. Der Fleur de Lys-Orden hatte sehr einflussreiche Mitglieder, von denen einige ganz klar Teil einer verschworenen Elite waren. Dennoch glaube ich, dass der Orden nicht die Weltherrschaft anstrebt und auch kein Elitennetzwerk ist. Beim Fleur de Lys-Orden kommen Adelsfamilien zusammen und befassen sich mit ihren Vorfahren, von denen sie glauben oder vermuten, dass sie Mitglied des mittelalterlichen Templerordens waren. Zudem ist der Orden auch philanthropisch aktiv, so wie viele freimaurer- und templerverbundene Orden. Trotzdem ist der Fleur de Lys-Orden interessant für Verschwörungstheoretiker wegen den hochkarätigen Mitgliedern.

Alle bekannten Information zum Fleur de Lys-Orden stammen von der Website des Ordens. Auch die Angaben zum Orden in diesem Beitrag hab ich von der Website. Daher hoffe ich, dass die Website online bleibt, da es sonst kaum Quellen gibt. Soviel ich über die Google-Suche rausfinden konnte, wurde der Orden erst im letzten Jahrzehnt in der Literatur erwähnt. Bevor der Orden online ging, gab es scheinbar keine Informationen zu ihm. Demnach war der Orden zuvor fast 600 Jahre lang im Geheimen aktiv und scheinbar hat niemand was von seiner Existenz mitbekommen. Daher war er bis vor wenigen Jahren noch ein Geheimorden, was ihn natürlich noch interessanter macht. Der Orden behauptet, dass Mitglieder aus berühmten Dynastien, wie Medici, Habsburg, Bourbon und Bonaparte, im Geheimen Mitglied des Ordens waren. Jetzt könnte man skeptisch sein und behaupten der Orden besteht aus Wichtigtuern, die eigentlich keine Verbindung zu diesen Dynastien hatten. Mich konnte der Orden allerdings überzeugen und ich schätze ihn als glaubwürdig ein. Ich bitte die Leser im Internet keine bösen Gerüchte über den Orden zu verbreiten, denn er könnte vielleicht seine Website löschen, wenn er das Gefühl hat, dass er ins Visier der Verschwörungstheoretiker gerät.

Bis vor paar Jahrzehnten war der Fleur de Lys-Orden ein erblicher Orden, der auf etwa 64 europäische Familien beschränkt war, die hauptsächlich schottischen und französischen Ursprungs waren. (Quelle) Die heutigen Mitglieder kommen aus Grossbritannien, Belgien, Frankreich, Schweden, Kanada, USA, Russland und Serbien (Quelle).

Der Fleur de Lys-Orden wird von einem Grosskommandanten geführt. Zu den Grosskommandanten (die weiter unten aufgelistet sind) und ihren Nachkommen gehörten Könige, Päpste, Bankiers und Heerführer (Quelle). Der derzeitige Grosskommandant ist Jonathan Sayers. Er ist sehr daran interessiert, die internationalen Verbindungen des Ordens weiter auszubauen. Er kommt mütterlicherseits aus dem schottischen Hay Clan. Diese Familienverbindung führte ihn in den Orden. (Quelle) Der Hay Clan brachte hochrangige Freimaurer hervor.

Die derzeitige Grosspatronin des Fleur de Lys-Ordens ist Prinzessin Elisabeth  Karađorđević (Quelle). Sie kommt väterlicherseits aus der Königsfamilie von Serbien und Jugoslawien. Mütterlicherseits kommt sie aus der griechischen Königsfamilie und ihre Grossmutter kam aus der russischen Zarenfamilie. Diese drei Königsfamilien brachten Freimaurer hervor und waren mit vielen hochadligen Freimaurern verwandt. Prinzessin Elisabeths erster Mann war Howard Oxenberg, ein amerikanischer Jude und Freund der berühmten Kennedy Familie. Ihr zweiter Mann war der britische Politiker Neil Balfour, der danach in die englische Adelsfamilie Spencer-Churchill heiratete. Prinzessin Elisabeth Karađorđević heiratete in dritter Ehe den peruanischen Premierminister Manuel Ulloa Elias.

Andrew Hope, der Graf von Hopetoun, ist derzeit der Patron für Schottland des Fleur de Lys-Ordens (Quelle). Er kommt aus dem schottischen Hope Clan und sein Vater ist der Markgraf von Linlithgow.

Seit seiner Gründung war der erklärte Zweck des Ordens die Wiederherstellung des jüdisch-christlichen Königreichs Jerusalem mit dem rechtmässigen König als Herrscher. Mit der Gründung des heutigen Staates Israel wurde dies jedoch abgeändert. (Quelle) Der Orden besteht aus Christen. Er nimmt auch Juden auf, die aber nicht der Ordensführung beitreten können. Da der Orden kreuzfahrerische Wurzeln hat, werden keine Muslime aufgenommen. Es gibt inzwischen aber einige Ausnahmen für Nichtchristen, wenn die betreffenden Personen von der Ordensführung als würdig erachtet werden. (Quelle)

Die Gründung des Fleur de Lys-Ordens

Der Orden wurde vom französischen Hochadligen René I. d’Anjou (1409-1480) gegründet. Er sah sich als der rechtmässige König der heiligen Stadt Jerusalem, die damals von Muslimen kontrolliert wurde. Er kam aus der Anjou Familie, die vom sizilianischen König Karl I. (1227-1285) begründet wurde, ein Sohn des französischen Königs Ludwig VIII. aus der Dynastie der Kapetinger. König Karl beanspruchte ebenfalls den Thron von Jerusalem, das zu seiner Zeit von den Kreuzfahrern kontrolliert wurde. Bereits vor Karl gab es eine französische Hochadelsfamilie mit dem Namen Anjou. Aus der alten Anjou Familie ging die Familie Château-Landon hervor, die während der Kreuzfahrerzeit die Königsfamilie von Jerusalem war. Aus der Familie Château-Landon ging zudem die englische Königsdynastie Plantagenet hervor, deren Nachkommen noch heute zur britischen Adelselite gehören.

Mitte des 13. Jahrhunderts eroberten Muslime Jerusalem. Ab da stand die Stadt fast 700 Jahre lang unter der Herrschaft von Muslimen. Somit hatten der Vatikan und der europäische Hochadel die Kontrolle über die heilige Stadt verloren. René d’Anjou, der Gründer des Fleur de Lys-Ordens, wollte sich nicht damit abfinden und sah sich als rechtmässige König von Jerusalem. Seit seiner Gründung sah der von ihm gegründete Orden die Wiederherstellung des jüdisch-christlichen Königreichs Jerusalem mit einem König aus der Anjou Familie als das oberste Ziel an. Die Anjous sind im Mannesstamm ausgestorben, aber man findet immer noch Nachkommen im heutigen europäischen Hochadel.

René d’Anjou kam mütterlicherseits aus der Königsfamilie von Aragon. Seine Tochter heiratete den englischen König Heinrich/Henry VI.. Dieser war ein Nachkomme der Plantagenet-Dynastie und somit auch ein Nachkomme des jerusalemischen Königs Fulko (starb 1143).

René d’Anjou stand mit Schotten in Kontakt. John de Montgomery (starb 1445) aus dem schottischen Montgomery Clan war Mitgründer des Fleur de Lys-Ordens. Zu den Mitgründern gehörte der Bankier Cosimo de Medici (1389-1464), der den Orden finanziert haben soll. (Quelle) Der wohlhabende Bankier kam aus der italienischen Stadt Florenz und seine Familie galt über ihr Bankgeschäft im 15. Jahrhundert als die reichste Familie Europas. Zu seinen Nachkommen gehörten mehrere Päpste. Ein Zweig der Medici Familie wurde in den Hochadel aufgenommen und galt als eine der wichtigsten Familien des italienischen Adels. Dieser Familienzweig starb im 18. Jahrhundert aus.

Die drei Ordensgründer René d’Anjou, John de Montgomery und Cosimo de Medici wurden die ersten Grosskommandanten des Fleur de Lys-Ordens und führten den Orden gemeinsam an. Nach ihnen führte der italienische Herzog Ludovico Sforza ab 1480 den Orden als Grosskommandant. Der Orden sagt, dass seither alle Grosskommandanten Nachkommen dieser vier Männer waren.

Liste der ehemaligen Grosskommandanten

Auf der Website des Ordens gibt es eine Liste der ehemaligen Grosskommandanten, die den Orden angeführt haben. Sie kamen aus Hochadelsfamilien und schottischen Clans. Über das Internet fand ich aber keine historischen Beweise, welche die Echtheit der Liste belegen. Der Orden besitzt alte Dokumente des Ordens.

Hier sind die Grosskommandanten des Fleur de Lys-Ordens chronologisch rückwärts gelistet.

Eric Hugh Montgomery von Montgomery (*1938): Er war von 1972 bis 2021 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er war Bürgermeister der Stadt Uttoxeter in England. Er kommt aus dem schottischen Montgomery Clan, der wie gesagt zu den Gründern des Fleur de Lys-Ordens gehörte. Er war bei den Royal Scots Greys, ein schottisches Regiment des britischen Militärs. Dort diente er gemeinsam mit dem Herzog von Kent aus der britischen Königsfamilie. Der Herzog ist ein Cousin der Queen und ist der derzeitige Grossmeister der englischen Freimaurergrossloge.

Leopold III., König von Belgien (1901-1983): Er war von 1914 bis 1972 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und war somit bereits als Jugendlicher ein hochrangiger Geheimbündler. Von 1934 bis 1951 war er König von Belgien. Er war mit vielen europäischen Hochadelsfamilien verwandt und heiratete in die schwedische Königsfamilie. Er hatte Blut des Montgomery Clans in sich (das Blut der Montgomerys ist inzwischen im Hochadel angekommen).

Robert Udny-Hamilton, der 11. Lord Belhaven und Stenton (1871-1950): Er war von 1900 bis 1914 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er war auch Grossmeister der schottischen Freimaurergrossloge und stammte aus dem schottischen Hamilton Clan, der hochrangige Freimaurer hervorbrachte. Robert Udny-Hamilton bereiste britische Kolonien. Seine Tochter Julia heiratete in die Somerset von Beaufort Familie. Die englische Adelsfamilie stammt im Mannesstamm von der Plantagenet-Dynastie ab, die vom 12. bis 15. Jahrhundert die Königsfamilie von England war (also zur Templerzeit) und vom jerusalemischen König Fulko (starb 1143) abstammte.

Baron Robert Dundas von Arniston (1857-1910): Er war von 1875 bis 1900 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er kam aus dem Dundas Clan und heiratete in den Montgomery Clan. Er bereiste britische Kolonien.

Kaiser Napoleon III. (1808-1873): Er war von 1862 bis 1875 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er regierte Frankreich von 1848 bis 1870, ab 1852 als Kaiser. Er kam aus der Bonaparte Familie, die bis heute zum Hochadel gehört. Sein Onkel war der erste Napoleon, der ebenfalls Kaiser von Frankreich war. Die Bonaparte Familie brachte im 19. Jahrhundert hochrangige Freimaurer hervor. Kaiser Napoleon III. heiratete die spanische Adlige Eugénie de Montijo, die mütterlicherseits aus dem schottischen Kirkpatrick stammte.

Archibald Montgomery, der 13. Graf von Eglinton (1812-1861): Er war von 1838 bis 1862 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er war der Clan-Chef des Montgomery Clans und war mit hochrangigen Freimaurern aus Schottland verwandt. Er war in der Politik und wurde in den Privy Council aufgenommen, der bis heute der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Der jüdische Graf Benjamin Disraeli, der britischer Premierminister war, beschrieb Montgomery als „den ehrlichsten und geradlinigsten Mann, mit dem ich je zu tun hatte“. Graf Archibald Montgomery organisierte das Eglinton-Turnier von 1839, ein Lanzenturnier, an dem Adlige teilnahmen. Zu den Teilnehmern gehörte auch sein persönlicher Freund, der spätere französische Kaiser Napoleon III., der nach ihm Grosskommandant wurde.

Robert Montgomery von Comber (1778-1838): Er war von 1825 bis 1838 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und kam aus dem Montgomery Clan.

George Beaumont: Eine Person mit Namen George Beaumont war von 1815 bis 1825 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Der Orden weiss selber nicht, um wen es sich dabei handelt, aber er vermutet, dass es Baron George Beaumont (1753-1827) ist. Der Orden vermutet, dass seine Familie von der normannischen Einwandererfamilie Beaumont abstammt, die im 11. und 12. zur britischen Adelselite gehörte. Da der heutige Orden nicht weiss, wer der Grosskommandant war, kann man davon ausgehen, dass der Orden sehr viel Wert auf Geheimhaltung legte und wenig Schriftliches hinterliess.

Hugh Montgomery von Grey Abbey (1754-1815): Er war von 1800 bis 1815 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und kam aus dem Montgomery Clan.

Erzherzog Maximilian von Habsburg-Lothringen (1756-1801): Er war von 1768 bis 1800 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und war somit bereits als Jugendlicher ein hochrangiger Geheimbündler. Sein Vater war der römisch-deutsche Kaiser Franz I. Stephan. Er war der einzige römisch-deutsche Kaiser, von dem man weiss, dass er Freimaurer war. Er kam aus den französischen Hochadelsfamilien Vaudémont und Orléans. Er wurde Kaiser durch seine Heirat in die österreichische Königsfamilie Habsburg. Durch diese Ehe entstand die bis heute bestehende Hochadelslinie Habsburg-Lothringen. Erzherzog Maximilian war auch Kurfürst und Erzbischof. Er war zudem Hochmeister des bis heute bestehenden Deutschen Ordens. Der vatikanverbundene Orden wurde wie der Templerorden von Kreuzfahrern in der heiligen Stadt Jerusalem gegründet.

Alexander Montgomery, der 10. Graf von Eglinton (1723-1769): Er war von 1757 bis 1768 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und war der Clan-Chef des Montgomery Clans. Er war einer der frühen Grossmeister der schottischen Freimaurergrossloge. Als er das Amt antrat, war er erst 27 Jahre alt, was sehr jung für ein Grossmeisteramt ist.

Lord Thomas Erskine (1705-1766): Er war von 1746 bis 1757 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und war einer der frühen Grossmeister der schottischen Freimaurergrossloge. Er kam aus dem Erskine Clan, der hochrangige Freimaurer hervorbrachte. Er heiratete in den Hope Clan und kam mütterlicherseits aus dem Hay Clan, der ebenfalls hochrangige Freimaurer hervorbrachte.

Charles Radclyffe, der 5. Graf von Derwentwater (1693-1746): Er war von 1730 bis 1746 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Der englische Adlige war einer der ersten Grossmeister der französischen Freimaurer. Er gilt als einer der Gründer der Freimaurerei in Frankreich und soll die erste Freimaurerloge auf dem europäischen Festland gegründet haben. Er heiratete in den Livingstone Clan. Seine Mutter war die uneheliche Tochter von König Karl II. aus der schottischen Königsfamilie Stuart, die aus dem Stewart Clan kam. Charles Radclyffe wurde hingerichtet, weil er den erfolglosen Jakobitenaufstand unterstützte. Die Jakobiten wollten die deutsche Hochadelsfamilie Hannover vom britischen Thron entfernen, damit die ursprüngliche Königsfamilie Stuart wieder die Macht übernehmen kann. Charles Radclyffe und seine Familie hatten Kontakte zur im Exil lebenden Stuart Familie. Sie unterstützen Charles Edward Stuart, den die Jakobiten als den rechtmässigen König von Grossbritannien ansahen. Der deutsche Adlige Karl Gotthelf von Altengrotkau, ein hochrangiger Freimaurer, lebte zu dieser Zeit. Er behauptete, dass er in den schottischen Templerorden aufgenommen worden war. Er behauptete auch, die “unbekannten Oberen“ Templer zu kennen, welche die gesamte Freimaurerei steuern. Er sagte, einer der Obersten Templermeister sei der im Exil lebende Charles Edward Stuart. Charles soll in Frankreich einen Rosenkreuzerritus gegründet haben. Sein Lehrer war der Freimaurer Andrew Michael Ramsay. Dieser behauptete, dass bereits Lord James Stewart (starb 1309) aus dem Stewart Clan Grossmeister einer Freimaurerloge in Schottland gewesen war. Nach Angaben von Ramsay brachte der Templerorden zu dieser Zeit die Freimaurerei nach Schottland. Der Stewart Clan brachte in den letzten 320 Jahren viele hochrangige Freimaurer hervor.

John Erskine, der 23. Graf von Mar (1675-1732): Er war von 1716 bis 1730 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und kam aus dem Erskine Clan. Er unterstützte ebenfalls den Jakobitenaufstand. Er heiratete in den Hay Clan, der hochrangige Freimaurer hervorbrachte.

Hugh Montgomery, der 2. Graf von Mount Alexander (1651-1717): Er war von 1689 bis 1716 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und kam aus dem Montgomery Clan. Er heiratete in die englische Adelsfamilie Berkeley.

Vizegraf John Graham von Claverhouse (1648-1689): Er war von 1675 bis 1689 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Väterlicherseits kam er aus dem Graham Clan und mütterlicherseits aus dem Carnegie Clan. Er hatte Blut von schottischen Königen in sich.

Henri de La Tour d’Auvergne, Vizegraf von Turenne (1611-1675): Er war von 1640 bis 1675 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er gilt als der führende französische Feldherr seiner Zeit. Er kam aus einer hugenottischen (protestantischen) Familie. Das ist bemerkenswert, da zur damaligen Zeit die französische Elite fast nur aus Katholiken bestand. Henris Grossvater mütterlicherseits war Wilhelm von Nassau-Dillenburg (1533-1584). Dieser war ein Führer im niederländischen Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien, der mit seinen Verbündeten ihre Unabhängigkeit erklärten. Somit kann Wilhelm als der Gründer der Republik der Vereinten Niederlande betrachtet werden. Er war der Stammvater der niederländischen Königsfamilie, die ab da bis heute mit einigen Unterbrechungen den niederländischen Thron besetzt. Wilhelm solidarisierte sich mit den verfolgten Protestanten. Das niederländische Königshaus spielte eine wichtige Rolle bei der Reformation im Hochadel und war, genau wie die anderen protestantischen Königsfamilien, eng mit der Freimaurerei verbunden.

Charles de Lorraine, der 4. Herzog Guise (1571-1640): Er war von 1595 bis 1640 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er kam aus der französischen Hochadelsfamilie Vaudémont (Lothringen), die wie bereits erwähnt zu den Vorfahren der heutigen nicht amtierenden österreichischen Königsfamilie Habsburg-Lothringen gehört. Durch diese Abstammung war Erzherzog Maximilian von Habsburg-Lothringen später berechtigt das Amt des Grosskommandanten des Fleur de Lys-Ordens zu übernehmen. Charles de Lorraine beteiligte sich an der Bekämpfung der Hugenotten. Daher ist es erstaunlich, dass der nachfolgende Grosskommandant Hugenotte war.

Robert de St. Clair: Eine Person mit Namen Robert de Saint Clair war von 1585 bis 1595 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er kam höchstwahrscheinlich aus dem St. Clair/Sinclair Clan. Graf Henry Sinclair (lebte im 14. Jahrhundert) war der Legende nach ein Templer. Legenden und Spekulationen besagen, dass Henry Sinclair bereits vor Christoph Kolumbus nach Nordamerika gereist sei. Die verfolgten Templer, die nach Schottland flüchteten und dort mit Clans in Kontakt standen, wussten angeblich über die Existenz des amerikanischen Kontinents Bescheid, was dann Sinclair veranlasste den damals noch unbekannten Kontinent zu besuchen. Die heutige Grafenfamilie St. Clair-Erskine, die aus den Clans Sinclair und Erskine stammt, besitzt die Rosslyn-Kapelle. Die schottische Kapelle wurde im 15. Jahrhundert errichtet und befindet sich seither im Besitz von Mitgliedern des Sinclair Clans. Um die Kapelle ranken sich viele Mythen und Verschwörungstheorien. Die Kapelle wird mit den Freimaurern und den Templern in Verbindung gebracht. Weitere Theorien zur Rosslyn-Kapelle besagen, dass sich darin der Templerschatz, der Heilige Gral, die Bundeslade oder gar der mumifizierte Kopf von Jesus Christus befindet. Die Kapelle kommt auch im verfilmten Buch The Da Vinci Code vor. Übrigens: Der britische Baron Jacob Rothschild, der als das derzeitige Oberhaupt der berühmten Rothschild Familie gilt, war viele Jahre mit der verstorbenen Serena Dunn verheiratet. Serena kam mütterlicherseits aus der Grafenfamilie St. Clair-Erskine, die wie gesagt die Kapelle bis heute besitzt. Die Rothschild Familie brachte im 19. Jahrhundert Freimaurer hervor. Ein Mitglied der St. Clair-Erskine Familie (der 4. Graf von Rosslyn) war von 1884 bis 1890 Grossmeister des wiederbelebten Templerordens in Schottland.

David Seton von Parbroath (1543-1601): Er war von 1572 bis 1585 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Der schottische Höfling kam aus dem Seton Clan. Von 1588 bis 1597 war er Comptroller und damit für die königlichen Finanzen und Haushaltsausgaben der schottischen Königsfamilie Stuart zuständig. Zur selben Zeit gehörte auch William Schaw zu den Höflingen der Stuart Familie. William Schaw gilt als wichtige Persönlichkeit bei der Entwicklung der Freimaurerei in Schottland.

Hugh Montgomerie, der 3. Graf von Eglinton (1540-1585): Er war von 1556 bis 1572 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und kam aus dem Montgomery Clan. Seine erste Frau kam aus den Clans Hamilton und Douglas. Seine zweite Frau kam aus dem Drummond Clan und der schottischen Königsfamilie.

Ferrante Gonzaga (1507-1557): Er war von 1527 bis 1556 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens und kam aus der italienischen Adelsfamilie Gonzaga, die viele Kardinäle und Bischöfe hervorbrachte. Die Gonzaga Familie war über Heiraten mit dem päpstlichen Adel verbunden. Ferrante Gonzagas Mutter war Isabella d’Este. Väterlicherseits kam sie aus der italienischen Adelsfamilie Este. Ihr Grossvater mütterlicherseits war König von Neapel und kam aus der Trastámara-Dynastie. Ihr Bruder heiratete die berüchtigte Lucrezia Borgia, eine uneheliche Tochter von Papst Alexander VI.. Ferrante Gonzaga vertrat die damalige spanische Königsfamilie aus dem Haus Habsburg als Vizekönig von Sizilien. Er kannte Marcantonio Colonna aus der päpstlichen Adelsfamilie Colonna. Ferrante Gonzagas Bruder heiratete in die Adelsdynastie der Palaiologen. Die Palaiologen stellten die letzte Kaiserfamilie des Byzantinischen Reiches. Die Nachkommen der Palaiologen haben Anspruch auf eine Mitgliedschaft im Fleur de Lys-Orden.

Herzog Charles de Bourbon-Montpensier (1490-1527): Er war von 1508 bis 1527 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er war einer der reichsten und mächtigsten Adligen in Frankreich. Er kam aus der französischen Hochadelsfamilie Bourbon und war somit ein Nachkomme der Kapetinger. Alle französischen Könige der letzten 1000 Jahre, mit Ausnahme der beiden Napoleons, waren Kapetinger oder stammen von diesen ab. Somit stellten die Kapetinger 39 französische Könige. Davon kamen sieben Könige aus der Bourbon Familie und auch die heutige spanische Königsfamilie kommt aus dem Haus Bourbon. Charles von Bourbon-Montpensier kam mütterlicherseits aus der Gonzaga Familie und der nachfolgende Grosskommandant war sein Cousin. Charles kannte den berühmten Leonardo da Vinci.

Herzog René de Lorraine (1451-1508): Er war von 1485 bis 1508 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er kam aus der bereits erwähnten französischen Hochadelsfamilie Vaudémont (Lothringen). Er sah sich selbst als der rechtmässige König der heiligen Stadt Jerusalem. Sein Grossvater mütterlicherseits war der Ordensgründer René d’Anjou, der ebenfalls den Thron von Jerusalem anstrebte.

Herzog Ludovico Sforza di Milano (1452-1508): Er war von 1480 bis 1485 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er heiratete in die bereits erwähnte Este Familie und kam aus den italienischen Adelsfamilien Sforza und Visconti. Er war einer der reichsten und mächtigsten Adligen in Italien. Er war ein Förderer des berühmten Leonardo da Vinci.

Vor 1480 waren wie bereits erwähnt die Ordensgründer Cosimo de Medici, John Montgomery und Rene d’Anjou Grosskommandanten des Fleur de Lys-Ordens.

Weiteres

Die grösste Tragödie für den Orden war der Erste Weltkrieg. Der Weltkrieg und der daraus resultierende Konflikt zwischen den europäischen Hochadelsfamilien führte zum Zerfall des Ordens. In Österreich beispielsweise mussten alle Mitglieder ihre Mitgliedschaft aufgeben und traten teilweise anderen Orden bei. Inzwischen hat sich der Fleur de Lys-Orden erholt und seit 1995 steigt die Anzahl der Mitglieder wieder. (Quelle) Das liegt vermutlich daran, dass der Orden sich entschieden hat, nicht nur erbliche Mitglieder aufzunehmen, sondern inzwischen auch Personen aufnimmt, die keine Nachfahren der Gründerfamilien sind.

Der Ordensgründer René I. d’Anjou gründete 1448 einen weiteren Kreuzfahrerorden, den Militärorden des Halbmonds. Irgendwann verschwand der Halbmondorden oder wurde von einem Papst unterdrückt. Seine Mitglieder oder deren Nachkommen erschienen im Fleur de Lys-Orden. (Quelle

Die Ritter des Halbmondordens und des Fleur de Lys-Ordens kämpften im 15. Jahrhundert gemeinsam mit den Walachen und Ungaren gegen die Muslime. Als der Orden mit den Walachen kämpfte, sollen sich auch die ersten Juden dem Orden angeschlossen haben. Im Kampf gegen die Osmanen sollen sich die beiden Orden mit dem Drachenorden verbündet haben, ebenfalls ein katholischer Ritterorden. Dadurch gab es vermutlich Kontakte zur Familie des walachischen Herrschers Vlad III. Drăculea. (Quelle) Dieser wurde aufgrund seiner angeblichen Gräueltaten berühmt. Er soll ein sadistischer, masochistischer, kan­ni­ba­lis­tischer, pädophiler Mörder gewesen sein, der einen regelrechten Folter- und Vergewaltigungskult betrieb, was sich aber nicht beweisen lässt. Er inspirierte höchstwahrscheinlich den irischen Schriftsteller Bram Stoker zu seiner Romanfigur Dracula.

Der Fleur de Lys-Orden behauptet, dass er die Machtübernahme des serbischen Herrschers Đurađ Branković (1377-1456) unterstützt hatte (Quelle).

Der Orden war somit im 15. Jahrhundert stark in Osteuropa aktiv. In Bosnien gibt es eine unterirdische Krypta in Form einer riesigen Fleur de Lys, in der offenbar Mitglieder des Ordens im Verborgenen lebten und verehrt wurden. Serbische Adelsfamilien sollen von Ordensrittern abstammen. (Quelle) Wie oben bereits erwähnt wurde, hat der heutige Orden serbische Mitglieder, darunter eine Prinzessin aus der nicht amtierenden serbischen Königsfamilie. Über die Prinzessin wird der Orden Kontakte zur serbisch-orthodoxen Kirche haben. Irinej Dobrijević, der Bischof der serbisch-orthodoxen Kirche in Australien und Neuseeland, ist Mitglied des Fleur de Lys-Ordens. Er ist ein Nachkomme der serbischen Adelsfamilie Dobrijevic, die sich im Kampf gegen die Osmanen mit dem Orden verbündet haben soll. (Quelle)

John Brooke (1927-2006) gehörte zur Fleur de Lys-Ordensführung. Er war auch Mitglied des Malteserordens. (Quelle) Der Malteserorden ist der vermutlich einflussreichste Vatikanorden und hat seine Wurzeln ebenfalls in den Kreuzzügen. Die beiden Orden könnten also womöglich miteinander in Kontakt stehen.

Michael Poynder (1932-2008) gehörte zur Fleur de Lys-Ordensführung. Er war auch Mitglied des Druidenordens. (Quelle) Die heutigen Druidenorden in Grossbritannien sind mit der Freimaurerei verbunden. Die Druiden gehörten in der Zeit vor Christus zur keltischen Elite. Sie waren wohl die gebildetsten Mitteleuropäer ihrer Zeit. Das Zentrum des Druidentums war, genau wie heute, die britische Insel. „Diejenigen, die tiefer in ihre Lehre eindringen wollen, gehen gewöhnlich nach Britannien“, schrieb der römische Herrscher Julius Cäsar. Dort sei der Ursprungsort des Druidensystems. Auf der britischen Insel befinden sich viele alte Steinkreise und Bauwerke, von denen mache älter als die Pyramiden sind. Diese Steine werden mit den Druiden und den Freimaurern in Verbindung gebracht. Man kann davon ausgehen, dass die schottischen Steinmetze, die zu den frühen Freimaurern gehörten, von diesen alten Bauwerken fasziniert waren.

Daphne Rosalinde Wyke (1921-2019) gehörte zur Fleur de Lys-Ordensführung. Sie war Botschafterin der Vereinten Nationen. In dieser Funktion bereiste sie die Welt und pflegte freundschaftliche Beziehungen zu vielen Staatsoberhäuptern. (Quelle)

Wie bereits erwähnt wurde, war Eric Hugh Montgomery (*1938) aus dem Montgomery Clan von 1972 bis 2021 Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens. Er befasst sich mit alten Königsfamilien und Götterfamilien aus Religonen und Mythologie. Ich interessiere mich ebenfalls für die beiden Themen und glaube, dass viele der alten Götterfamilien eigentlich Königsfamilien waren. Montgomery veröffentlichte vier Bücher (die God-Kings-Reihe), in denen es um Königsdynastien geht. Für seine Recherchen verwendete er Dokumente, zu denen angeblich keine anderen Forscher Zugang hatten, einschliesslich der Ergebnisse von DNA-Studien. Vermutlich hat er die Dokumente über den Fleur de Lys-Orden oder weiteren Geheimorden einsehen können. In seinen Büchern wird die Theorie aufgestellt, dass Jesus Christus Nachkommen hatte, die auch Blut des nordischen Gottes Odin in sich trugen, der vermutlich ein König war. Nachdem die vom Vatikan gesteuerten Kreuzfahrer zu Beginn des 2. Jahrtausends das Heilige Land erobert hatten, wurden Kreuzfahrerstaaten im und um das Königreich Jerusalem errichtet. Diese Kreuzfahrerstaaten wurden von europäischen Hochadligen regiert und Montgomery ist überzeugt davon, dass diese Nachkommen von Jesus waren. Die Königsfamilien der Kreuzfahrerstaaten kamen aus dem französischen Hochadel. Zu ihren heutigen zahlreichen Nachkommen gehören unter anderem die britische Königsfamilie, alle Mitglieder der Familie Habsburg-Lothringen und weitere Hochadlige sowie viele britische Adlige, darunter die Herzogsfamilien aus dem Stewart Clan. Wenn Montgomery recht hätte mit seiner Theorie, dann wären diese Familien die heutigen Nachkommen von Jesus. Wie oben bereits erwähnt wurde, beanspruchte die Anjou Familie während der Kreuzfahrerzeit den Thron von Jerusalem und René I. d’Anjou gründete den Fleur de Lys-Orden, dessen Mitglieder René als rechtmässigen König von Jerusalem ansahen.

Montgomerys Buch wird auf Amazon mit folgendem Satz beworben: „Es ist ein Muss für alle, die sich dafür interessieren, wie Europa seit Jahrhunderten regiert wird“. Es gibt Verschwörungstheoretiker, die glauben, dass der heutige Hochadel von alten königlichen Blutlinien abstammt, die weiter als 3000 Jahre zurückgehen. Auch einzelne Adlige glauben scheinbar an diese Theorie. Der Unterschied zu den Verschwörungstheoretikern ist, dass die Adligen diese Blutlinien als etwas Positives und Heiliges ansehen, während die Verschwörungstheoretiker diese Blutlinien mit Negativem in Verbindungen bringen, wie zum Beispiel mit Machtgier, Grössenwahn und Imperialismus.

Zur angeblichen Jesus-Blutlinie muss man noch folgendes wissen: In der Bibel steht, dass Jesus ein Nachkomme der Davididen war. Die jüdische Königsdynastie wurde von König David begründet. Er soll vor 3000 Jahren gelebt haben und er wird in den heiligen Schriften des Christen- und Judentums sowie im Koran erwähnt. Er war König von Juda, zu dem auch die Heilige Stadt Jerusalem gehörte. Die Dynastie der Davididen soll noch bis ins 6. Jahrhundert vor Christus über Juda geherrscht haben. Davids Sohn König Salomo soll der Erbauer des salomonischen Tempels gewesen sein, der bis zu seiner Zerstörung im 6. Jahrhundert vor Christus auf dem bis heute heiligen Tempelberg in Jerusalem stand. Die Freimaurer, die Templer und die Rosenkreuzer führen ihre Ursprünge auf den Tempelbau zurück. Jesus Vater Josef (der vermutlich biologische Vater des angeblichen Gottessohn) soll von den Davididen abstammen. Die Stammlinien in den beiden Evangelien unterscheiden sich, aber beide führen den Davididen Serubbabel als Vorfahren auf. Dieser soll im 6. Jahrhundert vor Christus den zerstörten Tempel wieder aufgebaut haben (der 600 Jahre später wieder zerstört wurde). Jesus wird als der Messias bezeichnet. Nach der christlichen Überlieferung ist der Messias der Sohn Gottes. Die jüdische Überlieferung, die älter als das Christentum ist, hatte die Ankunft des Messias vorausgesagt. Nach der jüdischen Überlieferung ist der Messias aber nicht der Sohn Gottes, sondern der rechtmässige, von Gott eingesetzte König der Juden, der von König David (oben erwähnt) abstammen muss. Der Messias soll den zerstörten Tempel wieder aufbauen. Zur Zeit als Jesus geboren wurde, war die Dynastie der Herodianer die Herrscher von Jerusalem. Sie waren keine Nachkommen der Davididen. Daher wäre Jesus mit seinem königlichen Blut der rechtmässige König von Jerusalem gewesen und wurde daher als Messias bezeichnet. Vielleicht liess König Herodes deshalb alle männlichen Kleinkinder in Bethlehem ermorden, wo sich der geborene Messias aufhielt. König Herodes wollte damit den legitimen Thronfolger ausschalten. Es gab womöglich mehrere Könige, welche die Davididen wieder auf den Thron bringen wollten und daher Kontakt zu Jesus suchten (Legende der Heiligen Drei Könige).

Übrigens sollen der Legende nach die nicht amtierenden Königsfamilien von Äthiopien und Georgien, die noch immer bestehen, von den Davididen abstammen. Die georgische Königsfamilie heiratete in den letzten Jahrzehnten in die russische Zarenfamilie und in den päpstlichen Adel.

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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