Livingstone Clan

Der schottische Clan ist etwa 900 Jahre alt und trug ursprünglich den Namen MacLea, änderte ihn dann aber in Livingstone. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wanderte ein Familienzweig des Livingstone Clans nach Nordamerika aus. Ihre Nachkommen sind seither Teil der amerikanischen Elite. Sie gehörten zu den Gründervätern der USA. Viele Familien der US-Elite haben Blut der Livingstones in sich. Zu ihren Nachkommen gehören unter anderem die bekannte Bush Familie, die zwei US-Präsidenten hervorbrachte (die beide Mitglied bei Skull and Bones waren). Auch die Politikerfamilien Kean und Fish sowie Teile der Familien Roosevelt und Astor gehören zu ihren Nachkommen (Quelle).

Die Livingstones als Kolonialherren

Robert Livingston der Ältere (1654-1728) wurde in Schottland in den Livingstone Clan geboren. Mehrere Vorfahren gehörten zum schottischen Adel.

Robert Livingston zog erst mit seiner Familie von Schottland in die Niederlande. Der Livingstone Clan war zu der Zeit bereits mit der niederländischen Elite verbunden und Teile des Clans waren dort sesshaft. Der schottische Graf James Livingston (circa 1590-1674) war Oberst der niederländischen Armee. Später emigrierte Robert Livingston nach Boston in Nordamerika, wo er als Geschäftsmann tätig wurde. Er wurde Sekretär des niederländischen Kolonialherren Nicholas van Rensselaer. Dessen Familie war zu der Zeit eine der mächtigste Familien Nordamerikas und war massgeblich an der Gründung der niederländischen Kolonie New Netherland beteiligt, deren Kolonialherren im 17. Jahrhundert die Ostküste kontrollierten. Robert Livingston heiratete in die Schuyler Familie, die ebenfalls eine bedeutende niederländische Kolonialfamilie war. Im 17. Jahrhundert waren die Niederlande führende Kolonialmacht und Amsterdam war das Finanzzentrum der Welt (Goldenes Zeitalter).

Robert Livingston war der erste Lord von „Livingston Manor“, ein 650 Quadratkilometer grosses Stück Land (im heutigen New York und New Jersey), das ihm 1715 von der britischen Krone gewährt wurde.

Robert Livingstons Kinder heirateten in einflussreiche Kolonialfamilien:

  • Johannes Livingston (1680-1720) heiratete die Tochter von Fitz-John Winthrop, der Gouverneur der englischen Kolonie Connecticut war. Die Winthrop Familie gehörte zu den mächtigsten englischen Kolonialfamilien Nordamerikas. John Winthrop (1587-1649) gründete die englische Kolonie „Massachusetts Bay Colony“. Die Winthrop Familie gehörte übrigens noch im 19. Jahrhundert zur US-Elite und war mit der Roosevelt Familie verbunden (Quelle), die zwei US-Präsidenten hervorbrachte. Die Roosevelts sind eine niederländische Kolonialfamilie, die bereits im 17. Jahrhundert zur Elite der heutigen USA gehörte und mit den Familien Van Rensselaer und Schuyler verbunden war (Quelle).
  • Margaret Livingston (1681-1758) heiratete Samuel Vetch. Der Schotte war Kolonialgouverneur der kanadischen Provinz Nova Scotia. Er lebte zuvor zeitweise in den Niederlanden.
  • Hubertus Gilbert Livingston (1690-1746) heiratete in die niederländische Beekman Familie, die zu den mächtigsten Kolonialfamilien gehörte.

(Quelle)

Robert war der Onkel von Robert Livingston dem Jüngeren (1663-1725). Dieser war als Politiker und Kaufmann im kolonialen New York tätig, das von niederländischen Familien kontrolliert wurde. Er heirate wie sein Onkel in die niederländische Schuyler Familie. Seine Kinder heirateten in die niederländischen Familien Van Rensselaer und Beekman. (Quelle)

Die Livingstones als Gründerväter

Philip Livingston (1686-1749) war der Sohn von Robert Livingston dem Älteren. Philip war ein führender Sklavenhändler in New York. Einer seiner Söhne heiratete in die Van Rensselaer Familie. Zwei weitere Söhne und ein Grossneffe gehörten zu den Gründervätern der USA:

  • Der Sohn William Livingston (1723-1790) war einer der Unterzeichner der US-Verfassung. Er war auch der erste Gouverneur von New Jersey. Seine Tochter Sarah heiratete John Jay, der einer der wichtigsten Gründerväter war. (Quelle)
  • Der Sohn Philip Livingston (1716-1778) war einer der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. Seine Tochter Catherine heiratete in die Van Rensselaer Familie. (Quelle)
  • Der Grossneffe Robert R. Livingston (1746-1813) gehörte zu den fünf Personen, welche die Unabhängigkeitserklärung verfassten (Quelle). Er war der erste Aussenminister der USA. Er war Freimaurer und war von 1784 bis 1800 Grossmeister der Grossloge von New York, eine der wichtigsten Freimaurerlogen der USA (Quelle). Er war zudem Ehrenmitglied der Society of the Cincinnati, die 1783 von den Gründervätern gegründet wurde und bis heute besteht. Es ist eine der elitärsten Gesellschaften der USA. 15 US-Präsidenten waren Mitglied und auch Angehörige der Familien Van Rensselaer und Schuyler waren darin vertreten (Quelle).

Maturin Livingston (1769-1847) heiratete die Tochter von Morgan Lewis. Dessen Vater Francis Lewis gehörte zu den Gründervätern. Morgan Lewis wiederum heiratete Gertrude Livingston (1757-1833). Maturins Tochter Angelica Livingston (1820-1896) heiratete einen Enkel von Alexander Hamilton, der einer der wichtigsten Gründerväter war und als der Gründer des US-Finanzsystem gilt. Er stammte aus dem schottischen Hamilton Clan. (Quelle)

Edward Livingston (1764-1836) war der elfte Aussenminister der USA. Er war Freimaurer. Henry Beekman Livingston (1750-1831) und James Livingston (1747-1832) waren ebenfalls Freimaurer (Quelle: 1 und 2)

Die drei Livingstones, die zu den Gründervätern gehörten, waren schon vor der Gründung der USA dem Kontinentalkongress beigetreten (Quelle). Dieser bestand aus der Elite der 13 Kolonien der Ostküste Nordamerikas, die sich ab dem Jahr 1774 von Grossbritannien unabhängig machen wollten, worauf der amerikanische Unabhängigkeitskrieg begann. Die vom Kontinentalkongress gesteuerte Armee gewann mit der Hilfe von Frankreich den Krieg. Mitglieder des Kontinentalkongresses, darunter auch die Livingstones, gründeten daraufhin die USA.

Die Gründerväter Philip Livingston (1716-1778) und Robert R. Livingston (1746-1813) waren Präsidenten der „Saint Andrew’s Society of the State of New York“ (Quelle). Diese wurde 1756 gegründet und besteht bis heute. Sie ist somit die älteste Wohltätigkeitsorganisation von New York. Die Gesellschaft wird seit ihrer Gründung von schottischen Clans geführt und die Livingstons waren somit zu dem Zeitpunkt definitiv mit den schottischen Clans verbunden. Die Gesellschaft wird seit ihrer Gründung von schottischen Clans geführt, darunter auch die Clans Murray, Barclay, Livingston und Drummond. St. Andrew’s Societies gibt es heute noch in vielen ehemaligen britischen Kolonien (USA, Kanada, Australien und weitere) und werden von schottischen Clans geführt. Sie dienen unter anderem dazu, Kontakte zwischen den schottischen Kolonialfamilien zu fördern.

Die Livingstones im 19. Jahrhundert

Seit der Gründung der USA Ende des 18. Jahrhunderts waren viele Livingstons in der Politik und beim Militär.

Der Richter Henry Brockholst Livingston (1757-1823) gehörte zum ersten Aufsichtsrat der Manhattan Company, eine New Yorker Bank. Sie fusionierte 1955 mit der Bank der Rockefeller Familie. Sie gehört zu den Vorläufern der Grossbank JPMorgan Chase, die heute die grösste Bank der USA ist.

Der Gouverneur und Börsenmakler Robert Livingston Beeckman (1866-1935) war Freimaurer (Quelle).

Die Livingstons gehörten zu den Four Hundred, der New Yorker Elite während des Goldenen Zeitalters (1870-1900). Die Gesellschaft wurde von der Astor Familie geleitet, die oft die Gastgeber waren. Zur Gesellschaft gehörten auch die Kolonialfamilien Van Rensselaer, Vanderbilt, Schuyler, Winthrop, de Peyster und Bayard. (Quelle)

Die Livingstones im 20. Jahrhundert

John Henry Livingston (1848-1927) war in mehreren Clubs der US-Elite vertreten. Er war Präsident des „Order of colonial Lords of Manors in America“ (Quelle). Der Orden wurde 1911 gegründet und besteht bis heute. Nur Nachfahren von bedeutenden Kolonialfamilien dürfen beitreten.

Ogden Livingston Mills (1884-1937) kam mütterlicherseits aus der Livingston Familie. Er war US-Finanzminister. Er war im Vorstand grosser Stahl- und Eisenbahnunternehmen, darunter auch bei der Lackawanna Steel Company, die damals zu den grössten Stahlkonzernen der Welt gehörte.

Robert Livingston Gerry Sr. (1877-1957) kam mütterlicherseits aus der Livingston Familie. Sein Urgrossvater Elbridge Gerry gehörte zu den US-Gründervätern. Robert heiratete in die Harriman Familie. (Quelle) Diese kontrollierte ab den 1930er Jahren die Bank „Brown Brothers Harriman & Co.“, welche die älteste und eine der grössten Privatbanken der USA ist. Sein Sohn Elbridge Gerry Sr. arbeitete für die Bank. Während des 2. Weltkrieges war Elbridge als Geheimdienstoffizier tätig. Sein Schwiegersohn war CFO der französischen Investmentbank Natixis. (Quelle)

Bob Livingston (*1943) war in der Politik. Nachdem er die Politik verliess, gründete er eine eigene Lobbyfirma. Er gehört zum Kreis um Donald Trump. Er war Teil der Ukraine-Affäre und beteiligte sich aktiv am erfolgreichen Versuch die US-Botschafterin Marie Yovanovitch loszuwerden. Seine Lobbyfirma hatte Kontakt zu ukrainischen Unternehmen mit Verbindungen zu Julia Timoschenko, der ehemaligen Ministerpräsidentin der Ukraine. (Quelle)

Weitere erwähnenswerte Heiraten

Die Livingstones haben in sehr viele elitäre Familien geheiratet. Daher hab ich hier nur die wichtigsten Heiraten aufgelistet:

  • Der Grossvater mütterlicherseits von Flora Sheldon (1872-1920) war Courtland Philip Livingston Butler, der mütterlicherseits aus der Livingston Familie kam. Flora Sheldon heiratete Samuel Prescott Bush, der als der Stammvater der bekannten Politikerfamilie Bush gilt. Somit hat auch die heutige Bush Familie Blut des Livingstone Clans in sich. (Quelle: 1 und 2)
  • Susan Livingston (1759-1853) heiratete den Kaufmann und Politiker John Kean. Dieser war der Stammvater der Politikerfamilie Kean, die somit ebenfalls Blut des Livingstone Clans in sich hat. (Quelle)
  • Elizabeth Livingston (1855-1943) heiratete den Sohn des Briten George Cavendish-Bentinck, der zum Geheimrat (Privy Council) der britischen Königsfamilie gehörte. Cavendish ist eine angesehene englische Adelsfamilie und Bentick eine niederländische Adelsfamilie. Elizabeths Tochter heiratete einen Neffen von JP Morgan. (Quelle) JP Morgan war einer der einflussreichsten Bankiers der US-Elite.
  • Herbert Livingston Satterlee (1863-1947) war stellvertretender Finanz- und Marineminister der USA. Er war Präsident des Union League Clubs. Er heiratete ebenfalls in die Bankiersfamilie Morgan. (Quelle)
  • Ruth T. Livingston (1855-1920) heiratete den Finanzier Ogden Mills. Eine ihrer Töchter heiratete in die Phipps Familie, die zusammen mit Andrew Carnegie die Stahlindustrie in den USA dominierte. Die zweite Tochter von Ruth heiratete einen britischen Grafen, der aus dem schottischen Forbes Clan kam und zum Geheimrat der britischen Königsfamilie gehörte. Der Sohn von Ruth war der US-Finanzminister Ogden Livingston Mills (1884-1937). (Quelle)
  • Henry Walter Livingston (1768-1810) heiratete eine Enkelin des Kaufmanns und Juristen William Allen (Quelle). William Allen war einer der reichsten Männer Philadelphias. Er war Freimaurer und war der zweite Grossmeister der 1731 gegründeten Freimaurer-Grossloge von Pennsylvania (Quelle).
  • Peter Schuyler Livingston (1772-1809) heiratete Eliza Barclay, die aus einem amerikanischen Zweig des schottischen Barclay Clans kam. Unter Elizas schottischen Vorfahren war auch der Livingstone Clan. (Quelle)
  • Die Livingstons waren familiär mit den niederländischen Kolonialfamilien Roosevelt, Vanderbilt, Van Rensselaer, Van Cortlandt, Stuyvesant und Beekman verbunden. (Quelle)

Der Livingstone Clan in Grossbritannien

Der aktuelle Clan-Chef des Livingstone Clans ist der Baron Niall Livingstone (*1953). Sein Vater (der vorherige Clan-Chef) arbeitete als politischer Berater der britischen Iraq Petroleum Company, die damals das irakische Öl kontrollierte.

Die britischen Livingstones heirateten in viele schottische Clans.

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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