Luksic Familie

Die Luksic Familie gilt als die reichste Familie Chiles und als eine der reichsten Familien Südamerikas. Ihr Vermögen wird derzeit auf 23 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das ist fast ein Zehntel des jährlichen Bruttoinlandsprodukts Chiles. Die Familie kontrolliert Antofagasta und Quiñenco, zwei der grössten chilenischen Unternehmen.

Antofagasta

Ab dem Jahr 1980 erlangte die Luksic Familie die Kontrolle über den chilenischen Bergbaukonzern Antofagasta. Sie besitzt noch heute mehr als die Hälfte der Stimmrechte am Unternehmen. Die Familie ist derzeit in der Konzernführung vertreten. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in London. Antofagasta war 2018 der sechstgrösste Kupferproduzent der Welt. Kupfer ist in fast allen Kabeln und Elektrogeräten vorhanden und ist daher ein wichtiger Rohstoff.

Chile ist das Land mit den grössten Kupferreserven und besitzt mehr als doppelt so viel wie Peru, das Land mit den zweitgrössten Kupferreserven. Mehr als 20 Prozent der weltweiten Kupferreserven befinden sich in Chile. Die Kupferindustrie macht schätzungsweise 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Chile aus. (Quelle) Antofagasta ist auch in Peru im Kupferbergbau aktiv.

Die chilenische Kupferindustrie wird von Antofagasta und Codelco dominiert. Der Bergbaukonzern Codelco befindet sich in Besitz des chilenischen Staates. Codelco ist schon seit Jahren der grösste Kupferproduzent der Welt. Jean-Paul Luksic (*1964) ist mit Maximo Pacheco Matte befreundet, der chilenischer Energieminister war (Quelle). Im März 2022 wurde Maximo Vorsitzender von Codelco und er war bereits in den 90er Jahren Vizepräsident des Kupferkonzers gewesen (Quelle). Somit hat die Luksic Familie auch einen Draht zur staatlichen Kupferindustrie Chiles. Maximo ist Mitglied des Weltwirtschaftsforums (WEF), zu dem auch das Familienunternehmen der Luksic Familie gehört. Maximos gleichnamiger Vater war Bildungsminister und vertrat Chile als Botschafter beim Papst und der Sowjetunion.

Quiñenco

Die Luksic Familie gründete 1957 Quiñenco, ein Mischkonzern, der sich bis heute mehrheitlich in Familienbesitz befindet. Die Familie führt den Vorstand des Konzerns. Quiñenco verwaltet Vermögenswerte in Höhe von rund 105 Milliarden US-Dollar. Quiñenco ist an mehreren wichtigen Unternehmen beteiligt, bei denen die Luksic Familie auch im Vorstand vertreten ist:

  • Quiñenco besitzt zur Hälfte LQ Inversiones Financieras. Die andere Hälfte gehört der US-amerikanischen Citigroup, eine der grössten Banken der Welt. LQ Inversiones Financieras wiederum besitzt zur Hälfte die Banco de Chile, eine der grössten chilenischen Banken.
  • Quiñenco besitzt den chilenischen Treibstoffkonzern Enex. Dieser ist der zweitgrösste Treibstoffverteiler in Chile mit einem Marktanteil von 21 Prozent am Gesamtvolumen und einem Anteil von 24,5 Prozent im Tankstellensegment. Enex ist auch in den USA und Paraguay aktiv.
  • Quiñenco besitzt die Tochterfirma Invexans. Diese besitzt wiederum 28,8 Prozent des französischen Konzern Nexans, einer der weltweit grössten Kabelhersteller.
  • Quiñenco besitzt zur Hälfte Inversiones y Rentas. Die andere Hälfte gehört dem niederländischen Bierkonzern Heineken, der von der Milliardärsfamilie Heineken kontrolliert wird. Inversiones y Rentas besitzt zur Hälfte den chilenischen Alkoholkonzern CCU.
  • Quiñenco besitzt 61,8 Prozent der CSAV, ein chilenischer Schifffahrtskonzern. CSAV besitzt 30 Prozent des deutschen Schifffahrtskonzerns Hapag-Lloyd. Hapag-Lloyd ist eines der grössten Unternehmen in der weltweiten Containerschifffahrt. Die Hapag wurde 1847 von der Hamburger Elite gegründet und aufgebaut. Darunter waren die Hamburger Familien Berenberg und Merck.
  • Quiñenco besitzt zur Hälfte SAAM. Das chilenische Unternehmen besitzt Containerterminal in Süd- und Nordamerika.

Im Jahr 2010 erwarb die Luksic Familie knapp 70 Prozent des chilenischen Fernsehsenders Canal 13 und besitzt seit 2017 den Fernsehsender vollständig (Quelle). Dieser ist einer der vier meistgesehenen Sender Chiles (Quelle). Vor dem Verkauf an die Luksic Familie wurde der Sender von der „Päpstlichen Katholischen Universität von Chile“ kontrolliert, die ihn 1959 gegründet hatte. Die päpstliche Universität wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einem Erzbischof und weiteren katholischen Geistlichen gegründet. Der oben erwähnte Politiker Maximo Pacheco Matte, ein Bekannter der Luksic Familie, gehört zur Führung der Päpstlichen Universität. Der Vatikan ist mit vielen katholischen Universitäten in Südamerika vernetzt und hat seit Beginn der Kolonialisierung viel Einfluss in Südamerika. Nirgendwo sonst ist die katholische Kirche auch heute noch so einflussreich wie in Lateinamerika. Der Jesuitenorden hatte früher in Argentinien und Paraguay sogar eine Art eigenen Staat errichtet. (Quelle)

Die Familie

Der Kroate Policarpo Luksić emigrierte nach Chile. Sein Sohn Andrónico Luksic (1926-2005) wurde in der Kupferindustrie aktiv und stieg zum reichsten Mann Chiles auf. Andrónico hatte Kontakte in seinem Herkunftsland Kroatien, wo er auch geschäftlich aktiv war. Er unterhielt eine enge Beziehung zu Franjo Tuđman, welcher der erste Präsident der Republik Kroatien war (Quelle). Unter Tuđmans Führung machte sich Kroatien unabhängig von Jugoslawien. Er war mit dem Vatikan verbunden und seine Regierung handelte die vier umstrittenen Verträge zwischen dem Vatikan und Kroatien aus. Die katholische Kirche bzw. der Vatikan ist noch immer sehr einflussreich in Kroatien (Quelle). Chile war eines der ersten Länder, welche die Unabhängigkeit Kroatiens anerkannten, was auch auf Luksic und sein Engagement bei der Förderung der Beziehungen der beiden Länder zurückzuführen ist (Quelle).

Die Luksic Familie hatte in die Hiriart Familie geheiratet und war somit mit dem chilenischen Diktator Augusto Pinochet verschwägert (Quelle: 1, 2, 3). Pinochet führte eine der brutalsten Diktaturen in der Geschichte Lateinamerikas.

Guillermo Luksic (1956-2013) führte ein Weinprojekt mit dem französischen Milliardär Laurent Dassault (Quelle). Dieser führt auch Weinprojekte mit dem französischen Zweig der Rothschild Familie.

Andrónico Luksic (*1954) nahm 2009 an einem Treffen Teil, bei dem die reichsten Lateinamerikaner zusammenkamen. Darunter waren auch der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim sowie die Brasilianer Antonio Moreira Salles (seine Familie kontrolliert die grösste lateinamerikanische Bank) und Joao Roberto Marinho (seine Familie kontrolliert den grössten Medienkonzern Brasiliens). (Quelle)

Andrónico Luksic ist im internationalen Beirat des kanadischen Bergbaukonzerns Barrick Gold, der einer der weltweit grössten Goldproduzenten ist. Er ist im internationalen Beirat der US-amerikanischen Denkfabriken Brookings Institution und Council of the Americas. Letztere wurde von David Rockefeller gegründet. Andrónico wird über seinen Beiratsposten beim Council of the Americas vermutlich André Desmarais kennen, der derzeit ebenfalls Beiratsmitglied ist. André kommt aus der Desmarais Familie, eine der reichsten und mächtigsten Familien Kanadas. Andrónico könnte über seinen Posten im internationalen Beirat der Brookings Institution Paul Desmarais und den schwedischen Bankier Marcus Wallenberg kennen (Stand 18.12.2021).

Andrónico Luksic ist im Beratungskomitee des „David Rockefeller Center for Latin American Studies“ an der Harvard Universität. Das Studiencenter wurde ebenfalls von David Rockefeller gegründet. Zum Beratungskomitee gehören auch die südamerikanischen Milliardäre Jorge Paulo Lemann und Alejandro Santo Domingo (heiratete in den britischen Adel). (Stand: 15.9.2022)

Andrónico Luksic ist im internationalen Beirat der Blavatnik School of Government an der Oxford Universität. Zum Beirat gehören einflussreiche Personen. Die Gründung der Blavatnik Schule wurde 2010 vom US-amerikanischen Milliardär Len Blavatnik finanziert. Blavatnik wuchs in Russland auf und hat Kontakte zu mehreren russischen Milliardären.

Die Luksic Familie gehört derzeit zu den Förderern des „Council on Foreign Relations“ (CFR), eine der mächtigsten Denkfarbiken der Welt. Andrónico Luksic ist im globalen Beirat des CFR zusammen mit Paul Desmarais (Kanada), Ali Koç (Türkei), Gustavo Cisneros (Venezuela), Suzan Sabancı Dinçer (Türkei), Frank Lowy (Australien), Victor Pinchuk (Ukraine) und weitere. (Stand: 23.9.2022)

Jean-Paul Luksic (*1964) arbeitete für die französische Grossbank BNP Paribas, die zu den weltweit grössten Banken gehört.

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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