Haus Bernadotte

Das Hochadelsgeschlecht Bernadotte ist seit dem Jahr 1818 die Königsfamilie von Schweden und führt seither die schwedischen Freimaurerei. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts steht die schwedische Freimaurerei unter dem Schutz der schwedischen Königsfamilie. Das Haus Bernadotte war von 1818 bis 1905 auch gleichzeitig die Königsfamilie von Norwegen. In dieser Zeit führten sie auch die norwegische Freimaurerei.

Alle Angaben zur Freimaurerei in diesem Beitrag stammen von Freimaurern geführten Internetseiten. Der grösste Teil der Informationen stammen aus dem Freimaurer-Wiki Eintrag zur schwedischen Freimaurerei. Wer sich für die Freimaurerei interessiert sollte Verschwörungstheorien-Internetseiten meiden und sich nur auf offiziellen Freimaurer-Seiten informieren. Überraschenderweise gibt es auch dort genügend Informationen, die auch für Verschwörungstheoretiker interessant sein können.

Die schwedische Freimaurerei

Der schwedische Graf Axel Ericson Wrede-Sparre (1708-1772) gilt als der erste schwedische Freimaurer. Er wurde 1731 in Paris bei den Freimaurern aufgenommen. 1735 gründete er die erste bekannte Freimaurerloge Schwedens.

Der erste Grossmeister der schwedischen Freimaurerei war Carl Fredrik Scheffer (1715-1786). Der schwedische Graf wurde 1737 ebenfalls in Paris bei den Freimaurern aufgenommen. 1753 wurde er zum Landes-Grossmeister Schwedens gewählt. Scheffer gründete daraufhin mehrere Logen in Schweden und eine in Finnland. Er gehörte zum schwedischen Reichsrat, der die schwedische Königsfamilie beriet. Die schwedische Königsfamilie wird daher die Freimaurerei toleriert haben, auch wenn sie zu dem Zeitpunkt, soviel bekannt ist, noch nicht selbst Mitglied war.

1752 gründeten die schwedischen Freimaurer die Loge „St. Jean auxiliaire“. Sie gilt als die schwedische Mutterloge. Die führenden Freimaurer Wrede-Sparre und Scheffer traten der Loge bei. Die Loge wurde mit der Erlaubnis des französischen Grafen Louis de Bourbon gegründet, der zu der Zeit Grossmeister der französischen Freimaurer war. Er kam aus dem Haus Bourbon, das eines der wichtigsten Hochadelsgeschlechter ist.

1771 wurde Gustav III. (1746-1792) zum schwedischen König gekrönt und er trat zusammen mit seinen beiden Brüdern der Freimaurerei bei (Quelle). Sie kamen aus dem Haus Schleswig-Holstein-Gottorf, eine Nebenlinie des Uradelsgeschlechts Oldenburg. Sie besetzten von 1751 bis 1818 den schwedischen Thron. Einer der Brüder war der spätere König Karl XIII. (1748-1818). Er wurde 1774 Grossmeister der schwedischen Freimaurerei. Seither kamen alle Grossmeister aus dem schwedischen Königshaus. König Karl XIII. veranlasste, dass die schwedische Freimaurerei unter dem Schutz des Königshauses stand. Der königliche Schutz besteht bis heute. Die Freimaurer sind dafür dem Königshaus gegenüber zu Transparenz verpflichtet.

König Karl XIII. (1748-1818) war der letzte König aus dem Haus Schleswig-Holstein-Gottorf/Oldenburg. Nach seinem Tod wurde der Franzose Jean-Baptiste Bernadotte König. Er war der Gründer des Hauses Bernadotte, das seither den schwedischen Thron besetzt.

Das Haus Bernadotte und die Freimaurerei

Der Franzose Jean-Baptiste Bernadotte (1763-1844) war einer der Marschälle (Heerführer) des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. Napoleon war eventuell Freimaurer wie sein Vater (Quelle). Ob er es nun war oder nicht, er hatte sicher Kontakt zur französischen Freimaurerführung und mehrere seiner Verwandten waren führende Freimaurer (Quelle). Der Marshall Jean-Baptiste Bernadotte wurde ebenfalls bei den französischen Freimaurern aufgenommen. Mindestens 16 der Marschälle Napoleons waren Freimaurer und führten in ganz Europa Schlachten (Quelle). Jean-Baptiste Bernadotte wurde von Napoleon zum Fürsten geadelt. Im Jahr 1809 zerstritten sich die beiden.

Ab hier wird die Geschichte seltsam (verschwörerisch). 1810 wurde Jean-Baptiste vom kinderlosen schwedischen König Karl XIII. (1748-1818) adoptiert, der wie gesagt der Grossmeister der schwedischen Freimaurerei war. Jean-Baptiste war zu dem Zeitpunkt natürlich kein Kind mehr, sondern 47 Jahre alt. Man kann davon ausgehen, dass König Karl ihn adoptiert hatte, damit Jean-Baptiste nach Karls Tod Anspruch auf den schwedischen Thron erheben konnte. Das würde bedeuten König Karl vertraute dem Franzosen vollkommen und wollte, dass er sein Nachfolger wird, obwohl Jean-Baptiste noch ein Jahr zuvor für den Feind gearbeitet hatte. Jean-Baptiste wurde als Kronprinz Landes-Grossmeister der schwedischen Freimaurer.

1813 stellte sich Jean-Baptiste mit den schwedischen Truppen gegen Napoleon und wurde Oberbefehlshaber der Nordarmee. Die Nordarmee war ein Bündnis von Schweden, Preussen, Russland und Grossbritannien, die Krieg gegen Napoleon führten. Jean-Baptiste war derjenige, der dem russischen Zaren zur Rückzugstaktik riet, die den französischen Russlandfeldzug zur Katastrophe werden liess.

Es ist nicht bekannt, ob Jean-Baptiste, seit er sich von Napoleon abgewandt hatte, noch Kontakt zu den französischen Freimaurern hatte. 1815 wurde Napoleon entmachtet. Obwohl die französischen Freimaurer Napoleon nahe standen oder ihn womöglich gar an die Macht gebracht hatten, unternahmen die Siegermächte scheinbar nichts um deren Einfluss einzuschränken. Nach Napoleon bestieg Ludwig XVIII. aus dem Haus Bourbon den Thron Frankreichs. Er war Freimaurer wie mehrere Hochadlige aus dem Haus Bourbon (Quelle). Mehrere der ehemaligen Marschälle Napoleons, die wie gesagt Freimaurer waren, wurden von den Bourbonen nicht entmachtet, sondern durften viele Schlüsselpositionen im neuen Frankreich einnehmen und waren weiterhin als führende Freimaurer in Frankreich aktiv. Der Marschall Jacques MacDonald wurde sogar Grossmeister der französischen Freimaurer (Quelle). Auch die Verwandten von Napoleon, von denen einige auch führende Freimaurer waren, wurden vom Hochadel nicht ausgegrenzt, sondern heirateten seither in mehrere Königs- und Adelsfamilien.

1818 starb der schwedische König Karl XIII. und Jean-Baptiste Bernadotte bestieg als König Karl XIV. Johann den schwedischen Thron. Seine Familie besetzt seither den schwedischen Thron und er war somit der Stammvater des Hauses Bernadotte. Nachdem Jean-Baptiste König wurde, war er bis zu seinem Tod Grossmeister der schwedischen Freimaurer.

Der folgende schwedische König Oskar I. (Freimaurer) aus dem Hause Bernadotte heiratete die Tochter von Eugène de Beauharnais (Freimaurer), der ein Stiefsohn Napoleons war.

Da Schweden und Norwegen zu der Zeit eine Union bildeten, war das Haus Bernadotte bis 1905 auch die Königsfamilie Norwegens. In dieser Zeit führten sie auch die norwegische Freimaurerei.

Die Führer der schwedischen Freimaurer führen bis heute die finnische Freimaurerei. Die Freimaurerei wurde in den 1850er Jahren aus Schweden nach Finnland gebracht.

König Gustaf VI. (1882-1973) war Mitglied in der Society of the Cincinnati, die seit dem Jahr 1783 besteht und zu den elitärsten Gesellschaften der USA gehört. In der Gesellschaft waren mehrere Freimaurer vertreten. 15 US-Präsidenten waren Mitglied sowie Angehörige der Familien Rockefeller, Du Pont und Roosevelt.

Der Orden Karls XIII.

Der Orden Karls XIII. ist ein schwedischer Ritterorden, der 1811 von König Karl XIII. gegründet wurde. Zurzeit ist der aktuelle schwedische König Carl XVI. Gustaf (*1946) der Ordensmeister. Es können nur Freimaurer aufgenommen werden, die den XI. Grad erreicht haben, den höchste Grad der schwedischen Freimaurerei. Die schwedische Freimaurerei unterscheidet sich von der herkömmlichen Freimaurerei dadurch, dass sie anstatt 33 Grade nur 11 Grade hat. Alle schwedische Prinzen sind von Geburt an Mitglied des Ordens. Ausländische Prinzen können als Ehrenmitglieder zugelassen werden, wenn sie auch hochrangige Freimaurer sind. Der aktuelle Grossmeister der englischen Freimaurer Prinz Edward, Duke of Kent (nicht zu verwechseln mit dem jüngeren Prinz Edward) ist ebenfalls Mitglied des Ordens. (Quelle)

Im Orden Karls XIII. sind zudem Priester und Bischöfe der Schwedischen Kirche vertreten. Die schwedische Freimaurerei ist traditionell mit der Schwedischen Kirche verbunden. Die Schwedische Kirche ist das führende Gotteshaus in Schweden. Sie gehört zur Porvoo-Gemeinschaft, eine 1992 gegründete Vereinigung von 13 europäischen Kirchen. Diese 13 Kirchen waren in den letzten 200 Jahren, manche auch schon länger, miteinander verbündet. Es sind 12 nichtkatholische Kirchen und eine anglikanisch-katholische Kirche. Sie werden traditionell von den protestantischen Königshäusern geführt. Sie stellen somit den Gegenpol zur römisch-katholischen Kirche, die von den katholischen Königshäusern und dem Vatikanadel geführt wird. Viele der Führer der 13 Kirchen hatten in den letzten 300 Jahren Kontakte zu Freimaurern oder waren selbst welche. Das ist vermutlich einer der Hauptgründe, warum der Vatikan von Anfang an die Freimaurer fürchtete und bekämpfte, da diese mehrere konkurrierende Gotteshäuser des Vatikans steuerten. In Schweden beträgt der Anteil der römisch-katholischen im Volk lediglich 1,7%. Der Orden Karls XIII. nimmt zudem nur Protestanten auf.

Åke Bonnier, ein Bischof der schwedischen Kirche, gehört zu den Höflingen der Königsfamilie. Er war bei der Taufe von Prinzessin Estelle dabei (Quelle). Er war bei der Heirat der Kronprinzessin Victoria dabei und plante die Hochzeit mit (Quelle). Er kommt aus der Bonnier Familie, die mächtigsten Medienunternehmer Schwedens.

Erwähnenswerte Heiraten

Durch Heiraten sind die Bernadottes inzwischen mit allen europäischen Königsfamilien verwandt. Am engsten sind sie mit dem Haus Glücksburg verbunden, in das sie mindestens sechsmal heirateten. Alle noch amtierenden europäischen Königsfamilien sind inzwischen miteinander Verwandt (Quelle).

Sie heirateten in die Königsgeschlechter Glücksburg, Sachsen-Coburg und Gotha, Nassau, Hohenzollern und Romanow (Quelle).

Sie sind familiär auch mit Personen aus der Wirtschaft verbunden:

Prinzessin Madeleine (*1982) heiratete den britisch-amerikanischen Banker Christopher O’Neill. Dieser arbeitete in der Abteilung für Fusionen und Übernahmen der Rothschild Bank. Sein Vater gründete die europäische Zentrale der US-Investmentbank Oppenheimer & Co..

Die Bernadottes kennen die Wallenberg Familie, die wohl mächtigste Familie der schwedischen Wirtschaftselite. Marc Wallenberg (1924-1971) war ein Halbruder der schwedischen Gräfin Dagmar von Arbin, die zur Königsfamilie gehörte. (Quelle)

Folke Bernadotte (1895-1948), der von der jüdischen Terrororganisation Lechi ermordet wurde (nach offiziellen Angaben), heiratete Estelle Romaine Manville. Sie kam aus der US-amerikanischen Industriellenfamilie Manville, die den führenden Asbestkonzern „Johns Manville“ gründete.

Die aktuelle Königin Silvia (*1943) hat sich in das Königshaus eingeheiratet. Ihr Vater war der deutsche Geschäftsmann Walther Sommerlath. Dieser trat 1934 in die NSDAP ein. In den 1920er Jahren war er für das deutsche Unternehmen Röchling in Brasilien tätig. Damals war Röchling ein grosser Stahl- und Rüstungskonzern, der zu den Profiteuren des 1. und des 2. Weltkrieges gehörte. Der Konzern ist heute weltweit in der Kunststoffverarbeitung tätig. Er wird von der Industriellenfamilie Röchling und der adligen von Salmuth Familie kontrolliert. Der Industrielle Hermann Röchling war ein Förderer und Vertrauter Adolf Hitlers.

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

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