Shamalov Familie

Der russische Zahnarzt Nikolai Shamalov (*1950) und seine beiden Söhne gehören zum persönlichen Bekanntenkreis des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Nikolai Shamalov ist ein langjähriger Freund von Putin (Quelle). Von 1992 bis 2008 arbeitete er als Vertreter von Siemens in Russland. Siemens ist einer der mächtigsten deutschen Grosskonzerne. Nikolais Vermögen wurde 2011 auf 500 Millionen US-Dollar geschätzt. (Quelle)

Sein Sohn Kirill Shamalov (*1982) heiratete eine von Putins Töchter (Quelle). Sein Vermögen wurde 2018 auf 1,4 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle). Er ist seit 2012 stellvertretender Vorstandsvorsitzender von SIBUR. SIBUR gehört zu den grössten Unternehmen Russlands und konzentriert sich auf die chemische Verarbeitung von Erdöl und Erdgas. Kirill Shamalov besass 2018 rund 4% der Anteile an SIBUR. Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich in Besitz von Leonid Mikhelson und Gennady Timchenko, die beide zu den reichsten Russen gehören. Kirill Shamalov kennt die beiden über den Aufsichtsrat von SIBUR. Gennady Timchenko war schon mit Putin befreundet bevor dieser Präsident wurde (Quelle).

Kirill Shamalov war leitender Rechtsberater für Aussenhandel beim russischen Gaskonzern Gazprom, welcher der weltweit grösste Gasproduzent ist. Er war führender Rechtsberater bei der Gazprombank, welche die drittgrösste russische Bank ist. (Quelle)

Kirills Bruder Yuri Shamalov (*1970) arbeitete wie sein Vater als Vertreter für Siemens. Er ist seit 2007 stellvertretender Vorsitzender der Gazprombank. Seit 2008 ist er Direktor der Gazprom-Tochterfirma Gazprom-Media, die der grösste Medienkonzern Russlands ist. Er leitet seit 2003 den Gazfond, der an der Gazprombank beteiligt ist (Quelle: 1 und 2).

1996 liess Putin ein Wochenendhaus bauen. Zu seinen dortigen Nachbarn gehört Nikolai Shamalov. Zusammen mit Kumpels führen sie eine Art Wohngemeinschaft, die sie Ozero nennen. (Quelle) Zur Ozero-Gemeinschaft gehören neben Putin und Shamalov auch weitere Personen der russischen Elite (Quelle).

Seit 2004 ist Nikolai Shamalov Mitinhaber der Rossiya Bank (Quelle). Zur Führung der russischen Bank gehört Yury Kovalchuk, der als der persönliche Bankier von Putin gilt und zur Ozero-Gemeinschaft gehört. Die Rossiya Bank wurde 1990 gegründet und wurde von der Kommunistischen Partei und dem KGB-Geheimdienst kontrolliert. 1991 übernahmen Geschäftsleute die Führung der Bank. Spätestens ab da war die Bank mit der russischen Mafia und der Glücksspielindustrie verbunden.

Anmerkung: Es gibt die Theorie, dass die KGB-Elite während des Zusammenbruchs der Sowjetunion die russische Mafia mit aufgebaut hatte. Diese soll in den letzten 30 Jahren eine Schattenregierung gebildet haben und fleissig daran arbeiten Politiker, Juristen, Polizisten und Geschäftsleute erpressbar zu machen, indem sie sie zu Korruption verführt und versucht sie in illegale Geschäfte zu verwickeln. Als Drogenhändler und Betreiber von Kinder- und Jugendprostitution werden sie bestimmt versuchen Kunden aus wichtigen Positionen des Staates zu gewinnen. Die Mafia könnte diese belastenden Daten an den Geheimdienst weiterleiten und dafür dessen Schutz geniessen. Der Geheimdienst könnte mit seinen Partnern daran arbeiten, dass möglichst viele wichtige Positionen im Staat mit Personen besetzt sind, die entweder erpressbar sind oder die man jederzeit Verhaften und ihres Amtes entheben kann. Zu den Gründern der heutigen russischen Geheimdienste gehörten ehemalige KGB-Mitarbeiter. Putin und mehrere seiner Vertrauten, die wichtige Positionen im russischen Staat besetzen, arbeiteten früher für den KGB. Putin war seit Beginn der 90er Jahren mit der Mafia verbunden, also noch vor seinem politischen Aufstieg. Auch Putins Vorgänger Jelzin stand Personen nahe, die für den KGB gearbeitet hatten und mit der Mafia verbunden waren. Ich selbst glaube übrigens, dass in so gut wie allen Ländern der Welt Teile der Geheimdienste mit der organisierten Kriminalität zusammenarbeiten.

Nach Ansicht von Grinda González, ein spanischer Sonderstaatsanwalt für Korruption und organisiertes Verbrechen, wird die russische Mafia heute noch von russischen Geheimdiensten kontrolliert (Quelle). Nach einem Bericht des Schweizer Geheimdienstes sind die Geheimdienste der ehemaligen Sowjetländer eng mit der organisierten Kriminalität verbunden (Quelle).

Die Mafiosos Gennady Petrov und Alexander Malyshev waren mit der Rossiya Bank verbunden. Die Beiden sind heute noch aktiv. Sie gehören zur Führung der Tambov Gang, eine gut organisierte Mafia aus Sankt Petersburg. Die Tambov Gang war in den 90er Jahren in der russischen Ölindustrie aktiv (die russische Mafia tätigt auch legale Geschäfte) und gilt als mit der russischen Wirtschaftselite verbunden. Nach Angaben der spanischen Justiz sei die Bande „eindeutig in Schichten des Staatsapparats eingedrungen“ und habe „Verbindungen zur russischen wirtschaftlichen, politischen, justiziellen und polizeilichen Macht“ (Quelle). Die Tambov Gang und japanische Yakuza waren zu Beginn der 90er Jahre fest mit der Glücksspielindustrie in Sankt Petersburg verbunden. Putin war damals hochrangiger Beamter in Sankt Petersburg und unter anderem für den Glücksspielsektor zuständig. Putin gründete eine Firma, die sich an Kasinos beteiligte (Quelle). Nach Angaben eines Yakuza wurden die Kasinos von der Tambov Gang kontrolliert und der Bandenboss Gennady Petrov soll Putin gekannt haben (Quelle). Nach Angaben der spanischen Justiz war Gennady Petrov seit Ende der 80er Jahren mit dem KGB verbunden (Quelle).

Anmerkung: Auch die Glücksspielindustrie im deutschsprachigem Raum ist mit der Mafia verbunden und wird von ihr zur Geldwäsche genutzt, was auch für die Onlineglücksspielindustrie gilt (Quelle). Verbindungen zwischen Mafia und Glücksspielindustrie lassen sich weltweit beobachten. Übrigens hatte der deutsche Skandalkonzern Wirecard neben Kontakten zu Geheimdiensten, Politikern und mehreren deutschen Adligen auch Kontakte zur Glücksspielindustrie und der italienischen Mafia (Quelle). Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek hatte Kontakte zu russischen Geheimdienstlern und besass streng vertrauliche Dokumente über den Anschlag auf Sergei Wiktorowitsch Skripal (Quelle). Skripal arbeitete früher für die russischen Geheimdienste, war aber zugleich für die britischen Geheimdienste tätig. Nachdem Skripal begann den spanischen Geheimdienst mit Informationen zur russischen Mafia versorgen, wurde er vergiftet. Ich halte es für möglich, dass Teile des britischen Geheimdienstes Skripals Vergiftung in England absegneten, da ich selbst glaube, dass Teile des britischen MI6 die russische Mafia und den russischen Geheimdienst dabei unterstützen eine Schattenregierung zu bilden. Viele der heutigen russischen Milliardäre haben persönliche Kontakte zur britischen Elite, darunter sogar zu den Rothschilds höchstpersönlich (Mehr zur britisch-russischen Connection). Zudem verkehren die russische Zarenfamilie und weitere russische Adlige mit der westlichen Elite.

Gennady Petrov betrieb in Spanien Geldwäsche für die russische Mafia. Petrov hatte ein Haus auf Mallorca. Seine dortige Nachbarin war die Schwester des spanischen Königs Juan Carlos (Quelle). Übrigens hatte Juan Carlos und drei seiner Verwandten Kontakte zu chinesischen Mafiosos, die in Spanien Geldwäsche betrieben (Quelle: 123).

Falls die Rossiya Bank noch immer mit der Mafia in Verbindung ist, dann könnte somit auch Nikolai Shamalov Kontakt zu dieser haben. Sein Sohn Kirill Shamalov war an einem Offshore-Unternehmen beteiligt, an dem, laut eines oppositionellen russischen Fernsehsenders, auch die Tambov Gang Anteile hielt (Quelle).

Semion Mogilevich gilt als der mächtigste russische Mafioso. Er ist mit Gazprom verbunden und hat spätestens seit den 90er Jahren Kontakte zur politischen und wirtschaftlichen Elite Russlands. Er gilt als international vernetzt. Er lebte zeitweise in Israel, wie viele russisch-jüdische Mafiosos. Israel entwickelt sich übrigens immer mehr zu einem Mafiastaat (Quelle: 1 und 2). Mogilevich tätigte Geldwäsche an der US-amerikanischen und kanadischen Börse. Sein Vermögen wurde auf mehrere Milliarden US-Dollar geschätzt. Er lebt bis heute in Moskau unbehelligt von der russischen Justiz (Quelle). Das spricht schon stark dafür, dass er mit den russischen Geheimdiensten zusammenarbeitet.

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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