Hearst Familie

Die Hearst Familie gehört schon seit 100 Jahren zu den mächtigsten Medienunternehmern der USA. Sie kontrollieren den Medienkonzern Hearst Communications. Der Konzern besitzt derzeit 24 Tageszeitungen und 52 Wochenzeitungen (Stand 20.12.2021) (Quelle). 2020 besass der Konzern mehr als 300 Magazine (Quelle). Der Konzern besitzt über 30 Fernsehsender und mehrere Radiosender (Quelle). Hearst Communications besitzt die Hälfte des Rundfunkunternehmens A&E-Networks, dem mehrere Fernsehsender gehören. Die andere Hälfte gehört dem Disney-Konzern.

Das Vermögen der Hearst Familie wird auf 21 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle).

Die Familie besitzt seit 2018 Fitch Ratings, eine der drei grössten Rating-Agenturen der Welt. Rating-Agenturen nehmen eine wichtige Rolle in der Weltwirtschaft ein. Hier eine kritische Doku zu den grossen Rating-Agenturen.

George Hearst (1820-1891) war als Bergbauunternehmer aktiv. Er ging in die Politik und wurde Senator. Sein Sohn William Randolph Hearst (1863-1951) wurde zum einflussreichsten Zeitungsverleger der USA. Seine Nachkommen führen das Medienimperium bis heute. Hearst Communications befindet sich vollständig in Familienbesitz.

Die Frau von William Randolph Hearst war Polospielerin und gehörte zu einem Polo-Club, in dem viele Akteure der damaligen US-Elite vertreten waren, darunter Cornelius Vanderbilt, Vincent Astor, John Mortimer Schiff, Robert Lehman, William Averell Harriman, Harry Guggenheim, Walter Chrysler und John Hay Whitney (Quelle: Seite 134).

William Randolph Hearst und sein gleichnamiger Sohn gehörten zum Bohemian Club (Quelle: 1 und 2). Der US-amerikanische Eliteclub besteht seit 1872 und ist Teil von Verschwörungstheorien.

William Randolph Hearst verkehrte im Union Club in New York, einer der elitärsten Clubs der USA (Quelle). Der Club besteht seit 1836 und ist damit der älteste private Eliteclub von New York. Zu den Mitgliedern gehörten unter anderem RockefellerMorgan, Astor, Vanderbilt und Hamilton.

William Randolph Hearst und sein gleichnamiger Sohn waren Mitglieder der Sons of the American Revolution (Quelle: 1, 2, 3). Die US-amerikanische Elitegesellschaft besteht seit 1889. 16 US-Präsidenten und weitere hochrangige US-Politiker waren Mitglied. Seit 2010 gibt es einen spanischen Zweig der Gesellschaft, der von der spanischen Königsfamilie geführt wird.

Veronica Hearst, die in die Hearst Familie heiratete, kennt und kannte viele einflussreiche Persönlichkeiten, darunter:

  • Die US-amerikanischen Milliardäre David Rockefeller und Michael Bloomberg (Foto).
  • Die britische Prinzessin Diana (Quelle).
  • Die US-amerikanischen Milliardärsbrüder Ronald und Leonard Lauder (Fotos: 1 und 2). Ronald Lauder ist Präsident des Jüdischen Weltkongresses.
  • Die Französin Philippine de Rothschild (Fotos: 1 und 2).
  • Die französische Multimilliardärsfamilie Arnault (Fotos: 1, 2, 3)
  • Bernadette Chirac, die Ehefrau des früheren französischen Präsidenten Jacques Chirac (Fotos: 1 und 2).
  • Claude Pompidou, die Ehefrau des früheren französischen Präsidenten Georges Pompidou (Foto).
  • Der spanische Adlige Jaime de Marichalar, der in die spanische Königsfamilie heiratete (Foto).
  • Patty Cisneros aus der venezolanischen Milliardärsfamilie Cisneros (Foto).
  • Die US-amerikanische Milliardärin Mimi Haas (Foto).
  • Blaine Trump (Foto). Sie war mit Robert Trump verheiratet, dem Bruder des Expräsidenten Donald Trump.
  • Die Kanadierin Marie-Josée Kravis. (Fotos: 1 und 2) Sie leitet das Bilderbergtreffen und heiratete den US-amerikanischen Milliardär Henry Kravis.
  • Daisy Soros (Foto). Sie heiratete den Bruder des US-amerikanischen Milliardärs George Soros.

Veronica Hearst und ihr Ehemann Randolph Apperson Hearst (1915-2000) waren auf einer Hochzeit in London, bei der die griechische Unternehmerfamilie Livanos in die griechische Unternehmerfamilie Vardinogiannis heiratete. Unter den Gästen der Hochzeit und des darauffolgenden Dinners waren Mitglieder der Familien Rothschild, Hannover, Aga Khan, Safra, HambroRussell, Niarchos, Flick, Radziwiłł, Fürstenberg, Spencer-Churchill, Brandolini d’Adda und Zilkha sowie Mitglieder der Königsfamilien von GriechenlandJordanien und Serbien. (Quelle)

Amanda Hearst (*1984) kennt Nicky Rothschild (Foto). Nicky heiratete in die Rothschild Familie. Sie ist die Schwester von Paris Hilton. Die Schwestern kommen aus der US-amerikanischen Multimillionärsfamilie Hilton, welche die gleichnamige Hotelkette gründete. 

David Whitmire Hearst (1915-1986) heiratete die Tochter des US-Politikers Hamilton Fish III. Die Fish Familie brachte mehrere bedeutende US-Politiker hervor und ist über Heiraten mit den Familien Vanderbilt, Livingston und Kean verbunden.

Die Exfrau von Austin Hearst (*1952) ist mit dem Milliardär Stephen Schwarzman verheiratet (Quelle). Schwarzman ist Mitgründer, Vorsitzender und CEO der Blackstone Group. Die Blackstone Group ist derzeit das grösste Private-Equity-Unternehmen der Welt. Schwarzman ist Mitglied bei Skull and Bones (Quelle).

Patty Hearst

Patty Hearst wurde 1974 als 19-Jährige von der linken Terrororganisation „Symbionese Liberation Army“ (SLA) entführt. Nach einem Monat in Gefangenschaft schloss sie sich der Terrororganisation an. Sie beteiligte sie sich an einem Banküberfall und half dabei, Sprengstoff für die Gruppe herzustellen. Sie lebte mehr als ein Jahr lang mit der Gruppe im Untergrund, bis sie schliesslich verhaftet wurde.

Donald DeFreeze war der Hauptgründer und Anführer der SLA. Schon bevor er die SLA gründete, war er polizeibekannt und wurde als gefährlich eingestuft. Zwischen 1967 und 1969 war DeFreeze auf Bewährung. In dieser Zeit soll er als Informant mit der Polizei zusammengearbeitet haben. In dieser Zeit folgten auch eine Verhaftung wegen Waffenbesitzes, eine Anklage wegen einer Entführung, Diebstahl eines Motorrads und ein Banküberfall. Darauf folgten keine juristischen Konsequenzen, was ebenfalls dafür spricht, dass DeFreeze zu der Zeit bereits Polizei- oder Geheimdienstinformant war. Ein zuständiger Polizist, der einen Fall von DeFreeze behandelte, wurde zu einem wichtigen Geheimdienstoffizier, der für die Informationsbeschaffung über schwarze militante Gruppen (DeFreeze war schwarz) zuständig war. Ende 1969 wurde DeFreeze in einem Feuergefecht mit der Polizei verwundet und kam ins Gefängnis. Dort gründete er eine eigene Häftlingsgruppe namens Unisight, aus der sich später dann die Terrorzelle SLA entwickelte. (Quelle)

DeFreeze konnte schliesslich unter ungeklärten Umständen aus dem Gefängnis fliehen. Er wollte Feuerwaffen, Sprengstoff und ähnliche Gegenstände an Linksradikale, die er nach seiner Gefängnisflucht traf, verkaufen und sie zu Anschlägen motivieren. Dies deutet darauf hin, dass er ein Agent Provocateur war (vergleichbar mit dem Fall Peter Urbach in Deutschland). Wie DeFreeze an die Waffen kam, ist ungeklärt. In seinem Umfeld bildete sich die Terrorgruppe SLA.

Der Lehrer Colston Westbrook, der im Gefängnis arbeitete, betreute Mitglieder der Unisight, darunter auch DeFreeze. Später setzte die SLA Westbrook auf ihre Todesliste und behauptete, er sei ein CIA-Agent sowie FBI-Informant und habe als „Folterer“ für die CIA im Vietnam gearbeitet. (Quelle) Westbrook hatte tatsächlich der koreanischen Armee gedient und hatte fünf Jahre im Vietnam für eine private Firma gearbeitet. Laut einer in Washington ansässigen Forschergruppe bestehend aus ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern, die inzwischen eine kritische Haltung gegenüber Geheimdiensten einnehmen, wurde diese private Firma von der CIA als Rekrutierungspool und Deckmantel für ihr Phoenix-Programm verwendet, zu dem auch brutale Mordteams im Vietnam gehörten. (Quelle)

Am 17. Mai 1974 veröffentlichte die New York Times einen Artikel, in dem auf die Ungereimtheiten in der SLA Geschichte aufmerksam gemacht wurde. Wenige Stunden später starben sechs SLA Gründungsmitglieder bei einer Belagerung durch die Polizei, darunter auch DeFreeze.

Die Polizei konnte dank eines anonymen Anrufers das Versteck der Gruppe ausfindig machen. Bei der Belagerung des Unterschlupfs durch die Polizei geriet das Gebäude unerwarteterweise in Brand (wie bei der Waco-Belagerung). Zwei Mitglieder wurden von der Polizei erschossen, als sie das brennende Gebäude verlassen wollten (wie bei der Waco Belagerung). Nach Angaben der Polizei waren beide Frauen bewaffnet und eröffneten das Feuer. Die Polizei erwiderte das Feuer und eine der Frauen (Nancy Ling Perry) starb durch zwei Kugeln in den Oberkörper, während die andere (Camilla Hall) durch einen Kopfschuss in die Stirn starb. Es wurde kein Polizist verletzt oder getötet. Die Eltern von Camilla Hall beauftragten später eigene Ermittler, die zum Schluss kamen, dass zumindest Nancy Ling Perry nicht das Feuer eröffnet hatte und aus dem Gebäude gekommen war, um sich zu ergeben. Da die restlichen vier Mitglieder im brennenden Gebäude sicherlich mitbekommen hatten, dass sie so gut wie tot sind, wenn sie das Gebäude verlassen, zogen sie es vor auszuharren. Sie starben an Rauchvergiftung, Verbrennungen und mehreren Schusswunden, darunter auch DeFreeze. (Quelle)

Die Sechs waren die einzigen SLA Mitglieder, die starben. Der Rest musste ins Gefängnis. Inzwischen sind alle wieder frei, bis auf Joe Remiro, der zur lebenslangen Haft verurteilt wurde. Remiro wurde nach seiner Verhaftung in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht, obwohl in den USA Verdächtige bis zum Beweis ihrer Schuld nicht in solchen untergebracht werden dürfen. Remiro versuchte eine öffentliche Erklärung abzugeben, in der er sich über Isolation sowie Belästigung, Einschüchterung und Gewalt durch Wärter beschwerte. Er behauptete, dass dies unter der Leitung des FBI stattfand. Sein Schreiben wurde von der Gefängnisbehörde beschlagnahmt, fand aber ungewollt einen Weg in die Medien. Remiro wurde für den Mord an Marcus Foster verurteilt, obwohl eigentlich alles darauf hindeutet, dass zwei andere SLA Mitglieder, Nancy Ling Perry und DeFreeze, die Mörder waren. (Quelle) Wie bereits erwähnt wurde, starben Perry und DeFreeze bei der Polizeibelagerung und konnten nie zum Foster Mord vernommen werden.

Patty Hearst wurde wie gesagt von der SLA entführt. Nach zwei Monaten in Gefangenschaft schloss sie sich der Terrororganisation an. Sie beteiligte sich an einem Banküberfall und half dabei, Sprengstoff für die Gruppe herzustellen. Sie lebte mehr als ein Jahr lang mit der Gruppe im Untergrund, bis sie schliesslich verhaftet wurde.

Es gibt Indizien, die darauf hindeuten, dass Patty unter einer starken Gehirnwäsche stand. Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme war ihr Gewicht auf 40 kg gefallen und eine Psychologin beschrieb sie als „einen Zombie mit niedrigem IQ und geringem Affekt“. Nach ihrer Verhaftung wurde bei ihr einen IQ von 112 gemessen, während er vor ihrer Entführung bei 130 gewesen war. Es gab grosse Erinnerungslücken in Bezug auf ihr Leben vor der Entführung (sehr starkes Indiz für Gehirnwäsche). Die Entführer haben ihr Medikamente verabreicht, leider weiss man nicht was für welche. Der Psychiater Louis Jolyon West, der sich im Auftrag der CIA mit Gehirnwäsche befasst hatte, wurde vom Gericht als Experte für Gehirnwäsche ernannt. Seiner Einschätzung nach stand Patty Hearst unter einer Gehirnwäsche und er forderte ihre Freilassung. (Quelle)

Vor Gericht machte Patty einen schlechten Eindruck und wirkte träge. In einem Bericht der Associated Press wurde dieser Zustand Medikamenten zugeschrieben, die ihr von Gefängnisärzten verabreicht wurden. Beginnt eine Persönlichkeit zu dissoziieren, kann man mit Barbituraten oder einzelnen Benzos diesen Zustand aufrechterhalten. Der Versuchsperson wird täglich eine nicht einschläfernde Dosis Barbiturate verabreicht. Ziel dabei ist es, die Versuchsperson pausenlos in einem dissoziativen Zustand zu halten. Auch mehrere Sekten verabreichten ihren Jüngern regelmässig Barbiturate oder Benzodiazepine über das Essen und Trinken, ohne dass diese davon wussten. Damit die Versuchsperson überhaupt erst beginnt zu dissoziieren, wird sie unter kompletten Reizentzug gestellt (z. B. eine längere Unterbringung in einer Zelle ohne Licht, Geräusche und menschlichen Kontakt) und muss permanenter Folter und Demütigung ausgesetzt sein. Da die Persönlichkeit der Versuchsperson unter extremen Belastung steht, beginnt sie früher oder später zu dissoziieren, was eine Abwehrreaktion der Psyche ist, um mit der extremen Belastung klarzukommen. Einer der best dokumentierten Fälle zum Thema Gehirnwäsche ist das Pitesti Experiment. Die Beiträge dazu sind zwar nicht angenehm zu lesen, sind aber wichtig um Mind Control besser zu verstehen. Im Internet kursieren zum Thema Mind Control Unmengen an (teils abstrusen) Desinformationen. Dadurch wird das Thema von vielen nicht ernst genommen.

Weitere Methoden eine Dissoziation zu fördern sind:

  • Hypnosetechniken und medikamenteninduziertes Koma (MK-Ultra)
  • Elektroschocks (MK-Ultra, Colonia Dignidad)
  • Die Versuchsperson wird extremen Temperaturen und Geräuschen ausgesetzt (Guantanamo Bay und weitere Gefangenenlager der CIA).
  • Schlafentzug. Eine Versuchsperson wird über mehrere Tage immer mit einem Stromschlag oder mit Faustschlägen aufgeweckt, sobald sie eingeschlafen ist, wodurch der Schlaf verunmöglicht wird oder der Körper aus Angst sich gar weigert einzuschlafen. Bei mehreren Sekten wurden Mitglieder von den Führern zu Schlafentzug gedrängt. (Pitesti Experiment, Colonia Dignidad, Jonestown, Guantanamo Bay und weitere Gefangenenlager der CIA)
  • Der Versuchsperson wird täglich mehr als zwölf Stunden harte körperliche und monotone Arbeit aufgezwungen (Konzentrationslager, Jonestown, Colonia Dignidad).
  • Die Versuchsperson muss täglich mehrere Stunden beten oder singen (der Klassiker bei Mind Control-Sekten).
  • Die Person muss sich dieselben Tonaufnahmen über mehrere Tage oder Wochen durchgehend anhören (Jonestown, MK-Ultra Projekt).
  • Der Versuchsperson wird jede Möglichkeit auf Hygiene genommen.
  • Die Versuchsperson wird zu etwas gezwungen, was ihrer Moral widerspricht. Zum Beispiel fromme Gläubige zu satanischen Ritualen zwingen (Pitesti Experiment), eine heterosexuelle oder homophobe Person zu homosexuellen Handlungen zwingen (Jonestown, Abu Ghuraib), eine Mutter dazu zwingen ihr Säugling zu quälen (Branch Davidians in Waco).
  • Die Versuchsperson wird dazu gezwungen falsche Biographien über sich selbst zu schreiben, bis sie irgendwann glaubt, dass sich ihr Leben wie in der falschen Biographie beschrieben abgespielt hatte (Pitesti Experiment).
  • Wie bereits erwähnt, das regelmässige Verabreichen von Barbituraten oder teilweise auch Benzodiazepine (Jonestown, Colonia Dignidad, MK-Ultra).

Sobald der Punkt erreicht ist, an dem sich die Persönlichkeit der Versuchsperson aufgelöst hat, also komplett dissoziiert, ist sie in einem apathischen, zombieartigen Zustand. Die CIA und der rumänische Geheimdienst sowie vermutlich noch weitere Geheimdienste hatten daran gearbeitet, diesen Zustand bei Versuchspersonen zu nutzen, um ihnen eine neue Persönlichkeit oder neue Überzeugungen einzupflanzen. Ist ihr Verstand erstmal leer, soll er mit neuen Informationen gefüllt werden. Der CIA-Psychiater Donald Ewen Cameron hatte die Theorie, dass man einen Geist, um ihn formbar zu machen, in einen kindlichen Zustand zerlegen muss. (Quelle) Bei Kindern soll eine Gehirnwäsche schneller und einfacher funktionieren. Vermutlich wollte deshalb die CIA unbedingt Kleinkinder bei ihren Experimenten einsetzen. Auch im Fall von Jonestown, Colonia Dignidad und den Branch Davidians in Waco gibt es sehr starke Hinweise auf Gehirnwäsche-Experimente an Kindern (die offizielle Geschichtsschreibung verneint dies).

Nach dieser Erläuterung wollen wir sehen, ob im Fall von Patty Gehirnwäsche-Techniken zum Einsatz kamen.

  • Nach Pattys späterem Zeugnis wurde sie eine Woche lang mit verbundenen Augen und gefesselten Händen in einem Schrank festgehalten. Sie wurde zum Essen mit verbundenen Augen freigelassen. Sie war wochenlang im Schrank eingesperrt und stand so die meiste Zeit unter Reizentzug.
  • Während dieser Zeit drohte ihr ein Entführer wiederholt mit dem Tod.
  • Man kann davon ausgehen, dass sie in der Zeit im Schrank keine oder nur minimale Möglichkeit auf Hygiene hatte.
  • Nach einer Weile erhielt sie eine Taschenlampe zum Lesen und Erlernen des politischen Traktats der SLA. Sie durfte mit verbundenen Augen an politischen Diskussionen der Gruppe teilnehmen. Das bedeutet, die politische Überzeugung der SLA waren die einzigen äussere Reize, die sie in dieser Zeit wahrnahm.
  • Nachdem sie sich bereit erklärte, der SLA beizutreten, erhielt sie täglich eine Form von „Unterricht“. Wenn sie zu dem Zeitpunkt dissoziierte und unter Medikamenten stand, war der tägliche Unterricht vielleicht das Einpflanzen einer neuen Persönlichkeit (oder zumindest neuen Überzeugungen).
  • Sie hatte einen neuen Namen angenommen (Tania).
  • Nach Angaben von Patty wurde sie von zwei Entführern vergewaltigt und geschlagen.
  • Nach Angaben des Anwalts wurden ihr von den Entführern Medikamente verabreicht.

Beim folgenden Gerichtsverfahren gegen Patty wirkte der zuständige Richter klar voreingenommen und wollte nichts davon wissen, dass die Angeklagte unter Einfluss der Gruppe stand. Er war überzeugt, dass sie aus freiem Willen und ideologischen Gründen Untergrund-Terroristin wurde. Als Hauptargument nahm er Pattys schriftliche Erklärung, die sie nach dem Banküberfall verfasste und sich darin zur SLA bekannte. Er liess keine Expertenaussagen zu, die sagten, dass die stilistische Analyse darauf hinwies, dass die Aussagen und Schriften nicht vollständig von Patty verfasst worden waren. (Quelle) Patty wurde aus Sicherheitsgründen in Einzelhaft gehalten (Reizentzug). Sie erlitt im Gefängnis einen Lungenkollaps (der Beginn einer Reihe von gesundheitlichen Problemen) und wurde einer Notoperation unterzogen. Dies hinderte sie daran, gegen andere SLA-Terroristen auszusagen, die zu der Zeit vor Gericht standen. (Quelle) Richter und Staatsanwaltschaft versuchten ganz klar die labile Patty einzuschüchtern. Zudem glaubte ihr das Gericht nicht, dass sie vergewaltigt wurde, sondern glaubte, dass sie eine romantische Beziehung mit den Entführern hatte. Das Gericht wollte also unbedingt den Eindruck erwecken, dass Patty nach einer Woche Gefangenschaft bis zur Verhaftung freiwillig Mitglied der SLA war. Erst wurde ihr die höchstmögliche Haftstrafe von 35 Jahren auferlegt. Da der Richter aber unerwartet verstarb, bekam sie einen neuen Richter, der sie zu 7 Jahren Haft verurteilte. Präsident Jimmy Carter liess sie schliesslich auf Bewährung raus. Sie erlangte die vollen Bürgerrechte zurück, als Präsident Bill Clinton ihr am 20. Januar 2001, seinem letzten Tag im Amt, eine Begnadigung gewährte.

Eines der wohl interessantesten Details der Geschichte ist die Verbindung zu Leo Ryan und dem angeblichen Massenselbstmord in Jonestown. Der US-Politiker glaubte, dass Patty Hearst unter Gehirnwäsche stand und setzte sich für ihre Begnadigung ein. Zugleich war er sehr misstrauisch, was die Sekte in Jonestown betraf. Vermutlich war er auf denselben Gedanken gekommen wie viele Verschwörungstheoretiker: dass Geheimdienste selbst Sekten gründen oder Sekten mit Agenten infiltrieren, mit dem Ziel an den Jüngern mit Gehirnwäsche zu experimentieren. Leo Ryan besuchte Jonestown persönlich, was mit seiner Erschiessung und dem Massen(selbst)mord der Sektenanhänger endete.

Zum Schluss noch ein Zitat ein von John Wayne:

Es scheint mir ziemlich seltsam, dass das amerikanische Volk sofort akzeptiert hat, dass ein Mann 900 Menschen einer Gehirnwäsche unterziehen kann und sie zum Massenselbstmord bringt, aber nicht glauben will, dass eine skrupellose Gruppe, wie die Symbionese Liberation Army, einer jungen Frau durch Folter, Erniedrigung und Inhaftierung einer Gehirnwäsche unterziehen könnte.

Ein aktueller Fall von Gehirnwäsche wäre übrigens die amerikanische Selbsthilfegruppe NXIVM, deren innerer Kreis aus einem Gehirnwäschekult besteht. In diesen Fall waren auch Clare und Sara Bronfman aus der Milliardärsfamilie Bronfman involviert. Zur Führung der Selbsthilfegruppe gehörte Nancy Salzman. Die ehemalige Krankenschwester war ausgebildete Hypnotiseurin und interessierte sich für Neuro-Linguistisches Programmieren. Sie erstellte Verhaltensprogramme für Frauen aus der Selbsthilfegruppe. Ehemalige Mitglieder haben Gedächtnislücken. (Quelle) Zwei Frauen wurden zwei Jahre lang eingesperrt. Es kam zur psychischer, physischer und sexueller Gewalt in der Gruppe. Ein Mitglied bewahrte auf Anweisung des Kultführers ihr toter Welpe in ihrer Tiefkühltruhe auf und musste ihn täglich ansehen. Die Gehirnwäsche war professionell und erfolgreich. Mitglieder, die unter Gehirnwäsche standen, glaubten sie seien „wiedergeborene Nazis“ oder „für den 11. September verantwortlich“ und seien daher schlechte Menschen. (Quelle)

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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