Berlusconi Familie

Die Berlusconi Familie gehört mit einem Vermögen von 7 Milliarden US-Dollar zu den reichsten Familien Italiens. 2005 besassen sie noch 12 Milliarden und galten als die reichsten Italiener (Quelle). Über ihre Holdinggesellschaft Fininvest besitzen sie „Arnoldo Mondadori Editore“, den grössten Verlag Italiens. Dadurch besitzen sie viele italienische Buchverlage und Zeitschriften (aber keine Zeitungen). Über Fininvest sind sie der grösste Anteilseigner von Mediaset und besitzen dadurch mehrere italienische Fernsehsender. Mediaset ist das grösste Medienunternehmen Italiens und gehört zu den zehn grössten Medienunternehmen Europas. Fininvest ist zurzeit mit 30% an der Finanzgruppe „Banca Mediolanum“ beteiligt. Sie besitzen auch das Biotechnologie-Unternehmen MolMed.

Silvio Berlusconi (*1936) war viermal Ministerpräsident von Italien (1994-1995, 2001-2005, 2005-2006 und 2008-2011). Er war auch Aussen-, Wirtschafts- und Gesundheitsminister. Seit 2019 ist er Mitglied des europäischen Parlaments.

1978 gründete er Fininvest. 1993 gründete er Mediaset. Zurzeit werden die beiden Unternehmen von seinen Kindern geführt.

P2 Loge und die italienische Mafia

Silvio Berlusconi wurde schon oft und zurecht mit der italienischen Mafia in Verbindung gebracht (Quelle). Es ist bis heute nicht möglich, die Herkunft der umfangreichen Finanzmittel zu klären, über die Berlusconi bereits als junger Unternehmer verfügte. Auch hier gab es ziemlich sicher Verbindung zur Mafia (Quelle).

Er war Mitglied der kriminellen Freimaurerloge Propaganda Due (P2) (Quelle). Die P2 wurde 1887 gegründet und 1982 aufgelöst und verboten. Sie ist somit die einzige Freimaurerloge, die in der heutigen Zeit als illegal, kriminell und Staatsgefährdend gilt. Ich empfehle die Spiegel-Doku zur P2, da diese der einzige öffentliche, kritische, deutsche Beitrag zur P2 ist (der Spiegel waren früher einmal das investigativste Medium Deutschlands). Der P2 wurden Kontakte zur Geheimarmee Gladio nachgesagt (Quelle). Gladio-Strukturen waren sehr wahrscheinlich in die Terroranschläge auf den Bahnhof von Bologna in Italien und auf das Oktoberfest in Deutschland verwickelt (Quelle).

Als 1981 Strafverfolgungsbehörden Ermittlungen gegen die P2 führten, kam heraus, dass diese aus den Schlüsselpersonen des italienischen Staates bestand. Minister, Abgeordnete, Industrielle, Bänker, Zeitungsverleger, 24 Generäle, 100 Offiziere, die gesamte Spitze der italienischen Geheimdienste, der Chef der italienischen Sozialdemokraten, 11 Polizeipräsidenten und 18 Richter von denen einige auch zum obersten Gerichtshof Italiens gehörten (Quelle bei 9:10). Mehrere Mitglieder kannten Paul Marcinkus, einer der dubiosesten Erzbischöfe seiner Zeit, der Präsident der Privatbank des Papstes war. Mehrere Mitglieder hatten Kontakt zur italienischen Mafia, welche die mächtigste Mafia der Welt ist und den Grossteil des Kokainhandels kontrolliert (die lateinamerikanischen Kartelle sind nur die Produzenten). Mehrere Mitglieder hatten Verbindungen zum Aufbau der Militärdiktaturen in Lateinamerika, die wiederum beim Aufbau der Drogenkartelle eine wichtige Rolle spielten.

Es bestand ein ernster Verdacht, dass der Geheimbund Pläne für einen Staatsstreich entwickelt hatte und mit den Terroranschlägen in den 1970er Jahren in Italien in Zusammenhang stand, was später in gerichtlichen Untersuchungen bestätigt wurde. Dies führte zum Verbot der Loge.

Die Nachfolger Loge P3 wurde überwacht und 2010 von den Behörden aufgelöst. Der italienische Wirtschaftssekretär Nicola Cosentino trat im selben Jahr zurück, weil er im Verdacht stand der P3 anzugehören. Er und seine Brüder waren mit der italienischen Mafia verbunden und wurden deswegen auch verhaftet, angeklagt und verurteilt. (Quelle)

Der Unternehmer Flavio Carboni wurde 2010 verhaftet und angeklagt, unter anderem wegen Kontakt zur P3. Er kannte den Mafioso Giuseppe Calò. Die beiden stehen im Verdacht, die Ermordung des italienischen Bankiers Roberto Calvi veranlasst zu haben, der P2 Mitglied war und engen Kontakt zur Mafia und der Vatikan-Bank hatte. Carboni musste ins Gefängnis. (Quelle)

Weitere erwähnenswerte Mitglieder der P2 waren:

  • Viktor Emanuel von Savoyen: Das ehemalige Oberhaupt der italienischen Königsfamilie.
  • Roberto Calvi und Michele Sindona: Die beiden Bankiers arbeiteten für den Vatikan und für die italienische Mafia. Sie wurden beide ermordet.
  • Emilio Eduardo Massera: Er war ein argentinischer Marineoffizier, der massgeblich am argentinischen Staatsstreich 1976 und der Errichtung der darauffolgenden Militärdiktatur beteiligt war.
  • José López Rega: Er war ein argentinischer Politiker, der die „Alianza Anticomunista Argentina“ gründete, die zahlreiche Morde und Anschläge in Argentinien beging.
  • Umberto Ortolani: Er war als Bänker und Unternehmer in Italien und Südamerika aktiv. Er war mit dem Vatikan verbunden.
  • Antonio Labruna und Gianadelio Maletti: Sie waren Geheimdienstler, die verurteilt wurden, weil sie Terroristen im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf der Piazza Fontana deckten.
  • Pietro Musumeci: Er war ein Geheimdienstler, der verurteilt wurde, weil er Terroristen im Zusammenhang mit dem Anschlag von Bologna deckte.
  • Artemio Franchi: Er war Präsident der UEFA und gehörte zum Exekutivkomitee der FIFA.
  • Giorgio Mazzanti: Er besetzte von 1973 bis 1979 leitende Positionen beim italienischen Energiekonzern Eni, der zu den grössten Öl- und Gaskonzernen der Welt der gehört.
  • Loris Scricciolo: Er war Politiker und Vizepräsident der „Banca Monte dei Paschi di Siena“, welche die älteste noch existente Bank der Welt ist.
  • Gustavo Selva: Er besetzte mehrere Schlüsselpositionen in der italienischen Medienlandschaft
  • Licio Gelli: Er war Grossmeister der P2-Loge. In den 1930er und 1940er Jahren hatte er Kontakte zu Faschisten in Italien, Spanien und Deutschland. In der Nachkriegszeit arbeitete er womöglich für die CIA. Seine guten Kontakte zu den Amerikanern wurden dadurch deutlich, dass er als einziger Italiener den Festivitäten aus Anlass der Amtseinführungen der US-Präsidenten Gerald Ford, Jimmy Carter und Ronald Reagan beiwohnen durfte. Gelli war zudem Mitglied des Malteserordens und des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem (zwei Vatikanorden).

Hier eine Liste der damaligen Mitglieder

Weitere Mitglieder der Berlusconi Familie

Silvios Vater war Luigi Berlusconi (1908-1989). Er arbeitete für die Banca Rasini, eine nicht mehr existente kleine Bank in Mailand. Man geht davon aus, dass die Bank Berlusconis Unternehmen mit Geld aus nicht auffindbaren Quellen (Mafia) unterstützte. Zu den Hauptkunden der Bank gehörten führende Köpfe der italienischen Mafia. (Quelle)

Paolo Berlusconi (*1949) ist der Bruder von Silvio. Er besitzt die“Il Giornale“, die zu den wichtigsten italienischen Zeitungen gehört. Auch Paolo stand schon mit der Justiz in Konflikt wegen Korruption. Er wurde zwar für schuldig befunden, aber daraufhin scheinbar unbegründet begnadigt (Quelle).

Pier Silvio Berlusconi (*1969) ist einer der Söhne von Silvio. Er besetzt leitende Positionen bei den Fernsehsendern der Familie. Auch er stand schon mit der Justiz in Konflikt (Quelle). Die beiden Töchter von Silvio sind ebenfalls als Unternehmer über Fininvest tätig.

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: