Berlusconi Familie

Die Berlusconi Familie ist eine der reichsten Familien Italiens. Derzeit wird ihr Vermögen auf 7,7 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle).

Silvio Berlusconi (*1936) war viermal Ministerpräsident von Italien (1994-1995, 2001-2005, 2005-2006 und 2008-2011). Er war auch Aussen-, Wirtschafts- und Gesundheitsminister. Seit 2019 ist er Mitglied des europäischen Parlaments.

Silvio Berlusconi gründete 1987 Fininvest. Über die Holdinggesellschaft besitzt die Berlusconi Familie die Verlagsgruppe „Arnoldo Mondadori Editore“. Dadurch besitzt sie mehrere italienische Buchverlage und viele Zeitschriften (aber keine Zeitungen). Die Berlusconis sind über Fininvest der grösste Anteilseigner von Mediaset und besitzen dadurch mehrere italienische Fernsehsender. Mediaset ist das grösste Medienunternehmen Italiens und eines der grössten Europas. Das Unternehmen wurde von Silvio Berlusconi gegründet. Mediaset ist seit 2020 Hauptaktionär des deutschen Fernsehunternehmens „ProSiebenSat.1 Media“ und besitzt ein Viertel der Anteile. Fininvest und Mediaset werden derzeit von Silvios Kindern geführt. Die Berlusconis sind zurzeit mit 30% an der „Banca Mediolanum“ beteiligt, eine der grössten italienischen Banken.

Silvio Berlusconi kennt Rupert Murdoch, einer der mächtigsten Medienunternehmer der Welt (Quelle). Silvio hatte Kontakt zum britischen Prinzen Charles (Quelle). Er traf auch die Oberhäupter der Königsfamilien von Katar, Kuwait und Japan. (Quelle: 1, 2, 3). Er hatte oder hat noch immer Kontakt zum religiösen Führer Karim Aga Khan IV. (Quelle).

Silvio Berlusconi kannte Gianni Agnelli, das verstorbene Oberhaupt der italienischen Milliardärsfamilie Agnelli. Der bekannte italienische Geschäftsmann Carlo De Benedetti sagte, dass Agnelli eine inspirierende Vaterfigur für Berlusconi war. (Quelle)

P2 Loge und die italienische Mafia

Silvio Berlusconi wurde schon oft mit der italienischen Mafia in Verbindung gebracht (Quelle). Es ist bis heute nicht möglich, die Herkunft der umfangreichen Finanzmittel zu klären, über die Berlusconi bereits als junger Unternehmer verfügte. Auch hier gab es ziemlich sicher Verbindung zur Mafia (Quelle). Marcello Dell’Utri, ein ehemaliger italienischer Politiker und enger Geschäftspartner von Berlusconi, wurde 2004 zu neun Jahren Haft verurteilt, weil er mit der Mafia zusammenarbeitete. Ihm war vorgeworfen worden, als Bindeglied zwischen der Mafia und der politischen und wirtschaftlichen Elite Italiens gewirkt zu haben. (Quelle) 2018 wurde er zu 12 Jahren Haft verurteilt. Marcello Dell’Utris hatte Kontakt zu hochrangigen Mitgliedern der sizilianischen Mafia. (Quelle)

Silvio Berlusconi war Mitglied der italienischen Freimaurerloge Propaganda Due (P2) (Quelle). Die P2 wurde 1877 gegründet und 1982 aufgelöst und verboten. Sie ist somit die einzige Freimaurerloge, die in der heutigen Zeit als illegal, kriminell und Staatsgefährdend gilt. Ich empfehle die Spiegel-Doku zur P2, da diese der einzige öffentliche, kritische, deutsche Beitrag zur P2 ist (der Spiegel war früher einmal das investigativste Medium Deutschlands).

Als Strafverfolgungsbehörden Ermittlungen gegen die P2 führten, kam heraus, dass diese aus den Schlüsselpersonen des italienischen Staates bestand. Minister, Abgeordnete, Industrielle, Bänker, Zeitungsverleger, 24 Generäle, 100 Offiziere, die gesamte Spitze der italienischen Geheimdienste, der Chef der italienischen Sozialdemokraten, 11 Polizeipräsidenten und 18 Richter von denen einige auch zum obersten Gerichtshof Italiens gehörten (Quelle bei 9:10). Mehrere Mitglieder kannten Paul Marcinkus, einer der dubiosesten Erzbischöfe seiner Zeit, der Präsident der Privatbank des Papstes war. Mehrere Mitglieder hatten Kontakt zur italienischen Mafia, welche die mächtigste Mafia der Welt ist und einen grossen Teil des Kokainhandels kontrolliert (die südamerikanischen Kartelle sind nur die Produzenten). Mehrere Mitglieder hatten Verbindungen nach Südamerika.

Es bestand ein ernster Verdacht, dass der Geheimbund Pläne für einen Staatsstreich entwickelt hatte und mit den Terroranschlägen in den 1970er Jahren in Italien in Zusammenhang stand, was später in gerichtlichen Untersuchungen bestätigt wurde. Dies führte zum Verbot der Loge.

Der P2 wurden Kontakte zur Geheimarmee Gladio nachgesagt (Quelle). Gladio-Strukturen waren sehr wahrscheinlich in die Terroranschläge auf den Bahnhof von Bologna in Italien und auf das Oktoberfest in Deutschland verwickelt (Quelle).

Silvio Berlusconi kennt die Savoyen Familie, die ehemalige Königsfamilie Italiens (Quelle). Das ehemalige Oberhaupt der italienischen Königsfamilie, Viktor Emanuel von Savoyen, war ebenfalls Mitglied der P2 (Quelle).

Weitere erwähnenswerte Mitglieder der P2 waren:

  • Roberto Calvi und Michele Sindona: Die beiden Bankiers arbeiteten für die italienische Mafia. Calvi war auch einer der wichtigsten Bankiers des Vatikans und wurde von den Medien als der „Bankier Gottes“ bezeichnet. Calvi wurde ermordet. Sindona wurde höchstwahrscheinlich ermordet.
  • Emilio Eduardo Massera: Er war ein argentinischer Marineoffizier, der am argentinischen Staatsstreich 1976 und der Errichtung der darauffolgenden Militärdiktatur beteiligt war. Er gilt als einer der Hauptverantwortlichen der massiven Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur. Zur Zeit der Diktatur traf er sich mit dem Jesuiten Jorge Mario Bergoglio, der seit 2013 Papst ist.
  • José López Rega: Er war ein argentinischer Politiker, der die „Alianza Anticomunista Argentina“ gründete, die zahlreiche Morde und Anschläge in Argentinien beging. Er war Okkultist und Esoteriker (Quelle).
  • Umberto Ortolani: Er war als Banker und Unternehmer in Italien und Südamerika aktiv. Er war mit dem Vatikan verbunden.
  • Antonio Labruna und Gianadelio Maletti: Sie waren Geheimdienstler, die verurteilt wurden, weil sie Terroristen im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf der Piazza Fontana deckten.
  • Pietro Musumeci: Er war ein Geheimdienstler, der verurteilt wurde, weil er Terroristen im Zusammenhang mit dem Anschlag von Bologna deckte.
  • Artemio Franchi: Er war Präsident der UEFA und gehörte zum Exekutivkomitee der FIFA.
  • Giorgio Mazzanti: Er gehörte in den 70er Jahren zur Führung des italienischen Energiekonzerns Eni, einer der grössten Öl- und Gaskonzerne der Welt.
  • Loris Scricciolo und Giovanni Cresti: Sie gehörten zur Führung der „Banca Monte dei Paschi di Siena“, die älteste noch existente Bank der Welt. Sie ist derzeit der viergrösste italienische Vermögensverwalter
  • Licio Gelli: Er war Grossmeister der P2-Loge. In den 1930er und 1940er Jahren hatte er Kontakte zu Faschisten in Italien, Spanien und Deutschland. In der Nachkriegszeit arbeitete er womöglich für die CIA. Seine guten Kontakte zu den Amerikanern wurden dadurch deutlich, dass er als einziger Italiener den Festivitäten aus Anlass der Amtseinführungen der US-Präsidenten Gerald Ford, Jimmy Carter und Ronald Reagan beiwohnen durfte. Gelli war zudem Mitglied des Malteserordens und des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem (zwei Vatikanorden).

Quelle: 1 und 2

Die italienischen Behörden ermittelten auch gegen die Nachfolgerloge P3. Der italienische Politiker Nicola Cosentino stand im Verdacht der P3 anzugehören. Er war mit der italienischen Mafia verbunden und wurden deswegen auch verurteilt. Der Unternehmer Flavio Carboni wurde 2010 verhaftet und angeklagt, unter anderem wegen Kontakt zur P3. Er kannte den Mafioso Giuseppe Calò. Die beiden stehen im Verdacht, die Ermordung des italienischen Bankiers Roberto Calvi veranlasst zu haben. Calvi war Mitglied der P2 und hatte engen Kontakt zur Mafia und der Vatikan-Bank. Carboni musste ins Gefängnis. Der bereits erwähnte Mafia-Politiker Marcello Dell’Utri (ehemaliger Geschäftspartner von Berlusconi) soll ebenfalls der P3 angehört haben. (Quelle)

Weitere Mitglieder der Berlusconi Familie

Silvios Vater war Luigi Berlusconi (1908-1989). Er arbeitete für die Banca Rasini, eine nicht mehr existente kleine Bank in Mailand. Man geht davon aus, dass die Bank Berlusconis Unternehmen mit Geld aus nicht auffindbaren Quellen (Mafia) unterstützte. Zu den Hauptkunden der Bank gehörten führende Köpfe der italienischen Mafia. (Quelle)

Paolo Berlusconi (*1949) ist der Bruder von Silvio. Er besitzt „Il Giornale“, eine der wichtigsten italienischen Zeitungen. Paolo wurde wegen Korruption verurteilt (Quelle: 1 und 2).

Pier Silvio Berlusconi (*1969) ist einer der Söhne von Silvio. Er besetzt leitende Positionen bei den Fernsehsendern der Familie. Auch er stand schon mit der Justiz in Konflikt (Quelle). Zwei Töchter von Silvio sind ebenfalls als Unternehmer über Fininvest tätig.

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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