Forrest Familie

Der Schotte William Forrest (1819-1899) emigrierte in die britische Kolonie Australien. Seine Söhne wurden dort politisch aktiv. Der Sohn John Forrest (1847-1918) wurde 1890 der erste Premierminister von Westaustralien. 1901 wurde Australien unabhängig von Grossbritannien und John Forrest wurde Mitglied der ersten Regierung des australischen Staates. Er wurde der zweite Verteidigungsminister des Landes. Er erhielt Orden von der britischen Königsfamilie und trat 1897 dem Privy Council bei (Quelle), welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Kurz vor seinem Tod 1918 wurde er vom britischen König zum Baron geadelt und war damit der erste in Australien geborene britische Adlige. Er heiratete in die Hamersley Familie, die ebenfalls zur westaustralischen Kolonialelite gehörte.

Sein Bruder Alexander Forrest (1849-1901) war Bürgermeister der westaustralischen Hauptstadt Perth. Alexander erhielt einen Orden vom britischen Hochadel. Der Bruder David Forrest (1852-1917) war auch in der westaustralischen Politik. Manche der Söhne der Brüder gingen ebenfalls in die Politik. David Forrest ist ein Urgrossvater des Bergbaumilliardärs Andrew Forrest (*1961).

Der Bergbauunternehmer Andrew Forrest gilt mit seinem derzeitigen Vermögen von 21 Milliarden US-Dollar als einer der reichsten Australier (Quelle). 1994 gründete er das Bergbauunternehmen Anaconda Nickel, das heute den Namen Minara Resources trägt. Es ist einer der grössten Nickel- und Kobaltproduzenten Australiens. Australien ist das Land mit den zweitgrössten Nickel- und Kobaltreserven. Seit 2011 gehört das Unternehmen zu Glencore, einer der grössten Bergbaukonzerne und Rohstoffhändler der Welt.

2003 gründete Andrew Forrest die Fortescue Metals Group. Sie hat sich zu einem der grössten australischen Unternehmen entwickelt. Sie war 2020 der viertgrösste Eisenerzproduzent der Welt. Eisenerz wird zur Herstellung von Stahl benötigt und ist somit systemrelevant. Australien ist das Land mit den grössten Eisenerzreserven. Der grösste Teil des Eisenerzes der Fortescue Metals Group wird an China verkauft (Quelle). Andrew Forrest ist derzeit immer noch Vorsitzender und Hauptaktionär des Unternehmens. Er ist gut vernetzt:

  • Er traf Mitglieder der britischen Königsfamilie (Quelle: 1 und 2). Die britische Königsfamilie stellt immer noch das Staatsoberhaupt von Australien.
  • Er und seine Tochter trafen den derzeitigen Papst und Jesuiten Franziskus (Foto).
  • Er ist mit John Howard befreundet (Quelle). Howard war von 1996 bis 2007 australischer Premierminister und war langjähriger Vorsitzender der Liberalen Partei von Australien.
  • Er kennt die australische Bergbauunternehmerin Gina Rinehart, die mit einem Vermögen von 23 Milliarden US-Dollar ebenfalls zu den reichsten des Landes gehört. Auch ihr Vermögen stammt grösstenteils aus der Eisenerzindustrie. Forrest und Rinehart engagierten sie sich gegen die Bergbausteuer und hetzten die Bergbauarbeiter gegen die Regierung auf. (Quelle)
  • Er kennt den australischen Milliardär James Packer (Quelle). Er hatte ihn schon gekannt, bevor er die Fortescue Metals Group gründete (Quelle). Packer ist über seine Kasinos mit einem Netzwerk von Chinesen verbunden, das Interessen der Kommunistischen Partei Chinas in Australien vertritt. Zudem bestehen Verbindungen zu den Triaden (chinesische Mafia), die vermutlich auch Geld über Packers Kasino gewaschen haben. Mehr dazu im Beitrag zur Packer Familie.
  • Er hat geschäftlichen Kontakt zum australischen Milliardär Kerry Stokes (Quelle). Forrest und Stokes setzen sich für wirtschaftliche Interessen Chinas in Australien ein. Ihnen wurde vorgeworfen, dass sie sich China gegenüber loyaler verhalten als der australischen Regierung gegenüber. Die beiden investieren stark in China. (Quelle: 1 und 2) Wie oben bereits erwähnt wurde, ist China der wichtigste Kunde von Forrests Eisenerzkonzern (Quelle).

Andrew Forrest heiratete 1991 Nicola Maurice. Ihre Eltern waren Mitglieder der Australian League of Rights (Liga der Rechten), eine rechtsextreme Bewegung in Australien. Die Maurice Familie hatte bereits seit den 1970er Jahren Treffen für die Liga veranstaltet. Die Liga vertritt christliche Werte, ist gegen Einwanderung und verbreitet Verschwörungstheorien, darunter auch die Theorie der jüdischen Weltverschwörung. Die Anhängerschaft der Liga besteht aus konservativen Christen, Einwanderungsgegnern, Rassisten und Verschwörungstheoretikern. In den 1990er Jahren wurde sie in einem Bericht der australischen Menschenrechtskommission als „zweifellos die einflussreichste und effektivste sowie die am besten organisierte und am besten finanzierte rassistische Organisation in Australien“ bezeichnet. Andrew Forrests Frau hatte eine Schwester, die David Thompson heiratete, der zur Führung der Liga gehörte. David Thompson hatte ein gutes Verhältnis zu Andrew Forrest und arbeitete als Manager für das Bergbauunternehmen Anaconda Nickel, das damals von Andrew Forrest gegründet und kontrolliert wurde. (Quelle) Forrest fiel selbst schon mit rechtspopulistischen Aussagen auf. So sagte er, Premierminister Rudd habe Australien in eine kommunistische Diktatur verwandelt (Quelle). Das sein wichtigster Geschäftspartner China im Gegensatz zu Australien tatsächlich eine kommunistische Diktatur ist, scheint ihn aber nicht zu stören. Forrest ist teilweise bei den Rechten in Australien beliebt und hat den Ruf eines patriotischen Geschäftsmanns.

Die Liga ist zudem monarchistisch eingestellt und ihr Werteslogan ist: „Loyalität zu Gott, Königin und Land“. Sie bildete Ablegerorganisationen in den ehemaligen britischen Kolonien Neuseeland und Kanada. Ihre Botschaften sprechen vor allem Verschwörungstheoretiker und Rechtsextreme an. Sie verbreiten ebenfalls Theorien einer jüdischen Weltverschwörung. Sie setzen sich ebenfalls für monarchistische Interessen ein. Das erscheint mehr als paradox, da die britische Königsfamilie mit den Rothschilds und weiteren einflussreichen Juden verkehrt. Die jüdischen Bankiers kamen erst im 19. Jahrhundert zu internationalem Einfluss, als sie sich mit britischen Adligen anfreundeten, die damals das grösste Kolonialreich kontrollierten, was den jüdischen Bankiers ermöglichte ihr Geschäft weltweit auszuweiten. Die Queen ist noch immer das Staatsoberhaupt von Australien, Neuseeland und Kanada. Ich könnte mir vorstellen, dass die britische Adelslobby versucht in den drei Ländern die rechtsextreme Szene sowie die Szene der Verschwörungstheoretiker unter ihren Einfluss zu bringen. Die Liga wurde 1946 vom Australier Eric Butler (1916-2006) gegründet, der sie bis 1992 führte. Er wird daher Andrew Forrests Schwager David Thompson gekannt haben. Eric Butler war promonarchistisch eingestellt. Er gründete die Liga ursprünglich um sich gegen die geplante Verstaatlichung der australischen Banken zu engagieren (die australischen Grossbanken werden meiner Meinung nach von der britischen Kolonialelite kontrolliert). Eric Butler hatte Verbindungen zur John Birch Society.

Die John Birch Society ist eine 1958 gegründete Organisation aus den USA. Sie bildet ein wichtiges Netzwerk innerhalb der Szene der Rechtsextremen und Verschwörungstheoretiker der USA. Dennoch gibt es Verschwörungstheoretiker, die der Meinung sind, dass die John Birch Society von Geheimdiensten und der Elite gesteuert werden. Die Gesellschaft hatte Mitglieder und Unterstützer, die aus sehr einflussreichen US-amerikanischen Familien kommen (mehr dazu im Beitrag zur Koch Familie).

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

%d Bloggern gefällt das: