Haus Habsburg-Lothringen

Das Hochadelsgeschlecht ist schon über 900 Jahre alt und gehört damit zum Uradel. Ende des 13. Jahrhunderts stellte die Familie zwei römisch-deutsche Könige, die damals über das Heilige Römische Reich (Mitteleuropa) herrschten. Nach Hundert Jahren Pause besetzte die Familie ab dem Jahr 1438 wieder den römisch-deutschen Thron. Ab da kamen 18 der 19 römisch-deutschen Könige/Kaiser aus dem Haus Habsburg. Franz II. (1768-1835) aus dem Haus Habsburg war der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Das Reich wurde 1806 in Folge der napoleonischen Kriege aufgelöst. Von da an waren sie „nur“ noch die Kaiser von Österreich bis 1918 die Monarchie in Österreich aufgelöst wurde. Bis 1918 war Österreich noch um einiges grösser als heute. Die Familie stellte im letzten Jahrtausend noch weitere Könige:

  • Vom Jahr 1504 bis 1700 waren sie die Königsfamilie von Spanien und Portugal. Sie herrschten in der Zeit auch über die spanisch-portugiesischen Kolonien sowie über Neapel, Sizilien und Sardinien, welche das heutige Italien ausmachen und damals noch der spanischen Krone unterstanden (der Vatikanstaat war aber damals schon unabhängig von der Krone)
  • Maximilian I. war von 1864 bis 1867 König von Mexico
  • Bereits im 14. und 15. Jahrhundert stellten sie Könige des Königreiches Böhmen (das heutige Tschechien). Von 1526 bis zur Auflösung des böhmischen Königreiches 1918, kamen 17 der 19 Könige aus dem Haus Habsburg.
  • Von 1445 bis 1457 war Ladislaus V. Postumus aus dem Haus Habsburg König von Ungarn. Von 1526 bis zur Auflösung des Königreiches Ungarn 1918 kamen alle Könige Ungarns aus dem Haus Habsburg.
  • Von 1482 bis 1794 waren sie Könige der österreichischen/spanischen Niederlande, welche das heutige Belgien und Luxemburg ausmacht.
  • Im 14. und 15. Jahrhundert stellten sie einzelne Könige von Kroatien. Von 1527 bis 1918 waren sie durchgehend die Königsfamilie von Kroatien.

Im 15. und 16. Jahrhundert waren sie somit die vermutlich mächtigste Familie Europas.

Das Haus Habsburg und die Freimaurer, Illuminaten und Rosenkreuzer von 1700 bis 1820

Der Adlige Franz Stephan von Lothringen (1708-1765) heiratete 1736 die Erzherzogin Maria Theresia aus dem Haus Habsburg. Dadurch entstand der Zweig Habsburg-Lothringen, der bis heute der Hauptzweig des Hauses ist und seither die Herscher stellte. Franz bestieg 1745 als Franz I. den römisch-deutschen Thron. Ein grossteil der politischen Arbeit wurde von seiner Frau übernommen, während er die Verwaltung der Finanzen und des Wirtschaftsimperiums des Hauses Habsburg übernahm. Franz war der einzige römisch-deutsche Kaiser von dem bekannt ist, dass er Freimaurer war. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Etablierung der Freimaurerei im österreichischen Adel (Quelle).

Franz stammte aus dem Haus Vaudémont (auch Haus Lothringen genannt), das von 1473 bis 1736 die Herzöge von Lothringen (heute Teil von Frankreich) stellte. Seine Mutter stammte aus dem Haus Orléans, das zu den wichtigsten französischen Hochadelsgeschlechter gehört. Er hatte auch habsburgische Vorfahren. Mit 15 zog er von Frankreich an den österreichischen Königshof, wo er fortan von Kaiser Karl VI. aus dem Haus Habsburg erzogen wurde, der 1736 sein Schwiegervater werden sollte.

Im März 1731 wurde der Zweite Wiener Vertrag ausgehandelt, der zu einer Allianz zwischen der habsburgischen und der britischen Monarchie führte. Eine wichtige Rolle spielte dabei der britische Graf Philip Stanhope (1694-1773), der Freimaurer war. Weniger als drei Monaten später wurde Franz auf einer Auslandsreise in Den Haag von den britischen Freimaurern in die Bruderschaft aufgenommen. Die Aufnahme wurde von Graf Philip Stanhope angeregt, der wie gesagt kurz zuvor federführend am Zweiten Wiener Vertag beteiligt war. Zur Aufnahme reiste sogar extra John Theophilus Desaguliers aus England an, der damalige Grossmeister der englischen Freimaurer. Franz besuchte daraufhin Grossbritannien, wo er weitere Freimaurer kennen lernte (Quelle).

1737 wurde Franz Grossherzog der Toskana (liegt im heutigen Italien). Er und seine Nachkommen lösten die Medici Familie ab, die zuvor 200 Jahre lang die Herzöge der Toskana stellten. Die Medicis galten im 15. Jahrhundert als die mächtigste und reichste Bankiersfamilie und brachten zudem 3 Päpste hervor.

Franz war zwar Freimaurer, aber seine Frau Maria war diesen gegenüber misstrauisch und sorgte dafür, dass die Freimaurer nicht innerhalb von Österreich aktiv werden konnte (sie hatte allerdings mehrere Berater und Vertraute am Hof die Freimaurer waren). Als 1765 ihr gemeinsamer Sohn Joseph II. (1741-1790) den Thron bestieg, erlebte die Freimaurerei bedeutenden Aufschwung. Unter ihm durften viele Logen in Österreich gegründet werden (Quelle). 1785 regulierte er jedoch die Logen so, das ihre Anzahl eingeschränkt wurde. Dies geschah als Reaktion auf die Umtriebe der Illuminaten in Bayern (Quelle). Er hatte aber selbst Kontakt zu den führenden Illuminaten:

  • Ignaz Edler von Born war der Führer der Illuminaten in Wien (Quelle). Er handelte 1785 die Regulierung der österreichischen Freimaurerei mit Joseph II. aus. Dies begrenzte die Anzahl der Sammelogen (vermutlich sowas wie Provinzial-Grosslogen) auf zwei Stück. Eine davon wurde schliesslich von Ignaz als Grossmeister geführt. Ignaz war in seinen jungen Jahren für 16 Monate Mitglied des Jesuitenordens (Quelle). Der Jesuitenorden ist ein Vatikanorden, der ähnlich wie die Freimaurer und Illuminaten schon seit über 200 Jahren Teil von Verschwörungstheorien ist.
  • Joseph von Sonnenfels war der führende Wiener Illuminat neben Ignaz, mit dem er auch persönlich befreundet war. Er gehörte auch zu den führenden Freimaurer Wiens. Er wurde ein bedeutender Berater am Königshof unter Joseph II. und seiner Frau Maria (Quelle). 1746 wurde er zum Freiherrn geadelt. Das ist zudem bemerkenswert, da er jüdischer Abstammung war und zu der Zeit die Juden noch von den deutschsprachigen Freimaurern und Adligen ausgegrenzt wurden.
  • Herzog Ferdinand Braunschweig-Wolfenbüttel, der Joseph II. vergeblich bat den Freimaurern beizutreten (Quelle). Ferdinand war familiär mit dem dänischen Königshaus verbunden und war der erste Grossmeister der dänischen Freimaurer-Grossloge sowie Mitglied bei den Illuminaten und den Asiatischen Brüdern (Quelle).
  • Fürst Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg, der ebenfalls Joseph II. bat beizutreten (Quelle). Ernst war Grossmeister der Berliner Freimaurer und Illuminat. Er gewährte dem verfolgten Adam Weishaupt Asyl, welcher der Gründer des Illuminatenordens war (Quelle).

Weitere Freimaurer die Kaiser Joseph II. nahe standen waren:

  • Wenzel Fürst von Kaunitz war Hof- und Staatskanzler unter Maria Theresa und bekam die Vollmacht über die Aussenpolitik (Quelle). Das zeigt, dass die weit verbreitete Behauptung Maria Theresia habe die Freimaurer strikt abgelehnt nicht zutrifft.
  • Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen heiratete eine Tochter von Joseph II. und Maria. Er war der Sohn des polnischen Königs August III. (Quelle).
  • Johann Fürst von Dietrichstein war ein Freund von Kaiser Joseph II.. Er war der erste Grossmeister der 1784 gegründeten Grossloge Österreichs. Er war auch Mitglied bei den Rosenkreuzern und den Asiatischen Brüdern (Quelle).
  • Gerard van Swieten war der Leibarzt von Maria Theresia (Quelle). Sein Sohn Gottfried van Swieten war Illuminat (Quelle).
  • Samuel von Brukenthal war ein Vertrauter von Joseph II. und seiner Frau Maria. Seine Vater wurde vom Haus Habsburg geadelt (Quelle).
  • Wenzel Tobias Epstein wurde 1788 von Joseph II. geadelt (Quelle). Er kannte den Illuminat Joseph von Sonnenfels und war wie er jüdischer Abstammung.
  • Franz Anton von Zauner wurde vom Haus Habsburg geadelt. Er war Bildhauer und fertigte mehrere Bauwerke für die Habsburger (Quelle).

Auch Josephs Bruder und Thronfolger Kaiser Leopold II. (1747-1792) war freimaurerfreundlich und erlaubte ihnen Logen in Ungarn zu gründen. Auch die Rosenkreuzer, der Illuminatenorden und die Asiatischen Brüder wurden im österreichisch-ungarischen Raum aktiv (Quelle).

Das Freimaurer-Verbot

Der Nachfolger war sein Sohn Franz Joseph Karl (1768-1835). 1792 bestieg er als Franz II. den römisch-deutschen Thron. 1794 liess er die Freimaurerei verbieten, weil er glaubte, dass die französische Revolution von Freimaurern angezettelt wurde und er das selbe in Österreich befürchtete. Trotzdem verbündete er sich mit den führenden Freimaurern aus Europa im Kampf gegen Napoleon:

  • Im ersten Koalitionskrieg (1792-1797) verbündete er sich mit dem preussischen König Friedrich Wilhelm II. im Kampf gegen die Franzosen. Dieser war Freimaurer, Rosenkreuzer und Okkultist (Quelle).
  • Bis zum Ende der napoleonischen Kriege 1815 war er mit Grossbritannien verbündet, dessen Hochadel und politische Elite Freimaurer waren.
  • Zeitweise war er mit dem schwedischen König König Karl XIII. verbündet, der die schwedische Freimaurerei führte (Quelle). Karls Nachfolger Jean-Baptiste Bernadotte spielte eine wichtige Rolle im Kampf gegen Napoleon. Er war zuvor ein Marschall von Napoleon und Mitglied der französischen Freimaurer. Mehr dazu im Beitrag zum Haus Bernadotte. Napoleon war aber eventuell selbst Freimaurer (Quelle) und kam aus einer Familie von Freimaurern (Quelle). Nach dem Sturz Napoleons bestieg der Freimaurer Ludwig XVIII. den französischen Thron. Er kam aus dem Haus Bourbon, welches eines der wichtigsten Hochadelsgeschlechter ist und mehrere Freimaurer hervorbrachte (Quelle). Sie waren schon vor Napoleon die Könige Frankreichs.

Durch den Krieg wurde das Heilige Römische Reich aufgelöst. Franz gründete 1804 das Kaisertum Österreich und er wurde als Franz I. zum Kaiser. Unter ihm galt weiterhin ein Freimaurer-Verbot innerhalb Österreichs, trotz persönlicher Kontakte zu Freimaurern.

Der Wiener Kongress

Nach der napoleonischen Kriege fand in Österreich der Wiener Kongress statt, bei dem der europäische Adel und der Vatikan zusammenkamen um Europa neu zu ordnen und aufzuteilen. Der Kongress wurde vom österreichischen Fürsten Klemens Wenzel Lothar von Metternich geleitet, welcher dem österreichischen Kaiser Franz nahe stand, der beim Kongress nur im Hintergrund wirkte. Klemens Vater war Freimaurer und Mitglied des Illuminatenordens (Quelle). Klemens Stellvertreter am Wiener Kongress war der Adlige Johann von Wessenberg, dessen Bruder Ignaz Freimaurer war (Quelle).

Viele bedeutende Teilnehmer des Wiener Kongresses waren Freimaurer:

  • Die Delegation aus Frankreich wurde angeführt von den adligen Freimaurern Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (Quelle) und Emmerich Joseph von Dalberg (Quelle). Sie setzten sich für die Interessen der Bourbonen ein (Restauration), die wie gesagt zu dem Zeitpunkt Freimaurer waren.
  • Die britische Delegation wurde angeführt von Herzog Arthur Wellesley. Er war der Sieger der bekannten Schlacht von Waterloo gegen Napoleon. Später war er zweimal britischer Premierminister. In den 1890er Jahren war er Mitglied der Freimaurer. Später soll er nach eigen Angaben nicht mehr freimaurerisch aktiv gewesen sein (Quelle).
  • Die portugiesische Delegation wurde von den adligen Pedro de Sousa Holstein und António de Saldanha da Gama angeführt. António war Freimaurer (Quelle). Pedro war soviel bekannt ist kein Freimaurer. Doch sein Familiengrab (das grösste Familiengrab Europas) ist ziemlich offensichtlich freimaurerisches Handwerk (Quelle), inspiriert vom Tempel Salomons und ägyptischen Pyramiden. Das Familiengrab ist Teil eines Friedhofes auf dem viele portugiesische Freimaurer begraben liegen (Quelle).
  • Die preussische Delegation vertrat die Interessen des preussischen Königs Friedrich Wilhelm III., der auch in Wien war und im Hintergrund wirkte. Dieser war eventuell Freimaurer, zumindest hatten die preussischen Grosslogen sein Wohlwollen (Quelle). Sein Vater König Friedrich Wilhelm II. war wie bereits erwähnt Freimaurer, Rosenkreuzer und Okkultist (Quelle). Die Delegation wurde von Karl August von Hardenberg angeführt, der Freimaurer (Quelle) und Illuminat war (Quelle). Weitere bedeutende preussische Delegierte die Freimaurer waren, sind Heinrich Friedrich Karl Stein (Quelle) und Karl August Varnhagen von Ense (Quelle).
  • Die schwedische Delegation wurde von Carl Axel Löwenhielm angeführt. Dieser war Freimaurer und Mitglied des Orden Karls XIII., welcher der hauseigene Freimaurer-Orden der schwedischen Königsfamilie ist, dem nur Hochgrad-Freimaurer beitreten können.

Es galt weiterhin ein Freimaurer-Verbot in Österreich, das bis Ende des 1. Weltkrieges 1918 anhielt. Zur gleichen Zeit wurde die österreichische Monarchie aufgelöst und das Haus Habsburg-Lothringen galt als entmachtet (nach der offiziellen Geschichtsschreibung). Trotzdem waren einzelne Familienangehörige der letzten 100 Jahren weiterhin mit einflussreichen Personen und Familien verbunden, darunter auch mit mehreren Freimaurern.

Die Paneuropa-Union

Otto von Habsburg (1912-2011) war seit den 1930er Jahren aktives Mitglied der Paneuropa-Union. Sie wurde 1923 gegründet und ist die älteste europäische Einigungsbewegung. Sie plante die Gründung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. 1957 wurde Otto von Habsburg Vizepräsident der Paneuropa-Union. Von 1973 bis 2004 war er schliesslich Präsident. Sein Sohn Karl (*1961), das derzeitige Oberhaupt des Hauses Habsburg-Lothringen, ist ebenfalls führendes Mitglied und leitet die österreichische Abteilung. Das Zentralbüro der Paneuropa-Union hat seinen Sitz in der Wiener Hofburg, der ehemaligen Residenz der Habsburger.

Die Paneuropa-Union wurde 1923 vom österreichischen Grafen Richard von Coudenhove-Kalergi gegründet, der bis zu seinem Tod 1972 der Präsident der Bewegung war. Richard war ein Vertrauter von Otto von Habsburg (Quelle). Er stammte aus der böhmischen Adelsfamilie Coudenhove, die Teil des österreichischen Adels ist. Richard war Freimaurer (Quelle).

Der erste Unterstützer und Spender der Paneuropa-Union war der deutsche Bankier und Politiker Max M. Warburg, der aus der deutsch-jüdischen Bankiersfamilie Warburg kam. Zu den ersten Förderer gehörte auch Robert Bosch, der zu den wichtigsten deutschen Industriellen gehörte und der Sohn eines Freimaurers war. (Quelle)

Ein späterer Förderer war Winston Churchill, der britische Premierminister zur Zeiten des 2. Weltkrieges. Er war Freimaurer (Quelle). Er kannte Otto von Habsburg persönlich. Während des 2. Weltkrieges hatte Otto intensiven Kontakt zu Winston Churchill und zum damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt (Quelle), der ebenfalls Freimaurer war (Quelle). Zusammen engagierten sie sich im Krieg gegen Deutschland. Zusammen nahmen sie an der Zweiten Québec-Konferenz teil, wo der Morgenthau-Plan ausgehandelt wurde. Der Plan wurde von Henry Morgenthau erstellt, der ein Vertrauter von Franklin D. Roosevelt war. Henry war zur Zeit des 2. Weltkrieges Finanzminister der USA. Henry Morgenthau und Winston Chruchill waren Mitglied der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Franklin D. Roosevelts Frau und sein Sohn John waren ebenfalls Mitglied der Pilgrims Society (Quelle). Interessanterweise war das Haus Habsburg nach der offiziellen Geschichtsschreibung im 1. Weltkrieg mit der angloamerikanischen Elite verfeindet. Das Haus Habsburg stellte sich im Krieg auf die Seite von Deutschland im Kampf gegen die Alliierten. Jedoch hatte der österreichische Kaiser Karl I. während des Krieges hinter dem Rücken von Deutschland heimlich Verhandlungen mit den Franzosen geführt. Die Verhandlungen wurden in seinem Auftrag von seinen beiden Schwägern geführt. Diese stammten aus dem Haus Bourbon-Parma, ein bedeutendes Hochadelsgeschlecht. Mehr dazu auf Wiki. Das britische Königshaus hatte zudem Personenschutz für die Angehörigen des Hauses Habsburg angeordnet, nachdem 1918 es in Österreich zu anti-monarchistischen Unruhen kam (Quelle). Das britische Königshaus ist schon seit über 200 Jahren ein traditionelle Freimaurer-Familie (Quelle).

Ein weiterer bedeutender Förderer der Paneuropa-Union war Franz Josef Strauss (Quelle), der einer der dubiosesten Gestalten in der deutschen Politik der damaligen Zeit war und fest mit den internationalen Geheimdiensten verbunden war. Strauss und Otto von Habsburg kannten sich gut (Quelle). Strauss war der damalige Führer der bayrischen Partei CSU. Nachdem Otto die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, trat er der CSU bei und war für sie von 1979 bis 1999 im Europäischen Parlament.

Ein weiteres wichtiges Netzwerk bei der Gründung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion war die Mont Pèlerin Society. Sie wurde 1947 gegründet und ist seither ein zentraler Knotenpunkt neoliberaler Netzwerke. Die Gesellschaft wurde von Ökonomen gegründet. Der erste nicht-Ökonom der beitrat war Otto von Habsburg (Quelle). Der Aufbau des Netzwerkes wurde unter anderem von der Rockefeller Foundation Finanziert (Quelle bei 3:00).

Otto von Habsburg war eng mit dem spanischen Diktator Franco verbunden. Sogar die spanische Krone soll ihm der Diktator einmal angeboten haben. Auf geheiss von Otto wurde Franco die Goldmedaille des Stiftes Mariazell, des Gnadenorts der Alma Mater Austriae verliehen (was aber im geheimem Geschah). Otto war Mitgründer des Europäisches Dokumentations- und Informationszentrum (CEDI). Die Organisation leistete viel diplomatischen Kontakt zum sonst isolierten Spanien unter Diktator Franco. Otto hatte den Elitezirkel 1952 mit finanzieller Unterstützung der Franco-Regierung in Madrid gegründet und führte den Vorsitz (Quelle). Die spanische Königsfamilie war ebenfalls mit Franco befreundet. Mehr dazu im Beitrag zum Haus Bourbon.

Otto und die Paneuropa-Union planten und führten das Paneuropäische Picknick, eine Friedensdemonstration ungarischer Oppositioneller. Das Paneuropäische Picknick gilt als wesentlicher Meilenstein der Vorgänge, die zum Ende der DDR, zur deutschen Wiedervereinigung und zum Zerbrechen des Ostblocks führte. Beim diesem „Picknick“ konnten etwa 600 bis 700 DDR-Bürger die Grenze zum Westen überqueren, was die grösste Fluchtbewegung aus Ostdeutschland seit dem Bau der Berliner Mauer. Die ungarischen Grenzwächter liessen auf Anweisung ihres Grenzoffiziers Árpád Bella die Flüchtlinge passieren. Der ungarische Geheimdienst und die Stasi waren im voraus über die Pläne Ottos informiert. Sie hatten allerdings nicht dagegen unternommen. Zu den Organisatoren des Picknicks gehörte auch der ungarische Politiker Imre Pozsgay, der später eine wichtige Rolle bei der „Demokratisierung“ Ungarns spielte.

Ottos Sohn Georg Habsburg-Lothringen (*1964) war in der deutschen und ungarischen Medienlandschaft tätig. Er war seit 1996 Sonderbotschafter Ungarns für EU-Verhandlungen und unterstützte den EU-Beitritt Ungarns 2004. Ungarn gehörte früher zu Österreich.

Kontakte zum Vatikan

Das Haus Habsburg ist traditionell katholisch. Otto von Habsburg war seit 1932 Mitglied des Malteserordens, der heute der wohl wichtigste Vatikan-Orden ist. Genau wie die Freimaurer ist er oberflächlich eine philantropische Organisation, die aber Gegenstand von Verschwörungstheorien ist. Der Orden ist zumindest von den Mitgliedern her die einflussreichste Organisation des Vatikans. Otto war ein sehr angesehenes Mitlied. An seiner Beerdigung nahmen über 200 Ritter und Damen des Malteserordens teil. (Quelle) Auch das derzeitige Familienoberhaupt Karl Habsburg-Lothringen und seine Schwester Walburga sind Mitglieder des Malteserordens.

Der Malteserorden hat wie die anderen Vatikan-Orden seine Wurzel in den Kreuzzügen des 11. Jahrhunderts und wurde im eroberten Jerusalem von der Kreuzfahrer-Elite gegründet. Im Jahr 1113 wurde der Orden vom Papst anerkannt. Der Orden wird bis heute von italienischen Adligen geführt, die dem Vatikan nahe stehen oder dort selbst wichtige Positionen besetzen. Das Haus Habsburg stellte fünf Grossprioren (Grossmeister) des Malteserordens: Wenzel (1561-1578), Albrecht VII. (1559-1621), Juan José (1629-1679), Kardinal-Infante Ferdinand (1610-1641) sowie Karl III. Joseph von Lothringen (1680-1715), der mütterlicherseits aus dem Haus Habsburg stammte (Quelle).

Einer der traditionell wichtigsten Vatikan-Orden ist der „Deutsche Orden“. Er wurde ebenfalls im von den Kreuzfahrern besetztem Jerusalem gegründet. Dieser wurde und wird noch immer von deutsch-katholischen Adligen geführt. Vom Jahr 1590 bis 1923 kamen mehrere Grossmeister des Ordens aus dem Haus Habsburg (Quelle). Die anderen Grossmeister in diesem Zeitraum waren alle Teil der Elite des Heiligen Römischen Reiches, das wie gesagt von den Habsburgern geführt wurde.

Der Orden vom Goldenen Vlies gilt als einer der bedeutendsten Ritterorden. Er untersteht nicht dem Vatikan, aber er wird traditionell vom katholischen Adel geführt. Der Orden untersteht dem spanischen Königshaus und den Habsburgern.

Erwähnenswerte Familienmitglieder und Heiraten in den letzten 100 Jahren

Das Haus Habsburg hat in den letzten 900 Jahren in viele Hochadelsgeschlechter geheiratet und ist inzwischen mit allen europäischen Königsfamilien verwandt. Hier hab ich nur die wichtigsten Heiraten der letzten 100 Jahre aufgelistet. Der komplette Stammbaum ist auf Wiki.

Das aktuelle Oberhaupt Karl heiratete die Tochter von Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza de Kászon aus der Industriellen-Familie Thyssen. Sein Onkel Fritz Thyssen war ein bedeutender Förderer von Adolf Hitler, der sich aber nach der Machtübernahme mit den Nazis zerstritt.

Lorenz Habsburg-Lothringen (*1955) heiratete in die belgische Königsfamilie (Haus Sachsen-Coburg und Gotha). Lorenz ist Bankier und Teilhaber der Schweizer Privatbank „E. Gutzwiller & Cie. Banquiers“. Er betreibt somit Vermögensverwaltung in der gefragtesten Steueroase der Welt. Er war Berater bei SWIFT, der wichtigsten Finanztransaktion-Organisation der Welt, die ein besonders sicheres Telekommunikationsnetzwerk betreibt, welches insbesondere von mehr als 11.000 Banken weltweit genutzt wird. Er war auch Berater des Vorstands der französischen Bank BNP Paribas, die zu den grössten Banken der Welt gehört. Er war im Vorstand von Zweigunternehmen des Suez-Konzerns, welcher der heutige Energie-Konzern Engie ist, eines der grössten französischen Unternehmen.

Ottos Tochter Walburga (*1958) war Co-Organisatorin des Paneuropäischen Picknicks. Sie besetzt seit 40 Jahren führende Positionen in der Paneuropa-Union. Von 2006 bis 2014 war sie Mitglied des schwedischen Reichstags. Sie heiratete den schwedischen Grafen Archibald Douglas. Dieser stammte aus dem schottischen Douglas Clan, der mehrere bedeutende schottische Freimaurer-Grossmeister hervorbrachte (Quelle). Der schwedische Zweig des Clans kontrolliert die Holdinggesellschaft Investment AB Latour und sind Milliardäre.

Robert Habsburg-Lothringen (1915-1996) heiratete in die ehemalige Königsfamilie Italiens (Haus Savoyen).

Carl Christian Habsburg-Lothringen (*1954) heiratete in die Königsfamilie Luxemburgs (Haus Nassau).

Elisabeth Charlotte (1922–1993) und Elisabeth Amalie Habsburg-Lothringen (1878-1960) heirateten in die Königsfamilie Lichtensteins (Haus Lichtenstein).

Anton Habsburg-Lothringen (1901-1987) heiratete in die ehemalige Königsfamilie Rumäniens (Haus Hohenzollern).

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

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