Erskine Clan

Der schottische Clan Erskine besteht seit mindestens 800 Jahren und gehört zum britischen Adel. Die Familie hatte ein gutes Verhältnis zur Königsfamilie aus dem schottischen Stewart Clan, die vom 14. bis 17. Jahrhundert über Schottland herrschte. Margaret Erskine (1515-1572) war eine Geliebte des schottischen Königs James/Jakob V..

Da der Erskine Clan schon seit Jahrhunderten in schottische Clans heiratet, ist er inzwischen mit zahlreichen Clans verwandt. Der Erskine Clan heiratete auch in viele englische Adelsfamilien und in einzelne irische, deutsche und spanische Adelsfamilien.

Der Erskine Clan brachte in den letzten 300 Jahren mehrere hochrangige Freimaurer hervor. Der Clan brachte Politiker, Diplomaten, Juristen, Militärs und Beamte hervor. Dieser Beitrag konzentriert sich aber auf die Verbindungen des Clans zur Freimaurerei.

Der Familienzweig der Grafen von Kellie

Seit 1619 stellt ein Familienzweig des Erskine Clans den Grafen von Kellie.

Thomas Erskine, der 6. Graf von Kellie (1732-1781), war Freimaurer und Grossmeister der Freimaurergrossloge von Schottland. Die schottische Grossloge besteht seit 1736. Fast alle oder sogar alle Grossmeister der Grossloge kamen aus schottischen Clans und viele waren Clan-Chefs. (Quelle) Die Freimaurerei entstand vermutlich in Schottland. Graf Thomas Erskine war auch Grossmeister der „Antient Grand Lodge of England“ (Quelle). Diese englische Grossloge bestand von 1751 bis 1813. Dann vereinigte sie sich mit der „Premier Grand Lodge of England“, die seit 1717 existierte und als die älteste Grossloge der Welt gilt. Durch die Vereinigung der beiden Logen entstand die „United Grand Lodge of England“, die bis heute die führende Grossloge Englands ist und vom britischen Hochadel geführt wird. (Quelle) Die Antient Grand Lodge war eng mit den Herzögen von Atholl (die Clan-Chefs des Murray Clans) verbunden. Graf Thomas Erskine war auch Grossmeister der indischen Freimaurer, die zu dieser Zeit noch von Briten geführt wurden (Quelle: auf Seite 26). Die Freimaurerei wurde von britischen Kolonialisten nach Indien gebracht.

Walter Erskine, der 13. Graf von Kellie (1839-1888), war ebenfalls Grossmeister der schottischen Grossloge (Quelle). Er heiratete in den Forbes Clan.

Lord John Erskine (1895-1953), der Sohn eines Grafen, war Gouverneur der britischen Kolonie Madras.

James Erskine, der 16. Graf von Kellie (*1949), ist der derzeitige Clan-Chef des Erskine Clans. Er war bis 2017 Mitglied der liberaldemokratischen Partei und im House of Lords (britisches Oberhaus).

Der Familienzweig der Grafen von Buchan

Seit Mitte des 17. Jahrhunderts stellt ein Familienzweig des Erskine Clans den Grafen von Buchan. Der alte schottische Adelstitel gibt es seit dem 12. Jahrhundert. Im 15. und 16. Jahrhundert besassen Mitglieder des Stewart Clans den Titel.

Der 10., der 11. und der 12. Graf von Buchan waren alle Grossmeister der schottischen Grossloge (Quelle). Henry Erskine, der 12. Graf von Buchan (1783-1857), heiratete eine Tochter von Charles Shipley. Dieser war Gouverneur der britischen Kolonie Grenada. Die britische Königsfamilie stellt bis heute das Staatsoberhaupt des Inselstaates.

Baron David Erskine (1776-1855) war einer der ersten britischen Botschafter in den USA. Er heiratete eine Amerikanerin und sein Schwiegervater war John Cadwalader, ein Freimaurer und General im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Cadwalader kannte den ersten US-Präsidenten George Washington, der ebenfalls Freimaurer war. Fast ein Drittel aller US-Präsidenten waren Freimaurer (Quelle).

James Stuart Erskine (1821-1904) heiratete in die bayerische Uradelsfamilie Toerring (Quelle).

Evelyn Hilda Stuart Erskine (1883-1939) heiratete Baron Walter Edward Guinness. Er kam aus der irischen Guinness Familie, die im 18. Jahrhundert die Guinness-Brauerei bzw. das Guinness Bier gründete und im 19. Jahrhundert in den britischen Adel aufgenommen wurde. Die Guinness Familie heiratete im 20. Jahrhundert in die ehemalige preussische Königsfamilie und in die britisch-jüdischen Adelsfamilien Rothschild und Samuel.

Der Familienzweig der Grafen von Mar

Seit Beginn des 15. Jahrhunderts stellt ein Familienzweig des Erskine Clans den Grafen von Mar. Der alte und angesehene schottische Adelstitel gibt es seit dem 12. Jahrhundert. Die oben erwähnten Grafen von Kellie besitzen seit Ende des 19. Jahrhunderts auch zusätzlich den Titel Graf von Mar.

John Erskine, der 23. Graf von Mar (1675-1732), war Grosskommandant des „Order of the Fleur de Lys“ (Quelle). Er führte somit einen der interessantesten Orden der Welt, in dem hochrangige alte Freimaurerfamilien zusammenkommen. Der Fleur de Lys-Orden wird seit seiner Gründung 1439 von schottischen Clans und Hochadligen geführt. Er soll ein Nachfolger des mittelalterlichen Templerordens sein, der vom 12. bis 14. Jahrhundert aktiv war. (Mehr dazu im Beitrag zum Fleur de Lys-Orden) Graf John Erskine heiratete in den Hay Clan, der hochrangige Freimaurer hervorbrachte und bis heute im Fleur de Lys-Orden vertreten ist.

Sein Sohn Lord Thomas Erskine (1705-1766) war einer der frühen Grossmeister der schottischen Grossloge (Quelle). Er war ebenfalls Grosskommandant des Fleur de Lys-Ordens (Quelle). Er heiratete in den Hope Clan.

Der Familienzweig der Grafen von Rosslyn

James St Clair-Erskine (1762-1837) erbte von seinem Onkel den Adelstitel Graf von Rosslyn. Seine Grossmutter väterlicherseits kam aus dem Sinclair Clan. James war Grossmeister der schottischen Grossloge (Quelle). Er hatte das bis heute angesehene Amt des Lord President of the Council inne. Er war somit Präsident des Privy Council, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist.

Harriet Elizabeth St. Clair-Erskine (starb 1867) heiratete Fürst Georg Herbert zu Münster. Der deutsche Diplomat kam väterlicherseits aus der deutschen Uradelsfamilie Münster und mütterlicherseits aus der deutschen Hochadelsfamilie Schaumburg-Lippe. Albrecht Wolfgang zu Schaumburg-Lippe (1699-1748) gilt als der erste deutsche Freimaurer. Er wurde während eines Aufenthalts in England in den Bund aufgenommen. Georg Herbert zu Münster hatte in erster Ehe in die russische Adelsfamilie Galitzin geheiratet. Die Familie ging aus der Uradelsdynastie der Gediminiden hervor, die vom litauischen Herrscher Gediminas abstammt.

Francis Robert St. Clair-Erskine, der 4. Graf von Rosslyn (1833-1890), war in der Politik. Er war einer der hochrangigsten Freimaurer in Grossbritannien:

  • Er war Grossmeister der schottischen Grossloge.
  • Er war Grossmeister des wiederbelebten Templerordens in Schottland.
  • Er war First Principal (Grossmeister) des „Supreme Grand Royal Arch Chapter of Scotland“, das Leitungsgremium der Royal Arch Masons in Schottland. Absolviert man die vier Grade dieses Freimaurerbundes, hat man Anspruch auf eine Mitgliedschaft im Templerorden und weiteren Freimaurerorden.
  • Er war stellvertretender Grossmeister und Gouverneur des Royal Order of Scotland, ein schottischer Freimaurerorden.
  • Er war Grosskommandant (Vorsitzender) des Obersten Rates der schottischen Freimaurer. Nur Freimaurer, die den 33. Grad erreichen (der höchste Freimaurergrad), können dem Obersten Rat beitreten. Der Oberste Rat in Schottland besteht aus neun Personen. Inzwischen besitzen viele Länder einen Obersten Rat, der die Freimaurerei im jeweiligen Land führt.

(Quelle: 1, 2, 3)

1870 hielt er ein grosses Freimaurerfest ab, an dem über tausend Freimaurer teilnahmen (Quelle). Er war Lord High Commissioner der Generalversammlung der Church of Scotland, eine schottisch-presbyterianische Kirche. Das Amt des Lord High Commissioner besetzten meist Adlige, viele davon aus schottischen Clans. (Quelle) Mehrere davon waren Freimaurer. Die Frau von Francis Robert St. Clair-Erskine kam väterlicherseits aus der Fitzroy Familie und mütterlicherseits aus der Beauclerk Familie (Quelle). Fitzroy und Beauclerk sind Bastardlinien der schottischen Königsfamilie Stuart.

James Francis Harry St Clair-Erskine, der 5. Graf von Rosslyn (1869-1939), war ein enger Freund des britischen Königs Edward VII., der zudem der Pate seines Sohnes wurde (Quelle). König Edward war von 1874 bis 1901 Grossmeister der englischen Freimaurergrossloge (Quelle).

Lord Francis St. Clair-Erskine (1892-1929) heiratete die Australierin Sheila Chisholm, die möglicherweise aus dem Chisholm Clan stammte. Sie heiratete in dritter Ehe in die russische Zarenfamilie.

Peter St. Clair-Erskine, der 7. und derzeitige Graf von Rosslyn (*1958), hat Kontakt zur britischen Königsfamilie (Quelle).

Die Grafenfamilie St. Clair-Erskine besitzt die Rosslyn-Kapelle. Die schottische Kapelle wurde im 15. Jahrhundert errichtet und befindet sich seither im Besitz von Mitgliedern des Sinclair Clans. Um die Kapelle ranken sich viele Mythen und Verschwörungstheorien. Die Kapelle wird mit den Freimaurern und den Templern in Verbindung gebracht (Quelle). Da die Familien Sinclair und Erskine hochrangige Freimaurer und Templer hervorbrachten, ist dies nicht unwahrscheinlich. Legenden und Spekulationen besagen, dass Graf Henry Sinclair (lebte im 14. Jahrhundert) bereits vor Christoph Kolumbus nach Nordamerika gereist sei. Der Legende nach war Graf Henry Sinclair Mitglied des mittelalterlichen Templerordens. (Quelle) So viel man weiss, war der Templerorden aber bereits 100 Jahre zuvor aufgelöst worden. Manche französische Templer, die damals verfolgt wurden, flüchteten im 14. Jahrhundert nach Schottland. Die schottischen Adligen gewährten den verfolgten Templern, von denen viele Adlige waren, Schutz und Zuflucht und wurden dafür womöglich in die templerischen Geheimnisse eingeweiht. Viele schottische Familien sollen mit Templern verwandt gewesen sein. (Quelle) Die Templer wussten angeblich über die Existenz des amerikanischen Kontinents bescheid, was dann Sinclair veranlasste den damals noch unbekannten Kontinent zu besuchen. Spätestens ab dem 16. Jahrhundert bildete sich in Schottland die Freimaurerei. Daher wird vermutet, dass der Templerorden ein Vorläufer der schottischen Freimaurerei war. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gründeten die britisch-adligen Freimaurer einen neuen Templerorden, in dem hochrangige Freimaurer aus Grossbritannien zusammenkommen. Zudem gibt es noch den bereits erwähnten Fleur de Lys-Orden, der womöglich ein direkter Nachfolger des mittelalterlichen Templerordens ist. Weitere Theorien zur Rosslyn-Kapelle besagen, dass sich darin der Templerschatz, der Heilige Gral, die Bundeslade oder gar der mumifizierte Kopf von Jesus Christus befindet. Die Kapelle kommt auch im verfilmten Buch The Da Vinci Code vor.

Übrigens: Sir George Erskine (circa 1570-1646) aus dem Erskine Clan war einer der frühen Besitzer der Ripley-Schriftrolle. Diese Schriftrolle beinhaltet Verweise auf den Stein der Weisen und ist nach George Ripley benannt, der im 15. Jahrhundert lebte und einer der bekanntesten Alchemisten in England war. Die Herkunft der Ripley-Schriftrollen ist unklar, aber sie befanden sich im Besitz von schottischen Clans. George Erskine gilt als der frühste bekannte Besitzer. Er hatte Kontakte zu anderen Adligen in Schottland und London, die alchemistische Manuskripte studierten. Er hatte auch Kontakt zu Rosenkreuzern in Hessen, Deutschland. (Quelle) Er kam mütterlicherseits aus dem Home Clan (Quelle).

Serena Dunn (1935-2019) war eine Enkelin des 5. Grafen von Rosslyn aus der Familie St. Clair-Erskine. Serena war die langjährige Ehefrau des britischen Barons Jacob Rothschild, der als das Oberhaupt der weltberühmten Rothschild Familie gilt. Ihr Sohn Nathaniel Rothschild, der international vernetzt ist, hat somit Blut der Clans Erskine und Sinclair in sich sowie das Blut von weiteren freimaurerverbundenen britischen Adelsfamilien, darunter Blut der schottischen Königsfamilie Stuart. Über die Stuarts hat Nathaniel Rothschild auch Blut des schottischen Königs Kenneth MacAlpin in sich. MacAlpin, der im 9. Jahrhundert lebte, war der erste König und Begründer von Schottland. Über die Stuarts ist Nathaniel Rothschild zudem ein Nachkomme der Plantagenet-Dynastie, die vom 12. bis 15. Jahrhundert die Königsfamilie von England war. Über die Plantagenet-Dynastie hat Nathaniel Rothschild Blut von König Fulko (starb 1143) in sich, der zur Kreuzfahrerzeit König der heiligen Stadt Jeruslem war. Die britischen Rothschilds, eine briefadlige Familie, sind damit inzwischen eine echte blaublütige Adelsfamilie mit königlichem Blut. Womöglich betrachtet die britische Adelselite die Rothschilds inzwischen als gleichberechtigten Partner, da sie dasselbe Blut haben (für die britischen Aristokraten ist Blut und Abstammung nach wie vor sehr wichtig). Hannah Rothschild (1851-1890) heiratete Graf Archibald Primrose. Dieser war britischer Premierminister und Clan-Chef des schottischen Primrose Clans.

Anmerkung: Für mich ist es unverständlich, wie den Verschwörungstheoretikern nicht auffällt, dass die Rothschilds und die britische Königsfamilie ein sehr gutes Verhältnis zu schottischen Clans haben. Die britische Königsfamilie hat Blut von vielen Clans in sich, einerseits über die Mutter der Queen und anderseits über die Vorfahren aus der Königsfamilie Stuart (und dadurch auch Blut der Könige MacAlpin und Fulko). Die Freimaurerei wurde höchstwahrscheinlich von schottischen Clans gegründet. Erst nahmen sie englische und irische Adlige in den Bund auf und dann Adlige vom europäischen Festland und schliesslich gründeten britische Adlige in den britischen Kolonien viele Logen, die auch Nichtaristokraten aufnahmen. Die britischen Freimaurer nahmen im 18. Jahrhundert die ersten Juden in die Freimaurerei auf. Mit Nathan Mayer Rothschild zog 1798 das erste Mitglied der deutsch-jüdischen Rothschild Familie nach Grossbritannien. Im Jahr 1802 wurde er bei den englischen Freimaurern aufgenommen. 1810 gründete er die britische Rothschild Bank, die sich zur weltweit grössten Bank entwickelte. Ab da begannen die Rothschilds und ihre Schwäger aus anderen jüdischen Bankiersfamilien ihren Einfluss weltweit auszuweiten. Es kam zu Heiraten zwischen wohlhabenden jüdischen Familien und schottischen Clans. Ich geh davon aus, dass die führenden Köpfe der jüdischen Elite ein gutes Verhältnis zu den britisch-adligen Freimaurerfamilien haben, zu denen auch die Königsfamilie gehört. Dieser Kreis könnte die „jüdisch-freimaurerisch Weltverschwörung“ ausmachen, von der man immer wieder hört. Diese Verschwörungstheorie gibt es seit über 100 Jahren und besagt, dass es ein Bündnis von einflussreichen Freimaurern und Juden gibt. Die Theorie wurde leider von Nazis und Judenhassern in den Dreck gezogen. Obwohl Mitglieder der schottischen Clans zur obersten Freimaurerführung gehören, haben sie es bisher geschafft nicht ins Visier der Verschwörungstheoretiker zu geraten. Ich glaube, dass haben sie den Juden zu verdanken, die bei jeder Gelegenheit von den Verschwörungstheoretikern ins Visier genommen werden und so immer im Mittelpunkt stehen, während die Clans im Hintergrund meist unbemerkt bleiben. Hierzu ein Beispiel: Der jüdische Finanzinvestor George Soros gilt in der Szene der Verschwörungstheoretiker als einer der führenden Köpfe der jüdischen Weltverschwörung und ist inzwischen auf der ganzen Welt bekannt dafür. Dass sein Neffe Peter Soros in den schottischen Fraser von Lovat Clan heiratete, hat aber so gut wie niemand mitbekommen. Vielleicht haben sich Juden wie Rothschild und Soros damit abgefunden, dass sich antisemitische Verschwörungstheorien nicht verhindern lassen und überlegen wie man sie zum eigenen Vorteil nutzen könnte. Ich halte es sogar für vorstellbar, dass Soros absichtlich an linke Organisationen, Faktenchecker, Bürgerrechts- und oppositionelle Bewegungen und Medien spendet, um diese bei Verschwörungstheoretikern in Verruf zu bringen. Ich glaube, die Elite spielt Psychospielchen mit den Verschwörungstheoretikern, was während der Corona-Pandemie ziemlich deutlich wurde. Meiner Meinung nach hat sich die Szene der Verschwörungstheoretiker während der Pandemie blamiert und selber diskreditiert (was für die Elite von Vorteil ist). Theoretisch könnte man Verschwörungstheorien auch dazu nutzen, um Bürgerkriege und Umstürze anzuheizen oder Wahlen zu beeinflussen, in dem man das Narrativ verbreitet, die Regierung werde von einer geheimen Elite gesteuert und müsse daher ausgewechselt werden. Islamistische Aufständische und Terroristen glauben oft an eine jüdische Weltverschwörung. Staatschefs wie Viktor Orbán (Ungarn), Erdoğan (Türkei), Ebrahim Raisi (Iran) und Assad (Syrien) nutzen antisemitische Verschwörungstheorien als Propagandainstrument. Das Volk soll glauben, die bösen Mächte seien stets im Ausland. Dies führt dazu, dass das Volk die Schurken in der Elite des eigenen Landes unterschätzt oder übersieht. Kritischen Politikern, Journalisten und Organisationen kann man vorwerfen, sie würden für ausländische Eliten arbeiten. In den letzten 100 Jahren gab es viele autoritäre Staaten und Diktaturen, die Verschwörungstheorien zu Propagandazwecken und als Machtinstrument nutzten. Oft glaubten ihre Anhänger wirklich man müsse die Demokratie abschaffen, da diese unter dem Einfluss der Elite steht. Heute ist das nicht anders. Der Erfolg der Rechtspopulisten in den letzten Jahren fusst unter anderem auf der Taktik den Wählern zu vermitteln, man wolle das Establishment bekämpfen. Die autoritäre Führung in Russland hat viele Fans im russischen Volk und im Ausland, weil viele der Fans glauben, dass Präsident Putin mutig der bösen Weltelite Widerstand leistet (ich geh aber davon aus, dass er selbst zur Weltelite gehört). Russische staatsnahe Medien haben in den letzten Jahren sehr grossen Einfluss auf die Szene der Verschwörungstheoretiker im deutschsprachigen Raum gewonnen. Man kann davon ausgehen, dass diese Medien in irgendeiner Form mit russischen Geheimdiensten verbunden sind. Auch die US-amerikanische Elite spielt mit Verschwörungstheorien, wie sie mit Donald Trump bewiesen hat. Der Milliardär hat grosses Ansehen in der Community der Verschwörungstheoretiker und ist für manche eine Art Erlöser. Viele seiner Anhänger glauben an eine jüdische Weltverschwörung. Das erscheint natürlich sehr paradox, da zu Trumps Freunden und Unterstützern mehr als ein Dutzend jüdische Milliardäre gehören und sein jüdischer Schwiegersohn Jared Kushner kennt noch viele weitere einflussreiche Juden. Trump kommt mütterlicherseits aus dem schottischen MacLeod Clan und hat Kontakte nach Schottland. Er besitzt den „Trump International Golf Links“, ein Golfplatz in Schottland. Der Golfplatz hat ein eigenes Wappen und einen eigenen Schlachtruf, genau wie die schottischen Clans. Trump erhielt von den Clans die Erlaubnis, ein Wappen zu verwenden. Trump ist bekannt dafür, stolz von seinen schottischen Wurzeln zu sprechen und sagte: „Ich glaube, ich fühle mich schottisch“. Noch weitere US-Präsidenten hatten Blut von Clans in sich (auch die beiden aus der Bush Familie). Viele Verschwörungstheoretiker in Grossbritannien befürworteten den Brexit, weil sie dachten, sie könnten der Elite damit eins auswischen. Ich geh allerdings davon aus, dass der Brexit von der britischen Elite gewollt war. Die Eliten vieler Länder versuchen also die Szene der Verschwörungstheoretiker für ihre eigenen Interessen zu instrumentalisieren.

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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