Haus Bonaparte

Die italienische Familie Buonaparte wurde 1771 in den französischen Adel aufgenommen und benannte sich in Bonaparte um. Durch die Französische Revolution (1789-1799) stiegen die Bonapartes zur französischen Herrscherfamilie auf. Sie gehören bis heute zum Hochadel.

Italienische Herkunft

Giovanni Buonaparte (lebte im 14. Jahrhundert) war Bürgermeister der italienischen Stadt Sarzana. Er heiratete Isabella Calandrini, eine Cousine des Kardinals Filippo Calandrini. Filippo war ein Halbbruder von Papst Nikolaus V.. Giovannis Sohn heiratete in die italienische Uradelsfamilie Malaspina. (Quelle: 1 und 2) Die Malaspinas stammen von den Obertenghi ab, eine einflussreiche italienische Adelsdynastie, die sich im 10. Jahrhundert bildete. Aus den Obertenghi ging das Adelsgeschlecht Este hervor, das durch eine Heirat in die Welfendynastie zu den Vorfahren der heutigen Welfen gehört und somit auch zu den Vorfahren der heutigen britischen Königsfamilie. Da Cesare Buonaparte und Apollonia Malaspina die Vorfahren der heutigen Adelsfamilie Bonaparte waren, hat diese auch Blut der Familien Este und Obertenghi in sich.

Ab dem 16. Jahrhundert lebten die Buonapartes in Ajaccio, der Hauptstadt der Mittelmeerinsel Korsika. Die Familie fand schnell Anschluss an die dortige Elite. Mitglieder der Familie arbeiteten dort für die Banco di San Giorgio (Quelle). Soviel man weiss, war sie eine der ersten Banken der Welt. Sie bestand von 1407 bis 1805. Die Bank finanzierte Päpste, Könige und Kaiser. Neben europäischen Herrschern hatte auch der berühmte Seefahrer Christoph Kolumbus ein Konto bei der Bank. Die bis heute bestehende Grimaldi Familie, die inzwischen zum Hochadel gehört, war Mitgründer der Bank.

Damals gehörte Korsika zur italienischen Provinz Genua. 1768 verkaufte Genua die Insel Korsika an Frankreich, zu dem sie bis heute gehört. Genua war stark verschuldet bei der französischen Elite. Korsika wurde gewissermassen verpfändet. Zudem gab es seit den 1730er Jahren eine korsische Unabhängigkeitsbewegung, die mit militärischen Mitteln versuchte unabhängig von Genua zu werden. Carlo Buonaparte (1746-1785) engagierte sich als Diplomat für die Unabhängigkeit Korsikas. Der führende Kopf der korsischen Unabhängigkeitsbewegung war Pasquale Paoli, der die Buonapartes kannte. Pasquale Paoli gehörte 1755 zu den Verfassern der korsischen Verfassung, welche die erste moderne Verfassung der Welt war. Als Genua 1768 Korsika an Frankreich übergab, wehrten sich Paoli und Carlo Buonaparte militärisch dagegen. 1769 schloss Carlo Buonaparte Frieden mit den Franzosen. Er gehörte ab da zu den führenden Köpfen der korsischen Elite und kooperierte mit den Franzosen. 1771 wurde er in den französischen Adel aufgenommen. 1779 besuchte er Frankreich und traf den französischen König Ludwig XVI. (ein Freimaurer). Der andere Revolutionsführer Pasquale Paoli ging nach England ins Exil, nachdem 1769 die Franzosen seine Armee besiegt hatten. Dort knüpfte er Kontakte zum englischen Adel und traf auch den britischen König Georg III.. Ab 1778 war er Mitglied einer Freimaurerloge in London, die von Bartholomäus Ruspini gegründet wurde (Quelle). Der Italiener Ruspini war nach England emigriert und seine Loge warb weitere Auswanderer aus Italien an.

Carlo Buonapartes Sohn Napoleon stieg durch die Französische Revolution (1789-1799) zum französischen Kaiser auf.

Kaiser Napoleon I.

Napoleon Bonaparte (1769-1821) wurde ein hochrangiger Militärführer während der Französischen Revolution auf der Seite der Revolutionäre. 1799 übernahm Napoleon mit seinen Verbündeten die Macht in Frankreich. 1804 krönte er sich zum Kaiser und herrschte noch bis 1815 über Frankreich.

Napoleon war eventuell Freimaurer, wie sein Vater. In einem freimaurerischen Bericht von damals wird behauptet, dass Napoleon „auf seinem ägyptischen Feldzug das maurerische Licht gesucht und empfangen habe, in Ägypten, dem Lande, auf das die Uranfänge der Freimaurerei zurückgehen“. (Quelle) Ob er es nun war oder nicht, er hatte sicher Kontakt zur französischen Freimaurerführung und mehrere seiner Verwandten waren führende Freimaurer.

Sein Bruder Joseph Bonaparte (1768-1844) war von 1805 bis 1814 Grossmeister der französischen Freimaurer (Quelle). Er wurde von Napoleon zum König von Spanien und Neapel ernannt, da die beiden Länder unter französische Herrschaft gerieten. Joseph Bonaparte war bis 1808 König von Neapel und wurde dann von Joachim Murat abgelöst. Dieser war ein Vertrauter der Bonaparte-Brüder und heiratete ihre Schwester Caroline. Er war Freimaurer und gehörte zur Führung des französischen und italienischen Grossorients, die führenden Grosslogen der beiden Länder. Als König wurde er auch Grossmeister der Grossloge von Neapel. (Quelle)

Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte (1784-1860) war ebenfalls Freimaurer (Quelle). Er wurde König von Westphalen, da auch Teile von Deutschland unter die Kontrolle Napoleons gerieten. Nach Napoleons Absetzung ging er nach Österreich ins Exil. Er hatte 1807 in zweiter Ehe die Tochter des ersten württembergischen Königs Friedrich geheiratet, der Freimaurer war (Quelle). Jérômes Sohn Napoleon Joseph Bonaparte (1822-1891) war Freimaurer und Ehrenmitglied der Grossloge von Dänemark (Quelle). Diese wurde zu dieser Zeit von der dänischen Königsfamilie geführt. Napoleon Joseph Bonaparte heiratete in die italienische Hochadelsfamilie Savoyen, die von 1861 bis 1946 die Königsfamilie Italiens war. Seine Tochter Maria Letizia Bonaparte (1866-1926) heiratete ihren Onkel Amadeus I., der ebenfalls aus der Savoyen Familie kam und Freimaurer war. Amadeus war kurzzeitig König von Spanien und hob das bis dahin geltende Freimaurer-Verbot in Spanien auf (Quelle).

Kaiser Napoleons Bruder Lucien Bonaparte (1775-1840) war vermutlich Freimaurer (Quelle). Nach Napoleons Absetzung lebte er in Italien. Er wurde in den päpstlichen Adel aufgenommen und erhielt den Titel eines Prinzen/Fürsten. Dieser ist der höchste Adelstitel, den der Papst verleihen kann und zugleich der höchste Titel im italienischen Adel. Sein Enkel Fürst Lucien-Louis Bonaparte (1828-1895) wurde Kardinal, gehörte zur Vatikanelite und hatte persönlichen Kontakt zum Papst. Fürst Napoléon Charles Bonaparte (1839-1899) heiratete in die päpstliche Adelsfamilie Ruspoli. Da er keine Söhne hatte, starb der päpstlich-adlige Familienzweig der Bonaparte Familie aus.

Kaiser Napoleons Bruder Louis Bonaparte (1778-1846) wurde ebenfalls führender Freimaurer in Frankreich (Quelle). Von 1806 bis 1810 war er König von Holland, das ebenfalls unter französische Herrschaft geriet. Da sich sein Verhältnis zu Napoleon verschlechterte, musste er 1810 die niederländische Krone aufgeben und ging nach Österreich, wo ihm die österreichische Königsfamilie Asyl gewährte. Dort lernte er auch den berühmten Dichter Johann Wolfgang von Goethe kennen, der Freimaurer und Illuminat war (Quelle). Goethe war ein grosser Bewunderer Napoleons, traf ihn mehrfach und erhielt von ihm das Ritterkreuz der französischen Ehrenlegion, die von Napoleon gestiftet wurde (Quelle). Als Napoleon 1815 gestürzt wurde, bot Papst Pius VII. der Bonaparte Familie Asyl in Rom an, worauf auch Louis Bonaparte nach Rom ging und bis zu seinem Tod in Italien lebte. Er hatte 1802 Hortense de Beauharnais geheiratet. Sie kam aus der französischen Adelsfamilie Beauharnais und war eine Stieftochter Napoleons (ihre Mutter heiratete in zweiter Ehe Napoleon). Ihr leiblicher Vater war Alexandre de Beauharnais, der zu den führenden Köpfen der französischen Revolutionäre gehörte. Alexandres Sohn Eugène de Beauharnais war daher ein Stiefsohn Napoleons. Eugène wurde 1805 Vizekönig von Italien, das ebenfalls unter Napoleons Herrschaft geriet. Eugène war Freimaurer. Er war Mitgründer und erster Grossmeister des Grande Oriente d’Italia, der bis heute die führende Grossloge der italienischen Freimaurer ist (Quelle: 1 und 2). Eugène war Mitgründer und erster Grosskommandant (Vorsitzender) des Obersten Rates der italienischen Freimaurer (Quelle). Nur Freimaurer, die den 33. Grad erreichen (der höchste Freimaurergrad), können dem Obersten Rat beitreten. Inzwischen besitzen viele Länder einen Obersten Rat (Supreme Council), der die Freimaurerei im jeweiligen Land führt. Eugène de Beauharnais heiratete in die bayerische Königsfamilie und seine sechs Kinder heirateten alle in Hochadelsfamilien, darunter in die Königsfamilien von Schweden, Russland, Portugal und Brasilien.

Mindestens 16 der Marschälle Napoleons waren Freimaurer und führten in ganz Europa Schlachten (Quelle). Der wohl wichtigste wäre Jean-Baptiste Bernadotte, der sich später gegen Napoleon stellte. Er war der Begründer der heutigen schwedischen Königsfamilie. Sein Sohn, der schwedische König Oskar I., war ebenfalls Freimaurer und heiratete eine Tochter des oben erwähnten Eugène de Beauharnais (Freimaurer und Stiefsohn Napoleons).

Obwohl die französischen Freimaurer Napoleon nahe standen oder ihn womöglich gar an die Macht gebracht hatten, unternahmen die Siegermächte nach Napoleons Absetzung scheinbar nichts, um deren Einfluss einzuschränken. Nach Napoleon bestieg Ludwig XVIII. aus dem Haus Bourbon den Thron Frankreichs. Er war Freimaurer (Quelle). Die Bourbon Familie war schon vor Napoleon die Königsfamilie Frankreichs gewesen. Mehrere der ehemaligen Marschälle Napoleons, die wie gesagt Freimaurer waren, wurden von den Bourbonen nicht entmachtet, sondern durften viele Schlüsselpositionen im neuen Frankreich einnehmen und waren weiterhin als führende Freimaurer in Frankreich aktiv. Der Marschall Jacques MacDonald wurde sogar Grossmeister der französischen Freimaurer (Quelle). Als Napoleon 1804 zum Kaiser ernannt worden war, wurde im selben Jahr der Oberste Freimaurerrat von Frankreich (Suprême Conseil de France) gegründet. Herzog Jean-Jacques-Régis de Cambacérès, ein Vertrauter von Napoleon, war Grosskommandant (Vorsitzender) des Obersten Freimaurerrates. Auch nach Napoleons Sturz und der Machtübernahme der Bourbonen leitete Cambacérès weiterhin den Obersten Rat. Der Oberste Rat von Frankreich besteht bis heute. Nur Freimaurer, die den 33. Grad erreichten (der höchste Freimaurergrad), können dem Obersten Rat beitreten. (Quelle)

Im Jahr 1800 hatte Napoleon die Banque de France gegründet, die bis heute die französische Zentralbank ist (viele europäische Zentralbanken wurden vom Hochadel gegründet). Zu den Mitgründern der Zentralbank gehörten auch die französisch-adlige Bankiersfamilie Le Couteulx und die schweizerisch-französische Bankiersfamilie Hottinguer. Letztere wurde von Napoleon in den französischen Adel aufgenommen. Die beiden Familien gehörten auch zur Führung der Zentralbank, in der noch weitere wichtige französische Bankiersfamilien vertreten waren, darunter Rothschild, Schneider, Mirabaud, Goüin, Mallet, Neuflize, Vernes und Eichthal (Quelle).

Kaiser Napoleon III.

1848 konnte Louis-Napoléon Bonaparte (1808-1873) mit einem Putsch die Macht in Frankreich erlangen und regierte von 1852 bis 1870 als Kaiser Napoleon III.. Er war der Sohn des oben erwähnten Freimaurers Louis Bonaparte und ein Neffe von Kaiser Napoleon I.. Genau wie sein Onkel führte auch er Frankreich diktatorisch. Er war, soviel bekannt ist, kein Freimaurer. Er versuchte aber auf diese Einfluss zu nehmen. 1852 nötigte er die französischen Freimaurer Lucien Murat als ihren Grossmeister anzuerkennen (Quelle). Luciens Mutter war eine Schwester des ersten Napoleons. Luciens Vater war der oben erwähnte führende Freimaurer Joachim Murat. Luciens Tochter Ana heiratete in die Noailles Familie, die bis heute zu den wichtigsten Familien der französischen Adelselite gehört. Sein Sohn Achille heiratete in die georgische Adelsfamilie Dadiani.

Kaiser Napoleon III. war Grosskomandant des “Order of the Fleur de Lys“ (Quelle). Er führte somit einen der interessantesten Orden der Welt, in dem hochrangige alte Freimaurerfamilien zusammenkommen. Der Fleur de Lys-Orden wird seit seiner Gründung 1439 von schottischen Clans und Hochadligen geführt. Er soll ein Nachfolger des mittelalterlichen Templerordens sein, der vom 12. bis 14. Jahrhundert aktiv war. (Mehr dazu im Beitrag zum Fleur de Lys-Orden)

1870 wurde schliesslich auch Napoleon III. abgesetzt. Er war der letzte Monarch Frankreichs. Seither wird das Land von Politikern geführt.

Die Bonapartes in den letzten 50 Jahren

Jean-Christophe Bonaparte (*1986) ist das derzeitige Oberhaupt der Bonapartes. Er ist im Finanzwesen tätig:

  • Er arbeitete für Morgan Stanley in New York und London. Die US-amerikanische Bank ist eine der grössten Investmentbanken der Welt.
  • Er arbeitete in London für Lazard. Diese ist eine US-amerikanische Investmentbank, die aber traditionell mit der französischen Elite verbunden ist. Sie wurde von den französisch-jüdischen Familien Lazard und Weill gegründet, die in viele Familien der französischen Elite heirateten.
  • Er arbeitete in London für die US-amerikanische Blackstone Group, die derzeit das grösste Private-Equity Unternehmen der Welt ist.
  • Er arbeitete in London für Advent International, ebenfalls ein grosses Private-Equity Unternehmen aus den USA.

(Quelle)

Jean-Christophe Bonaparte wurde 2015 zum Vizepräsidenten der königlichen Deputation des Konstantinordens ernannt. Der Orden veranstaltete im Londoner Bankenviertel ein Bankett zu Ehren von Jean-Christophe Bonaparte, bei dem Hochadlige, Staatsmänner und Diplomaten zusammenkamen. (Quelle) Der Konstantinorden ist ein alter Vatikanorden, der der Legende nach bereits seit dem 4. Jahrhundert bestehen soll. Der Orden untersteht der italienischen Hochadelsfamilie Bourbon-Sizilien. Jean-Christophes Mutter kommt aus der Familie Bourbon-Sizilien.

Jean-Christophe Bonaparte kennt Jean d’Orléans (Quelle). Dieser ist das derzeitige Oberhaupt der französischen Hochadelsfamilie Orléans. Die Orléans stellten einen französischen König (dessen Vater Grossmeister der französischen Freimaurer war). Die Orléans und die Bonapartes sind zwei der drei nicht amtierenden Königsfamilien Frankreichs. Die dritte nicht amtierende Königsfamilie ist das Haus Bourbon, das sieben französische Könige stellte. Bourbon und Orléans stammen von der Uradelsdynastie der Kapetinger ab. Alle französischen Könige der letzten 1000 Jahre, mit Ausnahme der beiden Napoleons, waren Kapetinger oder stammen von diesen ab. Somit stellten die Kapetinger 39 französische Könige (Quelle). Das derzeitige Familienoberhaupt der Bonapartes hat über seine Mutter ebenfalls Blut der Kapetinger in sich.

Das vorherige Familienoberhaupt war Charles Bonaparte (*1950). Er arbeitete für die Crédit Lyonnais (Quelle: Seite 58). Diese war damals eine der grössten Banken der Welt und gehört inzwischen zur französischen Grossbank Crédit Agricole. Charles Bonaparte engagiert sich politisch in der korsischen Hauptstadt Ajaccio. Wie anfangs bereits erwähnt wurde, hatten die Bonapartes in Ajaccio gelebt, bevor sie nach Frankreich kamen. Korsika gehört noch immer zu Frankreich. Sein Vater Louis Napoleon Bonaparte (1914-1997) wurde wie weitere Mitglieder der Familie in der Kaiserlichen Kapelle in Ajaccio bestattet.

Bonapartes in den USA

Kaiser Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte (1784-1860), der wie bereits erwähnt Freimaurer war, besuchte 1803 die USA und lernte dort Elizabeth Patterson kennen, die er dann heiratete. Ihr Vater, William Patterson, war ein wohlhabender irischer Geschäftsmann aus Maryland in den USA. Seine Familie war mit irischen Adligen verbunden (die Familien Calvert, Caroll und Wellesley), die vor der Gründung der USA die Kolonie Maryland kontrollierten. Die Carrolls gehörten zu den Gründervätern der USA. Jérôme und Elizabeth hatten einen Sohn. So entstand der amerikanische Familienzweig der Bonapartes. Der Sohn Jérôme Bonaparte-Patterson (1805-1870) war Mitgründer und erster Präsident des Maryland Club, ein exklusiver Männerclub in Maryland. Er hatte zwei Söhne. Der Sohn Charles Joseph Bonaparte (1851-1921) ging in die Politik und war Minister im Kabinett des US-Präsidenten Theodore Roosevelt, der übrigens Freimaurer war. Fast ein Drittel aller US-Präsidenten waren Freimaurer (Quelle). Charles Joseph Bonaparte gründete den Vorläufer des heutigen FBI, eine der wichtigsten Sicherheitsbehörden der USA. Ebenfalls ein wichtiger Mitgründer des FBI war John Edgar Hoover, der die Behörde auch viele Jahre leitete. Hoover war Freimaurer und erreichte den 33. Grad (den höchsten Freimaurergrad) (Quelle). Der renommierte Autor Anthony Summers behauptet in einem Buch, dass Hoover homosexuell war und von zwei Mafiabossen erpresst wurde, die belastende Fotos von Hoover besassen und so sicherstellen wollten, dass das FBI nicht gegen sie ermittelt. Die Mafiosi sollen Frank Costello (Vertreter der italienischen Mafia in den USA) und Meyer Lansky (führender Kopf der amerikanisch-jüdischen Mafia) gewesen sein. Summers schreibt, dass die Mafia die Fotos möglicherweise vom OSS erhalten hat, dem Vorläufer der CIA. (Quelle)

Charles Joseph Bonapartes Bruder war Jerome Bonaparte II. (1830-1893), der im Dienste des amerikanischen und französischen Militärs stand. Er erhielt einen Orden vom osmanischen Sultan und einen Orden vom britischen Königshaus sowie die von Napoleon gestiftete Ehrenlegion (Quelle). Seine Frau war mütterlicherseits eine Enkelin von Daniel Webster. Dieser war Aussenminister der USA und Ehrenmitglied der Society of the Cincinnati. Die Gesellschaft wurde 1783 von den US-Gründervätern gegründet und besteht bis heute. Die Gesellschaft nahm mehr als 15 US-Präsidenten auf sowie Mitglieder der Familien Du Pont, Livingston, Rockefeller und Mitglieder der niederländischen Kolonialfamilien Roosevelt, Van Rensselaer, Vanderbilt, Van Cortland und Schuyler, die bereits vor der Gründung der USA zur Elite des Landes gehörten.

Jerome Bonaparte II. hatte eine Tochter, Louise-Eugénie (1873-1923), die in den dänischen Adel heiratete.

Weitere erwähnenswerte Heiraten

Die Bonapartes heirateten in viele Adelsfamilien. Ich hab hier nur die wichtigsten aufgelistet.

Kaiser Napoleons Schwester Pauline Bonaparte (1780-1825) heiratete in zweiter Ehe Camillo Borghese. Er kam aus der italienischen Adelsfamilie Borghese, die zum päpstlichen Adel gehört.

Charlotte Bonaparte (1795-1865) heiratete in die italienische Uradelsfamilie Gabrielli, die zur Vatikanelite gehört. Ihr Sohn Placido Gabrielli war Gründungsmitglied und erster Präsident der Banco di Roma, die zu einer der wichtigsten Banken Italiens wurde. Sie gehört inzwischen zur UniCredit. Diese ist eine der beiden führenden italienischen Grossbanken und ist weltweit aktiv.

Die Ehefrau von Victor Bonaparte (1862-1926) kam väterlicherseits aus der belgischen Königsfamilie und mütterlicherseits aus der österreichischen Königsfamilie.

Der Ehemann von Marie Bonaparte (1882-1962) kam väterlicherseits aus der griechischen Königsfamilie und mütterlicherseits aus der russischen Zarenfamilie.

Kaiser Napoleon I. heiratete 1810, also während seiner Zeit als Herrscher, in zweiter Ehe in die österreichische Königsfamilie.

Christine Charlotte Alexandrine Egypta Bonaparte (1798-1847) heiratete erst in die schwedische Adelsfamilie Posse. In zweiter Ehe heiratete sie den Briten Dudley Coutts Stuart, der Sohn eines Markgrafen aus dem schottischen Stewart Clan. (Quelle) Der Markgraf gehörte zum Privy Council (Geheimrat der britischen Königsfamilie) und war einer der reichsten Briten. Dudley kam mütterlicherseits aus der Bankiersfamilie Coutts, die damals noch die britische Bank Coutts kontrollierte. Die Privatbank Coutts besteht bis heute. Sie wurde 1692 gegründet und ist damit eine der ältesten Banken der Welt. Im 19. Jahrhundert war Coutts eine führende Privatbank. Zu den Kunden der Bank gehörten die britische Königsfamilie und weitere europäische Königshäuser.

Kaiser Napoleon III. heiratete Eugénie de Montijo. Väterlicherseits kam sie aus dem spanischen Adel. Mütterlicherseits stammte sie aus dem schottischen Kirkpatrick Clan.

Laetitia Bonaparte (1804-1871) heiratete den britischen Diplomaten Thomas Wyse. Aus einer Affäre Laetitias ging die Tochter Adelina Bonaparte Wyse (1838-1899) hervor. Adelina heiratete den ungarischen Revolutionär István (Stephan) Türr. Dieser war Freimaurer (Quelle). Er kannte Giuseppe Garibaldi, der kurzzeitig Grossmeister des italienischen Grossorients war, die führende Grossloge Italiens, die wie bereits erwähnt von Napoleons Stiefsohn Eugène de Beauharnais mitgegründet worden war. István Türr und Giuseppe Garibaldi gehörten zusammen mit weiteren Freimaurern zu einem revolutionären Kreis, der die Einigung der italienischen Provinzen zu einem Staat plante, was 1861 auch umgesetzt wurde. Daraufhin wurde das Haus Savoyen zur Königsfamilie Italiens und profitierte somit von der freimaurergeführten Revolution.

Anmerkung: Auf Giuseppe Garibaldis Initiative schloss sich der Misraïm-Ritus mit dem Memphis-Ritus zusammen. Beides sind freimaurerische Riten, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts bildeten. Der Misraïm-Ritus wurde in Italien und der Memphis-Ritus in Frankreich gegründet. Beide Riten hatten ägyptische sowie templerische Elemente. Der Misraïm-Ritus war in 90 Initiationsgrade aufgeteilt, also viel mehr als bei der herkömmlichen Freimaurerei. Der Memphis-Ritus war in 95 Grade aufgeteilt und wurde von einem Obersten Rat aus neun Personen geführt. (Quelle) Durch den Zusammenschluss der beiden Riten entstand der Memphis-Misraim-Ritus. Giuseppe Garibaldi war der erste Gross-Hierophant (Grossmeister) des Memphis-Misraim-Ritus. Der englische Hochgrad-Freimaurer John Yarker, ein Bekannter von Giuseppe Garibaldi, war Mitgründer und der zweite Gross-Hierophant des Ritus. (Quelle) John Yarker war Mitglied des Obersten Rates des Martinistenordens in Frankreich, ein okkulter Rosenkreuzerorden. Yarker war Ehrenmitglied der “Societas Rosicruciana in Anglia“ (SRIA). (Quelle) Die SRIA ist der englische Zweig der Rosenkreuzer. 1888 gründeten drei SRIA-Mitglieder, die auch Freimaurer waren, den okkulten Geheimbund “Hermetic Order of the Golden Dawn“, der zur wohl wichtigsten Okkultisten-Bewegung im angloamerikanischen Raum wurde (Quelle). 1902 wurde die deutsche Grossloge des Memphis-Misraïm Ritus gegründet. Mitglieder dieser Loge, darunter Freimaurer und Rosenkreuzer, gründeten kurze Zeit darauf den Ordo Templi Orientis (OTO), der ebenfalls zu einer wichtigen Okkultisten-Bewegung wurde (Quelle).

Laetitia Wyse-Bonaparte (1831-1902) heiratete den italienischen Politiker Urbano Rattazzi. Er war Freimaurer (Quelle).

Mathilde Bonaparte (1820-1904) heiratete in die russische Adelsfamilie Demidow, die im 18. und 19. Jahrhundert führende Unternehmer im russischen Bergbau und der Eisenherstellung waren.

Achille Murat (1801-1847), der mütterlicherseits aus der Bonaparte Familie kam, heiratete Catherine Willis, eine US-Amerikanerin. Sie war eine Urgrossnichte des ersten US-Präsidenten George Washington (Freimaurer).

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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