Opus Dei

Das Opus Dei (Werk Gottes) ist eine römisch-katholische Organisation, die seit 1928 besteht. Seit 1950 wird das Opus Dei vom Vatikan und dem Papsttum unterstützt. Das Opus Dei gilt als ein sehr wohlhabendes und einflussreiches Netzwerk des Vatikans. Meiner Meinung nach wird sein Einfluss aber oft überschätzt und ich geh davon aus, dass der vatikanverbundene Malteserorden um einiges mächtiger und reicher ist.

Josemaría Escrivá (1902-1975), der Gründer des Opus Dei, wurde 2002 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Er war Spanier. Das Opus Dei kam vor allem in Spanien zu Einfluss.

Opus Dei in Spanien

Auffällig viele Mitglieder des Opus Dei gehörten zur politischen Elite in der spanischen Diktatur unter Francisco Franco. 12 von 19 Ministern der neunten Regierung unter Diktator Franco waren Mitglieder des Opus Dei. Der spanische König Juan Carlos wurde von Opus-Priestern erzogen und der Sekretär seiner Frau Sofia war Mitglied des Opus Dei. (Quelle) Die wichtigsten bekannten Mitglieder in Spanien wären:

  • Mariano Navarro Rubio (1913-2001): Er war Finanzminister und Chef der spanischen Zentralbank zur Zeit der Franco-Diktatur. (Quelle)
  • Laureano López Rodó (1920-2000): Er war Aussenminister in der Franco-Diktatur. (Quelle)
  • Alberto Ullastres (1914-2001): Er war Handelsminister in der Franco-Diktatur. (Quelle)
  • Gregorio López-Bravo (1923-1985): Er war Industrieminister in der Franco-Diktatur. (Quelle)
  • Vicente Mortes (1921-1991): Er war Minister für Wohnungsbau in der Franco-Diktatur. (Quelle)
  • Alfredo Sánchez Bella (1916-1999): Er war in der Franco-Diktatur Informationsminister und somit für die Medienzensur in Spanien zuständig. (Quelle) Er arbeitete mit dem hochadligen Otto von Habsburg zusammen, der ein sehr gutes Verhältnis zum spanischen Diktator Franco hatte. Otto war das Oberhaupt der nicht amtierenden österreichischen Königsfamilie Habsburg, die früher auch über Spanien geherrscht hatte. Alfredo Sánchez Bella und Otto von Habsburg waren Mitglied bei Le Cercle, ein geheimes Elitennetzwerk.
  • Antonio Fontán (1923-2010): Nach der Franco-Diktatur wurde er der erste Senatspräsident von Spanien und war Mitverfasser der spanischen Verfassung. (Quelle)
  • Adolfo Suárez (1932-2014): Er wurde der erste Regierungschef nach der Franco-Diktatur. (Quelle) Er wurde vom spanischen Königshaus zum Herzog geadelt.
  • Federico Trillo (*1952) : Er war von 2000 bis 2004 Verteidigungsminister. (Quelle)
  • Jorge Fernández Díaz (*1950): Er war von 2011 bis 2016 Innenminister. (Quelle)
  • José María Ruiz-Mateos (1931-2015): Der Geschäftsmann kontrollierte den zeitweise grössten privaten Konzern in Spanien. (Quelle) Er musste wegen Geldschmuggel, Betrug und Steuerunterschlagung mehrfach vor Gericht.
  • Luis Valls Taberner (1926-2006): Er war langjähriger Präsident der spanischen Grossbank Banco Popular. (Quelle)
  • Isidre Fainé (*1942): Er war bis 2016 Präsident der spanischen Grossbank Caixa und ist ein Freund des ehemaligen spanischen Königs Juan Carlos. (Quelle)
  • Juan Antonio Samaranch (1920-2010): Er war Sportminister in der Franco-Diktatur und war von 1980 bis 2001 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). (Quelle) Unter seiner Führung herrschte beim IOC Korruption. Er wurde vom spanischen König zum Markgrafen geadelt. Es wurde behauptet, dass seine Wahl zum IOC-Präsidenten vom sowjetischen KGB-Geheimdienst unterstützt wurde und dass der KGB ihn erpressen würde. (Quelle)

Opus Dei in Österreich

Otto von Habsburg (1912-2011), das ehemalige Oberhaupt der nicht amtierenden Königsfamilie Österreichs, machte angeblich Werbung für das Opus Dei (Quelle). Vincenz von Liechtenstein (1950-2008) aus der liechtensteinischen Fürstenfamilie war Mitglied des Opus Dei. Habsburg und Liechtenstein sind zwei der wichtigsten Familien der katholischen Hochadelselite. Vincenz von Liechtenstein war Politiker bei der österreichischen Partei ÖVP, die meiner Meinung nach unter dem Einfluss der Vatikanelite steht. Der hochrangige ÖVP-Politiker Alois Mock (1934-2017) galt als wichtiger Unterstützer des Opus Dei. Einer der wichtigsten Unterstützer in Österreich war der langjährige Wiener Erzbischof Franz König (1905-2004), ein Kumpel von Papst Johannes Paul II.. (Quelle)

Der österreichische Bischof und Sexualstraftäter Klaus Küng (*1940) ist Mitglied des Opus Dei (Quelle).

Opus Dei in Deutschland

Der deutsche CDU-Politiker Kurt Malangré (1934-2018) war Mitglied des Opus Dei. Er war Abgeordneter des Europäischen Parlaments. Sein Bruder Heinz war Manager und Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, ein Vatikanorden. Eine der Töchter von Heinz ist mit dem deutschen CDU-Politiker Armin Laschet verheiratet. Die CDU war vor allem in ihrer Anfangszeit eng mit dem Vatikan verbunden. Der CDU-Politiker Nathanael Liminski gilt als der wichtigste Mitarbeiter und Berater von Armin Laschet. Liminskis Eltern waren Mitglied des Opus Dei. (Quelle)

Eine russische Zeitung behauptete, der CDU-Politiker Alois Mertes (1921-1985) sei ein Agent des Opus Dei, an das er geheime Berichte schicken würde (Quelle). Sein Sohn Klaus Mertes ist Jesuit und leitete ein deutsches Jesuitengymnasium. Der Jesuitenorden steht im Dienste des Papstes und kontrolliert weltweit Universitäten, die den Nachwuchs der katholischen Elite rekrutieren und ausbilden.

Die drei deutschen Bischöfe Joachim Meisner, Rainer Maria Woelki und Dominikus Schwaderlapp stehen dem Opus Dei nahe, sind aber nach eigenen Angaben nicht Mitglied (Quelle: 123). Die drei hochrangigen Priester beteiligten sich an der Vertuschung von Kindesmissbrauch in der Kirche. Nach einer Aussage eines Missbrauchsopfers, die vom Gericht als glaubwürdig eingestuft wurde, gab es ein Missbrauchsnetzwerk bestehend aus Priestern, Politikern und Richtern (Quelle: 20:30 bis 24:30). Der vielfache Missbrauch sei mit dem Wissen von „Polizei, Justiz, Jugendamt und Bischof“ geschehen. (Quelle) Die kritische (aber seriöse) Nachrichtenplattform The Daily Beast aus den USA veröffentlichte einen Artikel, der auf einen Bericht verweist, der seltsamerweise von den meisten deutschen Leitmedien ignoriert wird. Nach dem Bericht hatten Nonnen, die Waisenkinder betreuten, die Kinder den Pädophilen zu Verfügung gestellt und erhielten dafür Geld. Zu den Kunden sollen auch Geschäftsleute gehört haben. Es soll auch zu Orgien gekommen sein. (Quelle) Nach einer Aussage eines weiteren Opfers soll sich auch eine Nonne aktiv am Missbrauch beteiligt haben. Ein scheinbar pädophiler Münchner Stadtrat war regelmässig zu Besuch im Heim. Nach Aussagen weiterer Opfer war der Pädophilenring mit mehreren Kinderheimen in Deutschland verbunden. (Quelle: 123)

Weitere bemerkenswerte Mitglieder und Unterstützer

Der italienische Bankier Gianmario Roveraro (1936-2006) unterhielt enge geschäftliche Beziehungen zum Opus Dei. Er war mit dem italienischen Lebensmittelkonzern Parmalat verbunden. 2003 meldete Parmalat Insolvenz an. In der Bilanz von Parmalat fehlten acht Milliarden Euro, was als einer der grössten Unternehmensskandale gilt. Der Konzern war mit der italienischen Mafia verbunden (Quelle). Gianmario Roveraro verschwand 2006. Seine verbrannte und zerstückelte Leiche wurde zwei Wochen später gefunden. Ein Tag vor seinem Verschwinden besuchte er eine Veranstaltung des Opus Dei. (Quelle)

Giulio Andreotti (1919-2013) war ein Unterstützer des Opus-Gründers Josemaría Escrivá (Quelle). Andreotti war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten Politiker Italiens. Er stand mehrfach vor Gericht wegen Verbindungen zur italienischen Mafia und Auftragsmorden (Quelle). Er war Mitglied des Malteserordens, ein alter Vatikanorden (Quelle). Er war Mitglied bei Le Cercle, ein geheimes Elitennetzwerk (Quelle). Er kannte Licio Gelli, der ihn sehr schätzte (Quelle). Licio Gelli war der Grossmeister der italienischen Freimaurerloge P2, die mit der Mafia verbunden war und in der viele italienische Geheimdienstler Mitglied waren.

Der US-Amerikaner Robert Hanssen (*1944) ist Mitglied des Opus Dei. Der FBI-Agent arbeitete im Geheimen für die sowjetischen Geheimdienste. (Quelle)

Der ecuadorianische Präsident Guillermo Lasso (*1955) ist Mitglied des Opus Dei (Quelle). In Lateinamerika hat der Papst zahlreiche Opus-Mitglieder zu Bischöfen ernannt (Quelle). Der Vatikan hatte seit Beginn der Kolonialisierung viel Einfluss in Südamerika. Nirgendwo sonst ist die katholische Kirche auch heute noch so einflussreich wie in Lateinamerika. Der Jesuitenorden hatten früher in Argentinien und Paraguay sogar eine Art eigenen Staat errichtet. (Quelle)

Der chilenische Minister Joaquín Lavín (*1953) ist Mitglied des Opus Dei (Quelle).

Der uruguayische Verteidigungsminister Mariano Brito (1930-2014) war Mitglied des Opus Dei (Quelle).

Jorge Rossi Chavarría (1922-2006), ein führender Politiker in Costa Rica, ist Mitglied des Opus Dei (Quelle). Er war Präsident der Zentralbank von Costa Rica. Die römisch-katholische Kirche ist die offizielle Staatsreligion in Costa Rica. Es ist somit eines der wenigen christlichen Länder, in dem es keine Trennung von Staat und Religion gibt.

Patrick Ngugi Njoroge (*1961) ist Mitglied des Opus Dei. Er leitet derzeit die kenianische Zentralbank. (Quelle)

Da das Opus Dei viel Wert auf Geheimhaltung legt, könnten noch viele weitere einflussreiche Personen Mitglied oder Unterstützer der Organisation sein.

Gehirnwäsche

Das Opus Dei hat zwar viele einflussreiche Mitglieder und Unterstützer, aber die meisten Mitglieder sind keine einflussreichen Personen. Man wirft dem Opus Dei vor, dass Teile der Organisation wie eine Sekte aufgebaut sind und Mitglieder einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Diese Mitglieder leben in Wohngemeinschaften, die nur aus Opus Dei-Mitgliedern bestehen. Man versucht dort die Mitglieder von der Aussenwelt zu isolieren. Man fordert sie dazu auf, ihre privaten Kontakte möglichst nur auf Opus Dei-Mitglieder zu beschränken. Man fordert die Mitglieder auf, keine Kontakte zu Personen zu unterhalten, die dem Opus Dei kritisch gegenüber stehen. Man fordert die Mitglieder auf, ihre Hobbys aufzugeben und sich ihr Leben vollständig den Lehren des Opus Dei zu widmen. Mitglieder werden dazu angehalten mehrere Stunden am Tag zu beten, zu singen, zu summen und zu meditieren. Man wird dazu aufgefordert einen Bussgürtel (Cilicium) zu tragen, der um den Oberschenkel gelegt wird, wobei er starke Schmerzen verursacht. Den Bewohnern wird ständig die Idee eingepflanzt, dass sie Sünder seien und nur das Opus Dei sie von den Sünden und der Hölle bewahren kann. Sie müssen wöchentlich ihre Beichte bei einem Opus Dei-Priester ablegen. Mitglieder werden dazu aufgefordert, ihre Bankkonten aufzulösen und kein Geld zu besitzen. Nahrung, Kleider und Hygieneartikel werden von der Wohngemeinschaft zur Verfügung gestellt. Die Wohngemeinschaften werden von sogenannten Direktoren geführt. Die Direktoren verfassen täglich Berichte über die einzelnen Bewohner und ihre persönliche Entwicklung in der Wohngruppe. Die Direktoren lesen auch die Post und die Emails ihrer Bewohner. Die Bewohner werden rund um die Uhr von der Direktoren überwacht. Zudem fordert man die Bewohner dazu auf, andere Bewohner zu beobachten und wenn diese “Fehler“ machen, soll dies den Direktoren gemeldet werden. Es herrscht also eine kollektive Überwachung, wie es z. B. gerade in China etabliert wird und es schon in anderen Diktaturen gab. Für die Bewohner gibt es eigene Opus Dei-Ärzte. Ehemalige Bewohner berichteten auch, dass sie beruhigende Medikamente von diesen Ärzten bekamen. Es würde mich nicht überraschen, wenn man den Bewohnern Medikamente ins Essen mischt. Bewohner werden dazu aufgefordert, nur Essen aus der Küche der Wohngemeinschaft zu essen und kein Essen von aussen in die Wohngemeinschaft zu bringen. Ehemalige Mitglieder berichten von hypnoseartigen Ritualen. Ist eine Person lange Zeit in so einer Wohngruppe (manche sind schon seit Jahren dort), steht sie komplett unter Gehirnwäsche. Diese treuen Anhänger können den Direktoren dabei helfen, die Neuankömmlinge in der Wohngruppe einer Gehirnwäsche zu unterziehen und helfen auch neue Mitglieder anzuwerben. Kurz gesagt: In diesen Wohngemeinschaften werden die Bewohner ziemlich offensichtlich einer Gehirnwäsche unterzogen. (Mehr dazu) Manche Leser haben vielleicht schon von der Verschwörungstheorie gehört, dass Sekten in den USA wie Scientology von den amerikanischen Geheimdiensten gelenkt werden, die an den Sektenanhängern mit Gehirnwäsche experimentieren. Es gab drei Sekten, bei denen die Involvierung von Geheimdiensten aus meiner Sicht sehr plausibel wären: der Peoples Temple in Jonestown und die Branch Davidians in Waco sowie die Sekte in der Colonia Dignidad. Die CIA und der rumänische Geheimdienst sowie vermutlich noch weitere Geheimdienste haben in der Vergangenheit mit Gehirnwäsche experimentiert und gingen dabei äusserst skrupellos vor (Quelle: 1 und 2).

Im Opus Dei sind wie gesagt auch einflussreiche Persönlichkeiten vertreten, darunter hochrangige Priester, Politiker, Beamte und Geschäftsleute. Diese werden aber scheinbar nicht einer Gehirnwäsche unterzogen, sondern sollen vermutlich den Einfluss des Opus Dei sicherstellen. Das Opus Dei dient somit einerseits wie die anderen Vatikanorden zur Elitenbildung der Vatikanelite. Anderseits wird ein Gehirnwäscheprogramm durchgeführt, getarnt als christlich-konservative Wohngemeinschaften. Der Vatikan hält scheinbar seine schützende Hand über das Projekt.

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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

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