Die US-amerikanische Familie Ford gründete und kontrolliert den Automobilkonzern Ford, der schon seit über 100 Jahren zu den grössten Automobilherstellern der Welt gehört. Mitte des 20. Jahrhunderts war die Ford Familie vermutlich die reichste Familie der USA, neben Rockefeller, Mellon und Du Pont (Quelle). Das heutige Vermögen der Ford Familie wurde im Jahr 2015 auf zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. (Quelle)
Ford ist eines der grössten Familienunternehmen der Welt. 2020 war Ford nach Umsatz das zwölftgrösste Unternehmen der USA. 2018 besass die Ford Familie vierzig Prozent der Stimmrechte, aber kaum Unternehmensanteile. Für die Familie ist die Kontrolle über den Konzern wichtiger als das Geld.
Bemerkenswerte Familienmitglieder
Henry Ford (1863–1947) gründete 1903 die Ford Motor Company. Er gilt als der Hauptentwickler der Fliessbandproduktion. Bereits nach einem Jahrzehnt gehörte Ford zu den grössten Unternehmen der USA (Quelle). Seit dem Börsengang des Konzerns 1956 gehörte Ford bis zum Jahr 2005 stets zu den zehn umsatzstärksten Unternehmen der USA. (Quelle)
Henry Ford war zeitweise der reichste Amerikaner und man zählt ihn heute noch zu den reichsten Amerikanern aller Zeiten. (Quelle)
Der Ford-Konzern unterhielt in den 30er-Jahren geschäftliche Beziehungen zum deutschen Naziregime und unterstützte die Rüstungsproduktion der Nazis. (Quelle: 1, 2) Die deutsche Tochterfirma des Ford-Konzerns beschäftigte während des Zweiten Weltkrieges etwa 1350 Zwangsarbeiter. (Quelle) Henry Ford war in den 20er-Jahren als Verleger mitverantwortlich für die Herausgabe einer Zeitung, die antisemitische Verschwörungstheorien verbreitete. (Quelle) Die Publikationen hatten Einfluss auf führende deutsche Nazis, wie Adolf Hitler und Joseph Goebbels. Hitler hatte ein Porträt von Henry Ford in seinem Münchner Büro und sah ihn als eine Inspiration an. 1938 erhielt Henry Ford von Hitler das Grosskreuz des deutschen Adlers, der höchste Verdienstorden von Nazideutschland für Ausländer. Der Nazi-Politiker Baldur von Schirach sagte beim Nürnberger Prozess: „Das ausschlaggebende antisemitische Buch, das ich damals las und das Buch, das meine Kameraden beeinflusste […], war das Buch von Henry Ford ‚Der internationale Jude‘. Ich las es und wurde Antisemit.“ (Quelle: 1, 2) Die heutigen Mitglieder der Ford Familie sind anscheinend keine Antisemiten und kennen jüdische Manager über die Konzernführung und ihre Stiftung. Sidney Weinberg, der einer der mächtigsten Juden der Wall Street war, leitete 1956 im Auftrag der Ford Familie den Börsengang des Ford-Konzerns. Sein Enkel John Weinberg ist zurzeit im Vorstand des Ford-Konzerns.
Henry Ford war Freimaurer und erreichte den 33. Grad (der höchste Freimaurergrad). (Quelle) Er war Mitglied der US-amerikanischen Freimaurerlogen „Zion Lodge No. 1“ und „Palestine Lodge No. 357“. (Quelle) Die wichtigsten Automobilkonzerne der USA sind schon seit hundert Jahren General Motors, Ford und Chrysler. Letzterer wurde von Walter Chrysler gegründet, der ebenfalls Freimaurer war. (Quelle) General Motors war in den 30er-Jahren ebenfalls am Aufbau der deutschen Rüstungsindustrie beteiligt. (Quelle: 1, 2, 3) In dieser Zeit wurde General Motors von der Du Pont Familie kontrolliert.
Henrys Sohn Edsel Ford (1893–1943) leitete den Ford-Konzern. Edsel war mit John D. Rockefeller Jr. befreundet. (Quelle)
Henry Ford II. (1917–1987) leitete den Ford-Konzern und die Ford Foundation. Er war ein enger Freund von John Hugo Loudon, der auch mit David Rockefeller befreundet war. (Quelle) John kam aus der niederländischen Adelsfamilie Loudon. Henry Ford II. war Mitglied der Stiftung „The 1001: A Nature Trust“. Diese aus Adligen und Milliardären bestehende Stiftung kontrolliert den WWF. Loudon und Rockefeller gehörten ebenfalls zur Stiftung. (Quelle) Henry Ford II. war Mitglied des Bohemian Club. (Quelle) Der US-amerikanische Eliteclub besteht seit 1872 und ist Teil von Verschwörungstheorien.
William Clay Ford Sr. (1925–2014) heiratete eine Enkelin von Harvey Samuel Firestone. Harvey war ein Freund von Henry Ford und gründete die Firestone Tire and Rubber Company, einer der ersten grossen Hersteller von Autoreifen. Sein Sohn Leonard Firestone war Mitglied des Bohemian Club (Quelle).
Charlotte Ford (*1941) heiratete 1965 den griechischen Unternehmer Stavros Niarchos, der einer der reichsten Männer der Welt war. 1973 heiratete sie den Investor Julius Anthony Forstmann. (Quelle) Julius verstorbener Bruder Theodore Forstmann war Milliardär. Theodore war mit dem Milliardär John Walton befreundet. Die Walton Familie gilt als die reichste Familie der USA.
William Clay Ford Jr. (*1957) ist derzeit Vorsitzender des Ford-Konzerns. Er war von 2005 bis 2015 Vorstandsmitglied von eBay. Zurzeit ist er im binationalen Aufsichtsrat der US-Mexico Handelskammer (USMCOC). Der Wirtschaftsverband setzt sich für Handelsbeziehungen zwischen den USA und Mexico ein. William war Präsident des Ivy Clubs an der Princeton Universität. Princeton ist eine der reichsten und elitärsten Privatuniversitäten der Welt. Zum Ivy Club gehörten auch Mitglieder der Familien Rockefeller, Mellon, Harriman und Lee.
Bemerkenswerte Personen, die zur Führung des Ford-Konzerns gehörten, wären:
- Robert McNamara (1916–2009) war Präsident von Ford. Er war Verteidigungsminister der USA und Präsident der Weltbank.
- Robert Rubin (*1938) sass im Vorstand von Ford. Er war Finanzminister der USA und gehörte zum Vorstand von Goldman Sachs und Citigroup, zwei der grössten Banken der USA. Er war Vorsitzender des Council on Foreign Relations (CFR), eine der mächtigsten Denkfabriken der USA.
- Marie-Josée Kravis (*1949) war im Vorstand von Ford. Sie ist die derzeitige Vorsitzende des Lenkungsausschusses der Bilderberg-Treffen und leitet somit das Elitentreffen. Ihr Ehemann ist der Milliardär Henry Kravis, der in den letzten Jahren immer das Bilderberg-Treffen besuchte. Marie-Josée kennt über den Vorstand des LVMH-Konzerns den französischen Multimilliardär Bernard Arnault.
- Jorma Ollila (*1950), einer der mächtigsten Wirtschaftsführer Finnlands, war im Vorstand von Ford. Er war Vorsitzender von Nokia und Shell. Er sitzt im Vorstand von Perella Weinberg Partners. Er gehörte zum Lenkungsausschuss der Bilderberg-Treffen und war Vorsitzender des European Round Table for Industry (ERT). Der ERT gilt als eine der mächtigsten Instanzen der Wirtschaftselite der EU-Staaten und hat direkten Einfluss auf die EU-Kommission. Zum ERT gehören über 50 Konzernchefs aus Europa.
- Sir John Bond (*1941) war im Vorstand von Ford. Der Brite wurde zum Ritter geschlagen. Er war Vorsitzender von HSBC, Vodafone und Xstrata sowie Vorsitzender des Institute of International Finance.
- Ernest Breech (1897–1978) war Vorsitzender von Ford. Er war wie Henry Ford Freimaurer im 33. Grad. (Quelle)
- Jacques Nasser (*1947) war Präsident und CEO von Ford. Der libanesisch-australische Manager war Vorsitzender von BHP, einer der grössten Bergbaukonzerne der Welt. Er sitzt derzeit im Vorstand der Fox Corporation und kennt dadurch die australisch-amerikanische Milliardärsfamilie Murdoch. Über seinen Vorstandsposten beim Koç-Konzern wird er die türkische Milliardärsfamilie Koç kennen.
- Alan Mulally (*1945) war Präsident und CEO von Ford. Er war Vorstandsmitglied von Google sowie Vizepräsident des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns Boeing.
- Jon Huntsman Jr. (*1960) gehört derzeit zum Vorstand von Ford. Er war Gouverneur des US-Bundesstaates Utah. Von 2017 bis 2019 war er US-Botschafter in Russland. Er vertrat die USA als Botschafter auch in China und Singapur. Er war Vorsitzender des Atlantic Council, eine einflussreiche Denkfabrik.
Ford Foundation
1936 gründete die Familie die Ford Foundation. Diese ist bis heute eine der reichsten Stiftungen der Welt und verwaltet 16 Milliarden US-Dollar. Zu den Treuhändern der Stiftung gehören neben Henry Ford III. auch George H. Walker (ein Verwandter von US-Präsident George W. Bush) und die Milliardärin Laurene Powell Jobs. (Stand: 16.7.2024) Laurene ist die Witwe von Steve Jobs, der Apple gegründet hatte, eines der grössten Unternehmen der Welt. Ein bemerkenswerter ehemaliger Treuhänder der Ford Foundation ist Tim Berners-Lee, der Begründer des World Wide Web.
Wie alle Elitestiftungen spendet die Ford Foundation in erster Linie Geld für wohltätige Zwecke. Aber eben nicht nur für wohltätige Zwecke. Die Ford Foundation gründete und stiftete 1948 zusammen mit dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Douglas Aircraft die RAND Corporation. (Quelle) Die RAND Corporation gilt als einer der einflussreichsten Think Tanks der Welt. Die Denkfabrik berät unter anderem das US-Militär und konzentriert sich traditionell auf den strategisch-militärischen Bereich. Mehrere führende Mitglieder arbeiteten für die Rüstungsindustrie. Der Gründer-Konzern Douglas Aircraft ist heute Teil des Boeing-Konzerns, der neben Zivilflugzeugen auch Rüstungsgüter herstellt und einer der grössten Rüstungskonzerne der Welt ist.
Die Ford Foundation spendete von 2006 bis 2014 über 800 000 US-Dollar an die RAND Corporation. (Quelle)
Die Ford Foundation spendete in den letzten Jahren Millionenbeträge an einflussreiche Denkfabriken, darunter an das Chatham House, Brookings Institution, Center for American Progress, Carnegie Endowment for International Peace, Center for Strategic and International Studies und noch weitere.
Die Ford Foundation spendet traditionell an Organisationen, die sich für Familienplanung und Bevölkerungskontrolle einsetzen. Die Ford Familie spendete Millionen für von den Vereinten Nationen unterstützte Familienplanungsprojekte weltweit. (Quelle) In den letzten 14 Jahren spendete sie mehr als 17 Millionen Dollar an die „Planned Parenthood Federation of America“. (Quelle) Mehrere Millionen gingen auch an den Population Council. (Quelle) Der Population Council wurde von der Rockefeller Familie gegründet.
In den letzten 14 Jahren spendete die Ford Foundation über 80 Millionen Dollar an Rockefeller-Stiftungen. (Quelle) Die Familien Rockefeller und Ford kennen sich schon spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Stiftungen sind seit über 50 Jahren ein wichtiger Knotenpunkt im internationalen Netzwerk der Bewegung für Bevölkerungskontrolle. (Mehr dazu)
Von 1966 bis 1979 war McGeorge Bundy Präsident der Ford Foundation. Er gehörte zu den Architekten des Vietnamkriegs. Er und sein Bruder sowie der Vater waren Mitglied der berüchtigten Geheimgesellschaft Skull and Bones und übernahmen eine führende Rolle bei mächtigen Denkfabriken. Der Bruder war Generalsekretär der Bilderberg-Treffen. (Mehr dazu)
Von 1958 bis 1965 war John McCloy Vorsitzender der Ford Foundation. (Quelle: 1, 2) Er gehörte zur obersten Riege der US-amerikanischen Elite. Er war Chef der Weltbank und Vorsitzender der Chase Manhattan Bank, die eine der grössten Banken der Welt war. Nach McCloy leitete der höchst einflussreiche David Rockefeller die Bank weiter. McCloy war auch David Rockefellers Vorgänger als Vorsitzender des Council on Foreign Relations, der als eine der einflussreichsten Denkfabriken gilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete McCloy die US-Besatzungsmacht in Deutschland. Seine Frau war mit der Ehefrau von Konrad Adenauer verwandt. Adenauer wurde nach dem Krieg zum ersten Bundeskanzler (Regierungschef) der Bundesrepublik Deutschland. In der Nachkriegszeit gründete McCloy zusammen mit seinem Freund Eric Warburg (ein einflussreicher Bankier) die Atlantik-Brücke und den American Council on Germany, zwei Organisationen, die die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland fördern. (Mehr dazu)
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Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.