Sutherland Clan

Der schottische Clan ist über 800 Jahre alt. Der Stammvater des Clans war Lord Freskin, der im 12. Jahrhundert lebte. Er war ein flämischer (niederländischer) Adliger, der nach Schottland emigrierte. Freskin ist zugleich der Stammvater des Murray Clans. Seit dem Jahr 1230 stellt ein Zweig des Clans einen schottischen Grafen, der gleichzeitig auch der Clan-Chef ist. Der Clan heiratete in den letzten Jahrhunderten in viele schottische Clans sowie in englische und irische Adelsfamilien.

Mehrere Sutherlands waren in der britischen Politik und beim Militär, darunter auch die Clan-Chefs. Dieser Beitrag konzentriert sich aber auf die Verbindungen zur Wirtschafts- und Finanzelite.

Thomas Sutherland (1834-1922) war ein britischer Bankier und Politiker. 1865 gründete er in Hongkong (damals eine britische Kolonie) die Bank HSBC und wurde ihr erster stellvertretender Vorsitzender. Die Bank gehört bis heute zu den grössten der Welt und ist die grösste europäische Bank. In ihrer Anfangszeit spielte sie eine wichtige Rolle in der Finanzierung des Opiumhandels und profitierte davon. Damals wurde ein Grossteil des ostasiatischen Handels, darunter auch der Opiumhandel, von ausländischen Unternehmen kontrolliert. Viele dieser Unternehmen wurden von Familien geführt. Die wichtigsten Familien wären KeswickSassoon, Kadoorie, Swire und Jebsen, die noch heute in der asiatischen Wirtschaft aktiv sind und inzwischen alle Milliardäre sind (bis auf Sassoon). Früher waren im asiatischen Handel auch viele schottische Clans vertreten wie Matheson, Forbes, Jardine, Johnstone und Bell.

Thomas Sutherland war definitiv mit den schottischen Clans verbunden. Er war Mitglied des Legislativrats von Hongkong. Im Rat waren schottische Clans wie Murray, Jardine, MacGregor, Johnstone, Bell und Mackie vertreten, die teilweise auch Häuptlinge der „St. Andrew’s Society of Hong Kong“ waren. St. Andrew’s Societies gibt es in vielen ehemaligen britischen Kolonien (USA, Kanada, Australien und weitere) und werden von schottischen Clans geführt. Sie dienen unter anderem dazu, Kontakte zwischen den schottischen Kolonialfamilien zu fördern. Zum Hongkonger Legislativrat gehörte auch die schottische Keswick Familie und ein Mitglied der Sassoon Familie. Die Familien Sassoon und Keswick kennen sich bis heute und sind noch immer in der ostasiatischen Wirtschaft aktiv.

Die HSBC hat seit ihrer Gründung bis heute mehrere Vorsitzende, die aus schottischen Clans stammten oder mit diesen familiär verbunden waren. Darunter die Clans Forbes, Jardine, Johnstone, Mackie und Bell. Die schottische Keswick Familie, die familiär mit schottischen Clans verbunden ist, stellte drei Vorsitzende. Die jüdische Sassoon Familie stellte zwei Vorsitzende. (Quelle: 1 und 2)

In den letzten 20 Jahren wurde der HSBC mehrfach vorgeworfen, Geldwäsche im grossen Stil für die Mafia zu betreiben (Quelle: 1, 2, 3). In manchen Fällen wurde sie deswegen auch zu Geldstrafen verurteilt (wobei Geldstrafen bei einem grossen Geldhaus wie der HSBC kaum was bringen). Die Triaden (chinesische Mafia) kontrollieren, seit der Illegalisierung, einen grossen Teil des Opium- und Heroinhandels und ihre Führung gehört zu den mächtigsten Geschäftsleuten der globalen Schattenwirtschaft. Man geht davon aus, dass einer grosser Teil der Geldwäsche und Vermögensverwaltung der Triaden im Hongkonger Finanzwesen stattfindet. Hongkong gehört heute übrigens zu den fünf grössten Steueroasen der Welt (Quelle: 1 und 2). 2020 belegte Hongkong Platz 4 auf dem Schattenfinanzindex. Die HSBC ist bis heute die grösste Bank Hongkongs. Sie besitzt derzeit 40% der Bank of Communications, eine der grössten Banken Chinas.

Die HSBC machte erwiesenermassen Geschäfte mit Personen, welche die al-Qaida finanzieren oder ihr nahe stehen (Quelle). Die al-Qaida ist nicht nur eine Terrororganisation, sondern auch der vermutlich grösste Opiumproduzent der Welt (Quelle) und ein bedeutender Waffenhändler. Genau wie die Kartelle in Südamerika destabilisiert sie ganze Länder mit der masslosen Verbreitung von Waffen, der Förderung von Korruption bei Behörden und Politik sowie der ständigen Verbreitung eines Klima der Gewalt (was auf junge Männer abfärbt und somit immer genug Nachwuchs für Mafia und Paramilitärs produziert). Gleichzeitig produziert die al-Qaida, wie die Kartelle, Drogen in Entwicklungsländern und verkauft sie billig an die Mafia, die sie dann teurer in den Industrienationen verkauft (es funktioniert also genau wie bei den legalen Handelsgütern aus der Dritten Welt).

David MacLeod Sutherland (1875-1951) war britischer Journalist und Herausgeber des Evening Standard, der wohl wichtigsten Lokalzeitung der Stadt London. Später wurde er Sekretär und Direktor der Propaganda für die britische Anti-Socialist Union.

Der Clan-Chef Herzog George Sutherland-Leveson-Gower (1888-1963) war in der britischen Politik und wurde in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Er war Lord High Commissioner der Generalversammlung der Church of Scotland, eine schottisch-presbyterianische Kirche. Das Amt des Lord High Commissioner besetzten meist Adlige, viele davon aus schottischen Clans (Quelle).

Baronin Eliza Manningham-Buller (*1948) ist eine Nachfahrin von Herzog George Sutherland-Leveson-Gower (1786-1861) und war mit vielen weiteren Clans verwandt. Sie war eine bedeutende Geheimdienstoffizierin und war von 2002 bis 2007 Generaldirektorin des britischen Geheimdienstes MI5.

Graf Alistair Sutherland (*1947) ist der derzeitige Clan-Chef des Sutherland Clans. Er arbeitete drei Jahre lang für IBM, eines der grössten IT- und Beratungsunternehmen der Welt. Er heiratete in den schottischen Murray Clan.

David Barclay von Cheapside (1682-1769) war der Begründer der Bankiersfamilie Barclay, die aus dem Barclay Clan kam. Seine Grossmutter mütterlicherseits war eine Enkelin des Clan-Chefs des Sutherland Clans. Die Barclays gründeten die Barclays Bank, die bis heute besteht und zu den mächtigsten Banken der Welt gehört.

Der Ire Peter Sutherland (1946-2018) hatte eine beachtliche Karriere hingelegt und war eine hochangesehene Persönlichkeit der britischen Elite. Es ist unklar, ob und wie eng er mit der Clan-Führung (die Grafen) verwandt war, aber er kannte mehrere Vertreter schottischer Clans.

  • Er war EU-Kommissar und Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO).
  • Er war Vorsitzender der Banken „Goldman Sachs“ und „Allied Irish Banks“. Goldman Sachs aus den USA ist eine der grössten Investmentbanken der Welt und die Allied Irish Banks ist eine der grössten Banken Irlands.
  • Er war Direktor der Royal Bank of Scotland, eine der ältesten Grossbanken der Welt (gehört inzwischen zur NatWest Group), die traditionell mit den schottischen Clans verbunden ist.
  • Er war im Vorstand der Allianz. Der deutsche Versicherungskonzern ist einer der grössten Versicherer der Welt.
  • Er war nicht geschäftsführender Vorsitzender von BP. Der britische Ölkonzern ist eines der grössten Unternehmen der Welt.
  • Er war im Vorstand von ABB, ein Technologiekonzern der unter dem Einfluss der schwedischen Wallenberg Familie steht.
  • Er gehörte zum Vorstand der Koç Holding, das grösste Unternehmen der Türkei. Dadurch wird er die türkische Koç Familie gekannt haben.
  • Er war im Beirat von Eli Lilly, einer der grössten Pharmakonzerne der USA.
  • Er war Direktor des umstrittenen Baustoffkonzerns CRH.
  • Er arbeitete für die „Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls“, das Schatzamt des Vatikans. Er war auch Migrationsberater des Papstes. Er erhielt einen Orden vom Heiligen Stuhl.
  • Er gehörte zum Lenkungsausschuss der Bilderberg-Treffen, bei dem auch die schottischen Clans präsent sind.
  • Er war Ehrenvorsitzender der Trilateralen Kommission, ein einflussreicher Think Tank, der von David Rockefeller gegründet und geführt wurde. Dadurch wird er David Rockefeller gekannt haben sowie Vertreter schottischer Clans.
  • Er war Mitglied der Pilgrims Society und kannte daher die britische Königsfamilie sowie Angehörige schottischer Clans. Die britische Königsfamilie verlieh ihm zudem einen Orden.
  • Er war stellvertretender Vorsitzender des „European Round Table of Industrialists“, eine der wichtigsten Instanzen der europäischen Wirtschaftselite mit direktem Einfluss auf die EU-Kommission.
  • Er war Vorstandsmitglied der Stiftung des Weltwirtschaftsforums (WEF).
  • Er war Ehrenpräsident des „European Policy Centre“, ein Think Tank der EU-Elite.
  • Er erhielt fünfzehn Ehrendoktortitel von Universitäten in Europa und Amerika. 

Zur Liste der mächtigsten Familien der Welt

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