Die Mellon Familie gehört schon seit hundert Jahren zu den reichsten Familien der USA. Mitte des 20. Jahrhunderts war sie vermutlich die reichste amerikanische Familie neben den Rockefellers.↗ In den 70er-Jahren galt sie als die reichste Familie des Landes.↗ Das Forbes-Magazin schätzt das heutige Familienvermögen auf 14 Milliarden US-Dollar.↗ Im Jahr 2024 schätzte ein naher Verwandter der Familie ihr Vermögen auf 25 Milliarden. Er sagte, dass Familien wie die Mellons nicht wollen, dass die Öffentlichkeit weiss, wie viel Vermögen sie haben.↗
Einige Mitglieder der Mellon Familie hatten Verbindungen zu den amerikanischen Geheimdiensten, was weiter unten erläutert wird. Die Familie pflegt schon seit hundert Jahren gute Kontakte zum britischen Adel.
Thomas Mellon (1813–1908) war der Gründer der Dynastie. Er war ein schottisch-irischer Presbyterianer aus Nordirland, der in die USA emigrierte.↗
Das ehemalige Wirtschaftsimperium der Familie
Thomas Mellon gründete 1869 die Mellon Bank. Die Bank zog schnell reiche Einleger wie Andrew Carnegie und Henry Frick an. Im 20. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einer der grössten Banken der USA und wurde weiterhin von der Mellon Familie kontrolliert. 1978 besass die Familie immer noch 90 Prozent der Anteile an der Bank.↗ ↗ Die Familie trennte sich in den folgenden Jahrzehnten von der Bank. 2007 fusionierte die Mellon Bank mit der Bank of New York. Durch die Fusion entstand die heutige „Bank of New York Mellon“ (BNY Mellon). Mit dem Gründungsjahr 1784 war die Bank of New York die älteste Bank der USA. Sie wurde von Alexander Hamilton gegründet, der einer der Gründervater der USA und der Gründer der ersten US-Zentralbank war.
Die BNY Mellon ist einer der grössten Vermögensverwalter der Welt und ist die grösste Depotbank. Ende 2021 verwaltete sie ein Vermögen von 2,4 Billionen US-Dollar und verwahrte 46,7 Billionen US-Dollar.(Seite 16) Nach offiziellen Angaben besitzt die Mellon Familie heute keine grossen Anteile an der Bank mehr. 2014 sagte ein Mitglied der Familie, dass die Bank aber immer noch Familienmitglieder als Kunden hat.↗
Die Mellon Familie gründete im Jahr 1907 das Erdölunternehmen Gulf Oil.(Seite 183) Es entwickelte sich innerhalb von zwei Jahrzehnten zu einem der grössten Ölkonzerne der Welt und war eines der grössten Unternehmen der USA.↗ ↗ Gulf Oil fusionierte 1985 mit einem Ölkonzern, der aus dem Ölimperium der Rockefeller Familie hervorgegangen war. In den dreissig Jahren vor der Fusion war Gulf Oil eines der grössten Unternehmen der USA.↗ Die Mellon Familie hielt bis zur Fusion Anteile an Gulf Oil.↗ 1978 hatte die Familie noch 18 Prozent der Anteile besessen.↗ Durch die Fusion entstand die heutige Chevron Corporation, einer der weltweit grössten Produzenten von Erdöl und Erdgas. Chevron gehörte 2024 nach Umsatz zu den zwanzig grössten Unternehmen der USA.
Ende des 19. Jahrhunderts finanzierte die Mellon Familie den Aufbau des Aluminiumkonzerns Alcoa mit. Seit dem frühen 20. Jahrhundert wurde das Unternehmen von den Mellons kontrolliert. Zu dieser Zeit hatte Alcoa ein Monopol auf nordamerikanisches Aluminium.↗ ↗ Die Familie war noch bis in die 70er-Jahre Grossaktionär von Alcoa mit einem Anteil von 21 Prozent.↗ Alcoa gehört bis heute zu den grössten Aluminiumproduzenten der Welt. Der Konzern ist auch im Bauxitbergbau aktiv und ist einer der grössten Bauxitproduzenten. Bauxit wird zur Herstellung von Aluminium benötigt.
Die Mellon Familie war seit 1946 Grossaktionär der First Boston Corporation, die zu dem Zeitpunkt die grösste Investmentbank der USA war.↗ 1978 besass die Familie 20 Prozent der Anteile an der Bank.↗ First Boston wurde 1988 von der Schweizer Grossbank Credit Suisse übernommen.
Die Mellon Familie war seit 1914 grösster Aktionär des Chemiekonzerns Koppers.↗ Sie hielt 1978 immer noch 20 Prozent der Anteile am Unternehmen.↗
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts investierten die Mellons auch viel in die Stahl-, Kohle-, Glas-, Eisenbahn-, Schiffbau- und Automobilindustrie.
Die Mellons besassen ein Versicherungsunternehmen, das 1945 mit der General Reinsurance Corporation fusionierte. Dadurch entstand das grösste Rückversicherungsunternehmen der USA.↗ Die Mellons waren weiterhin am Unternehmen beteiligt.↗ Es ist bis heute einer der führenden Rückversicherer der USA und wird seit 1998 vom Milliardär Warren Buffett kontrolliert.
Die Mellon Familie finanzierte 1987 die Gründung der Carlyle Group mit und war anfangs Miteigentümer.↗ Die Carlyle Group ist schon seit über zwanzig Jahren eines der grössten Private-Equity-Unternehmen der Welt.↗ ↗ Ende 2023 verwaltete es 426 Milliarden US-Dollar.↗
Die Mellon Familie gründete 1968 zusammen mit den Familien Rockefeller, Warburg und Harriman das Private-Equity-Unternehmen AEA Investors.↗
1933 wurde die erfolgreiche Zeitung Newsweek gegründet. In der Anfangszeit wurde sie von wenigen einflussreichen Geldgebern finanziert, darunter Paul Mellon, Vincent Astor und John Hay Whitney.↗ Newsweek gehört heute zu den meistbesuchten Online-Zeitungen in den USA.↗ ↗
Die Mellon Familie gründete 1969 die „Andrew W. Mellon Foundation“, eine der wichtigsten und reichsten Elitestiftungen der USA. 2023 besass die Stiftung ein Vermögen von 7,9 Milliarden US-Dollar.↗ Sie war bereits nach ihrer Gründung eine der grössten Stiftungen.↗ Sie spendet an zahlreiche Denkfabriken.
Die Mellon Familie gründete 1947 die „Richard King Mellon Foundation“, die 2021 ein Vermögen von 3,4 Milliarden US-Dollar besass.↗ Es sind bis heute Mitglieder der Familie im Kuratorium der Stiftung.↗
Bemerkenswerte Familienmitglieder
im 20. Jahrhundert
Andrew Mellon (1855–1937) galt als einer der mächtigsten Bankiers seiner Zeit. Von 1921 bis 1932 war er Finanzminister der USA. Anschliessend vertrat er die USA ein Jahr lang als Botschafter in Grossbritannien.↗ Er war ein anglophiler Amerikaner. Er heiratete eine Engländerin und zu seinen Freunden zählten Mitglieder der britischen Königsfamilie.(Seite 455) Er war Mitglied der Pilgrims Society.↗ ↗ Das diskrete Elitennetzwerk fördert seit über hundert Jahren britisch-amerikanische Beziehungen. Zur Gesellschaft gehören Leute aus den Eliten der USA und Grossbritanniens. Der britische Monarch stellt den Patron der Pilgrims Society.
Andrew Mellon war Freimaurer.↗ ↗ Sein Bruder Richard Mellon (1858–1933) trat ebenfalls den Freimaurern bei. Die beiden Brüder erreichten den Rang eines Royal Arch Mason.↗ Die Brüder waren zwei der reichsten Amerikaner.↗
Der Philanthrop Paul Mellon (1907–1999) spendete im Laufe seines Lebens fast eine Milliarde US-Dollar, die heute mehr als eine Milliarde ausmachen würde.↗ Er wurde zum Ritter des Ordens des Britischen Empire (KBE) ernannt und erhielt auch den Orden von Oranien-Nassau, einen Ritterorden des niederländischen Königshauses. Paul Mellon diente beim OSS (Vorläufer der CIA), wo er den Rang eines Majors erreichte.↗ Er war wie sein Vater Andrew Mitglied der Pilgrims Society.↗ Nach der Liste von Kevin Dowling war ein Amerikaner mit dem Namen Paul Mellon Mitglied der Stiftung „The 1001: A Nature Trust“. Diese aus Adligen und Milliardären bestehende Stiftung unterstützt den WWF. Auch eine Constance Mellon steht auf der Liste.↗ Es handelt sich womöglich um Constance Mellon (1941–1983).
Constance Mellon (1941–1983) heiratete John Carter Brown, der Sohn eines Multimillionärs. Er kam aus der Brown Familie, die seit über 200 Jahren zur Elite der USA gehört und die Brown University mitgegründet hatte. John Carter Brown heiratete in zweiter Ehe Pamela Braga, die Tochter eines kubanischen Unternehmers. Pamela hatte in erster Ehe in die Drexel Familie geheiratet, die im 19. Jahrhundert eine der führenden Bankiersfamilien in den USA war.↗ ↗
Ailsa Mellon (1901–1969) galt als die reichste Frau der USA. Sie wurde von einflussreichen Männern umworben. Einer davon war der italienische Adlige Gelasio Caetani, der aus dem päpstlichen Adel kam und Italiens Botschafter in den USA war. Ailsa Mellon stand kurz davor, den adligen Otto von Bismarck zu heiraten, einen Enkel des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck. Sie hatte sich dann aber doch umentschieden und heiratete schliesslich David Bruce.↗ ↗ Der damalige US-Präsident Calvin Coolidge war auf ihrer Hochzeit. David Bruce war ein amerikanischer Politiker, Diplomat, Geheimdienstoffizier und Geschäftsmann. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte Bruce zur Führung des OSS (Vorläufer der CIA) und kommandierte den Geheimdienst in Europa im Kampf gegen die Nazis. In den dreissig Jahren nach dem Krieg war Bruce einer der wichtigsten Diplomaten der USA. Er war Botschafter in Grossbritannien, Frankreich, Westdeutschland sowie US-Botschafter bei der NATO und Chefdiplomat in China. Er betätigte sich auch in der Wirtschaft und hatte Vorstandsmandate bei etwa 25 Unternehmen inne, darunter bei Alcoa, dem Aluminiumkonzern der Mellon Familie. Bruce arbeitete bei der Bank seines einflussreichen Freundes W. Averell Harriman. Bruce heiratete in zweiter Ehe Evangeline Bell, die er beim OSS kennenlernte, wo sie für die Fälschung von Pässen und Papieren für Spione zuständig war. Evangeline war eine prominente Gastgeberin der Washingtoner Elite. Ihre Freundin Katharine Graham galt ebenfalls als eine der einflussreichsten Frauen Washingtons. Eine Bekannte aus Frankreich war Marie-Laure de Noailles, die in die französische Adelsfamilie Noailles heiratete und aus der Bankiersfamilie Bischoffsheim kam.↗ ↗ ↗ ↗ ↗ Evangeline kannte den mächtigen Netzwerker Henry Kissinger sowie Mitglieder der Rockefeller Familie.↗ ↗ Evangeline wurde in England geboren.↗ Ihre Mutter Bertha war Engländerin und hatte Diplomaten in der Verwandtschaft, die Grossbritannien als Botschafter in mehreren Ländern vertraten. Berthas Schwester Dorothy war die Schwiegertochter des Grafen John Ramsay. Der Graf war der Clan-Chef des schottischen Ramsay Clans und sein Sohn Alexander heiratete in die britische Königsfamilie.↗ ↗ Zufälligerweise stammte David Bruce aus dem schottischen Bruce Clan.↗ Er vertiefte seine Beziehung zur britischen Elite, in dem er Treffen der Pilgrims Society besuchte.↗ Er wurde Vice President der Pilgrims Society.↗
David Bruce gehörte im Zweiten Weltkrieg wie gesagt zur Führung des OSS. Nach dem Krieg entstand aus dem OSS die CIA, die bis heute der Auslandsgeheimdienst der USA ist. In der Nachkriegszeit hatten einige Mitglieder der Mellon Familie enge Verbindungen zur CIA. Stiftungen der Mellons wurden von der CIA wiederholt als Kanäle für Gelder der CIA genutzt. Als Richard Helms von 1966 bis 1973 die CIA leitete, war er öfters bei den Mellons zu Gast.(Seite 190)
Audrey Mellon Bruce (1934–1967) heiratete Stephen Currier. Stephens Stiefvater Edward Warburg kam aus den jüdischen Bankiersfamilien Warburg und Schiff. Stephens Tante mütterlicherseits heiratete in die jüdische Bankiersfamilie Erlanger. Stephens Halbschwester Daphne Warburg heiratete in den adligen Familienzweig der Astor Familie.↗ ↗ ↗ ↗
William Larimer Mellon Jr. (1910–1989) arbeitete während des Zweiten Weltkriegs für den Geheimdienst OSS. Er wurde auf Missionen nach Portugal, Spanien und in die Schweiz geschickt.↗
Helen Mellon (1914–2007) heiratete Adolph Schmidt. Dieser vertrat die USA als Botschafter in Kanada. Während des Zweiten Weltkrieges war er Offizier beim Geheimdienst.↗ Er wurde zu Treffen von Le Cercle eingeladen.↗ Das geheime Elitennetzwerk ist mit Geheimdiensten aus verschiedensten Ländern verbunden.
William „Bill“ Mellon Hitchcock, ein Erbe der Mellon Familie mit einem Millionenvermögen, betrieb in den 70er-Jahren zusammen mit paar Kumpels illegal Grosshandel mit LSD. Sie produzierten Millionen Dosen von LSD.↗ Damals bezeichnete ein Artikel der New York Times Hitchcock als den grössten LSD-Hersteller der Welt.↗
Der Politiker Almer „Mike“ Monroney (1902–1980) heiratete in die Mellon Familie.↗ Er gehörte zur Demokratischen Partei und vertrat den Bundesstaat Oklahoma dreissig Jahre im Kongress, erst im Repräsentantenhaus und dann im Senat. Er war Präsident der Rotarier in der Stadt Oklahoma.↗ Zudem war er Mitglied der dortigen Freimaurer. Sein gleichnamiger Vater war Grossmeister der Freimaurer im Bundesstaat Oklahoma.↗ ↗ ↗
Richard King Mellon (1899–1970), der Präsident der Mellon Bank war, heiratete Constance Prosser, eine Tochter des Bankers Seward Prosser.↗ Dieser war Präsident mehrerer Banken und Vorstandsmitglied bei grossen Unternehmen, unter anderem bei der Astor Trust Company und bei General Electric (war damals eines der grössten Unternehmen der USA).↗ Constance Prosser heiratete nach Mellons Tod Peter Burrell. Er war der Sohn eines Baronets aus dem englischen Adel.↗ Peters Schwester heiratete in die Grafenfamilie North. Sein Bruder, der 8. Baronet, heiratete eine Tochter des Barons Thomas Denman, der Generalgouverneur von Australien war und in die Pearson Familie (Gründer des Pearson-Verlags) heiratete. Peter war der Urenkel von Walter Wyndham Burrell, 5. Baronet.↗ Walter war Grossmeister der Freimaurer in der Grafschaft Sussex.↗
Bemerkenswerte Familienmitglieder in
den letzten Jahrzehnten
Christopher Mellon (*1957) ist Private-Equity-Investor. Er war beim Verteidigungsminister Assistent für Geheimdienste. Er leitete zusammen mit John Rockefeller IV. den Geheimdienstausschuss des Senats.↗ ↗
Der Milliardär Richard Mellon Scaife (1932–2014) kam mütterlicherseits aus der Mellon Familie. Er kontrollierte die Pittsburgh Tribune-Review, eine der grössten Zeitungen im Bundesstaat Pennsylvania. Zum Zeitpunkt seines Todes besass sein Verlag dreissig kleinere Zeitungen. Über seine Stiftungen war er einer der wichtigsten Spender von konservativen und libertären Netzwerken in den USA. Er war Grosspender der Präsidenten Richard Nixon und Ronald Reagan. In den 80er- und 90er-Jahren trug er mit seinen Finanzierungen dazu bei, die amerikanische Rechte neu zu definieren. Er gab Hunderte Millionen US-Dollar aus, um die politische Linke in den USA zu bekämpfen. Ausserdem war er die treibende Kraft bei einer Medienkampagne, die sich gegen Präsident Bill Clinton richtete und ihm Drogenschmuggel und Mord vorwarf (bekannt als Arkansas-Projekt). Richard Mellon Scaife finanzierte eine Stiftung, welche die Klage von Paula Jones gegen Bill Clinton wegen sexueller Belästigung übernahm. Die Klage führte schliesslich zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton. Einige Jahre später hatte Scaife jedoch einen Sinneswandel und baute ein freundliches Verhältnis zu den Clintons auf. Er spendete darauf 100 000 US-Dollar an die Clinton Global Initiative. Er war im Vorstand der Hoover Institution, einer einflussreichen konservativen Denkfabrik, die eine wirtschaftsliberale Politik möchte. Scaife gehörte fast dreissig Jahre zur Führung der Heritage Foundation und war ihr stellvertretender Vorsitzender. Die Heritage Foundation gilt als eine der einflussreichsten konservativen Denkfabriken. Sie macht sich für die freie Marktwirtschaft stark und will den Staat auf ein Minimum begrenzen. Scaife kannte über die Führung der Heritage Foundation den Multimillionär Steve Forbes.↗ ↗ ↗ ↗ ↗ ↗ Die Heritage Foundation wurde 1973 gegründet. In ihrer Anfangszeit war eine Stiftung von Scaife ihr grösster finanzieller Unterstützer.(Seite 93)
Richard Mellon Scaife spendete auch grosszügig an die Hoover Institution sowie an das Cato Institute und an das American Enterprise Institute, ebenfalls bedeutende konservative Denkfabriken. Scaife unterstützte Hunderte von wirtschaftsliberalen Organisationen finanziell. Er spendete auch an Universitätsprogramme und Fakultäten, wodurch er konservative Intellektuelle und Forschungen finanzierte. Des Weiteren war er Grossspender der Federalist Society. Diese einflussreiche Juristenvereinigung besteht aus konservativen und libertären Juristen.↗ ↗ Derzeit gehören mehrere Richter des Obersten Gerichtshofs der USA zur Federalist Society.
Laut einer Studie der Drexel University aus dem Jahr 2013 sind die Stiftungen von Scaife einer der grössten Spender von Denkfabriken, die den menschengemachten Klimawandel leugnen. Seine Stiftungen spendeten an das Atlas Network (Atlas Economic Research Institute).↗ ↗ Das Atlas Network hilft bei der Vernetzung von libertären Gruppen und Denkfabriken aus der ganzen Welt. Viele der Denkfabriken, die von Scaife unterstützt wurden, erhielten auch Gelder von der Milliardärsfamilie Koch.
Der Vater von Scaife war im Zweiten Weltkrieg Offizier beim Geheimdienst OSS gewesen, dem Vorläufer der CIA. Scaife kontrollierte von 1973 bis 1975 die Londoner Nachrichtenagentur Forum World Features, die Artikel für Dutzende Zeitungen auf der ganzen Welt bereitstellte. Forum World Features war in Wirklichkeit eine Propagandaeinheit, die 1966 mit Hilfe von CIA-Agenten gegründet wurde. Sie versuchte, proamerikanische und antikommunistische Berichte in den britischen und internationalen Medien zu platzieren. Als dies 1975 aufflog, wurde die Nachrichtenagentur geschlossen. Forum World Features stand unter dem Einfluss von John Hay Whitney. Dieser kam aus einer sehr einflussreichen Familie der US-amerikanischen Elite. Zu Führung der Nachrichtenagentur gehörte Brian Crozier, der sagte, er sei von der CIA an Scaife vermittelt worden.↗ ↗ ↗ Brian Crozier war ein britischer Journalist. Er arbeitete für eine verdeckte antikommunistische Propagandaeinheit des britischen Aussenministeriums. Er war für die führende internationale Nachrichtenagentur Reuters tätig. Er hatte Kontakte zu den Geheimdiensten von Grossbritannien, USA, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Belgien, Marokko, Iran, Argentinien, Chile und Taiwan. Crozier gründete 1977 einen eigenen Geheimdienst mit dem Namen The 61. Dieser private Geheimdienst arbeitete mit der CIA und den britischen Geheimdiensten zusammen. The 61 war in Südamerika und im Iran aktiv und leitete Informationen an den Vatikan weiter.↗ ↗ Brian Crozier gehörte zur Führung von Le Cercle. Dieses internationale, konservative Elitennetzwerk steht mit Geheimdiensten aus verschiedensten Ländern in Kontakt.↗ ↗ Edwin Feulner, der Gründer der bereits erwähnten Heritage Foundation, war oder ist noch immer Stammgast bei Le Cercle.↗ Edwin Feulner ist bis heute in der Führung der Heritage Foundation.↗ Er hatte über ihr Führungsgremium regelmässig Kontakt zu Richard Mellon Scaife. Wie bereits erwähnt wurde, war der Botschafter Adolph Schmidt, der in die Mellon Familie heiratete, bei Le Cercle zu Gast.
Richard Mellon Scaife freundete sich als junger Mann mit dem berüchtigten FBI-Chef J. Edgar Hoover an.↗ ↗ Wie bereits erläutert wurde, hatten mehrere Mitglieder der Mellon Familie enge Verbindungen zu den US-Geheimdiensten.
Richard Mellon Scaife war der Bruder von Cordelia Scaife May (1928–2005). Sie finanzierte die Gründung von drei der grössten einwanderungskritischen Organisationen der USA. Personen aus diesem Netzwerk sind mit Donald Trump verbunden. Cordelia forderte, dass die USA ihre Grenze zu Mexiko abriegeln müssen. Sie setzte sich leidenschaftlich für Bevölkerungskontrolle ein. Sie kannte John Rockefeller III. und trat dem Vorstand des von ihm gegründeten Population Council bei, der sich bis heute auf der ganzen Welt für Bevölkerungskontrolle starkmacht. Cordelia war auch im Vorstand der International Planned Parenthood Federation (IPPF), ebenfalls eine internationale Organisation für Bevölkerungskontrolle. Mit der Zeit radikalisierte sich Cordelia und befürwortete Zwangssterilisationen, um die Geburtenraten in Entwicklungsländern zu begrenzen. Familienplanung und Hungerhilfe sah sie hingegen als Geldverschwendung an. Die Senkung der Kindersterblichkeitsrate verglich sie mit Tierärzten, die das Leben von „nutzlosen Rindern“ verlängern. Cordelia fand es schade, dass selbst Kriege nicht mehr dabei helfen, das Bevölkerungswachstum zu verhindern. Sie heiratete in zweiter Ehe den Staatsanwalt Robert Duggan. Gegen Duggan wurde ermittelt, weil er im Verdacht stand, korrupt zu sein und Steuern zu hinterziehen. Duggan wurde darauf erschossen aufgefunden. Er beging angeblich Selbstmord. Cordelia glaubte, dass ihr Bruder, Richard Mellon Scaife, etwas mit dem Tod ihres Mannes zu tun hatte. Sie brach deswegen den Kontakt zu ihrem Bruder ab.↗ ↗
Timothy Mellon (*1942) ist Vorsitzender und Eigentümer eines Transportunternehmens. Er war 21 Jahre lang im Kuratorium der einflussreichen „Andrew W. Mellon Foundation“.↗ Er ist ein grosser Gegner der Wokeness und des Wohlfahrtstaates. Dies motivierte ihn, Donald Trump zu unterstützen. Timothy Mellon war im Jahr 2020 einer der grössten Spender von Trumps Wahlkampf.↗ Im Wahlkampf 2024 war er Trumps grösster Spender und spendete 125 Millionen US-Dollar an „Make America Great Again“ (MAGA Inc.), ein Super-PAC, der Trump unterstützt. Zudem ist Timothy Mellon auch der grösste Spender von Robert F. Kennedy, den er mit 25 Millionen unterstützte. Timothy Mellon unterstützt also sehr grosszügig zwei Politiker, die für viele Verschwörungstheoretiker Hoffnungsträger sind. Insgesamt hat Timothy Mellon 172 Millionen Dollar in den Wahlkampf 2024 gesteckt und war damit der grösste Spender der Wahl.↗ ↗ Ausserdem half er 2021 dem texanischen Gouverneur Greg Abbott mit 53 Millionen Dollar bei der Finanzierung des Baus einer Mauer entlang der Grenze zu Mexiko. Fast das gesamte Geld des texanischen Grenzmauerfonds kam von Timothy Mellon.↗ ↗ Wie oben erwähnt wurde, hatte seine Verwandte Cordelia schon vor Langem gefordert, dass die USA ihre Grenze zu Mexiko abriegeln müssen. Trump hat in seiner ersten Amtszeit den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko eingeleitet.
Die bereits erwähnte Heritage Foundation hat das Project 2025 entworfen, eine konservative Agenda. Die Heritage Foundation hofft, dass Donald Trump nach seinem Amtsantritt 2025 die Agenda umsetzen wird. Bei der Demokratischen Partei und in der politischen Linke ist man wegen Project 2025 beunruhigt. Richard Mellon Scaife war wie gesagt massgeblich am Aufbau der Heritage Foundation beteiligt.
Es wird geschätzt, dass Timothy Mellon eine Milliarde US-Dollar besitzt. Demnach hätte er mehr als fünfzehn Prozent seines Vermögens in den Wahlkampf gesteckt. Einer seiner Verwandten erzählte, dass Timothy jedoch um einiges reicher ist und seine Spenden „Kleingeld“ für ihn seien.↗
Timothy Mellon heiratete die Exfrau von Charles „Chas“ Freeman. Dieser war ein Klassenkamerad von Timothy an der Yale-Universität und Trauzeuge bei seiner ersten Hochzeit.↗ Freeman besetzte einen hohen Posten im Verteidigungsministerium. Er war US-Botschafter in Saudi-Arabien und vertrat die USA als Diplomat in weiteren Ländern, unter anderem in China. Er war vier Jahre lang im Vorstand der „China National Offshore Oil Corporation“. Der Staatskonzern ist eines der grössten chinesischen Erdölunternehmen. Freeman leitete den Middle East Policy Council, eine Organisation, die sich mit den US-Interessen im Nahen Osten beschäftigt. Die Obama-Regierung wollte Freeman zum Chef des Nationalen Geheimdienstrats (NIC) machen, aber Freeman zog die Kandidatur zurück und behauptete, die Israel-Lobby habe verhindern wollen, dass er den Posten bekommt. Personen der Israel-Lobby warfen ihm vor, zu nah an der saudischen und chinesischen Regierung zu stehen. Ein jüdischer Journalist bezeichnete ihn als Schosshund der Saudis.↗ ↗ ↗
1998 wurde die Nachrichtenseite Newsmax gegründet. Sie ist inzwischen eine der wichtigsten rechtskonservativen Webseiten in den USA.↗ Sie gründete 2014 den Fernsehsender Newsmax TV. Er ist neben Fox News einer der meistgesehenen rechtskonservativen Sender der USA.↗ ↗ Er bezeichnet sich als der am schnellst wachsende Kabelnachrichtensender des Landes.↗ Newsmax unterstützt über seine Berichterstattung Donald Trump und die Republikaner. Newsmax verbreitete Fehlinformationen und förderte unter anderem die Verschwörungstheorie, dass die Präsidentschaftswahl 2020 manipuliert wurde und Trump eigentlich gewonnen hätte.↗ ↗ Der oben erwähnte Richard Mellon Scaife war Mehrheitseigentümer von Newsmax.↗ Newsmax wurde von Christopher Ruddy gegründet, der zuvor für eine Zeitung von Scaife gearbeitet hatte. Newsmax wird bis heute von Christopher Ruddy geleitet. Er gilt als ein Vertrauter von Donald Trump.↗ ↗ ↗
Newsmax hatte Verbindungen zu weiteren einflussreichen Personen:
- William Rees-Mogg: Der 2012 verstorbene Brite war Gründungsmitglied von Newsmax. Von 2000 bis 2005 hatte er den Vorsitz von Newsmax inne. Danach wurde er Vorsitzender des internationalen Beirats des Unternehmens. Bevor er zu Newsmax kam, übernahm er eine führende Rolle bei britischen „Mainstream-Medien“. Er war Herausgeber der britischen Zeitung Times sowie stellvertretender Vorsitzender des britischen Senders BBC. 1988 erhielt er den Adelstitel eines Barons und wurde Mitglied des House of Lords. Seine Kinder Jacob und Annunziata sind ebenfalls in der britischen Politik und waren wichtige Unterstützer des Brexit.↗ ↗
- Nigel Evans: Der britische Politiker der Konservativen Partei war im Beirat von Newsmax.↗ Er unterstützte den Brexit. Sieben Männer warfen ihm sexuelle Übergriffe vor. Einer davon behauptete, er sei von Evans vergewaltigt worden. Evans wurde vor Gericht freigesprochen.↗ ↗
- Jeff Cunningham: Er trat 2001 dem Beirat von Newsmax bei. Zuvor war er Herausgeber von Forbes, einem Mainstream-Magazin.↗ Wie bereits erwähnt wurde, hatte Steve Forbes, der Chef des Magazins, viel mit Richard Mellon Scaife zu tun.
- Arnaud De Borchgrave: Der 2015 verstorbene belgische Adlige gehörte zum ersten Vorstand von Newsmax und war auch danach im Unternehmen aktiv. Zur gleichen Zeit besetzte er hohe Positionen bei Mainstream-Medien, für die er schon lange gearbeitet hatte. Er war unter anderem Redakteur bei Newsweek und Leiter der Nachrichtenagentur United Press International (UPI). Zudem war er Chefredakteur der umstrittenen Washington Times. Er war leitender Berater des „Center for Strategic and International Studies“ (CSIS), einer einflussreichen Denkfabrik. Während seiner langen Karriere freundete er sich mit einflussreichen Personen an, darunter mit Königen, Präsidenten und Generälen. Sein Vater war ein belgischer Graf, der im Zweiten Weltkrieg als Chef des militärischen Geheimdienstes der belgischen Exilregierung in Grossbritannien diente. Arnauds Mutter war die Tochter eines britischen Generals aus der Townshend Familie. Ein Zweig der Familie stellt seit dem 18. Jahrhundert einen Markgrafen.↗ ↗ ↗ ↗
- Thomas Moorer: Der 2004 verstorbene Admiral war einer der obersten Militärs der USA. Er sass mehrere Jahre im Vorstand von Newsmax. Er gehörte wie sein Kollege Arnaud De Borchgrave zur CSIS-Denkfabrik.↗ Moorer spielte eine wichtige Rolle beim Vietnamkrieg. Er besetzte Vorstandsposten bei Texaco (war einer der grössten Erdölkonzerne der Welt) und bei CACI International (hat Verbindungen zu Geheimdiensten und führte Verhöre im Foltergefängnis Abu Ghraib durch).↗ Ausserdem war Moorer massgeblich an einer Operation beteiligt, bei der Leute aus dem Pentagon den US-Präsidenten Richard Nixon ausspionierten.↗ Moorer war Mitglied der Sons of the American Revolution (SAR).↗ Diese Gesellschaft ist seit ihrer Gründung 1889 mit den US-Streitkräften verbunden und viele hohe Politiker in den USA, darunter Präsidenten, zählten zu ihren Mitgliedern.
- Alexander Haig: Der General gehörte von 2001 bis zu seinem Tod 2010 zum Beirat von Newsmax. Er war mit dem Newsmax-Chef Christopher Ruddy befreundet.↗ Alexander Haig war wie Moorer einer der obersten Militärs der USA. Für ein paar Jahre befehligte Haig die NATO-Streitkräfte in Europa und ein Jahr lang diente er als Aussenminister. Er war ein Assistent des äusserst einflussreichen Henry Kissinger. Haigs Bruder Frank war ein Jesuit, der Präsident von zwei Jesuiten-Colleges war. Alexander Haig gründete eine eigene Beratungsfirma, die Unternehmen auf der ganzen Welt beriet, unter anderem in sicherheitspolitischen Fragen. Haig besetzte Vorstandsposten bei United Technologies (war einer der grössten Rüstungskonzerne), bei Metro-Goldwyn-Mayer (ein führendes Filmunternehmen), bei MGM (betreibt unter anderem Casinos) und bei Indevus Pharmaceuticals (ein kleineres Pharmaunternehmen). Haig war Vorsitzender von DOR BioPharma, ebenfalls ein kleines Pharmaunternehmen. Es entwickelt Impfstoffe zur Bekämpfung von Bioterrorismus-Erregern. Dadurch hat es vielleicht Verbindungen zu den Geheimdiensten. Haig gehörte zum ersten Vorstand des Onlinedienstleisters America Online (AOL) zusammen mit Steve Case.↗ ↗ Steve Case ist inzwischen Milliardär.↗ Im Jahr 2000 war AOL der grösste Internetanbieter der Welt.↗ Inzwischen gehört AOL aber nicht mehr zur ersten Liga der Internetkonzerne. Haig war ausserdem Mitglied des Malteserordens. Dieser katholische Ritterorden ist älter als 900 Jahre.↗ ↗ 2007 erhielt Haig eine Auszeichnung der einflussreichen Pilgrims Society.↗
- Richard Grenell: Er war oder ist noch immer im Beirat von Newsmax. Er hat ein gutes Verhältnis zu Donald Trump. Von 2018 bis 2020 war er Trumps Botschafter in Deutschland. Er war 2020 für drei Monate Trumps Koordinator der Geheimdienste. Grenell arbeitete für Fox News, den wichtigsten rechten Sender in den USA, aber er schrieb auch für seriöse Leitmedien. Er betätigte sich als PR-Berater. Dabei hatte er Kunden in China, Kasachstan, Iran, Somalia, der Demokratischen Republik Kongo und weiteren Ländern. Zu seinen Kunden zählten auch berühmte Schauspieler aus Hollywood. Grenell war oder ist noch immer im Beirat der Langley Intelligence Group.↗ ↗ Zu dieser Beratungsgruppe gehören hochrangige Mitarbeiter der US-Geheimdienste. Auf der Webseite der Gruppe sind viele Artikel von Newsmax verlinkt.↗
- Yonghao Pu: Er gehörte dem Beirat von Newsmax an. Er arbeitete für den japanischen Finanzkonzern Nomura und war Chefökonom der Bank of China.↗ Diese ist inzwischen eine der grössten Banken der Welt.
Einige Verschwörungstheoretiker glauben, dass Newsmax ein Projekt der CIA ist. Wie bereits erwähnt, hatte Richard Mellon Scaife, Jahre bevor er Anteilseigner von Newsmax wurde, eine Nachrichtenagentur gekauft, die eine Frontorganisation der CIA war und die Aufgabe hatte, die öffentliche Meinung über die Medien zu beeinflussen. Ich vermute, dass mehrere alternative Medien in den USA von Geheimdiensten gesteuert werden. Die erfolgreiche rechtspopulistische Nachrichtenseite Breitbart, die Fehlinformationen und Trump-Propaganda verbreitete, steht seit ihrer Gründung unter dem Einfluss eines israelischen Netzwerks (mehr dazu). Breitbart wurde von der Mercer Familie (Multimillionäre) finanziert. Rebekah Mercer ist momentan im Führungsgremium der bereits erwähnten Heritage Foundation.
1993 beging Vince Foster, der damalige Rechtsberater von US-Präsident Bill Clinton, Suizid. Der spätere Chef von Newsmax, Christopher Ruddy, verbreitete die Verschwörungstheorie, dass es kein Selbstmord war und die Clintons womöglich etwas mit seinem Tod zu tun hatten. Ruddy schrieb ein Buch darüber. Auch sein Chef Richard Mellon Scaife deutete in einem Interview an, dass Bill Clinton möglicherweise mit dem Tod von Vince Foster und weiteren Regierungsbeamten in Verbindung stehe. Hillary Clinton sagte damals, die ganzen Vorwürfe gegen ihren Mann seien Teil einer „grossen rechten Verschwörung“. Ruddy und Richard Mellon Scaife versöhnten sich aber später mit den Clintons.↗ ↗ ↗ ↗ Die Clinton Familie ist in der heutigen Trump-Propaganda immer noch ein wichtigstes Feindbild. Viele Verschwörungstheoretiker mit Sympathien für Trump glauben, dass die Clintons und ihre Verbündeten ganz üble Verbrecher sind und Trump derjenige sei, der diesen Verbrechern das Handwerk legen wird.
Richard Mellon Scaife unterstützte mit 330 000 US-Dollar eine Organisation von Joseph „Joe“ Farah. Dieser arbeitete für eine Zeitung von Scaife und verbreitete ebenfalls Theorien zum Tod von Vince Foster. 1997 gründete Farah WorldNetDaily, eine populistische Nachrichtenseite, die gezielt rechte Verschwörungstheoretiker anspricht. Farah ist bis heute Chef der Seite. Seine Tochter Alyssa war 2020 im Stab von Donald Trump. Farah und WorldNetDaily konzentrieren sich auf Verschwörungstheorien, die die Demokratische Partei schlecht dastehen lassen und damit den Republikanern und Trump in die Hände spielen. Farah und seine Seite verbreiteten die Behauptung, dass Barack Obama nicht in den USA geboren sei und daher nicht Präsident hätte werden dürfen (bekannt als Birther-Verschwörungstheorie).↗ ↗ ↗ ↗ Donald Trump hatte die Theorie bereits 2011 verbreitet. 2012 gab er WorldNetDaily als Quelle für diese Theorie an.↗ Trump nutzt Verschwörungstheorien schamlos aus, um seine Konkurrenten und Gegner schlecht zu machen.
Matthew Mellon (1964–2018) war Vorsitzender des Finanzausschusses des New Yorker Ablegers der Republikanischen Partei. Mit Kryptowährungen machte er aus zwei Millionen US-Dollar eine Milliarde. Er hatte ein Abendessen mit Donald Trump und riet ihm, Blockchain-freundlich zu werden, da er so Fans von Kryptowährungen als Wähler gewinnen könnte.↗ Trump hat sich den Rat vielleicht zu Herzen genommen, da er inzwischen auf den Krypto-Hype aufgesprungen ist. Matthew Mellon war ein Nachkomme des Bankiers Anthony Joseph Drexel.↗ Die Drexel Familie war im 19. Jahrhundert eine der mächtigsten Bankiersfamilien der USA. Matthew Mellon war ein enger Freund von Lady Victoria Hervey. Sie ist die Tochter eines britischen Markgrafen. Matthew heiratete die britische Modeunternehmerin Tamara Mellon.↗ 2010 erhielt Tamara einen Orden von Queen Elizabeth.↗ Tamara kennt den britischen Geschäftsmann Nat Rothschild.↗ Matthew Mellon hatte ein romantisches Verhältnis mit Kick Kennedy, der Tochter von Robert F. Kennedy Jr.↗ Dessen grösster Spender ist wie gesagt Timothy Mellon.
Einige Mitglieder der Mellon Familie sind aber Anhänger der Demokratischen Partei und stehen Trump kritisch gegenüber.↗ In den USA ist nicht nur das einfache Volk gespalten wegen Trump, denn auch in der Klasse der Superreichen ist man sich uneinig, ob Trump ein zumutbarer Präsident ist.
James „Jim“ Mellon Walton (1930–2022) kam mütterlicherseits aus der Mellon Familie. Er war im Vorstand des Ölkonzerns Gulf Oil, der wie gesagt von der Mellon Familie gegründet wurde. Jim gehörte zum Kuratorium der Carnegie Mellon University. Einer der beiden Vorläufer der Forschungsuniversität wurde 1913 von der Mellon Familie gegründet. Jim war stellvertretender Vorsitzender der Heinz Endowments, ein Zusammenschluss von Stiftungen der Heinz Familie (Gründerfamilie des Lebensmittelkonzerns Heinz). Jim engagierte sich bei der örtlichen Episkopalkirche. Die Episkopalkirche der USA gehört zur anglikanischen Gemeinschaft. Im Jahr 1966 wurde Jim als Oberaufseher der St. Paul’s Church in Rom gebeten, bei der ersten Begegnung zwischen dem Papst und dem Erzbischof von Canterbury (Oberhaupt der Church of England und der anglikanischen Gemeinschaft) in der Sixtinischen Kapelle dabei zu sein.↗ Jims Schwester Mary Walton (1924–2022) verkehrte mit führenden Politikern und Geschäftsleuten. Ihr Ehemann Walter Curley diente als US-Botschafter in Irland und Frankreich. Walter war Partner des Finanzunternehmens JH Whitney & Company, das von einem Mitglied der einflussreichen Whitney Familie gegründet wurde. Mary lebte fast hundert Jahre und der Bruder Jim wurde auch älter als neunzig. Ihre Mutter aus der Mellon Familie wurde 107 Jahre alt.↗ Weitere Personen aus dem Establishment der USA, die älter als hundert Jahre wurden, wären unter anderem James Stillman Rockefeller und sein Verwandter David Rockefeller sowie Davids Freund Henry Kissinger und auch George Shultz, der sich jahrzehntelang praktisch jeden Sonntag mit Kissinger traf. Die Macht scheint sie jung zu halten.
Rachel „Bunny“ Lambert (1910–2014), die 103 Jahre alt wurde, heiratete in die Mellon Familie. Sie war die Patin eines Barons aus dem schottischen Hope Clan.↗ ↗ Bunny wurde mehrfach von der britischen Queen Elizabeth und weiteren Mitgliedern der Königsfamilie besucht. Bunny hatte ein Vermögen von über 400 Millionen US-Dollar. Über viele Jahre hinweg war sie eine der engsten Freundinnen von Jacqueline Kennedy Onassis. Diese war die Ehefrau des US-Präsidenten John F. Kennedy. Bei Bunnys Geburtstag 2010 war unter anderem Caroline Kennedy zu Gast, die Tochter von John und Jacqueline Kennedy. Bunnys Enkel Thomas Lloyd heiratete Rickie Niceta. Niceta arbeitete in Trumps erster Amtszeit im Weissen Haus.↗ ↗ ↗ ↗ Bunnys Vater Gerard Lambert war Präsident der Gillette Company, die der Weltmarktführer für Rasierzubehör ist (und vom Freimaurer King Gillette gegründet wurde). Gerards Vater gründete das Pharmaunternehmen Warner-Lambert Pharmaceutical, das von Gerard weitergeführt wurde.↗ ↗ Es war eines der grössten Pharmaunternehmen der USA. Im Jahr 2000 wurde es von Pfizer übernommen.↗ Bunnys erster Ehemann war Stacy Lloyd Jr., der gemeinsam mit ihrem zweiten Mann Paul Mellon im Zweiten Weltkrieg beim OSS-Geheimdienst arbeitete unter der Führung von Pauls Schwager David Bruce. Lloyd und Paul Mellon teilten sich zu dieser Zeit eine Wohnung in London. Sie wurden gute Freunde.↗ ↗ Bunny und Lloyd waren die Eltern von Eliza, die in die irische Grafenfamilie Moore heiratete.↗ Elizas Bruder, Stacy Lloyd III., arbeitete für die US Information Agency, eine Regierungsbehörde, die unter anderem für proamerikanische Propaganda im Ausland zuständig war. Stacy Lloyd III. heiratete Anne Emmet Pepper. Sie kam aus der Emmet Familie, die seit dem frühen 19. Jahrhundert zur Elite der USA gehört. Annes Grossvater Grenville Temple Emmet war ein Anwaltspartner des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt (Freimaurer) und diente ihm als Botschafter in Österreich und den Niederlanden. Annes Urgrossvater Levi Morton war Vizepräsident der USA und Gouverneur von New York.↗ Ihre Mutter Anne Livingston Eustis war eine Nachkommin der Livingston Familie, die seit über 300 Jahren zur Elite der USA gehört.
Der Politiker John Warner (1927–2021) heiratete in die Mellon Familie. Er vertrat den Bundesstaat Virginia dreissig Jahre lang im Senat. Er war Marineminister und Vorsitzender des Senatsausschusses für Streitkräfte. Die New York Times bezeichnete ihn als „eine führende Stimme der Republikaner in der Militärpolitik“.↗ ↗ Er war ein überzeugter Anglophiler und besuchte regelmässig Grossbritannien. Er half bei der britisch-amerikanischen Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen. Für seine Verdienste wurde er 2009 von der Queen zum Ritter geschlagen. Bei seiner dritten Hochzeit trug er den karierten Kilt seiner Vorfahren. Demnach war ihm seine schottische Abstammung wichtig. Sein Vorfahre Alexander Stuart leitete den Bau des Balmoral Castle, ein Schloss in Schottland, das der Königsfamilie gehört.↗ ↗ ↗
Catharine Leigh Mellon arbeitete für die einflussreiche britische Schroders Bank, wo sie sich als Fondsmanagerin auf Investitionen in Irland konzentrierte. Sie heiratete den Amerikaner John Murray Cathey, der als Finanzberater in London tätig war.↗
Cassandra King Mellon (*1940) heiratete einen Mann mit dem Namen Edwin Van Rensselaer Milbury.↗ ↗ Dieser könnte dem Namen nach aus der Van Rensselaer Familie stammen, die schon seit dem 17. Jahrhundert zur Elite des Landes gehörte, also bereits vor der Gründung der USA.
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