Ergänzungen 7

Der Beitrag zur Warburg-Familie wurde überarbeitet. Hier habe ich die wichtigsten Ergänzungen aufgeführt.

In der überarbeiteten Version wird dargelegt, dass Mitglieder der Warburg-Familie bis in die 60er- und 70er-Jahre Partner der US-Investmentbank Kuhn, Loeb & Co waren, also deutlich länger, als ich ursprünglich gedacht habe. Ein paar Jahre später fusionierte die Bank mit Lehman Brothers.

Im Jahr 2000 wurde bekannt, dass die Warburg-Bank dem nigerianischen Militärdiktator Sani Abacha geholfen hatte, illegale Vermögen im Wert von hunderten Millionen Euro aus Nigeria herauszuschaffen und Bestechungsgelder im Wert von über 100 Millionen Euro an die Familie von Abacha weiterzuleiten. Die Warburg-Bank nutzte dabei ihre Filialen in der Schweiz und Luxemburg, zwei Steueroasen, die damals noch ein Bankgeheimnis hatten.

Max Warburg ist derzeit im Aufsichtsrat von Eurokai. Das Hamburger Unternehmen der reichen Eckelmann-Familie betreibt Containerterminals in Europa. Die Warburgs hatten schon vor über 100 Jahren Verbindungen zu Hamburgs Schifffahrtsgeschäft. Max Warburg arbeitete 1976 bei Warburg Pincus (das Finanzunternehmen wurde von seinem Vater gegründet). Danach ging Max zur britischen Investmentbank S. G. Warburg (wurde von einem Verwandten gegründet). Zuvor wurde Max in New York bei der Chase Manhattan Bank ausgebildet. Diese war damals eine der grössten Banken der Welt und wurde von David Rockefeller geleitet, der als einer der führenden Köpfe der US-amerikanischen Elite galt.

Der Anwalt Justus Warburg stammt aus der Warburg-Familie. Er war der Anwalt der Familie von Uwe Barschel. Der deutsche Politiker starb 1987 unter mysteriösen Umständen. Die Ermittlungen ergaben, dass er Suizid beging, was aber selbst in Mainstream-Medien angezweifelt wird. Oft wird vermutet, dass er von einem oder mehreren Geheimdiensten ermordet wurde.

Der Journalist und Politiker Michael Naumann, der in die Warburg-Familie heiratete, gehörte zu einem Gremium des kanadischen Medienkonzerns Thomson Reuters, über das er Kontakt zur Konzernführung hatte. Er war zur selben Zeit im Gremium wie der britische Politiker Mark Malloch Brown. Dieser ist ein Freund des berühmten Milliardärs George Soros und war von 2021 bis 2024 Präsident der Soros-Stiftung.

Der Botaniker Otto Warburg (1859–1938) war Mitglied der Deutschen Kolonialgesellschaft und Mitgründer des Kolonialwirtschaftlichen Komitees. Die beiden Organisationen setzten sich für deutsche Kolonialinteressen ein. Otto Warburg war von 1911 bis 1920 Präsident der Zionistischen Weltorganisation. Sein Nachfolger als Präsident war Chaim Weizmann. Dieser wurde später zum ersten Präsidenten Israels. Er hatte eine Liebesbeziehung mit Lola Warburg (1901–1989). Weizmann wurde ein Freund der Familie Warburg. Sie arbeiteten gemeinsam an der Gründung der Hebräischen Universität Jerusalem. Weizmann und die Bankiers Felix Warburg und Max Warburg hatten 1929 die damals führende zionistische Kolonie im Mandatsgebiet Palästina besucht. Als in den 30er-Jahren die Nazis an die Macht kamen, halfen die Warburgs und ihre Bank deutschen Juden, nach Palästina auszuwandern.

Die in den USA lebende Blockchain-Expertin Bettina Warburg ist eine Enkelin von Eric Warburg, der die Atlantik-Brücke und den American Council on Germany (ACG)* gegründet hatte. Die Aufgabe der beiden Organisationen besteht darin, die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA zu fördern. Bettina Warburg ist im Vorstand des ACG. (Stand: November 2025) Sie ist Mitgründer und Partner von Warburg Serres. Das Unternehmen ist im Private-Equity- und Venture-Capital-Geschäft aktiv. Warburg Serres investiert in Unternehmen, die sich auf Zukunftstechnologien konzentrieren. Bettina Warburg wurde 2018 vom Finanzunternehmen J. Stern & Co. eingeladen, um einen Vortrag über die Blockchain-Technologie zu halten.
J. Stern & Co. wurde von der jüdischen Bankiersfamilie Stern gegründet.

Anmerkung zum ACG: Derzeit ist John Emerson Vorsitzender des ACG. Er diente den USA als Botschafter in Deutschland. Er arbeitet seit vielen Jahren für die Capital Group (der US-amerikanische Finanzkonzern ist einer der grössten Vermögensverwalter der Welt). Emerson sitzt im Vorstand des Pacific Council on International Policy (konzentriert sich auf die US-Aussenpolitik). Dadurch wird er vermutlich dessen Vorsitzenden, Robert Lovelace, kennen (gehört zur Gründerfamilie der Capital Group). Emerson ist langjähriges Mitglied des Council on Foreign Relations (wurde von Paul Warburg mitgegründet). Emerson erhielt eine Auszeichnung von der CIA. Ausserdem ist er im Kuratorium des German Marshall Fund (GMF). Diese Denkfabrik aus den USA fördert die Beziehungen zur EU, insbesondere zu Deutschland. Der GMF wurde 1972 von Guido Goldman gegründet und geleitet. Sein Vater Nahum Goldmann war der Gründer und Präsident des Jüdischen Weltkongresses sowie Präsident der Zionistischen Weltorganisation. Goldmann und seine Familie waren 1940 vor den Nazis aus Europa geflohen. Er war mit Siegmund Warburg befreundet. Als Goldmann 1978 den ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat traf, wurde er von Eric Warburg und Baron Edmond de Rothschild begleitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten Juden eine führende Rolle beim Wiederaufbau der amerikanisch-deutschen Beziehungen. Ich vermute mal, dass sie so sicher gehen wollten, dass sich in der deutschen Führung nicht erneut eine antijüdische Stimmung breitmacht. Neben Eric Warburg zählten zu den Gründern der Atlantik-Brücke auch der Journalist Ernst Friedlaender und der Politiker Erik Blumenfeld. Beide waren Juden. Blumenfeld hatte die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald überlebt. Von 1977 bis 1991 war er Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

John Emersons Vorgänger als Vorsitzender des ACG war Robert Kimmitt, der bis heute der Ehrenvorsitzende ist. Kimmitt war ebenfalls US-Botschafter in Deutschland. Er arbeitete in der US-Regierung und leitete einen Beirat der CIA.

Felicia Schiff Warburg (*1927) gehört zum US-amerikanischen Zweig der Familie. Sie betätigt sich als Winzerin. Sie wurde von Gerald Baliles zur „First Lady des Virginia-Weins“ ernannt. Baliles war Gouverneur des US-Bundesstaates Virginia. Felicia reiste mit Douglas Wilder, einem weiteren Gouverneur von Virginia, nach Asien.

Max Warburg

Max Warburg (1867–1946) galt als einer der einflussreichsten deutschen Bankiers. Er war der erste Spender der Paneuropa-Union.

Max Warburg wurde bei jüdischen Banken in England, Frankreich und den Niederlanden ausgebildet, unter anderem bei der britischen Rothschild-Bank.(Seite 100) Auch die internationalen Bankiers Siegmund Warburg (1902–1982) und Eric Warburg (1900–1990) erhielten eine Ausbildung bei der britischen Rothschild-Bank.

Max Warburg war Teilhaber der Warburg-Bank. Er sass im Vorstand der Deutschen Kolonialgesellschaft. Im Jahr 1919 berief ihn die deutsche Regierung in den Zentralausschuss der Reichsbank (Zentralbank Deutschlands). 1924 wechselte er in den Generalrat der Reichsbank, dem er bis 1933 angehörte. Er gründete im Jahr 1914 zusammen mit Lord Alfred Milner eine britisch-deutsche Bank in Afrika. Der in Deutschland geborene Alfred Milner war ein einflussreicher Politiker in Grossbritannien. Nach der Einschätzung des Historikers Carroll Quigley gehörte Milner zu den Oberhäuptern eines verschworenen Netzwerkes, das sehr grossen Einfluss in der Welt ausübte und von Briten angeführt wurde.

Max Warburg beriet den letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. gelegentlich in finanzpolitischen Fragen. Zudem gehörte er zu den engsten Beratern des hochadligen Reichskanzlers Max von Baden (Thronfolger des deutschen Grossherzogtums Baden). Dieser war der letzte Regierungschef des Deutschen Kaiserreiches und hatte das Amt im letzten Monat des Ersten Weltkrieges inne. Max Warburg riet ihm, Friedrich Ebert zum neuen Regierungschef zu machen. Friedrich Ebert war nach dem Krieg und nach der Abschaffung der Monarchie der erste Reichspräsident von Deutschland. Max Warburg wurde das Angebot gemacht, Finanzminister zu werden, aber er lehnte ab, weil er die Deutschen „kenne und wisse, dass sie nie und nimmer einen jüdischen Finanzminister hinnehmen würden“. Nach dem Ersten Weltkrieg war Max Warburg Delegierter bei den Friedensverhandlungen von Versailles. Er sprach sich gegen die Vertragsunterzeichnung aus.

Max Warburg war in Aufsichtsräten vieler deutscher Unternehmen. Eine Zeit lang bekleidete er über 20 Aufsichtsratsmandate, während alle Teilhaber der Warburg-Bank zusammengerechnet in über 100 Aufsichtsräten waren.

Max Warburg gründete 1920 in Hamburg die Deutsche Warentreuhand (DWT), die Kreditgebern aus dem Ausland als Vertrauensorganisation diente. Zu den Gründern und ersten Anteilseignern der DWT zählten unter anderem die Banken der Hamburger Familien Warburg, Schröder, Berenberg-Gossler, Donner und Münchmeyer sowie die Bank der Familie Oppenheim aus Köln. Die DWT wurde auch als Wirtschaftsprüfer aktiv. Laut einigen Quellen war Max Warburg ihr erster Aufsichtsratsvorsitzender. Anderen Quellen zufolge war sein Bruder Fritz von 1920 bis 1933 Vorsitzender des Aufsichtsrats. Diesen Posten musste er dann aufgeben, weil die judenfeindlichen Nazis an die Macht gekommen waren. Nach dem Ende des Naziregimes war die Warburg-Bank Haupteigentümer der DWT mit einem Anteil von 50 Prozent. Die Warburg-Bank war bis Mitte der 80er-Jahre an der DWT beteiligt. Aus der DWT entwickelte sich die heutige BDO AG, einer der führenden deutschen Wirtschaftsprüfer. Die BDO AG hat ihren Sitz in Hamburg.

Max Warburg lebte ab 1938 in den USA. Wegen der Nazis war es ihm nicht möglich, zurückzukehren. Er starb 1946 im Exil. Wenigstens hatte er die Genugtuung, die Niederlage Hitlers und der Nazis mitzuerleben.

Ein wichtiger Teilhaber der Warburg-Bank war Carl Melchior, ein Jude aus Hamburg. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg beteiligte er sich an der Gründung der DDP, der wichtigsten linksliberalen Partei in der Weimarer Republik (die Republik bestand von 1918 bis zur Machtübernahme Hitlers 1933). Carl Melchior war nach dem Krieg der Finanzsachverständiger der deutschen Delegation bei den Verhandlungen zum Friedensvertrag von Versailles*. So wie viele Deutsche empfand auch Melchior den Versailler Vertrag als ungerecht, da der Vertrag ein Diktatfrieden war. Später war Melchior ein deutscher Repräsentant bei Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund und bei den Verhandlungen zum Young-Plan. Der Plan regelte die Reparationszahlungen, die Deutschland an die Siegermächte des Ersten Weltkrieges zahlen musste. Der Young-Plan beinhaltete die Gründung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) im Jahr 1930. Melchior war seit der Gründung stellvertretender Vorsitzender der BIZ. Diesen Posten hatte er bis 1933 inne. Die BIZ gilt bis heute als eine der einflussreichsten Instanzen der Finanzelite und wird manchmal als „Bank der Zentralbanken“ bezeichnet. Sie hat ihren Hauptsitz seit ihrer Gründung in der Schweiz. Rudolf Brinckmann, ein weiterer Teilhaber der Warburg-Bank, war von 1950 bis 1970 im Führungsgremium der BIZ.

* Auch Max Warburg gehörte zur Friedensdelegation. Er sprach sich gegen die Vertragsunterzeichnung aus. Übrigens waren Max Warburg und Carl Melchior Mitglieder der Rotarier in Hamburg. Max und sein Sohn Eric gehörten zu den Gründungsmitgliedern des Hamburger Rotarier-Clubs. Nach Angaben von Geni.com heiratete Carl Melchiors Bruder Sally in die Warburg-Familie.

Die Warburgs während und nach dem Zweiten Weltkrieg

Der internationale Bankier Eric Warburg (1900–1990) wurde bei der britischen Rothschild-Bank ausgebildet und gründete Warburg Pincus, eines der grössten Private-Equity-Unternehmen der Welt.

Eric Warburg und sein Onkel Paul Warburg (Mitgründer der US-Zentralbank FED) hatten sich oft mit John Foster Dulles getroffen. Dulles war später Aussenminister der USA und sein Bruder Allen wurde Chef der CIA. Allen Dulles war bereits im Zweiten Weltkrieg, also vor der Gründung der CIA, ein hochrangiger Geheimdienstler gewesen. Zu dieser Zeit half er Eric Warburg bei der Erlernung von geheimdienstlichen Methoden. Die beiden standen auch nach dem Krieg in Kontakt. Eric Warburg war 1938 vor den Nazis in die USA geflohen. Danach diente er im Zweiten Weltkrieg als Verbindungsoffizier zwischen der britischen und der US-amerikanischen Luftwaffe und den Militärgeheimdiensten der beiden Länder. Er hatte Kontakt zu seinem Schweizer Cousin Carl Jacob Burckhardt, dem damaligen Präsidenten des Roten Kreuzes. Am Kriegsende half Eric Warburg, 160 deutsche Wissenschaftler aus Ostdeutschland herauszuholen und in die Obhut des US-Militärs zu bringen. Einer davon war Wernher von Braun. Der Adlige war ein führender Waffenentwickler der Nazis. Dabei machte er sich für den Tod von vielen Zwangsarbeitern mitverantwortlich. Nach dem Krieg wurde er in die USA gebracht, wo er eine wichtige Rolle in der dortigen Raketenentwicklung spielte. Er wirkte bei der NASA an einem Projekt mit, das zur Landung des ersten Menschen auf dem Mond führte.

Nach der Kapitulation Deutschlands war Eric Warburg einer der Ersten, die Hermann Göring verhörten, einen führenden Politiker des Naziregimes. Er verhörte auch den hochrangigen Nazigeneral Franz Halder. Eric Warburg erhielt für seine Dienste im Krieg den Orden des britischen Empire sowie auch einen US-amerikanischen und einen französischen Orden.

Eric Warburg war mit dem US-Amerikaner John McCloy befreundet. Nach dem Krieg leitete McCloy die US-Besatzungsmacht in Deutschland. Er gründete zusammen mit Eric Warburg die Atlantik-Brücke und den American Council on Germany, wie gesagt zwei Organisationen, die die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland fördern. McCloy und Warburg wollten so verhindern, dass es in Zukunft zu einer erneuten Feindschaft zwischen den beiden Nationen kommt. McCloy kannte bereits seit den 20er-Jahren Mitglieder der Warburg-Familie, darunter Eric Warburg. McCloys Frau Ellen Zinsser war mit Auguste Zinsser verwandt, der Ehefrau von Konrad Adenauer. Nach dem Krieg wurde Adenauer zum ersten Bundeskanzler (Regierungschef) der Bundesrepublik Deutschland. McCloy war in der Nachkriegszeit Präsident der Weltbank sowie Vorsitzender der Chase Manhattan Bank. Letztere war eine der grössten Banken der Welt und hatte eine enge Verbindung zur Rockefeller-Familie. McCloy kannte Mitglieder der Familie und hatte Kontakt zu weiteren Leuten aus der Wirtschaftselite der USA. Er war David Rockefellers Vorgänger als Vorsitzender des Council on Foreign Relations (Paul Warburg hatte zu den Gründern dieser Denkfabrik gehört). McCloy kannte Mitglieder der Ford-Familie, da er Vorsitzender ihrer Stiftung war. Die Familien Ford und Rockefeller sind zwei der mächtigsten Dynastien der USA.

Eric Warburg hatte ein freundschaftliches Verhältnis zu Helmut Schmidt. Dieser war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler von Deutschland. Helmut Schmidt war auch mit David Rockefeller befreundet. Schmidt kannte und respektierte John McCloy.(Seite 161, 167, 295)

Eric Warburg und sein Vater waren 1929 Gründungsmitglieder des Rotarier-Clubs in Hamburg gewesen. Im folgenden Jahrzehnt lösten sich die deutschen Rotarier auf, weil die Nazis Organisationen wie die Rotarier und Freimaurer als verdächtig ansahen. 1958 wurde Eric Warburg Mitglied des neu gegründeten Rotarier-Clubs in Hamburg.

Von 1949 bis 1959 war Theodor Heuss der erste Bundespräsident (Staatsoberhaupt) der Bundesrepublik Deutschland. Er war ein Nachbar der Warburgs und hatte bis zu seinem Tod 1963 ein freundschaftliches Verhältnis zum internationalen Bankier Siegmund Warburg (1902–1982). Auch der Adlige Konstantin von Neurath war ein Nachbar und Bekannter der Warburgs. Von 1933 bis 1938 hatte er in der Regierung von Adolf Hitler das Amt des Aussenministers inne. Siegmund Warburg war nach Hitlers Machtübernahme nach Grossbritannien emigriert. Dort gründete er eine Investmentbank, die viele jüdische Emigranten beschäftigte. Auch der nichtjüdische Edmund Stinnes wurde Teilhaber der Bank. Dessen Vater war einer der mächtigsten Industriellen Deutschlands gewesen. Siegmund Warburg arbeitete während des Zweiten Weltkrieges für den britischen Auslandsgeheimdienst SIS (allgemein bekannt als MI6). Er erhielt den britischen Rittertitel und stand dem britischen Premierminister Harold Wilson nahe. Er beriet den Premierminister und verfasste Reden für ihn zu wirtschaftlichen Themen. Zu Siegmund Warburgs Kunden gehörten unter anderem Roy Thomson und Cecil Harmsworth King, damals zwei der führenden Zeitungsbesitzer in Grossbritannien.

Der Bankier Paul F. Warburg (1904–1965) diente im Zweiten Weltkrieg in der US-Armee, wo er zum Oberstleutnant aufstieg. Im Krieg war er auch Militärattaché an der US-Botschaft in Paris sowie Verwaltungsoffizier im Geheimdienst der Task Force von General George Patton. Nachdem die US-Armee Bayern erobert hatte, wurde George Patton zum dortigen Militärgouverneur. Damit gehörte er wie John McCloy zur US-Besatzungsmacht in Deutschland. In den Jahren nach dem Krieg arbeitete Paul F. Warburg für die US-Botschaft in London. Er war dort ein Sonderassistent von W. Averell Harriman und Lewis Douglas, den damaligen US-Botschaftern in Grossbritannien. Harriman gehörte wie die Warburgs zur Hochfinanz der USA. Lewis Douglas heiratete in die Zinsser-Familie, wie es auch John McCloy und Konrad Adenauer taten. Seine Frau war die Schwester von McCloys Frau. Lewis Douglas war wie bereits sein Vater und sein Grossvater eine Führungskraft in der Bergbauindustrie der USA. Ausserdem sass er im Vorstand des Autokonzerns General Motors (war damals das grösste Unternehmen der USA und hatte die Du Pont-Familie als Hauptaktionär). Da Lewis Douglas zum Kuratorium der Rockefeller Foundation gehörte, wird er Mitglieder der Rockefeller-Familie gekannt haben. McCloy war wie gesagt auch ein Bekannter der Rockefellers.

Der Bankier James Warburg (1896–1969) diente dem US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt als Finanzberater. Während des Zweiten Weltkrieges war James Warburg Sonderassistent des Informationskoordinators* und besetzte eine hohe Position beim Office of War Information (OWI). Das OWI und das Büro des Informationskoordinators bestanden während des Zweiten Weltkrieges. Die beiden US-Behörden waren für Propaganda und geheimdienstliche Arbeiten zuständig.

* James Warburg hatte wohl Kontakt zu William Donovan, da dieser der Informationskoordinator war. Donovan leitete im Zweiten Weltkrieg das OSS, jenen Geheimdienst, der nach dem Krieg zur CIA umgewandelt wurde.

James Warburg war nicht nur ein Berater und Vertrauter von Franklin D. Roosevelt, sondern auch von US-Präsident John F. Kennedy. James Warburg befürwortete eine Annäherung an Sowjetrussland und das kommunistische China.

1963 wurde das Institute for Policy Studies gegründet, eine linke Denkfabrik in den USA. James Warburg gehörte in der Gründungszeit zu ihrem Kuratorium. 1967 spendete er einen hohen Betrag an die Denkfabrik. Er sprach im Jahr 1950 vor einem Ausschuss des US-Senats. In der Rede sagte er: „Wir werden eine Weltregierung haben, ob es uns gefällt oder nicht. Die Frage ist nur, ob diese Weltregierung durch Zustimmung oder durch Eroberung erreicht wird.“ Diese Aussage wird oft von Verschwörungstheoretikern zitiert.

Medienbeeinflussung durch angloamerikanische Geheimdienste

Der von Fredric Warburg (1898–1981) gegründete Verlag Secker & Warburg veröffentlichte als Erstes die dystopischen Romane „Farm der Tiere“ und „1984“, die beiden Hauptwerke des berühmten britischen Autors George Orwell. Fredric Warburg und George Orwell waren Freunde. Übrigens hatte Orwell auch eine Freundschaft mit David Astor, der ebenfalls aus einer einflussreichen Dynastie kam.

Die CIA beteiligte sich im Geheimen an der Finanzierung der britischen Verfilmungen von „Farm der Tiere“ und „1984“, weil die antitotalitären Botschaften der beiden Geschichten die antikommunistische US-Propaganda stützten. Bei der Verfilmung von „Farm der Tiere“ war der Einfluss der CIA so gross, dass sie gegen den Willen der Filmemacher Änderungen an der Geschichte vornehmen konnte, sodass die Geschichte besser in die antikommunistische Erzählung passte. Die Behörde USIA, die für die Verbreitung von US-Propaganda im Ausland zuständig war, vertrieb den Film über ihre Auslandsbibliotheken weltweit. Der Film wurde vom britischen Juden John Halas und seiner Frau gemacht. Das Paar wurde während des Zweiten Weltkriegs vom britischen Informationsministerium (das für Propaganda zuständig war) angeworben und produzierte darauf 70 Kriegspropaganda-Cartoons.

Zudem kaufte die CIA massenweise Exemplare von „1984“, die sie dann im kommunistischen Ostblock verteilen liess. Die CIA hatte den Kauf der Filmrechte zu „Farm der Tiere“ vermittelt. Der Kauf wurde vom Office of Policy Coordination, einer Abteilung der CIA für verdeckte Regierungsoperationen, in Auftrag gegeben. Der Auftrag ging an zwei Experten für psychologische Kriegsführung. Die Operation wurde vom CIA-Offizier Howard Hunt1 geleitet. Sein Kontaktmann in Hollywood war Carleton Alsop, der dort beim Filmstudio Paramount verdeckt für die CIA arbeitete. Sein Bruder Joseph Alsop2, ein führender Journalist, war ebenfalls im Geheimen für die CIA tätig. Auch die britische Regierung nutzte Anfang der 50er-Jahre „Farm der Tiere“ für Propagandazwecke, indem sie einen auf der Geschichte basierenden Zeitungscomic finanzierte, der dann in Ländern des globalen Südens erschien.

1. Howard Hunt war ein glühender Antikommunist. Er spezialisierte sich bei der CIA auf Propaganda und Subversion. Er war massgeblich an der Watergate-Affäre beteiligt und wurde deswegen verurteilt. Zudem gehörte er zu den Anführern der CIA-Verschwörung zum Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Guatemalas, Jacobo Arbenz. Auf den Putsch folgten fast 40 Jahre Bürgerkrieg, Militärdiktaturen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter ein Völkermord. Howard Hunt beteiligte sich 1961 auch an der Planung der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht in Kuba. Er geriet in Verdacht, bei der Ermordung des US-Präsidenten Kennedy geholfen zu haben.

2. Der Journalist Joseph Alsop arbeitete wie gesagt für die CIA. Er war mit dem CIA-Chef Richard Helms und dem US-Präsidenten Kennedy befreundet und verkehrte in der Elite Washingtons. Er heiratete in die Jay-Familie (Familie des US-Gründervaters John Jay). Seine Mutter gehörte zur Roosevelt-Familie (stellte zwei US-Präsidenten). Alsop hatte im Geheimen ein homosexuelles Liebesleben. Als er die Sowjetunion besuchte, hatte er in einem Moskauer Hotelzimmer Sex mit einem Russen. Es war eine Honigfalle des sowjetischen Geheimdienstes KGB, der Fotos von Alsop beim Sex machte. Der KGB versuchte, Alsop damit zu erpressen.

Fredric Warburg war wie gesagt Orwells Verleger. In der englischen Wikipedia steht momentan, dass Warburg am Verkauf der Filmrechte an „Farm der Tiere“ an die CIA beteiligt war. Er stand mit dem britischen Geheimdienst MI6 in Kontakt. Er diente dem MI6 als Strohmann, indem er für ihn Gelder an die antikommunistische Literaturzeitschrift Encounter weiterleitete. Auch der Filmregisseur Alexander Korda und der Millionär Victor Rothschild (beide Juden) waren Strohmänner bei der geheimen Finanzierung der Zeitschrift. Die britische Zeitschrift Encounter wurde 1953 gegründet. Sie erhielt im Geheimen Geld von der CIA und dem britischen Geheimdienst. Auch die verdeckte Propagandaabteilung des britischen Aussenministeriums half bei der Finanzierung. Die Idee war, eine Zeitschrift zu haben, die zwar links ist, aber dennoch eine antikommunistische Haltung und angloamerikanische Interessen vertritt. Die Vereinbarung war, dass die Zeitschrift schreiben durfte, was sie wollte, solange sie damit amerikanischen Interessen nicht schadet. Eines der vereinbarten Grundprinzipien von Encounter war, die Freundschaft zwischen Grossbritannien und den USA zu fördern. Die Zeitschrift befolgte Anweisungen der CIA. Sie veröffentlichte nur sehr selten kritische Artikel über die USA. 1967 wurde aufgedeckt, dass die Zeitschrift Geld von der CIA erhalten hatte. Einer der beiden Hauptgründer von Encounter war Irving Kristol3, ein jüdischer Journalist aus den USA. Er gilt als der Begründer des Neokonservatismus in den USA. 1967 übergab Kristol die Führung von Encounter an seinen Freund Melvin Lasky, der spätestens seit 1963 gewusst hatte, dass die Zeitschrift von der CIA finanziert wird. Lasky war ebenfalls ein amerikanisch-jüdischer Journalist. Von 1958 bis 1990 fungierte er als Herausgeber von Encounter. Er war auch 15 Jahre lang Herausgeber von Der Monat 4. Diese deutsche Zeitschrift für Politik und Kultur erhielt ebenfalls im Geheimen Geld von der CIA. Encounter und Der Monat sowie weitere Zeitschriften in verschiedenen Ländern erhielten das Geld unter anderem vom Congress for Cultural Freedom (CCF)5, einer Organisation, deren Aufgabe es war, die kommunistischen Staaten anzuprangern. Der CCF hatte auch Mitglieder, die links waren, aber dem totalitären Kommunismus kritisch gegenüberstanden. Der CCF war insgeheim eine Frontorganisation der CIA und diente ihr als Werkzeug bei der Verbreitung von antikommunistischer Propaganda. Melvin Lasky gehörte zur Führung des CCF. Dadurch kannte er den Juden Michael Josselson, der im Auftrag der CIA den CCF gründete und leitete. Der hochrangige CIA-Beamte Ray Cline schrieb in einem Buch, dass Encounter und Der Monat ohne die Unterstützung der CIA finanziell nicht hätten überleben können. Der CCF hatte bis 1964 die Kontrolle über Encounter. Danach wurde die Zeitschrift vom Unternehmen des Briten Cecil Harmsworth King kontrolliert, der Verbindungen zu britischen und US-amerikanischen Geheimdiensten hatte. Er kam aus der Harmsworth-Familie, die bis heute zu den einflussreichsten Zeitungsbesitzern in Grossbritannien gehört. Wie bereits erwähnt wurde, war Cecil Harmsworth King ein Kunde des britischen Bankiers Siegmund Warburg.

3. Irving Kristol war der Vater des neokonservativen Kommentators William „Bill“ Kristol. Dieser gründete 1997 zusammen mit Robert Kagan (ein weiterer US-amerikanischer Jude) das Project for the New American Century (PNAC). Das PNAC war eine neokonservative Denkfabrik, die von 1997 bis 2006 bestand. Sie vertrat die Auffassung, dass die USA ihre Führungsrolle in der Welt behalten müssen und ihre Macht nutzen sollten, um die Welt nach ihren Vorstellungen zu gestalten. In Verschwörungstheorien wird behauptet, dass Mitglieder des PNAC die Anschläge vom 11. September 2001 bewusst herbeiführten, um einen Vorwand zu haben, ihre aussenpolitischen Ziele umzusetzen. Was sich mit Sicherheit sagen lässt, ist, dass Mitglieder des PNAC massgeblich für den Irakkrieg 2003 und den Beginn des Krieges gegen die Taliban in Afghanistan 2001 verantwortlich waren.

4. Die deutsche Zeitschrift Der Monat erhielt wie gesagt Geld von der CIA. Nach Angaben von Wikipedia wurde die Zeitschrift 1971 eingestellt. 1978 wurde Der Monat neu gegründet, und zwar vom deutschen Journalisten Michael Naumann. In den beiden darauffolgenden Jahren war er zusammen mit Melvin Lasky Herausgeber der Zeitschrift. Lasky gehörte wie gesagt zur Führung einer Frontorganisation der CIA. Zufälligerweise soll Michael Naumann in den beiden Jahren, in denen er Herausgeber war, ein Vertrauensjournalist des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND gewesen sein. Michael Naumann heiratete erst die Tochter eines BND-Chefs und später ein Mitglied der Warburg-Familie.

5. Der CCF wurde seit seiner Gründung im Jahr 1950 von der CIA finanziert. 1966 flog die Finanzierung durch die CIA auf. Darauf zog sich die CIA zurück und an ihre Stelle trat die Ford Foundation, eine philanthropische Stiftung, die ab da bis zur Auflösung des CCF im Jahr 1979 die Finanzierung der Organisation übernahm. Die Ford Foundation ist bis heute eine der reichsten Stiftungen. Sie ist nach wie vor mit der Ford-Familie verbunden, einer einflussreichen Dynastie. Nachdem die Ford Foundation die Finanzierung des CCF übernommen hatte, wurde Shepard Stone zum neuen Leiter des CCF ernannt. Er war zu dem Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren Leiter des internationalen Programms der Ford Foundation. Vor ihm hatte sein Freund, der bereits erwähnte Michael Josselson, den CCF geleitet. Shepard Stone war ebenfalls Jude. Er arbeitete als Journalist. Im Zweiten Weltkrieg war er für den US-Geheimdienst tätig. Nach dem Krieg half er beim Wiederaufbau der Pressefreiheit im besetzten Deutschland. Zwischen 1949 und 1952 leitete er die dortige Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der US-Besatzungsmacht. Ein paar Jahrzehnte später gehörte er zur Führung des deutschen Ablegers des Aspen Institute. Das Aspen Institute ist eine bedeutende Denkfabrik in den USA. Shepard Stone war mit vielen einflussreichen Leuten befreundet. Zudem nahm er an zahlreichen Bilderberg-Konferenzen teil. Er gehörte zum Führungsgremium der Bilderberg-Konferenz. Der CCF finanzierte heimlich eine britische Organisation, bei der Fredric Warburg Schatzmeister war. Fredric Warburg hatte wie gesagt dem MI6 seine Dienste erwiesen.

Erwähnenswerte Heiraten

In der ursprünglichen Fassung des Beitrages, wurden schon viele der wichtigsten Heiraten der Warburg-Familie aufgeführt. Hier sind noch weitere Heiraten aufgelistet, die ich nach einer erneuten Nachforschung gefunden habe.

Bemerkenswerte Heiraten der deutschen Warburgs:

Rosa Warburgs Tochter Olga (1897–1986) heiratete den spanischen Geschäftsmann Ignacio Bauer Landauer. Dieser war drei Jahrzehnte lang Präsident der jüdischen Gemeinde Madrids. 1936 gehörte er zu den Gründern des Jüdischen Weltkongresses. Die Bauer-Familie galt als die mächtigste jüdische Bankiersfamilie im Spanien des 20. Jahrhunderts. Sie verkehrten mit Adligen und waren Freunde des spanischen Königs Alfons XIII. Ignacio Bauer war im 19. Jahrhundert der Vertreter der Rothschilds in Spanien gewesen. Er heiratete in die italienisch-jüdische Bankiersfamilie Morpurgo. Seine Frau kam mütterlicherseits aus der Parente-Familie, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts der Vertreter der österreichischen Rothschilds in Triest war und zusammen mit der Morpurgo-Familie die Bank Morpurgo & Parente gründete. Marco Parente stand auch mit der päpstlichen Bankiersfamilie Torlonia in Kontakt. Als Napoleons Frankreich Teile von Österreich besetzte, verkehrte Marco Parente mit frankreichfreundlichen Kreisen und war Mitglied einer Freimaurerloge. Diese Loge wurde nach dem Ende der französischen Besatzung von den österreichischen Behörden aufgelöst. Die Freimaurerei war damals in Österreich verboten.

Der internationale Bankier Eric Warburg (1900–1990) heiratete eine Tochter von Alfons Thorsch. Dessen Familie war im 19. Jahrhundert eine der führenden jüdischen Bankiersfamilien Österreichs. Aus dieser Ehe ging der Sohn Max Warburg hervor, der heute zur Atlantik-Brücke gehört. Nach Angaben von Geni.com hat Max eine Tante, die in die Goldschmidt-Familie heiratete.

Olga Warburg (1873–1904) heiratete einen Neffen des deutsch-jüdischen Geschäftsmanns Sigismund Kohn-Speyer und war durch diese Ehe mit den deutsch-jüdischen Bankiersfamilien Goldschmidt und Sulzbach verschwägert.

Ruth Derenberg (1906–1996) kam mütterlicherseits aus der Warburg-Familie. Nach Angaben von Geni.com heiratete sie einen Sohn des niederländischen Politikers Ferdinand Nieuwenhuis. Dieser gilt als einer der Begründer der sozialistischen Bewegung in den Niederlanden.

Lilly Melchior (1903–1966) kam mütterlicherseits aus der Warburg-Familie. Ihr Ehemann, ein deutsch-jüdischer Banker, war ein Enkel des jüdischen Bankiers Wilhelm Kuczynski. Wilhelm war auch der Grossvater der beiden Kommunisten Jürgen und Ursula Kuczynski. Letztere benannte sich später in Ruth Werner um. Sie war eine internationale Agentin des sowjetischen Geheimdienstes. Ihre beiden Ehemänner arbeiteten ebenfalls als sowjetische Agenten. Ruth Werner rekrutierte den Physiker Klaus Fuchs für den sowjetischen Geheimdienst. Klaus Fuchs war der wichtigste Spion im Manhattan-Projekt, dem Projekt der USA zum Bau der Atombombe. Dadurch half Klaus Fuchs der Sowjetunion, selbst eine Atombombe zu entwickeln. Nachdem Fuchs enttarnt worden war, flüchtete Ruth Werner in die kommunistische DDR (Ostdeutschland). 1959 kam auch Fuchs in die DDR und gehörte zur dortigen Elite. Werners Bruder Jürgen war von 1949 bis 1958 Abgeordneter der Volkskammer (Parlament der DDR). Er beriet Erich Honecker, das politische Oberhaupt der DDR, in aussenwirtschaftspolitischen Fragen. Die DDR wurde von der SED regiert, einer kommunistischen Partei. Als die DDR 1990 aufgelöst wurde, ging aus der SED die PDS hervor. Ab da gehörte Ruth Werner bis zu ihrem Tod im Jahr 2000 zum Ältestenrat der PDS. Ihr Bruder Jürgen wurde 1990 ebenfalls Mitglied des Ältestenrats. Die PDS war der Vorläufer der heutigen Partei Die Linke.

Nach Angaben von FamilySearch.org heiratete Olga Warburg (1904–1984) William Moir Calder. Der schottische Akademiker erhielt den britischen Rittertitel.

Anna Warburg heiratete Dov Biegun (starb 1980). Der in Polen geborene Dov Biegun engagierte sich seit den 30er-Jahren in der zionistischen Bewegung. Im Zweiten Weltkrieg ging er zur britischen Armee und beteiligte sich an Geheimdienstoperationen auf dem europäischen Festland. Er half beim Aufspüren von Nazifunktionären. 1951 war er Delegierter beim Zionistischen Weltkongress. Er konnte 14 Sprachen fliessend sprechen.

Bemerkenswerte Heiraten der amerikanischen Warburgs:

Carola Warburg (1896–1987) heiratete den amerikanisch-jüdischen Geschäftsmann Walter Rothschild, der aber nicht mit der berühmten Bankiersfamilie Rothschild verwandt war. Walters Onkel Louis Rothschild hatte 1899 die nicht mehr existente Bank L. F. Rothschild gegründet. Louis heiratete in die Guggenheim-Familie, damals eine der reichsten jüdischen Familien der USA. Walter kam mütterlicherseits aus der deutsch-jüdischen Einwandererfamilie Abraham, die 1865 den Einzelhändler Abraham & Straus gegründet hatte. Walters Vater Simon war Partner des Unternehmens und leitete eine Zeit lang den Vorstand. Walters Tante Edith Abraham und seine Grosstante Ida Blün heirateten in die Straus-Familie. Die deutsch-jüdische Einwandererfamilie war Miteigentümer von Abraham & Straus. Das Familienmitglied Oscar Straus war 1906 der erste jüdische Minister in einer US-Regierung. Die Straus-Familie heiratete in die Familien Guggenheim, Lehman und Sulzberger, die ebenfalls zur jüdischen Elite der USA gehören.

Carola Warburgs Sohn Walter Rothschild Jr. (1920–2003) war Präsident von Abraham & Straus. Er gehörte ausserdem zum Aufsichtsrat der Eliteuniversität Harvard. Carolas Tochter Carol (starb 2005) heiratete den Anwalt Charles Noyes, der die USA als Diplomat bei den Vereinten Nationen vertrat. Charles Noyes war ein Assistent des einflussreichen W. Averell Harriman und beriet den Rockefeller Brothers Fund. Ein Sohn von Carol aus einer anderen Ehe ist Peter Bradford, ein ehemaliges Mitglied der US-Atomaufsichtsbehörde. Peters Vater Amory war Geschäftsführer der New York Times (eine der wichtigsten Zeitungen der Welt). Amory, ein Wall-Street-Anwalt, kannte die Sulzberger-Familie, die Eigentümerfamilie der Zeitung. Er arbeitete auch für den Zeitungsverlag Scripps. Im Zweiten Weltkrieg diente er beim Geheimdienst des US-Militärs. Er war Berater der Ford Foundation für Projekte im Ausland. Als er an der Eliteuniversität Yale studiert hatte, trat er der dortigen Geheimgesellschaft Skull and Bones bei. Amorys Vater Peter Bradford war über 25 Jahre im Kuratorium der Yale-Universität. Ihre Familie stammt von William Bradford ab, dem Gouverneur der Plymouth-Kolonie. William Bradford, der im 17. Jahrhundert lebte, war einer der Anführer der Pilgerväter.

Der Bankier Paul Warburg (1904–1965) heiratete die Jüdin Jean Stettheimer. Deren Schwester war mit Julius Ochs Adler verheiratet, dem Vizepräsidenten und Geschäftsführer der New York Times. Julius kam mütterlicherseits aus der Ochs-Familie, einer deutsch-jüdischen Einwandererfamilie, deren Nachkommen bis heute die New York Times besitzen und dadurch zu den einflussreichsten Zeitungsbesitzern gehören. Julius war Mitglied einer Freimaurerloge in New York. Paul Warburg wurde durch seine Ehe der Schwiegersohn des Geschäftsmanns Walter Stettheimer. Stettheimer war ebenfalls Freimaurer. Paul Warburg heiratete in dritter Ehe die Witwe des portugiesischen Barons D’Almeida. An der Hochzeit in London nahmen neben einem dänischen Prinzen auch britische Adlige teil, darunter der Markgraf von Milford Haven aus der Familie Mountbatten, der Markgraf von Blandford aus der Familie Spencer-Churchill und der Graf von Carnarvon aus der Familie Herbert. Die Braut wurde von John McCloy, dem bereits erwähnten Chef der Weltbank, zum Altar geführt. Die Braut heiratete später den Grafen Leonardo Mercati. Dessen Familie gehört zum griechischen Adel und ist mit der Reederfamilie Goulandris verschwägert. Das Vermögen von Chryss Goulandris wurde 2015 auf über zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. Sie gehörte damit zu den reichsten Griechen. Sie heiratete Tony O’Reilly, einen der reichsten Iren. Chryss war mit Christina Onassis befreundet, die ebenfalls aus griechischen Reederfamilien kam und deren Vater die Witwe des US-Präsidenten John F. Kennedy heiratete.

Gerald Warburg (1901–1971) heiratete eine Tochter von Condé Nast, der den gleichnamigen Medienkonzern gegründet hatte. Das Unternehmen gehört heute zum Medienimperium der Newhouse-Familie. Diese gilt als eine der reichsten jüdischen Familien.

Leslie Nast, die Halbschwester von Gerald Warburgs Frau, heiratete den britischen Baron Peter Grenfell, Sohn des geadelten Edward Grenfell. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Edward Grenfell zusammen mit der US-amerikanischen Bankiersfamilie Morgan die Bank Morgan, Grenfell & Co. gegründet, die eine der führenden britischen Investmentbanken war. Edward Grenfell sass im Vorstand der britischen Zentralbank und sein Vater Henry war Chef der Zentralbank gewesen. Die Grenfell-Familie heiratete in den britischen Adel.

Jill Warburg (*1931) heiratete Herbert Maass. Dieser arbeitete als Finanzanalyst, unter anderem bei der führenden Investmentbank Morgan Stanley. Im Zweiten Weltkrieg war er Offizier der US-Armee in Bletchley Park in England. Dort war er an der Entschlüsselung des Nachrichtenverkehrs von Nazideutschland beteiligt. Jill Warburg heiratete später Allan Murray Cartter, der von 1966 bis 1972 Kanzler der New York University war. Sie ist eine der führenden Universitäten New Yorks. Cartter war ausserdem Vorsitzender eines Beratungsausschusses des Arbeitsministeriums und Mitglied eines Wirtschaftsberatungsgremiums des New Yorker Gouverneurs Nelson Rockefeller.

Gisela Warburg (1912–1991) war jahrzehntelang eine führende Persönlichkeit in der zionistischen Frauen- und Jugendbewegung. Sie heiratete den hohen Richter Charles Edward Wyzanski Jr. Der jüdische Jurist war Kuratoriumsmitglied der Ford Foundation und Präsident des Aufsichtsrates der Eliteuniversität Harvard.

Der Bankier James Warburg (1896–1969) heiratete Phyllis Baldwin. Deren Bruder Joseph vertrat New York im US-Repräsentantenhaus. Ihr Bruder Alexander hatte eine Frau, die in erster Ehe in die Harriman-Familie geheiratet hatte (war damals eine der reichsten Familien der USA). Phyllis’ Schwester Priscilla war die Mutter von Lewis Thompson Preston, der Präsident der Weltbank war und die Grossbank J.P. Morgan leitete. Preston heiratete in die Milliardärsfamilie Pulitzer (hatte den Pulitzer-Preis gestiftet). Prestons andere Frau hatte einen Mann, der aus den einflussreichen Familien Drexel, Biddle und Duke kam. Phyllis’ Schwester Fanny heiratete Edwin Morgan IV., einen Urenkel des gleichnamigen Gouverneurs von New York. Zu Morgans Familienkreis gehörten die Familien Winthrop-Chanler, Emmet, Astor, Ward, Jay, Stillman, Whitney und Vanderbilt. Phyllis Baldwin heiratete nach ihrer Ehe mit Warburg einen Sohn von Sir Edwin Lutyens. (Diese Angaben stammen von Geni.com und müssen daher nicht zweifelsfrei korrekt sein.) Edwin Lutyens gilt als einer der bedeutendsten britischen Architekten des 20. Jahrhunderts. Er soll Freimaurer gewesen sein. Sein Schwiegervater Robert Bulwer-Lytton war Vizekönig von Indien und wurde zum Grafen geadelt. Ihre Familie hatte Verbindungen zu mehreren Geheimbünden (mehr dazu).

Bemerkenswerte Heiraten der britischen Warburgs:

Der Bankier Siegmund Warburg (1902–1982) heiratete in die schwedische Bankiersfamilie Philipson. Die Familie ist jüdischer Abstammung. Sie heiratete auch in den schwedischen Zweig der Warburg-Familie.

Nach Angaben von Geni.com heiratete Frederic Warburg (1898–1981) eine Schwester von Geoffrey Hillier-Holt. Geoffrey heiratete wiederum eine Enkelin von Saul Samuel. Der Geschäftsmann Saul Samuel war Treasurer (Finanzminister) der britischen Kolonie New South Wales in Australien. Er war der erste nicht konvertierte Jude, der einen Ministerposten im britischen Empire innehatte. Saul Samuel war generell einer der ersten einflussreichen Juden Australiens. Er wurde zum Ritter ernannt und zum Baronet geadelt.

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