Elitäre Freimaurerlogen in Portugal

Laut vielen Verschwörungstheorien haben Freimaurer enormen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Manchmal befasst man sich auch im Mainstream mit der Frage, wie gross ihr Einfluss wirklich ist. Da ich nun seit Jahren zur Freimaurerei forsche, wage ich inzwischen eine Einschätzung zu geben.

Die weltweite Freimaurerei ist keine einheitliche Bewegung, sondern in verschiedene Strömungen aufgeteilt, die manchmal sogar untereinander konkurrieren. Die Theorie einer einheitlichen Weltverschwörung von Freimaurern würde ich also verwerfen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass der Einfluss der Freimaurer sich je nach Land extrem unterscheiden kann. Es gibt Länder, in denen die Freimaurerei sehr wenig bis gar keinen Einfluss hat, beispielsweise in vielen islamischen Ländern, wo sie teils verboten ist. Dann gibt es Länder, in denen ein moderater Einfluss besteht. In einigen Ländern existieren aber tatsächlich Freimaurergruppen, die über beträchtlichen Einfluss verfügen, wobei sie deswegen nicht gleich die Regierung unter ihrer Kontrolle haben. Bei ein paar wenigen Ländern weiss man jedoch, dass die Regierung in den letzten Jahren von Freimaurern geleitet wurde, beispielsweise in den afrikanischen Staaten Gabun, Republik Kongo und Elfenbeinküste. Ein Beitrag zu den afrikanischen Freimaurern wird bald veröffentlicht werden.

In vielen europäischen Ländern war die Freimaurerei im 19. Jahrhundert ein entscheidender Machtfaktor. Wie gross ihr heutiger Einfluss in Europa ist, weiss man nicht. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass einflussreiche Freimaurergruppen ihre Macht in den meisten Fällen im Geheimen ausüben. Als Aussenstehender kann man den Einfluss daher gar nicht einschätzen. In Grossbritannien übernehmen Mitglieder der Königsfamilie und der Adelselite eine führende Rolle in der Freimaurerei. Daher wird sie dort sicherlich nicht unbedeutend sein. In Frankreich gibt es immer wieder Freimaurer in den Ministerien, aber es sind deutlich weniger als früher.

In Portugal galt die Freimaurer der letzten Jahrzehnte als nicht besonders elitär. Doch dann haben portugiesische Medien in den letzten 20 Jahren herausgefunden, dass es im Land elitäre Logen gibt, die rein von ihren Mitgliedern her in der Lage wären, Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Geheimdienste auszuüben. Ich möchte darauf hinweisen, dass man dies nun dank den Recherchen von „Mainstream-Medien“ weiss. Die Verschwörungstheoretiker hingegen lästern im Internet zwar ständig über die Freimaurer ab und feiern sich selbst als die grossen Aufklärer, aber haben meines Wissens nach noch nie eine mächtige Freimaurergruppe aufgedeckt. Portugiesische Journalisten gingen sogar so weit, dass sie heimlich Freimaurer fotografierten, die ein Treffen besuchten.

Mehrere ehemalige und derzeitige Chefs von Portugals Geheimdiensten waren Freimaurer.

Portugals Freimaurer in der Vergangenheit

Zur Entstehungsgeschichte der portugiesischen Freimaurerei im 18. Jahrhundert kann man sich im Freimaurer-Wiki informieren. Die katholische Kirche hatte damals sehr grossen Einfluss in Portugal. Sie sorgte dafür, dass die Freimaurer verfolgt wurden. Einerseits vertrat die katholische Kirche die Ansicht, dass die Freimaurerei mit Ketzerei gleichzusetzen ist, anderseits sah sie den aufklärerischen Geheimbund als eine Bedrohung für die Autorität der Kirche an.

1820 begann in Portugal die Liberale Revolution, an der sich Freimaurer beteiligten.↗ ↗ Die Revolution führte zur Einführung der ersten konstitutionellen Monarchie Portugals, ermöglichte erstmals Liberalismus im Land und brachte dem Land seine erste Verfassung. Auch in anderen Ländern wirkten Freimaurer an der Einführung der Verfassungen mit.

Die Liberale Revolution wurde durch eine kleine Gruppe portugiesischer Freimaurer angestossen, die sich Sinédrio (Sanhedrin) nannte. Trotz des jüdischen Namens waren unter den Mitgliedern, so viel bekannt ist, keine Juden. Vermutlich wählte man den Namen, weil die Freimaurerei vom antiken Judentum inspiriert ist. Ein Mitglied des Sinédrio war João da Cunha Souto Maior. Er gehörte zur provisorischen Junta der Revolution. Im Jahr nach der Revolution wurde er Grossmeister des Grossorients von Lusitano. Er leitete also die Grossloge der portugiesischen Freimaurer. 1823 übernahm José da Silva Carvalho das Amt des Grossmeisters, das er bis 1839 innehatte. Er gründete den obersten Rat der portugiesischen Freimaurer. Er hatte ebenfalls zum Sinédrio und zur provisorischen Junta gehört.↗ ↗

Im Jahr 1910 kam es erneut zu einer Revolution. Sie führte zum Sturz der Monarchie. Anschliessend entstand die Erste Republik. An deren Gründung wirkten Freimaurer mit. In der Ersten Republik wurden 80 Prozent aller Parteien von Freimaurern gegründet. Das hat zumindest ein Freimaurer vor ein paar Jahren einer Zeitung erzählt.↗ Fast zwei Drittel der Minister in der ersten Regierung waren Freimaurer.↗ Mindestens drei der sieben Präsidenten der Ersten Republik gehörten dem Bund an, nämlich Sidónio Pais, António José de Almeida und Bernardino Machado. Letzterer war noch vor der Gründung der Republik Grossmeister des Grossorients und war von 1929 bis zu seinem Tod 1944 Grosskommandeur des Obersten Rates der portugiesischen Freimaurer. Somit stand er an der Spitze der Freimaurer Portugals. Der Präsident José de Almeida wurde ebenfalls zum Grossmeister gewählt, aber konnte das Amt nie antreten, da er verstarb.↗ ↗ ↗ ↗

Die Erste Republik bestand nur bis 1926 und wurde durch einen Militärputsch abgeschafft. Darauf folgte für fast 50 Jahre eine Diktatur. 1935 liess das Regime die Freimaurerei verbieten. Die Freimaurer waren ab da zwar weiterhin im Untergrund aktiv, aber hatten wohl kaum die Möglichkeit, die Politik zu beeinflussen.↗ Vor dem Verbot war José Norton de Matos Grossmeister der Freimaurer. Er war 1917 unter dem Präsidenten Machado (Freimaurer) für kurze Zeit Ministerpräsident gewesen.↗ ↗

1974 kam es zur Nelkenrevolution, die zum Ende der Diktatur und zur Einführung der Demokratie führte. Freimaurer unterstützten logischerweise das Ende der anti-freimaurerischen Diktatur.↗ Noch im selben Jahr hob die Regierung das Freimaurerverbot auf.↗ Der erste Ministerpräsident der neuen provisorischen Regierung war Adelino da Palma Carlos. Er wurde vom neuen Präsidenten zum Regierungschef ernannt. Hochrangige Freimaurer des Grossorients hatten ihn für das Amt empfohlen.↗ Palma Carlos war selbst Freimaurer. Damals gab es aufgrund des Freimaurerverbots lediglich um die 100 Freimaurer im Land, also sehr wenige. Sie waren zuvor gezwungenermassen im Untergrund aktiv gewesen.↗ Ich denke, es wird kein Zufall sein, dass einer dieser wenigen Männer die neue Regierung anführen durfte. In der portugiesischsprachigen Wikipedia steht derzeit, dass Palma Carlos nach der Aufhebung des Freimaurerverbots Grosskommandeur des Obersten Rates der portugiesischen Freimaurer war (also der oberste Freimaurer im Land). Für diese Angabe fand ich aber keine guten Quellen.

Der Freimaurer Raúl Rego gehörte als Minister ebenfalls zur provisorischen Regierung.↗ Später führte er von 1988 bis 1990 als Grossmeister die Freimaurerei im Land an.↗

Von 1986 bis 1996 war Mário Soares Präsident von Portugal. In den Jahren zuvor war er zweimal Ministerpräsident gewesen. Er war 1972 in Frankreich in die Freimaurerei aufgenommen worden, also noch vor Ende der Diktatur. Er galt jedoch als nicht aktives Mitglied.↗ ↗

Die Loge Mozart 49

Mozart 49 war eine elitäre Freimaurerloge. Sie gehörte zu jenen Logen, die an die Grossloge von Portugal angeschlossen sind. Zu den Mitgliedern der Mozart-Loge zählten Politiker, Geheimdienstler, Geschäftsleute, Richter und Journalisten. Die Loge erlangte 2012 ungewollt Bekanntheit, als portugiesische Medien über sie berichteten.↗ ↗ Ob die Loge heute noch aktiv ist, konnte ich über das Internet nicht herausfinden.

Der einflussreiche Politiker Luís Montenegro wurde in den Medien als Mitglied der Loge genannt.↗ Er streitet ab, Freimaurer zu sein oder mit Freimaurern Verbindung zu stehen.↗ Jedoch schreibt sogar ein Faktenchecker, dass Montenegro 2008 in die Mozart-Loge aufgenommen wurde. So wie die Mehrheit der Logenmitglieder, distanzierte sich auch Montenegro im Nachhinein von der Loge, da diese von einem zwielichtigen Geheimdienstchef geleitet wurde.↗ Montenegro ist derzeit Ministerpräsident von Portugal sowie Präsident der Sozialdemokratischen Partei1, einer der stärksten Parteien des Landes. Falls er immer noch Freimaurer ist, würde das bedeuten, dass ein europäischer Regierungschef dem Bund angehört. Vielleicht gibt es noch weitere Staatenlenker in Europa, die Freimaurer sind, aber dies nicht öffentlich zugeben wollen, weil es nicht nur bei Verschwörungstheoretikern Misstrauen auslösen könnte.

  1. Trotz ihres Namens ist die Sozialdemokratische Partei im politischen Spektrum rechts der Mitte einzuordnen.

Anfang 2025 wurde berichtet, dass es in der Regierung von Luís Montenegro mindestens drei Minister und vier Staatssekretäre mit Verbindungen zu Freimaurerlogen gibt. Ein paar davon wurden zu Beginn ihrer politischen Karriere in die Freimaurerei aufgenommen. Inzwischen distanzieren sie sich von den Logen. Einer der Staatssekretäre stritt ab, Freimaurer zu sein, was gelogen war. Die Freimaurer in der Regierung gehören zum Netzwerk der Grossloge, während Freimaurer des Grossorients in der Regierung fehlen. Der Grossorient ist die andere wichtige Grossloge des Landes. In vielen früheren Regierungen gab es Freimaurer des Grossorients.↗

Die Zeitung Público deckte auf, dass Luís Montenegro 2011 eine Einladung zu einem Dinner erhielt, das von der Mozart-Loge veranstaltet wurde. Zum Dinner der Mozart-Loge wurden Geschäftsleute und Politiker eingeladen, darunter Pedro Duarte (Politiker der Sozialdemokratischen Partei, Mitglied von Montenegros Regierung und derzeitiger Bürgermeister der Grossstadt Porto).↗ Pedro Duarte veröffentlichte in einer Zeitung eine Klarstellung, in der er abstreitet, Freimaurer zu sein.↗ Der Einlader des Dinners behauptete auf Anfrage der Medien, das Dinner sei zwar geplant worden, habe aber letztendlich nie stattgefunden. Er sagte, dass geplant war, beim Dinner über die Zukunft des Landes zu diskutieren.↗

Auf der Gästeliste des Dinners stand Jorge Silva Carvalho, der ehemalige Chef des portugiesischen Auslandsgeheimdienstes SIED.↗ Er leitete den Geheimdienst von 2008 bis 2010.↗ Zuvor hatte er die Mozart-Loge geleitet.↗ Ein ehemaliger Grossmeister der Grossloge von Portugal warf Silva Carvalho vor, die Mozart-Loge unter seine Kontrolle gebracht zu haben, um sie für eigene Interessen zu zweckentfremden. Der Grossmeister schöpfte schon Verdacht, als die Mozart-Loge ihm Besuche verweigerte. Für gewöhnlich freuen sich Logen über den Besuch eines Grossmeisters. ↗ ↗ Gegen Silva Carvalho wurde ermittelt, weil er im Verdacht stand, in seiner Zeit als Geheimdienstchef geheime Informationen an Ongoing, ein grosses privates Unternehmen, für das er arbeitete, weitergeleitet zu haben. Die beiden Chefs des Unternehmens, Rafael Mora und Nuno Vasconcellos, waren ebenfalls Mitglieder der Mozart-Loge. Letzterer war einer der Logenmeister. Silva Carvalho sammelte ausserdem Informationen über portugiesische Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ob er dies auf eigene Faust oder im Auftrag eines Geheimdienstes tat, weiss man nicht. Silva Carvalho galt als „informationsbesessen“. Er sagte selbst, seine Stärke sei sein Wissen über „Geheimnisse“.↗ ↗ Er wurde 2016 zu viereinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Einerseits wegen Verletzung von Staatsgeheimnissen, andererseits weil er unrechtmässig auf die Telefondaten eines Journalisten einer grossen Zeitung zugegriffen hatte. Er wollte so die Informationsquelle des Journalisten herausfinden. Er hatte auch die Privatsphäre des Medienunternehmers Francisco Pinto Balsemão verletzt.↗ ↗ Dieser war einer der mächtigsten Männer Portugals.

Der heutige Ministerpräsident Luís Montenegro, der wie gesagt der Mozart-Loge beitrat, ernannte 2025 Manuel da Silva Vieira zum Chef des SIED-Geheimdienstes.↗ Da dieser ebenfalls Freimaurer der Mozart-Loge war, könnte man mutmassen, dass es sich bei der Ernennung um eine Bevorzugung unter Freimaurern handelt. Silva Vieira war früher einer der engsten Vertrauten des Freimaurers Silva Carvalho (anderer Chef des SIED). Die beiden hatten dann aber einen Bruch. Silva Carvalho drohte Silva Vieira mit Telefonüberwachung, weil er glaubte, sein Kollege verrate geheime Dinge an Journalisten. Silva Vieira leitet nun wie gesagt den Auslandsgeheimdienst. Der Inlandsgeheimdienst ist der SIS, der bis vor kurzem von Neiva da Cruz geleitet wurde. Die beiden Geheimdienstchefs gelten als ruhende Freimaurer, sollen also ihre Mitgliedschaft im Bund niedergelegt haben. Auch der derzeitige Chef des SIRP, Victor Serene, ist ein ruhender Freimaurer.↗ Das SIRP hat die Aufgabe, die Geheimdienste zu beaufsichtigen und ihnen auf die Finger zu schauen. Portugals Geheimdienste stehen also unter der Kontrolle von angeblich ausgetretenen Freimaurern (Neiva da Cruz gab im August 2026 sein Amt als Chef des SIS auf). Selbst wenn sie wirklich ausgetreten sind, werden ihre Kontakte in Freimaurerkreisen vermutlich nach wie vor bestehen.

Das SIRP wurde von 2005 bis 2017 von Júlio Pereira geleitet. Er sagte, dass er Freunde in der Freimaurerei hat, aber selbst nicht Mitglied ist.↗

Ein Leiter der Mozart-Loge war António Saraiva, ehemaliger Präsident des Unternehmerverbands CIP.↗

Ein portugiesisches Magazin hatte Zugang zu geheimen internen Dokumenten der Grossloge von Portugal. Darin wird der Fokus von drei Logen, darunter der Mozart-Loge, beschrieben: „soziale und politische Intervention“, „Rekrutierung vielversprechender junger Führungskräfte“ und „Diskretion“. Die Grossloge empfiehlt ihren Mitgliedern, vertrauliche Dinge nicht per E-Mail zu versenden. Da sie Geheimdienstler als Mitglieder hat, wird sie sich bewusst sein, dass E-Mail keine sichere Kommunikation ist. Bei manchen Aufnahmen von Mitgliedern wird darauf geachtet, dass selbst andere Freimaurer nichts davon mitbekommen (also Geheimmitglieder). Dies war bei Isaltino Morais der Fall.↗ Er ist ein ehemaliger Minister und derzeitiger Bürgermeister von Oeiras. Er darf Bürgermeister sein, obwohl er wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche verurteilt wurde und deswegen im Gefängnis sass. Eigentlich wäre er wohl auch wegen Korruption und Machtmissbrauchs verurteilt worden, aber diese Taten waren bereits verjährt.↗ ↗ Natürlich hat jeder eine zweite Chance verdient, aber man sollte ihn besser nicht in die Exekutive holen, weil dort Korruption sehr schädlich ist.

Zur Mozart-Loge gehörten mehrere Professoren der Universität Lusófona. Ein Freimaurer leitete das Führungsgremium der Universität. Lusófona wurde als „Freimaureruniversität“ bezeichnet.↗

Carlos Veiga, der von 1991 bis 2000 Ministerpräsident von Kap Verde war, wurde mit der Mozart-Loge in Verbindung gebracht.↗ Man weiss aber nicht, ob er Freimaurer ist. Kap Verde ist ein kleiner Inselstaat in Afrika. Das Land war bis 1975 eine portugiesische Kolonie. Die Grossloge von Portugal rekrutierte hochrangige Geschäftsleute, Juristen, Polizisten und Politiker aus Kap Verde. Ihr wohl grösster Erfolg war die Aufnahme des Präsidenten Pedro Pires, der aber nicht lange als Freimaurer aktiv war.↗ Vielleicht versuchen die portugiesischen Freimaurer ähnlich wie die Freimaurer aus Frankreich, den Bund für postkoloniale Interessen einzusetzen (dazu wird bald ein Beitrag erscheinen).

Einige Freimaurer äusserten Kritik an der Mozart-Loge. Der Militäroffizier und Freimaurer Vasco Lourenço sprach von „Gangs“ innerhalb der Freimaurerei.↗

In der regulären Freimaurerei gilt die Norm, während der Treffen in den Logen sich nicht über Politik zu unterhalten. Der Hauptgründer der Mozart-Loge sagte, dass man für Gespräche über Politik nach den Logentreffen Abendessen abhält. Den Freimaurern wird oft der Vorwurf gemacht, dass ihre Mitglieder aus verschiedenen Berufsgruppen sich Gefallen erweisen, sich bei der Karriere gegenseitig unterstützen und sich einander Vorteile verschaffen. Dies nennt man Geschäftsmaurerei. Wenn eine Loge Geschäftsleute, Politiker und Beamte als Mitglieder hat, kann dies Korruption befördern. Geschäftsmaurerei gilt in der Freimaurerei für gewöhnlich als unehrenhaft. Der Hauptgründer der Mozart-Loge sagte jedoch, dass die freimaurerische Pflicht zur Brüderlichkeit auch die Bevorzugung von Freimaurern beinhaltet, wenn sie für ihre Position qualifiziert sind. Er gab auch zu, dass man gezielt beruflich erfolgreiche Persönlichkeiten für die Loge rekrutieren wollte, von denen man hoffte, dass sie in Zukunft in hohe Positionen kommen. Er meinte, es sei wichtig, dass es Freimaurer in wichtigen Positionen gibt, damit sie von dort aus die freimaurerischen Werte in die Welt tragen und die Gesellschaft in die richtige Richtung lenken können. Er sieht dies offenbar als einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft.↗

Die Loge Europa Jean Monet

Adélio Neiva da Cruz ist seit 2014 Chef des portugiesischen Inlandsgeheimdienstes SIS (vor kurzem gab er sein Amt ab).↗ Er wurde 2014 von einem parlamentarischen Ausschuss befragt. Eine Frage war, ob er einer Freimaurerloge angehört und ob dies Auswirkungen auf die Ausübung seiner Tätigkeit hat. Er weigerte sich zweimal, zu sagen, ob er Mitglied einer Loge ist.↗ ↗ Er hätte es verneinen können, aber vielleicht hielt ihn sein Freimaurerstolz davon ab, seine Zugehörigkeit zu verleugnen. Später wurde bekannt, dass er Mitglied einer Loge ist, zu der Politiker, Geheimdienstler und Militärs gehören. Diese elitäre Loge heisst Europa Jean Monet. Sie setzt sich für ein vereinigtes Europa ein. Der Logenmeister sagte den Medien, dass seine Freimaurergruppe die Ansicht vertritt, dass die ehemaligen portugiesischen Ministerpräsidenten Durão Barroso1 (ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission) und António Costa2 (ist seit 2024 Präsident des Europäischen Rates) sehr gut dafür geeignet seien, die Europäische Union anzuführen.↗

  1. Durão Barroso wurde zu mindestens einer Konferenz eingeladen, die von der Loge Europa Jean Monet veranstaltet wurde. Es soll aber kein Freimaurer sein, denn es waren Konferenzen, zu denen man einflussreiche Nicht-Freimaurer einlud.↗
  2. António Costa war im Casa Pia-Missbrauchsskandal negativ aufgefallen, weil er einen Parteikollegen schützen wollte, der beschuldigt wurde, sich am Missbrauch beteiligt zu haben.

Die Loge Europa Jean Monet gehört zum Grossorient von Portugal, also nicht zur regulären Grossloge. Die Grossoriente gelten oft als politischer als die regulären Grosslogen. Letztere haben zwar auch Politiker in ihren Reihen, behaupten aber, sich nicht in die Politik einzumischen. Ich denke allerdings, dass es schwierig ist, unpolitisch zu sein, wenn man hochrangige Politiker als Mitglieder hat. Freimaurer sagten, dass Mitglieder der Loge Europa Jean Monet mit Geheimdiensten aus den USA und aus Angola (war eine portugiesische Kolonie) zusammenarbeiten. 2023 wurde berichtet, dass die Loge Europa Jean Monet 33 Mitglieder hat. 33 ist eine wichtige Freimaurerzahl. 20 dieser Mitglieder sind bekannt, während die Mitgliedschaft der restlichen 13 streng geheim ist. Es ist so geheim, dass nicht einmal Mitglieder anderer Logen darüber bescheid wissen dürfen. Freimaurer streiten meistens ab, dass es „Geheimmitglieder“ gibt, vermutlich weil ihnen niemand von diesen Geheimmitgliedern erzählt hat. Die Loge Europa Jean Monet gab zu, sich an der Europa-Politik beteiligen zu wollen. Sie hat eine Zukunftsstrategie ausgearbeitet, die die Europäische Union betrifft. Die Strategie sieht die Schaffung einer europäischen Armee und eines europäischen Nachrichtendienstes vor.↗ Diese Planung geschah noch, bevor europäische Regierungschefs und EU-Politiker diese Anliegen 2025 offen kommuniziert haben. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass der Plan alleine auf eine portugiesische Loge zurückzuführen ist. Ich könnte mir aber vorstellen, wie sich Logenmitglieder aus ganz Europa zusammengerottet haben, um die Sicherheitsarchitektur der Europäischen Union neu zu gestalten. Mal angenommen die russische Führung unter Wladimir Putin gehört nicht zum Freimaurernetzwerk, dann werden es die EU-Freimaurer ohnehin als ihre Pflicht ansehen, Europa vor der russischen Aggression zu schützen.

Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, der wie gesagt von der Loge Europa Jean Monet geschätzt wird, befürwortete 2025 die Schaffung einer EU-Sicherheitsarchitektur, die unabhängig von den USA funktionieren kann.↗

Neben dem Logenmeister Adélio Neiva da Cruz gab es noch weitere Freimaurer in der Geheimdienstelite Portugals. Einer davon ist Rui Pereira (leitete den Inlandsgeheimdienst SIS von 1997 bis ins Jahr 2000). Der Grossorient von Portugal richtete sogar einen eigenen Freimaurer-Geheimdienst ein. Es geht offenbar darum, zu verhindern, dass Insiderinformationen aus diesen Freimaurerkreisen nach aussen gelangen.↗ Unklar ist, wie weit sie gehen würden, um ein Informationsleck zu verhindern. Sie würden einen Verräter, der geheime Informationen preisgibt, wahrscheinlich nicht gleich umbringen, aber ich denke schon, dass man sich als Freimaurer besser zweimal überlegt, ob man sich hochrangige Geheimdienstler zu Feind machen möchte.

Wenige Stunden nachdem CNN Portugal, ein Medium mit grosser Reichweite in Portugal, einen Artikel über diese Freimaurernetzwerke veröffentlicht hatte, wies der Grossorient seine Mitglieder in einer internen Mitteilung an, sich gegenüber der Aussenwelt diskret zu verhalten. Man kann es als Anweisung verstehen, nicht mit den Medien zu sprechen und keine öffentlichen Erklärungen abzugeben. In der Mitteilung werden die Mitglieder dazu angehalten, ihren Initiationseid zu befolgen. Bei der Aufnahme in die Freimaurerei muss man einen Eid ablegen, der einen verpflichtet, über Dinge, die innerhalb der Freimaurerei geschehen, Stillschweigen zu bewahren.↗ Freimaurer sagen oft, dass der Initiationseid rein symbolischer Natur ist und ein Gefühl von Vertrautheit unter den Mitgliedern schaffen soll. Wie es aussieht, wurde der Eid aber in diesem Fall ernst genommen.

Ein Ehrenmitglied der Loge Europa Jean Monet ist Fernando Cabecinha. Seit 2021 ist er Grossmeister des Grossorients und damit einer der ranghöchsten Freimaurer Portugals.↗

Weitere Freimaurer in der Politik

In den letzten Jahrzehnten gab es in Portugal mehrere Minister, Staatssekretäre und Abgeordnete sowie einen Präsidenten des obersten Gerichts, die Freimaurer waren. Eine Loge trug den Spitznamen „das Kabinett“, da ihr mehrere Politiker aus der Regierung von António Guterres1 angehörten. Marcelo Rebelo de Sousa2, der von 2016 bis 2026 Präsident von Portugal war, hat einen Bruder, der der Grossloge nahestehen soll. Zudem hat Rebelo de Sousa einen Neffen, der einer einflussreichen Loge beitrat, die zur Grossloge gehört. Der Neffe arbeitete im Innenministerium.↗ ↗

  1. António Guterres war Generalsekretär der Sozialistischen Partei. Heute ist er Chef der Vereinten Nationen.
  2. Marcelo Rebelo de Sousa war Präsident der Sozialdemokratischen Partei.

2017 wurde berichtet, dass der politische Einfluss der portugiesischen Freimaurer schwindet. Beim Grossorient von Portugal gab man offen zu, dass dies bedauert wird. Deswegen plant man, wieder zu alter Stärke zu gelangen, indem man die Beziehungen zum Staat vertieft und offizielle Audienzen beim Ministerpräsidenten und den politischen Parteien beantragt. Vor allem die Sozialdemokratische Partei (PSD) und die Sozialistische Partei (PS), zwei der stärksten Parteien des Landes, haben enge Verbindungen zur Freimaurerei. Die elitenfeindliche Kommunistische Partei (PCP) hingegen verbietet ihren Parteimitgliedern, sich als Freimaurer zu betätigen. Ein Freimaurer verriet, dass sich dennoch Freimaurer in der Partei eingenistet haben. (Stand: 2017) ↗

Auch die erfolgreiche rechtspopulistische Partei Chega, die den Anspruch hat, die Macht der bisherigen Politelite Portugals zu brechen, hat Freimaurer in ihren Reihen. Kritiker der Chega-Partei werfen ihr vor, eine rechtsextreme und rassistische Partei zu sein. Der Grossorient hat Chega-Leute zu unerwünschten Mitgliedern erklärt und möchte keine rechtsextreme Unterwanderung ihrer Logen.↗ Verschwörungstheoretiker würden aber eher eine freimaurerische Unterwanderung der rechtsextremen Bewegung vermuten. Vielleicht ist auch beides der Fall. Rechtsextreme könnten sich über die Freimaurerei mehr politischen Einfluss erhoffen, während Freimaurerkreise ihren Einfluss auch bei einer Machtübernahme der Chega-Partei absichern wollen.

Ein Politiker der Chega-Partei behauptete 2021, dass Freimaurer die Partei vereinnahmen wollen und dass der Parteiführer André Ventura diese Vereinnahmung zulasse.↗

Der Politiker Miguel Relvas war Freimaurer des Grossorients. Als ein Magazin nach seiner Mitgliedschaft fragte, sagte er, dass er keinen Kommentar dazu abgeben möchte.↗ Einige Jahre später erzählte er im Radio, er sei aus dem Bund ausgetreten.↗ Er hatte regelmässig die Loge Universalis besucht. Diese gilt als die mächtigste Loge des Grossorients.↗ Politiker, Geheimdienstler und Geschäftsleute frequentierten die Loge. In der Loge wurden auch politische Themen wie die Finanzkrise diskutiert.↗ ↗ Miguel Relvas war Minister für Parlamentsangelegenheiten und war zudem zweimal Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei.↗

Ein ehemaliger Generalsekretär der Sozialistischen Partei ist António José Seguro. Seit März 2026 ist er Präsident von Portugal.↗ Soweit man weiss, ist er kein Freimaurer. Er nahm aber an mindestens zwei diskreten Veranstaltungen der Grossloge teil. Bei einer der Veranstaltungen waren mehrere der obersten Freimaurer Portugals anwesend. José Seguro wollte keine Auskunft darüber geben, als ein Magazin danach fragte.↗ 2024 wurde er zu einem Mittagessen eingeladen, das von Freimaurern veranstaltet wurden.↗

Im Jahr 2024 war Pedro Nuno Santos Generalsekretär der Sozialistischen Partei. Zu dieser Zeit hatte er in seinem engsten Kreis Parteikollegen, die den Freimaurern beigetreten waren. Bei den meisten waren es Logen der Grossloge. Nach den vorliegenden Informationen ist Nuno Santos kein Freimaurer. Er war Hauptgast bei einem Treffen von Freimaurern der Grossloge. Diese Freimaurer gründeten zur selben Zeit einen Business-Club, der seinen Mitgliedern Zugang zu hochrangigen Regierungsbeamten verschaffen wollte. Der Club wurde von der Staatsanwaltschaft untersucht. Ausserdem hatte die Grossloge 2004 das Projekt Mercúrio gestartet. Das Projekt zielte darauf ab, einflussreiche Personen für den Bund zu gewinnen. Laut internen Dokumenten wurden über dieses Projekt spätere Führungskräfte der Sozialistischen Partei und der Sozialdemokratischen rekrutiert.↗

Ein Freimaurer, der Mitglieder für die Grossloge und den Grossorient angeworben hatte, sagte, dass man in Jugendorganisationen von Parteien nach neuen Mitgliedern für die Freimaurerei sucht.↗ Die Jugendorganisation der Sozialistischen Partei wurde einst von Duarte Cordeiro geleitet. Zur selben Zeit war er als Freimaurer aktiv. Er gehörte den elitären Logen Mozart und Mercúrio an.↗ Von 2022 bis 2024 war er als Minister für Umwelt und Klimaschutz Teil der Regierung.↗

Von 2005 bis 2007 war Carmona Rodrigues Bürgermeister der Hauptstadt Lissabon. Während seiner Amtszeit wurde er im Geheimen in die Freimaurerei aufgenommen.↗

Henrique Gouveia e Melo, der bei den Präsidentschaftswahlen 2026 kandidierte, behauptete, es gebe viele Freimaurer in der Regierung und es gebe auch Freimaurer, die für das Amt des Präsidenten kandidieren. Gouveia e Melo wollte allerdings keine Namen verraten. Er forderte, Politiker sollten verpflichtet sein, ihre Mitgliedschaft in der Freimaurerei offenzulegen.↗ Gouveia e Melo wird kein wirrer Verschwörungstheoretiker sein, da er Koordinator der Task Force für die Covid-19-Impfung in Portugal war. Für die meisten Verschwörungstheoretiker war die Impfkampagne das blanke Grauen.

Es gibt jedoch hohe Freimaurer, die Gouveia e Melos Kandidatur unterstützten. Allerdings taten sie dies noch, bevor sich dieser kritisch über die Freimaurer-Politiker geäussert hat. José Manuel Anes und Paulo Noguês, zwei einflussreiche Freimaurer der Grossloge, zählten zu seinen Unterstützern.↗ Manuel Anes war Grossmeister der Grossloge und Noguês gehörte zum Netzwerk der elitären Logen Mozart und Brasília.↗

Sonstiges

Portugiesische Freimaurer wurden mit drei grossen Korruptionsskandalen in Verbindung gebracht (Operation Marquês, Ricardo Salgado und der Lava-Jato-Skandal).↗

Zwar haben Portugals Freimaurer an politischem Einfluss verloren, aber in den Geheimdiensten, im Sicherheitssektor, in Kommunalverwaltungen und in der Führung der Ärzteschaft sind sie nach wie vor sehr stark (Stand: 2017). Portugals Beobachtungsstelle für Sicherheit, organisierte Kriminalität und Terrorismus (OSCOT) wurde von Freimaurern geleitet, darunter vom bereits erwähnten Geheimdienstchef Rui Pereira.↗ Als Rui Pereira Minister war, hatte er zwei Freimaurer als Staatssekretäre.↗ Sein Vorgänger als Chef des OSCOT, José Manuel Anes, war Grossmeister der Grossloge. Die beiden Männer hatten OSCOT gegründet. 2012 gehörten zum OSCOT-Vorstand der bereits erwähnte António Rebelo de Sousa (Bruder des derzeitigen Präsidenten). Weitere Vorstandsmitglieder waren ein ehemaliger stellvertretender Chef des Geheimdienstes SIS sowie ein Mitgründer der Mozart-Loge. Noch zwei weitere Mitglieder der Loge waren beim OSCOT. Einer davon ist der bereits erwähnte Jorge Silva Carvalho (leitete die Mozart-Loge und den SIED-Geheimdienst). Der andere war ebenfalls hochrangiger Geheimdienstler. Das ehemalige OSCOT-Vorstandsmitglied Oliveira Pereira leitete die Polizei für öffentliche Sicherheit (PSP).↗ ↗ Er trat den Freimaurern bei.↗ ↗ Der heutige Chef der PSP, Luís Carrilho, gehörte zur Mercúrio-Loge, die gezielt Politiker anwarb.↗ Luís Carrilho war der Polizeiberater der Vereinten Nationen und ein führender Kommissar der UN-Polizei (UNPOL).↗ ↗ Aus der Mercúrio-Loge ging die ebenso einflussreiche Mozart-Loge hervor. Mehrere Mercúrio-Mitglieder traten der Mozart-Loge bei, darunter der verurteilte Geheimdienstchef Jorge Silva Carvalho. Neben Mercúrio und Mozart gab (oder gibt) es die Loge Brasília. Diese drei Logen galten als die „Logen der Macht“.↗

Der Freimaurer Carvalhão Gil gehörte zu den dienstältesten Mitgliedern des SIS‑Geheimdienstes. Er kollaborierte heimlich mit dem russischen Geheimdienst, dem er geheime Informationen verkaufte. 2018 wurde er deswegen zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und vier Monaten verurteilt. Er war Mitglied der selben Loge wie der SIS-Chef Neiva da Cruz, dem er die Mitgliedsbeiträge in der Loge bezahlte.↗ ↗ ↗

Es gibt also viele einflussreiche Freimaurer in Portugal. Was man hierzu wissen sollte, dass die Anzahl der regulären Freimaurer im Land etwas mehr als 3500 Personen ausmacht (Stand: 2024).↗ Die Dichte an einflussreichen Leuten in der Freimaurerei wird also deutlich höher sein als in anderen Ländern.

Die führende Zeitung Expresso berichtete teils kritisch über den Grossorient. Mit Henrique Monteiro zählte ein Mitglied des Grossorients zur Führung der Zeitung.↗ Expresso gehört zum portugiesischen Medienkonzern Impresa.↗ Nuno Vasconcellos, der Leiter der elitären Mozart-Loge war, hielt 20 Prozent der Anteile am Impresa-Konzern.↗ Wie bereits erwähnt wurde, erhielt der andere Logenmeister der Loge eine Bewährungsstrafe, weil er die Privatsphäre von Francisco Pinto Balsemão verletzt hatte. Pinto Balsemão war der Gründer und Chef des Impresa-Konzerns.

Viele Verschwörungstheoretiker glauben, dass die Illuminaten, die eigentlich schon seit über 200 Jahren nicht mehr existieren, im Geheimen die Politik steuern. Ich halte nichts von der Theorie. In Portugal gibt es eine politische Freimaurergruppe, die sich selbst Illuminati nennt.↗ Vielleicht wollen sie sich mit dem Namen selbst das Gefühl geben, eine einflussreiche Gruppe zu sein. Sie hätten sich in dem Fall von Verschwörungstheorien inspirieren lassen.

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